Ich finde, dass der Anfang des Concert champêtre unerwartet archaisch klingt, gar nicht nach Barock, etc. Generell wirkt der 1. Satz sehr episodisch, es wechseln sich sehr häufig schroffe, archaische Abschnitte mit offensichtlich von barocker Musik inspirierten Teilen ab. Dabei wechseln sich Orchester und Cembalo häufig ab und spielen sich gegenseitig die Bälle zu. Es gibt immer neue Klänge zu entdecken, ich muss aber auch gestehen, dass der Satz nicht hätte länger sein dürfen, ansonsten hätte mich das Hin und Her angefangen zu langweilen.
Beim zweiten Satz finde auch ich das Melodienreichtum herrlich, die Passagen, in denen Orchester und Cembalo zusammenspielen sagen auch mir deutlich mehr zu als die Solopassagen.
Der letzte Satz gefällt mir am besten, die Tonsprache ist weniger schroff und Orchester und Cembalo spielen häufig zusammen oder ergänzen sich wirklich passend. Spannend sind hier die langsame Episoden, die an den ersten Satz erinnern und eine unheimliche, mysteriöse Ebene mit in den fröhlichen Tanz bringen. Auch das langsame Ende mit den dissonanten Bläsern und dem seltsamen, verklingenden Schlussakkord verwundern.
Man merkt auf jeden Fall Poulencs Willen, unter Nutzung barocker Formen, Instrumente und Stereotype etwas Neues zu erschaffen, was mMn wirklich gut gelungen ist. Mir persönlich ist das Gesamtergebnis jedoch etwas zu weitschweifend, mir fehlt ein wenig der musikalische "rote Faden". Dazu kommt, dass ich einfach kein großer Cembalo-Fan bin ![]()
Trotzdem vielen Dank für den Vorschlag!
Liebe Grüße
Amdir

