Dieser Thread scheint mir ein genauer Spiegel des Rummels um Anna Netrebko zu sein: die wenigsten Beitraege interessieren sich fuer ihren Gesang als solches und ihre gesangliche/musikalische Interpretation der Manon.
Statt dessen geht es um (Sensations-)Journalismus, Publicity, Management etc
Nicht dass ich das nicht legitim und diskussionswuerdig finde. Das ist kein Werturteil sondern eine Feststellung. Und sehr spannend anzusehen, finde ich.
Lieber Mikko, wie gut, dass du hier bist!!! Deine Punkte finde ich sehr gut beobachtet.
Zu 1:
Natuerlich ist Beverly Sills stimmlich eher bei Nathalie Dessay anzusiedeln (die die Manon sicher auf ihre Art auch grandios verkoerpern wird, allerdings vom Typ her GANZ anders als Anna)
Aber Beverly Sills ist keine REINE Koloratursopranistin, sie hat auch viele lyrische Anteile und keine kleine zarte Stimme. Die Manon ist auch eigentlich keine Koloraturrolle, bis auf die besagte Arie im dritten Akt wird das sehr viel mehr Lyrisches verlangt. Renée Fleming hat sie ja auch gesungen und es gibt auch eine Gesamtaufnahme mit ihr.
Und selbst eine etwas schwere Stimme kann phrasieren, Pausen einhalten und Verzierungen singen. Und die stehen wirklich ausdruecklich in den Noten. Wer die Rolle singt, muss auch den Stil einhalten. ![]()
Zu 2:
hoffe ich nicht! :boese2:
zu 3: das kann gut sein, aber da muessten wir Herrn Barenboim fragen.
Wahrscheinlich hat man aber als Superstar doch die Freiheit, seine Arien relativ nach eigenem Gusto zu gestalten. Wenn sie einem schon nicht in die Kehle komponiert werden wie zu seligen Haendels und Mozarts Zeiten.
zu 4: Massenet hat das Barock natuerlich nur zitiert, aber er hat Eindeutiges in die Noten geschrieben. Es soll nicht barock gesungen werden, aber barocke Stilmittel sollen angewendet werden und der Tanzcharakter ist in der ganzen Szene bei Hofe eindeutig. Der kam NULL zum Vorschein, eher im Gegenteil.
zu 5: das Argument erscheint mir recht einleuchtend. Aber seltsam finde ich es dann doch, wirklich den Notenkontext so ausser acht zu lassen. Man haette leicht in den 50iger Jahre dann eine Baby Doll- oder Marylin- Schmollmund -Version draus machen koennen. Sozusagen barocke Manon der 50iger......
Lieber Edwin,
sollte das "Touché" eine Auffforderung zum Duell sein?
Ich nehme an, als echter Wiener Kavalier ueberlaesst Du mir die Wahl der Waffen? ![]()
Ich bin aber auch eine echte Kavalierin und Dir zum imaginaeren Wohlgefallen mit der (spitzen) Feder einverstanden!
Als Alternative haette ich noch Quietscheentchen in der Kloster- Badewanne
oder knallende Champagnerkorken ausserhalb des Klosters anzubieten. ![]()
Bleibt nur die Frage des Sujets unseres Duells
Anna.N. ist ja allmaehlich doch ausgeschoepft. Vielleicht sollten wir uns mal auf Cosima Wagner verlegen oder Alma Mahler?
Da knallen bei mir dann wirklich die Korken(und Sicherungen) durch :motz:
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Fairy Queen ![]()
