Die Missa Papae Marcelli ist natürlich ein Kronjuwel der Polyphonie. Es geht die Sage, dass Palestrina auf dem Tridentiner Konzil (1545-1563) ein Verbot der mehrstimmigen Musik zugunsten der Rückkehr zum Gregorianischen Choral mit dieser Messe verhindert habe. Diese Legende wird in der wunderbaren Oper "Palestrina" von Hans Pfitzner erzählt. Die Kubelik-Aufnahme davon habe ich so oft gehört, dass ich das meiste immer noch mitsingen kann.
Meine Liebe zur Polyphonie begann auch mit diesem Stück, der "Missa Papae Marcelli". In meinem Vokalensemble in Essen haben wir das oft aufgeführt, manchmal sogar in einer richtigen Messe. Die von Michael eingestellte Aufnahme ist natürlich tadellos.
Kompositorisch gesehen waren unsere Lieblingssätze immer das "Agnus Dei", besonders das zweite. Kurios war bei uns die Besetzung; in der Stimmverteilung gibt es zwei Tenorstimmen. Unter uns fünf Tenören war es Ehrensache, beide Stimmen zu können und vor jeder Aufführung haben wir geklärt, wer was singt.
