Christoph Graupner - ein wichtiger Bestandteil der deutschen Musikszene des Spätbarock

  • Zitat

    Und wer hat übrigens die restlichen 60 Prozent komponiert (Keiser, Händel, Schürmann, Schieferdecker, Mattheson, ?, ?) ?


    Keine Ahnung, das sollte man die Herausgeber fragen. Jedenfalls "fehlen" eine Menge Stücke, die im Textbuch nachweisbar sind, doch wie konkret die Herausgeber das gelöst haben, entzieht sic meiner Kenntnis, da ich in das Projekt nicht involviert bin.

    Das geht über das Sagbare hinaus. Das läßt sich nicht deuten und bedarf keiner Deutung. Es kann nur gehört werden. Es ist Musik. (H.H.Jahnn)

  • Die neueste Graupner-CD:


    Naoko Akutagawa spielt die Rosinen aus Graupners Tastenschaffen.



    Sie tut das auf einem nicht näher bezeichneten, aber nach flämisch-französischer Tradition klingendem, ausgezeichnetem Cembalo mit einem mehr als ordentlichem Bass und einem schön singenden, silbrigen Diskant.


    Die Aufnahme ist erstklassig. Gegenüber Solys Einspielungen geht es hier etwas virtuoser und pointierter zu. Die Gigue aus der A-Dur-Partita bekommt so durchaus Fandango-Qualitäten, und die große A-Dur-Chaconne wird zum exemplarischen Prachtstück. Aber ebenso in allen anderen Sätzen merkt man, warum Graupner auch als Cembalist berühmt war.


    Wer sich nur einen Überblick über Graupners Cembalomusik verschaffen will, ist hier absolut richtig, alle anderen (Miguel & ich :D ) werden bedauern, dass da offensichtlich nicht mehr geplant ist.

  • Die Dame aus Japan ist eine offensichtlich sehr gelehrige Schülerin von Glenn Wilson. Respekt, Respekt!!! Habe die CD heute morgen in Wiesbaden gekauft und kann Hildebrandts Votum nur bestätigen - erstklassig. Das Cembalo klingt Klasse. Von dieser Interpretin möchte ich gerne Händel hören!

  • Guten Abend,


    Neues von einem frühen Vertreter des "galanten Stils":



    Johann Christoph Graupner


    " Concerto, Sonate e Ouverture per il flauto "


    Das Schweizer Ensemble Ars Musica Zürich und einige Gastmusiker
    haben diese schönen musikalische Schätze
    -darunter zwei hörenswerte Weltersteinspielungen-
    als weiteres lebendiges Graupner-Porträt niveauvoll aufgenommen.
    Die Flötisten spielen leicht und lebendig, man erlebt hörbar
    den abzeichnende Stilwandel Graupners vom Spätbarock hin zur Frühklassik.


    Gruß :hello:


    aus der Kurpfalz


    Bernhard

  • Hallo liebe TaminoanerInnen


    Im Januar ist eine wertvolle Einspielung mit Fagott- und Violinkonzerte mit dem Fagottisten Sergio Azzolini erschienen. Viele Werke sind Ersteinspielungen.


    Graupner können etwa 44 Solo-, Doppel- und Gruppenkonzerte mit Sicherheit zugeschrieben werden. Vier der Bläser-Solokonzerte verlangen ein Fagott als Soloinstrument, und unter den Doppelkonzerten ist mindestens eines für mit Fagott-Solo konzipiert. Sämtliche fünf Konzerte hat nun Azzolini auf der hier vorgestellten CD mustergültig und mit viel Elan und Esprit eingespielt.
    Graupner wurde vermutlich inspiriert durch den Fagottvirtuosen Johann Christian Klotsch, der 1735 zur Darmstädter Hofkapelle stiess und bis zu Graupners Tod im Ensemble blieb.



    Die Platte wurde von folgenden Musikern eingespielt:


    Sergio Azzolini
    Fridemann Wezel
    Christian Leitherer
    und dem Ensemble il capriccio


    Gruss


    romeo&julia

  • Zitat

    ......eine wertvolle Einspielung mit Fagott- und Violinkonzerten.....


    Hallo romeo&julia,


    danke für den "wertvollen" Hinweis :jubel::jubel::jubel:
    Die CD ist der Hammer ! Bei der Musik bleibt einem die Luft weg. Ich hätte nie gedacht, dass mir Bläserkonzerte so gefallen könnten. (Das Violinkonzert ist sowieso für jemanden wie mich, der die Violonkonzerte von Telemann mag, ein Traum). So viel Temperament - so viel musikalische Ausgelassenheit. Sensationell. Ich hab mir schon die von Reklov empfohlene Graupner CD (siehe Anfang des Threats) gekauft und nicht bereut. Aber diese neue CD übertrifft sie noch. Hier noch eine Besprechung von BR-online. Ich finde, die "Kritik" hätte durchaus noch enthusiastischer ausfallen können.

  • Hallo,


    ich beziehe mich auf den Beitrag Nr. 35 und die dort vorgestellte CD.


    Auf dieser CD ist auch das Konzert für Chalumeau, Fagott, Cello und kleine Streichergruppe, GWV 306, enthalten; zu diesem Konzert folgende Anmerkungen:


    Das Chalumeau gehört zu den Einfachrohrblattinstrumenten, genauso wie die Klarinette, die von dem Nürnberger Instrumentenbauer J. Chr. Dennert aus dem Chalumeau entwickelt wurde. Durch eine Vielzahl von techn. Neuerungen (Klappenmechanik, Überblasloch etc.) hat die Klarinette jedoch nicht mehr viel Klangeigenschaften mit dem Chalumeau gemein.


    Das Fagott ist ein Doppelrohrblattinstrument (genauso wie Schalmei und Oboe), hat jedoch von den Klangeigenschaften mehr gemein mit dem Chalumeau in Tenorlage, als wie mit der Oboe.


    In dem Konzert treten neben dem Solo-Cello die zwei Solo-Holzblasinstrumente auf mit unterschiedlicher Tonerzeugung, deren Klang zwar unterschiedlich, aber doch „zum Verwechseln“ (?) ähnlich ist (deswegen folgender Link).

    Auf diesem Link sind neben Erklärungen zum Chalumeau auch Klangbeispiele zu hören.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Chalumeau


    Nun zum Konzert selbst:
    Der 1. Satz beginnt sehr rhythmisch (Vivace) im Tutti; die beiden Holzblasinstrumente sind zwar zusammen zu hören, aber nicht unterscheidbar. Ab Laufzeit 00:24 spielen sie z. T. getrennt und da ist sofort zu hören – rechts Fagott (wer hört da eine Verwandtschaft zur Schalmei?), links Chalumeau (m. E. obertonreicher und von der Klarinette doch ziemlich entfernt, auch unter Berücksichtigung des Bassetthorns, von Mozart für KV 622 vorgeschrieben). Die „Beiden“ sind im Duett gut zu hören – bei etwas verhaltenen Stellen hat das Chalumeau m. E. leichte Klangvorteile.
    Im 2. Satz (ohne Tempobezeichnung) kommt das Solo-Cello mehr zu Geltung; wenn es hier mit dem Fagott zusammen erklingt, treten die Klangvorteile (langsamer Satz!) des Chalumeau in den Hintergrund.
    3. Satz, Allegro: Hinreißend wie Graupner die Solisten (da kommt das Cello zu kurz) miteinander musizieren, wettstreiten lässt.


    (Ich werde/muss meinen CD-Bestand Graupner im Vergleich zu J. S. Bach aufstocken – dabei warten noch viele meiner CDs darauf, im Forum zu „Wort“ zu kommen.)


    Wer diese CD hört und dabei beachtet, dass es auf YouTube 15 Seiten für Graupner gibt (sehr unterschiedliche Werke) und bei „mlsp“ gibt es rd. 1800 (geistliche und weltliche Werke) Einträge - wird verstehen, dass J. S. Bach die Kantorenstelle in Leipzig nur deswegen bekam, weil Graupner von seinem Dienstherrn nicht freigegeben wurde („Ablösesummen“ gab’s ja damals noch nicht, auch das Niveau der damals Umworbenen war „anders“ - besser: nicht vergleichbar!).


    Viele Grüße
    zweiterbass (8517)


    Nachsatz: Trotz der vielen Einträge bei YouTube – GWV 306 leider nein.

    Wer die Musik sich erkiest, hat ein himmlisch Gut bekommen (gewonnen)... Eduard Mörike/Hugo Distler

  • Lieber Zweiterbaß
    Besten Dank für den interessanten Beitrag über die Konzert CD aus Beitrag 35 mit Werken von Graupner. Ich besitze sie selbst und werde sie bei Gelegenheit wieder hervorholen und bewusst hören. Man könnte sagen Graupner sei in diesen Konzerten der "deutsche Vivaldi" - wenngleich das natürlich nicht stimmt. Aber die unglaubliche Spielefreude und der Einsatz der Soloinstrumente, lassen mich doch ein wenig an den italienisch Zeitgenossen denken.

    In diesem Zusammenhang hat mich ein unglücklicher Zufall auf die jpc Website geführt, wo ich sehen konnte daß eine weitere CD (Ondine) mit Werken Graupners - es handelt sich um Triosonaten - demnächst erhältlich sein wird. Völlig blauäugig - ohne jegliche Gefahr witternd - habe ich dann einige Tracks abgehört. Triosonaten sind nicht so das meine - da kann dann nichts passieren - so habe ich mir gedacht - und nun stehen sie auf meiner Bestelliste...


    mit freundlichen Grüßen aus Wien
    Alfred

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  • Hallo.


    auf der in Beitrag Nr. 35 vorgestellten CD mit Konzerten von Graupner gibt es auch noch das Konzert für Fagott in c-Moll, GWV 301. Was ich mit Freude höre, der B.c. wird von einer Barocklaute unterstützt – und der Dirigent Fr. Wezel nimmt das Ensemble il capriccio so zurück, dass die Barocklaute zu hören ist.


    Wenn im Andante das Fagott, in p, und die Barocklaute gemeinsam zu hören sind, welch guter Zusammenklang; Graupner muss die Klangmöglichkeiten beider Instrumente gut gekannt haben, weswegen er aufs Cembalo wohl verzichtet hat.
    Im Vivace ist die Stimmbeweglichkeit des Fagotts sehr gut zu hören, was als Orchesterinstrument nicht so deutlich wird – die kurzen Zwiesprachen zwischen Fagott und Barocklaute, sehr reizvoll.
    Anfangs des Largo wird auch die Fagott-Samtstimme besonders deutlich.
    Allegro – man stelle sich vor, anstelle der Barocklaute würde ein Cembalo erklingen – so ein „duftiger“ Klang (nicht mit dem Cembalo)und zugleich froh und freudig – Moll war dazumal noch nicht gleichbedeutend mit freudlos.
    https://www.youtube.com/watch?v=sP8ftQR0BPg mit der CD identisch


    Es gibt aber auch noch ein Konzert für Violine, A-Dur, GWV 337, zu hören.
    Allegro – das Fagott ist hier im Ensemble – ein freudiger Satz, mit einer wohlklingenden Soloviolinmelodie.
    Andante – Barocklaute und Pizzicatosteicher oder Solovioline in pp – welch feinsinnige Harmonie! - natürlich nur, wenn auch der Satz stimmt.
    Allegro – ein fast derber Rhythmus, gepaart mit einer „schmelzenden“ Violinstimme und im Hintergrund „brummelt“ das Fagott, dazwischen Sololautenklängen - es macht mir Freude Graupner zu hören.
    https://www.youtube.com/watch?v=cmg73S_Fg7E mit der CD identisch


    Viele Grüße
    zweiterbass


    Nachsatz: Vor ca. 2 Jahren habe ich Azzolini live im GNM gehört – die Beweglichkeit des Fagotts war mir damals noch nicht bewusst.

    Wer die Musik sich erkiest, hat ein himmlisch Gut bekommen (gewonnen)... Eduard Mörike/Hugo Distler

  • Hallo,


    GWV 450 ist die Suite in F-Dur von Chr. Graupner (1 - 6 auf der CD).


    1. Ouverture – die Kombination von Traversflöte, Viola d’amore und Chalumeau macht den Reiz dieser Ouverture (und der ganzen Suite) aus. Bei Melodik, Harmonik und Tempo höre ich keine erwähnenswerten Besonderheiten; aber der Rhythmus fällt auf, wegen der sehr divergierenden und starken Betonung einzelner Taktteile, dazu kommt bei Wiederholungen kurzer Phrasen die Echowirkung.
    2. Air en Gavotte – auch hier ist die Phrasierung bemerkenswert.
    3. Hornepipe – hier fällt nicht die Phrasierung auf, der Taktwechsel ist für diesen Tanz typisch, was zur Verwirrung führen kann, wenn der Takt mitgezählt wird (aber doch sehr verschieden zum bayirischen Zwiefachen).
    4. Air en Sarabande – ein etwas schwer wirkender Tanzrhythmus (wobei ich nicht weiß, wie eine Sarabande getanzt wird).
    5. Air en Polonese – starke Rhythmusbetonung um die sich schreitend Tanzenden im Rhythmus zu halten.
    6. Air en Menuet – noch keine Ähnlichkeit mit dem z. B. Mozartischen Menuett (auch das Trio fehlt).


    Die in der Ouverture vorgestellten Themen bestimmen (variiert) auch die Tänze 2 – 6.


    Das „Finnish Baroque Orchestra“ spielt auf (nachgebauten?) Originalinstrumenten und entspr. Phrasierung, was bei den Echopassagen einen sehr feinen Klang ergibt.

    https://www.youtube.com/watch?v=6yjzzLbhqH0 ist identisch mit der CD.


    Viele Grüße
    zweiterbass

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  • Hallo,


    leider habe ich übersehen, im letzten Beitrag über Graupner auch die Suite GWV 451 (Nr. 13-18 auf der CD) mit einzuschließen, was ich nun nachhole. Die Besetzung gegenüber GWV 450 ist um ein 2. Chalumeaus und ein „baroque horn“ (es handelt sich um Naturhorn) erweitert; und wegen der nun zwei Chalumeaus schließe ich einige Bemerkungen an.


    https://www.youtube.com/watch?v=-i-Z9YVE9Hw Die Aufnahme ist mit der CD identisch.


    Im Begleittext des YouTube-Links sind die Sätze der Suite erwähnt und auch einzeln aufrufbar(!).
    In der Ouverture (Nr. 13 CD) sind viele Stellen mit Horn und den Chalumeaus zu hören, aber auch einige nur mit den Chalumeaus (bzw. mit der Holz-Traversflöte, leicht zu unterscheiden), wobei der Klang der selten zu hörenden Chalumeaus deutlich wird.
    Die Air (Nr. 14 CD) bringt eine Zwiesprache mit der Traversflöte und den Chalumeaus, was einen zarten, intimen Klang bringt (im Gegensatz zu den Hornstellen).
    Die Form der Chaconne (Nr. 18 CD) begünstigt Graupner, um auch Horn und die Chalumeaus in Korrespondenz treten zu lassen, was dann auch für Traversflöte zutrifft und zu sehr unterschiedlichen Klangeindrücken führt.



    Die CD enthält auch noch die Suite für viola d’amore, bassoon Streicher und b.c. GWV 458 (Nr. 7-12 auf der CD).
    Bassoon ist die alte Bezeichnung für Fagott und es dürfte sich um ein Barockfagott handeln, dessen techn. Unterschiede zum heutigen Fagott ich nicht ausfindig machen konnte, klanglich ist es m. E. weicher/wärmer. Ich verweise in diesem Zusammenhang auf meinen Beitrag Nr. 37 - Bau- und Klangunterschieden zwischen Oboe, Klarinette, Chalumeau und Fagott


    https://www.youtube.com/watch?v=wWCLONuXfxw Auch diese Aufnahme ist identisch mit der CD und es gilt zum
    Begleittext w. o.


    Ouverture (Nr.7 CD) – erst bei 2:23 ist mit einer eingängigen Melodie das Bassoon (klanglich unterschiedlich zum modernen Fagott) im Duett mit der Viola d’amore zu hören.
    Die Air (CD Nr. 8) beginnt mit einem überraschenden Bordunklang (ist das Bassoon in tiefer Lage als b. c. dabei?).
    Tempo di Bourree – ab 13:24 kann dann das Bassoon in dem fröhlichen Tanzrhythmus seine Beweglichkeit beweisen (da hätten die Streicher etwas zurück genommen werden können).
    Bei der Air, Largo (Nr. 11 CD) ist das Bassoon sofort mit seinem gedämpften, „vornehmen“ Klang dabei, was das Cembalo mit Lautenzug noch unterstützt,
    Menuett (Nr. 12 CD) – Viola d’amore, Bassoon und das Cembalo in heller Lage (aber nicht scharfem Klang) bringen die tänzerische Leichtigkeit eines Menuetts.



    Überflüssig zu erwähnen – das Finnish Baroque Orchestra phrasiert und klingt sehr gut.



    Viele Grüße
    zweiterbass

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  • Ab heute hat der Thread einen neuen, markanteren Titel. Dies war vor allem deshalb angezeigt, weil erst in den letztten jahren die Bedeutung Christoph Graupners auch von der Tonträgerindustrie erkannt wurde. Fast alle verfügbaren Aufnahmen Graupnerss wurden ab ca 2000 aufgenommen, davon etwa 15 (!!!) ab 2010 (!!!) Man kann von einer regelrechten Graupner Renaissance sprechen. Als ich 2004 die ersten Aufnahmen unter Siegbert Rampe erwarb, da war Graupner (trotz seiner Berühmtheit zu Lebzeiten)noch Nischenrepwertoire. Davon kann heute keine Rede sein. Dennoch - auch wenn die Anzahl der Veröffenlichungen seiner Werke im Steigen begriffen ist - so ist das was wir heute am Tonträgermarkt angeboten bekommen nur ein kleiner Ausschnitt aus seinem umfangreichen, in den Archiven fast vollständig erhaltenem Schaffen.
    Seit etwa 2005 gibt es das Graupner Werkverzeichnis (GWV), welches erstmals einen Überblick über Graupners großes Gesamtwerk zulässt. Quasi als Sahnehäubchen dieses Beitrags habe ich eine neue Veröffentlichung (Siehe Bild links oben) von einigen Concerti Graupners mitgebracht. Die Aufnahme des MDR fand zwar schon im November/Dezember 2010 in Chemnitz statt wurde aber erst im Februar 2014 durch cpo veröffentlicht, ist alse eine Neuerscheinung aus jüngerer Zeit......

    mit freundlichen Grüßen aus Wien
    Alfred

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  • Christoph Graupner, ein Zeitgenosse Bachs und Händels, der am 13. Januar 1863 geboren wurde, starb am 10. Mai 1760. Zu seinem Todestag wollte ich schon die CD posten, die Alfred ausgesucht hatte. Aber auch diese gefällt mir:



    Heute ist Christoph Graupners 255. Todestag.



    Liebe Grüße


    Willi :)

    1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
    2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).

  • Ich habe heute erneut die abgebildete CD mit Konzerten und "Musica die Tavola" GWV 468 angehört und wae sehr angetan davon.

    Bei "Entrate per la Musica di Tavola hatte ich anfangs Einstiegsproblem, zu unauffällig waR der erste Satz dieser 8 teiligen Suite, aber ab dem zweiten Satz gings dann richtig los. Es gibt übrigens 3 Suiten mit diesem Titel, so muß man auf die GWV Nummer achten. Die Nummern sind: GWV 453 - GWV 468 - GWV 472

    Noch besser aber gefallen mit die Konzerte und hier vorzugsweise mit Chalumeu, Fagott oder Oboe , erlvjr übrt mrinr Snslgr mit Röhrenverstärker geradezu frappant nastürlich wiedergegeben werden.


    Graupners Berühmtheit beruht aber auf seinen Kantanten, er hat 1400 !! davon geschrieben.

    Big Berlin Bar bekalgte in einem der ersten Beiträge, daßes hiervon keine Aufnahmen gäbe und man sich vorzugsweise für die Instrumentalmusik interessiere. Inwischen sind jedoch einige Kantanten bie cpo auf CD erschienen.


    Sobald ich eine davon besitze werde ich darüber berichten, indes erscheint es mit angemessen in diesem Falle einen eignen Thread zu eröffnen....


    mfg aus Wien

    Alfred

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  • Wer bei JPC oder Amazon den Namen Graupner eingibt wird sich wundern, wie viele Aufnahmen, gleich ob Kantaten, Oratorien, auch eine Oper (Dido), Orchesterwerke, Kammermusik, Claviermusik es mittlerweile auf CD´s gibt. Graupner ist längst aus der Versenkung verschwunden (nur hier noch nicht, was nicht wundert). Die Graupner Gesellschaft, in der ich Mitglied bin, leistet da beachtliche Arbeit.

    Wer sich speziell für seine Klaviermusik interessiert, hier etwas Eigenwerbung:

    www. bachschueler.de

    Dort wird unter dem Thread "Vier Zeitgenossen Bachs" Graupners Klavierwerk beschrieben. A propos Instrumentenfrage: Graupners Cembali sind hinlänglich bekannt. Er bestellte für den Darmstädter Hof 8 Cembali, aber nicht in Frankreich oder Flamen, sonder in Hannover bei Christian Vater, einem Schüler Schnitgers. Also, kein süßlicher, milder Klang ist angesagt, sondern norddeutsche Gravität incl. 16-Fuß. Genevieve Soly lässt das gut in ihren Aufnahmen hören. Davon gibt es mittlerweile 6 CD´s

    Christoph Graupner (1683-1760): Cembalo-Partiten Vol.5, CD

  • Mit Link!



    LG Fiesco

    Il divino Claudio
    "Wer vermag die Tränen zurückzuhalten, wenn er den berechtigten Klagegesang der unglückseligen Arianna hört? Welche Freude empfindet er nicht beim Gesang seiner Madrigale und seiner Scherzi? Gelangt nicht zu einer wahren Andacht, wer seine geistlichen Kompositionen anhört? … Sagt nur, und glaubt es, Ihr Herren, dass sich Apollo und alle Musen vereinen, um Claudios vortreffliche Erfindungsgabe zu erhöhen." (Matteo Caberloti, 1643)

  • Graupner ist längst aus der Versenkung verschwunden (nur hier noch nicht, was nicht wundert).

    Eher im Gegenteil: Hier ist Graupner ein Begriff, weil im Internetforum hauptsächlich Tonträgersammler schreiben, im Konzertbetrieb bleibt er eher in der Versenkung (weil dort hauptsächlich nur das best of akzeptiert wird, leider!)

  • Zu den Opern, werden sie heute noch aufgeführt ?
    Welche Einspielungen gibt es davon ?

    Die Frage wurde schon 2008 von einem EX-Tamino gestellt und vom EX-Mitglied BigBerlinBear beantwortet.

    Ich aber fand gestern bei meiner Recherche einen Eintrag, daß große Teile seiner handschriftlichen Opernmanuskripte erst 1945 vernichtet worden seien.


    mfg aus Wien

    Alfred

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  • Eher im Gegenteil: Hier ist Graupner ein Begriff, weil im Internetforum hauptsächlich Tonträgersammler schreiben, im Konzertbetrieb bleibt er eher in der Versenkung (weil dort hauptsächlich nur das best of akzeptiert wird, leider!)

    Das stimmt, zumindest für den derzeitigen Zustand des Forums. Dieser Graupnerthread wurde hier sage und schreibe 2004 eingebracht, es kamen einige Postings (richtig, von CD-Sammlern, die hier alle nicht mehr schreiben), um dann stillschweigend einzugehen. Die Begründung hierfür ist schnell zu benennen: hier schreiben seit längerer Zeit fast ausschließlich nur mehr Liebhaber/Tonträgersammler einer "musikalischen Welt", die aus "besten" Opernstimmen, Regietheater für Opern des 19. Jhdts, uvam. besteht. Das ist für die das "best of". Das ist jedoch bekanntlich nur ein Teil der musikalischen Welt. Dass diese TN Konzerte "alter" Musik (die es haufenweise gibt), möglichst noch "hip" aufgeführt besuchen, wage ich zu bezweifeln. Dort werden auch Graupnerwerke aufgeführt, Cembalisten spielen seine Werke in Konzerten, Kantoreien führen Kantaten in Konzerten/Gottesdiensten auf.

    Die Frage wurde schon 2008 von einem EX-Tamino gestellt und vom EX-Mitglied BigBerlinBear beantwortet.

    Ich aber fand gestern bei meiner Recherche einen Eintrag, daß groß eTeile seiner handschriftlichen Opernmanuskripte erst 1945 vernichtet worden seien.


    mfg aus Wien

    Alfred

    Auch das stimmt. Nur wurde ab 2008 durch Dr. Michael Maul (Bacharchiv Leipzig) in seiner Dissertation "Barockoper in Leipzig" Graupners Oper "Dido" wiederentdeckt, Klartext: aus vielen vorhandenen Einzelteilen an verschiedenen Orten wieder zusammengesetzt und 2009 in Hamburg mit dem Orchester Elbipolis konzertant aufgeführt. Dr. Maul überließ mir den Lifemitschnitt der Generalprobe. Beachtliche Musik, die auch später gesendet wurde.

    Eine weitere Oper Graupners (hier: Pastorale "La constanza vince l´inganno") gibt es auf CD seit dem Jahre 2000. Eingespielt auf einem mir sonst völlig unbekanntem Label "KU Classics", mit dem "Allschlaraffischen Symphonie-Orchster" (naja) und Karl Heinz Hüttenberger (Darmstädter Kantor und eifriger Graupnerforscher). Ob es diese CD heute noch gibt vermag ich nicht zusagen.

  • Hier ein kurzer Einschub zum Problem, daß der Graupner Thread "eingegangen" sei.

    Das stimmt natürlich in gewisser Weise - immerhin war es nur ein Dornröschenschlaf.

    Was aber NICHT stimmt, ist der Vorwurf, dies dem Tamino Klassikforum anzulasten.

    Es ist eher ein Problem der Gesellschaft allgemein, die lediglich an Higlights interessiert ist.

    Das Tamino Klassikforum wird von einer Unmenge von Klassikfreunden gelesen, und es bestand jederzeit die Möglichkeit sich zu registrieren und zum Thema "Graupner" zu schreiben. Daß dies nicht geschah ist der Hinweis auf ein - bedauerliches - allgemeines Desinteresse an diesem und anderen Komponisten der Epoche - und liegt sicher nicht im "Verantwortungsbereich" des Tamino Klassikforum.

    mfg aus Wien

    Alfred

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  • Graupners Spezialität - zumindest in quantiativer Hinsicht allen anderen Sparten überlegen -waren die geistlichen Kantaten, es sollen über 1400 !! sein, wobei ich nicht weiß wie viele davon erhalten geblieben sind.


    Veronika Winter, Franz Vitzthum, Jan Kobow, Markus FlaigIn der Tat wurden seint dem Beginn des "Dornröschenschlafs dieses Thread einige Kantaten von Graupner auf CD eingespielt, darunter das Weihnachtsoratoriom mit dem kleinen Konzert unter Hermann Max (2010 für Deutschlandfunk/cpo) Die Solisten sind Veronika Winter, Franz Vitzthum, Jan Kobow, Markus Flaig

    Eine sehr positive Kritik von klassik,con (Oktober 2010) schließt mit den Worten:

    "Diese Platte sollte in keiner Sammlung barocker Weihnachtsmusik fehlen."


    mfg aus Wien

    Alfred




    clck13000

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  • Die meisten Kirchenkantaten Graupneres (es sind über 1.000) sind erhalten. Genauere Auskunft gibt folgender Link:


    https://christoph-graupner-ges….php/forschung/gwv-online

    Dort sind alle Werkgruppen aufgeführt.

    Für Freunde der Musik für Tasteninstrumente:


    https://www.saladelcembalo.org/archivio.php

    Unter den vielen Komponisten taucht unter dem Buchstaben "G" auch Graupner auf.....sämtliche erhaltenen Clavierwerke sind dort eingespielt. Ausführender: der Cembalist de Luca. Über manche Interpretation könnte man füglich streiten, aber zum Kennenlernen ist es sehr geeignet.

  • Ich habe gerade mal meine Sammlung durchforstet und bin auf drei CDs gestoßen, die neben anderen auch Musik von Graupner enthalten (dazu kommen noch vier reine Graupner-CDs). Die sollte man vielleicht auch berücksichtigen, wenn man die Bedeutung von Graupner heute beurteilen will.