Ich kann ja im Literaturforum mal was einstellen - mein Gedichte-Thread liegt ohnehin seit einiger Zeit brach.
Kompositorische Inspiration
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Zitat
Original von Fairy Queen
Lieber Draugur,
[...]
Also lege deine Hexameter zur Begutachtung durch die hier nciht gering anwesenden dichterisch versiertenTaminoianer vor und wenn du tatsächlich ein Goethe Nachfahre sein solltest und wir neue römische Elegien zu erwarten haben, reden wir weiterLiebe Fairy,
der gute Draugur hat doch schon einen lupenreinen bilingualen Distichon zum besten gegeben...
Herzlichst,
Medard -
Zitat
Original von Uwe Schoof
Deshalb kann ich auf Irritationen leider nicht mit Änderung reagieren (es würde mir nichts ausmachen, den Liebesakt zu streichen und durch "Einfälle bei der Erledigung der Notdurft" zu ersetzen..
Gruß,
UweWie sich Butterblumen in so kurzer Zeit verändern können :O
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Zitat
Original von Uwe Schoof
Deshalb kann ich auf Irritationen leider nicht mit Änderung reagieren (es würde mir nichts ausmachen, den Liebesakt zu streichen und durch "Einfälle bei der Erledigung der Notdurft" zu ersetzen..
Ja, ich glaub, da hab ich Erfahrungen ... -
Lieber Medard, den hab ich sehr wohl erkannt, aber eben in Latein!
Als Goethe-Ableger(und nur ein solcher kommt natürlich hier infrage. Frau lässt sich ja nicht von Hinz und Kunz hexametisieren.....
.!!!!) muss ein waschechtes deutschsprachiges Gedicht galanten Inhaltes in Hexametern her. Du wirst hiermit als Juror eingesetzt. Und dann muss dem Herrn Draugur ja auch noch mein Rücken gefallen und mir seine Hände-also SO einfach ist das Ganze hier nun auch nicht!!!!!! :boese2: 
Da tut sich der Kurzstückmeister mit seinen Inspirationsquellen sichtlich leichter.......

F.Q.

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Zitat
Original von Fairy Queen
Lieber Medard, den hab ich sehr wohl erkannt, aber eben in Latein!
Als Goethe-Ableger(und nur ein solcher kommt natürlich hier infrage. Frau lässt sich ja nicht von Hinz und Kunz hexametisieren.....
.!!!!) muss ein waschechtes deutschsprachiges Gedicht galanten Inhaltes in Hexametern her. Du wirst hiermit als Juror eingesetzt. Und dann muss dem Herrn Draugur ja auch noch mein Rücken gefallen und mir seine Hände-also SO einfach ist das Ganze hier nun auch nicht!!!!!! :boese2: 
Da tut sich der Kurzstückmeister mit seinen Inspirationsquellen sichtlich leichter.......

F.Q.

Liebe Fairy,
o.k. - ich nehme die Wahl zum Juroren an (was die Hexameter resp. Distichen anbetrifft - in die Begutachtung von Rücken und Händen will ich mich nicht einmischen
). Ich hatte übrigens keinerlei Zweifel hinsichtlich Deiner verstechnischen Urteilskraft.
Der erste Hexameter in Draugurs Distichon war aber doch schon deutschsprachig und ganz passabel, oder?
Ganz herzlich,
Medard -
Zitat
Original von Rideamus
Die Inspiriertheit einer Komposition hat also in aller Regel wenig mit der Inspiration eines zugeflogenen Musenkusses zu tun, der dem Genius (und nur ihm) einfach so zufliegt. Natürlich muss zunächst ein Einfall da sein, aber Einfälle hat fast jeder dauernd, nur erkennen die meisten sie nicht als solche, und noch weniger verfügen über das Geschenk des Talents und das Können, daraus auch etwas machen zu können, das über den flüchtigen Augenblick hinaus Bestand hat.Lieber Rideamus,
ich sehe das genau so wie Du und Johannes. Der Kult um die Inspiration stammt von Leuten, die meist weniger mit Inspiriertem zu tun hatten, wie mir bei Möchtegernkünstler das Betonen auf Inspiration am häufigsten begegnet. Der Künstler als vates (Weissager) ist doch eher eine archaische Angelegenheit.
Wie Du auch am Beispiel von Elgar demonstriert hast, ist der ursprüngliche Einfall etwas Akzidentielles, während das gültige Kunstwerk ja gerade das Zufällige überwunden hat. Die Einfälle, die beim Schaffen geschehen, bei der konzentrierten Arbeit, sind viel spannender. Sehr instruktiv fand ich damals die Demonstrationen von Bernstein anhand der Skizzenbücher von Beethoven, wo einem gerade der (Un)Wert eines "ursprünglichen" Einfalls demonstriert wurde. Deine Unterscheidung von Inspiration und inspirierter Musik finde ich sehr hilfreich.
ZitatSonst hätte Beethoven sich mit der Micky Maus - Musik von WELLINGTONS SIEG sicher mehr Arbeit gemacht - und aus der Inspiration für seine sechste Symphonie weniger, auch wenn - wieder einmal - Hollywood das gerne anders gesehen und illustriert hat.
Ja, Beethovens erfolgreichstes Werk ist eines seiner schwächsten. Es zeigt eben auch (um auf das Thread-Thema einzugehen), dass mit heißem Kopf vielleicht Großmäuliges aber nicht Großartiges entsteht.
LG Peter
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Zitat
Original von Draugur
Ich persönlich habe immer einen Zusammenhang mit Situationen der Bewegung (ob man nun spazierengeht, auf dem Rad sitzt oder auch in einem Kraftfahrzeug) und markanten Melodie- bzw. Texteinfällen beobachtet.
Vielleicht bringt die physische Bewegung auch das Gehirn in Schwung? - frage ich mich da naiv-unwissenschaftlich.Hallo Draugur,
die Voraussetzung ist wohl, dass man sich vorher intensiv mit einem Netz von Gedanken und Einfällen beschäftigt hat und sich durch neue Eindrücke plötzlich alles (neu) ordnen kann, was sich vorher ein wenig verknotete.
LG Peter
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Zitat
Original von Fairy QueenAuch wenn die Vorstellung, vom einem Mini-Goethe die Hexameter auf den nackten Rücken geschrieben zu bekommen, natürlich ihre Reize hat. Wenn dabei dann weitere römische Elegien herauskommen, umso mehr.
Liebe Feenkönigin,
jetzt habe ich doch mal erst den Vers herausgesucht, auf den Du anspielst:
Oftmals hab’ ich auch schon
in ihren Armen gedichtet
Und des Hexameters Maß
leise mit fingernder Hand
Ihr auf den Rücken gezählt.
Sie atmet in lieblichem Schlummer,
Und es durchglühet ihr Hauch
mir bis ins Tiefste die Brust.Dass der Rücken nackt ist, davon steht hier nichts, auch nichts davon, dass er den Vers auf den Rücken geschrieben hätte, nur den Rhythmus hat er der Geliebten auf den Rücken geklopft. Da sie aber schlief, war dies wohl sein Zigarettenersatz ...
Bei dem Bild "auf den Rücken schreiben" fällt mir leider die eher grausige Kafka-Novelle "In der Strafkolonie" (in Harry Potter 5 gab es eine immer noch grausige Variante für Heranwachsende) ein.
Liebe Grüße Peter
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Lieber Peter,
ZitatWie Du auch am Beispiel von Elgar demonstriert hast, ist der ursprüngliche Einfall etwas Akzidentielles, während das gültige Kunstwerk ja gerade das Zufällige überwunden hat. Die Einfälle, die beim Schaffen geschehen, bei der konzentrierten Arbeit, sind viel spannender
Du hast das geschrieben, was mir am Herzen liegt und ich so nicht formulieren konnte.
Vielen Dank dafür!
LG,
Michael -
Zitat
Original von Uwe Schoof
Nun, zum Einen: Die in der Überschrift genannte Möglichkeit des Einfalls ist lediglich Inhalt einer Frage, eines Beispiels, keiner Feststellung.Liebe Uwe,
nun ja, gelungen finde ich weder die Fragestellung noch das folgend Gesagte eben nicht. Pointiert gesagt: Es gibt nichts Starkes im Schwachen
ZitatZum dritten habe ich eben dieses Beispiel gewählt, da ich zu diesem Thema durch ein Buch angeregt wurde, nämlich durch "Recherchen im Reich der Sinne". Es ist ein Buch, in dem mehrere bekannte surrealistischen Künstler wie Andre Breton, Jacques Prevert, Louis Aragon und Max Ernst ihre verschiedene Aspekte der Sexualität äußern und diskutieren. Es liegt auf der Hand, dass es bei den Surrealisten durchaus Verbindungen zur Kunst dabei gibt.
"Verbindungen zur Kunst" ist trivial, bei den Surrealisten ging es ja u.a. um eine écriture automatique. Ich habe nicht den Eindruck, dass diesem Schaffensprozess nun die größten Kunstwerke entsprungen sind.
Wenn ich Arps Äußerung "Weder der Postillon von Lonjumeau noch der Hexameter, weder Grammatik noch Ästhetik, weder Buddha noch das Sechste Gebot sollten ihn hindern. Der Dichter kräht, flucht, seufzt, stottert, jodelt, wie es ihm paßt. Seine Gedichte gleichen der Natur" zugrunde lege, wundert es mich auch wenig.
LG Peter
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Zitat
Original von pbrixius
Bei dem Bild "auf den Rücken schreiben" fällt mir leider die eher grausige Kafka-Novelle "In der Strafkolonie" (in Harry Potter 5 gab es eine immer noch grausige Variante für Heranwachsende) ein.Liebe Grüße Peter
Lieber Peter,
In Kafkas Strafkolonie wird allerdings weniger etwas »auf den Rücken« geschrieben, als in den Körper eingeschrieben - so rundum. Eine grandiose - wenn auch lichtlose - und visionäre Erzählung. Übrigens überwältigend in Musik gesetzt von Frank Zappa...
Herzlichst,
Medard -
Zitat
Original von Klawirr
In Kafkas Strafkolonie wird allerdings weniger etwas »auf den Rücken« geschrieben, als in den Körper eingeschrieben - so rundum. Eine grandiose - wenn auch lichtlose - und visionäre Erzählung. Übrigens überwältigend in Musik gesetzt von Frank Zappa...Lieber Medard,
recht hast Du, es war auch nur eine Assoziation. Aber jetzt habe ich sie die Erzählung wieder gelesen, faszinierend. Es gibt übrigens eine Oper von Philip Glass "In the penal colony". Kennt die jemand?
LG Peter
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Lieber Peter nun hast Du mich tüchtig auf den Boden der brutalen Tatsachen geholt, denn Kafkas Strafkolonie ist so ungefähr das Bedrohlichste, Furchtbarste das ich je im Leben gelesen habe. Angesichts dessen verzichte ich nun lieber auf alle rückwärtigen Hexameter , seien sie nun geklopft oder geschrieben, und drehe mich lieber ganz schnell herum!
Bonne nuitFairy Queen

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Zitat
Original von Fairy Queen
Lieber Peter nun hast Du mich tüchtig auf den Boden der brutalen Tatsachen geholt, denn Kafkas Strafkolonie ist so ungefähr das Bedrohlichste, Furchtbarste das ich je im Leben gelesen habe. Angesichts dessen verzichte ich nun lieber auf alle rückwärtigen Hexameter , seien sie nun geklopft oder geschrieben, und drehe mich lieber ganz schnell herum!Liebe Fairy Queen,
was habe ich nun angestellt! Da musste ich mir aber schnell etwas einfallen lassen ...
Liebe Grüße Peter
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Ich würde mich freuen, wenn wieder etwas neues zum eigentlichen Thema geschrieben würde.

Michael -
Zitat
Original von Michael Schlechtriem
Ich würde mich freuen, wenn wieder etwas neues zum eigentlichen Thema geschrieben würdeLieber Michael,
gerne, aber ich habe eben ein wenig Schwierigkeit mit der Fragestellung. Wie schon die Frage nach der Inspiration , wenn man da nicht gleich an die Dumpfheiten denkt, die man bei Pfitzner lesen kann, viel zu häufig ins Biografisch-Anekdotische - und damit vom Werk weg - führt, so ist die Gegenposition, die das "Gemachte" in den Mittelpunkt stellt, eine, die das Handwerkliche zu Recht betont, aber zu leicht auf dieser Ebene verharrt. Dass die künstlerische Problemlösung beglückend ist - da fängt für mich nun das Nachdenkenswerte an.
LG Peter
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Lange habe ich wegen der Überschrift das hier nicht so ernst genommen, nun aber doch mit wachsendem Vergnügen der Diktion und den Einfällen zur Inspiration folgen dürfen und fühle mich ins volle Dichterleben des 19. Jahrhunderts versetzt.
Um noch eins draufzusetzen, aber auch wieder den ursprünglichen Faden aufzunehmen, hier ein Zitat verbunden mit einer leichten Rätselfrage:„Sie wissen, der berühmte Mann welcher in unserer Stadt das größte Lob der Musik, und die Bewunderung der Kenner hat, kommt, wie man sagt, nicht eher in der Stadt, durch die Vermischung seiner Töne andere in Entzückung zu setzen, als bis er etwas vom Blatte gespielt, und seine Einbildungskraft in Bewegung gesetzt hat. Der geschickte Mann hat ordentlich etwas schlechteres vom Blatte zu spielen, als seine eigenen Einfälle sind. Und dennoch sind diese seine besseren Einfälle Folgen jener schlechteren.“
Wen meint unser Berichterstatter?
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Ich fand diesen Thread hier eigentlich sehr interessant, aber nachdem man nun Juror für Feen spielen soll-auf nackten Rücken( huch, körperliche Belästigung) oder nicht ist mir dabei egal-, oder Hexameter für die RWE ablesen soll, oder ein Rätsel, welches sich vor allem mit dem 19.Jhdt auseinandersetzt, ergründen soll, frage ich einfach mal:
Wer von euch kennt eigentlich Knorkator?
Denn eine geballte Ladung von denen ist genau das, was ich jetzt brauche.
Eine Frage oder Erörterung nach deren Inspiration erübrigt sich hoffentlich.
Und das ist gut so.......

Michael -
Zitat
Original von Michael Schlechtriem
Wer von euch kennt eigentlich Knorkator?
Vielleicht bessern die Deine Laune ja so, dass Du doch noch auf die Inspirationsquellen – war nicht nach denen gefragt? – des nicht gerade unbedeutenden Mannes kommst. Und es ist nicht das 19. Jahrhundert.
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Ich passe, das ist mir zu allgemein gehalten.
Darauf paßt alles oder nichts........Zitatkommt, wie man sagt, nicht eher in der Stadt,
Was soll ich daraus schließen?
Ist das schlecht übersetztes Französisch?Gute Nacht!
Michael
Buxtehude? -
Zitat
Original von Michael Schlechtriem
Ich passe, das ist mir zu allgemein gehalten.
Darauf paßt alles oder nichts........Dabei ist es ein ziemliches Charakteristikum.
Zitat
Was soll ich daraus schließen?
Ist das schlecht übersetztes Französisch?Nein, altertümlich-umständliches Deutsch. Wichtig sind vor allem die letzten beiden Sätze, aber ich versuche mal eine saloppe Paraphrasierung:
Unser berühmter Musiker muss erst eine fremde Komposition (vom Blatt) spielen, bevor er selbst in die Gänge kommt. Dabei liegen diese Kompositionen oft unter dem Niveau seiner eigenen Ideen. Und doch sind seine eigenen genialen Ideen ohne die Anregung durch diese schlechtere Musik nicht möglich.
Das ist zwar eine Übetreibung, die auch nur auf einen kleinen Teil seines Schaffens zutrifft, aber er war bekannt für diese Praxis.
Er selbst soll auf die Frage, wie er ein so guter Musiker und Komponist habe werden können, mit einer Untertreibung geantwortet haben: "Ich habe halt fleißig sein müssen. Wer ebenso fleissig ist wie ich, der wird es ebenso weit bringen." -
Guten Morgen Hildebrandt,
auch wenn das Objekt Deines Rätsels nicht der für seine Improvisationen bekannte Johann Sebastian Bach gewesen sein sollte, würde es einen eleganten Bogen zu einer anderen Frage schlagen, die mich in diesem Zusammenhang fasziniert und bereits vage anklang:
Wie hältst du's mit der Improvisation?
Vielleicht sind es "Liebesakte" mit dem Klavier oder der Musik allgemein? Das Faszinierende ist, dass zahlreiche große Musiker (Bach, Mozart, Schubert, Chopin, Gershwin, um nur einige der berühmtesten zu nennen) das Improvisieren am Klavier liebten und häufig auch in größerem gesellschaftlichem Kreise praktizierten. Nur deshalb sind viele begeisterte Berichte über solche Improvisationen auf uns gekommen, die den Anschein erwecken, als wäre unser Schatz verfügbarer Kompositionen enormj viel größer, wären diese aufgezeichnet worden.
Wie könnte man dieses Phänomen im Zusammenhang mit Inspiration und Transpiration sehen?
Rideamus -
Hallo lieber Uwe,
wie du an den Antworten der Experten leicht erkennen kannst, haben sie deine Titelbezeichnung nicht mitverstanden. Da ist von Distichon, Blankvers, Hexametern , Pentametern, Anapäst, Daktylus, vom Jumbus und Trochäus, von Metrum ,Rhythmus, Alexandriner und Knittelvers die Rede, dass es einen schwindelig wird. Wir können daraus schließen, dass auch ein vermeintlicher Irrtum inspirieren kann.

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ZitatAlles anzeigen
Original von Rideamus
Guten Morgen Hildebrandt,auch wenn das Objekt Deines Rätsels nicht der für seine Improvisationen bekannte Johann Sebastian Bach gewesen sein sollte, würde es einen eleganten Bogen zu einer anderen Frage schlagen, die mich in diesem Zusammenhang fasziniert und bereits vage anklang:
Wie hältst du's mit der Improvisation?
Vielleicht sind es "Liebesakte" mit dem Klavier oder der Musik allgemein? Das Faszinierende ist, dass zahlreiche große Musiker (Bach, Mozart, Schubert, Chopin, Gershwin, um nur einige der berühmtesten zu nennen) das Improvisieren am Klavier liebten und häufig auch in größerem gesellschaftlichem Kreise praktizierten. Nur deshalb sind viele begeisterte Berichte über solche Improvisationen auf uns gekommen, die den Anschein erwecken, als wäre unser Schatz verfügbarer Kompositionen enormj viel größer, wären diese aufgezeichnet worden.
Wie könnte man dieses Phänomen im Zusammenhang mit Inspiration und Transpiration sehen?
RideamusLieber Rideamus.
natürlich ist er’s.
Einer der Gründe für die miserable Quellenlage der Musik vor Bach (sagen wir einfach mal so) ist möglicherweise darin zu suchen, dass die berühmten Solisten in der Improvisation (als einer nicht schriftlich ausgearbeiteten und/oder fixierten, endgültig festgelegten Gestalt) eine größere Bedeutung sahen als im gedruckten oder niedergeschriebenen „Werk“. Abschriften sind meist von Schülern erhalten, selten von eigener Hand des Komponisten. Ließe sich da nicht der Charakter eines Unterrichtsprotokolls vermuten? Man stelle sich vor, das Beste von Sweelinck, Buxtehude oder sonst wem können wir gar nicht kennenlernen, es war auch nie „verloren“, es hat schlicht und einfach nie schriftlich existiert, weil die ureigensten Momente der Meister im Augenblick am Instrument stattfanden und nicht am heimischen Stehpult.
Später verschiebt sich das zu unserem Glück, aber die Improvisationen eines Mozart oder Schubert... das hätte was.
Aber ob das „Liebesakte“ waren? Die Antwort ist doch ganz einfach:
Gschwitzt ham werns beim Transpirieren...
Schöne Grüße
Hildebrandt -
Zitat
Original von Michael Schlechtriem
Ich würde mich freuen, wenn wieder etwas neues zum eigentlichen Thema geschrieben würde.

MichaelLieber Michael,
recht hast Du! Allerdings scheint mir - da bin ich ganz einig mit Peter - dieser Thread etwas zum Spekulieren einzuladen und zwar nicht nur aufgrund der Formulierung des Titels, sondern auch aufgrund des Themas selbst. Denn die Frage nach der Inspiration rückt ja so etwas wie eine Urszene des Kreativen in den Fokus, die IMO ausschließlich spekulativ anzunähern ist, und ist zudem (ob man nun mag oder nicht) mit der Idee des genialischen Künstlers und einer (zumindest impliziten) Genieästhetik verbunden.
Letztlich ist die Frage IMO gar nicht zu beantworten - allenfalls durch eine (ich formuliere mal böse) Psychopathologie des produzierenden Künstlers oder mittels einer Art Stalking durch Fans, die jedem Motiv einen Sitz im Leben des Künstlers zuweisen wollen (in der Art: Beethoven fiel das Thema des ersten Satzes der 5. ein, als ihm sein Hausmädchen den Staub aus dem Mantel klopfte: ta-ta-ta-taaa
) . Im Kontext von Ästhetik oder Kunst-/Musik-/Literaturwissenschaft ist die Frage nach der Inspiration auch gar nicht besonders interessant. Ich halte es in diesem Zusammenhang lieber mit Gottfried Benn, der mal den schönen Satz sagte: »Gedichte entstehen nicht, Gedichte werden gemacht.« Eine klare Absage an einen genialischen Inspirationsbegriff, will mir scheinen...
Ganz herzlich,
Medard -
Leute, was ist das für eine anregende Diskussion.
Leider fällt mir selbst so etwas nicht ein, aber, Ihr bringt schon ganz schöne Ideen zusammen.
Michael, laß nur, die Ernsthaftigkeit, zum Thema zu reden, wird schon wieder kommen.
Aber das Spiel mit der Rede hin und her, wie ein Pingpong, ist doch gar zu schön und leider selten geworden.Das ist Inspiration, Rede-Transpiration - muß auch mal sein.
:hahahaha aus Bonn -
Hallo, liebe Taminos!
Überall stößt man auf hochinteressante Themen.
Ich denke, daß die Neigung, der Inspritation eine übermenschliche oder überirdische Grundlage zuzuschreiben, aus Unbehagen über die empfundene eigene Manipulierbarkeit so stark verbreitet ist.
Musik rührt uns in unbegreiflicher Weise die Seele. Sie kann uns erschüttern und begeistern, verführen und süchtig machen ...
Wenn man sich bewußt macht, daß dies die Folge von Komposition, Tonsetzer-Handwerk, also von geplant Geschaffenem, von genau darauf aus gerichteter harter Arbeit ist (Einstein "Genie ist harte Arbeit"), so haben die Künstler ergo Macht über unsere Gefühle.
Unterstelle ich statt dessen diese Wirkung einer überirdischen Eingebung, so habe ich die beunruhigende Tatsache verdrängt, daß die Gänsehaut auf meinem Rücken das Werk eines anderen Menschen ist, der auf der Klaviatur meiner / der Gefühle zu spielen vermag.
Doch letzlich hat man damit kein Problem, da es hinter der harten Arbeit doch wieder eine überirdische Begabung geben muß, oder?
LG Ulmo
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Hallo Ulmo,
herzlich willkommen bei uns.
Besser als Du Deine Worte gewählt hast, kann man das Thema des Threads m.E. nach nicht interpretieren.
Das ODER? am Ende lasse ich genauso stehen wie Du.
LG
Maggie
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Hallo Ulmo,
herzlich willommen!
Und dem Beitrag von Maggie schließe ich mich zu 100% an!LG,
Michael
