Fortschritt oder Blasphemie ? Mozartklone in den USA

  • Liebe Forianer,


    Vor nichts aber auch vor gar nichts wird in der heutigen Zeit halt gemacht.
    Alles scheint machbar und was machbar ist wird eben gemacht - egal ob Ethik und Moral da auf der Strecke bleiben.


    Diese Entwicklung kommt unleugbar aus den USA wo man sogar Patente aufs Klonen beantragt hat.


    Der neueste "Geniestreich aus dem Land der unbeschränkten Möglichkeiten ist, daß man versucht an Hand von vorhandenem Genmaterial Berühmtheiten zu klonen.
    Im Mozartjahr 2006 bietet sich der Jubilar Wolfgang Amadeus Mozart als
    Versuchskaninchen geradezu an. Aber glücklicherweise ist hier keine wirkliche Gefahr gegeben -existiert doch von dieser Ikone der klassischen Musik keine einzig verwertbarer Teil, den
    man unter Mißachtung aller Pietät ausgraben und zu solchen Spielchen verwerten könnte.


    Solch ein Experiment kann also nie stattfinden


    Weit gefehlt !!! - Aus einer Haarlocke Mozarts, die ein amerikanischer Forscher 1992 aus dem Mozarthaus mitgenommen hat, und dort ein Büschel Haare seiner Sekretärin an Stelle dessen hinterlegt hat (Der Schwindel fiel erst neulich auf - man versucht den Vorfall aber zu vertuschen) will Professer C.W.Haggerty von der Springfield University in Alabama eine getreue Kopie vom musikalischen Jahrtausendereignis Wolfgang Amadeus Mozart anfertigen. (Ein Irwittz IMO!!!)


    Die Versuche sind schon weit gediehen, so will eine amerikanische Tageszeitung wissen, daß es schon 7 Prototypen gibt, die aber noch einige kleine Schönheitsfehler aufweisen.
    Zudem kommt es zu Komplikationen mit denen man nicht gerechnet hatte. So erweisen sich alle
    7 Klones als ausgesprochen unmusikalisch und verstockt. Sechs von ihnen reagieren auf ein Bild Salieris überhaupt nicht, Nummer 7 jedoch beginnt bei seinem Anblick kreischend zu schreien. Dieser Clon ist,
    so Prof Haggerty - die große Hoffnung der Wissenschaft, er dürfte dem Original an nächsten kommen.


    Über die Eigenarten der anderen Klones ist nur wenig bekannt, einges ist aber doch durchgesickert:
    Der Klon MOZ Nr. 5a (Nr 5 ist missglückt und wurde daher von der Zählung ausgeschlossen) beherrscht die FäkalspracheMozarts, sowie deutsch und französich makellos, ist aber strohdumm - keine wirklicher Durchbruch, so Prof Haggerty
    der über das Schicksal von Klon MOZ Nr.5 peinlichstes Stillschweigen bewahrt
    (Eine amerikanische Zeitung behauptet, er wäre der "echte" perfekte Klon, und Haggerty halte ihn vor seinen Auftraggebern
    versteckt, um selber den gesamten Profit seiner Forschungsarbeit einzuheimsen


    Ansonst sicherte trotz strengster Geheimhaltung so manches durch, was nicht für die Öffentlichkeit
    bestimmt war: So wurde bekannt, daß die 7 Prototypen einander so ähnlich sind, daß man sie in
    vergitterte Zellen sperren muß, damit sie sich nicht in die Haare kriegen - stets wollen alle das Gleiche zu gleicher Zeit tun. Da das nicht möglich ist fallen sie schreiend übereinander her - sobald sie sich sehen.


    Die Liga gegen die Gentechnik hat bereits Protest gegen diese Versuche eingelelegt, aber Prof Haggerty meinte dazu lakonisch: "Geschehen ist geschehen - das Rad der Zeit lässt sich nicht mehr zurückdrehen."


    Ein Link zur offiziellen Website "www.mozartclone_international.com" ist zur Zeit noch nicht verfügbar, die Website wird nach meinen Informationen erst heute gegen 20 oder 21 Uhr ans Netz gehen.
    Tamino Klassikforum bleibt am Ball - und prüft das Vorhandensein der Site stündlich ab. Sobald sie am Netz ist verlinke ich augenblicklich...


    In der Zwischenzeit ist Zeit für Meinungen:


    Genies Oder Scharlatane ? - das ist die Frage, die sich erhebt
    Der Thread ist eröffnet - heute abend - wenn der Link funktioniert - werden wir klüger sein.


    Beste Grüße aus Wien


    Alfred

    Man merkt die Absicht und man ist verstimmt ......


  • :jubel: :jubel: :jubel: :jubel: :jubel: :jubel::jubel:
    DAS IST JA TOTGEIL
    :jubel: :jubel: :jubel: :jubel: :jubel: :jubel::jubel:


    Die Nr. 7 kauf' ich... :D


    Nein, im Ernst, die Sache ist schon seit längerer Zeit in Vorbereitung. Dr. phil. Erich Duda schrieb bereits im Mai 2005 dazu [er ist natürlich an einer Süßmayr-Rekonstruktion interessiert - Süßmayr, der König im Fragment komponieren :D ] - deswegen war ich ja auch in Wien bei ihm.


    Ach ja, er schrieb:



    Hintergrund der Sache ist - ich habe das o.k. das vorab mitzuteilen - dass die Fragmente Mozarts nun endlich richtig vervollständigt werden sollen. Alle scheißen auf die Moral - es geht hier darum, der gesamten Musikwissenschaft zu zeigen, dass sie jahrhundertelang falsch lag. Besonders die Requiem- und c-moll-Messe-Rekonstruktionen der letzten Jahre werden auf dem Scheiterhaufen lodern... [ich freue mich auf diesen Tag! :D :D :D ]. zudem steht die Ergänzung der Zaide, L'Oca del Cairo, Lo Sposo deluso und ein 2ther Theil der Zauberflöte auf dem Programm... [zum Glück gibts Antibiotika :D:stumm: ]


    Im Übirgen war ich diesbezüglich - auch das muss nun an die Öffentlichkeit - in der Zeit November/Dezember in den U.S.A. - man hatte mich hinterhältig eingeladen, um mich dann "wegzusperren", ich wusste zuviel. Das erklärt nun mein "übles" Verschwinden aus dem Forum... Die Welt darf mir ewig dankbar sein für das, was ich durchmachte! Ach, was soll der ganze Kram:


    ICH FINDS EINFACH NUR GEIL!!!!


    Leider dauert es noch, bis Ioannes Chrysostomus - so heißt die Nr. 7 - soweit sein wird, das Requiem zu vollenden - 34 Jahre noch ;( ;(


    Aber das werde ich überleben!


    :hello:


    Ulli

    Die Oper muss Tränen entlocken, die Menschen schaudern machen und durch Gesang sterben lassen.
    (Vincenzo Geilomato Hundini)

  • Hallo Alfred,
    ich gebe zu bedenken, dass das sehr unwahrscheinlichn ist. Wenn mich nicht alles trügt, kann man aus derart altem biologischen Material keine vollständige DNS isolieren.
    LG

    ...

  • Das hat man in Salzburg auch geglaubt und die Initiative den AMIS überlassen, aie Information ist uns schon seit 3 Wochen bekannt - Ich weiß mehr als ich sagen darf - sonst versiegt meine Quelle für immer


    Das Video, das ich am 17. 3. 2006 erhielt spricht eine klare sprache, es wurde mir ferner ermöglicht -weil man sich vom Forum eine Breitenwirkung erhofft, 2 Minuten mit MOZ Klon NR 2 zu telefonieren -
    Ulli irrt nämlich wenn er meint, es handle sich bei den Clones um Babys
    (Was weiß ich was Duda da wiweder verschwiegen hat) sondern um junge männer im Alter von ca 32 Jahren)


    Die Klones wurden nach dem neuen Turboclone 4489 Verfahren hergestellt, welches einerseits binnen weniger Wochen, den "erwachsenen " Menschen repliziert - andererseits sehr Fehleranfällig in bezug auf Detailtreue ist - daher auch die Unmusikalität der Klones.


    Ich hab einen heissen draht dorthin - morgen weiß man mehr


    LG


    Alfred

    Man merkt die Absicht und man ist verstimmt ......


  • Also Alfred, das hätte ich von Dir nicht erwartet!


    Wer hat Dir denn die DVD geschickt??? :angry:


    Zur Erinnerung: Ich war's!


    Und falls Du meinst, damit jetzt die große Kohle machen zu können - :beatnik:


    Ich habe meine Kohle bereits und bin seit meiner Rückkehr aus den USA im Dezember 2005 Privatier...


    :baeh01:


    Ioannes Crisostomus ist 5 Jahre alt - der Fehler bei Nr. 5 [habe ich Dir das nicht gesagt?] war genau der, den Du beschrieben hast: Es ging zu schnell, was zur Folge hatte, dass der Knochenbau nicht mitkam... ein Häufchen Elend.


    Hier sind Bilder von Ioannes bei Bettina und Wilfried in Langwaid [er hat gleich alles leer gefuttert]:



    und hier während des Geigenunterichtes - hochkonzentriert Anfang des Jahres:



    Wir waren neulich vor Ort - was der so alles schon freiwillig komponiert - DER WAHNSINN! Übrigens hat er bereits das "Adelaide"-Konzert komponiert - es heißt correctement "Daddel"-Konzert.


    :hello:


    Ulli

    Die Oper muss Tränen entlocken, die Menschen schaudern machen und durch Gesang sterben lassen.
    (Vincenzo Geilomato Hundini)

  • Zitat

    ich gebe zu bedenken, dass das sehr unwahrscheinlichn ist. Wenn mich nicht alles trügt, kann man aus derart altem biologischen Material keine vollständige DNS isolieren.


    Es sei denn, das man den DNS Strang mit etwas Beethoven-Spucke vervollständigen kann. Was ja auch gelungen sein soll.
    Also ich wäre da auch mehr ein Fan von Nr. 9, wenn auch die mozartsche Neigung etwas auf der Strecke geblieben ist.


    Kann man sich solche Klone auch kaufen? :beatnik:

    Liebe Grüße
    der Manfred

  • Entwürdigung? ?( ?( ?(


    Ganz im Gegenteil! Es wird endlich unter ethischen Aspekten Mozarts Werk gewürdigt werden können. ER kann endlich sagen, WIE es gespielt werden soll! De Klassikmarkt wird sich gravierend verändern: "Mozart" wird - wie zu Lebzeiten - Feinde bekommen, aber auch wenige neue Freunde finden!


    Natürlich gehts dabei auch um viel Kohle... klar. Diesen Nebeneffekt [der mir zugute kommt :P ] kann man aber in Anbetracht des Nutzens vergessen!


    Das 28. Klavierkonzert, angeblich "initiiert" von einem gewissen Herrn Schmidt, der immer noch glaubt, hier integer zu sein, gibt es bereits - die Uraufführung ist für September 2006 in München geplant. Dort eigentlich wollte Mozart leben - nicht in Wien.


    Cordialement
    Ulli, der gleich durchdreht...

    Die Oper muss Tränen entlocken, die Menschen schaudern machen und durch Gesang sterben lassen.
    (Vincenzo Geilomato Hundini)

  • Zitat

    Wenn mich nicht alles trügt, kann man aus derart altem biologischen Material keine vollständige DNS isolieren.


    Stimmt nicht. Der Liszt-Klon, den ich vor zwei Jahren auf dem Weimarer Schwarzmarkt erworben habe, macht sich als Haushaltshilfe wirklich gut. Während die linke Hand noch abwäscht, trocknet die rechte bereits ab. Schade nur, dass er mit der Nase nicht noch den Toaster bedient, aber bei der ersten Baureihe muss man wohl Abstriche machen...


    Allen einen schönen April wünscht
    B.

  • Klone kann man NICHT kaufen .....


    Zumindest nicht wenn es nach den Klonegegnern geht ...


    aber natürlich übernimmt der Hersteller Kompositionsaufträge.


    Einge Tonträger Label sollen sich schon eingedeckt haben - bis zum Klavierkonzert Nr 47 !!!


    Aber wie gesagt- Das Projekt ist noch nicht ausgereift - hier spielen finanzielle Interessen eine Rolle -keine künstlerischen.


    So interessant das alles auch sein mag.
    Hände weg !! das ist noch alles in der Testphase - vor 8 wochen hieß es noch :


    Es ist nicht möglich - Das Projekt sei gescheitert.


    Aber inzwischen hat man neue wissenschaftliche Erkenntnisse gewonnen - seit 3 Wochen geht es flott voran.....


    LG


    Alfred


    PS der Link ist erwartungsgemäß noch nicht verfügbar....

    Man merkt die Absicht und man ist verstimmt ......


  • Mensch Alfred,


    WIE KANNST DU NUR DIESES THEMA ÖFFENTLICH MACHEN??? Wo doch nur wenige Eingeweihte darüber Bescheid wissen!!! :motz:


    Jetzt siehst Du was Du davon hast - es wird wild herum spekuliert. Wir wollten ja eigentlich unseren Mund halten - aber wenn jetzt schon die ersten Interessenten bezüglich MOZ-Klon kaufen aufgetaucht sind...


    ...DAS geht natürlich nicht. Der Mozartklon wird die Musik(Welt)geschichte revolutionieren! Um das Ganze jetzt ins rechte Licht zu rücken: Ulli hat natürlich Recht (und das weßt Du auch): Wir hatten die Ehre Ioannes hier bei uns begrüßen zu dürfen - und er hat uns voll überzeugt:





    Der selbstbewußte und zufriedene Gesichtsausdruck, die elegante Haltung der Hände beim Dirigieren seiner Grand Partita... einfach unglaublich! Und das Essen ist ihm - ganz Mozart auch nicht ganz unwichtig!


    Wir können nur hoffen, dass Ioannes MOZ Klon sich jetzt ohne weitere Störung weiter entwickeln kann! KAUFEN! :angry:


    Das Daddel Konzert wird seine Uraufführung natürlich bei uns haben :yes:


    Liebe Grüße


    Bettina und Wilfried

  • Dass das ganze funktioniert, haben amerikanische Wissenschaftler bereits vor Jahren bewiesen. Die ersten Experimente dieser Art waren Gegenstand des Dokumentarfilms "Jurassic Parc". Experimente mit menschlicher DNA sind jedoch bisher fehlgeschlagen. Freigesetzte misslungene Klone von Mozart, wie zB das Ergebnis des sog. "Tötensen Projekts", gelten als unberechenbar und umweltgefährdend.

    res severa verum gaudium


    Herzliche Grüße aus Sachsen
    Misha

  • Für den Hinweis auf "Jurassic Park" bin ich sehr dankbar. Da haben sie doch unvollständige Saurier-DNS-Stränge mit Frosch-DNS komplettiert. Und genau das ist mein Ansatz.
    Was, bitte, soll denn ein Mozart-Klon? So fantasielos kann doch nur ein Ami sein!
    Man nehme: Ein wenig Mozart-DNS für die Melodie, etwas Beethoven-DNS (nur nicht das Taubheits-Molekül) für die Themenverarbeitung, etwas Bach-DNS von wegen Kontrapunkt, und was frei bleibt, ergänzt man mit Ravel-DNS, weil die Instrumentierung auch wichtig ist.
    Übrigens kann man ja auch Dirigenten auf diese Weise klonen und Bernstein und Karajan zusammenlegen. Im besten Fall kommt ein Supergenie heraus; im schlechtesten ein versoffener Glattbügler. :stumm:

    ...

  • Zitat

    Original von Edwin Baumgartner
    Da haben sie doch unvollständige Saurier-DNS-Stränge mit Frosch-DNS komplettiert.


    Lieber Edwin,


    Da hast Du wirklich einen heißen Topf platzen lassen. Die Gelehrten sind sich da noch nicht einig.
    Robert Bakker behauptete vor mehr als 20 Jahre, daß Vögel und Saurier zu einer Familie gerechnenet werden sollten. Und später kamen also die Spekulationen: könnte man von Saurier und Vögel eventuell....
    Ich fürchte, es gäbe bereits so einen Idiot! Denn irgendwie wollen sie immer etwas unfaßbares probieren.


    LG, Paul

  • Moin,


    obwohl ich Gegner einer Klone-Technologie bin, würde ich im Falle von Mozart eine Sondererlaubnis erteilen.


    Aber Leute wir brauchen keine Haarlocke, denn nun endlich ist Mozarts Grab eindeutig identifiziert worden. :jubel: :jubel: :jubel: :jubel:


    Heute erschien im Tagesanzeiger, das ist die zweite grosse Schweizer Tageszeitung nach der NZZ, folgener Artikel auf der Titelseite. Ich habe ihn mal schnell für Euch eingescannt.
    ___________________________________________________________
    Mozarts Grab wurde in Florenz entdeckt


    Florenz. - Spektakuläre Entdeckung im Mozart-Jahr: In Florenz wurde auf Grund eines DNA-Vergleichs das mutmassliche Grab von Wolfgang Amadeus Mozart identifiziert. Der Vergleich wurde mit den sterblichen Überresten von Mozarts Schwester angestellt, nachdem ein britischer Forscher die These vertreten hatte, der Komponist sei 1791 nicht gestorben, sondern untergetaucht und nach Italien ausgewandert. Dort habe er bis zu seinem wirklichen Tod 1829 Opern für Gioacchino Rossini komponiert.
    Anlass für diese Vermutung waren einerseits neu aufgefundene Briefe Mozarts, anderseits die Tatsache, dass zwei Rossini-Gräber existieren, je eines in Paris und in Florenz. Die Erkenntnis, dass im Florentiner Rossini-Grab in Wirklichkeit Mozart liegt, wird in der Musikwelt und insbesondere in der Mozart-Forschung erheblichen Wirbel verursachen.
    Derzeit finden weitere Untersuchungen der Knochenproben statt, die die Identität Mozarts definitiv belegen sollen. Auch in Zürich werden DNA-Tests durchgeführt. Interessierte können die Knochen heute Samstag von 11 bis 12 Uhr im Medizinhistorischen Museum der Universität Zürich an der Rämistrasse 69 besichtigen. (TA)
    Bericht, Kommentar und im Interview Seite 49
    ___________________________________________________________


    Ich scanne mal den Rest im Laufe des Tages weiter ein und stelle ihn zur Info hier zur Verfügung.


    Noch wichtiger ist natürlich, dass jetzt auch Ulli endlich öffentlich Rossini hören darf. :D :D :D

    Grüsse aus Rhosgobel


    Radagast

  • Hier mal den Artikel zur DNA-Analyse des Florentiner Spezialisten:



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    « Klare DNA-Analyse »
    Der italienische DNA-Experte Lorenzo Arruga hat Knochen aus dem Florentiner RossiniGrab einer Analyse unterzogen. Alles deutet auf Mozart hin.
    Mit Lorenzo Arruga sprach Guido Kalberer
    Mitte der Woche wurden die beiden Rossini-Gräber in Paris und Florenz ausgehoben. Es kam Erstaunliches zu Tage: Knochen von zwei verschiedenen Menschen.
    Ja, ein vorgestern durchgeführter DNA-Vergleich am Istituto Medico an der Universita di Bologna belegt diesen Sachverhalt.
    Dass es um zwei Menschen geht, ist das eine. Das andere ist, dass es sich bei den Knochen aus dem Florentiner Grab offenbar um die Gebeine Mozarts handelt.
    Auch hier hat uns die DNA-Untersuchung wichtige Einsichten gewährt: Vergleiche mit den Knochen von Mozarts Schwester, Maria Anna, zeigen mit hoher Wahrscheinlichkeit, dass der weltbekannte Komponist in Florenz begraben worden ist. Die DNA-Analyse belegt insbesondere auch, dass es sich um die Knochen eines Mannes handelt, der etwa um 1829, dem Todesjahr von Maria Anna, verstorben ist. Das ist eine
    eigentliche Sensation, die das traditionelle Mozart-Bild revolutionieren wird.


    Ihre bahnbrechende Analyse, die gestern publik wurde, muss aber noch von anderen unabhängigen Instituten bestätigt werden.
    Ja, nach Bologna werden die Knochenfunde zuerst im renommierten Institut für Rechtsmedizin an der Universität Zürich untersucht - immerhin der Ort, wo unter anderem das Turiner Grabtuch analysiert worden ist. Danach steht eine DNA-Analyse an der University of London auf dem Programm. Da bereits die jetzigen Forschungen mit 98-prozentiger Sicherheit zeigen, dass es sich um Mozarts Knochen handelt, besteht für uns kein Grund, daran zu zweifeln. Es gibt immer noch Geisteswissenschaftler, welche die Einsichten der Naturwissenschaften nicht zur Kenntnis nehmen wollen, um ihre lieb gewonnenen Ansichten weiterhin hegen und pflegen zu können.


    Was verständlich ist ...
    ... genauso verständlich wie unwissenschaftlich.


    Wieso wurde das Grab erst jetzt ausgehoben?
    Neben rechtlichen Gründen gab es auch solche der Pietät. Und es bestand bisher ja auch kein Anlass, am Inhalt der Gräber zu zweifeln. Eine Rolle für das lange Zuwarten hat sicherlich auch die Tatsache gespielt, dass einige Musikhistoriker kein besonders grosses Interesse daran haben, unangenehme Wahrheiten über so genannte Idole zu Tage zu fördern.
    ___________________________________________________________

    Grüsse aus Rhosgobel


    Radagast

  • Hier jetzt der Hauptartikel:


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    Spektakuläre Erkenntnisse in der Mozart-Forschung: Mozart
    ist nicht 1791 gestorben, sondern
    hat bis 1829 Opern -für Rossini komponiert.
    Von Susanne Kübler


    Über keinen Tod ist mehr gerätselt worden als über jenen von Wolfgang Amadeus Mozart, und die Fragen sind bis heute nicht verstummt. Was war das «hitzige Frieselfieber», das ihn in nur zwei Wochen sterben liess? Warum hat man nie ein Grab gefunden? Und warum ist das unvollendet gebliebene Requiem auf 1792 datiert, als Mozart gar nicht mehr lebte? Edward Holmes, renommierter Mozart-Forscher am Stanford Institute of Musicology, hat die Fragen nun in einer Weise beantwortet, die die bisherige Mozart-Forschung gründlich über den Haufen wirft: Mozart ist 1791 nicht gestorben, sondern hat sich nach Italien abgesetzt, wo er nach einer Zeit in Bologna bis 1829 auf Gioacchino Rossinis Landgut bei Pesaro lebte - und Opern im Namen seines Gastgebers komponierte.


    Rätsel um Rossinis Grab


    Die Geschichte klingt absurder, als sie bei genauerem Hinsehen ist. Denn auch zu Rossini gibt es einige Fragen, die in der Musikforschung bis heute unbeantwortet geblieben sind: Warum hat er sich als erfolgreichster Opernkomponist seiner Zeit mit nur 37 Jahren, ohne jede Vorankündigung, von der Bühne zurückgezogen? Wie kommt es, dass er die restlichen 39 Jahre seines Lebens als Privatier in Paris genoss und abgesehen von der «Petite Messe Solennelle» nur noch ein paar unpublizierte Kleinigkeiten schrieb? Und vor allem: Warum gibt es zwei Rossini-Gräber, je eines in Paris und in Florenz?
    Die Antwort auf die Fragen ist laut Holmes, dass eben nicht Rossini, sondern Mozart den «Barbiere di Siviglia» oder den «Guillaume Tell» komponiert hat. Dieser Mozart starb 1829, im Alter von 73 Jahren - und mit ihm das, was als Rossinis Inspiration gegolten hatte.


    DNA und neue Dokumente


    Gestützt wird diese Hypothese von einem DNA-Vergleich, der den Florentiner «Rossini» mit grosser Wahrscheinlichkeit als Mozart identifiziert (vgl. Interview). Dieser Vergleich war anberaumt worden, nachdem Holmes auf Grund bisher unbekannter Dokumente seine spektakulären Schlüsse gezogen hatte. Sein wichtigster Fund ist zweifellos jener Brief, in dem Mozart einen knappen Monat vor seinem «Tod» seinen Logenbruder Michael Puchberg um Reisegeld gebeten hat: Er wolle in den Süden fahren, denn er sei «nirgends so geschäzet worden, wie in italien» und habe «in keinem land so vielle ehren empfangen» wie dort.
    Das schrieb Mozart in einer bekanntermassen schwierigen Zeit. Seine Frau Constanze hatte eine Affäre mit seinem Schüler Franz Xaver Süssmayr, der anonyme Auftrag für ein Requiem hat ihn tief verunsichert, und Puchberg, der ihm lange grosszügig Geld geliehen hatte, reagierte nur noch zögerlich auf entsprechende Anfragen (ob dieser letzte Bettelbrief erfolgreich war, ist nicht bekannt): Gründe genug für eine Flucht in den Süden.
    In Italien lebte Mozart in der Villa Pallavicini bei Bologna, wo er sich schon auf seiner Wunderkind-Tournee 1770 mehrere Monate aufgehalten hatte. Dort lernte er dann 1806 den damals 14-jährigen Gio
    acchino Rossini kennen, der in Bologna studierte und als grosses Talent galt. Rossini nahm Stunden bei Mozart, und bald verstanden sie sich auch jenseits der Musik: Beide waren leidenschaftliche Spieler, beide hatten Sinn für Humor (Mozarts oft derbe Scherze wurden in diesem MozartJahr wieder ausführlich zitiert, und Rossini hat - nach 1829 - Miniaturen mit Titeln wie «Gefolterter Walzer» oder «Asthmatische Etüde» geschrieben).


    Der «Mozart Italiens»


    Dass irgendwann die Idee aufkam, Mozarts Genie und Rossinis Geschäftssinn zu kombinieren, liegt nahe. Das Resultat waren Opern, die schon bald dazu führten, dass Rossini der «Mozart Italiens» genannt wurde - eine Etikette, die nun eine ganz neue Bedeutung bekommt. Zu klären bleibt allerdings die stilistische Frage. Warum hat Mozart plötzlich wie Rossini komponiert? Wie kommt ein Komponist, der selbst Nebenstimmen nie nur routiniert ausgeführt hat, zum wirkungsvollen, aber relativ simplen Rezept des Orchester-Crescendos? Die Unterschiede sind gerade in jenen Werken, die die beiden Komponisten am engsten verbinden, eklatant: Wo Mozarts Oper «Le nozze di Figaro» in jedem Takt neue Ideen bringt, lebt Rossinis «Barbiere di Siviglia» nach demselben Beaumarchais-Stoff von vergleichsweise wenig Material. Rossinis Oper ist hervorragend gemacht, höchst amüsant - aber in keiner Szene von mozartscher Vielschichtigkeit.
    Edward Holmes erklärt die Diskrepanz einerseits mit jener Spiel- und Experimentierfreude Mozarts, die auch andere Forscher als zentrale Komponente seines Schaffens sehen (Martin Geck etwa hat die Figur des Harlekin als Leitmotiv für seine aktuelle Mozart-Biografie gewählt, TA vom 13. 1.). Das Spiel mit diversen Stilen hat Mozart beherrscht wie kein Zweiter, und zweifellos fiel es ihm leicht, sich eine andere musikalische Identität zuzulegen.
    Dass er das auch tatsächlich wollte, dürfte eine späte Folge der Konflikte mit seinem Vater Leopold sein, dem Mozarts musikalische Entdeckungslust schon früh suspekt war (kaum zufällig wollte er nicht, dass Mozart nach Mannheim reiste - wo, dies nebenbei, der Effekt des Crescendos als Spezialität gepflegt wurde). Auch sonst belegen zahlreiche Briefe, dass Leopold ein sicherer Posten wichtiger war als künstlerische Selbstverwirklichung. Ein Musiker hatte seiner Meinung nach Beifall zu finden und gut bezahlt zu sein, «das übrige hohle der Plunder» (Brief vom 20. April 1778 ).


    Die andere Möglichkeit ausprobieren


    Mozart hat sich dieser Position widersetzt - und dafür existenzielle Schwierigkeiten riskiert, die ihm zunehmend zu schaffen machten. Nun, nach seinem Abtauchen, wollte er offenbar auch die andere Möglichkeit noch ausprobieren und schrieb für Rossini Werke, die ganz im $inne des Vaters dem breiten Geschmack entsprachen.
    Wozu das geführt hat, ist bekannt: zu Grosserfolgen wie dem «Guillaume Tell», der damals mehr gespielt wurde als alle Mozart-Opern zusammengenommen. Aber auch zu einer Musik, die heute weit geringer geschätzt wird als jene, die Mozart unter seinem eigenen Namen veröffentlicht hat. Sobald Holmes' Erkenntnisse definitiv bestätigt werden, wird diese Musik noch einmal unter ganz anderen Voraussetzungen untersucht werden müssen.


    Edward Holmes: Mozarts life as Rossini. Musicological Studies, Stanford, 2006/2
    ___________________________________________________________


    Alles sieht danach aus, asl wenn wir nicht nur das KV umschreiben müssen, sondern bald auch wirkliche Mozart-Klone das Requiem vollenden können.


    Und ich gehe jetzt die Knochen anschauen.



    Ich berichte dann weiter. :hello:

    Grüsse aus Rhosgobel


    Radagast

  • Zitat

    Original von Edwin Baumgartner
    Für den Hinweis auf "Jurassic Park" bin ich sehr dankbar. Da haben sie doch unvollständige Saurier-DNS-Stränge mit Frosch-DNS komplettiert. Und genau das ist mein Ansatz.


    Jetzt kannst Du endlich Ahnenforschung betrieben...


    :D

    Die Oper muss Tränen entlocken, die Menschen schaudern machen und durch Gesang sterben lassen.
    (Vincenzo Geilomato Hundini)

  • :D Radabgast:


    Was die Schwizer Schokimäuler wieder für einen Unsinn verzapfen:


    Jeder Mansch weiß heute, dass der rühmliche Wolfgang Amadé Mozart in der Nacht vom 4. auf den 5. Dezember 1791 um 0:55 Uhr - Nein! nicht gestorben - sondern mit seiner Privatkutsche heimlich abgereist ist, da er von Constance und Rübengesicht Süßmayr die Schnauze voll hatte...


    Es liess sich zunächst im nördlichen Spanien, Bilbao nieder - natürlich unter anderem Namen und dann zog es ihn wieder nach Paris, wo er u.a. Luigi Cherubini kennenlernte [der im was auf der Geige beigringen wollte, aber leider verzweifelte]. Dort starb Mozart [unter anderem Namen] am 17. Januar 1826: 70jährig! zehn Tage jedenfalls vor seinem 70sten.


    Ach ja: Er nannte sich Juan Crisóstomo de Arriaga, von den zwei Vornamen [Ioannes Chrysostomus] konnte er sich bekanntlich nicht trennen. Das erklärt übrigens der MuWi heute, warum von "Arriaga" so wenige Werke erhalten geblieben sind - der nämlich soll an Überarbeitung gestorben sein, holte sich aber, um das zu vertuschen, noch schnell eine Lungen-Tuberkulose dazu...


    :hello:


    Ulli

    Die Oper muss Tränen entlocken, die Menschen schaudern machen und durch Gesang sterben lassen.
    (Vincenzo Geilomato Hundini)

  • Zitat

    Original von Ulli
    Dort starb Mozart [unter anderem Namen] am 17. Januar 1826: 70jährig! zehn Tage jedenfalls vor seinem 70sten.


    Da muss ich widersprechen. Jeder, der den Film "Der Tod steht ihr gut" gesehen hat, weiss, daß und warum Mozart ebenso wie Elvis und John Lennon noch am Leben ist.
    Er komponiert zur Zeit nicht, weil er sich als Libertin den Strukturen des kommerziellen Musikbetriebes verweigert und HIP ablehnt.

    res severa verum gaudium


    Herzliche Grüße aus Sachsen
    Misha

  • O Gott diese Mozartdiskussion..haarerauf
    wo bin ich da bloss hineingeraten???...nichtsahnend, unschuldig und naiv...


    Danke allen für eine halbe Stunde Lachen nach einem miesen miesen TAg!!!


    Bussi :lips:



  • Der Artikel erschien gestern im Tagesanzeiger/ Kultur( Seite 49)!!!!


    Um das rauszufinden habe ich meine Tochter gebraucht.....


    Pamina

  • tja, dieser erste April...
    leider mach ich nicht mehrmals dieselben Fehler...


    originelle Ideen!
    :hello:

    Im übrigen bin ich der Ansicht, dass gepostete Bilder Namen des Fotografen, der dargestellten Personen sowie eine genaue Angabe des Orts enthalten sollten.
    (frei nach Marcus Porcius Cato Censorius)

  • Zitat

    Hab ich nicht verstanden...welchen Fehler Du nicht mehrmals machst???
    Gruss
    Katharina alias Pamina


    Ääääh - - er wäre vergangenes Jahr - beinahe - auf meinen damaligen Aprilscherz reingefallen. Damals war das Forum auf dem Höhepunkt seiner Blüte - und ich hatte noch mehr Elan sowas überzeugend durchzuziehen....


    LG


    Alfred

    Man merkt die Absicht und man ist verstimmt ......


  • Zitat

    Original von Alfred_Schmidt


    Ääääh - - er wäre vergangenes Jahr - beinahe - auf meinen damaligen Aprilscherz reingefallen.


    Herzliche Dank für die Aufklärung!!!


    Pamina

  • Tja - Früher hat man sich bei Tamino mehr mit Mozart und Musikwissenschaftlicchen Themen befasst als heute. Tempi Passati

    Aber ich hab das Thema ausgegraben - unsere Neumitglieder und Neumitleser sollen wissen wies früher einmal war...(schluchz)


    mfg aus Wien

    Alfred

    Man merkt die Absicht und man ist verstimmt ......


  • Bevor ein übereifriger Journalist oder internetgläubiger Blogger die "Meldung" voreilig verbreitet und das Telefon unseres Forumsbetreibers ständig klingelt und sein Mailaccount überläuft, bitte das Datum des ersten Beitrages beachten.

    Es bleiben übrig die Worte eines Dichters:

    Es sind nicht die, bei denen Logen applaudieren

    Die Worte leben und kriechen

    auf allen vieren ....


    Majakowski

  • Tja - Früher

    ....war der Zucker auch süßer als heute....:D

    Heute reicht es mit CD-covers zu wedeln, die X-te Gesamtaufnahme der Beethoven-Sinfonien oder den neuesten Heldentenor aus Hinterpakistan zu präsentieren.

    Könnte es sein, dass ernsthafte Musikliebhaber hier nicht mehr schreiben, weil sowieso keine Resonanz erfolgt?