Dies Bildnis ist bezaubernd schön - Eine Arie und ihre Interpreten

Alfred_Schmidt · 69 Beiträge · letzte Antwort von nemorino

69 Beiträge
  • Lieber Alfred,


    erst vor wenigen Minuten habe ich Deinen Eintrag von gestern gefunden und mich sehr über die Rückmeldung gefreut. Eine kurze Begrüßung habe ich auf der Pinnwand geschrieben. Mach`s gut, und bis bald!


    Ja, ich habe hier versucht, den alten Thread aus der Versenkung zu holen, leider mit nur sehr geringem Erfolg. Die Zahl der Opernfreunde ist hier sehr geschrumpft. Schade! Ich hatte mir vorgenommen, noch ein paar andere Paradestücke aus der Welt der Oper mit einem Thread zu belegen, aber ich weiß nicht, ob sich die Mühe lohnt.


    Ganz liebe Grüße,

    Nemorino

    Die Welt ist ein ungeheurer Friedhof gestorbener Träume (Robert Schumann).

  • ich habe hier, wo ich jetzt lebe, ein Ehepaar gefunden die mich überall wo ich hin möchte begleiten

    Lieber Fiesco,


    das freut mich für Dich, da kannst Du Dich glücklich schätzen! Nachdem ich kein Fahrzeug mehr zur Verfügung habe, bin ich sehr eingeengt. Meine beiden Kinder kommen zwar regelmäßig her und nehmen mich zu Ausflügen mit, aber mit Opern habe die beiden gar nichts im Sinn, und 2-3 Stunden vor dem Opernhaus zu warten, bis die Vorstellung zu Ende ist, möchte ich ihnen nicht zumuten. Außerdem fühle ich mich ohne Begleitung in der Menge ziemlich unsicher. Altwerden und erst recht Altsein ist schon eine Herausforderung!


    LG Nemorino

    Die Welt ist ein ungeheurer Friedhof gestorbener Träume (Robert Schumann).

  • Von dem Franco-Kanadier Léopold Simoneau gibt es noch eine weitere Bildnis-Arie, die er in einem Recital von 1955 präsentiert hat. Sie ist u.a. hier in dieser großartigen 10 CD-Box enthalten, die es zu einem moderaten Preis auf dem Gebrauchtmarkt zu kaufen gibt:

    Léopold Simoneau-the Ultimate Collection

    die im übrigen eine Fülle von Raritäten bereithält, die den feinsinnigen Sänger von seiner besten Seite zeigen. Die Bildnisarie singt er auf CD 8 und wird dort begleitet vom Orchestre du Théatre des Champs-Elysée unter Leitung von André Jouve. Es ist eine Studio-Produktion (mono).

    Wer vergleichen möchte, dem bietet die CD 2 aus derselben Kassette die Arie unter Karl Böhm aus der DECCA-GA von 1955, die bereits in STEREO aufgenommen wurde, und eine weitere Version von den Salzburger Festspielen 1959, mit dem Wiener Philharmonikern unter George Szell (live). Wie von Léopold Simoneau nicht anders zu erwarten, halten alle drei Versionen höchstes Niveau. Der Hörer hat die Qual der Wahl. Mir persönlich scheint der Böhm-Aufnahme die Palme zu gebühren.


    LG Nemorino

    Die Welt ist ein ungeheurer Friedhof gestorbener Träume (Robert Schumann).

  • Die Diskussion über diese Arie habe ich mit Interesse verfolgt.

    Es wurden schon viele Interpreten genannt.

    Wenn man gegenüber Simoneau ein etwas virileres Timbre bevorzugt, den Tamino zwar immer noch jugendlich, aber mit etwas mehr Metall wünscht, ist die Version von Ernst Kozub sehr zu empfehlen:

    Ernst Kozub "Bildnisarie" Die Zauberflöte


    Ein Interpret wurde noch nicht genannt, der aber - zumindest was diese Arie anbelangt - locker im Konzert der Großen mitspielen kann: Josef Köstlinger.

    Josef Köstlinger mit der Bildnisarie aus "Die Zauberflöte"

    Ingmar Bergmann hat ihn nicht umsonst als Prinzen in seiner weltberühmten Zauberflöten-Verfilmung ausgesucht.

    Einige Jahre später hat Köstlinger am Salzburger Landestheater den Tamino auch auf der Opernbühne verkörpert.

  • Hallo, greghauser2002,


    eine richtige Diskussion ist leider nicht zustande gekommen, denn die Opernfreunde haben es hier im Forum schon seit geraumer Zeit ziemlich schwer. Es freut mich deshalb umso mehr, daß Du Dich zu Wort gemeldet hast.

    Ernst Kozub ist mir natürlich ein Begriff, aber ich besitze keine Bildnis-Arie mit ihm, und Josef Köstlinger ist international als Tamino eigentlich nur durch die berühmte Bergman-Verfilmung bekannt geworden. Auch da kann ich nicht mitreden, ich habe den Film einmal gesehen, und zwar bald nach der Premiere. Das ist lange her!

    Ich nenne aber hier noch ein paar mehr oder weniger bekannte Tenöre, die die Bildnisarie auf Tonträger (und wahrscheinlich auch auf der Bühne) gesungen haben: Francisco Araiza, Siegfried Jerusalem, Eric Patty (in der Wiener Levine-Produktion) sowie Stuart Burrows (in der ersten Solti-GA 1969).

    Sie alle haben achtbare Versionen vorgelegt, doch hat keiner davon mich so beeindruckt wie meine Favoriten, die ich weiter oben (#17) aufgeführt habe. In meiner LP-Sammlung befindet sich noch eine historische Aufnahme des Ukrainers Rudolf Gerlach-Rusnak (1895-1960), die ziemlich aus dem Rahmen fällt. Dieser Sänger behandelt Mozarts Arie quasi als Schlager, jedenfalls ist seine Rhythmik völlig daneben. Die Aufnahme aus den 1930er Jahren kann nur als Kuriosum bezeichnet werden.

    Es ist ein leuchtendes Beispiel für den zeitlosen Wert Mozarts, sowie dieser Arie, daß das Thema nach 17 Jahren der Stille (ohne meine "helfende Hand" ) wieder aufgegriffen wurde und belebt wurde.

    Ganz besonders möchte ich an dieser Stelle Alfred danken, der sich trotz seiner Erkrankung hier kurz zu Wort gemeldet hat. Ihm wünsche ich auch von hier aus weiterhin gute Besserung!


    LG Nemorino

    Die Welt ist ein ungeheurer Friedhof gestorbener Träume (Robert Schumann).

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  • Lieber nemorino!


    eine richtige Diskussion ist leider nicht zustande gekommen, denn die Opernfreunde haben es hier im Forum schon seit geraumer Zeit ziemlich schwer. Es freut mich deshalb umso mehr, daß Du Dich zu Wort gemeldet hast.

    Meiner Meinung nach sind aber doch einige interessante Aspekte der Arie zur Sprache gekommen. Gestern habe ich mit einem befreundeten Opernsänger gesprochen, der meinte, dass der Tamino traditionell einen Einstieg ins jugendliche Heldenfach bedeuten konnte. Dem widersprechen Interpretationen wie die von Simoneau, der hauptsächlich auf voix mixte setzt. Aber die Herangehensweise ist eben Geschmackssache, wie Alfred schon im Eröffnungsbeitrag ausführt.

    Ernst Kozub ist mir natürlich ein Begriff, aber ich besitze keine Bildnis-Arie mit ihm, und Josef Köstlinger ist international als Tamino eigentlich nur durch die berühmte Bergman-Verfilmung bekannt geworden. Auch da kann ich nicht mitreden, ich habe den Film einmal gesehen, und zwar bald nach der Premiere. Das ist lange her!

    Immerhin kannst du beide Interpretationen auf YouTube hören:




    Zu Björling: Bei ihm fasziniert mich diese traumwandlerische Sicherheit, mit der er die Arie 1959 in Kopenhagen bringt. Das ist nicht selbstverständlich. Zu diesem späten Zeitpunkt in seiner Karriere war er in seiner stimmlichen Entwicklung schon weit fortgeschritten, hatte die Arie für gewöhnlich nicht im Repertoire - und wartet dann mit dieser zweifellos mehr als nur konkurrenzfähigen Interpretation auf. Übrigens war Björling das große Vorbild Köstlingers, der ja Anfang der 1970er in Schweden studiert hat, wo lebendige Erinnerungen an Björling dort noch allgegenwärtig waren.


    Zu Wunderlich: Auch für mich ist er bei dieser Arie das Maß aller Dinge!


    LG greghauser

  • Lieber greghauser,


    ganz lieben Dank für Deine ausführliche Antwort sowie die Einstellung der beiden Musikbeispiele.

    Gestern habe ich mit einem befreundeten Opernsänger gesprochen, der meinte, dass der Tamino traditionell einen Einstieg ins jugendliche Heldenfach bedeuten konnte.

    Das ist höchst interessant. Nur wenige werden wissen, daß der in den 1950/60er Jahren in Bayreuth gefeierte Wolfgang Windgassen (1914-1974) seine Karriere in Stuttgart als Tamino begonnen hat. Den meisten Opernliebhabern ist er als Tannhäuser, Lohengrin, Tristan oder Siegfried in Erinnerung. Dabei hat er in seinem Stammhaus, der Württembergischen Staatsoper Stutgart, Rollen wie Tamino, Rodolfo, Alfredo etc. bis in seine letzten Jahre mehr oder weniger regelmäßig gesungen. Das bestätigt die Aussage Deines Opernfreundes. Ich habe Windgassen nie auf der Bühne erlebt, und, ehrlich gesagt, wenn ich an meine Aufnahmen mit ihm (ausschließlich Wagner-Repertoire!) denke, kann ich ihn mir als Tamino oder Alfredo nicht gut vorstellen. Doch wie berichtet wird, hat er auch auf diesem Gebiet große Erfolge gehabt. Aber es stimmt: größere Kontraste als zwischen Simoneau und Windgassen gibt es wohl nicht (abgesehen von der Stimmlage:)).

    Zu Björling: Bei ihm fasziniert mich diese traumwandlerische Sicherheit, mit der er die Arie 1959 in Kopenhagen bringt.

    Wie schon weiter oben gesagt, kannte ich Björling als Tamino überhaupt nicht und war überzeugt, daß er die Rolle nie gesungen hat, weil ich glaubte, so gut wie alles von ihm zu kennen. Deshalb war das neulich eine echte Überraschung, und eine sehr positive! Für mich ist seit meiner Jugend Björling so etwas wie der Tenor aller Tenöre, obwohl ich noch eine ganze Reihe von Lieblingstenören aufzählen könnte. Doch Björling war für mich immer etwas ganz Besonderes, sozusagen das Maß aller Dinge.

    Übrigens war Björling das große Vorbild Köstlingers, der ja Anfang der 1970er in Schweden studiert hat, wo lebendige Erinnerungen an Björling dort noch allgegenwärtig waren.

    Das wiederum habe ich auch nicht gewußt, und die Ingmar Bergman-Zauberflöte habe ich beinahe schon total vergessen. Umso erstaunter war ich, als ich nun heute Josef Köstlinger mit der Bildnis-Arie gehört habe. Zunächst wußte ich gar nicht mehr, daß er die Rolle im Film schwedisch gesungen hat, und deshalb habe ich zunächst gedacht, der Sänger sei Jussi Björling! Da gibt es - von der Sprache abgesehen - wirklich frappierende Ähnlichkeiten im Timbre wie im Klang der Stimme. Das ist eine ganz wunderbare Aufnahme, die wirklich viel mehr Anerkennung verdient hätte. Denn wer denkt, wenn er den Film nicht kennt, heutzutage noch an Köstlinger, wenn von der Zauberflöte die Rede ist? Für mich ist die Aufnahme eine echte Bereicherung. Schade, daß sie nur noch antiquarisch, und dazu noch recht teuer, erhältlich ist.

    Zu Wunderlich: Auch für mich ist er bei dieser Arie das Maß aller Dinge!

    Dem möchte ich ausdrücklich zustimmen, mit der Einschränkung, daß er zwar von einigen Kollegen erreicht, aber bis heute niemals übertroffen wurde. Wunderlich starb 1966, das ist nun fast 60 Jahre her, aber keiner hat seitdem den Tamino so überzeugend verkörpert wie er. Er war schon eine Ausnahmeerscheinung.


    Zum Schluß noch ein Wort zu Ernst Kozub: Ein großartiger Tenor, aber ich ziehe für die Rolle des Tamino lyrische Tenöre vor. Doch das ist sicher Geschmacksache.


    LG Nemorino

    Die Welt ist ein ungeheurer Friedhof gestorbener Träume (Robert Schumann).

  • Lieber nemorino!


    Meiner Meinung nach sind aber doch einige interessante Aspekte der Arie zur Sprache gekommen. Gestern habe ich mit einem befreundeten Opernsänger gesprochen, der meinte, dass der Tamino traditionell einen Einstieg ins jugendliche Heldenfach bedeuten konnte.


    Lieber greghauser,


    neben Wolfgang Windgassen, den Nemorino schon erwähnte, zählt auch Siegfried Jerusalem in diese Kategorie, dessen Tamino auf Schallplatte/CD erhältlich ist:



    Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791)

    Die Zauberflöte

    Lucia Popp, Siegfried Jerusalem, Wolfgang Brendel, Edita Gruberova, Brigitte Lindner, Norman Bailey, Chor des Bayerischen Rundfunks, Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, Bernard Haitink

    EMI, 1981


    Auf youtube ist die "Bildnisarie" zu hören:


    Grüße aus der Nähe von Hamburg


    Norbert


    Das Beste in der Musik steht nicht in den Noten.

    Gustav Mahler


  • Ich habe mal ein wenig recherchiert. Ingmar Bergmans Verfilmung der ZAUBERFLÖTE ist offenbar nicht auf CD erschienen. Es gibt noch auf dem Gebrauchtmarkt eine 3 LP-Ausgabe, nicht billig:

    Trollflöjten / The Magic Flute / Die Zauberflöte [3 LPs].


    oder auch auf DVD, deutlich günstiger:


    Die Zauberflöte (OmU)


    LG Nemorino

    Die Welt ist ein ungeheurer Friedhof gestorbener Träume (Robert Schumann).

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  • Das wiederum habe ich auch nicht gewußt, und die Ingmar Bergman-Zauberflöte habe ich beinahe schon total vergessen. Umso erstaunter war ich, als ich nun heute Josef Köstlinger mit der Bildnis-Arie gehört habe. Zunächst wußte ich gar nicht mehr, daß er die Rolle im Film schwedisch gesungen hat, und deshalb habe ich zunächst gedacht, der Sänger sei Jussi Björling! Da gibt es - von der Sprache abgesehen - wirklich frappierende Ähnlichkeiten im Timbre wie im Klang der Stimme. Das ist eine ganz wunderbare Aufnahme, die wirklich viel mehr Anerkennung verdient hätte. Denn wer denkt, wenn er den Film nicht kennt, heutzutage noch an Köstlinger, wenn von der Zauberflöte die Rede ist? Für mich ist die Aufnahme eine echte Bereicherung. Schade, daß sie nur noch antiquarisch, und dazu noch recht teuer, erhältlich ist.

    Es freut mich, lieber Nemorino, dass dir die Aufnahme mit Josef Köstlinger gefällt. Es gibt viele Geschichten zu der Produktion. Im schwedischen TV lief auch eine Art "Making of":



    Josef Köstlingers Karriere in Salzburg lief gut, aber blieb regional beschränkt. Mehr wäre wegen der Nerven nicht drin gewesen, sagt er selbst.

    1987 hat er den Tamino dann auf der Bühne in Salzburg gesungen. Da klang seine Stimme aber schon anders.


    CD's von der Produktion gibt es hier antiquarisch zu erstehen: Wolfgang Amadeus Mozart / Sveriges Radios Symfoniorkester / Radiokören - Trollflöjten - Die Zauberflöte - The Magic Flute (CD, Sweden, 1989) Zu verkaufen | Discogs


    Und den ganzen Film auf YouTube gibt es auch:


  • Trollflöjten (Die Zauberflöte) unter der Leitung von Eric Ericson ist als CD veröffentlicht worden vom Label EMI (7498702), Format: 2 x CD, Album.

    Lieber Orfeo,


    nachträglich vielen Dank für Deinen Tip. Ich habe die Box bei Discogs gefunden und auf meinen Wunschzettel gesetzt. Vor allem geht es mir um die Bildnisarie, gesungen von Josef Köstlinger. Die gibt es aber - soweit ich das sehe - nicht auf einer Sammel-CD. Die ganze Oper in schwedisch gesungen, das muß ich mir noch überlegen. Gleicher Dank auch an greghauser für seinen Eintrag.


    Schönen Sonntag,

    Nemorino

    Die Welt ist ein ungeheurer Friedhof gestorbener Träume (Robert Schumann).

  • Seit 10 Monaten ruht dieser Thread - und heute möchte ich ihn mit einer Aufnahme bereichern, die mich, nachdem ich mich nach langer Pause wieder einmal mit dem dänischen Tenor Aksel Schiötz (1906-1975) näher beschäftigt habe, von neuem regelrecht hingerissen hat:

    Das ist wahrlich Gesang der Extraklasse! Die historische Aufnahme von 1942 hat Anspruch, in den "Hall of Fame" des klassischen Gesangs aufgenommen zu werden. Lyrisch und trotzdem kraftvoll, mit wunderbarer Diktion und Stimmführung, schafft es der Däne, ein Stück, das man seit seiner Jugend kennt, mit neuem Geist und Leben zu erfüllen.


    LG Nemorino

    Die Welt ist ein ungeheurer Friedhof gestorbener Träume (Robert Schumann).

  • Es gäbe auch noch, eher als Kuriosität, eine Aufnahme der Bildnis-Arie mit Alfredo Kraus. Auf Deutsch! Auf derselben Schallplatte singt er außerdem die großen Tenor-Hits aus „Rigoletto“, „Faust“, „La Gioconda“ und „Aida“. Begleitet wird er vom Orchestra Sinfonica di Madrid unter der Leitung von Mario Cordone.

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  • Beim Werbepartner ist die Aufnahme leider nicht mehr erhältlich, aber ein Cover gibt es trotzdem:


    Alfredo Kraus -The Young Alfredo Kraus

    Arien & Lieder von Mozart, Rossini, Donizetti, Bellini, Meyerbeer, Gounod, Verdi, Bizet, Cilea, Leoncavallo, Ponce, Jota

    Alfredo Kraus, Orquesta de Camara de Madrid, Madrid Symphony Orchestra, Jose Luis Lloret, Mario Cordone, Enrique Estela

    Preiser, 1958/62

    Grüße aus der Nähe von Hamburg


    Norbert


    Das Beste in der Musik steht nicht in den Noten.

    Gustav Mahler


  • Da machen wir doch gleich mal "Nägel mit Köpfen":


    Die Aufnahme wurde 1962 in Madrid produziert. Schön gesungen, aber sowohl das unidiomatische Deutsch sowie das Gefühl, der Sänger weiß nicht recht, wovon er spingt, beeinträchtigt die Wiedergabe.


    LG Nemorino

    Die Welt ist ein ungeheurer Friedhof gestorbener Träume (Robert Schumann).

  • Es gibt auch zeitgemäße Sänger, die die Bildnis Arie hervorragend singen!



    Piotr Beczała


    Für mich einfach nur :hail:


    LG Fiesco

    Il divino Claudio
    "Wer vermag die Tränen zurückzuhalten, wenn er den berechtigten Klagegesang der unglückseligen Arianna hört? Welche Freude empfindet er nicht beim Gesang seiner Madrigale und seiner Scherzi? Gelangt nicht zu einer wahren Andacht, wer seine geistlichen Kompositionen anhört? … Sagt nur, und glaubt es, Ihr Herren, dass sich Apollo und alle Musen vereinen, um Claudios vortreffliche Erfindungsgabe zu erhöhen." (Matteo Caberloti, 1643)

  • Kurze Zwischenbemerkungen:


    a)Entgegen nemorinos Einschätzung ist der Thread dennoch erstaunlich lebendig - den Umstunden entsprechend

    b ) List man meinen Einführungsbeitrag, denn kann man erkennen, daß es nixht ug oder besser geht, sondern um "rollendeckend" oder "individuelle Sichtweis)e

    c) Es ist eine gute Idee von "Fiesco" gewesen,, ein Musikbeisoiel zu verlinken, das ging zu Threadbeginn noch nicht, jetz haben wir die Möglichkiet

    d) Kurzes OT:-das Outfit von Beczala reizt zum Lachen. Wie kann einem sooowas einfallen ? Billigste Gschnas-Qualität -OT Ende. dier Vortrag und seine Qualität bleiben davon indes unbeeintreächtigt.


    Francisco Araia - auch diese Aufnahme ist schon historisch - hatte mit seinem Kostünbildner mehr glück:

    Als er Aktuell war, war ich von seinem Timbr nich so begeistert - ich hatte die Stimme von Fritz Wunderlich im Ohr und konnte mich für Araiza und Peter Schreier nicht begeistern,


    Hier nun aber der damals noch relativ jugendliche Araiza als Tamino. Man nimmt ihm in seiner geschmackvollen, einfachen aber edel wirkendene Kostümirung den Prinzen gerne ab. Sehr Bühnenwirksam.

    Ich erinnere mich, daß es lediglich das Timbre war, das mich nicht 100%ig überzeugte -Der Vortrag indes war superb.


    Die Aufnahme ist etwa 40 Jahre alt, zählt also auch nicht zur "Gegenwart"



    mfg aus Wien

    Alfred

    SPARE IN DER NOT - DA HAST DU ZEIT DAZU



  • Es gibt auch zeitgemäße Sänger, die die Bildnis Arie hervorragend singen!

    Wer wollte das bezweifeln, lieber Fiesco? Du wirst es nicht glauben, aber in meiner - überwiegend historischen - Sammlung befindet sich auch ein Recital mit Piotr Beczala. Aber Sinn und Zweck eines Forums wie TAMINO soll und muß es sein, auch den "Schätzen der Vergangenheit" den ihnen gebührenden Platz einzuräumen. Zwangsläufig treten diese mit der Zeit immer mehr in den Hintergrund, und gerade deshalb sollte es gut und recht sein, daß es hier eine - immer kleiner werdende Fraktion - gibt, die sich der Bewahrung unwiederbringlicher Aufnahmen widmet. Beides soll und muß in einem Klassikforum eigentlich selbstverständlich sein.

    Ich habe mir soeben noch einmal Julian Prégardien (#25) und Beczala angehört, beides schöne Versionen, aber sie reichen IMO nicht an die alten Aufnahmen von Richard Tauber (1938), Fritz Wunderlich oder, wie ich jüngst erfahren habe, Aksel Schiötz heran. Klangtechnisch sind sie natürlich weit überlegen, aber künstlerisch, so gut sie auch sind, sind sie den alten Aufnahmen unterlegen. Doch das mag auch Geschmacksache sein.

    Ich habe volles Verständnis für Musikfreunde, die gerne auf dem aktuellen Stand bleiben möchten, alles andere wäre der Tod aller Kunst, aber es muß auch Leute - wie mich - geben, die dafür sorgen, daß unwiederbringliche Schätze und künstlerische Sonderleistungen nicht der Vergessenheit anheimfallen. Beide Einstellungen ergeben m.E. eine gute Mischung.


    LG Nemorino

    Die Welt ist ein ungeheurer Friedhof gestorbener Träume (Robert Schumann).

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  • Kurzes OT:-das Outfit von Beczala reizt zum Lachen. Wie kann einem sooowas einfallen ?

    Sieht eher nach Zirkus Krone aus, aber dafür kann man den Sänger nicht verantwortlich machen, und seine gesangliche Leistung bleibt davon unberührt.


    Doch davon abgesehen, hätte mich viel mehr Deine Meinung zu der von mir eingestellten Aufnahme der Bildnisarie mit Aksel Schiötz interessiert, lieber Alfred! Der dänische Sänger war eine Ausnahmerscheinung, und ich kannte seinen Namen nicht einmal, bis mich ein Stimmenspezialist bei SATURN Köln auf ihn aufmerksam gemacht hat. Seit dieser Zeit bin ich ein Fan dieser außergewöhnlichen Tenorstimme. Ich weiß, daß Mozart Dir sehr am Herzen liegt, und deshalb hätte ich gerne gehört, wie Du seine Interpretation einschätzt.


    LG nach Wien

    Nemorino

    Die Welt ist ein ungeheurer Friedhof gestorbener Träume (Robert Schumann).

  • und deshalb hätte ich gerne gehört, wie Du seine Interpretation einschätzt.

    Dein Wunsch ist mir Befehl !;)

    Um es in aller Kürze zu sagen: Ich bin begeistert !!!

    Schon das akzentfreie Deutsch ist bewundernswert, war damals eher nicht üblich. Aber Das Besondere - neben des angenehmen Timbres ist der Spagat, den Jüngling mit dem "fertigen Mann" in Einnklang zu bringen, es kommen beide Facetten glaubhaft rüber, etwas das nur wenigen (eigentlich keine) schaffen: Immer müsse sie sich für eine der beiden Arten der darstellung entscheiden. So ist mir der von Dir positiv erwähnte Richard Tauber zu "Männlich" zu sehr auf Effekt bedacht ("Große Stimme") Bei Schiötz passt hingegen alles.

    Er ist auch nicht wirklich vergessen, wie Du gesehen hast. Die Danacord Serie umfasst 10 CDs. Will man sie einzel kaufen (es gibt eine Komplettbox, die den Nachteil hat, daß viele skandinavisches dabei ist) wird man feststellen, daß CD 1 bei jpc bereits als "vergriffen" gelistet ist. Geht man der Sache nach, dann stellt man schnell fest, daß genau auf der die von Dir gezigte Aufnahme mit dabei ist, nebst anderen Mozart Arien. Es ist mir indes gelungen ein Exemplar aufzutreiben und in wenigen Tagen wird es bei mir eintreffen......

    Ich werde mich indessen bemühen den Thread hier weiter forzuführen - mit alten - und mit neuen Aufnahmen....


    mfg aus Wien

    Alfred

    SPARE IN DER NOT - DA HAST DU ZEIT DAZU



  • Aber Sinn und Zweck eines Forums wie TAMINO soll und muß es sein, auch den "Schätzen der Vergangenheit" den ihnen gebührenden Platz einzuräumen. Zwangsläufig treten diese mit der Zeit immer mehr in den Hintergrund, und gerade deshalb sollte es gut und recht sein, daß es hier eine - immer kleiner werdende Fraktion - gibt, die sich der Bewahrung unwiederbringlicher Aufnahmen widmet. Beides soll und muß in einem Klassikforum eigentlich selbstverständlich sein.

  • Lieber nemorino,


    Du sprichst mir völlig aus der Seele. Ja, auch unser Forum sollte immer einen Beitrag dazu leisten, daß frühere Meister des 20. Jahrhunderts nicht völlig vergessen werden, auch wenn viele jüngere Melomanen oft nicht einmal mehr die Namen berühmtester Interpreten kennen, und oft nur noch die historische Aufführungspraxis gelten lassen. Es gibt so viel tausende von Interpreten dieser früheren Zeit, die mit ihrem Spiel Millionen von Menschen begeisterten und glücklich machten. Es sind darunter auch die größten Namen des Jahrhunderts, die in heutigen Besprechungen und Interpretationsvergleichen kaum noch Erwähnung finden. Dies haben diese einfach nicht verdient, und es ist zumindest mein Ziel, diese mit kleinen Beiträgen dem Oblivium zu entreißen. Ich habe mich schon in frühen Jahren stets geärgert, wenn ich wunderbare Musiksendungen im Rundfunk hörte, aber oft über deren Interpreten keinen Eintrag in den damaligen Musiklexika fand, so daß ich die Namen dieser Künstler immer notierte und jeden verfügbaren Bericht über diese sammelte und beabsichtigte, ein Interpretenlexikon herauszugeben. Dieses Projekt mußte ich dann leider auf halbem Wege aus Zeitmangel aufgeben. Aber ich interessiere mich noch heute sehr für alle Interpreten des 20. Jahrhunderts, und auch meine Berichte in diesem Forum haben das Ziel, über ältere Interpreten und deren Aufnahmen zu berichten, um einen winzigen Beitrag dafür zu leisten, diese vor der völligen Vergessenheit zu bewahren.


    wok

  • Und natürlich müssen wir auch die Stimmen der Gegenwart berücksichtigen.

    -siehaben allerdings das Handycap des Regietheaters zu erleiden, denn wenn auch immer es bestritten wird - zahlreiche potentielle opernfrende meiden heute die Opernhäuser und bleiben bei ihren Tonaufzeichnungen der Vergangenheit. Und da ist das Angebot riesig. Vergangenheit ist auch alles wa vor 30 und mehr Jahren aufgenommen wuede - in bester Stereoqualität - und etliches sogar Digital (die CD ist über 40 Jahre alt, in Japan sogar 45)


    Nun aber gehe ich zurück ins Jahr 1937, zu einer Legendären aufnahme der Zauberflöte unter Sir Thomas Beecham.

    Sowohl der Produzen Walter Legge Als auch Beechacm hatten Richard Tauber als Wunschkandidaten. Da aber die Aufnahmen in Deutschland stattfanden und das dortige Regime "nicht für die Sicherheit von Tauber garantieren konnten" - was eine unverhüllte Drohung war, bekam dann Helge Rosvaenge die Rolle.

    Die Aufnahme wurde zur Legende :



    Rosvaenge singt seine Partie prachtvoll - allerdings- so meine ich wenigstens - einen Touch weniger "natürlich" als Schiötz. Aber das ist natürlich Erbsenzählerei. EMI hat die Aufnahme gestrichen, aber Naxos,Nibus Records und andere haben sie nach Ablauf der Schutzfrist - oder durch Erwerb einer Lisenz (?) erneut aufgelegt. Die Erstveröffentlichen "His Masters Voice" umfasste 19 Schallackplatten. Man kann sich (vermutlich nicht) vorstellen was das damals gekostet hat.....

    Naxos und Nimbus sind derzeit noch im Programm



    mfg aus Wien

    Alfred


    clck 20559

    SPARE IN DER NOT - DA HAST DU ZEIT DAZU



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  • Um es in aller Kürze zu sagen: Ich bin begeistert !!!

    Dein positives Urteil hat mich sehr gefreut, lieber Alfred! Ich konnte mir zwar schwer vorstellen, daß die Aufnahme nicht Deinen Beifall finden würde, denn ich habe selten eine in allen Facetten so ausgeglichene Interpretation gehört. Da vergißt man beim Hören alle klangtechnischen Unzulänglichkeiten.

    Daß Schiötz über ein so fehlerfreies Deutsch verfügte, überrascht mich nicht sehr. Vor dem 2. Weltkrieg war deutsch in Dänemark, aber auch im übrigen Skandinavien, in gebildeten Kreisen die erste Fremdsprache. Das hat sich erst nach dem Krieg verflüchtigt, selbst im neutralen Schweden gab es nach 1945 erhebliche Vorbehalte gegen Deutschland, und im okkupierten Dänemark erst recht. So hatte Aksel Schiötz nach dem deutschen Überfall ursprünglich sogar beschlossen, alle Lieder deutscher Komponisten aus seinem Repertoire zu streichen, zumindest nicht mehr in deutscher Sprache zu singen. Bis zum Kriegsende hat er sich daran auch weitgehend gehalten, doch ohne Schubert, Schumann und Brahms wäre damit sein Wirkungskreis doch sehr eingeschränkt gewesen. So können wir uns zum Glück heute an seinen legendären Zyklen "Die schöne Müllerin" und "Dichterliebe" erfreuen.


    Was Helge Roswaenge betrifft, den ich in vielen Rollen sehr schätze, so ist mir seine Lesart der Bildnisarie zu eindimensional "männlich", zu Lasten der lyrischen Seite dieser genialen Schöpfung. Roswaenge neigte immer zum Überdruck, und das beeinträchtigt mir seine Version. Da gefallen mir Simoneau, Gedda, Traxel (trotz einer gewissen Kühle des Vortrags) besser, nicht zu reden von dem unübertrefflichen Fritz Wunderlich, der für mich bis heute eine unangefochtene Spitzenstellung einhält, zumindest was diese Arie angeht.


    Richard Tauber, um das nicht zu vergessen, hat die Arie dreimal aufgenommen, 1922 (mit etwas zu viel Emphase), 1938 (seine beste!) und zuletzt 1946. Auch da war er stimmlich noch voll auf der Höhe, aber die jugendliche Frische hatte doch nachgelassen.


    LG Nemorino

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  • unser Forum sollte immer einen Beitrag dazu leisten, daß frühere Meister des 20. Jahrhunderts nicht völlig vergessen werden, auch wenn viele jüngere Melomanen oft nicht einmal mehr die Namen berühmtester Interpreten kennen

    Lieber wok,


    ich freue mich über Deine Zustimmung und weiß, daß wir beide zu den wenigen gehören, die hier noch regelmäßig an die Aufnahmen der goldenen Zeit der LP erinnern und an deren großartige Künstler. Natürlich bleibt die Zeit nicht stehen, und jüngere Musikfreunde mögen die Aufnahmen der Künstler, die sie im Konzertsaal oder auf der Bühne persönlich erleben, älteren Versionen vorziehen, doch mich stimmt es immer traurig, wenn ich hier immer öfter Beiträge lese, in denen so getan wird, als ob so herausragende Musiker wie Karajan, Böhm, Kempff, Backhaus, Schneiderhan, oder Sänger wie Grümmer, Seefried, Gedda, Traxel, Metternich, Frick oder Greindl keine richtige Ahnung davon hatten, wie klassische Musik aufgeführt wird bzw. zu klingen hat. Ich verkenne nicht das Bemühen junger Künstler, neue Zugänge zu alter Musik zu finden, aber es ist und bleibt für mich die Tatsache, daß die großen Interpretationen, die sich in den Aufnahmen vornehmlich des 20. Jahrhunderts finden lassen, ihren Wert behalten und vielleicht eines Tages eine Renaissance erfahren, die wir uns heute gar nicht vorstellen können.


    LG Nemorino

    Die Welt ist ein ungeheurer Friedhof gestorbener Träume (Robert Schumann).

  • Ein anderr wichtiger Tamino war Franz Völker, der die Rolle 1934 an der Wiener Staatsoper sang. Die Aufnahme muss aus etwa dieser Zeit stammen, spätestens von 1937, weil er in diesem Jahr schein Schallplattenkarriere beendete. Eher 37 als 34, den die "s" Laute sind klar aufgezeichnet, bei älteren Aufnahme wurde stets ais dem "s" ein "f", weil die hohen frequenzen nicht aufgenommen werden konnte.

    Ich finde, man hört hier doch den Wagner Tenor durch. Und - bei aller Qualität der Stimme" ist aus meiner sicht - der Vortrag etwas zu salbungsvoll bis eindringlich. Durchaus bemerkenswert, aber IMO nicht rollendeckend.Böder Stimmen könnten behaupten: Er brüllt. Bei Wagner war er entschieden besser aufgehoben.

    OT: Die Dramaturgen haben ihmmer schon das Bedürfnis verspürt Texte zu verbessern

    Völker singt hier statt:

    An meinen heißen Busen drücken

    In meine Arme drücken


    Das schlimmste was ich in dieser Hinsicht gehört habe war:

    An dieses heisse Herze drücken.....



    mfg aus Wien

    Alfred

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  • Franz Völker ist mir natürlich ein Begriff, allerdings nicht als Tamino. Ich bin aber dankbar, daß Du diese Version hier eingestellt hast, lieber Alfred.

    Ich finde, man hört hier doch den Wagner Tenor durch. Und - bei aller Qualität der Stimme" ist aus meiner sicht - der Vortrag etwas zu salbungsvoll bis eindringlich.

    Das ist natürlich völlig richtig, aber zu bewundern bleibt die schiere Pracht dieser Stimme, und darüber kann ich die stilistischen (und auch sprachlichen) Mängel der Aufnahme leicht überhören. Wenn hier auch Mozart an einigen Stellen nach Wagner klingt, ist dies eine großartige Aufnahme, die ich persönlich der von Helge Rosvaenge eindeutig vorziehen würde. Rosvaenge ist mir zu pathetisch, was ich bei Völker, trotz seiner Stimmpracht, nicht so empfinde. Völkers Aufnahme ist viel idiomatischer, und ich verspüre nirgends den geringsten Druck in der Tonbildung. Was mir aber gleich auffiel, auch Rosvaenge singt statt "an diesen heißen Busen"

    In meine Arme drücken

    Ob das der Nazi-Ideologie geschuldet war, die unter einem "heißen Busen" etwas ganz anderes verstand?

    Wie auch immer, Völkers Bildnisarie ist für mich eine positive Erfahrung, wenngleich ich die Schiötz-Aufnahme immer noch höher einschätze, und diese Version von Fritz Wunderlich bleibt nach wie vor absolute Spitze:


    LG Nemorino

    Die Welt ist ein ungeheurer Friedhof gestorbener Träume (Robert Schumann).

  • Wunderlich war und ist natürlich eine Klasse für sich. Was Fischer Dieskau einst für das Schubertlied war - und heute vielfach noch ist - das War Wunderlich in Sachen Mozart - aber natürlich nicht nur. Ich habe mir gestern diese Aufnahme erneut mit ihm angehört, um zu überprügen, ob die Stgrahlkrab lediglich verklärt in meiner Erinnerung besteht (sowas passiert oft) oder ob die Legende der Gegenwart stand hält.

    Das Ergebnis war IMO eindeutig: Wunderlich ist zu recht eine Legende.

    Hierzu eine Anekdote, bzw eine wahre Geschichte aus meiner Lehrzeit bei Donauland, datiert etwa 1965. Wir hatten damals viele Platten mit Wunderlich im Programm, teilweise von DGG/Polydor, teilweise von Donauland Eigenmarke (mit dem damals gaaanz jungen Wunderlich)

    Mein täglich Brot also. Gerade wieder lief eine Platte it ihm. Ein Kundin trat ein , hört die Stimme und fragte: Ah wie schön - ist das Caruso ?

    und ich anwortete damals (ich war 15 oder 16 !!): Nein, das ist NUR Fritz Wunderlich...:untertauch:(schäm)

    Gerne gehört hab ich ihn schon damals.

    Noch eine Geschichte, die ich via Arbeitskolleng bei Donauland hörte: Fritz Wunderlich war mit seine frühen Aufnahme äusserst unzufrieden. Er bot an - alles noch mal aufzunehmen - und zwar GRATIS - OHNE GAGE. Aber die Plattenfirma weigerte sich....


    Ich habe Gefallen an diesem Thread gefunden und möcht ihn weiterführen, vorerst noch im historischen Bereich, dann in der frühen Vergangenheit und eventuell bis in die Gegenwart.


    mfg aus Wien

    Alfred

    SPARE IN DER NOT - DA HAST DU ZEIT DAZU



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