Der große Konkurrent - Hermann Prey

  • Es ist ja eine "Wiener" Fledermaus. Es haben sich lediglich einige Gastarbeiter hineinverirrt. :D


    :hello:

    Ciao


    Von Herzen - Möge es wieder - Zu Herzen gehn!


  • Hallo Siegfried,
    eine gemeinsame Produktion: Prey/Wunderlich im Don Giovanni gab es
    schon 1959 im Kölner Opernhaus,in deutscher Sprache.
    Der Dirigent war Wolfgang Sawallisch,Bühnenbild, Caspar Neher,
    Regie,Oscar Fritz Schuh.


    Gruß Herbert.

    Tutto nel mondo è burla.

  • Sehr bezeichnend, dass der Thread über Hermann Prey zu einem Vergleichthread wurde. Gut, er war ja durch den Titel auch schon so angelegt. Schade, finde ich.
    Prey kann man gut finden, ohne ihn mit irgendwem zu vergleichen. Preys Faktotum (70er Jahre, unter Abbado) ist für mich hinreissend, weil mitreissend, schwungvoll, gespielt, liebevoll, exakt, stimmlich sehr lebendig und abwechslungsreich.
    Und Prey als Liedsänger: :jubel: :jubel: :jubel: :jubel: :jubel:
    Ich habe eine CD mit Loewe-Lieder, das sind lauter kleine Dramen, Romane oder "Opern". Und seine Interpretation von Mozartliedern. Und die Winterreise. Und...


    Merkt man, dass ich Prey-infiziert bin? :angel: :pfeif:


    Ich mag seine Stimme, die mich berührt und mir unglaublich nahe geht. Prey ist jemand, den ich unglaublich gerne kennengelernt hätte und bei dem ich mich in den A... beissen könnte, dass ich so "spät" geboren wurde. Würde er noch leben, könnte vermutlich an meinem Fall ein Exempel bezüglich Stalking statuiert werden. :stumm: :D :pfeif:

  • Zitat

    Original von die winterreisende
    Und Prey als Liedsänger: :jubel: :jubel: :jubel: :jubel: :jubel:
    Ich habe eine CD mit Loewe-Lieder, das sind lauter kleine Dramen, Romane oder "Opern". Und seine Interpretation von Mozartliedern. Und die Winterreise. Und...


    Hallo Winterreisende,


    Ich habe von Prey Mozartlieder (DGG?). Und da gefällt er mir nicht. Sein Timbre ist m.E. nicht dafür erste Wahl.
    Seine Winterreise finde ich ganz gut, aber andere Schubertlieder von ihm gefällen mir viel weniger.


    LG, Paul

  • Hallo Paul,


    Hermann Prey ist einer der besten Interpreten von


    Loewes Balladen und Liedern .


    Nur Wolfgang Anheisser ist mindestens genau so gut,


    wenn nicht sogar besser.Aber die Aufnahmen von ihm


    sind zur Zeit leider nicht zu bekommen.Schade. :(


    :hello:Herbert.

    Tutto nel mondo è burla.

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  • Zitat

    Nur Wolfgang Anheisser ist mindestens genau so gut, wenn nicht sogar besser. Aber die Aufnahmen von ihm sind zur Zeit leider nicht zu bekommen.Schade.


    Tut mir Leid für dich. Aber als Trostpflaster kann ich Josef Greindl anbieten. Es gibt von ihm bei Preiser eine ganz vorzügliche Loewe-CD, die ihn als Loewe-Interpreten der ersten Kategorie ausweist.


    :hello:

    Ciao


    Von Herzen - Möge es wieder - Zu Herzen gehn!


  • Zitat

    Original von Herbert Henn
    Nur Wolfgang Anheisser ist mindestens genau so gut,


    wenn nicht sogar besser.Aber die Aufnahmen von ihm


    sind zur Zeit leider nicht zu bekommen.Schade.


    Danke Herbert für den Tip. Denn Anheisser habe ich sehr bewundert. Schade, daß ihm damals diesen Unfall passierte. ;(


    LG, Paul

  • Hallo Theophilus,


    die Aufnahmen von J.Greindl habe ich auch,und ich


    finde sie auch sehr gut.Es gibt auch noch die historischen


    Aufnahmen mit dem Bariton Arno Schellenberg.Ich denke,


    daß Bariton die beste Stimmlage für Loewe ist,weil


    dann meistens in der Original-Tonart gesungen wird.


    :hello:Herbert.

    Tutto nel mondo è burla.

  • Hallo!
    aus aktuellem Anlaß sei dieser Thread hervorgeholt und darauf hingewiesen, daß ab kommendem Montag in der Bayerischen Akademie der Schönen Künste in München eine Prey-Ausstellung gezeigt wird, die von seinem Sohn und einer Musikwissenschaftlerin gestaltet wurde. Am Montag um 19 Uhr gibt es dazu eine Eröffnungsveranstaltung, die auch Bild- und Tondokumente Preys enthält.

  • Leider bin ich nicht in der glücklichen Lage, einen der beiden großen Sänger jemals direkt auf der Opernbühne oder in einem Liederabend erleben zu dürfen.
    Für mich stellt sich die Frage "Dieskau oder Prey" nicht - jeder von ihnen hat mit seinen Aufnahmen der Winterreise (um nur ein Beispiel zu nennen) eigene, einzigartige Kunstwerke geschaffen.
    Auch verschiedene Aufnahmen ein und desselben Künstlers sind für sich eigenständige Werke, wie es nur bei Sängern möglich ist, die sowohl verinnerlicht als auch intelligent sind.
    Eine große Gemeinsamkeit besteht zwischen beiden Künstlern: Sie haben, was sie gesungen haben, entsprechend ihres Stimmaterials gesungen und dieses zu größtmöglicher Wiirkung gebracht.
    Eine Winterreise von Fischer-Diskau kann man nicht mit einer Winterreise von Prey vergleichen - es sind Liederzyklen, in denen mindestens soviel vom jeweiligen Sänger wie von Schubert selbst eingebracht worden ist - im Wortsinn verschiedene Liederzyklen.
    Ich bin dankbar für jede Aufnahme, die ich von diesen beiden großen Kpnstlern besitzen darf.

    Die Apfelsinen, lieb Mütterlein,
    Sind gut, und mit wahrem Vergnügen
    Verschlucke ich den süssen Saft,
    Und ich lasse die Schalen liegen.

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  • Zitat

    Original von Armin Diedrich
    Hallo!
    aus aktuellem Anlaß sei dieser Thread hervorgeholt und darauf hingewiesen, daß ab kommendem Montag in der Bayerischen Akademie der Schönen Künste in München eine Prey-Ausstellung gezeigt wird, die von seinem Sohn und einer Musikwissenschaftlerin gestaltet wurde. Am Montag um 19 Uhr gibt es dazu eine Eröffnungsveranstaltung, die auch Bild- und Tondokumente Preys enthält.


    Diese Ausstellung ist schon lange überfällig! Gerade München hat dem Sänger und Menschen Hermann Prey viel zu verdanken.

    Freundliche Grüße Siegfried

  • Für mich einer der größten Sänger aller Zeiten! Eine wunderschöne Stimme.


    Wenn ich mich zwischen Prey und Fischer-Dieskau entscheiden müßte, so wäre meine Wahl eindeutig: Hermann Prey. :jubel:

    »Das ist sehr groß, ganz toll! Man möchte sich fürchten, das Haus fiele ein.«

    – Goethe über den Kopfsatz der 5. Sinfonie von Beethoven

  • Liebe Taminos,


    ich bin bislang stets an Prey vorübergegangen und habe ihn nicht so recht beachtet. Neulich dann höre ich mich in mehrere CDs herein, um das einmal zu ändern.
    Ich kann nun verstehen, weshalb Kesting ihn in den "Berühmten Sängern" geradezu totschweigt! Eine derartig überforderte Stimme, intonationsunsicher und quasi andauernd am Limit ihres technischen Vermögens!


    Ich bin auch absoluter Fischer-Dieskau-Hasser, aber Prey als ernsthaften Konkurrenten zu verstehen, na ich weiß nicht! Da sollte man sich doch eher "rückwärts" orientieren und Baritone à la Schlusnus, Hüsch oder Schorr zu ihrem Recht kommen lassen.


    Nichts für ungut,



    Christian



  • Bist wohl ein armer Mensch ;(


    Entweder weißt du es nicht besser, dann bist du zu bedauern. Oder du willst nur provozieren, dann bedaure dich besser selber!

    Freundliche Grüße Siegfried

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  • Holla,


    da habe ich wohl eine heilige Kuh erwischt. Angesichts meiner - zugegeben noch nicht ausreichend spezifizierten - Einwände (hole ich nach, versprochen, Manne) gleich soviel Mitleid von unserem jungen Helden; da bin ich baff!


    Das muß ich erstmal verdauen, wundere mich aber wirklich über die unkritische Haltung zu Herrn Prey und seinen vokalen Möglichkeiten.


    Nur die Ruhe,


    Christian

  • Noch zum Nachtrag ein Zitat aus Kestings Nachruf:


    Die stilistischen Schwierigkeiten, die Prey mit Rollen von Mozart (Figaro oder Don Giovanni) oder Rossini (Figaro) hatte, bilden sich ab in oft erheblichen technischen Problemen. Seinem Anschlag fehlte, wegen der oft gaumigen oder nasalen Tonbildung, die Prägnanz und Attacke. Schnelle Parlando-Passagen oder eine quicke syllabische Deklamation überforderten seine Agilität. Gebundene Koloraturen, wie sie in den Duetten mit Almaviva oder Rosina zu singen sind, zwangen ihn zum Aspirieren, der verpönten "Lach-Koloratur".


    So ähnlich habe ich es auch empfunden, wenn ich auch noch gar nicht den umfassenden Überblick über Preys Rollen habe.


    LG,


    Christian

  • Ich habe selbst gesungen, und - soweit ich urteilsfähig bin - kann ein Beispiel von Dir (Rossinis Figaro) absolut nicht folgen. Die Mozartrollen von Prey habe ich nicht mehr in Erinnerung. Vage sehe ich wieder eine Fernsehsendung von ihm mit Schreier in Mozarts Cosi. Und da fand ich ihn sehr gut.
    Wo Du Herr Kesting zitierst, fast apodiktisch, als sei er Alpha und Omega, kann ich nur antworten "Ich habe meine Ohren und meinen Geschmack, und bin absolut nicht mit Kestings Meinung einverstanden".
    Wir haben aber auch BerufssängerInnen hier bei Tamino. Vielleicht denken sie anders. Ich glaube jedenfalls stellvertretend für Richard Logiewa zu antworten, daß er absolut eine andere Meinung hat. Er studiert beruflich Gesang und hat als Avatar sogar Hermann Prey.


    LG, Paul

  • Hallo Christian,


    es ist zwar richtig, was Du aus Kesting "die großen Sänger des 20. Jahrhunderts" zitierst und dass Kesting H.P. ansonsten nur marginal erwähnt. Jürgen Kesting, den ich sehr schätze, ist aber auch nur ein Mensch und kann als solcher irren. Seine Beurteilung muss keine dogmatische Bedeutung haben. Übrigens habe ich Fischer-Dieskau und Prey nie als Konkurrenten wahrgenommen. Für mich waren beide Ausnahmesänger, zwar im gleichen Fach, jedoch mit jeweils völlig anderer Ausstrahlung.


    LG


    Emotione

  • Liebe Leute,


    apodiktisch wollte ich nun wirklich nicht klingen, ich habe doch nur eine aus meiner Sicht fundierte Meinung zitiert. Daß andere Ansichten existieren, habe ich weder bestritten noch angegriffen. Mich verwundert aber die Schärfe, mit der hier auf abweichende Auffassungen reagiert wird.
    Kesting ist sicher nicht die einzig ausschlaggebende Autorität, ich habe ihn nur zitiert, weil sich sein Text ziemlich mit dem deckte, was ich zuerst von mir gegeben hatte.


    Chacun a son goût.


    LG,


    Christian

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  • Zitat

    Original von musicophil
    Ich habe selbst gesungen, und - soweit ich urteilsfähig bin - kann ein Beispiel von Dir (Rossinis Figaro) absolut nicht folgen.


    Lieber Paul,


    bezüglich des Figaros kann ich die Kritik schon nachvollziehen. Technisch gesehen wirkt Prey in der Arie, gemessen an höchsten Ansprüchen, eher hölzern. Ich vermisst die Agilität, die von den ganz großen Italienern in dieser Rolle vor Ihm erreicht wurde. Als Extrembeispiel vergleiche man nur mal, wie beispielsweise der stimmlich deutlich schwergewichtigere Titta Ruffo in dieser Arie dennoch mit seiner Virtuosität den Hörer staunen macht.
    Prey erreicht selbst diesen Level bei weitem nicht. Darüber hinaus lassen sich durchaus - nicht immer aber doch signifikant - Defizite vor allem hinsichtlich der Tonbildung feststellen, Prey sang mit einer doch sehr eigenwilligen Technik, die eine absolut freie, genau kontrollierte Tonemisson nicht erlaubte, und es fiele auch nicht schwer, stilistische Einwände gegen einige seiner Interpretationen ins Felde zu führen.


    Auf der anderen Seite haben wir einen Sänger, der nicht nur eine große Fangemeinde um sich versammeln konnte, sondern sich ,beispielsweise in der besagten Figaro-Rolle, sogar gegen die internationale Konkurrenz, selbst in Italien, durchsetzen konnte. Und ich kann, auch ohne übermäßig von Prey fasziniert zu sein, durchaus nachvollziehen, woran das liegt. Jenseits technischer Defizite verbinden sich nämlich bei diesem Künstler ein äußerst charakteristischer Stimmklang, und eine geradezu entwaffnende Natürlichkeit des Musizierens harmonisch zu einem sehr wirkungsvollen Ergebnis.


    Das Kesting jedoch auf diesem Ohr buchstäblich taub ist, mag nicht verwundern, wenn man Ihn genau studiert. Der so oft gescholtene Autor verwendet immerhin mehrere hundert Seiten darauf, sein Gesangsideal zu erläutern und dessen Legitimität aus der italienischen Gesangstradition herzuleiten. Und da kann Prey ob seiner künstlerischen Signatur nicht Punkten, sondern eigentlich nur verlieren. Nicht unerwähnt sollte aber bleiben, dass Kesting - ich habe Ihn grad nicht zur Hand, da ich unterwegs bin, deshalb kann ich nur allgemein reden - auch durchaus ein paar lobende Worte für einige seiner Aufnahmen fand.


    Wie auch immer: Für mich steht die Popularität dieses Sängers nicht im Einklang mit der Stellung, die er aus meiner Sicht in der Gesangshistorie einnimmt. Einer der größten Sänger aller Zeiten ist er für mich keinesfalls. Jedoch ist es nicht schwer, das "Besondere" an dem Sänger auszumachen, was zu seinem Erfolg geführt haben dürfte, wenn man mal außermusikalische Effekte vernachlässigt, die zu Preys Karriere, wie bei so vielen Sängern, schlicht dazugehören. Insofern also durchaus kein Künstler, den man ignorieren sollte.


    lg
    Sascha

  • Lieber Sascha,


    Ich kann Deine Meinung teils folgen. Aber...


    Öfter habe ich gesagt, das MCs Leistung für mich etwas roboterhaftes ist. Technik ist 200 %. Seele aber 0,0.
    Lieber höre ich eine beseelte, nicht makellose Interpretation als eine starre Automat.
    Und da hast Du wieder das, wo es meist endet: Geschmackssache.


    Ich rede nicht über das Problem für Sänger Schauspielen zu müßen. Das ist unglaublich schwer.
    Warum sind nur wenige Sänger berühmt wegen ihrer Darstellungskunst? Der von mir so bewunderte Flórez scheint ziemlich holprig auf der Bühne zu sein, wenn ich es gut verstanden habe.
    Der Prey war für die Bühne geboren.


    LG, Paul


    PS Kesting zählt für mich also nicht. Ich wollte sein Buch kaufen, aber werde das also nicht tun.

  • Zitat

    Original von musicophil


    PS Kesting zählt für mich also nicht. Ich wollte sein Buch kaufen, aber werde das also nicht tun.


    Lieber Paul,


    abgesehen davon, dass Kesting vergriffen und deshalb nicht einfach zu bekommen ist, solltest Du Dir - z.B. via Bibliothek - ein ausführliches Urteil nach dem Lesen bilden. Kesting ist - ich vereinfache jetzt - durchaus kein Verfechter unbeseelter Musik. Nicht umsonst ist er beispielsweise bei Ausnahmeerscheinungen wie der Callas oder Jon Vickers durchaus gewillt, Defizite des Gesangs bzw. das Abweichen von einem Ideal zu tolerieren. Sehr oft aber besteht hier eine unüberwindliche Hürde. Dennoch aus meiner Sicht eine klare Empfehlung zum Lesen. Es gibt international wenig und in deutscher Sprache schlicht nichts, was in Umfang und Tiefgang vergleichbar wäre.


    Und, wenn man denn bereit ist zu verstehen, dass ein Kritiker einen Maßstab haben muss, und dessen Legitimation wiederum schlicht die Existenzgrundlage des Kritikers darstellt, fällt es auch nicht schwer, ohne Emotionen zu von Kesting abweichenden Bewertungen zu kommen, ohne das Buch ins Feuer zu werfen, oder die eigene Kompetenz anzweifeln zu müssen.
    Dies aber nur als Exkurs. ;)


    Gruß
    Sascha

  • Zu Hermann Prey ist zu sagen:


    Entweder man mochte ihn - oder man mochte ihn nicht. Schon zu Lebzeiten wurden ihm Schwächen vorgeworfen. Aber er hatte was, das alle Kritiker, wenngleich nicht zum Verstummen brachte, so doch egalisierte.


    Dabei hat seine Stimme eine Wandlung durchgemacht, was man sehr schön an den einzelnen Aufnahmen seiner Schubertzyklen verfolgen kann, sie wurde nach und nach samtiger und dunkler.


    Dennoch war da etwas typisches, was all die Jahre überdauerte: Das unvergleichliche Prey-Timbre


    Ich oute mich als Anhänger dieses Sängers, möchte aber festhalten, daß zwischen einem Liveauftritt (er war nicht mehr ganz jung) und seinen Aufnahmen schon ein merklicher Unterschied bestand:


    Auf Tonträger war die Stimme lieblicher und fülliger in der Tiefe.



    Egal - wie auch immer
    er zählt zu meinen Lieblingssängern
    Damit bin ich vorgeprägt
    und leider nicht mehr sachlich unparteiisch


    mfg
    aus Wien
    Alfred

    SPARE IN DER NOT - DA HAST DU ZEIT DAZU



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  • Lieber Alfred,


    ausgerechnet bei Musik "objektiv" sein zu wollen wäre denn wohl auch eher kontraproduktiv.
    Aber ich möchte Dir noch in einem weiteren Punkt zustimmen: Preys Timbre ist tatsächlich (von der Naturstimme ausgehend) von hohem Reiz, natürlich und mit einer gewissen Kernigkeit.
    Ich habe eben nochmal ein Opern-Recital laufen lassen und muß wiederholen, welche immensen Probleme ich mit Preys Vortrag und den Defiziten seiner Technik habe. Ich kann Sascha nur zustimmen, daß einem mindestens fünf Interpreten für den Rossini-Figaro einfallen, bevor man an Prey denkt (Granforte, de Luca, Gobbi etc.). Trotz einiger nicht mehr kontrollierter Töne (gerade beim Wiedereinsetzen) ist diese Rolle neben Papageno und Guglielmo aber noch die am besten gestaltete auf der CD. Schlimm dann der Nozze-Almaviva: kaum je gut gesungen, aber hier den Schluß regelrecht an die Wand gefahren. Die mangelnde Beherrschung der Koloratur zeigt sich auch in der Wildschütz-Arie, die dauernden Aspirationen zeugen von der Überforderung. Man fragt sich, aus welchem Grund all das aufgenomen werden mußte; wäre Hermann Prey bei dem geblieben, was seiner Stimme erreichbar war, dann hätte ich wohl weniger Schwierigkeiten, ihn als Künstler anzuerkennen.
    Dann habe ich noch eine andere Scheibe eingelegt und begann mit dem Xerxes-Largo. Ich habe nach zwei Minuten abgebrochen. Diese gequetschte (Fischer sagt richtig: knapp am Knödeln vorbei) Stimmgebung und sein ewiges Aspirations-H; meine Güte!


    Nochmals, ohne ständig den Kesting im Mund zu führen (der aber, wie Sascha richtig feststellt, der profundeste Stimmkenner unter den deutschsprachigen Publizisten ist), möchte ich erwähnen, daß die großen Baritone der Zwanziger und Dreißiger wohl eher zur Referenz taugen als ausgerechnet H. Prey.


    LG,


    Christian

  • Auch ich oute mich als H.Prey Fan!


    Seine Stimmer hat mir schon oft in trüben Stunden Lichtmomente beschert.


    Vor Jahren, als HP berits gestorben war, sah ich einen Fernsehbericht über Florian Prey: mein erster Gedanke war, als ich ihn singen hörte.....genau wie der Vater, und hoffte sehr, dass man in Zukunft viel von ihm höre.....leider ging dieser Wunsch nicht in Erfüllung.


    Ein Niedermachen seiner Stimme finde ich persönlich schlimm!


    Natürlich respektiere ich aber den persönlichen Geschmach jedes Einzelnen.

    Liebe Grüße


    Manne

  • Zitat

    Original von manne


    Ein Niedermachen seiner Stimme finde ich persönlich schlimm!


    Natürlich respektiere ich aber den persönlichen Geschmach jedes Einzelnen.


    Ein "Niedermachen" seiner Stimme ist hier bisher nach meiner Auffassung nicht erfolgt, sondern es wurden Defizite in seiner Technik, vor allem in der Tonproduktion angeführt, wo mir persönlich auch keine Publikation bekannt ist, die diese widerlegt. Inwiefern man sich nun an diesen Defiziten stört oder nicht, das ist letztendlich der Geschmack jedes einzelnen Musikhörers.
    Hinsichtlich der Frage, ob Prey der größte Figaro des Jahrhunderts, oder gar einer der größten (Lied)sänger des Jahrhunderts gewesen sei, werden die genannten Punkte dann aber doch zu gewichtigen Einwänden meinerseits.


    Das der Sänger und Musiker Prey unabhängig davon eine sehr individuelle Signatur besitzt, die durchaus Ihren Reiz hat, hab ich darüberhinaus nie bestritten.


    Gruß
    Sascha

  • Hallo manne,


    Florian Prey singt sehr wohl.



    Ich höre Hermann Prey auch sehr gern und mir geht es da wie Alfred, ich bin nicht unparteiisch und will es eigentlich auch gar nicht sein.


    LG


    Maggie

  • Hallo Maggie,


    danke für das Plattenbild; ja ich weiss dass er singt; nur meinte ich, dass er nicht so bekannt ist, wie sein Vater.......vielleicht kommt das aber noch.


    Ich habe auch seine Webseite gefunden und konnte mich über seine Kunst schon informieren.


    Auf seine Winterreise und Die schöne Müllerin bin ich gespannt!



    Danke und liebe Grüße



    Manne

    Liebe Grüße


    Manne

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