Die Besten von Mahler

RealHendrik · 159 Beiträge · letzte Antwort von Joseph II.

159 Beiträge
  • Zitat

    Original von timmiju


    Bestimmt kommt im Laufe der Zeit noch das eine oder andere dazu, so fehlt Bernstein noch völlig, aber im großen und ganzen bin ich mit der Auswahl zufrieden.


    Ich kenne deine bevorzugte Einspielung der 3. nicht, aber ich kann dir Bernsteins Live-Mitschnitt mit den NY Philharmonic und Christa Ludwig zu dieser tollen Symphonie ans Herz legen.


  • RBB Samstag 24.01.09 20:04 bis 23:00


    Gustav Mahler: Sinfonie Nr. 9 D-Dur


    Aufnahme vom 28.9.2007 in der Berliner Philharmonie
    Leitung: Herbert von Karajan
    Aufnahme vom 01.05.1982 2. Festkonzert zum 100-jährigen Jubiläum des Berliner Philharmonischen Orchesters



    Ö1 Programm Do, 05.02.2009 19:30


    Gustav Mahler: Symphonie Nr. 7, e-Moll


    Radio-Symphonieorchester Wien,
    Dirigent: Bertrand de Billy.


    Aufgenommen am 29. Jänner 2009 im Großen Konzerthaussaal in Wien


    :hello:

  • @ Amfortas08:


    Hallo,


    Zitat


    Michael Tilson Thomas
    dirigiert das WDR Sinfonieorchester Köln
    Aufzeichnung aus der Kölner Philharmone vom 22.02.2008


    danke für den Tipp. Habe die Symphonie aufgenommen und mir angehört. Man sagt, MTT bevorzugt breite Tempi, das hat sich mit 85 Minuten voll bestätigt. Das Scherzo vor dem Andante (!), das fand ich gut, aber mir kam es wie zwei langsame Sätze vor, so behäbig war das Scherzo. Gute Bildregie, Orchester in Hochform mit schönen Einzelleistungen. Ist eine Interpretation, die ordentlich ist, aber nicht vom Stuhle reißt. Aber für Empfehlungen bin ich immer dankbar und die Geschmäcker sind gottlob verschieden.


    Ein gutes Neues Jahr wünscht
    Manfred

    Wenn schon nicht HIP, dann wenigstens TOP

  • wenn ichs Recht im Gedächtnis habe, ist MTT im Scherzo und Andante zügiger als der späte Lenny. Aber es gibt Wiedergaben, die zügigere Tempi als MTT haben, das ohne Zweifel. Mich hat vor allem MTTs Lesart des 4. Satzes beeindruckt. Das gibt es am Montag:


    Montag, 05.01.2009 SWR 2 ab 20:00


    Gustav Mahler: Sinfonie Nr. 2 c-moll


    Chor der Staatlichen Hochschule
    für Musik und Darstellende Kunst Mannheim
    Landesjugendchor Rheinland-Pfalz
    Simón Bolívar Youth Orchestra of Venezuela
    Janice Watson (Sopran)
    Jane Henschel (Alt)


    Leitung: Gustavo Dudamel


    Konzert vom 9. September 2008 in der Friedrich-Ebert-Halle Ludwigshafen


    ansonsten immer mal einen Blicks ins radiothraed werfen...


    :hello:

  • Hat jemand von euch schon die Neuausgabe von Sony der Mahler-Sinfonien von Bernsten gehört:



    Was hießt hier "Original Recording Remastered" haben sie den Klang verschlechtert?

    Gruß ab


    ---
    Und ich meine, man kann häufig mehr aus den unerwarteten Fragen eines Kindes lernen als aus Gesprächen mit Männern, die drauflosreden nach Begriffen, die sie geborgt haben, und nach den Vorurteilen ihrer Erziehung.
    J. Locke

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  • Vielleicht ist es auch nur ein PR-Grund, um die neue Box teurer zu verkaufen als die alte...


    :hello:

    Ciao


    Von Herzen - Möge es wieder - Zu Herzen gehn!


  • Nachdem ich mich nun die letzten drei Jahre sehr viel mit Mahlers Musik auseinandergesetzt (gehört) habe, ergibt sich zwangläufig ein persönliches Ranking. Here my results:


    M1


    +++ Abbado/ CSO – klare Nr 1, da über alles am stimmigsten und mit der nötigen Klangpracht.
    +++ Solti/ CSO – wenns mal ein bisserl deftiger sein darf.
    +++ de Waart/ Minnesota SO -„meisterhaft in Schuberts Nähe gerückt“ (siehe M1-Thread).
    +/- Boulez/ CSO – eigentlich ne edle Aufnahme, aber er kommt dynamisch nicht in die Gänge.
    +/- Gergiev/ LSO – wenn ich mal Lust auf musikalisches Holzhacken hab.
    --- Bernstein/ RCO – macht mich nicht an.
    --- Litton/ Dallas SO – früher meine Referenz (wegen der Tonqualität), heute verzichtbar.
    --- Norrington/ RSO Stuttgart – sicher die verzichtbarste seiner bislang vier aufgenommenen.
    Ohne Wertung: Mitropoulos/ NYPO, Chailly/ CGO,


    M2


    +++ Klemperer/ PO – kein Kommentar nötig.
    +++ Mehta/ WP/ Cotrubas/ Ludwig – wenn's ich mal ein bisserl gieriger mag
    ++ Boulez/ WP – manchmal steh ich auf diese beinharte Lesart. Ein offenes Buch.
    +/- Bernstein/ NYPO 1989 – ich mag irgendwie seine Tempi nicht – läßt mich meist ratlos zurück.
    +/- Klemperer/ Amsterdam 1951 – Eigentlich auch eine hochspannende Aufnahme, aber sie hört sich an, als wenn die Tontechniker über das Mikro im 10-Sekunden-Abstand einen Plastikeimer, einen Blecheimer, eine Holzschachtel, eine Badewanne und einen Schuhkarton gestülpt hätten.
    +/- Tabakov/ Sofia PO – m. E. vollkommen unterschätzter Mahler-Interpret. Solange nicht gesungen wird, klingts hier erfrischend anders. Man hört vollkommen neue Melodielinien. Und die Flöten klingen herrlich nach Hirtenmusik.
    --- Norrington/ ROS Stuttgart – eigentlich mag ich Norringtons Ansatz bei Mahler, aber hier verzettelt er sich m.E. total.
    Ohne Wertung: Solti/ CSO


    M3


    +++ Horenstein/ LSO - Ohne Worte. Für mich DIE perfekte Mahler 3. Seeehr nobel.
    +++ Nagano/ DSOB – wie bei Horenstein gefällt mir seine noble Lesart sehr gut. ‚Feiner Mahler‘.
    +++ Zander/ PO – mein heimlicher Favorit. Perfektes, harmonisches Orchestermiteinander. Nirgends verweben sich die einzelnen Melodiestränge so schön zu einem stimmigen Ganzen.
    +++ Mitropoulos/ NYPO – ein weiterer heimlicher Favorit. Draufgängerisches, vollkommen ungezwungenes Spiel, das trotz aller geschätzten Noblesse (siehe oben) wunderbar zu Mahler paßt. Und er schafft m. E. das hinreissendste Finale.
    +/- Levine/ CSO/ Horne – „eigentlich“ auch ne famose Aufnahme, es stört mich aber der etwas zu weiche Klang, der mit Levines weichem Zugriff dann doch zu viel wird.
    --- Boulez/ WO – wie immer klar und strukturiert, aber mir hier viel zu unmahlerisch. Und wie kann man derart unsensibel über die kleine Pause kurz vor dem Paukenfinale hinwegrutschen. Näää….
    --- Bernstein/ NYPO 1989 – ich krieg die Krise……
    --- Gergiev/ LSO – absolutes No-Go. Nie einen so unsensiblen Mahler gehört. Thema vefehlt.
    Ohne Wertung: Solti/ CSO, Tabakov/ Sofia PO


    M4


    +++ Horenstein/ LPO – feinstes, edelstes Orchesterspiel. Bring m. E. die Struktur dieser Sinfonie am besten (schönsten) zur Geltung.
    +++ Klemperer/ PO – manchmal mag ich ein kleines bisserl rauher.
    +++ Boulez/ Cleveland – auch diese sehr feine Aufdröselung der Struktur spricht mich sehr an.
    ++ Norrington/ SWO Stuttgart - Norringtons Zweitbeste. Ich finde sein Orchesterspiel bei dieser Sinfonie einfach herrlich. Manchmal übertreibt er es ein wenig – trotzdem!
    ++ Szell/ Cleveland O – an dieser Aufnahme gibt’s auch nichts zu bekritteln. Top-Leistung.
    --- Chailly/ RCO – mag ich überhaupt nicht. Seine Interpretation ist mir bei dieser Sinfonie zu laut und zu „geschwätzig“. Ausserdem hab ich Problem mit der Klangqualität (ja!)
    --- Solti/ CSO – das ist nicht Soltis Sinfonie


    M5


    +++ Norrington/ SWO Stuttgart – auch auf die Gefahr hin mich lächerlich zu machen, aber hier hab ich das Gefühl: ja, so muß es klingen. Und die Blechbläser hatten einen superguten Tag.
    +++ Kondrashin/ USSR State Orchestra – zwar leicht topfiger Klang aber eine absolut passende Interpretation.
    ++ Chailly/ RCO – mit dieser Sinfonie kommt Chailly m. E. erheblich besser zurecht als mit der 4. Aber auch hier ist mir klangtechnsich das Fundament viel zu viel.
    ++ Neumann/ Gewandhaus O – im besten Sinne die neutralste Interpretation, die immer wieder Laune macht. Mit dieser Aufnahme macht man nichts falsch.
    Ohne Wertung: Barshai, Karajan, Mitropoulos


    M6


    +++ Zander/ PO – für mich die packendste Aufnahme. Sehr direkter Zugriff und hervorragende Klangqualität ohne Manirismen.
    +++ Horenstein/ Stockholm PO – ebenfalls eine herausragende Aufnahme. Vielleicht eine kleine Spur zu „edel“ für die Abgründigkeit dieser Sinfonie. Trotzdem unglaubliche Spannung.
    --- Gergiev/ LSO – Gergiev und Mahler: tut mir leid, geht irgendwie nicht.
    Ohne Wertung: Tabakov/ Sofia PO. Solti kenn ich leider noch nicht!


    M7


    +++ Abbado/ CSO – wie bei der Ersten: über alles die stimmigste Interpretation ohne „Auffälligkeiten“. Und das ist ein Lob.
    +++ Barenboim/ Staatkapelle Berlin – Barenboim muß am Abend vor der Aufführung alle Halloween-Parties Berlins besucht haben. Auf jeden Falls stand er immer noch mit ner ziemlichen Fratze am Pult und fegt durch die Partitur, dass es ein wahrer Spaß ist. Manchmal ist mirs bisserl zuviel (siehe Abbado), aber es hat was….
    +++ Jansons/ SOBR – Jansons spielt hier allerbesten Shostakovich (siehe Thread M7). Eine wirklich famose Aufnahme, die erfrischend anders klingt. Und super klingt.
    --- Gergiev/ LSO – siehe oben.
    Ohne Wertung: MTT /SFO, Kondrashin/ USSR


    M8


    +++ Solti/ CSO - Keine Frage, Die Aufnahme schlechthin. Manchen mags etwas zuviel sein aber es paßt. Außerdem klanglich allererste Sahne.
    +++ Mitropoulos/ WP – Mein heimlicher Star. Auch wenn die Aufnahme schon ein paar Jahre auf dem Buckel hat, so hat sie doch nichts von ihrem Reiz verloren. Größter Vorteil: die trotz Mono allerbeste Durchhörbarkeit und Transparenz. Sie hat mir diese Sinfonie eigentlich erst so richtig erschlossen. Auch wenn sie tontechnisch wahrlich nicht mehr zeitgemäß ist: eine echte Empfehlung.
    +++ Boulez/ Staatskapelle Berlin – auch dieser Sinfonie kommt der analytische Ansatz Boulez‘ sehr zugute. Für Kalorienbewußte …..
    +/- Rattle/ Birmingham O – diese Aufnahme hat mich nicht berührt.
    Ohne Wertung: Tabakov/ Sofia SO, Chailly/ CGO


    M 9


    +++ Walter/ Columbia SO – trockene, recht flotte Interpretation ohne tiefste Emotionen. Gefällt mir.
    +++ Levine/ SOBR – Sicher ein Sonderfall. Sehr breite Tempi und das Adagio ist eigentlich ein ganz anderes Werk. Aber was für eines! Man hört stellenweise fast auf zu atmen.
    +/- Barenboim/ Staatskapelle Berlin – Ist mir manchmal ein bisserl zu „laut“. Mehr kann ich dazu nichts sagen.
    +/- Klemperer/ PO – hat sich mir noch nicht so recht erschlossen. Warum diesmal so derb, Herr Klemperer?


    M 10


    Interessanterweise hat sich mir diese Sinfonie bislang nicht ansatzweise erschlossen. Weder in der einen noch in der anderen Version. Habe Rattle/ BP Barshai/ JDP und Levine/ MPhil.


    Grüße aus München

  • Lieber Thomas,


    vielen Dank für die Mühe und die Bewertungen.


    Ich hätte allerdings ein paar Anmerkungen:


    M1
    Abbado gefällt mir auch sehr gut.
    Kennst du allerdings Jansons/RCO?
    Und Inbal/RSO Frankfurt?


    M2
    Rattle/CBSO?
    Gilbert/LSO bzw WPO


    M3
    Warum kommt Bernstein da so schlecht weg?


    M4
    Was ist mit Haitink/Schäfer/RCO?


    M5
    Solti?


    M6
    Haitink?
    Barbirolli?
    Szell?


    M7
    Bei Barenboim würde ich diskutieren. Abbado und Jansons finde ich auch +++


    M8
    Evtl. Nagano?
    Inbal?


    M9
    Barbirolli?
    Karajan?
    Bernstein?


    M10
    Habe ich auch meine Schwierigkeiten mit. Wie das mit Fragmenten so ist.


    LvdE
    Bernstein
    Barenboim
    Nagano

  • Lieber Luis,


    ich weiß, ich weiß, neben den von mir Genannten gibts sicher noch ne ganze Menge weiterer Pretiosen. Leider kenne (habe) ich bislang nur (!) die in meinem posting genannten. Reicht ja auch ;-) Mir gehts ja auch nicht ums absolut beste (was ist das schon?), sondern um meine favorites bzw no-gos. Was aber sicher noch ganz oben auf meiner to-do bzw to-buy List steht: Solties no 6 und Naganos no 8.


    Bernsteins 3.: Hm, ist eigentlich ja nicht sooo schlecht - zugegeben - aber ich hab schlichtweg mit seinen Tempi bzw seiner Art von Emotionalität bisserl Probleme. Das ist alles sooo gedehnt, sooo maniriert, sooo zerissen. Einfach sooo Bernstein. Sicher alles blitzsauber und eindringlich gespielt (und die Sätze 2, 3, und 4 sind auch besser als 1 und 6), aber, wie man bei uns sagt: Die Katz mag d' Mäus' roh; ich mag sie gebraten nicht.
    Und es gibt ja glücklicherweise ausreichend Alternativen. :yes:
    Grüße
    Thomas

  • Obwohl ich die meisten von Dir genannten nicht kenne, zähle ich mal einige auf, die ich für einen solchen Mahler-Sammler für erwägenswert halte, die Du noch nicht zu kennen scheinst:


    1: Kubelik (DG), Walter (CBS stereo, die Mono-Aufnahme ist wohl kaum zu kriegen)


    2. Bernstein/NYPO (die ältere CBS/Sony), Scherchen


    3. Gielen/Hänssler


    4. Gielen/Hänssler (Intercord), Abravanel (Vanguard), Gatti (falls irgendwo zu finden)


    5. Bernstein/Wiener Phil/DG, Morris (Collins oder anderes obskures britisches Label)


    6. Kondrashin/Melodiya (eigentlich ein "Muß", wenn Dir sein Zugang gefällt), Mitropoulos, Bernstein/Wiener Phil/DG


    7. Kondrashin/Melodiya, Gielen/Hänssler (Intercord)


    9. Gielen/Hänssler (es gibt zwei Aufnahmen, aber die ältere (Intercord) dürfte kaum zu finden sein) und besonders Maderna/BBC


    :hello:


    JR

    Struck by the sounds before the sun,
    I knew the night had gone.
    The morning breeze like a bugle blew
    Against the drums of dawn.
    (Bob Dylan)

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  • Da hat mir JR aber wirklich weitergeholfen.


    Kubelik mit dem BRSO habe ich auch M1 von. Tolle CD, ist kombiniert mit den Liedern des fahrenden Gesellen, gesungen von Fischer-Dieskau.

  • meine persönlich Hitliste:


    1: Denis Zsoltay, Süddeutsche Philharmonie (mein Geheimtipp)


    2. Georg Solti, London Symphony Orchestra


    3. ???


    4. Willem Mengelberg, Concertgebouw Orchestra (mit der sagenhaften Jo Vincent)


    5. Vaclav Neumann, Gewandhaus Orchester


    6. ???


    7. Jascha Horenstein, New Philharmonia Orchestra (live)


    8. ???


    9. Vaclav Neumann, Gewandhaus Orchester / Jonathan Nott, Bamberger Symphoniker / Leonard Bernstein, Berliner Philharmoniker



    Ach wie lange suche ich schon nach "meiner" Nr. 3 und Nr. 6 ;(

    Gruß ab


    ---
    Und ich meine, man kann häufig mehr aus den unerwarteten Fragen eines Kindes lernen als aus Gesprächen mit Männern, die drauflosreden nach Begriffen, die sie geborgt haben, und nach den Vorurteilen ihrer Erziehung.
    J. Locke

  • Zitat

    Original von a.b.
    Ach wie lange suche ich schon nach "meiner" Nr. 3 und Nr. 6 ;(


    Na dann laß uns doch mal wissen, welche Du kennst /besitzt und was Du an denen "auszusetzen" hast. Bzw was Dir es verleidet, sie in Deine Nr-1-Liste aufzunehmen.
    Bin sehr neugierig... gerade bei der Nr 3.

  • Was mir hier mal wieder auffällt:


    Dieses ganze fleißige Mahler-Sinfonien-Hitlisten erstellen führt zu gar nix.


    Bernstein oder doch eher Solti, ach nein, da ist ja noch Kubelik, hier Gatti, dort Chailly, Gielen fehlt auch noch, Tennstedt und Bertini müssen auch noch genannt werden, Abbado sowieso, Horenstein, Walter, Klemperer, Barbirolli ebenso, es gibt auch noch Dohnanyi, Tilson Thomas, Salonen, Tabakov, Abravanel, Maazel, Zinman, Inbal, Bychkov, Maderna, Sanderling, Gergiev, Ozawa, Levine, Haitink, Kondrashin, Mehta etc. pp.


    Habe ich noch einen vergessen? Laßt es mich auf jeden Fall wissen...



    :lips:A g o n


  • Warum so negativ und destruktiv heute??? ?(
    Steht ja nirgends geschrieben dass es zu etwas führen muß.
    Ich finds erhellend, die Meinung anderer Mitglieder zu lesen, davon zu lernen und die eine oder andere Anregung zu erhalten. Insofern führts dann doch zu was.


    Also Kopf hoch und ggfls solche Threads einfach ignorieren. :pfeif:


    Und Du hast tatsächlich einen vergessen ....

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  • Ich habe nicht unbedingt eine Hitliste aufgezählt, sondern Aufnahmen, von denen ich entweder erwartet hätte, daß ein "Fanatiker" sie kennt/gehört hat (weil es sich um "Standardempfehlungen" wie z.B. Walter oder Kubelik in der 1. handelt) oder solche, von denen ich vor dem Hintergrund der von Thomas aufgezählten glaube, daß sie für ihn interessant sein könnten.


    Natürlich wäre es instruktiver, was zu jeder Empfehlung zu schreiben. Dazu habe ich momentan keine Zeit...


    Was sollte man denn stattdessen diskutieren und zu was sollte es führen?
    In welcher Reihenfolge die Mittelsätze in der 6. gespielt werden sollten? ;)
    (haben wir auch schon im entsprechenden thread)
    Laß es mich auf jeden Fall wissen...


    :hello:


    JR

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    The morning breeze like a bugle blew
    Against the drums of dawn.
    (Bob Dylan)

  • Vermutlich geht aus meinem persönlichen Geschmacks-Ranking oben hervor, dass ich tendentiell schlankeren und mehr verinnerlichten, denn dramatischen Mahlerzugriff bevorzuge. In dieser Hinsicht würde ich mich für Tipps bei der 3. und 6. freuen.


    Zur Frage:
    Die 3. Sinfonie kenne ich im Rahmen der GAs von Abbado (also Studio), Bernstein CBS & DG, Chailly und Tennstedt.
    Sonst kenne ich noch Solti (alt) sowie Haitink (Philips).
    Am liebsten ist mir bislang noch Horenstein.
    Solti aus Chicago (schon lange vergriffen außer in der GA) und Mitropulous würden mich interessieren, womöglich wäre Abbado neu etwas...


    Die 6. kenne ich aus den genannten GAs, natürlich auch die hochdramatische von Solti sowie die sinnesfrohe (aber schlecht geprobte) von Neeme Järvi (Chandos).
    Kondrashin, obwohl eher expressionistisch, würde mich da jedenfalls noch interessieren. Was ist von Edouard Van Beinum aus dem Concertgebouw (mit dem Andante vor dem Scherzo) zu halten?


    Bei der 3. und 6. fehlt mir bislang noch eine Aufnahme, wo ich das Gefühl hätte, dass sie wirklich einheitlich über alle Sätze hinweg als Gesamte ausgefallen wäre. (Solti bietet zwar solches bei der 6., diese ist mir aber in ihrer Dramatik zu bombastisch - und persönlich auch zu oberflächlich.)




    Ich vergaß oben noch zu erwähnen, dass ich das Adagio aus der 10. bislang am liebsten von Abbado höre. Bei der 8. bin ich mit Solti hinreichend bedient, denn mehr als den Beginn des Teil II schaffe ich eigentlich eh nicht, mir anzuhören: Völlig verrückt, diese Sinfonie. Abraten muss ich jedenfalls von Neem Järvi live bei BIS, die ich auch noch zuhause habe.


    :hello:


    Ps.: Meine Lieblingssinfonien von Mahler sind nach der 7. die 9. und 2.

    Gruß ab


    ---
    Und ich meine, man kann häufig mehr aus den unerwarteten Fragen eines Kindes lernen als aus Gesprächen mit Männern, die drauflosreden nach Begriffen, die sie geborgt haben, und nach den Vorurteilen ihrer Erziehung.
    J. Locke

  • Zitat

    Original von Agon
    Habe ich noch einen vergessen? Laßt es mich auf jeden Fall wissen...


    :yes:
    Nott und Wit
    :pfeif:

    Gruß ab


    ---
    Und ich meine, man kann häufig mehr aus den unerwarteten Fragen eines Kindes lernen als aus Gesprächen mit Männern, die drauflosreden nach Begriffen, die sie geborgt haben, und nach den Vorurteilen ihrer Erziehung.
    J. Locke

  • Zitat

    Warum so negativ und destruktiv heute???


    Na, mittlerweile kennst Du mich doch...


    Zitat

    Steht ja nirgends geschrieben dass es zu etwas führen muß.


    Das stimmt wohl.
    Aber die Aussagekraft von Hitlisten ist eben stark beschränkt. Und das weiterhin inflationäre Erscheinen von Mahleraufnahmen führt nur zu mehr Unübersichtlichkeit und Übertünchung der Kernaufnahmen.


    Zitat

    Ich finds erhellend, die Meinung anderer Mitglieder zu lesen, davon zu lernen und die eine oder andere Anregung zu erhalten. Insofern führts dann doch zu was.


    Natürlich ist die Meinung anderer Mitglieder interessant, wenn auch nicht immer "erhellend". Aber gerade bei Mahler scheint es ja so zu sein, daß nun mal jeder seine Favoritenaufnahmen hat und davon auch nicht wirklich abweicht.



    A g o n

  • Hallo,
    auch wenn ich seit ca. 4- 5 Jahren definitiv nix mehr von Gustav Mahler gekauft habe, so verfolge ich doch neuere Aufnahmen.
    Die sind mir allerdings meist zu langsam und getragen.
    Hier also meine Lieblingsaufnahmen, es sind ältere zumeist.


    1: CVD vom SH Festival 2008 (oder wars 2007) Radiomitschnitt. Ansonsten die alten Aufnahmen von Mitropoulos oder Ancerl.


    2: Old Klemp, wer sonst? Ich habe 1951 Live, dann 1961 LPO, 1965 München Live mit der göttlichen Janet Baker und 1971 NPO Live. 1965 ist die Beste, 1971 die schwärzeste, 1951 die wildeste, 1961 die ausgewogenste. Aber alle sind toll!


    3: Levine CSO von 1976. Gielen, Abbado und Chailly habe ich noch, aber Jimmy ist einfach besser.


    4: Szell, wer sonst? Bei ihm bekommt die Satzbeschreibung "behaglich" einen richtigen Sinn! Klemp war super in den 50iger Jahren (Köln, München), aber seine Aufnahmen klingen so entsetzlich mistig, sie harren einer Auferstehung durc h modernes Remastering.
    Gielen ist mir zu didaktisch und seine neue Aufnahme (Rundfunk) mit Christine Schäfer zu langsam.


    5: Mag ich nicht besonders. Ich habe die kuriose Aufnahme mit Scherchen (3. Satz in 5 Minuten, also ca. 10 Minuten raus gekürzt) und die allgemein bekannte mit Solti. Beides zieht mich nicht vom Hocker.


    6: Geht mir ebenso wie mit der 5. Wobei ich die Abbado Aufnahme mit dem CSO wegen des schönen Andante ab und zu höre.
    Solti ist mir ein Graus, aber nur!! wegen der Grobi (Sesamstraße: nah und fern)- Effekte der Toningenieure, die alles versauen.
    Gielen habe ich auch, aber nur 1-mal abgehört. Und live habe ich es auch gehört. Mehrfach. Gielen, Sinopoli , Gillessen. War toll zu sehen, aber das war es denn auch .


    7: Eindeutig Scherchen Toronto 1965, dann Wien 1950, früher mal Horenstein, aber wenn man einen Scherchen zur Hand hat, dann, ja dann hört=sieht man auch über den mistigen Klang hinweg.
    Gielen ist wie Scherchen, nur mit besserer Klangqualität und MIT ERHOBENEM Zeigefinger (seht mal, was ich ich weiß) Und das verdirbt alles.
    Die Toronto Aufnahme Scherchens ist das "heißeste" Stück Mahler, das ich habe. Dass dabei das arme Orchester im 1. nicht immer mitkommt,... geschenkt!
    So einen Aberwitz muss man erst mal veranstalten können.


    8: Kann ich nicht leiden!


    9: Tja, da wird es schwierig. Horenstein im letzten Satz, aber der Rest?, Karajan im 1. und 4., aber 2 und 3, bei Klemp sind 2 und 3 auch zu langsam, dafür ist hier aber die Katastrophe im 1. Satz unglaublich klar gespielt. Und der 2. ist in seiner Langsamkeit und tapsigkeit doch wieder sehr gelungen, aber sehr gewöhnungsbedürftig.
    Barbirolli ist zu mir weich, Walter 1939 klingt zu mistig, Giulini ist mir auch in den Binnensätzen nicht gut genug.
    Scherchen gibt es nur in einer Aufnahme von 1951. Die ist zwar scherchenhaft irre!! und war ne zeitlang meine Lieblingsaufnahme.
    Doch aktuell seit ca. 2 Jahren geht mir nichts über Ancerl! Da stimmt für mich einfach alles: endlich mal sehr betonte Binnensätze, ein sehr flüssiger letzter Satz, der nicht in Schönheit stirbt und eine sich anbahnende Katastrophe im 1. wie ich sie sonst nie gehört habe.
    Nur....... Der Klang könnte besser sein.


    LvdE: natürlich Klemp und seit einiger Zeit auch Paul Kletzki mit Fidi als Mezzoersatz. Geht aber sehr gut. Besser als bei Lennie.


    So das wärs.
    Gruß S.

    2 Mal editiert, zuletzt von s.bummer ()

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  • Zitat

    Original von s.bummer
    7: Eindeutig Scherchen Toronto 1965, dann Wien 1950,


    Danke für die vielen Tipps!


    Zu Scherchens 7. las ich aber gerade: Vienna Symphony/Orfeo, live (1950); Toronto Symphony/Music & Arts, live (1960), Wiener Staatsopern Orchester, studio (1954).


    Gehe ich also recht in der Annahme, dass Du oben die aus Toronto 1960 meinst (oder gibst da noch eine fünf Jahre später?); und welche aus Wien meinst Du, die Westminster-Studio-Aufnahme oder den Orfeo-Konzertmitschnitt?


    Danke!


    :hello:

    Gruß ab


    ---
    Und ich meine, man kann häufig mehr aus den unerwarteten Fragen eines Kindes lernen als aus Gesprächen mit Männern, die drauflosreden nach Begriffen, die sie geborgt haben, und nach den Vorurteilen ihrer Erziehung.
    J. Locke

  • Hallo,
    ich habe mal nachgeschaut:
    Es gibt 3 Aufnahmen der 7. Mahlers mit Scherchen als Dirigenten.
    http://w.ifastnet.com/hsd/hsd3.htm
    Für Toronto meine ich folgende Aufnahme:
    1965.4.22 Th Toronto live. Recorded by the CBC. Toronto Symphony Orchestra. Canadian première of the work. 68'47".
    CD: Music and Arts (U.S.A.) CD-695 (1991)
    Und genau diese von M&A habe ich auch.


    Die beiden anderen 7. habe ich ebenfalls, die Studioversion von 1953 aber nur auf Doppel-LP von Westminster. Ich höre ich diese selten, häufiger schon die Liveversion aus dem Juni 1950, die bei Orfeo erschienen ist und die mir auch besser gefällt als die Studioversion.
    Im selben Zeitraum 1950 entstand auch die Aufnahme der 9., die ebenfalls bei Orfeo erschienen ist. (Korrektur meiner früheren Aussage, die die Aufnahme nach 1951 datierte)



    Gruß S.

  • Danke! :hello:


    Scherchen ist - so scheints mir - einer der stark unterschätzen Dirigenten des 20. Jahrhunderts.

    Gruß ab


    ---
    Und ich meine, man kann häufig mehr aus den unerwarteten Fragen eines Kindes lernen als aus Gesprächen mit Männern, die drauflosreden nach Begriffen, die sie geborgt haben, und nach den Vorurteilen ihrer Erziehung.
    J. Locke

  • I.: Dudamel (kenne bislang nur den :stumm:)


    II.: Klemperer, Abbado, Kaplan


    III.: kenn ich noch nicht


    IV.: s. III.


    V.: s. III.


    VI.: Solti, Karajan


    VII.: s. III.


    VIII.: Wit, Davis, Horenstein, Solti, Tilson Thomas, Boulez (dachte nicht, daß ich den nochmal bei bevorzugten Aufnahmen nenne)


    IX.: s. III.

    »Das ist sehr groß, ganz toll! Man möchte sich fürchten, das Haus fiele ein.«

    – Goethe über den Kopfsatz der 5. Sinfonie von Beethoven

  • 1: Solti (I), Davis, Solti (II)
    2: Klemperer (mit Schwarzkopf), Blomstedt, Kaplan (Wiener PH)
    3: Abbado (Wiener PH)
    4: Reiner, Klemperer (mit Schwarzkopf)
    5: Leinsdorf, Solti
    6: Solti, Bernstein (Wiener PH), Karajan
    7: Abbado (CSO), Haitink (Concertgebouw)
    8: Solti
    9: Barbirolli, Karajan (1982), Giulini
    Lied von der Erde: Klemperer, Reiner



    :hello: LT

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  • Weil im Best-of-Karajan-Faden es nicht weiter verfolgt wurde, möchte ich gerne hier, in der Hoffung, dass sich vielleicht hier eine ausführlichere Antwort ergibt, noch einmal meine Frage stellen:



    Die 9. Sinfonie wird in diesem Faden wiederholt lobend genannt, die 4. Sinfonie einmal erwähnt. Was mich aber interessieren würde, ist, wie diese Aufnahmen zu charakterisieren wären:
    In welchen Hinsichten sind diese Aufnahmen gut, oder/und in welchen Hinsichten sind sie eher weniger gut gelungen? Was zeichnet Karajan als Mahler-Dirigenten eigentlich aus, was ist für ihn hier kennzeichnend?


    Danke für die Hilfe, dies in Worte zu fassen zu versuchen!
    :hello:

    Gruß ab


    ---
    Und ich meine, man kann häufig mehr aus den unerwarteten Fragen eines Kindes lernen als aus Gesprächen mit Männern, die drauflosreden nach Begriffen, die sie geborgt haben, und nach den Vorurteilen ihrer Erziehung.
    J. Locke

  • Ich kenne Mahlers 9. und die Rückert-Lieder, die es günstig in dieser DG-2-Reihe gibt. Karajan hat die 9. ja zweimal aufgenommen. Ich habe lange hin und her geschwankt und dann die spätere (?) gekauft.
    Karajans Klangbild mit vollen Streichern, seine Sinn für lange Bögen, die Geduld, Längen als solche zu spielen und Pausen "auszuzählen" kommen hervorragend zur Geltung. er entdeckte Mahler, zumindest die 9., recht spät, in den 80ern. Der Klang ist voll, überlegt und bringt die Mahler'sche Tragik mit großem Engagement zur Geltung. Es wirkt, als hätte er sich Mahler für spät aufgehoben, die großen Spätromantiker für seine letzte Dekade nochmal neu entdeckt (Bruckners 7. als letzte Aufnahme). Mahlers Ideenreichtum wird erfasst und virtuos umgesetzt. Es ist überhaupt nicht "breiig". Das hatte ich ein wenig befürchtet und war deshalb nicht sicher, ob Karajan und Mahler gut zusammen passen. Aber sie tun es. Er erzeugt die nötige Spannung, die er auch bis zum Schluss halten kann. Gerade das Verklingen der Musik im letzten Satz ist für mich ein wichtiges Kriterium und das macht Karajan sehr gut, vielleicht sogar besser als Bernstein, vielleicht ein bisschen schwächer als Barbirolli.
    Technisch ist alles typisch Karajan, also erstklassig. Ausgewogenes Klangbild, gute Mikro-Positionierung.
    Die Doppel-CD ist aber auch deshalb empfehlenswert, weil man die großartigen, wunderbar melancholischen Rückert-Lieder mit Christa Ludwig quasi für umsonst dazu bekommt. Ein Genuß, wie sie die Texte formt, wie sie vom BPO begleitet wird und nie dagegen anschreien muss. Es entsteht eine herrliche dunkle Atmosphäre und wenn bei Ich bin der Welt abhanden gekommen sich die Stimme Ludwigs aufschwingt zu Ich leb' allein in meinem Himmel,in meinem Lieben, in meinem Lied, dann werden die Augen feucht.
    Ich finde, dass man allein zur Vervolsständigung der großen Mahler-Aufnahmen diese auch haben sollte. Sie gehört sicherlich zu den 5 besten.

  • a.b.:


    Ich habe die beiden von dir genannten Sinfonien, die 4. und die 9. in der gleichen Einspielung. Zur 9. Sinfonie hat Luis eigentlich alles gesagt, ich liebe diese Aufnahme über alles, besonders der letzte Satz geht mir stets sehr nahe.


    Die 4. Sinfonie hatte ich ursprünglich mit jemand anders, da gefiel sie mir gar nicht, weil alles sehr undifferenziert = langweilig herüberkam. Das Problem dieses Werkes ist ja das stets gleichförmige Zeitmaß, es gibt keine schnellen Sätze. Mit dieser Problematik kann Karajan nun sehr gut umgehen. Schon zu Beginn überzeugen sowohl die zupackende Dynamik, wie auch das Aussingen schöner Melodien. Karajan war ja nun mal der Meister des schönen Klanges, und dafür bietet sich diese Sinfonie geradezu an. So beeindruckt im 3. Satz z.B. eine nicht erwartete unglaubliche Klangexplosion, die unter die Haut geht. Edith Mathis singt, so meine ich, sehr überzeugend ihren Part, die Strophen werden mit deftigem Schellengeläut auch eindrucksvoll unterbrochen. Aufnahmetechnisch gibt es nichts auszusetzen, auch weil die Technik sich erfolgreich bemüht, bestimmte Effekte mit ihren Mitteln hervorzuheben, was den Gesamteindruck aber nicht schmälert. Da Mahlers 4. nicht zu meinen Favoriten gehört, reicht mir diese Aufnahme völlig aus.


    Ich würde Karajan nun nicht unbedingt als den Mahler-Dirgenten bezeichnen, die anderen beiden Sinfonien mit ihm kenne ich nicht, würde aber schon gern mal ein Feedback dazu erfahren. Allgemein wird in der Kritikerlandschaft nur die 9. von 1982 sehr gelobt.


    Beste Grüße
    :hello:

    Wenn schon nicht HIP, dann wenigstens TOP

  • Zitat

    Original von a.b.
    Weil im Best-of-Karajan-Faden es nicht weiter verfolgt wurde, möchte ich gerne hier, in der Hoffung, dass sich vielleicht hier eine ausführlichere Antwort ergibt, noch einmal meine Frage stellen:
    ...
    Die 9. Sinfonie wird in diesem Faden wiederholt lobend genannt


    Hallo ab,


    ich kenne beide Karajan-Aufnahmen von Mahlers 9.Sinfonie. Die Studio-Einspielung ist sehr glatt gebürstet und auch ohne große Innenspannung. Interessanter ist da schon die Live-Einspielung von 82, zumindest der erste und letzte Satz. Aber die große Begeisterung für diese Aufnahme vermag ich nicht zu teilen. Im entsprechenden Thread zu dieser Sinfonie habe ich mal geschrieben:
    "Während Karajan den ersten Satz schlüssig nach und nach aufbaut - die beiden Binnensätze sind ein katastrophaler Fehlgriff. Karajan findet weder zu den tänzerischen, sich überschlagenden Momenten des zweiten Satzes noch für die drastische Kontrapunktik der Burleske einen Zugang, er versucht sich auch hier an einem eher schönen, runden Klang, der aber nicht in den Noten steht. Besonders auffällig wird dies in der Burleske, wo er geradezu über die Schoffheiten hinwegspielt und dabei an der Musik vorbei dirigiert. Wer die Musik so kennenlernt, wird sie nicht verstehen können. Daran ändert auch nichts der letzte Satz, der mit diesem einseitigen Zugang wieder besser funktioniert."


    Das ist ein bisschen pauschal formuliert, aber ich stehe nach wie vor dazu, Karajan hat Mahler ja wohl auch mehr im Zugzwang der sehr erfolgreichen Solti- und Bernstein-Aufnahmen aufgenommen.


    Viele Grüße,
    Christian


  • Danke für die Einschätzung; mich hatte einst, wie ich mir kurz einmal eine der beiden angehört hatte (ich weiß gar nicht welche,weil ich nicht darüber informiert war, dass es überhaupt zwei Aufnahmen gibt) auch der zweite Satz sehr gestört, dass nichts von den Angaben Mahlers umgesetzt war und von Tänzerischem keine Spur zu vernehmen war; aber Solti ist bei der 9. ja in dieser Hinsicht auch zweimal gescheitert, wie ich finde
    ;)


    Mich erstaunt, dass immer nur von der 9. Sinfonie zu lesen ist. Mich würde Einschätzungen hinsichtliche der 5. und vor allem der 6. Sinfonie interessieren.
    :hello:

    Gruß ab


    ---
    Und ich meine, man kann häufig mehr aus den unerwarteten Fragen eines Kindes lernen als aus Gesprächen mit Männern, die drauflosreden nach Begriffen, die sie geborgt haben, und nach den Vorurteilen ihrer Erziehung.
    J. Locke

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