Dvorak, Antonin: Streichquartett Nr 12 op 96 "Amerikanisches"

  • Liebe Musikfreunde,


    Ich stelle hier mal ganz kühn die Behauptung auf, daß dieses Werk auch Leute begeistern kann, die ansonst nicht gerade Freunde der Kammermusik sind. Belegen kann ich das allerdings nicht, das muß jeder für sich ausprobieren. Mir hat jedenfalls dieses Werk die Kammermusik sehr nahe gebracht. Selten findet man Schmelz und Schwung so nahe beieinander, zudem sind die Themen sehr eingängig und volkstümlich.


    Dvorak schrieb dieses Quartet in nur 2 Wochen und am 1. Januar 1894 wurde es in Boston uraufgeführt.


    Es zählt zu den beliebtesten Kammermusikwerken überhaupt.


    Persönlich besitze ich derzeit zwei Einspielungen, und ich muß sagen ich bin recht zufrieden (welche das sind, wird im Laufe des Threads verraten). Aber ich hörte einmal eine Interpretation auf einem Sampler
    (Travnicek-Quartett ?, ich bin nicht sicher) die noch suggestuiver klang, als eine mir damals vorliegende Einspielung.


    Also heraus mit Euern Empfehlungen !


    Gruß aus Wien


    Alfred

    SPARE IN DER NOT - DA HAST DU ZEIT DAZU



  • Wie recht Du hast, Alfred...


    Dvoraks op. 96 war meine allererste zufriedenstellende Begegnung mit Kammermusik, nach einigen vorangegangenen und fehlgeschlagenen Versuchen. Ich habe mir vor langer langer Zeit für ein ganzes Schüler-Monats-Taschengeld eine Supraphon-Aufnahme mit dem "Prager Streichquartett" zugelegt, neben op. 96 ist noch op. 104 darauf. Lange Zeit war das meine einzige Erwerbung im Bereich Kammermusik und ich höre diese LP heute noch relativ oft.
    Erst durch diesen Thread ist mir aufgefallen, daß ich nur eine einzige Aufnahme auf CD besitze, und die von einem absoluten Wühltisch-Billig-Label :( .
    Das muß sich schnellstens ändern und drum warte ich gespannt auf Empfehlungen...

    Einer acht´s - der andere betracht´s - der dritte verlacht´s - was macht´s ?
    (Spruch über der Eingangstür des Rathauses zu Wernigerode)

  • In der Tat: das sog. "Amerikanische" scheint wirklich ein Kammermusik-Einsteiger zu sein. Ich habe das Stück 1987 das erste Mal live gehört (Schloss Schönbrunn in Wien, mit dem Takacz-Quartett) und war von Anfang an fasziniert. Kurze Zeit später erwarb ich eine CD, übrigens eine Supraphon-Aufnahme mit dem Prager Quartett. Lange Zeit meine einzige Kammermusik-Aufnahme. Vom op.96 habe ich noch eine Aufnahme vom Carmina-Quartett...


    Ähnlich interessant finde ich das etwa zeitgleich enstandene Quintett op.97...


    Aber wenn wir schon dabei sind: von den beiden Werken suche ich jetzt die ultimative Aufnahme, warte also, wie Reinhard, auf Empfehlungen...


    Gruss,


    Hendrik

  • Hallo


    wer eine wirklich gute und preisgünstige Alternative sucht, sei auf die Aufnahme mit dem Keller Quartett (Warner Classics, apex 4,99 €) hingewiesen. (Damals noch bei Erato unter Vertrag)


    (P.S. die Debussy / Ravel Quartette des KellerQ aus dieser Serie kann man auch empfehlen, wobei hier das ABQ Referenz ist)





    Wer die IMO ultimative Aufnahme sucht, sollte sich die mit dem Hagen Quartett (DGG) zulegen.



    ABQ, Emerson, Talich Q, Prager StreichQ und Carmina sind die Aufnahmen die ich noch kenne und die an diese Hagen Einspeilung nicht heran kommen !!!


    Grüße TW

  • Zitat

    Original von TobeyWilson
    wer eine wirklich gute und preisgünstige Alternative sucht, sei auf die Aufnahme mit dem Keller Quartett (Warner Classics, apex 4,99 €) hingewiesen. (Damals noch bei Erato unter Vertrag)


    Wer die IMO ultimative Aufnahme sucht, sollte sich die mit dem Hagen Quartett (DGG) zulegen.


    ABQ, Emerson, Talich Q, Prager StreichQ und Carmina sind die Aufnahmen die ich noch kenne und die an diese Hagen Einspeilung nicht heran kommen !!!


    Sehr schön. Aber es scheint, dass weder die Apex-Aufnahme noch die mit dem Hagen-Quartett in Deutschland (oder überhaupt noch) erhältlich ist...


    Gruss,


    Hendrik

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  • Hallo Alfred,


    die Aufnahme mit den Hagen ist sicherlich zu Recht empfohlen, aber nicht viel schlechter ist das Prager Streichquartett...



    ...und das Stamitz-Quartett (derzeit unglaublich günstig bei 2001 - aber nicht durch den Preis irritieren lassen: wirklich gute Aufnahme):



    Gruß
    Uwe

  • Real-Hemdrik schrieb:


    Zitat

    Sehr schön. Aber es scheint, dass weder die Apex-Aufnahme noch die mit dem Hagen-Quartett in Deutschland (oder überhaupt noch) erhältlich ist...


    Also die mit dem Hagen Quartett, erhältlich oder nicht, ich hab sie jedenfalls gestern gekauft....


    Verglichen wurde mit:


    Antonin Dvorak:Streichquartett in F-Dur op 96
    Vlach Quartett Prag
    naxos



    und mit


    Antonin Dvorak:Streichquartett in F-Dur op 96
    Talich Quartett
    Calliope (Serie Aproche)




    Zur Beurteilung, wenngleich ich die positive Beurteilung der Aufnahme mit dem Hagen-Quartett von TobeyWilson unterstütze, so sehe ich allerdings keine Veranlassung ihr einen "Ausnahmerang zuzuerkennen.
    Allzugut ist hier auch die Konkurrenz.


    Als Besonderheit der Aunahme läst sich allerdings die "jugendliche Attitüde Attitüde" der Ausführenden anführen. Sie spielen die entsprechenden Stellen "mit Attacke", ja übermütig.



    Das Taliich Quartett (nicht nach dem Dirigenten benannt, sondern seinem Neffen, der das Quartett mitbegründet hat) ist bekannt für seine Beethoven Darstellungen,besonders aber für Dvoraks "Amerikanisches Quartett" mit dessen Interpretation sie sich einen Namen machten
    Die Aufnahme ist verhaltener und weicher als jene des Hagen Quartetts, was dem Werk in den lyrischen Stellen zusätzliche melancholische Süsse verleiht.


    Ist im Budget-Bereich angesiedelt.




    Sehr gut schlägt sich auch die Naxos -Einspielung mit dem Vlach Quartett. Wenn ich mich richtig erinnerere waren auch die Kritiken durchwegs positiv. Auch in punkt Aufnahmetechnik gibt es nichts zu mäkeln. Waren einige der ersten Naxos Kammermusik-Aufnahmen in ( IMO: zu) halligen Räumen enstanden, spendierte Klaus Heymann dieser Einspielung ein Studio als Aufnahmeort, sehr zum Vorteil des Klanges...


    der Preis ist Naxos-Standard.


    Fazit, die drei Aufnahmen sind IMO gleichwertig, auf hohem Niveau.
    Alerdingd sind die Klangfarben der Instrumente der Ausführenden anders, ebenso wie die Temperamente der Spieler.



    Das Quartett ist IMO ein "Dauerbrenner"



    Viele Grüße aus Wien


    Alfred

    SPARE IN DER NOT - DA HAST DU ZEIT DAZU



  • @Alfred,


    nach dem ich mir gestern nochmals die Aufnahme des Talich Quartetts angehört habe kann ich mich Deiner Aussage nur anschließen.
    Eine tolle Aufnahme und Musiker, die es verstehen etwas aus dieser tollen Musik zu gestallten.


    Für den Preis ein Kauf! :stumm:

  • Hallo,
    ich habe mir das Werk vor kurzem - in Unkenntnis dieses Threads - gekauft, nach einigem Probehören (u.a. auch das Keller-, Stamitz- und Hagen-Quartett) habe ich mich ebenfalls für das Tallich-Quartett entschieden, und das nicht wegen des Preises!
    Die Beschreibung von Alfred trifft den Nagel auf den Kopf!

    Herzliche Grüße
    Uranus

  • Hallo!
    Für mich war es wahrlich kein Kammermusik-Einstiegswerk, kannte ich zum Zeitpunkt des Kennenlernens u.a. schon alle Beethoven-Quartette. Allerdings mochte auch ich das Werk auf Anhieb. :yes: Kennengelernt habe ich es durch die in den letzten beiträgen zurecht gepriesene Aufnahme mit dem Talich-Quartett.


    Zu der von Tobey Wilson angesprochenen Aufnahme mit dem Keller Quartett

    ist zu sagen:
    1.) Ich finde die Interpretation ebenfalls absolut hörenswert.
    2.) Sie ist derzeit bei Zweitausendeins erhältlich, und zwar im Sampler "Chamber Music" zusammen mit drei weiteren interessanten Kammermusik-CDs für unglaubliche 2,99 Euro. Zugreifen! :yes:


    Noch einige Informationen zum Werk selbst:
    Im Gegensatz zur neunten Symphonie entstand diese Komposition nicht in New York, sondern in ländlichem Umfeld, genauer gesagt in Spillville, Iowa. In diesem von vielen tschechischen Einwanderern bewohnten Ort verbrachte Dvorak 1893 seine Sommerferien.
    Neben den auch in anderen Kompositionen dieser Zeit vorkommenden Einflüssen amerikanischer Folklore (daher der Titel) äußert sich die ländliche Umgebung deutlich im dritten Satz. Das Scherzothema imitiert die Stimme dieses Vogels:
    140scatan557-1.jpg
    Es ist eine Scharlachtangare, ein in den USA recht populärer Vogel.


    Insgesamt ist dieses klanglich schöne, kurzweilige, beschwingte (im d-moll-lento auch mal nachdenkliche) Werk etwas für Kammermusik-Einsteiger, -Interessierte und -Experten.
    Viele Grüße,
    Pius.

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  • Hallo,


    ich darf mich auch Besitzer der Aufnahme des Talich Quartets nennen.
    Es war nicht mein Einstieg mit der Kammermusik und ich habe mich auch nicht sofort in das Werk verliebt, aber mittlerweile hausiert es bestimmt einmal in der Woche im Player!
    Ich glaube den richtigen Zugang bekam ich erst beim dritten Mal hören. Da machte es klick und seither gewinnt dieses Stück immer mehr mein Ohr! Warum ich diese 'Probleme' hatte (IMO keine wirklichen Probleme, nur ich empfand das Stück zu Beginn nicht unbedingt als DAS Werk - die Schönheit offenbarte sich mir eben nicht gleich - man muss eben auch einmal etwas wühlen und genauer hinhören - sich damit beschäftigen) weiß ich nicht.


    Mir macht es unglaublich Spaß, mich durch die Vielseitigkeit von Dvorák zu hören!
    Nachdem ich ein paar Werke im symphonischen Bereich lieben lernte, höre ich mich mittlerweile Schritt für Schritt durch seine Kammermusik :jubel:
    Und meine Liebe wächst und wächst :lips: Einfach herrlich...und es folgen noch so viiiiiiele Werke!!!


    Also, auch von mir die Empfehlung: bei dem Preis und der Leistung ZUSCHLAGEN!



    @Alfred
    Ja, das Vlach Quartet.
    Wenn ich mich jetzt nicht täusche, habe ich noch ein paar andere Einspielungen des Quartets bei Naxos von Dvorák Werken gesehen. War bis dato aber unschlüssig ob der Qualität. Danke für deine Meinung, die mir die Türe zu weiterer Kammermusik in ferner Zukunft aufgeschlossen hat!


    Gruß, Maik

    Wie ein Rubin auf einem Goldring leuchtet, so ziert die Musik das Festmahl.


    Sirach 32, 7

  • Ich habe mir heute eine neu erworbene Aufnahme mit dem Panocha-Quartett angehört. Mir gefällt dieses Quartett nach wie vor sehr gut, vor allem der 1. Satz mit seinen vielen Elementen aus der Volksmusik.
    Ich habe schon einmal eine andere Interpretation gehört, das ist aber so lange her, dass ich mich an Einzelheiten nicht mehr erinnere.


    Als zweites Werk ist auf dieser CD Streichquartett Nr. 1 e-moll (Aus meinem Leben) von Smetana. Das kenne ich noch gar nicht; bin mal gespannt.

    Anna-Beate

  • Hallo Anna-Beate!


    Ich denke, dass du mit dem Panocha Quartet eine fantastische Einspielung hast!
    Bei Dussmann konnte ich in die Supraphon Aufnahme (gekoppelt mit dem 11.Streichquartett op.61) reinhören und war so was von begeistert!!! Leider waren mir 20Euronen aber zu viel. Dennoch ein wundervolles Erleben, dass ich schnellst möglich abbrach, denn sonst hätte ich die CD wahrscheinlich doch nehmen müssen.


    Ich habe diese Aufnahme unglaublich lebendig und kraftvoll in Erinnerung. Da steckte so viel Freude und Elan drin, dass hat mich wirklich innerlich umgehauen.
    Ich stand einfach begeistert mit einem Lächeln im Gesicht da...Herrlich!



    Bin gespannt, ob dir auch Smetanas Quartett gefällt.(Hier ist ein Thread dazu.)



    LG Maik :hello:

    Wie ein Rubin auf einem Goldring leuchtet, so ziert die Musik das Festmahl.


    Sirach 32, 7

  • Hallo allerseits!


    Ich weiß noch nicht wie, aber es geschah halt. Irgendwie landete ich heute im Dussmannkeller und entdeckte einen längeren CD-Wunsch meinerseits. Ich hörte kurz rein und wusste, dass ich nicht drum herum komme, mir die CD jetzt sofort zu kaufen...


    Mehr brauch ich nicht sagen.
    Ich höre mir gerade das 12.Streichquartett Dvoráks an und mir gefällt es abslout sehr gut! Und deshalb gebe ich meinen ersten Eindruck gleich bekannt.


    Ach so, es handelt sich um die Aufnahme mit dem Emerson String Quartet.


    Das Spiel wirkt ungemein locker und flüssig. Kein Kleben und kein Gehacke (besonders nicht zu Beginn des 4.). Ganz doll flüssig fand ich hier den 3.Satz, der wie eine herrlich durchgezogene Linie war.
    Der Klang ist IMO super - gleich zu Beginn, wie man ins Konzert geführt wird. Da kribbelt es so richtig in mir...
    Im 2.Satz schwebst du nur dahin...so gefühlvoll wie dich hier die Violine dahinträgt.
    Das Finale ist dann zackig und frisch - ein toller Schlusspunkt, wodurch das Temprament des Spieles und des Werkes noch mal unterstrichen werden.



    Ich bin schon sehr auf das 2.Quartett Borodins und Tschaikowskys 1. gespannt...
    Dazu äußere ich mich dann aber später im 'Emerson' Thread.


    Ciao, Maik



    EDIT:


    Habe eben noch mal reingehört. Der Beginn des 4.Satz ist so was von toll :jubel: Genial :jubel:
    Nur als Ergänzung :hello:

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    Sirach 32, 7

  • Für mich ist die schönste Aufnahme von diesem herrlichen, musikantischen Werk, die Einspielung mit dem Hollywood- String Quartett, eine wunderbare, durchsichtige Interpretation aus den 50er Jahren. Das Quartett besteht aus Musikern des Filmorchesters von Hollywood (Felix Slatkin u. Paul Shure, Violine- Paul Robyn, Viola- Eleanor Aller, Cello). Auf der CD ist auch das 1.Streiquartett von Smetana und das 2. Streichqurtett von Kodaly, beides ebenfalls maßstäbliche Einspielungen.


    :hello:Herbert.

    Tutto nel mondo è burla.

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  • Guten Tag,
    nachdem ich nun schon einge Tage registriert bin,möchte ich mich auch einmal zu Wort melden.Dazu bietet das "Amerikanische" Streichquartett von Dvorak einen guten Aufhänger.
    Die - für mich - ideale Interpretation stammt von dem legendären Janacek Quartett aus Brünn,das ich in den 60-iger Jahren noch live im Münchner Herkules-Saal erleben durfte.Eine beliebte Zugabe war immer der letzte Satz Vivace ma non troppo aus diesem Werk - wie immer vom Janacek Quartett auswendig vorgetragen.
    Zum Glück sind eine Reihe von Aufnahmen dieses Ausnahme-Ensembles noch auf CD erhältlich - so auch dieses F-Dur-Quartett op.96.
    Dankenswerter Weise öffnet die DGG hin und wieder ihr Archiv - so ist u.a.in der Reihe Original Masters eine Kasette mit 7 CDs noch auf dem Markt.
    Das "Travnicek-Quartett",das Herr Schmidt erwähnt, ist wohl mit dem Janacek Quartett identisch - der leider viel zu früh verstorbene Primarius war Jiri Travnicek.
    Die erwähnte Kasette enthält noch einige weitere Juwelen:
    Das "falsche" Haydn-Quartett F-Dur op.3/5 "Serenade" (wahrscheinlich von Romanus Hofstetter komponiert) und das Mendelssohn-Oktett op. 20 (zusammen mit dem Smetana Quartett) - diese beiden Einspielungen und das oben genannte Dvorak-Quartett halte ich für die Reverenzaufnahmen, die trotz starker Konkurrenz nie wieder erreicht wurden.
    Es bleibt zu hoffen,daß noch weitere Schätze aus den Archiven gehoben werden - so schlummert sicherlich noch ein enormer Schatz , z.B. auch Aufnahmen von Martinu-Streichquartetten , bei Supraphon.
    Bei dieser Gelegenheit möchte ich auch erwähnen,daß im Archiv der DGG unverständlicher Weise herrliche Aufnahmen vom Koeckert-Quartett (u.a.sämtliche Beethoven-Quartette,das Bruckner-Quintett und einiges mehr) verstauben.
    Viele Grüße
    Santoliquido

    M.B.


  • Würde ich so stark zwar nicht unbedingt formulieren, aber die Box halte ich insgesamt auch für sehr empfehlenswert, nicht zuletzt wegen der nicht ganz so bekannten Dvorak-Werke, die außerdem enthalten sind. Teils stereo, teils mono, aber sehr guter Klang. (Ein Grund für das lange Schlummern in den Archiven könnte sein, daß die meisten dieser Aufnahmen nur wenige Jahre vor der Stereozeit entstanden waren und im Bewußtsein vieler schnell durch Stereoaufnahmen "ersetzt" wurden.)



    :hello:


    JR

    Struck by the sounds before the sun,
    I knew the night had gone.
    The morning breeze like a bugle blew
    Against the drums of dawn.
    (Bob Dylan)

  • Pavel-Haas-Quartett (beide Supraphon)

    Da es so schön passt - auch wenn es sich hier um eine herausgegriffene Einzelaufnahme handelt - , sei an dieser Stelle gleich darauf hingewiesen, dass die Aufnahme des Pavel Haas Quartetts vom 12. und 13. Quartett in diesem Jahr von Gramophone für würdig befunden wurde, Recording of the Year zu sein - eine schöne Würdigung, wie ich finde, nicht nur dieses Streichquartetts und dieser beiden Quartette, sondern auch des kammermusikalischen und insbesondere des umfangreichen Streichquartett-Schaffens von Dvorak.


  • Vor kurzem hat cpo eine neue Aufnahme sämtlicher Streichquartette mit dem Vogler Quartett gestartet.
    Felix Meritis hat mich um meine Meinung zu dieser Aufnahme gefragt. Ich tue mich hier einigermaßen schwer, habe das Streichquartett Nr 12 ("American") im Vergleich mit meinen "Referenzaufnahmen" im Vergleich gehört - unter besonderer Berücksichtigung des Finalsatzes. Das Werk scheint indes fast unzerstörbar. Fast jede Aufnahme stellt einen zufrieden.
    Ich habe bei der Neuaufnahme "Läuse" gesucht und keine gefunden. Desgleichen habe ich mit gleichen Erfolg "herausragendes" gesucht. Kein Wunder, denn auch die Konkurrenz spielt auf hohem Niveau. Vielleicht stimmt jedoch meine Beobachtung, daß der Klang des Quartetts etwas weniger "harzig" und eine Spur weniger "melancholisch" ist als der meiner Referenzen, das wäre das Talich-Quartett und das Vlach-Quartett, Prag (siehe Beitrag Nr 7 in diesem Thread). Dies ist ein rein subjektiver Eindruck, der von Wertungen frei ist. Ich habe den Vergleich erst angestellt um diesen Beitrag zu schreiben. Wenn man die Aufnahme für sich alleine hört, so ist sie vorzüglich.


    mit freundlichen Grüßen aus Wien
    Alfred

    SPARE IN DER NOT - DA HAST DU ZEIT DAZU



  • Vor kurzem hat cpo eine neue Aufnahme sämtlicher Streichquartette mit dem Vogler Quartett gestartet.
    Felix Meritis hat mich um meine Meinung zu dieser Aufnahme gefragt. Ich tue mich hier einigermaßen schwer, habe das Streichquartett Nr 12 ("American") im Vergleich mit meinen "Referenzaufnahmen" im Vergleich gehört - unter besonderer Berücksichtigung des Finalsatzes. Das Werk scheint indes fast unzerstörbar. Fast jede Aufnahme stellt einen zufrieden.
    Ich habe bei der Neuaufnahme "Läuse" gesucht und keine gefunden.Desgleichen habe ich mit gleichen Erfolg "herausragendes" gesucht. Kein Wunder, den auch die Konkurrenz spielt auf hohem Niveau. Vielleicht stimmt jedoch meine Beobachtung, daß der Klang des Quartetts etwas weniger "harzig" und eine Spur weniger "melancholisch"ist als der meiner Referenzen, das wäre das Talich-Quartett und das Vlach-Quartett,Prag (siehe Beitrag Nr 7 in diesem Thread) Dies ist ein rein subjektiver Eindruck, der von Wertungen frei ist. Ich habe den Vergleich erst angestellt um diesen Beitrag zu schreiben. Wenn man Die Aufnahme für sich alleine hört, so ist sie vorzüglich.


    mit freundlichen Grüßen aus Wien
    Alfred


    Lieber Alfred!


    Danke für Deine Mühe! Deine geschilderten Eindrücke decken sich mit den meinen, die ich durch das Anhören der jpc-Schnipsel erhielt. Obwohl Dvoráks Op. 96 eines meiner Lieblingsquartette ist, habe ich seltsamerweise nur zwei Aufnahmen, nämlich die des Vlach Quartetts (Naxos) und die des Emerson Quartetts. Beide sind sehr gut und mit viel romantischem Schmelz gespielt. Möglicherweise ist also die etwas trockenere Version der Voglers eine gute Ergänzung für mich.

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  • Hallo,


    hat jemand schon diese CD gehört?



    Die Bewertung im FonoForum hat mich ja sehr neugierig gemacht. Wie ist dieses Streichquartett denn im Vergleich zu Hagen SQ, Pavel-Haas SQ oder Jerusalem-SQ?
    Diese Aufnahmen sind für mich Referenz. Und zwar immer die gerade eben gehörte.


    LG,
    Thomas

    "Lassen Sie sich ruhig fallen, bei Bruckner fallen Sie immer nach oben"
    Günter Wand

  • Ich konnte nicht warten und habe mir die CD gekauft.


    Beim Hören des ersten Satzes wollte ich meinen Ohren nicht trauen. Das soll ein guter Klang sein? Das hörte sich für mich sehr "verschwommen" - ich weiss nicht recht, wie ich das ausdrücken soll - an.
    Auch ein zweites Hören hat nicht viel geholfen. Gestern morgen habe ich dann im Auto die Aufnahme des Jerusalem Quartetts gehört und war völlig begeistert. Was für ein wunderbarer Klang. Selbst im Auto hört man jede Nuance heraus.
    Abends habe ich dann das TSQ nochmals in Ruhe gehört und kann nur sagen: "Ich bin enttäuscht". So hört sich kein Streichquartett an. Anschliessend habe ich nochmal die CD vom Pavel-Haas Quartett eingelegt und die Welt war wieder in Ordnung.


    Ich frage mich, was mit dieser Aufnahme los ist (oder mit mir) und wie so etwas in der FonoForum so hoch gelobt werden kann?


    Ratlose Grüsse,
    Thomas

    "Lassen Sie sich ruhig fallen, bei Bruckner fallen Sie immer nach oben"
    Günter Wand

  • Ich habe via Tonschnippsel in die von yagura beanstandete Aufnahme hineingehört - und konnte keinen Makel feststellen.
    Ich besitze Aufnahmen des TSQ erst seit relativ kurzer Zeit, bin also kein "Kenner" dieses Ensembles. Dennoch ist mi schon bei den Beethoven Streichquartetten ein gewisser harmonischer, tendenziell eher weicher Klang aufgefallen, der sich von dem deutscher Einspielungen abhebt, ein ganz zarter Weichzeichner, der Überakzentuierung, wie sie heutzutage oft propagiert und bejubelt wird, konsequent vermeidet, eher introvertierrt als extrovertiert - aber alles auf höchstem Niveau. Das mag man schätzen oder auch nicht.
    Ich finde, es passt zu Dvorak besser als zu Beethoven. Es ist in gewisser Hinsicht also eine Geschmacksfrage - oder - anders formuliert - eine Frage der Erwartungshaltung


    Die Aufnahme mit dem Jerusalem Quartett - ich nehme an, es handelt sich um die hier abgebildete - verfolgt einen völlig anderen Interpretationsansatz: Ich würde ihn mit extrovertiert, forsch, quirlig oder aber auch nervös vibrierend umschreiben.
    Die Aufnahmetechnik passt sich diesem Stil an und legt mit ihrer analytischen und räumlichen Technik jede Einzelheit frei.....


    Zwei Welten liegen zwischen diesen beiden Aufnahmen


    mit freundlichen Grüßen
    Alfred Schmidt
    Tamino Klassikforum

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  • Wem das amerikanische Quartett von Anton Dvorak gefällt, der sollte sich unbedingt mal die Streichquartette von George Chadwick anhören.
    George Whitefield Chadwick (1854-1931) war ein amerikanischer Komponist, der auch einige Jahre in Deutschland studiert hat (Leipzig und München), aber ab 1880 in Neuengland lebte und wirkte. Sein 4. Streichquartett entstand 1896 (also 3 Jahre nach dem Dvorak Quartett) und sollte jedem Dvorak-Verehrer gefallen. Ähnlich wie Dvorak benutzt Chadwick eingängige Melodien der amerikanischen Volksmusik und kommt zu ähnlichen Ergebnissen wie der tschechische Meister.
    Das Portland String Quartet spielt engagiert, gehört aber hörbar nicht in die Premium League der Streichquartette.




  • Hier ist eine der IMO idiomatisch überzeugendsten Aufnahmen des "Amerikanischen Quartetts" enthalten.
    Links die BRILLIANT BOX mit allen Streichquartetten von Dvorak auf 10CDs. Der Wermutstropfen, ALLE Quartette auf einmal kaufen zu müssen, wenn man nur eine haben will wird dadurch versüßt, dass die gesamte Box um 12,90 Euro zu haben ist.!!!
    (1987-1993 DDD)


    Bedauerlicherweise kann man hier nicht in die Samples hineinhören. Macht nix, denn die rechts abgebildete Box enthält die gleichen Aufnahmen - und hier sind die Tonbeispiele abrufbar. Zusätzlich enthält diese 15 CDs umfassende Box auch Janaceks Streichquartette Nr. 1 & 2, Martinus Streichquartette Nr. 1-7, sowi das Duo Nr. 1 für Violine & Viola, ebenso wie Bedrich Smetana Streichquartette Nr. 1 & 2 - Gesamtpreis 29.99 Euro. Einige Aufnahmen sind ADD.


    mit freundlichen GRüßen aus Wien
    Alfred

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  • Ein knappes Jahr Nach dem letzten Beitrag kam die im vorigen Beitrag gezeigte Brilliant Box in anderer Aufmachung auf den Markt - und hier sind nun die Soundsamples auf jpc vorhanden, was eine eventuelle Kaufentscheidung erleichtern mag:

    Der Preis ist übrigens inzwischen weiter gesenkt worden. Die 10 CD Box kostet aktuell derzeit 19.99€ - durchaus angemessen wenn man das Alfred der Aufnahmen mit einbezieht: Zwar schon Voll-DDD in tadelloser Aufnahmetechnik stammen sie dennoch schon aus den Jahren 1997-1993.


    mfg aus Wien

    Alfred


    clck 19.000

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