Literatur für die Ohren - Hörbücher

  • Zitat

    Original von musikwanderer


    Leider sind diese Schauspiel-Aufnahmen so gekürzt, das sie auf eine CD passen - aber immerhin gibt es sie!!!


    Ist hier im Forum jemand, der sich auch für diese klassischen Schauspiele auf CD's interessiert?


    Lieber Musikwanderer!


    Da rufe ich doch einmal ganz laut: Ich!!!


    Die Unfähigkeit der allermeisten heutigen Schauspieler auf deutschen Bühnen überhaupt vernünftig und ohne Mikrofon zu sprechen, hat mich veranlasst, mein Heil im Hörbuch zu suchen. Leider ist die Ausbeute dort, verglichen z.B. mit Großbritannien und Shakespeare, doch recht dürftig. Alleine die Hamlet - Aufnahmen dort sprechen Bände. Bei uns gibt es immerhin (!) zwei gute Faust - Interpretationen, neben der klassischen, von dir angesprochenen, noch eine mit Horst Caspar, Erich Ponto, Antje Weisgerber und Fita Benkhoff. Im 2. Teil sind dann noch Maria Wimmer und Kurt Lieck dabei. Es ist eine Aufnahme auf 5 CD's vom WDR (bei Literaton), also auch heftig gekürzt.


    Dank der Edition Mnemosyne sind eine ganze Reihe von Aufnahmen aus den Radio - Archiven erschienen:


    Goethe - Tasso: 1961 - Quadflieg und 1969 - Ganz (diese als DVD)
    Goethe - Iphigenie: 1956 - Maria Wimmer
    Sophokles/Hölderlin - Antigonae: 1955 - Joana Maria Gorvin
    Kleist - Penthesilea: 1955 - Maria Becker, Will Quadflieg
    Hofmannsthal - Elektra: 1959 - Maria Becker - Maria Wimmer
    Schiller - Wallenstein: 1960 - Ewald Balser
    Hebbel - Nibelungen: 1954 - Maria Becker, Fritz Kortner
    Grillparzer - Goldenes Vließ: 1956 - Maria Becker, Will Quadflieg
    Shakespeare - Lear: 1958 - Fritz Kortner, Wimmer, Gorvin


    Diese Edition lohnt sich jedenfalls.
    Aber nach vielen Aufnahmen muss man schon sehr suchen oder sie gibt es immer noch nur auf LP. Mir fällt dabei eine Maria Magdalena in Auszügen mit Heinrich George, Gustav Gründgens und Helene Thimig von 1932 ein.


    Gründgens wurde ja durch di DGG - Editionen vor ein paar Jahren wieder stärker ins Bild gerückt.


    Also es gibt schon etliches, in den Geschäften sucht man es aber häufig vergebens.


    :hello: Gustav

  • Dank sei Dir, lieber Gustav, für Deine wertvollen Hinweise. Dennoch erlaube ich mir eine Frage hinsichtlich dieser Aussage:


    Zitat

    Dank der Edition Mnemosyne sind eine ganze Reihe von Aufnahmen aus den Radio - Archiven erschienen:


    Weil ja immer die Möglichkeit des "Vertippens" besteht: Ist "Mnemosyne" wirklich richtig geschrieben?


    Liebe Grüße!

    .


    MUSIKWANDERER

  • Doch, lieber Musikwanderer, alles richtig. Mnemosyne ist die griechische Göttin der Erinnerung.
    Ich kannte den Namen auch nicht, bei Gustav Schwab taucht er nämlich nicht auf. ;)
    Aber die Edition lohnt wirklich. Nicht ganz billig, aber tolle Aufnahmen.


    :hello: Gustav

  • Da ich ein großer Liebhaber von Hörbüchern bin - und diese inzwischen auch recht erschwinglich geworden sind - möchte auch gerne meinen Senf zu diesem Thread geben und drei meiner Favoriten präsentieren:


    SCHLOSS GRIPSHOLM (Kurt Tucholsky)



    Uwe Friedrichsens Interpretation dieses heiter-lockeren Romans von Tucholsky mit seiner verspielten Erotik ist für mich DAS Hörbuch für die einsame Insel. Hier weis jemand ganz genau, was er liest und wie er es zu präsentieren hat. Besser gehts nicht!


    SORRY (Zoran DRVENKAR)



    Nichts für schwache Nerven und empfindsame Gemüter (von mehreren Sprechern gelesen). Ein intensiver Thriller um das Thema Schuld und den Umgang mit ihr. Vor allem Matthias Brandt (den Sohn von Willy Brandt) gibt es hier zu entdecken; aber auch die anderen Sprecher sind sehr gut ausgewählt. Definitiv keine Gute-Nacht-Lektüre...


    TREASURE ISLAND (Robert Louis Stevenson)



    Ein Radiohörspiel des jungen Orson Welles, ders ich als Stimmwunder erweist und hier gleich zwei Rollen (neben Regie und Skript) übernommen hat. Er spricht den erwachsenen Jim Hawkins (Erzähler) und den Pirat Long John Silver. Eine Meisterleistung des vielseitigen Genies. Eine (englischsprachige) Produktion, die einfach viel Spaß macht und die Neugierde auf mehr Produktionen von Welles macht, die es auch als kostenlose Downloads im Internet zu finden gibt.

  • Bei der Verleihung des Deutschen Hörbuchpreises geht der Sonderpreis für herausragende Leistungen an den Sprecher und Hörbuchproduzenten Christian Bückner



    Er wird damit für sein Lebenswerk geehrt. Zur Begründung heißt es, kaum ein anderer Interpret habe die 'Zunft des Sprechers' so geprägt wie Christian Brückner. Er sei eine Klasse für sich. Der Sonderpreis ist mit 3.333 Euro dotiert. Christian Brückner hat sich unter anderem als deutsche Stimme von Robert de Niro einen Namen gemacht. Der Deutsche Hörbuchpreis 2012 wird am 14. März im WDR-Funkhaus am Wallrafplatz verliehen. Wie in den Vorjahren ist die Hörbuch-Gala zugleich Eröffnungsveranstaltung des internationalen Kölner Literaturfestes lit.COLOGNE.

    :jubel: Glückwunsch! :jubel:

    Harald


    Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
    (Vinícius de Moraes)

  • Jawoll - eine der markantesten Stimmen, die ich jemals gehört habe. Sie gehört für mich in die Reihe meiner Lieblingssprecher wie Mathias Wiemann oder Eduard Marks - unvergessliche, einprägsame Stimmen. Christian Brückner paßt da wunderbar hinein.

    .


    MUSIKWANDERER

  • Hörspiele sind zwar keine Hörbücher,
    aber wenn Hörspiele auf Weltliteratur beruhen, sollten sie m.E hier nicht unerwähnt bleiben.


    Im Hörspielpool des Bayerischen Rundfunks ruhen Schätze,die man heben kann.
    Robert Musil - Der Mann ohne Eigenschaften (20 Teile)
    Franz Kafka - Der Process
    E.T.A. Hoffmann - Die Serapionsbrüder (12 Teile)
    u.a.m.


    Hörspielproduktionen des BR zum herunterladen.
    Zum kostenlosen Download geht es hier
    http://www.br-online.de/podcas…cast-hoerspiel-pool.shtml

    mfG
    Michael

  • Der gesprochene Schriftwechsel - auf 3 CDs - zwischen dem Verleger Siegfried Unseld und Thomas Bernhard - wer da nicht schmunzelt?


    Viele Grüße
    zweiterbass

    Wer die Musik sich erkiest, hat ein himmlisch Gut bekommen (gewonnen)... Eduard Mörike/Hugo Distler

  • Heute möchte ich auf Lesungen der Stadtbibliothek Stuttgart hinweisen.
    Diese werden als kostenlose Podcasts bereit gestellt,zum hören und herunterladen.


    Literatur zum Hören


    Lyriknacht-Podcast (2010)
    Rudolf Guckelsberger liest Wilhelm Hauff: Lichtenstein
    Michael Speer liest „Über Bord“ von Rudyard Kipling
    Rudolf Guckelsberger liest Emile Zola: Nana
    Ulrike Goetz liest Jane Austen: Kloster Northanger
    Rudolf Guckelsberger liest Charles Dickens: A Christmas Carol
    Rudolf Guckelsberger liest Charles Dickens: Die Pickwickier
    Peter Gorges liest Kurt Tucholsky: Schloss Gripsholm u.a.
    Rudolf Guckelsberger liest Mary Shelleys Frankenstein
    Rudolf Guckelsberger liest Lord Byron: Der Vampyr


    http://www1.stuttgart.de/stadt…abe_audio.php?sid=246#771

    mfG
    Michael

  • Aus gegebenem Anlass (Wapnewski gestorben, Wagnerjahr) noch einmal der Hinweis auf ein grandioses Hörbuch:



    Wapnewski liest die poetisch hervorragende, wenn auch philologisch natürlich überholte Übersetzung von Karl Simrock, wobei immer wieder mittelhochdeutsche Zitate eingeflochten werden. Er gibt auch eine Einführung und erklärt Zusammenhänge, vor allem aber ist er mit Herzblut und Leidenschaft dabei, er liebt dieses Nationalepos der Deutschen sichtlich und hörbar; auch lässt er sich in seinem Gelehrtentum nicht beeinflussen und besteht auf bestimmten Aspekten wie Aussprache und Bildungshintergrund. Ein sinnliches und intellektuelles Vergnügen und für Ring-Liebhaber sicher unabdingbar!

  • Hallo,
    an dieser Stelle möchte ich auf meinen toppfavoriten unter den deutschen Vorlesern hinweisen: Hans Paetsch.
    Sicher kennen ihn alle als "Märchenonkel" aus zahlreichen Kinderhörspielen, aber Paetsch hat noch sehr viel mehr gemacht. Ein wirkliches Highlight ist seine Lesung des "Don Quijote". Das kann man nicht besser machen.
    Auch mehrere Romane von Charles Dickens hat er eingespielt, darunter den "Oliver Twist", "Nicholas Nickleby" und "Große Erwartungen". Es gibt auch Lesungen von Tschechow-und Puschkin-Texten von ihm.


    Schöne Grüße
    wega

  • Hallo wega, das ist aber ein guter Tipp, dem ich gleich gefolgt bin. Danke. Via Amazon konnte ich soeben den "Nicholas Nickelby" bestellen. Das trifft sich insofern sehr gut, als ich vor ein paar Tagen den Roman gelesen habe. Dickens steht bei mir derzeit sehr hoch im Kurs. Ich bin gespannt, wie mir Hans Paetsch gefällt. Wenn ich Deine Begeisterung teile, gehe ich auf die Suche nach weiteren Titeln. Ich liebe Hörbücher, habe auch die von Musikwanderer empfohlenen Titel in meiner Sammlung. Inzwischen gibt es auch viele Hörspielproduktionen - darunter reichlich Dickens - als Hörbücher.


    Schriftsteller sind oft ihre besten Interpreten. Gut nachzuprüfen ist das bei Lesungen Thomas Manns, von dem es viele Hörbücher (Tonio Kröger, Eisenbahnunglück, die Musterungsszene aus Krull) gibt.
    Eines meiner liebsten Hörbücher ist die Novelle "Der Ausflug der toten Mädchen" von Anna Seghers, von der Autorin selbst gelesen. Dieser etwas schleppende, herbe Mainzer Tonfall ist von großer emotionaler Wirkung. Leider ist das entsprechende Hörbuch bei unseren Werbepartnern leider vergriffen.

    Gruß Rheingold

    Es grüßt Rheingold1876


    "Was mir vorschwebte, waren Schallplatten, an deren hohem Standard öffentliche Aufführungen und zukünftige Künstler gemessen würden." Walter Legge (1906-1979), britischer Musikproduzent

    Einmal editiert, zuletzt von Rheingold1876 ()

  • Schriftsteller sind oft ihre besten Interpreten. Gut nachzuprüfen ist das sei Lesungen Thomas Manns, von dem es viele Hörbücher (Tonio Kröger, Eisenbahnunglück, die Musterungsszene aus Krull) gibt.
    Eines meiner liebsten Hörbücher ist die Novelle "Der Ausflug der toten Mädchen" von Anna Seghers, von der Autorin selbst gelesen. Dieser etwas schleppende, herbe Mainzer Tonfall ist von großer emotionaler Wirkung. Leider ist das entsprechende Hörbuch bei unseren Werbepartnern leider vergriffen.

    Das ist sicher Geschmackssache! :) Auch ich mag Thomas Manns Stimme; aber ich denke, nicht jeder wird diese Ansicht (eigentlich Anhörung 8-) ) teilen. Übel wird es aber, wenn man Hermann Hesse schwäbeln hört, die Seghers ist auch nicht mein Fall. Gottfried Benn dagegen ist unglaublich gut; auch Günter Grass oder die Bachmann. Es gibt da ja die schöne Edition "Stimmen der Dichter":



    Sehr gut auch "Die Stimmen der Dichter" von Suhrkamp:



    Hans Paetsch.


    Die Stimme ist nicht so mein Fall, aber Dickens, Tschechow und Puschkin sprechen für ihn!

  • Nicht nur Gesangsstimmen haben ihr "Flair", auch die Stimmen von Sprechern können mich manchmal begeistern. Einer von diesen ist Christian Brückner. Gert Westphal war so ein Hörbuch-Erzähler mit Charisma. Die Schauspieler Ewald Balser, Matthias Wiemann, Eduard Marks muß ich da ebenfalls noch nennen. Sicherlich gibt es noch viele, ohne daß ich sie im Augenblick parat habe.


    Eine andere, ebenfalls beeindruckende Stimme hat für mich Otto Melies. Von ihm habe ich die Erzählung von Charles Dickens "Der Weihnachtsabend" - eine ungemein packende und mitreißende Geschichte, die der Schauspieler mit viel Erzählkunst vorträgt.


    :hello:

    .


    MUSIKWANDERER

  • Eine andere, ebenfalls beeindruckende Stimme hat für mich Otto Melies. Von ihm habe ich die Erzählung von Charles Dickens "Der Weihnachtsabend" - eine ungemein packende und mitreißende Geschichte, die der Schauspieler mit viel Erzählkunst vorträgt.


    Lieber Musikwanderer, Melies schätze ich auch sehr, er ist auch stimmlich gut gealtert, wenn ich das einmal so ausdrücken darf. Ich habe den Schimmelreiter mit ihn, den Weihnachtsabend von Dickens kenne ich nicht. Willst Du mir verraten, wo ich den finden kann?


    Völlig stimme ich mit Dir überein, dass Sprechstimmen eine ähnlich starke Anziehungskraft haben auf mich wie Gesangsstimmen. Es ist hier wie da ganz Musik. Manche "Vorleser", Du nanntest auch Westphal, kosten jedes Wort, jeden Buchstaben, jegliche Interpunktion aus und geben ihnen einen Sinn wie Sänger den Noten. Ein guter Sprecher kann auch Doppelpunkte vortragen. Je öfter ich manches höre, um so stärker der Genuss und die Wirkung auf mich. Ein guter Sprecher wird nie langweilig.


    Es grüßt Rheingold

    Es grüßt Rheingold1876


    "Was mir vorschwebte, waren Schallplatten, an deren hohem Standard öffentliche Aufführungen und zukünftige Künstler gemessen würden." Walter Legge (1906-1979), britischer Musikproduzent

  • Nicht nur Gesangsstimmen haben ihr "Flair", auch die Stimmen von Sprechern können mich manchmal begeistern. Einer von diesen ist Christian Brückner. Gert Westphal war so ein Hörbuch-Erzähler mit Charisma. Die Schauspieler Ewald Balser, Matthias Wiemann, Eduard Marks muß ich da ebenfalls noch nennen. Sicherlich gibt es noch viele, ohne daß ich sie im Augenblick parat habe.


    Eine andere, ebenfalls beeindruckende Stimme hat für mich Otto Melies. Von ihm habe ich die Erzählung von Charles Dickens "Der Weihnachtsabend" - eine ungemein packende und mitreißende Geschichte, die der Schauspieler mit viel Erzählkunst vorträgt.


    :hello:

    Gert Westphal steht über allem, ich habe alles von ihm und liebe besonders seinen Thomas Mann und Theodor Fontane. Christian Brückner ist toll, aber man hat ihn leider auch durch Fernsehpräsenz kaputtgespielt. Otto Melies, natürlich, großartig. Wieman sowieso, aber auch Will Quadflieg und andere. Für mich sehr prägend, den Nichtossis sicher unbekannt: Herwart Grosse!

  • Der Otto schreibt sich übrigens mit zwei "l". Soviel Zeit muß sein ;-)


    Ich habe mir übrigens heute Wapnewskis Nibelungen aus der Bibliothek geholt, Yorick.


    Vor einigen Wochen - da lebte er noch - kam das ganze bei MDR Figaro in der "Lesezeit", da höre ich immer zumindest Teile auf dem Weg zur Arbeit. Ich finde das von Wapnewski so großartig gemacht, daß ich mir das zur Gänze zu Gemüte führen muß...

    Einer acht´s - der andere betracht´s - der dritte verlacht´s - was macht´s ?
    (Spruch über der Eingangstür des Rathauses zu Wernigerode)

  • Ich habe mir übrigens heute Wapnewskis Nibelungen aus der Bibliothek geholt, Yorick.

    Dann mache es wie ich vor vielen vielen Jahren und nimm es dir heimlich auf Kassette auf; obwohl, heute muss man es ja nur ins Laufwerk legen. 8-)



    Vor einigen Wochen - da lebte er noch - kam das ganze bei MDR Figaro in der "Lesezeit", da höre ich immer zumindest Teile auf dem Weg zur Arbeit. Ich finde das von Wapnewski so großartig gemacht, daß ich mir das zur Gänze zu Gemüte führen muß...

    Ja, es ist auch großartig! Ich habe es jetzt auch noch einmal ganz gehört, obwohl ich das vielleicht schon zwanzigmal tat - aber ich bin schon seinerzeit im altgermanistischen Seminar durch Verzückung aufgefallen, wenn wir mitteldochdeutsch parlierten und ich im Überschwang dem grimmen Hagen meine Stimme lieh ... :)

  • (...) Melies schätze ich auch sehr, er ist auch stimmlich gut gealtert, wenn ich das einmal so ausdrücken darf. Ich habe den Schimmelreiter mit ihn, den Weihnachtsabend von Dickens kenne ich nicht. Willst Du mir verraten, wo ich den finden kann?

    Mein lieber Rheingold, ich verrate Dir selbstverständlich sehr gerne, wo Du den "Weihnachtsabend" finden kannst: Er steht in meinem Regal! :D Ich verrate Dir aber ebenso gerne, wo ich die 3-CD-Box her habe (bin mir aber nicht sicher, ob Dir meine Auskunft gefallen wird): Ein Geschenk für einen Kauf bei der "Digitalen Bibliothek" (Berlin), eine möglicherweise für diese Firma entstandene Pressung, aber das ist nur eine Vermutung. Ich habe nach Deinem Beitrag recherchiert und im Handel nichts gefunden. ;( In diesem Fall, wie auch in ähnlich gelagerten Fällen, bedauere ich, daß der Austausch von E-Mail-Adressen nicht möglich ist, sonst hätte ich Dir nämlich gerne weitergeholfen...


    :hello:


    @ Reinhard: Ich streue Asche auf mein Haupt - sicherlich habe ich nicht aus Absicht das zweite "l" im Nachnamen des Otto Mellies unterschlagen. Ich hoffe, der fantastische Sprecher hat von meinem Lapsus nichts mitbekommen!!! :stumm:

    .


    MUSIKWANDERER

  • (...) Christian Brückner ist toll, aber man hat ihn leider auch durch Fernsehpräsenz kaputtgespielt. Otto Melies, natürlich, großartig. Wieman sowieso, aber auch Will Quadflieg und andere. Für mich sehr prägend, den Nichtossis sicher unbekannt: Herwart Grosse!

    Ja, ja, und nochmals ja. Bedauerlich für mich, daß ich den Quadflieg vergessen hatte. Aber in keiner Weise zustimmen kann ich bezüglich Brückner: Daß seine Stimme so präsent ist, zeigt seine universelle Einsetzbarkeit in diesem Metier. Und Herwart Grosse :no: Der Nichtossi hat schon Halsschmerzen...


    :hello:

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    MUSIKWANDERER

  • Aber in keiner Weise zustimmen kann ich bezüglich Brückner: Daß seine Stimme so präsent ist, zeigt seine universelle Einsetzbarkeit in diesem Metier.

    Ich meinte mehr die Übersättigung! Seine Stimme ist wie die der anderen Aufgezählten enorm besonders und damit immer wiederzuerkennen. Wenn man aber diese Stimme in extrem vielen Dokumentationen hört und auch noch als Synchronstimme für diesen und jenen und dann auch noch viele Hörbücher von ihm hat; dann wird es irgednwann kritisch.



    Zitat

    Und Herwart Grosse :no: Der Nichtossi hat schon Halsschmerzen...

    Er war sehr bekannt in der DDR, spielte unter anderem Friedrich den Großen; aber vor allem Klassiker; hier den Nathan:



    Sehr bekannt auch als Heine-Interpret, die Platte war damals ein Renner:



    Und natürlich Märchen, die Platte hört ich als kleines Kind:


  • Zitat Yorick: "Er war sehr bekannt in der DDR, spielte unter anderem Friedrich den Großen; aber vor allem Klassiker; hier den Nathan" - gemeint ist Herwart Grosse.


    In der vorgestellten Aufnahme des NATHAN ist er aber nicht der Nathan sondern - wenn ich mich richtig erinnere - der Derwisch. Nathan ist der alte Winterstein.


    Ja, der Grosse, mit dem Alter wurde er immer besser. Er hat auch einen wunderbar bissig-ironischen Thomas-Mann-Abend veranstaltet, der auf Platte festgehalten ist. Und in der DEFA-Synchronisation des Mantel- und-Degen-Films DER GEJAGTE mit Jean Marais spricht er - durch und durch Aristokrat und mir schon deshalb unvergessen - den einleitenden Dialog. Ein sprachliches Meisterstück.


    Rheingold


    Und Dir, mein lieber Musikwanderer, danke ich herzlich für Deine Antwort. Am Ende findet sich ein Weg. :)

    Es grüßt Rheingold1876


    "Was mir vorschwebte, waren Schallplatten, an deren hohem Standard öffentliche Aufführungen und zukünftige Künstler gemessen würden." Walter Legge (1906-1979), britischer Musikproduzent

  • Hi


    Jetzt sollte aber auch eine Lanze für österreichische Größen der Lesekunst gebrochen werden. Da gibt es nämlich nicht nur einige Kapazunder sondern wirkliche Großtaten auf diesem Gebiet.



    Burgtheater-Mime Peter Matic dürfte vielen bekannt sein. Als Stimme von Ben Kingsley vielleicht sogar mehreren als ihnen bewusst ist. Über acht Jahre erstreckte sich die Arbeit an Marcel Prousts Auf der Suche nach der verlorenen Zeit. Für einen längeren Winterurlaub am Südpol gibt es über 150 Stunden gesprochenen Text.


    Eine weitere bei uns sehr bekannte Stimme besitzt Wolfram Berger. Von ihm gibt es u.a. eine verschiedentlich überschwenglich gelobte Einspielung von Robert Musils Der Mann ohne Eigenschaften.

    Ciao


    Von Herzen - Möge es wieder - Zu Herzen gehn!




  • Aber natürlich wollen wir die österreicherischen "Lesegrößen" hier nicht unterschlagen; wo kämen wir da hin, wenn wir den da nicht nennen würden. Es wäre eine Sünde, denn das ist wirklich ein Großer!!!



    Aber auch diese Dame gehört nach meiner Meinung dazu. Eine Stimme, die ich nicht mehr missen möchte!!!


    :hello:

    .


    MUSIKWANDERER


  • Habe ich beides, kaum zu glauben schon zweimal komplett gehört! Dazu noch:





  • Aber natürlich wollen wir die österreicherischen "Lesegrößen" hier nicht unterschlagen; wo kämen wir da hin, wenn wir den da nicht nennen würden. Es wäre eine Sünde, denn das ist wirklich ein Großer!!!

    Ja, der Wolferl, der war nicht nur infantil, sondern auch koprophil! 8-) :)

  • Ja, der Wolferl, der war nicht nur infantil, sondern auch koprophil! 8-) :)

    Na, na, das ist doch wohl sehr übertrieben. Nur weil in den Familienbriefen hin und wieder von "Scheiß ins Bett, dass 's kracht" geschrieben wird und der Wolferl so einige deftige Kanons geschrieben hat, kann man wohl kaum so weit gehen, sexuellen Lustgewinn daraus abzuleiten - oder???


    :hello:

    .


    MUSIKWANDERER