Elisabeth Schwarzkopf - Eine Jahrhundertstimme

  • Lieber Paul,
    wier sind beide große Bewunderer von E.Schwarzkopf,
    und auch von Fi.Di.
    Das brauchen wir garnicht zu verhehlen.


    :hello:Herbert.

    Tutto nel mondo è burla.

  • Hallo,


    Ja, sie war schon eine große Sängerin und eine sehr strenge Pädagogin. Ich habe mal einen Meisterkurs bei ihr gemacht, da muss man schon ziemliche Nerven haben um das durchzustehen. Doch am Ende hat man sehr viel gelernt.


    Liebe Grüsse

  • Zitat

    Original von musika
    Ich habe mal einen Meisterkurs bei ihr gemacht, da muss man schon ziemliche Nerven haben um das durchzustehen. Doch am Ende hat man sehr viel gelernt.


    Liebe Musika,


    Dein Urteil über ihren Masterkurs ist anders als das Urteil von einigen Mitglieder hier. Lese mal den Thread durch.


    LG, Paul

  • Zitat

    Original von musicophil


    Dein Urteil über ihren Masterkurs ist anders als das Urteil von einigen Mitglieder hier. Lese mal den Thread durch.


    LG, Paul


    Das mag schon sein, es kamauf die Person selber an, die einen Meisterkurs bei ihr absolvierte. Sie konnte sich wirklich festbeißen und manche SängerInnen hielten nicht durch bis zum Schluss. Doch in allem was sie sagte, hatte sie Recht.


    Aber das können auch andere, wie z.B. Edda Moser. Sie sagt den Sängern ins Gesicht ob sie für den Beruf geeignet sind, auch wenn diese schon einige Jahre auf der Bühne stehen. Sie hat für mich nichts menschliches, da war die Schwarzkopf ein Waisenkind gegen.


    Wenn jemand solche Kurse besucht muss er damit rechnen zurechtgewiesen zu werden, vor allen anderen, sonst bräuchte man ja nicht die Kurse zu machen. Wenn keine Berichtigungen gemacht werden, auch nach jedem zweiten Wort, wären die Sänger ja perfekt.


    Aber sie konnte auch loben.....


    LG

  • Liebe Musika,


    Ich habe einmal so einen Kurs auf dem Fernsehen gesehen, und fand was sie tat richtig.


    Von Dieskau weiß ich, weil ich einen "Kurzbiographie" als Beitrag schrieb, daß er irgendwann ungefähr sagte "Es sollen keine Dieskauklonen werden".
    War Schwarzkopf darauf bedacht?


    LG, Paul

  • Eine sehr gute Sängerin für die einige Partien Mozarts und Strauss'. Wirklich groß...., aber - vom Gesang - angesprochen hat sie mich nie.


    Einerseits, weil ich mir bis dato keinen Strauss komplett angetan habe. Den Rosenkavalier habe ich versucht, aber nach kurzer Zeit beiseite gelegt...ich sage nicht, daß er schlecht ist, aber Strauss sagt mir zur Zeit gar nichts.


    Was bleibt für jemanden der momentan keinen Richard Strauss hört (Schwarzkopf: Rosenkavalier, Capriccio), nur Mozart (Schwarzkopf: Donna Elvira, Fiodiligi)...die Sopranpartie aus Beethovens 9. etc..


    Die fachliche Bandbreite war nichts für die Schwarzkopf, aber da hatte auch ihr Ehemann sein Zutun getan.


    Wo sind Beispiele für die ialienischen oder französischen Sopranrollen? Ich habe eine Menge Opernaufnahmen...aber wo ist da Elisabeth Schwarzkopf zu finden. Sie macht nur einen bescheidenen Anteil aus?


    Und...Manierismus kann man ihr wirklich nicht absprechen.


    Bis dann.

    Einmal editiert, zuletzt von keith63 ()

  • Zitat

    Original von musicophil


    Von Dieskau weiß ich, weil ich einen "Kurzbiographie" als Beitrag schrieb, daß er irgendwann ungefähr sagte "Es sollen keine Dieskauklonen werden".
    War Schwarzkopf darauf bedacht?


    LG, Paul


    Nein, das sehe ich nicht so, die Meisterkurse waren Interpretationskurse und die machte sie wirklich toll. Sie erklärte auch warum man dieses oder jenes machen bzw. nicht machen sollte, vom Ausdruck her.
    Sie wollte keine Klone, in diese Richtung hat sie nie gearbeitet. Klar haben die Sänger es so angenommen, wie sie es wollte und selber sang, d.h. aber nicht, dass sie sie klonen wollte.


    LG

  • Im Rahmen des "Tages der Oper" bringt arte morgen ein Portrait der großen Sopranistin:


    Elisabeth Schwarzkopf singt Strauss


    Samstag, 16. Februar 2008 um 12.40 Uhr
    (Wiederholung: 23.02.2008 um 07:30 )


    Elisabeth Schwarzkopf singt Strauss
    (Grossbritannien, Frankreich, 2007, 27mn)
    ARTE F
    Regie: Patricia Foy
    Dirigent: Charles Mackerras
    Interpret: Elisabeth Schwarzkopf, Hertha Töpper
    Orchester: Philharmonia Orchestra


    Elisabeth Schwarzkopf war eine der führenden Opern- und Liedsängerin der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts. Besonders für ihre Interpretationen von Mozart- und Straussopern wurde sie bewundert und gefeiert.



    Zitat

    In der Reihe "Classic Archive" zeigt ARTE Elisabeth Schwarzkopf in einer ihrer Paraderollen - der der Marschallin im "Rosenkavalier" von Strauss. In der Aufnahme der BBC vom Oktober 1961 interpretiert sie das Finale des 1. Aktes "Kann mich auch an ein Mädel erinnern". An ihrer Seite ist Hertha Töpper als Octavian zu hören. Charles Mackerras dirigiert das Philharmonia Orchestra.


    LG

    Harald


    Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
    (Vinícius de Moraes)

  • BENEFIZAUKTION DOROTHEUM WIEN 13.3.08
    Ks ELISABETH SCHWARZKOPF


    Im Dorotheum wird ein Teil des Nachlasses von
    Elisabeth Schwarzkopf versteigert. Für
    Interessenten Besuch der Website
    des DOROTHEUM WIEN empfohlen.



    :pfeif:

    mucaxel

  • Sonntag, den 14.09.2008 - 3sat - 02:15 Uhr (das ist schon Montag, 15.9.)

    da capo: Elisabeth Schwarzkopf


    im Gespräch mit August Everding
    (Erstsendung 17.5.1986)

    Zitat

    Von 1938 bis zu ihrem Abschied von der Bühne im Jahre 1971 konnte Elisabeth Schwarzkopf (1915 - 2006) international wahre Triumphe verbuchen. Weltweit standen ihr die bedeutendsten Opernhäuser und Konzertsäle offen, sie verlieh den wichtigsten Festspielen Glanz. Vor allem mit ihren Mozart- und Strauss-Interpretationen setzte die Sängerin höchste Maßstäbe. Heute widmet sich Elisabeth Schwarzkopf dem Sänger-Nachwuchs und gibt ihre unschätzbaren Bühnenerfahrungen und unnachahmliche Gesangskunst an die neue Sänger-Generation weiter.
    In der Reihe "da capo" unterhielt sich August Everding 1986 mit der legendären Opern- und Liedsängerin. Elisabeth Schwarzkopf ließ ihre Karriere noch einmal Revue passieren und äußerte sich eingehend zu Fragen der Interpretation und Stimmtechnik.


    LG


    :hello:

    Harald


    Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
    (Vinícius de Moraes)


  • Lieber Harald!


    Eigentlich hat Dame Elisabeth Schwarzkopf in allen Interviews dasselbe gesagt, auch zuletzt bei dem Interview in der Wiener Staatsoper, knapp vor ihren Dahinscheiden.


    Wer diese Sendung versäumt hat kann es mit diser DVD nachholen:



    Liebe Grüße Peter aus Wien. :hello: :hello:

  • Elisabeth Schwarzkopf, eigentlich Dame Olga Maria Elisabeth Frederike Legge-Schwarzkopf,wurde am 9.12.1915 in Jarotschin in Posen geboren.
    Da sie, durch die Heirat mit Walter Legge engl. Staatsbürgerin wurde, wurde sie von Königin Elisabeth II. in den Adelsstand erhoben.


    Der Beginn eines Opernbetriebes nach dem 2. Weltkrieg in Wien war gleichzeitig auch der Beginn einer Karriere einer Sängerin, die meiner Meinung nach die wohl kultivierteste, wohltimbrierteste und technisch perfekteste Stimme des 20. Jahrhunderts besaß. Die Schülerin der berühmten Sopranistin Maria Ivogün begann (wohl der Stimmentwicklung entsprechend) zunächst im Koloraturfach, wo sie in den ersten Saisonen des Theaters an der Wien noch als Sophie, Zerbinetta, Gilda, Violetta und Constanze eingesetzt war.
    Doch sehr bald fand sie zu ihrem wirklichen Fach: den Grandes Dames der Opernliteratur!



    Ihre gesamte Karriere Karriere war aber vor allem durch die Heirat mit dem damaligen Kulturpapst und Plattenmanager Walter Legge beeinflusst.
    Er war es auch der ihre zweite Karriere als Lied- und Oratoriensängerin zu einem fulminanten künstlerischen Höhepunkt trieb, andererseits aber sie dahingehend beeinflusste, dass sie später nur mehr in den spezifischsten Partieen ihres Repertoires auftrat.
    Doch Wien war bis zum Ende ihrer Karriere immer so etwas wie der Nabel der Welt, und so gab es keine Saison, in der die Schwarzkopf nicht in der Oper oder im Konzertsaal in Wien vielumjubelter Mittelpunkt war.
    Ihre berühmtesten Opernpartien waren hauptsächlich zwei Komponisten gewidmet: Wolfgang Amadeus Mozart und Richard Strauss. Vom ersteren sang die Schwarzkopf die ewig von Don Giovanni verlassenene Donna Elvira, die auf die Liebesprobe gestellte Fiordiligi in "Cosi fan tutte", und vor allem (wohl als Vorstufe zu ihrer Jahrhundert-Marschallin) die Gräfin in "Figaros Hochzeit".


    Richard Strauss war künstlerisch gewiss der zentrale Höhepunkt ihres Repertoires. Die launisch-kapriziöse Gräfin Madeleine im "Capriccio" wurde bei der Schwarzkopf nicht nur ein Rokokogeschöpf, das ihre Gunst leichtfertig und launenhaft verschenkt, sondern vielmehr auch ein Symbol für den ewigen Wettstreit von Musik und Dichtkunst im Genre Oper.



    Das höchste Ziel eines Künstlers, nämlich mit einer Rollengestaltung unsterblich zu werden, erreichte Elisabeth Schwarzkopf mit der Feldmarschallin im "Rosenkavalier".



    Hier stimmte einfach alles: jede stimmliche Nuance, dem jeweiligen Wort und der jeweiligen Note entsprechend, jede darstellerische Geste und jedes Mienenspiel,das eben dieser schönen Frau nachempfunden, die zum ersten Mal in ihrem Leben den eisigen Hauch des Alters, verspürt, indem sie einen Liebhaber an eine Jüngere, Schönere verliert.
    "Die Zeit, sie ist ein sonderbar Ding" - doch: "Man soll sich auch vor ihr nicht fürchten, auch sie ist ein Geschöpf des Vaters, der uns alle erschaffen hat!" - das ist für Richard Strauss, Hugo von Hofmannsthal und auch für Elisabeth Schwarzkopf die Kernaussage in diesem wohl pefektestene Stück der gesamten Opernliteratur.


    Zwei weiter Bühnenpartien charakterisieren ebenfalls die stimmliche wie darstellerisch perfekte Interpretation von Elisabeth Schwarzkopf:
    1951 war sie in der Bayreuther Karajanproduktion der "Meistersinger von Nürnberg" ein schlichtes, stimmlich-betörendes Evchen und wenn man heute auf LP / CD ihre Schlussphrase "Keiner wie er hold zu werben weiß" nachempfindet, so kommt es mir persönlich immer wieder vor, dass ich in meinem ganzen Leben nie mehr wieder so einen herrlich schwebenden Ton hören kann!



    Unser Maestro war es aber auch, der die Schwarzkopf zu einer italienischen Rolle im eher heiteren Fach animierte: und so wurde sie in dessen Wiener und Mailänder Produktion von Verdis "Falstaff" im Verein mit Tito Gobbi, Rolando Panerei und Giulietta Simionato eine köstliche Alice Ford.


    Das weiter Opernrepertoire der Schwarzkopf wurde hauptsächlich durch die Schallplattenaufnahmen gekennzeichnet: hier reichte der Bogen von den exotischen Partien im Zauber der Romantik, Fatima("Abu Hassan") und Margarina ("Barbier von Bagdad"), über die märchenhafte Gretel ("Hänsel und Gretel") bis zu einer nahezu klassischen Ariadne in der gelichnamigen Straussoper.



    Einen breiten Raum nahm aber ihre Tätigkeit im Konzertsaal ein. Sie erarbeitete sich nach und nach die gesamte Liedliteratur, wobei es vor allem Mozart, Schumann, Wolf und Strauss es waren, die ihrer farbigen Stimme am besten entsprachen.


    Natürlich war die Schwarzkopf auch vor allem wegen ihrer hohen Musikalität eine geschätzte Solistin in den großen Konzertwerken von Bach, Beethoven, Brahms und Mahler. Hier möchte ich vor allem auf die Einspielungen der zweiten und vierten Sinfonie von Gustav Mahler unter Klemperer verweisen, wo meiner Meinung nach auch die künstlerische Intelligenz der Schwarzkopf zum besten zum Ausdruck kommt.


    Zum Abschliuss muss man aber auch die von ihr auf LP / CD gesetzten Marksteine im Reich der Operette nennen: besonders ihre sich vom Wiener Blut anstecken lassende Gräfin Zedlau, ihre charmante "Lustige Witwe" und ihr "süßes Wiener Mädel" Lisa im "Land des Lächelns" sind wahre Juwele einer Kunstgattung, die oft fälschlicherweise totgesagt wurde.



    Elisabeth Schwarzkopf - sicherlich nicht nur eine meiner ganz persönlichen Lieblingssängerinnen, kann man mit nur mit Hofmannsthal und Strauss versuchen zu charakterisieren: kein Sterblicher wird ihr Spiel, ihre Ausdruckspalette und vor allem ihre herrliche Stimme vergessen können, wenn sie im ersten Aktfinale als Feldmarschalin dem kleinen Mohren die silberne Rose für Octavian überreicht und quasi ihr eigenes Liebesglück an Sophie weitergibt:
    "Zum Grafen Octavian, gib's ab und sag, da drin ist die silberne Rosen, der Herr Graf weiß ohnehin!" -
    Sieht man heute noch den Film von Karajan und erlebt das drauffolgende Violinsolo von Willy Boskovsky im Verein mit der sich nur mehr in den Spiegel schauenden Schwarzkopf, so wird man gewahr, was unsterbliche Opernkunst bedeutet!


    Elisabeth Schwarzkopf verstarb am 3.8.2006 in Schruns in Vorarlberg.

  • Lieber Peter,


    da hast Du aber jetzt einen wunderbaren Beitrag geschrieben, vielen Dank dafür. Ich liebe ihre Stimme sehr, einige der wenigen Frauen-Stimmen.


    Anläßlich ihres Todes stand in einer renommierten Münchner Zeitung folgender Satz: "Elisabeth Schwarzkopf konnte mit ihrem Gesang den Himmel öffnen".


    Mir hat sie ihn auch schon geöffnet.


    Liebe Grüße aus dem schönen München


    Kristin

  • Ein der letzten Gesamtaufnahmen von Elisabeth Schwarzkopf ist die 1. Dame in der "Zauberflöte":


    .


    Kein stiller Abschied, sondern eine Reverenz Mozart gegenüber, ist doch diese Partie gar nicht so einfach.


    Liebe Grüße Peter aus dem verregeneten Wien. :hello: :hello:

  • Selbstverständlich war Elisabeth Schwarzkopf eine der größten Sängerinnen des vergangenen Jahrhunderts. Wie bereits ausgeführt eine unvergessliche Marschallin im Rosenkavalier. Gott sei Dank festgehalten in dem wundervollen Rosenkavalier-Film. Bedeutend auch als Liedgestalterin. Dabei eine äußerst kluge, selbstbewußte Frau. Energisch als Lehrerin. Die Künstlerin wurde in Anerkennung ihrer Verdienste so oft ausgezeichnet, wie kaum eine andere Sängerin.
    In wie weit bei dieser Karriere die Protektion ihres Gatten, des damals allgewaltigen EMI-Bosses, Walter Legge, eine Rolle spielte, ist schwer abzuschätzen. Es gibt ja das Gerücht, dass Legge Elisabeth Grümmer und Sena Jurinac exklusiv an die EMI gebunden hätte, viele Aufnahmen mit diesen beiden Sängerinnen machte, die aber nie oder sehr spät veröffentlicht wurden.
    Sei's drum, Frau Schwarzkopf war eine Jahrhunderterscheinung auf der Opernbühne.
    Herzlichst
    Operus

    Umfassende Information - gebündelte Erfahrung - lebendige Diskussion- die ganze Welt der klassischen Musik - das ist Tamino!

  • Eine besondere und billige Rarität:



    Wo Elisabeth Schwarzkopf, um etwa 1946, noch die Sophie singt! :jubel:


    Also sehr interessant, da sie ja damals noch die Susanne, Zerbinetta, Konstanze und Partien aus dem Koloraturbereich sang - obwohl sie ja keine ausgesprochene Koloratursängerin war,


    und sich dann auch relativ rasch zu den Partien hinarbeitete, wo wir sie mehr in Erinnerung haben.


    Liebe Grüße Peter aus Wien. :hello: :hello:

  • Diese Duett-Rarität habe ich auch und um ehrlich zu sein: neben der Operetten-Cd ist sie das Beste, was ich von der Schwarzkopf kenne.
    (Welchen Anteil die wunderbare Irmgard Seefried daran hat, kann ich nicht prozentual bestimmen....)


    Ohne den Rang dieser Sängerin in der Welt des Opern-Gesangs bezweifeln zu wollen: ich finde ihre Lied-Interpretationen eher "zum Abgewöhnen".
    Eine Aufnahme von den Salzburger Festspielen mit einem Wolf-Programm (und wenn mich nicht Alles täuscht mit August Everding am Klavier) aus den 50iger Jahren hat mich geradezu entsetzt.
    Nicht nur der "Nachtzauber" ("Hörst du nciht die Quellen gehen") wird da so verhackstückt, dass mir ziemlich unverständlich bleibt, wie diese Sängerin ausgerechnet im Liedgesang zu einer Ikone wurde.


    (Zu Fragen der Definition von "verhackstückt," verweise ich auf den hiesigen Hermetik-Thread....... :D)


    Warum kann man, wenn man eine so schön klingende Stimme hat, nciht einfach bei dieser Stimme bleiben?


    In den Operettenarien oder als Contessa oder Marschallin gab es gottseidank diesen " Stimmfliess-Zwang" und dort gefällt sie mir dann auch wesentlich besser.


    Das mal nur, um hier auch eine ANDERE Farbe reinzubringen.......


    Fairy Queen

  • Liebe Fairy Queen,
    ich nehme mal an, das mit Everding als Begleiter von Wolfliedern sollte ein Scherz sein. :hahahaha:
    Was Elisabeth Schwarzkopf betrifft, bin ich der Meinung, es ist so, wie es der Threadtitel sagt:
    "Elisabeth Schwarzkopf - Eine Jahrhundertstimme"!!!!


    :hello:Herbert.

    Tutto nel mondo è burla.

  • Pardon Herbert, ich muss meinen Irrtumsnamenskollaps natürlich korrigieren: nicht Everding sondern Furtwängler. Everding hat Schwarzkopf interviewt-wahrscheinlich war das die falche Spur in meinem verschlafenen Hirn..... :untertauch: :untertauch: :untertauch:


    F.Q.

  • Zitat

    Original von Armin Diedrich
    naja, neuliech liess jemand hier Zefirelli den Radames singen, da ist Everding als Klavierbegleiter nicht so abwegig!


    Lieber Armin Dietrich!


    Sei nicht so streng!


    Derjenige wird wahrscheinlich den Corelli gemeint haben, aber Zefirelli - warum nicht - der hat alles gekonnt???


    Liebe Grüße Peter aus Wien. :hello: :hello:

  • Mozart und R. Strauss waren wohl die wichtigsten Komponisten in ihrem Repertoire. Ich kenne sie vor allem als Mozartinterpretin durch diese CD, und da ist sie ganz großartig. :jubel: :jubel: :jubel:





    Sie singt darauf alle weiblichen Rollen aus dem Don Giovanni. Ich glaube die Donna Anna hat sie nicht auf der Bühne gesungen. Die Rachearie wollte sie angeblich nicht live singen. Ob sie die Zerlina auf der Bühne gesungen hat weiß ich nicht, aber die Donna Elvira war wohl eine ihrer Glanzrollen.


    Interessant ist die englische Version der Arie der Pamina.


    Gregor

  • Lieber Gregor!


    Ich habe in Erinnerung, dass sich Elisabeth Schwarzkopf die Donna Elvira immer mit Lisa della Casa im "Don Giovanni" "geteilt" hat.


    Jedoch glaube ich, dass aber hier auch Elisabeth Schwarzkopf die "Führung" hatte, Lisa della Casa sang sie mehrmals in Salzburg bei den Festspielen und auf LP - Gesamtaufnahmen.


    Die Donna Anna - da hast du Recht, ich kann mich wirklich nicht erinnern, dass sie diese Partie auf der Bühne jemals gesungen hat, bei der Pamina weiß ich aber, dass sie diese gesungen hat, aber in Wien und Salzburg in Deutsch. (Englisch wäre interessant).


    Da ich lange Jahre den 1. Knaben gesungen habe, von den Wiener Sängerknaben aus, kann ich ich mich an einige Auftritte erinnern, die ich mit ihr in der "Zauberflöte" gehabt habe.


    Liebe Grüße Peter aus Wien. :hello: :hello:


  • Hallo Peter,
    ich hätte wissen müssen, daß du sicher eine Antwort parat hast. ;)
    Die Pamina hat sie in Englisch in London gesungen. Das hat sie mal in einem ihrer Meisterkurse erzählt, die im Fernsehen zu sehen waren.


    Als Sängerknabe bist du sicher ganz schön herumgekommen und hast interessante Leute kennengelernt. Daher rühren wohl auch deine Sängerbekanntschaften. Bist du dann auch als Erwachsener dem Gesang treu geblieben oder hast du eine andere Berufsrichtung eingeschlagen?


    Gregor

  • Kaum jemandem kann ich Frauenliebe wie Frauenleben gläubiger abnehmen als Elisabeth Schwarzkopf.
    Fraulicher geht's kaum. Warm, freundlich, selbst dem Schmerz versöhnlich.
    Leider scheint ihre Aufnahme mit Geoffrey Parsons nicht erhältlich zu sein.
    Oder ist sie vielleicht in eine der zahlreichen bis zahllosen Boxen integriert?



    audiamus



    .

  • Lieber Gregor!


    Nachdem ich erst beim Bundesheer, mit 20 Jahren, meinen Sopran verloren habe, was mir voraussagt wurde,


    habe ich dann einen hohen Bariton bekommen und habe als Solo-Bariton in unserem Kirchenchor gesungen.


    Komme aber jetzt durch das Studium nicht mehr dazu. Auch bin ich beruflich lange Jahre in Thailand gewesen (Bangkok) und habe dann nur mehr Musik genossen und "niemanden mehr damit belästigt."


    Mit den Sänger(innen) - Bekanntschaften hast Du damit Recht.


    Liebe Grüße sendet Dir Peter.


  • Lieber Gregor!


    Heute erst gelesen!


    Elisabeth Schwarzkopf hat sehr wohl die Zerlina wie Susanne auf der Bühne der Wiener Staatsoper (im Theater an der Wien, knapp nach 1947) gesungen,


    ich habe sie sogar mit Irmgard Seefried als Octavian und Elisabeth Schwarzkopf als Sophie, gibt es auf CD.



    Eine englisch gesungene Pamina wäre interessant, da weiß aber bestimmt unser Harald was.


    Liebe Grüße Peter. :hello: :hello:

  • Ich möchte doch hier einmal auf ihre Bach-Interpretationen hinweisen. Für mich mit die schönsten.



    (hoffentlich klappt es mit dem Bild, wenn nicht: Testament: ES - The Unpublished EMI Recordings 1955-58 Bach & Mozart)


    Faszinierend, wie bei wenigen sonst (John Gielgud als Schauspieler fällt mir noch ein), wie bei der Schwarzkopf dieser wirklich sehr künstliche Ansatz in Tiefempfundes umkippt. Das ist verdammt subjektiv und wenn sich jemand schaudernd von diesen Aufnahmen abwendet, kann ich es auch verstehen und empfehle als Gegengift: Bach - Bist du bei mir - Schwarkopf/Moore - Salzburg 1956.
    Grüße Gustav

  • ARTE hat am 10. Oktober 2011 einen sehr bewegenden Film gesendet: "Elisabeth Schwarzkopf - Porträt einer Sängerin". Er wird am Sonntag, dem 16. Oktober um 6 Uhr wiederholt. Es ist ein neuer Film. Wer sich für diese Frau im besonderen und Gesang im allgemeinen interessiert, sollte ihn sich ansehen, besser noch aufnehmen. Denn es gibt eine Vielzahl von Informationen und Gedankenanstößen, die sich in der nochmaligen Vergegenwärtigung erst richtig erschließen. Die Autoren des Film schlagen sich nicht vordergründig und anbiedernd auf die Seite der Schwarzkopf, sie suchen vielmehr nach dem Phänomen Schwarzkopf und treffen auf einen Menschen, der sich rücksichtslos in den Dienst der Musik gestellt hat bis hin zur Selbstaufgabe. Das Ergebnis kennen wir: Eine Lebensleistung, die fast ohne Beispiel ist - Aufnahmen, denen kein Vergleich stand hält, persönliche Erinnerungen an ihre Auftritte, die sich unauslöschlich in Gedächtnisse eingegraben haben. Sie ist zu einem Maßstab geworden.


    "Sie war die Marlene Dietrich der Klassik: preussisch, diszipliniert, unnahbar, geheimnisvoll": Diese Bemerkung fällt auch und liegt natürlich in einem sehr wesentlichen, in diesem Zusammenhang nicht genannten Punkt voll daneben. Während sich die Dietrich den Verlockungen Hitlerdeutschlands bis hin zum Widerstand entzog, blieb die Schwarzkopf und traf sogar der NSDAP bei. Das macht sie als Künstlerin nicht kleiner. Derartige Vergleiche sind aber immer problematisch und können - wie sich zeigt - nicht durchgehalten werden. Dieser Vergleich ist auch gar nicht nötig. Nur weil es Fotos gibt, die die Schwarzkopf in eine gewisse Ähnlichkeit mit der älteren Dietrich bringen, taugt die nicht für einen Vergleich. Und überhaupt wird auch die umstrittene Vergangenheit von Elisabeth Schwarzkopf in dem ARTE-Film sehr gründlich, sachlich und angemessen behandelt.


    Empfehlende Grüße von Rheingold

    Es grüßt Rheingold (Rüdiger)


    Erda: "Alles, was ist, endet."

  • Hallo, Rheingold1876,


    habe Dank, den Film hab ich verpaßt!


    Mit Aufnahmen, die keinem Vergleich stand halten meinst du wahrscheinlich vergleichslose Aufnahmen (die halten jedem Vergleich stand). Den Dietrich-Vergleich finde ich gar nicht so schlimm, er beruft sich ja auch weniger auf die Ikonisierung, sondern eher auf das Preußische in beiden. Man könnte auch das Exil-Schicksal beider Künstlerlaufbahnen in Anschlag bringen - ich weiß es nicht ganz genau, hege aber irgendwie den Verdacht, daß die Schwarzkopf als prototypischer Fräulein-Export nach England in ihrer deutschen Heimat nicht mehr recht heimisch geworden ist, nach dem Krieg (geboren ist sie ja in Polen). Beide Damen besaßen eine Art von Exotik, die erst in der fremden Umgebung recht zur Geltung kam (ein komplexer Chamäleon-Effekt der Assimilation). Bei "deutsch" denkt man an Grümmer, nicht an die Schwarzkopf (und an die Horney, statt an die Dietrich).


    Ich kannte bislang nur das EMI-Portrait, wo es beziehungsreich und mit Kriegsbildern illustriert heißt: Ein Sänger hat nicht beliebig Zeit, er muß zu seiner Zeit, so lange er es noch kann, singen (ich zitiere sinngemäß).


    Ich habe, weder nach diesem Portrait noch nach der Lektüre ihrer gemeinsam mit Legge verfaßten Memoiren, begriffen, warum sie Deutschland zuletzt so entschieden den Rücken gekehrt hat (gibt dein Film da Aufschlüsse?) - Nun, Joyce hat auch nach Triest ziehen müssen, um den Ulysses zu vollenden - vielleicht brauchte die Schwarzkopf ja den inneren und äußeren Abstand, um (von einem Briten angeleitet) die deutsche Vokalkünstlerin schlechthin zu werden. Sozusagen eine Emigration ins Innerste des Liedgsangs.


    Was die Ikonografie betrifft - ich fand bei utube unlängst einen Ausschnitt aus einem Interview mit Renée Fleming, deren Bekenntnis zur Schwarzkopf die Fähigkeit zur Abschattierung jeder Wortnuance nennt. Illustriert wurde das ausgerechnet durch jenes Konzert in der Hollywood Bowl, wo die Schwarzkopf, von Boskowsky begleitet, das Vilja-Lied singt. Wie sonst vielleicht bloß noch ein fürs TV gefilmtes "Porgi amor" zeugt dieses Konzert von einer Lust, mit der Kamera zu kokettieren, die ihresgleichen sucht.


    Daß Elisabeth Schwarzkopf ihre vollendete Kunst an einem Operettenschlager beweist, zugleich mit der Inbrunst, Hingabe und Verlockung ihrer Mimik, hat mich sehr berührt. So etwas gibt es von Fischer-Dieskau nicht. - Im EMI-Film sind es auch diese Aufnahmen mit Boskowsky, die eine etwas gereiftere Schwarzkopf in Erinnerungen schwelgen lassen, so gelöst und sympathisch, daß man fühlt, hier gibt die Preußin mal eine ganz intime menschliche wienerische Seite preis. Sehr sehr liebenswert.


    Und beide Damen haben am Ende ihres Lebens ein Bilderverbot ausgeprochen, um in der Erinnerung als jene Sirenen fortzuleben, die sie im Grund immer schon waren - schön, rätselhaft und a bissl fatal.


    :hello:

    Zerging in Dunst das heilge römsche Reich


    - uns bliebe gleich die heilge deutsche Kunst!