Haydns Klaviertrios - Salonmusik?


  • Im Gegensatz zu Dir habe ich das alles erst ein paarmal gehört. Mal sehen, ob ich mir diesmal etwas merken werde ...


    Ich habe die meisten davon auch erst ein paarmal gehört; nur hatte ich eben etwa drei einzelne CDs lange vor der GA; einige von denen habe ich entsprechend häufiger gehört. Von dem fis-moll wusste ich, ohne es wieder anzuhören, auch nur noch, dass es den langsamen Satz hat, der auch in der Sinfonei 102 vorkommt, weil das eine ziemlich einmalige Sache bei Haydn ist. (Es gibt noch das Menuett mit der Umkehrung in einer frühen Klaviersonate und der Sinfonie 47.)


    Zitat

    Spradow Und vergiss nicht Nr. 19 (g-moll)! Es sind ziemlich viele Mollwerke unter den Trios;


    Das habe ich nicht vergessen, wohl nur nicht erwähnt, weil ich 18-20 schon in toto empfohlen hatte. Nr. 12 e-moll hat einen schnellen Kopfsatz in Moll, Nr. 13 c-moll ist zweisätzig mit Moll-Dur-Doppelvariationen und einem schnellen Durfinale. Diese beiden sind zwar auch "spät", aber doch erheblich früher als die anderen bisher genannten. Beim frühen g-moll ist meines Wissens die Autorschaft umstritten.


    Ist allerdings schon seltsam, dass Nr. 25 G-Dur nach wie vor mit Abstand das populärste Trio zu sein scheint. Wenn ein Trio-Ensemble eine Auswahl-CD einspielt, ist es fast immer dabei...


    viele Grüße


    JR

    Struck by the sounds before the sun,
    I knew the night had gone.
    The morning breeze like a bugle blew
    Against the drums of dawn.
    (Bob Dylan)

  • Ist allerdings schon seltsam, dass Nr. 25 G-Dur nach wie vor mit Abstand das populärste Trio zu sein scheint. Wenn ein Trio-Ensemble eine Auswahl-CD einspielt, ist es fast immer dabei...


    Ich finde das gar nicht seltsam.
    1) das Finale
    und
    2) ist immer wieder die Violine solistisch unterwegs ohne Klavier colla parte.
    Bei modernen Instrumenten unHIP dürfte das auch eine Rolle spielen.


  • http://www.jpc.de/jpcng/classi…-12-25-27-29/hnum/5557297


    Unter der Adresse ist folgendes zu lesen :


    "Das Wiener Publikum sehnte sich nach hochwertigen Alternativen zum Streichquartett. Mit seinem e-Moll-Trio (Hob. XV: 12) erfüllte Haydn 1789 noch vor seinen England-Reisen die Erwartungen voll und ganz. Kaum fertig gestellt, wurde es ihm von seinen Verlegern schon förmlich aus den Händen gerissen.


    Durch diese Erfolge angespornt, ließ sich Haydn während der zweiten England- Reise in den Jahren 1794 / 95 zusätzlich von der Pianistin Therese Jansen-Bartolozzi zu seinen bedeutendsten Trios inspirieren, widmete ihr die beiden Trios C-Dur und Es-Dur (Hob. XV: 27 und 29) und stand ihr außerdem bei der Hochzeit mit einem Kunsthändler als Trauzeuge zur Seite.


    20 Jahre jung, ehrt das Wiener Klaviertrio den großen Joseph Haydn zu dessen 200. Todestag mit einer exquisiten Aufnahme von vier Klaviertrios aus dessen mittlerer und später Schaffensphase, darunter das äußerst populäre „Zigeunertrio“ in G-Dur.


    Mit dieser Einspielung knüpft das Trio nahtlos an die hervorragenden Aufnahmen sämtlicher Klaviertrios von Schubert und Dvorák an und bestätigt damit wieder einmal seine hohe künstlerische Qualität. Hier finden Wiener Charme und sprichwörtlicher Haydnscher Witz zu einer zwingenden und absolut elektrisierenden Wiedergabe. "


    Kennt jemand von euch diese Aufnahme?
    Ich persönlich tendiere verständlicherweise zu der des Beaux Art Trios - aber der Preis...... :huh:







  • Hallo zusammen,


    die Aufnahmen mit dem Haydn Trio Eisenstadt besitze ich auch und habe ich alle jeweils ein mal angehört. Sehr schöne Aufnahmen! Aber wenn ich aktuell Lust auf Haydn-Klavier-Trios habe, dann greife ich immer zu folgenden Aufnahmen von Andras Schiff, Yuuko Shiokawa und Boris Pergamenschikow (bitte nicht von den Blumen-Covern abschrecken lassen! ;)):



    Diese Aufnahmen faszinieren mich mich deutlich mehr!
    Sehr spannend musizierte Kammermusik mit angenehm transparentem Klang!


    Viele Grüße
    Frank

    From harmony, from heavenly harmony
    this universal frame began.

  • Ich besitze mehrere Aufnahmen der Haydn Klaviertrios und meine absolute Lieblingseinspielung ist die vom Beaux Art Trio. Sicher, sie ist nicht HIP und die Interpretation nimmt manchmal durchaus "romantische Züge" an, aber das BAT schafft es aus wirklich jedem Trio etwas herauszuholen, auch aus den frühesten. Die Klangschönheit dieser Aufnahmen ist zu bewundern. Eigentlich wäre diese Box etwas für die einsame Insel. Abschließend möchte ich sagen, dass man die Haydn Trios was kompositorische Komplexität betrifft, schwer seinen Streichquartetten an die Seite stellen kann, aber die Trios sind meiner Meinung nach Haydns "sinnlichste" Werke.

  • Interessant, daß sich - soweit ich die bisherigen Texte überflogen habe - noch niemand zur Titelfrage geäussert hat.
    Natürlich ist das KEINE Salonmusik, der Begriff wurde ja erst später eingeführt. Und der negative Beiklang - vorerst vereinzelt - setzte sich erst später durch.

    Andrerseits war die Sucht nach "Meisterwerken" im heutigen Sinn nicht ausgeprägt.
    Die Nachfrage nach Klaviertrios war zu ihrer Glanzzeit besonders in Wien und London ausgeprägt, eine Modeerscheinung gewissermsßen, die aber mach einigen Jahren verblasste...
    Persönlich besitze ich die Gesamtaufnahme mit dem Trio 170 auf historischen Instrumenten - und seit einigen Wochen/Monaten jene mit dem Trio Eisenstadt,(Phoenix Edition) welche konventionelle Instrumente benützen. Ehrlich gesagt bevorzuge ich in diesem Fall die Eisenstädter Aufnahmen, die Stücke haben mehr "Körper" und klingen (meiner Meinung nach) runder , dynamischer und generell überzeugender. Ein wenig gewöhnungsbedürftig ist die gewählte Reihenfolge der aufgenommenen Stück, ich hätte eine Ordnung in chronologischer Reihenvorzeuge vorgezogen....


    mit freundlichen Grüßen aus Wien
    Alfred

    Interpreten SIND Sklaven !

  • Zu der fast provokativen Frage, ob es sich bei HAYDN's Kaviertrios um Salon-Musik handelt, möchte ich mit einem ganz entschiedenen "NEIN!" Stellung beziehen.


    HAYDN beschäftigte sich fast sein ganzes Leben lang mit der Musikgattung "Klaviertrio", die er von dem TRIO NR 1 bis zu seinem letzten Nr. 32 zu immer größerer Meisterschaft entwickelte. Für ihn hatten seine Klaviertrios die gleich große Bedeutung wie seine berühmten Quartette. Sie entfernten sich in punkto Konzeption, Tiefe und Ernsthaftigkeit sehr schnell von braver Hausmusik oder Gelegenheitskompositionen für Fürstenhöfe, wie dies bei seinen Zeitgenossen häufig der Fall war, und seine späteren Klaviertrios können als absolute Meisterwerke bezeichnet werden.


    Nachdem HAYDN von seinem zweiten Londoner Aufenthalt, wo er für die renommierte Pianistin THERESE JANSEN drei Sonaten komponiert hatte, 1795 nach Wien zurückgekehrt war, schickte er eines der damals entstandenen Klaviertrios an den Verleger Breitkopf. Ein besonderer Wurf war ihm mit dem Hob. 15 Nr. 25 in G-Dur, dem inzwischen wegen des genialen" Rondos all' Ongarese als "Zigeunertrio" berühmt gewordnenen Klaviertrios gelungen, dessen Mittelsatz "Poco Adagio cantabile" schon sehr romantische Züge aufweist und ein herrliches Zusammenwirken von Klavier, Violine und Cello zelebriert. Das mitreißende Schlußrondo mit stark ungarischer Färbung runden die Begeisterung über ein Meisterwerk echt haydnscher Prägung und Ideenvielfalt ab.


    Zu alledem besitze ich dieses Werk, das zu einer meiner liebsten Kammermusiken zählt, in einer geradezu kongenialen Einspielung mit dem Ensemble "DIE INSTRUMENTISTEN", die beim österreichischen Label "amadeo" erschien. Es handelt sich hier um eine Gruppe von MITGLIEDERN DER WIENER SYMPHONIKER, die auf sehr alten und wertvollen, herrlich klingenden Originalinstrumenten des frühen 18. Jahrhunderts aus der berühmten Werkstatt von ANTONY POSCH, mit großem Einfühlungsvermögen und hohem Können musizieren. Es sind dies GEORG SUMPIK , Violine Posch 1721, ERNST KNAVA, Violoncello Posch 1738, und HERBERT WEISSBERG, auf einem Hammerflügel von F. X. Hubert 1795. Das Ergebnis ist ein musikästhetischer Genuß. Die sehr homogenen Instrumente klingen wunderbar authentisch, wobei es das kleine Tafelklavier etwas schwer hat, sich in schnellen Passagen so zu behaupten, wie man dies von einem modernen Flügel gewohnt ist, und die Interpreten spielen auf Darmsaiten und mit Originalbögen so lebendig und gleichzeitig präzise und intonationssicher, wie man dies selten auf Originalinstrumenten hört.


    Die LP enthält übrigens auch noch HAYDN's "DIVERTIMENTO C-Dur - Der Geburtstag", Hob. 2 Nr. 11, sowie das Streichquartett Hob.3 Nr. 1 B-Dur, beides ähnlich meisterhaft gespielt und von größtem Wohlklang! Wer diese Aufnahme noch irgendwo erstehen kann, und sei es antiquarisch, der sollte zugreifen!


    Viele Grüße


    wok

  • Irgendwie lasse ich mich immer wieder dazu hinreissen Aufnahmen der Klaviertrios von Haydn zu kaufen. Irgendwie wurde ich mit den rhrt schlanken Klang mit den Aufnahmen des Trios 1790 nich glücklich, und konnt der Versuchung nicht wiederstehen die Aufnahme mit dem Van Swieten Trio zu erwerben. Eigentlich hatte ich ja hineingehört, aber scheinbar war meine Kaufgier zu jenem Zeitpunkt besonders ausgeprägt. Denn die Aufnahme enttäuschte mich eher. Ich werde nie verstehen, warum die Interpreten, welche "alte" Instrumente (oder Nachbauten) einsetzen, versuchen besonders dynamisch zu wirken, das bringt dann die negativen Eigenschaften, wie schrille und sirrende Streicher und klimpernde Klaviere besonders zum Ausdruck. Hier ist die Aufnahme des Trio 1790 im Vergleich geradezu ein Labsal. Von letztewre fehlen mr noch die Folgen Nr 7 (Leere Hülle, CD scheinbar verloren) und Vol 8 (nie gekauft) die ich nun schweren Herzens nachkaufen werde.

    Anscheinend wandelt sich derzei mein Geschmack, denn die Naxos Aufnahmen mit modernen Instrumenten (bis heute nicht komplett erschienen) gefallen mit eindeutig besser

    Ich war übrigens überrascht auf welches Interesse die Trios in der Vergangenheit hier im Forum gestoßen sind.

    Anmerkung am Rande: Die BRILLIANT-Ausgabe enthält alle 45 Klaviertrios- auch die zweifelhaften Zuschreibungen.....


    mfg aus Wien

    Alfred

    Interpreten SIND Sklaven !

  • Ich werde nie verstehen, warum die Interpreten, welche "alte" Instrumente (oder Nachbauten) einsetzen, versuchen besonders dynamisch zu wirken, das bringt dann die negativen Eigenschaften, wie schrille und sirrende Streicher und klimpernde Klaviere besonders zum Ausdruck.

    Hm, ich habe die Aufnahme und bin sehr zufrieden damit, obwohl ich "besonders dynamische" im Sinne von extravagant-kratzige HIP-Aufnahmen weniger schätze. Was ist denn an dieser Aufnahme "besonders dynamisch"? Oder magst Du doch den Klang der Klaviere und Solostreicher dieser Zeit generell nicht und präferierst den Klang moderner Instrumente?

  • Nun - ich bin mir darüber nicht im Klaren. üherer Zeit war ich eher ein Verfechter von Aufnahmen mit historischen Instrumenten, wobei sich hier die Klangphilosophie der Interpreten im Laufe der Jahre stark änderte. - und auch meine Einstellung zu Detailfragen. So bot das Collegium aureum als einer der Pioniere det Interpreten auf Originalinstrumenten ein eher temperamentarmes Spiel. Persönlich kam "The english Concert" unter Trevor Pinnock meinem Ideal am nächsten - gefolgt von "Akamus"

    Usprünglich zog ich auch ein "original historisches" Klavier oder Cembalo einem Nachbau vor - Das hat sich inzwischen geändert. (die von mir hier genannten Aufnahmen spielen eigentlich sowieso auf Nachbauten)

    In neuerer Zeit präferiere ich aledings eher den Klang "moderner" Instrumente - was mich eigentlich wundert. Vielleicht hängt es mit den fortschreitenden Hörverlust im Alter zu sammen (?)

    Ich werde auf jeden Fall versuchen mehrere der Aufnahmen intensiver und bewusster zu hören. Ich empfand sie bislan teilweise als etwas spröde...


    mfg aus Wien

    Alfred

    Interpreten SIND Sklaven !


  • Ich habe gestern und heute alle "Londoner" bis auf 27-29 angehört, also 12 Stück, einiges davon doppelt. [...] Eines meiner Favoriten ist 21 in C-Dur, da finde ich das Hauptthema so schön, liegt vielleicht auch an der Aufnahme und dem Zusammenklang von Klavier und Violine.

    Gestern habe ich wieder mal so einen Durchgang gestartet und 18-22 gehört. Diesmal hat mich 22 am meisten begeistert. 21 hat zwar das schönere Hauptthema, aber die Durchführung hat mich verglichen mit 18 enttäuscht. Bei 18 und 20 haben mich vor allem auch die Repriseneintritte sehr gefreut. 22 ist mir mit seinen weiter gespannten Linien (?) "moderner" vorgekommen (vorher habe ich Brahms gehört) und das Finale habe ich jetzt als Ohrwurm.


    In Summe muss ich sagen, dass das "Favoriten-Küren" hier doch etwas in die Hose geht. Aber vielleicht hat die vergebliche Favoriten-Suche den positiven Nebeneffekt, dass man sich ein wenig merkt, welches Stück welche Eigenschaften hat.

  • Ich hab mich anregen Lassen und ein ähnliches Programm gehört, nämlich die Klaviertrios Nr 14 - 21 - 22 - 23. Die Überschneidungen wurden von mir fett markiert. Ich habe hierfür die Aufnahme mit dem Kungsbacka Trio gewählt, welche ich für augezeichnet halte, farbenfroh, mit Verve und dennoch klangschön gespielt und aufgenommen. Gur durchhörbar, klangfarbentreu aber ohne künstlich "analytisch" zu klingen.

    Die Frage ob e sich hier um "Salonmusik" handelt ist hier zu verneinen, wenngleich Salonmusik ja durchaus nicht abwertend gemeint sein müsste.

    Es ist eben schon per Definition Kammermusik.

    In der mit vorliegenden Aufnahme möchte ich hinzufügen: vom Feinsten....

    Leider gibt es von diesem Ensemble nur drei CDs (für Naxos) , welch bereits 2008 aufgenommen wurden und dann 2011/2012 veröffentlicht wurden.

    Weiteres ist hier nicht in Sicht...


    mfg aus Wien

    Alfred

    Interpreten SIND Sklaven !

  • Die Frage wäre, seit wann der Begriff "Salonmusik" gängig war und was er im Lauf der Zeit alles bedeutet hat. Da ich das nicht weiß, kann ich zur Frage, ob Haydns Klaviertrios zu subsumieren wären, nichts sagen.

    Kammermusik kommt aber sowieso eher in Frage, im Salon gespielt zu werden, da Orchester zu groß sind dafür.

    ;)

  • Der (groß)bürgerliche Salon war ja ein bißchen der Nachfolger der fürstlichen Kammer, d.h. Haydns Kammermusik überlappt sich mit beiden Institutionen. Selbst wenn einige seiner späten Quartette in London bei öffentlichen Konzerten in großen Sälen gespielt wurden, sind die Trios ziemlich sicher "echte Kammermusik", insofern auch in einem Salon zu Hause.


    Ein bißchen schade, dass die Aufnahme des Eisenstadt-Trios, anscheinend die einzige GA auf modernen Instrumenten außer der gut 40 Jahre alten des Beaux Arts Trio, schon länger vergriffen zu sein scheint. Und dass auch Naxos, sonst so umtriebig und mit GA von Haydns Sinfonien, Klaviersonaten, Streichquartetten (evtl auch Messen) hier nicht aktiv geworden ist.


    Die beiden "HIP"pen GA auf Brilliant und cpo (von der habe ich ca. 2/3) geben sich m.E. recht wenig. Letztere ist evtl. geringfügig strikter bei Wiederholungen und verwendet für das früheste dutzend oder so ein Cembalo. (Ob einer von beiden mehr der strittigen Werke dabei hat, weiß ich nicht).

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    (Bob Dylan)

  • Kommen wir zwischendurch ganz kurz einmal zu Naxos.

    Tatsächlich gibt es nicht - wie von mir weiter oben geschdrieben DREI , sondern VIER Folgen der Reje mit Klaviertrios, allerdings ist Folge 4 bereits mit einem Anderen Trio besetzt, nämlich dem Bartolozzi Trio. Dieses wurde aber extro für diese Aufnahme zusammengestellt und ist sont nirgends zu finden, wohl aber die Musiker


    Matthew Truscott, Violine

    Richard Lester, Cello

    Simon Crawford,Phillips, Klavier


    Letzterer ist auch der Pianist des Kungsbacka Piano Trios, dessen Gründer er nebstbei war - So schliesst sich der Kreis....


    Die auf der Titelseite des Naxos -Covers stimmen übrigens nicht. (und somit auch nicht die zuvor gehörten Werke. Ich hab also andere Trios gehört ais der Kurzstückmeister. Nr 8 und 9 sind generell verloren, Hier eine von der englischen Wikipedia abgekupferten Liste (eine deutsche gibts gar nicht) aller Haydn Klaviertrios mit Hobbokken Nummern und Werknummer - was in diesem Fall nicht dasselbe ist (Bei Naxos interessiert man sich scheinbar nicht dafür)


    List of piano trios

    Early trios

    • No. 1 in F major, Hoboken Hob. XV:37 (composed by 1766; possibly dating as far back as 1760)
    • No. 2 in C major, Hoboken XV:C1 (composed by 1766; possibly dating as far back as 1760)
    • No. 3 in G major, Hoboken XIV:6 (composed by 1767)
    • No. 4 in F major, Hoboken XV:39 (composed by 1767)
    • No. 5 in G minor, Hoboken XV:1 (composed by 1766; possibly dating as far back as ca. 1760–62)
    • No. 6 in F major, Hoboken XV:40 (exists with a different slow movement as the piano concerto Hob. XVIII:7) (composed by 1766; possibly dating as far back as ca. 1760)
    • No. 7 in G major, Hoboken XV:41 (composed by 1767; possibly dating as far back as 1760)
    • No. 8 in D major, Hoboken XV:33 (lost) (composed by 1771; possibly dating as far back as 1760)
    • No. 9 in D major, Hoboken XV:D1 (lost) (composed by 1771)
    • No. 10 in A major, Hoboken XV:35 (composed by 1771; possibly dating as far back as ca. 1764–65)
    • No. 11 in E major, Hoboken XV:34 (composed by 1771; possibly dating as far back as 1760)
    • No. 12 in E major, Hoboken XV:36 (composed by 1774; possibly dating as far back as 1760)
    • No. 13 in B major, Hoboken XV:38 (composed by 1769; possibly dating as far back as 1760)
    • No. 14 in F minor, Hoboken XV:f1 (composed by 1760)
    • No. 15 in D major, Hoboken XV:deest
    • No. 16 in C major, Hoboken XIV:C1 (composed by 1766; possibly dating as far back as 1760)
    • No. 17 in F major, Hoboken XV:2 (possibly composed in ca. 1767–71)

    Later trios

    • No. 18 in G major, Hoboken XV:5 (1784)
    • No. 19 in F major, Hoboken XV:6 (1784)
    • No. 20 in D major, Hoboken XV:7 (1784)
    • No. 21 in B major, Hoboken XV:8 (1784)
    • No. 22 in A major, Hoboken XV:9 (1785)
    • No. 23 in E major, Hoboken XV:10 (1785)
    • No. 24 in E major, Hoboken XV:11 (1788)
    • No. 25 in E minor, Hoboken XV:12 (1788)
    • No. 26 in C minor, Hoboken XV:13 (1789)
    • No. 27 in A major, Hoboken XV:14 (1790)
    • No. 28 in D major, Hoboken XV:16 (1790, with flute instead of violin)
    • No. 29 in G major, Hoboken XV:15 (1790, with flute instead of violin)
    • No. 30 in F major, Hoboken XV:17 (1790, with flute instead of violin)
    • No. 31 in G major, Hoboken XV:32 (1792: cello part may not be authentic)

    Three trios (H. XV:18–20) dedicated to Princess Maria Anna, wife of Prince Anton Esterházy:

    • No. 32 in A major, Hoboken XV:18 (1793)
    • No. 33 in G minor, Hoboken XV:19 (1793)
    • No. 34 in B major, Hoboken XV:20 (1794)

    Three trios (H. XV:21–23) dedicated to Princess Maria Josepha, wife of Prince Nicholas Esterházy:

    • No. 35 in C major, Hoboken XV:21 (1794)
    • No. 36 in E major, Hoboken XV:22 (1794)
    • No. 37 in D minor, Hoboken XV:23 (1794)

    Three trios (H. XV:24–26) dedicated to Rebecca Schroeter:

    • No. 38 in D major, Hoboken XV:24 (1795)
    • No. 39 in G major, Hoboken XV:25 (1795) "Gypsy"
    • No. 40 in F minor, Hoboken XV:26 (1795)

    Two stand-alone trios (H. XV:31, 30):

    Three trios (H. XV:27–29), known as the "Bartolozzi Trios," dedicated to Theresa Jansen (Bartolozzi):

    • No. 43 in C major, Hoboken XV:27 (1797)
    • No. 44 in E major, Hoboken XV:28 (1797)
    • No. 45 in E major, Hoboken XV:29 (1797)


    mfg aus Wien

    Alfred

    Interpreten SIND Sklaven !

  • Sowohl Naxos als auch KSM beziehen sich mit ihren Nummern auf die Hob.Nr. "21" ist also Hoboken XV:21 C-Dur, nicht Hob. xv:8 B-Dur.

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  • Ich habe an diese Box gedacht:



    Höre gerade meine einzige Aufnahme (27-30) in der levin/ beths / bylsma Aufnahme , aber ich hätte gerne ein " modernes" Klavier.


    Mit dem Beaux Arts Trio könnte ich doch richtig liegen ?


    Kalli


    Nachtrag......die Box wurde hier ja schon genannt und gelobt - habe sie also folgerichtig bestellt.

  • Wie hieß es bei Karl Valentin ?


    "Es ist schon alles gesagt, aber nicht von allen " Mir ist es egal ob man die Klaviertrios Salonmusik nennt - ich habe ja heute 27-32 gehört - das hat mir sehr gut gefallen. So geht es mir auch mit den Violinsonaten von Mozart, die höre ich auch gerne. "Höherwertiges" wie z.B. die Klavierkonzerte von Beethoven ( siehe Thread zum 1.KK ) kann ich nicht so oft hören, hatte anlässlich des Threads dazu begonnen meine Aufbahmen nach zu hören - da werde ich müde und verliere die Freude daran. Und das ist schrecklich - also lasse ich sie ruhen und höre sie irgendwann einmal wieder. Merkwürdigerweise kann ich Kammermusik öfter hören als Sinfonien oder Klavierkonzerte.


    Kalli

  • Also mindestens eine Handvoll der Haydn-Trios sind mindestens so hochwertig wie Beethovens erstes Klavierkonzert. Sie sind halt kürzer, aber das hat ja nichts zu sagen.


    Beaux Arts ist anscheinend die einzige komplette Option auf modernen Instrumenten, da Haydn Trio Eisenstadt nur noch gebraucht/Download zu haben ist.

    Es gibt eine Reihe guter Anthologien auf modernen Instrumenten, zB Schiff u.a., Florestan Trio, Trio Wanderer usw. aber die meisten beschränken sich auf einige der späten Trios.

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  • So, jetzt habe ich mich doch noch zu einem persönlichen Best-Of durchgerungen und aus den 15 letzten Klaviertrios (18-32) 5 ausgewählt:

    22 - 24 - 25 - 28 - 30

    Mit dem populären 25er habe ich mich sozusagen ausgesöhnt.

    Wenn Rosen bei 27 die motivische Fülle und rhythmische Dichtheit lobt, so ist es genau das, was mich im "ausgewalzten" Seitensatz nervt. Ebenso teile ich seine Begeisterung für das Formexperiment des mit Durchführungsteil geadelten Variationskopfsatzes bei 29 nicht - da werfen mich "perfekte" Sonatenhauptsätze schon mehr um - und solche höre ich insbesondere bei 22, 24, 28 und 30. 24 bespricht Rosen gar nicht, sonst sehe ich eigentlich schon recht viel Konsens mit ihm, denn 28 und 30 kommen bei ihm schon als Spitzenwerke heraus und bei 22 ist es genau der Anfang mit der aus einer Art Keimzelle herauswachsenden Raumerweiterung, der dann so beglückend weiter in eine breite Durchführung geführt wird, der mich auch besonders erfreut.


    Als nächstes könnte ich mir überlegen, welches von 22, 24, 28 und 30 jetzt mein Herzblatt sein soll - aber ich höre erstmal wieder was anderes.

  • 24 ist ein ganz großer Favorit, auch wegen der zwar schlichten, aber in ihre Kombination sehr anrührenden Sätze 2+3. Wenn ich recht erinnere, liebe ich auch 21 sehr, darüber las ich mal, dass dessen Finale wilder und ungarischer sei als das berühmte Alla Zingarese. Ein weiterer Final-favorit (diesmal eine Art schneller Polonaise) ist 18 A-Dur. Muss zugeben, dass ich 22 nicht auf dem Schirm habe und die letzten 5 nochmal hören müsste, da die einzigen, an die ich mich trennscharf erinnere, das E-Dur (mit dem eigentümlichen langsamen Satz) und das es-moll (m.E. nicht so bedeutend).

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  • Kommen wir ganz kurz zum Titiel des Threads. "Die Bezeicnung "Salonmusik" war die meiste Zeid durch die Musikgeschichte abwertend gemeint


    WKIPEDIA schreibt drüber:

    Zitat

    Salonmusik ist ein Ausdruck für leicht fassliche, oft besonders virtuose oder sentimentale Musik.

    Neben dem literarischen Salon gab es auch den musikalischen Salon, der seit Beginn des 19. Jahrhunderts an Bedeutung gewann. Im „Salon“ befand sich eine private, meist großbürgerliche Gesellschaft, die den musikalischen Darbietungen – im Unterschied zum Konzert – eher oberflächlich folgte

    Der Artikel ist wesentlich ausführlicher.

    Im Sinne des Threadtitels ist die Frage in Bezug auf Haydns Klaviertrios also zu verneinen, Ich glaube überhaupt, daß die Frage lediglich so provokativ gestellt wurde um Aufmerksamkeit zu erregen.


    Zu den Haydn Klaviertrios:


    Ich konnte der Verlockung nicht widerstehen mir die Aufnahme mit dem Beaux Arts Trio zuzulegen. Es war einerseits der günstige Preis, (29,99 Euro für 9 CDs) andrerseits auch die Tatsache, daß Das BeauxArts Trio in meiner Sammlung unterrepäsentiert ist.

    Es wurde weiter oben im Thread gesagt, daß die Aufnahme angeblich "recht durchwachsen" sei, Sollte das der Fall sein, so wäre dies aber schon auf sehr hohem Niveau


    jpc hat aus der Präsentationsseite zwei Ausschnitte von Kritiken veröffentlicht:


    Von mir gibt es lediglich einen ersten höreindruck von 2 Stücken - und der war sehr positiv.

    WElch ein Glück, solch ein hervorragendes Ensemble so günstig erwerben zu können


    Ein besonderes Lob gilt dem Booklet, das sich teilweise mit der Geschicht einzelner Trios beschäftigt und somit die Aufmerksamkeit verstärkt..

    Vielleicht sollten wir in diesem Thread auch über einzelen Trios schreiben und dessen Vorzüge, Geschichte, Scheächen etc behandeln (?)


    mfg aus Wien

    Alfred

    Interpreten SIND Sklaven !

  • Wie bei allen Werken, wo eine ziemliche Anzahl zur Verfügung steht, neigt die Musikwelt (und man selbst) dazu flüchtig zu hören und ungerechet zu urteileln. Ich war hetue dabei eine CD aus der Beaux Art Tro Box aufzugelgen und "durchzuhören"; Nach einger Zeit war ich irgendwie eingelullt oder gelangweilt - was natürlich am Hörer und nicht an Komposition oder Interpretation lag. Es ist ein Kunstfehler Werke- welcher Art auch immer en masse zu hören

    Daher habe ich mir einen Satz aus diesem Thread herausgesucht, der mein Interesse geweckt hatte

    Mit dem populären 25er habe ich mich sozusagen ausgesöhnt.

    Wieso "ausgesöhnt" - und warum "populär"


    Also mal anhören.

    Ehrich gesagt verstehe ich nicht warum ausgerechnet dieses Trio "populär" geworden ist, bzw sein sollte,

    denn es hat IMO einige Eigenschaftenm die dem entgegenstehen

    Es würde zu weit gehen, den ersten Satz als "sperrig" zu bezeichnen - aber ein Ohrwurm ist er gewiss nicht

    Der zweite Sat klingt melancholisch. Erst im dritten Satz finden wir Haydns "Spritzigkeit" und "Eingängikeit"

    Ganz gut - aber IMO nicht ausreichend um "populär zu sein" (?)



    mfg aus Wien

    Alfred

    Interpreten SIND Sklaven !

  • Lieber Alfred Schmidt


    Wir heutigen Hörer haben den Vorteil zu jeder Gelegenheit ab Tonträger Werke abzuspielen. Dass zuweilen Langeweile auftreten kann, wenn man sich alle Trios anhört, ist verständlich. Wir sind in einer privilegierten Position.


    Der Unterschied zwischen einem Gourmand und einem Gourmet fällt mir ein. Vielfrass versus Feinschmecker. Die Menge macht's aus.


    Zu Haydns Zeiten fanden sich drei Musiker ein und man hatte für sich oder den Arbeitgeber, im Falle Haydns Graf Esterhazy, die Musik aufgeführt. Nikolaus und Anton Esterhazy sowie zwei begabten Pianistinnen sind Werkgruppen der Trios gewidmet. Hausmusik im besten Sinne. Die Verleger waren diesen Werken zugetan, denn sie versprachen Umsatz.

    .

    „Wie wenig gehört zum Glücke! Der Ton eines Dudelsacks. – Ohne Musik wäre das Leben ein Irrthum. Der Deutsche denkt sich selbst Gott liedersingend.“ Friedrich Nietzsche

  • Wir sind in einer privilegierten Position.

    In der Tat, das sind wir.

    Das "Übel" sind IMO die Boxen, wo ALLE Werke eines typus zusammengpfercht - äh zusammengefasst werden und somit einer gewissen "Anonymität" unterliegen

    Ind der Vergangenheit, wo alle paar Monate eine CD mit Werken eines Komplexes erschienen, wo man sehnsüchtig drauf wartete, und enttäuscht war, wenn plötzlich eine erwartete Veröffentlichung erst zwei oder drei Monate später erschien. Jede Platte (CD) hatte eine gut wiederekennbare individuelle Hülle, so, daß man sein Lieblingswerk

    auch optisch im Gedächtnis behalten konnte.

    Zynischerweise könnte man darauf hinweisen, daß das in der Schallackära noch leichter war, musste man doch bei jedem Abhören eines Werkes eine Zeitlang das Federwerk aufziehen....

    Ich habe aber seit einiger Zeit vor mih zur Disziplin zu erziehen und gezielt zu hören.

    Heuter habe ich mit das weiter oben erwähnte Klaviertrio

    No. 22 in A major, Hoboken XV:9 (1785)

    ausgewählt. das bereits weiter oben erwähnt wurde und auch schon mal von mit mit dem Kungsbacka Trio gehört wurde.

    Ein zweisätziges Werk von - je nach Aufnahme- 12-14 Minuten Spieldauer aber IMO besonders klanschön und beeindruckernd im 2. Satz - ein Ohrwurm der gute Laune macht.

    Ich habe diesmal die Aufnahme mit dem Van Swieten Trio verwendet, die von "klassik,com" geradezu enthusiastisch rezensiert wurde

    Leider ist sie - zu meiner Verwunderung - bei jpc bereits gestrichen......

    Na ja die haben ja ein Konkurrenzprodukt aus einegenr Fertigum im Programm


    mfg aus Wien

    Alfred

    Interpreten SIND Sklaven !

  • Im Zusammenhang mit meinem letztn Beitrag möchte ich der dort ziztierten "Alternativaufnahme aus eigenem Hause" ein Gesicht geben.

    Es handelt sich im die zu Beginn dieses Threads im Entstehen begriffene und positiv aufgenommene Seria von cpo mit dem Trio 1790, imzwischen preisgünsti in einer 9 CD Box vereint.(derzeit 29.99)

    Auf der jpc Seite finden sich einige Zitate aus Rezensioen, die wir Euch nicht vorenthalten möchten.

    Zitat

    Rezensionen

    FonoForum 11 / 99: »Haydn Klaviertrios auf historischen Instrumenten zu musizieren, hat unzweifelhafte Vorteile. Der perkussive Effekt des Hammerflügels – und er steht im Mittelpunkt dieser im besten Sinne unterhaltenden Werke - lockert das gesamte Hörbild auf, macht die Struktur durchhörbar. Die feinsinnig gewbobene Faktur wird in all ihren Farbschattierungen intensiv durchleuchtet. Die Aufnahmetechnik hält bestens die Balance zwischen den drei Instrumenten. Profunder Einführungstext von Andreas Friesenhagen.«


    Fanfare 8 / 2000: »If its successors in the series live up to the standards it sets, we are like to be presented with the best modern alternative, and indeed superior successor, to the lovable Beaux Arts set on Philips that has dominated the Haydn trio discography for so long.«


    klassik. com 02 / 12: »Und wieder einmal legt cpo eine Edition vor, die auf lange Zeit hin Maßstäbe setzen wird. Das Repertoire erfährt hier eine interpretatorische Umsetzung, die schlichtweg keinerlei Wünsche offen lässt.«


    mfg aus Wien

    Alfred

    Interpreten SIND Sklaven !