Klassiktermine im Fernsehen

  • Zitat

    Zitat von Theophilus: Diese Vorverurteilungen sind ja so was von erfrischend. Es ist ja offensichtlich schon völlig out, sich anhand von Erlebtem eine Meinung zu bilden.

    Wer den Ring von La Fura dels Baus gesehen hat, die auch in Köln den Parsifal verunstaltet haben und wer sich die Maschinerie in dem von Harals freundlicherweise eingestellten Bühnenbildentwurf ansieht die nirgendwo in irgendeiner Weise auf Aida hindeutet, der braucht kein großer Prophet zu sein, um einzuschätzen, dass jetzt leider auch in Verona dieser alberne Maschinen- und Akrobatenzirkus, die für mich eine reine Show lediglich zur Musik von Aida, aber ohne ernsthafte Auseinandersetzung mit dem Stoff sein kann.

    Regietheater ist die Menge der Inszenierungen von Leuten, die nicht Regie führen können. (Zitat Prof. Christian Lehmann)

  • Nachdem das ZDF mindestens einmal pro Stunde Werbung macht für das Fernseh-Ereignis mit Herrn Villazon, hier noch ein weiteres Bildchen von der "Aida" aus Verona:



    Man beachte die täuschend echten Elefanten und Kamele aus Draht!


    LG

    Harald


    Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
    (Vinícius de Moraes)

  • Lieber Harald,


    das sind die Roboter-Elefanten und -Kamele, die auch zum vorgesehenen Maschinenzirkus gehören. Irgendwann werden dann auch die Sänger durch Roboter ersetzt.


    Liebe Grüße
    Gerhard

    Regietheater ist die Menge der Inszenierungen von Leuten, die nicht Regie führen können. (Zitat Prof. Christian Lehmann)

  • Wer ORF 3 am PC empfangen möchte, muss einfach folgendes in Google eingeben :


    1. Web TV und Mediathekenlinks
    2. Schöner Fernsehen de


    Bei beiden Adressen bekommt man nicht nur alle ORF Programme sondern auch andere Österreichische Sender. Wobei es bei der ersten Adresse mehr Auswahl an Sendern gibt. Schöner Fernsehen hat den Vorteil das es einen Programm Guide gibt. Eventuell muss man seinen Flash Player aktualisieren oder installieren.
    Lieber Gerhard oder man spart die Sänger gleich ganz ein und die Stimmen kommen vom Band, so kann man sich ganz auf das Bühnenbild konzentrieren :) .

  • Ich finde, der Screenshot lässt eher an den Wüstenplanet denken als alles andere. Dabei gäbe es ja, aufgrund der heutigen technischen Möglichkeiten, mehr denn je die Gelegenheit, die Schauplätze in Ägypten, den Nil, also das ganze Setting und die entsprechende Atmosphäre, in bezwingender Weise zu simulieren. Nur leider fürchte ich auch, dass hier ein ganz anderes Vorhaben dahintersteckt als die möglichst authentische Wiedergabe der im Libretto vorgesehenen Schauplätze.


    Lieber Rodolfo,


    danke für den Tipp! Ich probiere es mal aus.


    viele Grüße

  • Zitat

    Zitat von Rodolfo: Lieber Gerhard oder man spart die Sänger gleich ganz ein und die Stimmen kommen vom Band, so kann man sich ganz auf das Bühnenbild konzentrieren :) .

    Lieber Rodolfo,


    das habe ich dann mit vorausgesehen. Brave new world!!

    Regietheater ist die Menge der Inszenierungen von Leuten, die nicht Regie führen können. (Zitat Prof. Christian Lehmann)

  • Ich nehme an, irgendwann bleibt nur noch ein Tabu übrig, das man brechen kann: die Oper so darzustellen, wie sie vom Librettisten und Komponisten kreiert worden ist - das wäre doch mal ein völlig neues, revolutionäres Konzept... ;)

  • ... die nirgendwo in irgendeiner Weise auf Aida hindeutet, ...

    Was würde denn deiner Meinung nach auf Aida hindeuten?


    Ich sehe eine Wüstenlandschaft mit mehr als nur angedeuteter Pyramide. Das ist bereits mehr Aida, als man in den den meisten Aida-Inszenierungen der letzten Jahre vorgesetzt bekam. Und wann hast du das letzte Mal Kamele und Elefanten auf der Bühne gehabt? Möglicherweise dein ganzes Leben nicht.


    Aber nur zu, schimpf ruhig weiter. Andere fasziniert der indeenreiche und gekonnte Einsatz moderner Technik. La fura dels baus ist zur Zeit wohl der heißeste Tip, wie sich Opernregie in die Zukunft entwickeln könnte. Geschichten erzählen unter Verwendung modernster Technik und ansprechender Ästhetik und nicht optisch häßliche Dekonstruktion der Werke.


    :hello:

    Ciao


    Von Herzen - Möge es wieder - Zu Herzen gehn!



  • Ich sehe eine Wüstenlandschaft mit mehr als nur angedeuteter Pyramide. Das ist bereits mehr Aida, als man in den den meisten Aida-Inszenierungen der letzten Jahre vorgesetzt bekam. Und wann hast du das letzte Mal Kamele und Elefanten auf der Bühne gehabt? Möglicherweise dein ganzes Leben nicht.


    Das ist mir auch durch den Kopf gegangen. Konkret dachte ich aber mehr an das Tal der Könige, aus dem sich die angedeutete Pyramide erhebt. Ja, mir kommen sogar die eigenen Bilder in den Sinn, die sich wohl jedem einprägen, der einmal nachts vom Tempel zu Karnak aus über den Nil hinüber zu den Bergen mit dem Tal geschaut hat. Da war dieses nächtige, tropische Flirren, das Verdi komponiert hat. Nie wieder habe Musik so konkret an eine Situation gebunden erlebt wie hier. Aber das ist ein andres. Jetzt haben wir doch erst einmal Entwürfe vor uns, Modelle. Daraus würde ich keine so kritischen Schlüsse ziehen wollen. Warten wirs ab.


    Gruß Rheingold

    Es grüßt Rheingold1876


    "Was mir vorschwebte, waren Schallplatten, an deren hohem Standard öffentliche Aufführungen und zukünftige Künstler gemessen würden." Walter Legge (1906-1979), britischer Musikproduzent

  • Wie ich gelesen habe, wird Aida dieses Jahr in Verona in zwei Versionen gezeigt, der Version von 1913 und der neuen. Da die Fernsehsendung nur 100 Min. dauert und kommentiert wird, nehme ich an, dass hier nicht die Aida, sondern nur eine Dokumentation darüber gezeigt wird. Vielleicht bekommen wir dann zum Vergleich auch Ausschnitte aus der Version von 1913 zu sehen.


    Liebe Grüße
    Gerhard

    Regietheater ist die Menge der Inszenierungen von Leuten, die nicht Regie führen können. (Zitat Prof. Christian Lehmann)

  • Ich, aber nicht mehr lange!! Diese Aida ist nicht nur stark gekürzt, sondern geradezu verstümmelt. Wichtige Szenen fehlen, wie gerade eben das Duett Aida-Amonasro, ja eigentlich eine Schlüsselstelle. Die Sänger sind bestenfalls(!) Mittelmaß, und la Fura del Baus fällt auch nichts mehr ein. Die Inszenierung ist, zumindest für mich, schlicht langweilig, die Kostüme beliebig bis hässlich, ebenso das Bühnenbild, die Maskenbildner sollte man in die ägyptische Wüste schicken. Personenregie findet nicht statt. Diese "Übertragung" hätte das ZDF sich sparen können. Dagegen ist die uralte ebenfalls stark gekürzte Aida-Schmonzette mit Sophia Loren ein wahrer Augen- und vor allem Ohrenschmaus. Falls du die Sendung nicht gesehen hast, hast du jedenfalls nichts verpasst. (Höre gerade aus dem Nebenzimmer, das Duett Amneris-Radames zu Beginn des vierten Aktes fehlt auch.


    LG


    Mme. Cortese

    Gott achtet mich, wenn ich arbeite, aber er liebt mich, wenn ich singe (Tagore)

  • Optisch bin ich erst beim Schlußduett eingestiegen und war enttäuscht über diesen Querschnitt in alter Schallplattenmanier. Akkustisch habe ich die Übertragung seit 22,00 Uhr verfolgt (10 kg Erdbeeren zu Marmelade verkocht) und ich konnte bei den Seitenblicken auf den Bildschirm, die ich mir gegönnt habe, auch den Rest gut verschmerzen.


    Wenn das ZDF schon einmal aus Verona überträgt, sollte es doch Qualität haben, oder nicht?

    Meine Meinung steht fest. Bitte verwirren Sie mich nicht durch Tatsachen.

  • Wie zu erwarten, war es ein buntes Spektakel ohne Bezug zu Aida. Hier wurde - wie bei la Fura dels Baus üblich - viel Maschinerie und Akrobatik unter Missbrauch der schönen Melodien. Die vielen Shows im Hintergrund und zwischen dem Publikum hatten mit dem Inhalt der Oper absolut nichts zu tun. Die Wirkung der Nilszene wurde nicht nur durch die ständig flatternden Schilfstängel (oder was das sein sollte), sondern auch die Holzgestelle im Hintergrund, die sich ständig bewegten und drehten, die blöden Plastikkrokodile und die Akrobaten mit ihren Liegestützen (was sollte das wohl?) völlig genommen. Und das Gefängnis in der Schlussszene entsprach mit seinen Spiegelflächen eher einer modernen Hotellounge. Wenn das eine sinnvolle Deutung sein soll, weiß ich nicht, welchen Begriff von sinnvoll die haben. Wenn von den Befürwortern des Verunstaltungstheaters immer wieder beanstandet wird, dass in konventionellen Inszenierungen Rampensingen stattfinde, hier fand es wirklich in hohem Maße statt und die Sänger standen sich oft völlig beziehungslos gegenüber, was mit besonders bei Radames auffiel. Auch die Kommentatoren mit ihren Blödeleien hätte man sich sparen sollen. Wesentliche Teile der Aida fehlten, das war aber wohl darauf zurückzuführen, dass das ZDF nur Ausschnitte zeigte. Ich nehme an, dass die Oper in Verona vollständig aufgeführt wurde. Die leider wenigen Vergleichsszenen der Inszenierung von 1913 zeigten, wie schön Aida ohne diesen Zirkus sein kann.


    Liebe Grüße
    Gerhard

    Regietheater ist die Menge der Inszenierungen von Leuten, die nicht Regie führen können. (Zitat Prof. Christian Lehmann)

  • Eine Schande war diese verstümmelte "Aida". Kein weiterer Kommentar da alles schon geschrieben war
    :no: .

    Pourqoi me reveiller....

  • Sagitt meint


    Und dabei sozu tun, als wäre es die AIDA - wie verlogen.
    Der Intendant behauptet beim Steitgespräch in der ZEIT: für alle sei etwas dabei. Also für Klassikfreumde nur ein Querschnitt. Mehr Kultur ist nicht drin. Wie ärmlich. Soll man noch dankbar sein, dass auf einen von so zahlreichen Krimis verzichtet wurde.


    Für mich erstaunlich, daß man in Verona zu einem solchen Jubiläum nicht SängerInnen mit einem Namen verpflichtet.

  • ich habe abgeschaltet.... :(


    PS: die sänger wären höchstens mittelmaß ist ein vorzüglicher euphemismus, respekt mme cortese für diese selbstzügelung.

    Beste Grüße, KFB


    _____________________________________________


    Being individual is more important than being popular

  • Nach kurzer Neugier und dem Auftritt des wunderschön gekleideten Radames (da soll bloß mal einer was gegen Botha im Parsifal sagen) habe ich ausgemacht. Der Recorder läuft, ich kann schnell vordrehen, wenn es mir zu bunt wird, und ich kann alles löschen - was sicher passieren wird.


    Wie hat das Publikum reagiert? Sicher waren wenige Opernfreunde drin. Viele gehen nur in die Arena, um die Atmosphäre mal zu erleben. Ich kenne Leute, die in der Arena waren. Als ich fragte, was sie gesehen hatten, wußten sie es nicht mehr. Deshalb glaube ich auch nicht an eine repräsentative Reaktion des Publikums.


    La Roche

    Ich streite für die Schönheit und den edlen Anstand des Theaters. Mit dieser Parole im Herzen leb' ich mein Leben für das Theater, und ich werde weiterleben in den Annalen seiner Geschichte!

    Zitat des Theaterdirektors La Roche aus Capriccio von Richard Strauss.

  • die sänger wären höchstens mittelmaß


    Das sehe ich auch so. Wovon besonders der Tenor mit seinem dünnen und auch leidenschaftslosen Stimmchen deutlich abfiel. Hier ist der beste Beweis, daß Körpermasse nicht gleichzeitig mit durchschlagender Stimmkraft zu assoziieren ist.
    Dem Show- Spektakel angepaßt die beiden Moderatoren. Villazon gab, wie inzwischen gewohnt von ihm, den hampeligen Zappelphillip und dazu die etwas naiv wirkende Eichinger. Bemerkenswert ihr Satz, als die Rede auf den Triumphmarsch kam: "Den kenne ich ja sogar". Besser kann man doch sach- und fachliche Kompetenz nicht ausdrücken!
    Gestört hat mich von der Fernsehregie die öfteren Einblendungen des Dirigenten. Sein Dirigierstil erinnerte mehr an sportliche Freiübungen, bzw. Morgengymnastik.
    Ansonsten wurde von Euch ja schon alles gesagt. Eine Kritik muß ich allerdings zurückweisen. Wir alle, die wir die Oper kennen wußten, daß in der angegeben Zeit von 1 1/2 Std. nur ein Querschnitt, Highlights, gezeigt werden können. Richtig ist allerdings, es ist schlimm, daß es selbst einem TV- Sender wie ZDF, der jeden Monat staatlich gestützt Zwangsgeld eintreibt, nicht mal mehr die Zeit für eine ganze, gesamte Oper wert ist.
    Sehr interessant und beeindruckend war das kurze Remake auf die Inszenierung von 1913.


    Herzliche Grüße
    CHRISSY

    Jegliches hat seine Zeit...

  • Soll man noch dankb ar sein, dass auf einen von so zahlreichen Krimis verzichtet wurde.


    Schade, dass statt dieser Aida nicht der Krimi gezeigt wurde.
    Von Inspector Banks hätte ich - ehrlich gesagt - mehr gehabt ...


    Freundliche Grüße, Andrew

    „Nichts auf Erden ist kräftiger, die Traurigen fröhlich, die Ausgelassenen nachdenklich, die Verzagten herzhaft, die Verwegenen bedachtsam zu machen, die Hochmütigen zur Demut zu reizen, und Neid und Hass zu mindern, als die Musik.“

  • Eine Kritik muß ich allerdings zurückweisen. Wir alle, die wir die Oper kennen wußten, daß in der angegeben Zeit von 1 1/2 Std. nur ein Querschnitt, Highlights, gezeigt werden können


    Hallo Chrissy,


    genau deshalb habe ich auf den alten Film verwiesen. Darin ist zwar auch fast jedes Musikstück stark gekürzt, aber der Handlungszusammenhang bleibt wenigstens gewahrt.


    Viele Grüße


    Mme. Cortese

    Gott achtet mich, wenn ich arbeite, aber er liebt mich, wenn ich singe (Tagore)

  • Auf der ZDF-Website ist die gesamte AIDA-Aufführung für 1 Woche zu sehen. Für die Dauermotzer also noch genügend Stoff.

    Freundliche Grüße Siegfried

  • Sagitt meint:


    Natürlich wusste der Kenner, dass dies nicht die gesamte Aida ist. Aber das ZDF hat es ganz am Schluß in der Abmoderation zugegeben.
    Mich stört, dass sie für einen Kulturauftrag Geld kassieren und ich mit meinen Gebühren lauter ungekürzte Sendungen finanzieren darf, der größte Mist darf überziehen, aber mal eine Oper komplett übertragen, das geht nicht?


    Es geht nicht darum, ob diese Aida es wert ist, sondern um die massive Absenkung des Niveaus. Ich weiß, in anderen Ländern soll es noch viel schlimmer sein. Nun, man kann alles in Spartenkanäle auslagern, aber selbst diese werden ja mit Massen-kompatiblem, speziell Krimis überflutet.


    Klar, der ältere Mensch neigt zur Verklärung, früher war alles besser. Aber man sah einstmals ganze Opern, komplette Matthäus-Passion, Konzerte usw. Alles längst vorbei.

  • In diesem Fall kann man ja dem ZDF dankbar sein, daß nicht die vollständige Aufnahme von mindestens 3 Stunden gesendet wurde.
    Mit dem Sänger des Amonasro (Ambrogio Maestri) gibt es allerdings eine herrliche DVD- Live-Aufnahme des "Falstaff" von 2001 aus Busseto mit dem Ensemble der Mailänder Scala unter Riccardo Muti.


    :hello: Herbert

    Tutto nel mondo è burla.

  • Hab mir gestern Abend auch die Aida angetan und die Programmierung sofort wieder gelöscht. Für so was werden unsere GEZ Gebühren verschwendet. Ich hoffe wir erleben Herrn Villazon nicht noch häufiger als Außenreporter und Frau Eichinger ist ja einigermaßen zu ertragen, wenn sie nicht den Mund aufmacht. Sie hat wohl den Moderatorenkurs in dem Fach "nichtssagende Moderation" bei Frau Gerlach besucht und mit Erfolg abschlossen. Die Inszenierungen von La Fura dels Baus werden auch immer langweiliger, das sie immer gleich sind. Immer müssen irgendwelche armen Statisten oder Sänger in der Luft schweben. Die Kostüme sahen aus als ob sie aus der Altkleider Sammlung kommen würden. Der Dirigent machte den Eindruck als wolle de die italienischen Meisterschaften im Kickbocken gewinnen. Und die Sänger waren wie schon geschrieben Mittelmaß . Eigentlich eine Frechheit wenn ein Land so einen seiner herausragendesten Künstler gedenkt. Hab aber auf der ZDF Mediatheken Seite noch keinen Link zum Gesamt Video entdeckt.

  • Auf der ZDF-Website ist die gesamte AIDA-Aufführung für 1 Woche zu sehen. Für die Dauermotzer also noch genügend Stoff.


    Das hat mit Motzen diesmal wirklich nichts zu tun, denn es war ja nicht mal solides Regietheater, über das man sich fetzen könnte. Das war einfach nur Schrott. Und dazu noch total mies gesungen.


    Das Beste waren noch die Schuhe des Dirigenten. Echt. Wunderbar altmodisch. :D Solche hätte ich gern.

    Es grüßt Rheingold1876


    "Was mir vorschwebte, waren Schallplatten, an deren hohem Standard öffentliche Aufführungen und zukünftige Künstler gemessen würden." Walter Legge (1906-1979), britischer Musikproduzent

  • Zitat

    Zitat von La Roche: Wie hat das Publikum reagiert? Sicher waren wenige Opernfreunde drin. Viele gehen nur in die Arena, um die Atmosphäre mal zu erleben. Ich kenne Leute, die in der Arena waren. Als ich fragte, was sie gesehen hatten, wußten sie es nicht mehr. Deshalb glaube ich auch nicht an eine repräsentative Reaktion des Publikums.

    "Wie, du warst in der Arena von Verona? Was hast du denn gesehen?"
    "Ja, das weiß ich nicht mehr so genau. Ich konnte auch keinen Zusammenhang in dem Ganzen erkennen. Aber es war eine schöne Show. Wenn die nur nicht dazu diese blöde Musik gespielt und so komisch gesungen hätten!"


    Meine Frau, die die Oper in einem anderen Zimmer gesehen hatte, weil sie sich ein wenig hinlegen wollte, die Aida mit mir schon mehrfach gesehen hatte, aber sich bisher weit weniger als ich mit der Art der Darstellung beschäftigte, kam anschließend zu mir ins Wohnzimmer und fragte: "Was war das denn eigentlich? Wollten die das Publikum verar....?"
    Schade, dass Verona nun nach der wunderbaren Wiederaufnahme der Inszenierung von 1913 gerade im Jubiläumsjahr solch einen Schrott vorstellt. Hoffentlich kommen sie künftig wieder auf besseres Niveau.


    Liebe Grüße
    Gerhard

    Regietheater ist die Menge der Inszenierungen von Leuten, die nicht Regie führen können. (Zitat Prof. Christian Lehmann)

  • Ich bin ein wenig enttäuscht, dass Theophilus, nachdem er sich bisher bei den Inszenierungen von La Fura dels Baus so vehement gegen die Bezeichnung "Zirkus" gewendet hatte, und die geäußerten Erwartungen abkanzeln wollte, sich hier zu dieser Aida nicht mehr geäußert hat.


    Liebe Grüße
    Gerhard

    Regietheater ist die Menge der Inszenierungen von Leuten, die nicht Regie führen können. (Zitat Prof. Christian Lehmann)

  • Lieber Gerhard,
    gestern im Deutschlandfunk berichtete der Opernkritiker Jörn Florian Fuchs, der live bei der Aida-Premiere dabei war, ausführlich über das Arena-Spektakel - unabhängig vom ZDF-Spektakel.
    Unter diesem Link kann der Beitrag nachgelesen oder auch durch Klick auf das kleine Lautsprecher-Symbol vor der Überschrift nachgehört werden: http://www.dradio.de/dlf/sendungen/kulturheute/2148118/


    LG

    Harald


    Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
    (Vinícius de Moraes)