Nun, da ich mich bis vor knapp einem Jahr eher sporadisch mit klassischer Musik beschäftigte, kann ich kaum eigene Erfahrungen beisteuern, auch wenn mir die Namen in der Regel ein Begriff sind (Callas, 3 Tenöre, etc.) Die meisten hier sind schon über Jahre dabei und haben dementsprechend einiges erlebt (Bühne, Konzert usw.).
Ich glaube aber, daß es als Künstler manchmal sehr schwer sein muß in Rente zu gehen. Vielleicht mehr noch als für normale Berufstätige abseits der Bühnenwelt. Neben den finanziellen Aspekten, die sicherlich sehr oft eine große Rolle spielen, da mit berühmten Namen im grunde immer abkassiert werden kann, würde ich als Ursache die sogenannte Aufmerksamkeitsökonomie (schreckliches Wort, ich weiß, aber dadurch wirkt mein Beitrag gleich viel weltmännischer :D) ins Feld führen. Damit meine ich den Publikumszuspruch durch die Fans, die, wie BBB es im Eröffnungsbeitrag ausdrückte, "ihr" Idol um jeden Preis erleben wollen.
Ich könnte mir vorstellen, daß es sehr schwer sein muß, sich diesem Zuspruch (Jubel, Applaus, etc.) zu entziehen. Umso mehr Respekt gilt den Leuten, die wissen, wann sie ihren Zenith überschritten haben und diesen Absprung wirklich durchziehen.
Ein ähnlich gelagertes Beispiel wäre vielleicht das von Reinhard Goebel, der sich dieses Jahr entschloß sein Ensemble Musica Antiqua Köln aufzugeben. In diesem Falle war die Entscheidung gesundheitsbedingt. Hätte er das Problem mit seiner Hand nicht, wer weiß wie die Entscheidung dann ausgefallen wäre... :beatnik:
Grüße,
Gentilhombre
