Wenn es Dir zeitlich und technisch möglich ist, dann möchte ich Dir gerne noch das oben von mir gepostete Video mit der Tokyo-Aufführung von 1981 ans Herz legen.
Vielen Dank für den Hinweis, werter Glockenton . Ich schaue, dass ich es zeitlich schaffe.
Ich habe Dir in erster Hinsicht zu verdanken, dass ich mich nun mit Brahms erster Sinfonie beschäftige. Obwohl ich ein großer Brahms-Verehrer bin, ist mir sein orchestrales Werk und darin besonders sein sinfonisches nicht gut vertraut.
Ehrlich gesagt bin ich mit den Orchesterfarben der Hoch- und Spätromantik nicht besonders glücklich. Sie versuchen mich beim Hören zu übertölpeln, was ich nicht mag. Ich liebe in der Auseinandersetzung mit Musik das Gespräch unter Gleichgesinnten (in diesem Falle Komponist-Interpret mit mir als Rezipienten) und nicht das Überwältigen.
Brahms ist für mich in vieler Hinsicht erstaunlich. Auf der einen Seite unüberhörbar Romantiker, aber eben auch durch die Auseinandersetzung mit dem Phänomen Beethoven im ernsten Sinne ein Klassiker. Ich finde, dass man das auch in der Sinfonie hören kann. Brahms selbst hat sie wohl zweimal für Klavier zu vier Händen gesetzt. Auch, wenn natürlich Klangvielfalt und -gewalt in dieser Version verlorengehen, so bietet sie für mich als Nichtmusiker einen wundervollen strukturellen Durchblick, der hier die Nähe zu Beethovens konstruktiven Geist durchblicken lässt.
Eine solche Aufnahme findet sich hier in dieser für meine Ohren sehr empfehlenswerten Box auf CD 6



