Ludwig van Beethoven - Klavierkonzert Nr 1 in C-dur op 15

  • Es ist ein DECCA 4 CD Box der Serie "granCONCERTO"

    Lieber Alfred,


    vermutlich meinst Du diese Box:


    Die gibt es gebraucht, sehr gut bei Medimops für relativ kleines Geld. Oder, wer den ganzen "Beethoven-Backhaus", allerdings ohne jede Textbeilage bevorzugt, dem sei zu dieser Membran-Ausgabe geraten:


    Auch die gibt es noch auf dem Gebrauchtmarkt. Ich besitze die DECCA-Box, es handelt sich bei den Konzerten sämtlich um STEREO-Produktionen aus den Jahren 1958/59, aufgenommen in den legendären Sofiensälen in Wien. Die Aufnahmen wurden lange Zeit als Referenz gehandelt, Kempffs neue Stereo-Aufnahmen bei der DGG erschienen Anfang der 1960er Jahre, mit Ferdinand Leitner am Pult und den Berliner Philharmonikern. Backhaus spielt Beethovens Original-Kadenzen (mit Ausnahme bei Nr. 3, da fügt er im Kopfsatz die Kadenz von Carl Reinecke ein).


    LG nach Wien

    Nemorino

    Die Welt ist ein ungeheurer Friedhof gestorbener Träume (Robert Schumann).

  • Ich besitze die erstere Box, original von DECCA, mit exakt demselben inhalt. die Klavierkonzerte sind Stereo, wenngelich nicht als solche deklariert - aber gut als solche erkennbar. Die Diabelli Variatienen (von 1955) sind mono. Hier worde weder Aufnahmeort noch-Datum erwähnt. Die Veröffentlichung trägt den Sereinusatz "granCONCERTO" und die Box stammt von 2011: Universal Music Italia arl.

    Wie dem auch sei: ein MUSS in jeder Sammlung


    mfg aus Wien

    Alfred

    SPARE IN DER NOT - DA HAST DU ZEIT DAZU



  • Wilhelm Backhaus, Wilhelm Kempff und Walter Gieseking waren die unumstrittenen Klaviergiganten in der Kriegs- und Nachkriegszeit im deutschen Sprach- und Kulturraum.

    Wilhelm Backhaus hatte die Beethoven-Konzerte Nr. 2 bis 5 bereits in den frühen 50er Jahren für die LP aufgenommen, die Konzerte Nr. 2, 4 & 5 mit Clemens Krauss, Nr. 3 mit Karl Böhm, auf DECCA-Platten, in Mono. 1958/59 folgte dann die GA mit Schmidt-Isserstedt in STEREO.

    Wilhelm Kempff spielte die 5 Konzerte 1952/53 mit dem Dirigenten Paul van Kempen für die DGG ein, es gibt viele Musikfreunde, die diese Mono-Versionen der späteren STEREO-GA mit Ferdinand Leitner vorziehen. In beiden Fällen spielt Kempff eigene Kadenzen, die handwerklich ganz gut geraten sind, aber (mich) wenig überzeugen.

    Walter Gieseking schließlich hat die Konzerte Nr. 4 & 5 im Sommer 1951 mit Herbert von Karajan für EMI/Columbia aufgenommen und das Konzert Nr. 1 mit Rafael Kubelik 1948 ebenfalls für EMI/Columbia. Der Name des Dirigenten wurde aus vertraglichen Gründen während der gesamten LP-Zeit unterdrückt und wurde erstmals auf einer CD-Ausgabe von 2004 öffentlich gemacht.

    Gieseking war mit den Aufnahmen unter Karajan nicht zufrieden und nahm 1955 die Konzerte Nr. 4 & 5 nochmals auf, diesmal unter Alceo Galliera, in STEREO. Diese Aufnahmen sind deutlich besser gelungen und rechtfertigen die Neueinspielung.


    Doch nun zurück zum Klavierkonzert Nr. 1. Meine Lieblingsaufnahmen sind trotz erdrückender Konkurrenz bis heute diese geblieben:

      

    Svjatoslav Richter (Klavier) mit dem Boston Symphony Orchestra, Dirigent: Charles Münch. Die Studio-Produktion entstand während des ersten USA-Besuchs des russischen Meisterpianisten im November 1960.

    Meine zweite Lieblingsaufnahme ist diese:


    Beethoven: Piano Concerto No.1 / Triple Concerto by Anne-Sophie Mutter

    Christoph Eschenbach und die Berliner Philharmoniker, Dirigent: Herbert von Karajan (Aufnahme: 12/1966).

    Eine ungewöhnliche Interpretation, das frühe Konzert eher aus der Sicht des späten Beethoven, mit majestätischen Tempi, der zweite Satz nimmt nicht weniger als 14 Minuten in Anspruch. Trotzdem verstehen es Solist und Dirigent, die Spannung durchgehend aufrechtzuerhalten. Eine wunderbar klingende, auch tontechnisch großartige Aufnahme. Ich habe sie schon früher lobend erwähnt.


    LG Nemorino

    Die Welt ist ein ungeheurer Friedhof gestorbener Träume (Robert Schumann).

  • Zunächst ein herzliches Willkommen im Tamino-Forum. Ganz kurz: Gibt es wirklich eine Aufnahme des ersten Beethoven-Konzerts mit Pollini und Karl Böhm?

    Sorry für die späte Antwort, war zuletzt viel unterwegs, und danke für den Willkommensgruß.

    Da bin ich mir auch nicht sicher, aber ich habe ein Konzert in den späten 70ern mit den beiden und dem 1. Beethoven KK erlebt und das gemeint.





  • Für BEETHOVEN's Klavierkonzert Nr. 1 gibt es zwei Aufnahmen, die ich ganz besonders schätze: Es ist dies die Einspielung durch den leider fast vergessenen FRIEDRICH WÜHRER und durch WILHELM BACKHAUS . Die WÜHRER-Aufnahme mit dem PRO MUSICA-SYMPHONIE-ORCHESTER WIEN unter HANS SWAROWSKY ist 1952 bei Orbis/Vox erschienen, leider noch in mono, aber torzdem in erstklassiger Klangqualität, die Aufnahme mit BACKHAUS und den WIENER PHILHARMONIKERN unter HNAS SCHMIDT-ISSERSTEDT bei Decca. FRIEDRICH WÜHRER galt vor allem auch als großartiger SCHUBERT-Interpret. Sein Spiel ist klar und kraftvoll, aber frei von jeglichem Pathos. Wie schon bei seinen SCHUBERT-Einspielungen besticht er durch sein großes musikalisches Stilgefühl. Seine Technik ist brillant, aber nie auf Effekt zielend. Sein Spiel vermittelt Größe und Tiefgang. Obwohl sein Spiel etwas mehr Emotion zeigt als das von BACKHAUS, vermied er jedoch stets heroische Töne. Den ersten Satz Allegro con brio nimmt er deutlich langsamer als BACKHAUS, im Largo und Rondo Allegro sind beide jedoch fast identisch. Die Aufnahme mit WILHELM BACKHAUS - für mich immer ein Garant für den richtigen Ton für alle BETTHOVEN-Werke - besonders überzeugend auch seine Einspielung seines 2. Klavierkonzertes , fesselt mit seiner Aufnahme nicht weniger als die des ersten.Sein Spiel vermittelt ästhetische Sachlichkeit auch dieses frühen Beethoven-Werkes, die sich wohltuend unterscheidet von einer oft zu romantisierenden Darstellung einiger seiner berühmten Pianistenkollegen und Kolleginnen.


    Es gibt noch eine weitere zumindest sehr interessante Aufnahme des 1. Klavierkonzertes - sicher aber keine Referenz-Aufname - durch den BACH-Speziaisten GLENN GOULD und dem COLUMBIA SYMPHONY ORCHESTERA unter VLADIMIR GOLSCHMANN. Ewartungsgemäß besticht GLEN GOULD auch hier durch seine fabelhaften Klavierläufe, während seine pointierte Spielweise durchaus etwas gewöhnungsbedürftig ist. Sein vornehmlich klassisch-sachliches Spiel nimmt durchaus für sich ein. Extrem schwierig und abschweifend die von ihm gespielten Kadenzen. Erwartungemäß sind die von ihm gewählten Tempi schneller als die von BACKHAUS und WÜHRER.


    wok

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