Christa Ludwig - Eine Bilderbuchkarriere

  • Eine Christa Ludwig mochte das durch ihre Professionalität kompensieren. Und trotzdem ist die Wirkung des zweiten Aktes von LOHENGRIN in ihrer Aufnahme unter Kempe nicht die gleiche, wie sie 'in the flesh' die Besucher hinriss, aufwühlte und erschütterte.

    Lieber Caruso41,

    könnte der Eindruck, den die Kempe-Aufnahme auf Dich macht, vielleicht auch daran liegen, dass Ludwig eine andere Sängerin kurzfristig ersetzte - ich meine mich zu erinnern, dass es Rita Gorr war -, und die Szene mit Telramund ohne Fischer-Dieskau aufnehmen musste?

  • Wie es der Zufall will, lauschte ich heute einmal wieder in die Kempe-Aufnahme des "Lohengrin". Trotz aller Meriten, da hätte ich mir Otto Klemperer am Pult gewünscht, der kurz davor, auch für EMI, die Vorspiele zum 1. und 3. Akt einspielte, ungleich intensiver. Und er dirigierte den "Lohengrin" 1963 auch komplett am Royal Opera House, Covent Garden - von der BBC tatsächlich verpasst. Kempes Dirigat ist vergleichsweise gediegen.

    »Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid

  • Die Nachricht vom Ableben Christa Ludwig's bringt mich nach mehrmonatiger Abwesenheit zu Tamino zurück. Interessant fand ich in diesem Zusammenhang die Meldung, dass sie die letzte Überlebende des orginalen Mozart-Ensembles gewesen ist. War sie wirklich die letzte? Wenn man sich an die berühmten Mitglieder erinnert, fällt einem tatsächlich auf, dass sie alle schon lange vor ihr gegangen sind - Schwarzkopf, Jurinac, Seefried, Güden, Dermota, Berry, Schöffler, Kunz und wie sie alle heißen.


    Der ORF strahlte vor einigen Tagen ein interessantes Portrait über die Sängerin mit dem Titel Mit leichtem Herz und leichten Händen aus, welches eigentlich aus Anlass ihres 90. Geburtstages entstanden ist und in dem sie natürlich ausführlich zu Wort kommt. Die Sendung ist noch für zwei weitere Tage in der ORF-Mediathek abrufbar. Ich möchte sie auch wegen der amüsanten Anekdoten und interessanten Filmausschnitte allen Interessierten und Freunden von Christa Ludwig empfehlen.


    https://tvthek.orf.at/profile/…leichten-Haenden/14907322



    Gregor

  • Lieber Calatrava!

    Lieber Caruso41,

    könnte der Eindruck, den die Kempe-Aufnahme auf Dich macht, vielleicht auch daran liegen, dass Ludwig eine andere Sängerin kurzfristig ersetzte - ich meine mich zu erinnern, dass es Rita Gorr war -, und die Szene mit Telramund ohne Fischer-Dieskau aufnehmen musste?

    Die Geschichte wird immer wieder kolportiert! Fischer-Dieskau soll seine Partie nachträglich in die fertige Aufnahme eingesungen haben. Ob sie stimmt, kann ich nicht sagen. In Berlin machte sie die Runde, als Christa Ludwig nach den Aufnahmen zurückkehrte und wohl in einem Gespräch mit Verehrern sagte, dass sie froh sei, die Partie wieder live singen zu können.


    Lieber Rheingold!

    Lieber Caruso, ich möchte und kann Dir nicht widersprechen, weil ich Deine Ausführungen zur "Emotionskultur" teile. Nur gibt es für mich noch einen anderen Schauplatz, das Studio, wo seit mehr als 120 Jahren mit mehr und weniger Erfolg versucht wird, Musik mustergültig auf Tonträgern festzuhalten und abzubilden. Und zwar nicht als Gegenentwurf zum Theater sondern als ganz eigenständige, bestenfalls ergänzende Möglichkeit. Diese zweite Möglichkeit, die ich nicht als Ersatz empfinde, sondern auch als grandiose und revolutionäre künstlerische und technische Errungenschaft, interessiert mich ganz persönlich ohne jede Neigung, andere missionieren zu wollen, am meisten.

    Es würde mir sehr helfen, wenn Du Beispiele von Opern-Studioproduktionen aus den jüngsten Jahrzehnten nennen könntest, in denen diese "zweite Möglichkeit" gelungen ist und damit bewiesen hat , dass sie nicht nur eine "grandiose und revolutionäre technische ... Errungenschaft" ist sondern auch eine künstlerische.


    Im NEUE-STIMMEN-Thread habe ich kürzlich auf das neueste Album von Louise Alder hin gewiesen.
    An dieses Album musste ich denke, als ich Deine Bemerkung las:

    Zitat von Rheingold1876

    Studio also, wo Künstler und Produzenten darum ringen, musikalische Werke so einzufangen, wie es zum jeweiligen Zeitpunkt perfekter nicht sein kann. Und dabei auch an Grenzen stoßen. ....


    Ich halte sie für einen gewichtigen eigenständigen ästhetischen Ansatz, Musik zum Klingen zu bringen und zu vermitteln ....

    Aber für Lied-Interpretationen leuchtete mir das ohnehin durchaus ein. Hatte ich ja auch geschrieben!


    Liebe Grüße


    Caruso41

    ;) - ;) - ;)


    Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten!

  • Leider habe ich Christa Ludwig nie direkt erleben können - aber ihr FIDELIO unter Otto Klemperer mit Jon Vickers hat mir einen wahrhaft tiefen, prägenden Eindruck hinterlassen. Gesehen allerdings habe ich sie schon, noch vorletzten Sommer in Salzburg. Da wurde sie auf der Bühne des Hauses für Mozart für ihre langjährige Verbundenheit mit den Salzburger Festspielen geehrt. Sie schritt in einem kanariengelben, langen Kleid wie eine Königin auf die Bühne, wirkte wesentlich jünger und erzählte redegewandt, frisch und humorvoll aus ihrem Leben, von ihrer Karriere. - Übrigens war ihr Vater, der Sänger Anton Ludwig von 1913-1915 Mitglied des Opernensembles am Stadttheater Zürich. Während er früher Bariton war sang er in Zürich nun als Tenor u. a. folgende Partien: Lorenzo in "Fra Diavolo", Don José in "Carmen", den Trott in Eugen d'Albert's "Die Abreise" und Pedro in "Tiefland", Lyonel in "Martha", Danilo in der "Lustigen "Witwe", Hugo von Ringstetten in "Undine", Turiddu, Don Ottavio, Hoffmann, Rodolfo in "La Bohème", Wilhelm Meister, Duca di Mantova, Alfredo Germont, Manrico und die Wagner-Rollen Loge und Walther von der Vogelweide - dazu eine ganze Anzahl kleinerer Aufgaben. Ein 'Mordsprogramm' während nur zwei Spielzeiten. Am 24. November 1917 sang er im Rahmen eines Gastspiels der Münchner Hofoper noch einmal am Stadttheater Zürich: den Bernardo Novagerio in "Palestrina". Der anwesende Regisseur war Hans Pfitzner selber und am Pult stand Bruno Walter. Es war die Uraufführungsproduktion aus München die unterwegs auf einer 'Schweizer-Tournée' war und diese Oper in Basel, Bern und eben Zürich aufführte. - Dies als kleine Nebenerinnerung zu Christa Ludwig.

    Beste Grüsse von Buralicchio

  • Es würde mir sehr helfen, wenn Du Beispiele von Opern-Studioproduktionen aus den jüngsten Jahrzehnten nennen könntest, in denen diese "zweite Möglichkeit" gelungen ist und damit bewiesen hat , dass sie nicht nur eine "grandiose und revolutionäre technische ... Errungenschaft" ist sondern auch eine künstlerische.

    Da kann ich Dir nicht helfen, lieber Caruso, denn ich weiß schlicht keine. Die außerordentlich hohen Ansprüche, die einst im Studio angestrebt und auch verwirklicht wurde, gingen schon vor dreißig Jahren und noch früher immer mehr verloren. Wir reden hier ja auch um Christa Ludwig. Das hängt auch damit zusammen, dass die Firmen den hohen Aufwand und die Kosten scheuen. Es gibt auch nicht mehr die klassischen Produzenten von großem Format, die ihre ästhetischen Maßstäbe durchzusetzen wussten und wirkliche Kenner waren. Sänger nehmen sich auch nicht mehr die Zeit für die aufwändige Arbeit vor Mikrophonen. Aufnahmen von Opern im Studio sind eine Seltenheit geworden. Die meisten Firmen haben sie ganz eingestellt. Auf den Markt gelangen meist Mitschnitte als Momentaufnahmen, die nicht mehr sein wollen als sie sind und fast nie mehr neu aufgelegt werden. Oder abgefilmte Inszenierungen. Erst neulich hörte ich eine ganz aktuelle Liedaufnahme sogar aus dem Studio mit einem derzeit sehr prominenten Sänger und war entsetzt, was man dem so alles durchgehen ließ. Offenbar hört da niemand mehr zu bei der Aufnahme. :(

    Es grüßt Rheingold1876


    "Was mir vorschwebte, waren Schallplatten, an deren hohem Standard öffentliche Aufführungen und zukünftige Künstler gemessen würden." Walter Legge (1906-1979), britischer Musikproduzent

  • Da kann ich Dir nicht helfen, lieber Caruso, denn ich weiß schlicht keine. Die außerordentlich hohen Ansprüche, die einst im Studio angestrebt und auch verwirklicht wurde, gingen schon vor dreißig Jahren und noch früher immer mehr verloren.

    Ich will ja nicht besserwisserisch sein, aber muss man dann nicht eingestehen, dass die "grandiose und revolutionäre technische ... Errungenschaft" nicht genutzt wird, künstlerisch überzeugende Opernaufnahmen zu produzieren? Ist das von Dir beschriebene "Studio, wo Künstler und Produzenten darum ringen, musikalische Werke so einzufangen, wie es zum jeweiligen Zeitpunkt perfekter nicht sein kann", doch nur eine Hoffnung, eine Utopie oder ein Traum?


    Tröstende Grüße

    Caruso41

    ;) - ;) - ;)


    Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten!

  • Ist das von Dir beschriebene "Studio, wo Künstler und Produzenten darum ringen, musikalische Werke so einzufangen, wie es zum jeweiligen Zeitpunkt perfekter nicht sein kann", doch nur eine Hoffnung, eine Utopie oder ein Traum?

    Für mich nicht, lieber Caruso. Andere mögen das ganz anders empfinden. Da es hier um Christa Ludwig geht, möchte ich sie mit dem zitieren, was sie über den britischen Musikproduzenten Walter Legge sagte: "Er lehrte mich, wie man das Wotrt Sonne zum Scheinen und das Wort Blume zum Blühen bringt." Diese Äußerung bezog sich auf die Interpretation von Brahms-Lieder, die sie auch schon in jüngeren Jahren für die EMI eingespielt hat. Diese Aufnahmen halte ich für exemplarisch, nicht nur, was Diktion und musikalische Genauigkeit angeht sondern auch hinsichtlich der Stimmung, der Farbgebung und des Ausdrucks, wie sie nach meinem ganz persönlichen Eindruck nur ihr gelingen. Ich habe jedes einzelne Lied immer und immer wieder auch aus dsem Text heraus gehört, auch um herauszufinden, was sie meint. Für die Brahms-Interpretation finde ich in diesen Aufnahmen Maßstäbe gesetzt, die sich so im Konzert mit seinen auch sehr spannenden Unwägbarkeiten kaum verwirklichen lassen. Diese Box, die ich bereits an anderer Stelle kurz vorstellte, versammelt Einspielungen aus dem Studio, denen ich ganz bewusst meine Ewigkeitswerte zuspreche. Sie liegt bei mir immer griffbereit, damit ich nicht etwa vergesse, wozu die menschliche Stimme unter günstigsten Umständen fähig ist.


    Es grüßt Rheingold1876


    "Was mir vorschwebte, waren Schallplatten, an deren hohem Standard öffentliche Aufführungen und zukünftige Künstler gemessen würden." Walter Legge (1906-1979), britischer Musikproduzent

  • Gerade habe ich im Fernsehen Christa Ludwig's Auftritt bei Da Capo von 1989 gesehen. Ich kenne nur wenige Ausgaben dieser so interessanten Sendereihe, in der sich Herr Everding allerdings nicht unbedingt als der ideale Interviewer erweist, um es dezent zu sagen. Das war halt nicht sein Metier.


    Frau Ludwig gibt in diesem Interview ein paar Dinge preis, die zumindest ich noch nicht wusste. Wie beispielsweise, dass sie, auf die Frage bei welchem Dirigenten sie sich am wohlsten gefühlt hat, Karajan genannt hat. Hat sie sonst nicht immer am meisten von Bernstein geschwärmt?


    Ich werde mal versuchen herauszufinden, wer da noch so aller bei Da Capo interviewt wurde. Heute gibt es wohl keine vergleichbare Sendung. Oder doch - beim ORF interviewt Barbara Rett in der Reihe Kulturwerkstatt Sänger von heute und auch von gestern.





    Gregor

  • Ich werde mal versuchen herauszufinden, wer da noch so aller bei Da Capo interviewt wurde.

    Lieber Gregor, nichts leichter als das. Es gibt einen entsprechenden Thread im Forum:


    "Da capo" - Der Fragebogen des August Everding


    Außerdem sind mindesten zwei Bücher mit den Listen und teilweise verschriftlichten Interviews erschienen. Ja, die Ludwig ist auch nach meiner Erinnerung wirklich ausgesprochen taff aufgetreten. :) Der gelegentlich - wie ich finde - selbstverliebte Everding klebte mir mitunter zu sehr an seinem Fragenkatalog. Dadurch ging vieles verloren, was die Gesprächspartner selbst gern noch ausgeführt hätten. Warum zieht in den Gespräch Christa Ludwig Karajan Bernstein vor? Das dürfte auch darauf zurückzuführen sein, dass beide, eingebettet in einen begnadeten Kollegenkreis und bedeutende Ensembles unglaublich intensiv, wirkungsmächtig und folgenreich zusammengearbeitet haben. Bei Bernstein war es Liebe und Leidenschaft, bei Karajan galt's - wenn ich das mal so sagen darf - mehr der hohen Kunst. Und war es nicht die Ludwig, die einem bei einer Probe mit den Sängern unzufriedenen Karajan tapfer entgegenhielt: "Sie finden keine besseren." Dass sie das sagte, sagen konnte, spricht das nicht auch für die Qualität einer künstlerischen Partnerschaft?

    Es grüßt Rheingold1876


    "Was mir vorschwebte, waren Schallplatten, an deren hohem Standard öffentliche Aufführungen und zukünftige Künstler gemessen würden." Walter Legge (1906-1979), britischer Musikproduzent

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  • Und war es nicht die Ludwig, die einem bei einer Probe mit den Sängern unzufriedenen Karajan tapfer entgegenhielt: "Sie finden keine besseren." Dass sie das sagte, sagen konnte, spricht das nicht auch für die Qualität einer künstlerischen Partnerschaft?


    Ja, das habe ich schon in einem anderen Interview mit ihr gehört und sie hat das auch in einer Matinée an der Wiener Staatsoper erzählt, als sie dort vor ein paar Jahren ihre Kollegin Gundula Janowitz interviewt (!) hat. Und Frau Ludwig war eine hervorragende Moderatorin! Auch das konnte sie. Natürlich war sie dann doch mehr als Moderatorin, und das war sicher ganz im Sinne der Veranstalter. Diese Matinée wurde schnell ein amüsanter Dialog zwischen den beiden Sängerinnen, die mit herrlichen Anekdoten aufwarteten.


    Janowitz hatte seinerzeit bei Aufnahmen jedenfalls Probleme mit dem langsamen Tempo des Benedictus in der Missa Solemnis und sagte es Ludwig. Diese meinte, sie solle es Karajan sagen. Janowitz entgegnete, dass das lieber sie machen solle. Und darauf Ludwig, 'dann mache es eben ich'. ^^ Sie ging auf Karajan zu und teilte ihm mit: 'Das Benedictus ist uns zu langsam'. Karajan meinte darauf, dass er sich in diesem Falle andere Sänger suchen müsse. Und Frau Ludwig erwiderte ganz selbstbewusst: 'Bessere wie uns werden Sie nicht finden!' :hahahaha: Daraufhin gab Karajan nach und dirigierte etwas schneller.



    nichts leichter als das. Es gibt einen entsprechenden Thread im Forum:


    "Da capo" - Der Fragebogen des August Everding


    Vielen Dank für den link, lieber Rüdiger. Da hat ja Harald wirklich alle Sendungen chronologisch aufgelistet. :)



    Gregor

  • Christa Ludwig und Leonard Bernstein


    Ein hochinteressantes Dreiergespräch über den amerikanischen Dirigenten und Komponisten führte Christa Ludwig 2018 mit dem ehemaligen Intendaten des Wiener Musikvereins und dem ehemaligen Vorstand der Wiener Philharmoniker.


    "Er lebte die Tiefe der Musik"





    Christa Ludwig und Herbert von Karajan


    Ihre tiefe Bewunderung für Herbert von Karajan kommt in diesem Interview mit dem Salzburger-Karajan-Institut zum Ausdruck.

    Das Gespräch fand kurz vor Ausbruch der Corona-Pandemie statt und ist wohl das letzte Interview im Leben von Christa Ludwig und ihr letztes Erscheinen in der Öffentlichkeit gewesen.

    Auch hier ist es ein Genuss den Erzählungen von Frau Ludwig zu folgen.


    "Karajan hatte Macht aufgrund seines Talentes"




    Gregor

  • Lieber Gregor, schön dass Du diese Gespräche uns ins Bewusstsein rufst. Ich höre immer wieder gern zu. Es ist wie Musik. Gerade mit einem Seitenblick auf die Debatte an anderer Stelle des Forum über Bernstein und seine Aufnahmen, kommt mir das, was die Ludwig über ihn sagt immer wie eine Art Weisheit letzter Schluss vor. Er habe ohne erhobenen Zeigefinger die Tiefe der Musik erlebt. Da kann Michael Gielen, der den Zeigefinger erhebt und mir persönlich immer etwas trocken vorgenommen ist, sagen was er will.

    Es grüßt Rheingold1876


    "Was mir vorschwebte, waren Schallplatten, an deren hohem Standard öffentliche Aufführungen und zukünftige Künstler gemessen würden." Walter Legge (1906-1979), britischer Musikproduzent

  • Dass Christa Ludwig auch mit Leonard Bernstein so ihre Schwierigkeiten hatte, zeigt das folgende Video von einer Probe zu Mahler's Lied von der Erde, als sie mit dem Tempo so gar nicht einverstanden war. Er dirigierte so schnell, dass sie mit dem Text nicht hinterherkam. ^^


    Bernstein's Reaktion ist köstlich. 'Ist doch egal. Die Worte kann doch eh keiner hören.' ^^


    Von Karajan hätte man so etwas wohl nicht zu hören bekommen. 8)





    Gregor

  • Vielen Dank für diese Einstellung, nicht nur köstlich, sondern auch ein interessanter Farbtupfer zur in einer anderen Rubrik diskutierten Frage nach der Gültigkeit von Bernsteins Mahler-Interpretationen.

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

  • Deutschlandfunk Kulur hob einen Schatz aus dem Archiv des RIAS:


    den Mitschnitt eines Liederabends von Christa Ludwig, am 27. Februar 1967 in der Hochschule für Musik Berlin.


    Auf dem Programm dieses historischen Konzerts standen Robert Schumann, Johannes Brahms, Hugo Wolf, Max Reger, Hans Pfitzner und Richard Strauss.


    Christa Ludwig wird begleitet von Erik Werba.


    https://www.deutschlandfunkkul…ml?dram:article_id=500140

  • Liebe udohasso, herzlichen Dank für den Hinweis. Den Liederabend mit dazugehörigen Anmerkungen und Äußerungen der Sängerin selbst, habe ich mir gleich gesichert. Für mich ist die Ludwig als Liedinterpretin unerreicht, sonders bei Brahms. Ihr Stil steht nach meinem Empfinden über der Zeit. So könnte noch gesungen werden - wenn denn jemand in der Lage wäre, an dieses Niveau anzuschließen. Zum Glück sind sehr viele Livekonzerte mit ihr erhalten. Mit dem Berliner Auftritt kommt ein weiteres hinzu. Schade, dass sich Caruso so vorschnell und für mich schwer nachvollziehbar aus dem Forum verabschiedet hat. Er dürfte nämlich in der Veranstaltung gesessen sein und hätte etwas aus eigenem Erleben dazu sagen können. Schade, einfach nur schade.

    Es grüßt Rheingold1876


    "Was mir vorschwebte, waren Schallplatten, an deren hohem Standard öffentliche Aufführungen und zukünftige Künstler gemessen würden." Walter Legge (1906-1979), britischer Musikproduzent

  • Christa Ludwig im Jahr 2015 in einem Gespräch mit Peter Fässlacher für die ORF Künstlergespräche. Es ist immer hochinteressant Christa Ludwig zuzuhören. Nicht nur wenn sie singt. ;)


    Die Gespräche die Fässlacher führt sind ohnehin immer interessant. Ist er doch ein sensibler Interviewer der nicht an der Oberfläche bleibt, sondern seinen Interview-Partnern stets Dinge entlockt, die man in anderen Interviews nicht hört. Kein Blabla eben. Er hat sich inzwischen ob seiner hervorragenden Moderationen und feinsinnigen Interviews echt zum Liebling der österreichischen Zuschauer entwickelt. Frauen lieben ihn ja sowieso - aus offensichtlichen Gründen. 😊


    Aber zurück zu Christa Ludwig. Hörenswert was die Sängerin ihm und uns bezüglich Singen, dem Aufhören oder dem Tod erzählt. Besonders auch über ihren eigenen. Überhaupt fallen bei ihr Sätze und Zitate, die man eigentlich sammeln sollte. Wie "Man redet meistens doch nur blödes Zeug". 😂😂😂


    Oh ja, sie wird vermisst.




    Gregor