Ist Filmmusik klassische Musik?

  • Zitat

    Original von Walter Krause
    Da hast Du natürlich recht, aber ein "Klassiker" ist es immerhin. Die Frage ist eben: Ist ein solcher hier inkludierbar oder geht es ausschließlich um klassische Musik im engeren Sinn?


    Lieber Waldi,


    da habe ich für mich ein relativ simples Kriterium, das ihr mal auf seine Sinnhaltigkeit abklopfen dürft :-) Bei der Trennung zwischen Pop und Klassik achte ich darauf, ob nun der Komponist oder der Interpret entscheidend ist, um das Musikstück in gängigen Katalogen zu finden. Bei Korngolds Filmmusik ist es (wie bei Morricone) eindeutig der Komponist, bei "As Time Goes By" ist es eher der Interpret, bei "My Heart Will Go On" eben Celine Dion.


    Liebe Grüße Peter

  • Lieber Waldi!


    Mich bezaubert Ingrid Bergman heute noch, also deshalb der Fehler,


    Du hast Recht: "As Time Goes By" ist natürlich richtig!


    Danke für die Richtigstellung, Peter aus Wien. :angel:


  • Lieber Peter,


    da Dein Wiener Namensvetter audrücklich das Lied in den Ring geworfen hat, hast Du mit dieser interessanten These fraglos einen guten Punkt. Andererseits fragt der Threadtitel nicht nach Filmschlagern, sondern nach Filmmusik ganz allgemein, und in James Horners "Titanic" spielt "My Heart Will Go On" eine zwar wichtige und sowieso die kommerziellste Rolle, aber es ist nicht mit der Filmmusik gleichzusetzen, die dann doch etwas komplexer, ganz zu schweigen von umfangreicher, ist.


    Ansonsten rüttelt schon die Frage, ob - von den z. T. hier versammelten Spezialisten und Gleichgesinnten abgesehen - der normale Kauf eines Filmsoundtracks, selbst wenn die Musik von einem Korngold, Morricone oder Zimmer stammt, nicht doch eher dem Film (also dem Vehikel) als dem Komponisten gilt. Den Film aber würde ich in Deiner These dem Interpreten gleichsetzen.


    :hello: Jacques Rideamus

  • Zitat

    Original von Jacques Rideamus
    Ansonsten rüttelt schon die Frage, ob - von den z. T. hier versammelten Spezialisten und Gleichgesinnten abgesehen - der normale Kauf eines Filmsoundtracks, selbst wenn die Musik von einem Korngold, Morricone oder Zimmer stammt, nicht doch eher dem Film (also dem Vehikel) als dem Komponisten gilt. Den Film aber würde ich in Deiner These dem Interpreten gleichsetzen.


    Lieber Jacques Rideamus,


    natürlich gehört der Vertrieb der Filmmusik zum Merchandising. Die Frage ist, ob sich der Soundtrack auf die Dauer im Interesse der Musikfreunde hält, wie weit die Musik gebunden ist an das Bild. Von einer Oper brennt man ja auch einen Soundtrack auf CD, da stellt keiner den autonomen Charakter der Musik in Frage - und da gibt es mE eben bei der Filmmusik doch deutliche Unterschiede. Bei der Oper wird man prinzipiell alles an Musik auf den Tonträger brennen, bei der Filmmusik werden mW häufig eigene Fassungen hergestellt oder ohnedies nur Highlights verkauft - und es ist tatsächlich nur der Musiktrack, d.h. die "gesprochenen" Teile werden ausgespart.


    Liebe Grüße Peter

  • Zitat

    Original von pbrixius
    da habe ich für mich ein relativ simples Kriterium, das ihr mal auf seine Sinnhaltigkeit abklopfen dürft :-) Bei der Trennung zwischen Pop und Klassik achte ich darauf, ob nun der Komponist oder der Interpret entscheidend ist, um das Musikstück in gängigen Katalogen zu finden. Bei Korngolds Filmmusik ist es (wie bei Morricone) eindeutig der Komponist, bei "As Time Goes By" ist es eher der Interpret


    Lieber Peter,


    Bei mir funktioniert diese Einteilung leider nicht, denn, ehrlich gestanden, habe ich mich um den Komponisten dieses Lieds nie sehr gekümmert, und um Mr.Wilson - ich hoffe, er verzeiht's mir - auch eher nur als Schauspieler, der diese Nummer singt. Ich muß aber zugeben, daß ich irgendwie auch durch die literarische Situation geprägt wurde. Schließlich gibt es eine Fortsetzung von "Casablanca" in Buchform, die "As Time Goes By" betitelt ist und die, eigentlich überrraschenderweise, ausgesprochen gelungen anmutet. Meine erste Assoziation, wenn ich den Titel höre, ist also das von einer etwas kratzigen Stimme gesungene Lied an sich. Das heißt, im Katalog würde ich primär nach dem Titel suchen.


    Auch wenn man diesen Song nicht in die Rubrik "klassische Musik" zulassen will, frage ich mich, ob die Entscheidung darüber nicht doch sehr wesentlich eine Frage des Datums ist. Ist es in fünfzig, hundert, zweihundert Jahren noch immer Jazz oder so etwas oder ist es dann unumstritten klassisch? Eine natürlich unlösbare Frage. Man könnte höchstens darüber diskutieren, ob Jazz unter Umständen klassische Musik sein kann/darf/muß... Aber das gehört zweifellos in den neuen JR-Thread...


    LG


    Waldi

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  • Hierbei kann man dann doch auch nochmal auf die Kataloge zurückblicken, und sich fragen, zu welchen Filmusiken es "Bearbeitungen" gibt, die dann auch eigenständig bestehen können.


    Bei Morricone fallen mir da sofort die 12 Cellisten der Berliner ein, die soetwas gemacht haben, und sich ja auch schon an "Beatles in Klassik" versucht haben (das gehört dann abe rin den anderen Thread).


    Hat hier also jemand eine Idee, von welchen "original zum Film geschriebenen Musiken" (und nicht zu Musiken, die in Filmen verwendet wurden, man denke wieder an Mahler und den Tod in Venedig) es auch eigenständige Einspielungen gibt, oder sogar darüber hinaus, es eigenständige Bearbeitungen gibt?


    Matthias

  • Zitat

    Original von Walter Krause
    Ist es in fünfzig, hundert, zweihundert Jahren noch immer Jazz oder so etwas oder ist es dann unumstritten klassisch? Eine natürlich unlösbare Frage. Man könnte höchstens darüber diskutieren, ob Jazz unter Umständen klassische Musik sein kann/darf/muß... Aber das gehört zweifellos in den neuen JR-Thread...


    Lieber Waldi,


    was in 200 Jahren ist, können wir leider (oder vielleicht doch Gottlob) nur spekulieren. Für mich ist Jazz heute zumindest ein eigenständiger Bereich, der eine Vielzahl von Berührungspunkten mit der klassischen Musik hat. Auf der einen Seite gibt es eine Reihe von Stücken klassischer Musik, die ausdrücklich Bezug auf den Jazz nehmen, wie bei Schostakowitsch, B.A. Zimmermann, Rolf Liebermann u.a., wie eine Reihe von Jazzkomponisten, deren Werke bruchlos im klassischen Bereich auftauchen. Mit Jazz hat man mE dasselbe Problem bei der Filmmusik wie mit der Klassik.


    Liebe Grüße Peter

  • Zitat

    Original von pbrixius
    bei der Filmmusik werden mW häufig eigene Fassungen hergestellt oder ohnedies nur Highlights verkauft - und es ist tatsächlich nur der Musiktrack, d.h. die "gesprochenen" Teile werden ausgespart.


    Lieber Peter,


    Das hatten wir bei der Oper früher öfter und auch jetzt noch manchmal. Außerdem verkaufen sich Highlight-Opern-CDs oft besser als die Gesamtaufnahmen, die meist mehr einem kleinen Kreis von Enthusiasten - wahnsinnige Taminoisten und ähnliche Spinner :D - vorbehalten bleiben.
    Phonograph, Platte, Band, CD haben eine gewisse Emanzipation der Opernmusik vom Optischen bewirkt. Es könnte aber sein, daß mit der DVD eine gegenläufige Entwicklung stattfindet. Immerhin boomen beim Film sowohl DVDs wie Soundtrack-CDs gleicherweise.


    LG


    Waldi

  • Zitat

    Original von pfuetz
    Hat hier also jemand eine Idee, von welchen "original zum Film geschriebenen Musiken" (und nicht zu Musiken, die in Filmen verwendet wurden, man denke wieder an Mahler und den Tod in Venedig) es auch eigenständige Einspielungen gibt, oder sogar darüber hinaus, es eigenständige Bearbeitungen gibt?


    Lieber Matthias,


    da werfe ich mal gleich Hanns Eisler "14 Arten den Regen zu beschreiben" zum Film "Regen" in den Ring. Die Filmmusiken von Schostakowitsch und Prokofjew kann man auch im Konzertsaal erleben.


    Liebe Grüße Peter


  • Da bin ich mir nun aber nicht so sicher...


    Hier kommt hinzu, wo und wann die Musik gehört oder gesehen wird. Beim Autofahren geht das Schauen einer DVD nicht (OK, die Beifahrer könnten das, mit Kindern macht man das ja auch inzwischen, um sie ruhigzustellen, wie schön war das früher doch noch, als wir alle "Ich seh etwas, was Du nicht siehst" im Auto gespielt haben!), und nach meinen Erfahrungen mit dem "Samplen einer DVD für den iPod" bin ich mir nicht so sicher, ob der "normale" Nutzer den Aufwand (Zeit und technisch) treiben würde, um so in den "tragbaren Genuß" einer Opern DVD zu gelangen. Gut, es gibt auch noch echte tragbare DVD Player, aber, die verkaufen sich nun nicht so oft, wie iPods... ;-)


    Ich denke also, daß der "hörbare Anteil" einer Oper noch lange sehr viel öfter rezipiert wird, als die "gesamte Oper"...


    Matthias

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  • Zitat

    Original von pbrixius
    Die Frage ist, ob sich der Soundtrack auf die Dauer im Interesse der Musikfreunde hält, wie weit die Musik gebunden ist an das Bild. Von einer Oper brennt man ja auch einen Soundtrack auf CD, da stellt keiner den autonomen Charakter der Musik in Frage - und da gibt es mE eben bei der Filmmusik doch deutliche Unterschiede. Bei der Oper wird man prinzipiell alles an Musik auf den Tonträger brennen, bei der Filmmusik werden mW häufig eigene Fassungen hergestellt oder ohnedies nur Highlights verkauft - und es ist tatsächlich nur der Musiktrack, d.h. die "gesprochenen" Teile werden ausgespart.


    Und schon befinden wir uns mitten in dem Irrgarten der Definitionsversuche. Ich habe zum Beispiel eine LP-Box mit der Gesamtaufnahme des Soundtracks zu Zeffirellis ROMEO AND JULIET mit allen Dialogen und der vollständigen Musik Nino Rotas, aber nur einigen Bildern aus dem Film. Natürlich ist das auch Shakespeare und mag ein Grenzfall sein, aber auch von Musicals und - wenn auch aus technischen Gründen - in ganz frühen Zeiten von Opern und gar Operetten gab es lange fast nur Aufnahmen mit "Highlights".


    Natürlich ist Filmmusik vom Bild inspiriert und oft daran gebunden, aber sie kann sich auch davon in ähnlicher Weise emanzipieren wie die Ballettmusik von der Tanzdarstellung, auf die hin sie geschrieben wurde. Zwar hat die Ökonomie der DVD den Markt für Soundtracks reduziert, weil die oft mehr kosten als der gesamte Film. Dennoch gibt es immer wieder Soundtracks, die sich gut verkaufen, obwohl (oder gerade weil?) die Musik dort vom Bild losgelöst ist und man viel leichter überprüfen kann, wie lebensfähig sie eigenständig ist. Nach Deinen Kriterien wäre es erstaunlich, wie oft das der Fall ist.


    Natürlich erscheint es auch und gerade den Komponisten von Filmmusik oft ratsam, eine Auswahl zu treffen oder gar eigene Suiten zu erstellen, aber niemand käme wohl auf den Gedanken nur Prokoffiefs Suite aus seiner Musik zu Eisensteins ALEXANDER NEWSKI zur klassischen Musik zu rechnen, deren vollständiges Original aber nicht. Wäre dem so, wäre auch Tschaikowskis NUSSKNACKER-Suite nicht dazu zu rechnen, und damit hätte wohl nicht nur Karajan ein Problem (gehabt).


    Ich wähle übrigens bewusst extreme Beispiele um das Problem aufzuzeigen. Es ließen sich aber auch in weniger auffälligen und bekannten Fällen zahlreiche analoge Beispiele finden.


    :hello: Jacques Rideamus

  • Hallo Matthias(pfuetz),


    wenn ich Deine Frage richtig verstanden habe, dann wirst Du - nebst Prokofiev und Schostakowitsch bei den Briten sehr schnell fündig. Hier gibt es etliche Einspielungen original zum Film geschriebener Musik. M.E. herausragend bei den Briten - und als solches Besipiele glänzender Filmmusik -


    Arthur Bliss: Things to Come (1936)



    nach dem gleichnamigen Roman von H G Wells - fesselnde Musik, die seinerzeit den eigtl. Film an Bekanntheit verdrängt hat



    Ralph Vaughan Williams: Scott of the Antartic



    düsteres Bild einer gescheiterten Expedition, später umgearbeitet zur Sinfonia Antartica (Symphonie Nr. 7)



    Ansonsten ist natürlich unbedingt die Filmmusik von Georges Auric zu empfehlen, da ich jedoch seine Musiken nur ausschnittsweise kenne, kann ich keine Empfehlung geben.


    Achso: Korngold fehlt eigtl auch noch und streng genommen ist Antheils Ballett Mecanique auch Filmmusik.


    :hello:
    Wulf


    P.S. Vergessen habe ich noch Richard Rodney Bennett mit seiner Musik zu Mord im Orientexpress.

  • Zitat

    Original von Jacques Rideamus
    Natürlich ist Filmmusik vom Bild inspiriert und oft daran gebunden, aber sie kann sich auch davon in ähnlicher Weise emanzipieren wie die Ballettmusik von der Tanzdarstellung, auf die hin sie geschrieben wurde. Zwar hat die Ökonomie der DVD den Markt für Soundtracks reduziert, weil die oft mehr kosten als der gesamte Film. Dennoch gibt es immer wieder Soundtracks, die sich gut verkaufen, obwohl (oder gerade weil?) die Musik dort vom Bild losgelöst ist und man viel leichter überprüfen kann, wie lebensfähig sie eigenständig ist. Nach Deinen Kriterien wäre es erstaunlich, wie oft das der Fall ist.


    Natürlich erscheint es auch und gerade den Komponisten von Filmmusik oft ratsam, eine Auswahl zu treffen oder gar eigene Suiten zu erstellen, aber niemand käme wohl auf den Gedanken nur Prokoffiefs Suite aus seiner Musik zu Eisensteins ALEXANDER NEWSKI zur klassischen Musik zu rechnen, deren Originalausgabe aber nicht. Wäre dem so, wäre auch Tschaikowskis NUSSKNACKER-Suite nicht dazu zu rechnen, und damit hätte wohl nicht nur Karajan ein Problem (gehabt).


    Lieber Jacques Rideamus,


    um gleich Deinen Hinweis auf die Suiten zu ergänzen: Das gilt ja auch für einige Bühnenmusiken (sozusagen die vorcineastische Art der Filmmusik), am bekanntesten wohl bei der Peer Gynt-Suite, weniger bekannt (aber nur so ist die Musik überhaupt noch zu hören) bei den Arlesienne-Suiten Bizets.


    Auch bei der Bühnenmusik gab es ja schon den rein begleitenden Charakter (vgl. "Musik Klärchens Tod bezeichnend" aus der Egmont-Musik von Beethoven).


    Liebe Grüße Peter


  • Guckstu hier:



    Georges Aurics Filmmusik zu dem eigentlichen MOULIN ROUGE von John Huston z. B. brachte nicht nur einen Evergreen hervor, sie wurde zuweilen auch konzertant gegeben und natürlich eingespielt. Die o.g. Aufnahme ist nur das anscheinend einzige, was derzeit davon auf dem Markt ist.


    Und dann gibt es, neben etlichen Musiken Aurics zu Filmen René Clairs, die derzeit leider nicht mehr verfügbar sind, m. W. aber sogar gedruckt wurden, natürlich auch dieses noch schlagendere Beispiel:



    Nicht nur, aber ganz besonders die Trennbarkeit der eigentlich untrennbaren Kopplung Film und Musik im Falle von Jean Cocteaus LA BELLE ET LA BETE beweist für mich, dass jeder Versuch scheitern dürfte, eine ganze Musikgattung komplett aus der Klassik auszusondern, obwohl es da sehr viele Gemeinsamkeiten gibt, jedenfalls zu Zeiten, als eigens komponierte (und nicht kompilierte, was aber auch schon eine eigene Kunstform wird) Filmmusiken noch die Regel waren. Sobald man aber auf die individuelle Klasse des Komponisten abhebt, kommen wir mit Gattungsdefinitionen nicht weiter. Das aber ist eine Frage, die wir eher in dem o.g. Thread mit der Frage, was für uns überhaupt klassische Musik ist, diskutieren sollten.


    Übrigens gibt es auch den umgekehrten Fall, dass klassische Musik nicht nur im Film eingesetzt wird, sondern regelrecht zur Filmmusik wird. So machte Jean Mitry bereits 1949 aus Arthur Honeggers 1923 komponiertem Pacific 231 einen Film, bei dem man nur noch durch die zeitliche Abfolge auseinander halten kann, ob das noch ein Musikfilm oder schon Filmmusik ist.


    Bei all dem bewegen wir uns übrigens sicherheitshalber nur im Bereich von Komponisten, die als legitime Vertreter der "klassischen" Musik anerkannt sind. Darüber hinaus gibt es auch viele andere, die wohl erst künftig fraglos dazu zählen werden. So enthält mein Soundtrack zu Warren Beattys Film DICK TRACY neben, von Madonna interpretierten, Sondheim-Songs auch eine sehr eindrucksvolle Zusammenstellung von Sondheims rein instrumentaler Musik für Alain Resnais' STAVISKY von 1974. Mag die auch unabhängig kein Bestseller geworden sein, sie ist nicht weniger "klassisch" als seine andere Musik, nur weil sie für einen Film geschrieben wurde.


    Man sollte sich die Frage also nicht zu einfach machen, denn wie schon beim Musical und der Frage seiner Zugehörigkeit zur klassischen Musik erweist sich, dass die um so eindeutiger positiv zu beantworten ist, je besser man sich mit dem Thema auskennt.


    Deswegen halte ich mich auch beim Jazz meist raus, obwohl ich auch da die These vertrete, dass mindestens sehr viel davon eines Tages auch zur klassischen Musik gerechnet werden wird. Anfänge davon sind ja schon heute abzusehen, und eben nicht mehr nur dort, wo der Jazz klassische Komponisten beeinflusst hat.


    :hello: Jacques Rideamus

  • Der Ausgangspunkt war, dass das Programmvon "Klassikradio" sich vor einigen Jahren von gut zu gerade noch von 6.00-20.00 ertragbar geändert hat. Ich möchte ergänzen, dass die Pest der "Radiospielchen" auch diesen Sender erreicht hat und ich ernsthaft darüber nachdenke den Sender von meinen Festtasten zu verbannen. Aber was soll man denn dort sonst darauf legen? Es gibt im Hamburger Umland keine hörenswerten Sender für 24 Stunden....


    Mein eigentliches Thema ist aber ein anderes: Ein besonderes der Arbeit Richard Wagners war das Gesamtkunstwerk. Er war da mehr als Textdichter und Komponist. Es geht um die Konzeption des ganzen Werks.


    Im Bereich des Films ist es möglich tatsächlich ein Gesamtkunstwerk aus einer Hand hinzubekommen: Regie (manchmal auch Drehbuch) und Filmmusik aus einer Hand. Als erstes fällt mich da Chaplin ein (der aber wohl nur "Themengeber" war- hier weiß sicherlich jemand mehr darüber) und Carpenter (der Macher der konsequentesten b-Splatter und Gruselschinken). Carpenter ist sicherlich kein Vertreter der hohen, den europäischen Qualitätsstandards der Kunst genügender Künstler. Die Filme sind nicht sonderlich schön, obwohl sie eine interssante Bildästhetik haben.. Die Musik scheint mir auch nicht sonderlich künstlerisch zu sein. Ich habe auch nichts davon auf CD oder auch nur einen Film auf DVD, aber ich erinnere mich, dass es wohl eher die kleine Besetzung (1 Mann am Synti) vorherrscht und dass mir die Musik aufgefallen ist (ich weiß allerdings nicht mehr warum). Es läßt sich nicht bestreiten, dass er in sich stimmige und konsequente (Gesamt)Werke vorgelegt hat.


    Mir sind nur diese beiden eingefallen, aber es gibt sicherlich noch sehr viel mehr Mehrfachkünstler. Wie ist hier die Meinung zu Filmmemachern, die zugleich Filmkomponisten sind?


    Ich fände es gut, wenn jetzt nicht zu sehr Carpenter als Vertreter einer minderwertigen Kunstform diskutiert werden würde. Ich habe ihn als Beispiel genommen.

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  • Über Charles Chaplins Filmmusik weiß ich zufällig recht gut Bescheid.


    Wie manche großartige Musicalkomponisten auch, konnte Chaplin recht ordentlich, aber nicht nicht sehr gut Noten lesen und schreiben, aber, um ihn selbst zu zitieren: "Seit meinem sechzehnten Lebensjahr hatte ich täglich vier bis sechs Stunden lang in meinem Schlafzimmer (Violine) geübt. Jede Woche nahm ich Stunden beim Dirigenten des Theaterorchesters oder bei einem anderen Musiker, den er mir empfohlen hatte. Da ich linkshändig spielte, waren die Saiten meiner Violine verkehrt herum aufgezogen. Ich hatte den Ehrgeiz, Konzertmusiker zu werden..." (zit. n. Wolfram Tichy: Charles Chaplin Rowohlt 1974). Auch das Cello und die Kinoorgel konnte er passabel bedienen und so auch auf diesen Instrumenten (meist der Geige) seine melodischen Einfälle vorspielen, die dann von anderen zu Papier gebracht und arrangiert wurde. Für sein Streben nach einem persönlichen "Gesamtkunstwerk" sprach sein Instinkt, im Gegensatz zu den üblichen Kinomusiken, die von Arrangeuren für seine Filme eingerichtet wurden, keine komische Konkurrenz zu haben, und seine Komik lieber mit einem "Kontrapunkt der Grazie und des Charmes" zu versehen, der "Gefühl ausdrücken" sollte.


    Chaplin, aber auch anderen musikverständigen Regisseuren wie Tom Tykwer und Mike Figgis, die ebenfalls mindestens große Teile ihrer Filmmusiken komponierten, kann man in der Tat zugute halten, dass sie ihre eigenen Filme und deren musikalische Bedürfnisse besonders gut verstanden. Ob damit auch die Voraussetzungen für besonders gute Filmmusiken gegeben waren, steht auf einem anderen Blatt. Mir sind jedenfalls die Korngolds, Herrmanss, Rotas oder Morricones lieber, deren Musikstil heute leider zunehmend aus der Mode kommt, denn sie waren und sind eingefleischte und mindestens zum Teil geniale Musiker und Komponisten, und das hört man auch.


    Die Idee vom Gesamtkunstwerk finde ich übrigens schon bei Wagner anmaßend. Jedenfalls war er kein größerer Künstler als Verdi, nur weil der sich mit einem Boito zusammentat, der in der Tat eine außergewöhnliche Doppelbegabung war. Dass es rein technisch möglich, obwohl meist eher der Egozentrik der Regisseure geschuldet ist, auch im Film ein sogenanntes Gesamtkunstwerk zu schaffen, heißt noch lange nicht, dass das auch erstrebenswert ist. Zum einen muss man sich bewusst sein, dass damit nur ein Euphemismus für den Anspruch der ganz persönlichen Schöpfung eines Gemeinschaftswerkes handelt, den im Film nicht einmal Orson Welles vollkommen eingelöst hat, denn auch er brauchte Schauspieler, Kameraleute und Cutter sowie zum Beispiel den Komponisten Bernard Herrmann, und bediente sich sinnvollerweise einiger des besten Kollaborateure, welche die Industrie zu bieten hatte. Zum anderen teile ich aus ureigener Anschauung nicht die gängige Auffassung vom Regisseur als dem eigentlichen Autoren eines Films. Der ist immer noch der Autor selbst, auch wenn nicht bestritten sein soll, dass dem Regisseur unter den einzelnen Teammitgliedern meist ein entscheidender Einfluss auf die Qualität des Endresultats zukommt. Man sollte aber im Interesse der Regisseure nicht zu intensiv nachforschen, wie oft deren Artbeit auch durch andere gerettet wurde.


    Für meinen Begriff wurde um der Bequemlichkeit der Zuordnung und der Beliebtheit des Geniekultes willen viel zu lange eine Überpersonalisierung der künstlerischen Leistungen besonders von Filmen, aber auch von Opern etc. betrieben, bei der u. a. die Autoren viel zu kurz kamen. Ich halte es nicht für zielführend, das jetzt auch hier hinein zu tragen. Chaplin war wirklich die ganz große Ausnahme, und selbst bei ihm würde niemand mehr seine Filme kennen, wenn seine Musik das beste daran gewesen wäre. Oder Wagner für ein Genie halten, wenn seine Musik nie über die Qualität seiner Texte hinaus gelangt wäre.


    :hello: Jacques Rideamus

  • Hallo JR2,
    Chaplin spielte tatsächlich linksherum, ein großes Photo von Ihm am Cello schmückt meinen Spind im Orchesterstimmzimmer.


    Er muß also Linkshänder gewesen sein(er hatte ja zwei gesunde Hände, es gibt berühmte Instrumentalisten, welche wegen einer Erkrankung seitenverkehrt spielen) und in seiner Konsequenz, deswegen seitenverkehrt zu spielen, seiner Zeit um viele Jahrzehnte voraus.
    Denn eine ernsthafte Diskussion über linkshändiges Spiel für Linkshänder gibt es unter Instrumentalpädagogen erst seit wenigen Jahren.


    David Raksin, selber ein großer Fimkomponist, war einer der Arrangeure seiner musikalischen Einfälle.


    Zitat

    und seine Komik lieber mit einem "Kontrapunkt der Grazie und des Charmes" zu versehen, der "Gefühl ausdrücken" sollte.


    Ja, das ist Ihm wunderbar gelungen.


    :hello:
    Michael

  • Zitat

    Original von JL
    Wie ist hier die Meinung zu Filmmemachern, die zugleich Filmkomponisten sind?


    Ich fände es gut, wenn jetzt nicht zu sehr Carpenter als Vertreter einer minderwertigen Kunstform diskutiert werden würde. Ich habe ihn als Beispiel genommen.


    Hallo JL,


    also mir wäre da spontan auch erst mal John Carpenter eingefallen. Ob man seine Musik mit unter Klassik rechnen kann sei mal dahin gestellt und als einen großen Komponisten würde ich ihn natürlich auch nicht bezeichnen, aber ein Talent für die Verbindung von Bild und Ton kann man ihm nicht absprechen. Wer "Halloween" gesehen hat, den wird die gespenstische Synthie-Klavier-Musik vermutlich auf ewig verfolgen. Simpel, aber genial! Auch Teile seiner Musik zu "The Fog" und "Escape from New York" gefallen mir sehr gut. Aber gut, lassen wir mal den John beiseite, seine besten Filmtage sind auch schon längst gezählt ...


    Ansonsten gäbe es da ja noch Clint Eastwood, der z.B. die Musik zu "Mystic River", "Million Dollar Baby" und "Flags of our Fathers" komponiert hat. Brauchbar, aber unspektakulär. Da hatte ich bislang noch nicht das Bedürfnis, mir eine Scheibe zu holen.


    Eine interessante Figur als Regisseur/Komponist ist sicherlich noch Tom Tykwer, der ja mit seiner Pale 3-Combo Musik für "Lola rennt" oder "Der Krieger und die Kaiserin" gemacht hat. Wenn man sich mit den leichten oder schwereren Techno-Anklängen anfreunden kann, dann sind seine Sachen für ihren Zweck durchaus beachtenswert - zumindest teilweise.


    Wirklich fasziniert hat mich bislang allerdings nur einer: Der Spanier Alejandro Amenábar. Nicht unbedingt seine Musik zu "The Others", sondern die zu seinem wunderbaren Film "Abre Los Ojos" (Öffne die Augen). Der Film, der das Original zu Cameron Crowe's "Vanilla Sky" ist. Amenábars Score für "Abre Los Ojos" ist sehr sehr hörenswert, besonders ein aus nur drei verschiedenen Tönen bestehendes Motiv, das im Klavier eingeführt wird, schwirrte mir bereits nach dem ersten Mal unentwegt durch den Kopf. Leider gibt es den Score zumindest hierzulande nicht zu kaufen :-(


    Nun ja, das soll es erst mal von meiner Seite gewesen sein ...


    Best, DiO :beatnik:

  • Ob man Clint Eastwood wirklich zu den komponierenden Regisseuren rechnen kann?


    Nicht, dass ich ihm seine Liebe zum Jazz, Johnny Mercer u. a. oder dem aktiven Spielen absprechen will. Seine Themen zu THE BRIDGES OF MADISON COUNTY und MYSTIC RIVER sind ja auch recht hübsch und atmosphärisch, aber es geschah sicher nicht von ungefähr, dass er dafür die Credits mit seinem Leib- und Magendirigenten und Orchestrator Lennie Niehaus geteilt hat, der die eigentliche musikalische Arbeit getan haben dürfte - neben dem music supervisor natürlich, die den größten Teil der Scores zu einem - fraglos hochinteressanten - "Pasticcio" zusammengestellt haben.


    Richtige Filmkompositionen sind das aber noch nicht, auch nicht auf dem Level eines Charles Chaplin.


    :hello: Jacques Rideamus


  • Tom Tykwer hat auch einen Hauptanteil an der Entstehung der Filmmusik zu "Das Parfum" mitgewirkt. Und die höre ich mir recht häufig an...


    Übrigens, ein sehr interessanter Ansatz, hier komponierende Regisseure hervorzuheben.

    alle Menschen werden Brüder ...

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  • Hallo Aquarius,


    da hast Du Recht. Meines Wissens nach hat Tykwer hier auch zum ersten Mal mit einem richtigen Orchester (Berliner Philharmoniker!) zusammengearbeitet. Würde mich mal interessieren, wie Tykwer an seine (Co-)Kompositionen rangeht. Da er ja eigentlich immer mit Klimek und Heil kollaboriert, wäre es sicher interessant zu erfahren, wer was macht ...
    In "Das Parfum" hab ich mal kurz reingehört, nicht schlecht, hab mir aber die Scheibe dann doch nicht zugelegt. Ich hab ja - wie ich zu meiner Schande gestehen muss - noch nicht einmal den Film gesehen :untertauch:, obwohl ich Tykwer ziemlich gerne mag, vor allem "Winterschläfer" und "Der Krieger und die Kaiserin" :jubel:


    Best, DiO :beatnik:

  • Zitat

    Original von Jacques Rideamus
    Über Charles Chaplins Filmmusik weiß ich zufällig recht gut Bescheid.


    Wie manche großartige Musicalkomponisten auch, konnte Chaplin recht ordentlich, aber nicht nicht sehr gut Noten lesen und schreiben, aber, um ihn selbst zu zitieren: "Seit meinem sechzehnten Lebensjahr hatte ich täglich vier bis sechs Stunden lang in meinem Schlafzimmer (Violine) geübt. Jede Woche nahm ich Stunden beim Dirigenten des Theaterorchesters oder bei einem anderen Musiker, den er mir empfohlen hatte. Da ich linkshändig spielte, waren die Saiten meiner Violine verkehrt herum aufgezogen. Ich hatte den Ehrgeiz, Konzertmusiker zu werden..." (zit. n. Wolfram Tichy: Charles Chaplin Rowohlt 1974). Auch das Cello und die Kinoorgel konnte er passabel bedienen und so auch auf diesen Instrumenten (meist der Geige) seine melodischen Einfälle vorspielen, die dann von anderen zu Papier gebracht und arrangiert wurde. Für sein Streben nach einem persönlichen "Gesamtkunstwerk" sprach sein Instinkt, im Gegensatz zu den üblichen Kinomusiken, die von Arrangeuren für seine Filme eingerichtet wurden, keine komische Konkurrenz zu haben, und seine Komik lieber mit einem "Kontrapunkt der Grazie und des Charmes" zu versehen, der "Gefühl ausdrücken" sollte.


    Weißt Du zufällig, ob der Autor Chaplin noch persönlich befragen konnte?


    Matthias

  • Ich weiß, und nicht nur zufällig, dass der Autor sehr bedauert, Chaplin nie persönlich getroffen zu haben, denn der starb, kurz bevor das Buch erschien. Die Zitate sind aber authentisch.


    :hello: Jacques Rideamus


  • Und was ist mit Woody Allen, der ja zum Teil die Jazz-Musiken selbst arrangiert, und wohl ein mehr als passabler Klarinetist ist? Wollen wir soetwas auch gelten lassen?


    Matthias

  • Zitat

    Original von Jacques Rideamus
    Ich weiß, und nicht nur zufällig, dass der Autor sehr bedauert, Chaplin nie persönlich getroffen zu haben, denn der starb, kurz bevor das Buch erschien. Die Zitate sind aber authentisch.


    :hello: Jacques Rideamus


    Schade! Ich dachte, wegen der Erscheinung des Buches 1974, und dem Tod von Chaplin 1977, daß es dann doch geklappt haben könnte. Ich denke immer noch wehmütig an die Zeiten im Frankfurter Filmmuseum zurück, als dort noch Chaplin Stummfilme mit Life-begleitung gegeben wurden...


    Liebe Grüße,


    Matthias

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  • Zitat

    Original von pfuetz


    Und was ist mit Woody Allen, der ja zum Teil die Jazz-Musiken selbst arrangiert, und wohl ein mehr als passabler Klarinetist ist? Wollen wir soetwas auch gelten lassen?


    Matthias


    Woody Allen ist ein ordentlicher Jazzklarinettist, der natürlich in seinen Auftritten als Musiker improvisiert und insofern Originalkompositionen bearbeitet. Er wäre aber der letzte, der sich als Komponist oder auch nur Arrangeur ausgeben würde und hat deshalb alle seine Soundtracks zwar auf der Basis einer enormen Repertoirekenntnis sorgfältig ausgewählt und zusammengestellt, aber komponiert hat er sie allenfalls im Wortsinne der Zusammenstellung. Das tun und taten aber viele Regisseure mit ihren Beratern, viele nicht zuletzt deshalb, weil sie so eine bessere Kontrolle über "ihre" Filme zu haben glauben.


    Damit sind sie aber eher Anti-Komponisten, die m. E. nicht hierhin gehören. Echte Doppeltalente sind dagegen sehr selten. Die meisten bekannteren wurden schon genannt. Man könnte der Liste aber noch Dominik Graf hinzufügen, der auch Musik zu seinen Filmen TIGER, LÖWE, PANTHER, DIE SIEGER, FRAU BU LACHT und ein paar andere geschrieben hat. Möglicherweise gibt es noch den einen oder anderen Bollywood - Regisseur, der auch Songs komponiert, aber damit hat es sich schon weitgehend.


    Die Diskussion über diese Doppeltalente dürfte also nicht sehr weit führen. Eher schon die über Symbiosen regelmäßiger Partnerschaften wie Blake Edwards und Henry Mancini, Stephen Spielberg und John Williams, Federico Fellini und Nino Rota (sowie die Unterschiede von dessen Musiken für Fellini und Visconti), René Clair und Georges Auric oder Eisenstein und Prokoffief. Aber das wäre ein ganz anderes, wiewohl reizvolles Thema.


    :hello: Jacques Rideamus

  • Hallo JR2


    auch wenn ich zB die Musikauswahl für "matchpoint" - lief gerade im ZDF - hervorragend fand, so ist es eben nicht für den Film geschaffene Musik.
    Ich stimme Dir zu, daß damit Woody Allen insofern ausfällt.


    Allerdings: je jünger der Film (und damit der soundtrack), desto weniger scheint er mir in den Klassikkontext zu passen. Ist aber vermutlich nur ein Vorurteil ;).


    Zu Spielberg/Williams und damit zu Indiana Jones 4: Hier mag es sein, daß lange Zusammenarbeit eventuell zur intellekutellen Ermüdung und damit zu Wiederholungen und Eigenzitaten führt. Meines Erachtens merkt man dies dem Film, aber auch der Musik an :(.


    Grüsse
    Achim :hello:

  • Zitat

    Original von Achim


    Allerdings: je jünger der Film (und damit der soundtrack), desto weniger scheint er mir in den Klassikkontext zu passen. Ist aber vermutlich nur ein Vorurteil ;).


    Ist es, aber wie jedes Vorurteil beruht auch dieses auf einer - in dem Fall korrekten - Beobachtung. Filmmusiken werden schon spätestens seit den 80er immer weniger geschrieben als kompiliert und ggf arrangiert und ergänzt.


    Ich sehe den Klassikkontext primär in eigens für einen Film geschriebenen, also im gängigen Sinn komponierten Musiken. Für eine Diskussion der keineswegs abwegigen Frage, ob auch Pastiches und Kompilationen eine eigene Kunstform darstellen können, scheint mir die Zeit noch lange nicht reif, schon gar nicht in einem Klassikforum.


    :hello: Jacques Rideamus

  • Wenn hier jetzt auch von Jazz die Rede ist, dann könnte man doch glatt Helge Schneider noch erwähnen :stumm: Ich bin zwar kein großer Jazz-Kenner, aber sein Jazz-Know-How wurde schon von vielen Seiten gelobt. Über den Wert seiner Filme und damit seine Rolle als Regisseur lässt sich natürlich trefflich streiten ;)


    Best, DiO :beatnik:

  • Zitat


    ...Helge Schneider...
    Über den Wert seiner Filme und damit seine Rolle als Regisseur lässt sich natürlich trefflich streiten ;)


    Als Regisseur mag er nicht die größte Leuchte sein, aber vor allem "TEXAS" und "00 Schneider - Jagd auf Nihil Baxter" sind für mich persönlich die zwei lustigsten (Kategorie Dadaismushumor) deutschen Filme der Nachkriegszeit. Und natürlich gewürzt mit passablem Schneider-Jazz.

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