Anna Netrebko - Einzigartig oder nur Marketing?

  • Zitat

    Original von Robert Stuhr
    ...


    Ich war es nicht, obwohl meine Stimme auch Schrott ist :D


    Ist dein Aussehen auch Schrott? :D


    Ciao


    Von Herzen - Möge es wieder - Zu Herzen gehn!



  • Wenn ich jetzt z.B. vorgehabt hätte, Anna Netrebko und Rolando Villazon als Romeo und Julia in Salzburg zu sehen (fehlt mir natürlich das
    nötige Kleingeld), dann ist so eine rechtzeitige Bekanntgabe, dass zumindest die Julia eine andere Sängerin sein wird, nicht ganz unwichtig. Für die Veranstalter natürlich noch mehr und das hätte sich dann ja immer wie ein Lauffeuer verbreitet. Sie steht halt nun mal mehr im Rampenlicht als andere werdende Mütter, aber ich hoffe doch, sie kann sich wirklich auf dieses Ereignis freuen und hat die dazu notwendigen Rückzugsmöglichkeiten.


    :hello: Ingrid

  • Meine Lieben


    „Ist klassische Musik elitär“?
    Nein, ich bin nicht im falschen Thread gelandet, aber ich muss in diesem Fall die Frage entschieden verneinen: Die „Sache Netrebko“ beweist doch geradezu, dass die Klassik (oder jedenfalls eine bestimmte Art von Klassik) immer weniger elitär ist. Zum Glück!


    Im gleichen Atemzug allerdings muss ich präzisieren und anmerken, dass die Apologeten der Klassik sich oft sehr wohl elitär verhalten, zum Beispiel, indem sie das Netrebko-Bashing zwangshaft weiterführen.


    Statt menschlich erfreut zur Kenntnis zu nehmen, dass die smarte Anna es nicht vorgezogen hat, um der Karriere Willen auf ein Kind zu verzichten, wird ihr mediale Berechnung unterstellt.
    Das ist widerlich.

    Statt positiv zu konnotieren, dass sie sich nicht zu schade ist, um in die Gefilde der „gewöhnlichen Mütterlichkeit“ hinabzusteigen (ein Risiko für Stimme und Körper), wird ihr doch tatsächlich gleich eine kommerzielle Absicht untergejubelt. Das ist absurd.


    Ich warte noch auf das Argument: Der Villazon braucht noch ein paar Monate (etwa neun) zu seiner vollständigen Regeneration (bis er wieder ihren „Traumpartner“ mimen kann), also könnte frau doch während dieser Zeit ein bisschen schwanger sein ...


    Ich, der Opernmuffel, habe mir vor ein paar Wochen im TV die Netrebko in der Wiener Manon angeschaut. (Meine AN-Premiere!) Ich war sehr angetan von der Präsenz dieser Frau, von ihrem schauspielerischen Können und – horribile dictu – von ihrer Stimme.
    Ich werde bei der nächsten Produktion wieder zuschalten, wenn AN singt!
    Ich kann nicht sagen weshalb, es ist einfach so, und es ist neu für mich! Dank AN.


    Netrebko, Lang Lang, Grimaud, Dudamel und co sind doch ein Glücksfall für die Sache der klassischen Musik: Classics goes popular! Man muss mit den musikalischen Resultaten nicht immer einverstanden sein (und es dürfen einem in Sachen Lang Lang durchaus und zu recht die Haare zu Berge stehen), aber die Bad Girls und Bad Guys schleifen endlich den ollen Elfenbeinturm und lassen die Partituren ins Flachland rollen, zu den potentiellen, zukünftigen KlassikkonsumentInnen.

    Aber eben: die Gralshüter der sakrosankten Aufführungstraditionen sorgen sich (manchmal zu recht ...) um die klassische Reinheit: Das ist elitär!


    Mit liebem Gruss aus Bern von Walter

  • Lieber Walter,


    das ist mir aber sowas von aus der Seele gesprochen! Danke!


    Wie vorhin in dem Dohnanyi-Thread vermerkt: wieso erlebt dieser Thread wegen dieser Nachricht einen derartigen Aufschwung, während andere... ?


    Auch Tamino braucht offenbar sein Crossover mit sogenannten Gesellschaftsnachrichten, in dem man dann nachlesen darf, dass AN abseits ihres Gesangs einen Schrott produziert. Ich bin daher für die Etablierung eines eigenen Forums namens Tamino-Gala.


    Dann bleibt vielleicht mehr Zeit, meine Reiselektüre Kracauaers "Offenbach und seine Zeit" (zum dritten Mal) fertig zu lesen, weil man dieses Forum ganz aussparen kann.


    Immer vorausgesetzt natürlich, dass dort nicht auch viel OT (niveaumäßig nach oben) geschrieben wird.


    :hello: Rideamus

  • Ich bin mir jetzt nicht so ganz sicher, ob ich Deinen Dank wirklich verdiene, lieber Rideamus,
    oder ob Du mich nicht ein ganz kleines Bisschen missverstanden hast:


    Dass AN guter Hoffnung ist, darf man doch zur Kenntnis nehmen und sich mitfreuen, warum denn eigentlich nicht?
    Das mediale Tamtam ist (neutral betrachtet) einfach mal grundsätzlich erstaunlich.
    Widerlich empfinde ich allenfalls die Unterstellungen und Mutmassungen, welche selbsternannte "Kenner der Materie" den Medienberichten nachwerfen. Aber das ist halt Boulevard.


    Es ist auch nicht an uns, zu werten, in welchen Threads die liebenswürdigen Mit-Taminos posten wollen. Zudem kann ich nicht umhin, anzumerken, dass ich mit Deiner Formulierung "Schrott produzieren" etwas Mühe habe (auch wenn sich der Kalauer durch den Namen geradezu aufdrängt und ich Deinen Unmut durchaus nachvollziehen kann).


    Dennoch finde ich diesen Faden nicht unbedeutend, im Gegenteil: Der Name Netrebko kann einige Noch-Klassik-Unbeleckte in die Tamino-Gefilde locken und ihnen die Lust an der Vielfalt der klassischen Musik wecken. Zugegeben ist solches nicht die Hauptfunktion eines Klassikforums.
    Es muss aber auch unser Anliegen sein, die klassische Musik im Gespräch zu halten, und da sind reisserischere Threads durchaus einmal am Platz.


    Ich plädiere für Milde, den Medien gegenüber und AN gegenüber. Wir alle sind Kinder unserer Zeit (welch ein Gemeinplatz, aber welch ein wahrer).


    Mit liebem Gruss aus Bern, Walter


    PS. Die hochverehrte Fairy Queen singt in diesen Minuten in Offenbachs „Mesdames de la Halles“, und ich bin mir sicher, dass auch sie und ihr Ensemble nicht unglücklich wären, wenn die Premiere angemessen in der Gazette de Lille (oder wo auch immer) beschrieben wird.
    Ich meine; Musik ist in JEDEM Fall ein „medialer“ Austausch. Und ohne Publicity, ohne Beachtung im weitesten Sinne, sterben wir. Aber alles mit Mass.

  • Zitat

    Original von Walter Heggendorn
    Netrebko, Lang Lang, Grimaud, Dudamel und co sind doch ein Glücksfall für die Sache der klassischen Musik: Classics goes popular! Man muss mit den musikalischen Resultaten nicht immer einverstanden sein (und es dürfen einem in Sachen Lang Lang durchaus und zu recht die Haare zu Berge stehen), aber die Bad Girls und Bad Guys schleifen endlich den ollen Elfenbeinturm und lassen die Partituren ins Flachland rollen, zu den potentiellen, zukünftigen KlassikkonsumentInnen.


    Lieber Walter,


    das ist doch nicht neu, das hat es - gerade im Umkreis von Oper und Instrumentalsolisten immer gegeben - und dieser Zirkus ist ein Teil der Virtuosenkunst, solange es Virtuosen gegeben hat.


    Kritiker an der Hype müssen doch nicht unbedingt im Elfenbeinturm sitzen, es hat doch genug Beispiele gegeben, wo Künstler Opfer eines medialen Interesses wurden - und die Medien- und Menschenfeindlichkeit, die so manche Künstler im Alter entwickelt haben, kam doch nicht von ungefähr. Dass man da ein wenig unterscheidet, liegt nahe. Immerhin sind auch hier öfters schon die Gedanken laut geworden, dass man einer jungen Künstlerin durch die Art der globalen Vermarktung, wie sie jetzt vorherrscht, mehr schadet als nutzt.


    Wenn jetzt das öffentliche Lever des Königs/der Königin in der Boulevardpresse stattfindet, so wird mich das weniger zu Neid als zu Mitleid bewegen. Deshalb vermeide ich auch - wo ich kann - diesen privaten Tratsch um Künstler, weil ich versuche sie als Künstler zu achten, ohne sie als Menschen zu vereinnahmen. Um es einmal härter zu sagen: bei der Geilheit des öffentlichen Interesses mache ich nicht mit und befördere es nicht. Sitze ich deshalb im Elfenbeinturm, wenn ich die Privatheit des Künstlers achte?


    Dass die Verfolgungsjagden der Paparazzi, die vom Interesse des Publikums an Stars genährt werden und in einer endlosen Spirale auch wieder dieses Interesse nähren, nicht immer eine Hetzjagd in den Tod wie bei Lady Di werden müssen, weiß ich auch - aber die Grenze ist kaum mehr wahrnehmbar, die zwischen warmherzigen menschlichen Interesse und Ausspähung liegt. Und die Ausspähung scheint mir das "Natürliche" geworden zu sein, befeuert vom nie erlahmenden Interesse - nicht an der guten Sängerin oder dem guten Sänger, sondern an der "schönen" Sängerin oder dem "schönen" Sänger.

    Zitat

    Aber eben: die Gralshüter der sakrosankten Aufführungstraditionen sorgen sich (manchmal zu recht ...) um die klassische Reinheit: Das ist elitär!


    Wenn eine humane Auffassung von Öffentlichkeit und Privatheit inzwischen elitär ist, dann bin ich elitär.


    Liebe Grüße Peter

  • Wie ich schon andeutete, bedarf es gerade solcher Zugpferde, um Klassik breit und so produzieren zu können, dass sie wahrgenommen wird und auf Interesse stößt. Daran ist nichts auszusetzen, im Gegenteil. Über die werbewirksame Präsenz ist es sicherlich möglich, Sachen zu produzieren, die sonst vielleicht nicht produziert werden könnten (Opern-DVDs, überhaupt Gesamtaufnahmen), aber ich persönlich bin der Meinung, dass AN ohne diesen Rummel nicht auf die Resonanz stoßen würde, auf die sie stößt. Aber sie ist ohne Zweifel ein Phänomen. Mich hat nur das, was ich kürzlich gehört habe, überhaupt nicht vom Hocker gehauen.


    Dass Frau Netrebko in freudiger Erwartung ist, interessiert mich allerdings weniger.

    29.08.1958 - 25.06.2009
    gone too soon

  • Zitat

    Original von Walter Heggendorn
    Dennoch finde ich diesen Faden nicht unbedeutend, im Gegenteil: Der Name Netrebko kann einige Noch-Klassik-Unbeleckte in die Tamino-Gefilde locken und ihnen die Lust an der Vielfalt der klassischen Musik wecken.


    Nicht ausgeschlossen, aber doch eher unwahrscheinlich. Nicht, weil AN so schlecht singen würde, daß Klassik-Neulinge abgeschreckt würden - im Gegenteil. Das hat IMO eher soziokulturelle Gründe.
    Aber mit ähnlicher Wahrscheinlichkeit kann die inzwischen ebenfalls in der medialen Dauerpräsenz angekommene Diana Damrau Unbeleckte zur Klassik führen.
    Doch ist ihr Umgang mit den Medien, nach allem was ich gehört habe, ein doch deutlich anderer als der von AN.


    Letzere ist jetzt schwanger. Natürlich darf man sich mitfreuen - doch Kritik muß erlaubt sein, auch wenn sie werdende Mutter ist - sie ist Person öffentlichen Interesses. Anläßlich der Tatsache, daß sie nun schwanger ist, nur noch in Watte gehüllte Kritiken zu verfassen, ist nicht nur unangebracht sondern IMO auch diskriminierend. Es ZWINGT sie niemand, all das so offensiv bekanntzugeben noch muß sie hier im Tamino-Forum mitlesen noch jede Zeitungskritik durchforsten.
    Es muß sich hier also auch keiner Sorgen um ihre Gesundheit machen, wenn sich Stimmen regen, die anläßlich ihrer Schwangerschaft nicht "hinterm Zaun halten".


    :hello:
    Wulf

  • Zitat

    Original von Walter Heggendorn
    Ich meine; Musik ist in JEDEM Fall ein „medialer“ Austausch. Und ohne Publicity, ohne Beachtung im weitesten Sinne, sterben wir. Aber alles mit Mass.


    Lieber Walter,


    dazu noch ein kleiner Nachschlag: Wenn die Beachtung, die Publicity, dem Künstler gilt und der künstlerischen Leistung, finde ich das lobenswert. Dass die Berichterstattung dann auch einmal menschelt, den Menschen nicht vom Künstler trennt, ist für mich auch durchaus natürlich. Aber wo es nicht mehr um den Künstler geht, sondern nur noch um einen Menschen, der umstellt und ausgeguckt wird, werde ich mich kritisch äußern.


    Um gleich ein Beispiel zu geben, ein Zitat aus einem Artikel, den ich in einem anderen Medium vor wenig mehr als einem Jahr geschrieben habe:


    In der heutigen Ausgabe der Berliner Morgenpost werden wir aufmerksam gemacht auf eine Sendung des Silvesterkonzerts der Berliner
    Philharmoniker, das heute im ZDF um 17.30 Uhr übertragen wird.


    http://www.morgenpost.de/conte…31/feuilleton/874267.html


    [...]


    Das abschließende Schlussstück des Rosenkavaliers bricht aber nun alle Dämme. Nachdem bedauert wurde, dass Frau Kozena wegen Indisponibilität nicht auftreten konnte, ihr Part von einer angenehmen und befrackten Doufexis übernommen worden sei, Laura Aikin eine unschüchterne Sophie gesungen habe, als wäre sie bereits die Frau Feldmarschall höchst persönlich, läuft Geitel nun zur Hochform auf: "Die aber stellte sich im Sensationsgewand Camilla Nylunds vor: als ein höchst weiblicher Blusenkavalier, dem die schönsten Schwellkörper der Welt beim Atemholen immerfort aus dem Ausschnitt zu schlüpfen drohten. Oder es zumindest versprachen? Wenn ja, dann hielten sie betrüblicherweise ihr wohlgerundetes Versprechen nicht."


    ich habe eine Zeitlang mit entsprechender Säure getränkt solche Fehlleistungen der Kritik aufgespießt und besprochen. Vielleicht sollte ich die Übung wieder aufnehmen, damit deutlich wird, was für eine inhumane Berichterstattung eine solche ist, die sich um die Unterwäsche von KünstlerInnen kümmert.


    Liebe Grüße Peter

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  • Lieber Peter


    Ich gestehe, dass ich den Hype um AN überhaupt nicht mitverfolgt habe. Ich hörte mir bisher kaum je Opern an. Ich habe die AN erst einmal singen gehört, in besagter TV-Oper.
    Ich bin eher belustigt über den Radau.


    Ich habe also keine Ahnung, was da vielleicht wirklich Unschönes abgeht. Ich weiss nicht, wer aktiver ist, die Netrebko, die Medien, die Produzenten, oder ob man sich da gegenseitig hochschaukelt.


    Ich plädiere einfach für gegenseitige Toleranz. Aber es mag sein, dass ich damit nur meine eigene Naivität blosslege.


    Fühle Dich bitte in keiner Weise angesprochen oder gar angegriffen: ich habe den Thread nicht gelesen (wie gesagt: er interessiert mich nicht) und möglicherweise habe ich mit dem vermeintlichen Elite-Vorwurf in ein altes Wespennest gestochen. Selbstverständlich dürfen, ja müssen wir differenzieren. Aber immer mit dem Blick aufs Ganze.
    Bei AN ist das Ganze offenbar eben quasi ein eigener „Kosmos“ (den ich persönlich weder brauche noch kenne).


    Das Beispiel aus der Morgenpost ist ja wirklich ganz schauderhaft, und es ehrt Dich, dass Du mit Deiner gepflegten Feder eine Korrektur anbringen möchtest, vor allem weil die Sache eine angemessene Berichterstattung verdient. Ich wage jetzt kaum ein "aber" anzufügen ... dennoch: Aber ich gehe davon aus, dass "Otto-Normalverbraucher" (eine wirklich unstatthafte Wertung meinerseits) mit der Morgenpostille befriedigt ist. Man mag darüber unglücklich sein.


    Mit liebem Gruss aus Bern von Walter

  • Zitat

    Original von Theophilus


    Ist dein Aussehen auch Schrott? :D




    Am Beispiel dieses Postings von Theophilus lassen sich doch bereits ganz einfach allzumenschlcihe Automatismen illustrieren.


    Mein allererster Gedanke, als ich das Bild von A.N. Verlobtem eben erblickte war:


    Da wird man ja schon vom Anblick schwanger! Wenn der auch noch so singt wie er aussieht :faint: Was müssen das für Kinder werden!


    Zweiter Gedanke: pfui, schäm dich , sowas schlâgt ja nur wieder in die verpönte Kerbe "Sex sells" und ist einer wahren Klassikliebhaberin und eines Taminomitglieds nciht würdig. Was sollen die nun wieder von dir denken?


    Dritter Gedanke: warum soll ich mich schämen? Wenn solche Bilder gesendet und gepostet werden, ist doch genau diese Wirkung erwünscht!
    Taminos sind schliesslich auch nur Menschen :pfeif: :D




    Ich betone noch einmal, dass auch die scheinbar "ausgenutzten" Künstler/Prominenten eine Eigenverantwortung und ein Mitspracherecht dafür haben, wie sie sich der Öffentichkeit präsentieren, auch wenn solche Auswüchse wie der von Peter geschriebene natürlich widerlich sind und bekämpft werden müssen.


    Jeder Bühnenkünstler, der als Solist auftrit, braucht m.E. für diesen Beruf eine exhibitionistische Ader.
    Die graduellen Unterschiede sind von Fall zu Fall sehr verschieden, aber um einzig und allein der hehren Musik zu dienen, kommt kein Sänger auf der Bühne zu irgendetwas.
    Eine gewisse Zuschaustellung ist unabdingbarer Teil einer Solo-Karriere im Musiktheater.
    Das weiss man/frau, wenn er/sie diesen Beruf ergreift, genau.
    Das Publikum will und braucht seine Ikonen und davor ist auch ein noch so intellektueller und "elitärer" Opernfan nciht ganz frei.
    Letzterer sucht sich dann eben eher eine Ikone jenseits des mainstreams, um sich entsprechend vom "Pöbel" abzuheben...... :D


    In diesem Zusammenhang muss man Walter ja schon regelrecht mutig und revolutionär nennen, dass er es wagt,gegen den Tamino-Strom zu schwimmen und offen zuzugeben, dass er Anna Netrebko als Sängerin, Person und Frau gut findet.
    Wenn es soweit gekommen ist, finde ich das ehrlich gesagt nicht mehr normal. :no:


    Eine gute Sängerin, auch wenn es m.E. Bessere gibt und sie nciht immer die passenden Rollen singt.
    Eine schöne Frau mit viel Sex-Appeal , auch wenn sie nicht jedermanns Typ ist.
    Eine Geschäftsfrau unserer Zeit, die es versteht, ihre Karriere entsprechend zu vermarkten und die Klassikmusikindustrie ins Rollen bringt, so wie das Millionen anderer Berufstätiger in anderen Branchen tagtäglich auch tun.

    Und nun ist sie schwanger, der Vater singt auch (wie weiss ich leider noch nciht) und sieht aus wie ihr männlcihes Gegenstück . Sie hat sich trotz der Karriere- Risiken für ein Kind entschieden. Eine Story wie im Märchen. ;):angel:
    Das ist Alles, oder?



    Fairy Queen

  • Zitat

    Original von Fairy Queen
    Ich betone noch einmal, dass auch die scheinbar "ausgenutzten" Künstler/Prominenten eine Eigenverantwortung und ein Mitspracherecht dafür haben, wie sie sich der Öffentichkeit präsentieren,


    Liebe Fairy,
    das ist der Punkt. Es ist eine Frage des (Nachrichten- und Informations-)Marktes und des Marketings. A.N. wird als Gesamtprodukt vermarktet, nicht allein als Inhaberin einer (mehr oder minder) schönen Stimme - bzw. sie vermarketet sich als solches oder läßt sich als solches vermarkten. Die Stimme ist dabei nur ein Aspekt unter vielen.
    Und es gibt eben eine Klientel für dieses Gesamtprodukt - wie hoch der Tauschwert ist, ist eine Frage von Angebot und Nachfrage, bzw. Nachfrage und Angebot. Daß die Presse diesen Markt ebenfalls abgreift, ist ihr IMO kaum vorzuwerfen.


    Zitat

    auch wenn solche Auswüchse wie der von Peter geschriebene natürlich widerlich sind und bekämpft werden müssen.


    Wieso müssen sie bekämpft werden? Ich stimme selbstverständlich zu, daß solche Auswüchse "widerlich" sind - allerdings weiß ich nicht, warum man den Markt bekämpfen sollte und auf welche Weise dies geschehen könnte. Zensur?
    Niemand zwingt mich dazu, mich für solche Nachrichten zu interessieren oder entsprechende Artikel überhaupt zu lesen , niemand zwingt (nur als Beispiel) A.N. dazu, ihre Haut auf dem Jahrmarkt der Eitelkeiten in einer bestimmten Weise feil zu bieten, mit der Konsequenz, daß jedes private/intime Detail schließlich von öffentlichem Interesse zu sein scheint. Sie verdient damit schlicht gutes Geld und das ist ihr gutes Recht.



    Zitat

    Jeder Bühnenkünstler, der als Solist auftrit, braucht m.E. für diesen Beruf eine exhibitionistische Ader.
    Die graduellen Unterschiede sind von Fall zu Fall sehr verschieden, aber um einzig und allein der hehren Musik zu dienen, kommt kein Sänger auf der Bühne zu irgendetwas.
    Eine gewisse Zuschaustellung ist unabdingbarer Teil einer Solo-Karriere im Musiktheater.
    Das weiss man/frau, wenn er/sie diesen Beruf ergreift, genau.


    Das stimmt wohl zu einhundert Prozent. Dabei liegt es natürlich auch in der Hand des Künstlers (bzw. seines Management oder seiner Agentur - aber letztlich beim Künstler allein, denn der könnte ja seinen Agenten vor die Tür setzten, wenn ihm dessen Strategien nicht passen), wie er sich auf einem tendenziell voyeuristischen Markt präsentiert bzw. präsentieren läßt. Es gibt ja durchaus auch Leute, die sich anders (was nicht grundsätzlich/automatisch heißt: besser oder seriöser) präsentieren als A.N. und dennoch Erfolg haben.


    Zitat

    Und nun ist sie schwanger, der Vater singt auch (wie weiss ich leider noch nciht) und sieht aus wie ihr männlcihes Gegenstück . Sie hat sich trotz der Karriere- Risiken für ein Kind entschieden. Eine Story wie im Märchen. ;):angel:
    Das ist Alles, oder?


    :yes:


    Allerdings weiß ich nicht recht, was an einer Schwangerschaft als solcher märchenhaft ist... ;)


    Ganz herzlich,
    Medard

  • Lieber Medard,


    Zitat

    Allerdings weiß ich nicht recht, was an einer Schwangerschaft als solcher märchenhaft ist...


    Wenn es ein Wunschkind ist, der Zustand als solcher. :yes:



    Dennoch finde ich es nicht gut wenn ein Künstler der eh schon im Rampenlicht steht, das Leben eines Ungeborenen oder dann später auch das Neugeborene selbst zur Ware macht.



    LG


    Maggie


  • Lieber Peter,
    mir stellt sich eigentlich zunächst die ganz einfache Frage: welchen Informationswert hat eine solche Nachricht? Für eine Person, die an (klassischer) Musik interessiert ist, konvergiert der Informationsgehalt ja deutlich gegen Null.


    Die einzige Information, die ich diesem abstrusen Artikelausriss entnehmen kann, ist, daß dem Ausschnitt der Bluse einer Dame "Schwellkörper" entschlüpfen könnten. Dieses Phänomen, das auf einem anatomischen Wunder gründen muß, war mir jedenfalls bis heute unbekannt. :wacky: :rolleyes:


    Herzliche Grüße,
    Medard

  • Zitat

    Original von Klawirr
    mir stellt sich eigentlich zunächst die ganz einfache Frage: welchen Informationswert hat eine solche Nachricht? Für eine Person, die an (klassischer) Musik interessiert ist, konvergiert der Informationswert ja deutlich gegen Null.


    Es war ein Abschnitt aus einer Besprechung des Silvesterkonzertes von 2006 der Berliner Philharmoniker. Warum nun ein erfahrener, wenn auch in Sachen Sprache ein wenig fragwürdiger Kritiker wie Klaus Geitel so etwas schreibt, kann ich nur vermuten. Auch die anderen Teile der Besprechung haben ihre Seltsamkeiten. Da sprengte Don Juan von Strauss "das neue Jahr buchstäblich mit Riesenkraft auf und ließ das alte im Finale verröcheln." Mitsuko Uchida wird bei ihm "eine zarte Fanatikerin der Genauigkeit, der Leichtigkeit, des Tiefsinns", die "sozusagen immerfort taufrische Uraufführungen selbst des Klassischsten" spielte. Mozarts d-moll-Konzert ist wohl das Klassischste. Nach der "Richard Strauss-Roulade [...] mit getrüffelter Mozart-Füllung" kommt dann die Schilderung des Auftritts von Nylund & Co. Vielleicht sollte die Passage die Fernseh-Abonnenten dazu bringen, sich dieses Konzert im TV anzusehen (deshalb war der Titel meines Artikel auch "Strauss für Voyeure").


    Liebe Grüße Peter

  • Zitat

    Original von audiamus
    Da muss noch jemand anderes dahinter stecken. Oder drunter.


    Über Letzteres will ich nicht spekulieren, aber dahinter steckt bestimmt mehr.


    Man beachte mal zum Vergleich den parallelen Thread über den Dirigenten Christoph von Dohnanyi. Auch der sah und sieht, für meine Begriffe jedenfalls, sehr gut aus, hatte eine aufregende und zu ihrer frühen Zeit sogar skandalträchtige Ehefrau, Anja Silja, und gehört fraglos zu den Besten seines Metiers, und das seit 50 Jahren.


    Trotzdem verblasst die Entwicklung jenes Threads im Vergleich zum heftigen Wiederaufflammen dieses Freds hier auf Grund einer der banalsten und natürlichsten Nachrichten der Welt. Vielleicht brauchen wir gar nicht auf die Medien zu sehen, sondern uns nur an der eigenen Nase fassen um dieses Phänomen zu verstehen.


    :hello: Rideamus (mit der Hand an seiner Nase)

  • Zitat

    Original von Rideamus
    Trotzdem verblasst die Entwicklung jenes Threads im Vergleich zum heftigen Wiederaufflammen dieses Freds hier auf Grund einer der banalsten und natürlichsten Nachrichten der Welt. Vierlleicht brauchen wir gar nicht auf die Medien zu sehen, sondern uns nur an der eigenen Nase fassen um dieses Phänomen zu verstehen.


    Lieber Rideamus,


    es wäre doch auch interessanter, wenn auch nicht so medienträchtig, eine noch nie gehörte Nuance in der Interpretation der Manon bei Netrebko vorstellen zu können, die dem Werk von Massenet eine neue Dimension gewonnen hätte. Aber hier hat sich etwas verselbständigt ...


    Liebe Grüße Peter

  • Zitat

    Original von Rideamus
    Trotzdem verblasst die Entwicklung jenes Threads im Vergleich zum heftigen Wiederaufflammen dieses Freds hier auf Grund einer der banalsten und natürlichsten Nachrichten der Welt. Vierlleicht brauchen wir gar nicht auf die Medien zu sehen, sondern uns nur an der eigenen Nase fassen um dieses Phänomen zu verstehen.


    Lieber Rideamus,
    aber genau darum geht es doch nun schon seit einigen halben Dutzend Postings aufwärts. A.N. ist doch nur ein Aufhänger für übergreifendere Gedanken zu bestimmten Marketing-Prozessen im Kunstsystem – ob man diese Prozesse nun bedauert oder befürwortet ist eine ganz andere Sache.


    Viele Grüße,
    Medard

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  • Lieber Medard,


    auch wenn mein Hirn heute etwas bewölkt zu sein scheint, soviel habe ich schon mitbekommen. Auch mir geht es darum, aber auch um einen anderen Punkt, den Peter getroffen hat:


    wir alle gönnen uns eine gewisse Zeit für Tamino, in der wir mehr oder weniger Sinnvolles lesen und absondern wollen bzw. können. Sicher auch zu anderen und eigentlich relevanteren Themen. Vielleicht gibt es auch die berühmte Nuance in ANs MANON, die mir bislang entgangen ist, obwohl ich sie in dieser Rolle durchaus achtbar finde. Aber auch wenn nicht, wie groß ist doch die Vielfalt der Themen, die man noch ergänzen, erweitern oder hier ganz neu einführen könnte.


    Dennoch können sich Tröpfe wie ich diesem Fred hier irgendwie nicht entziehen. Ist das wirklich nur die Macht des Marketings, oder spricht das nicht doch etwas in uns an, dem wir uns nur schwer entziehen können oder vielleicht auch gar nicht wollen? Wenn ja, warum reden wir dann dauernd übr die Reaktionen ANDERER?


    Oder ist es nur ganz banal das Bedürfnis, in einem Thread mitzureden, von dem man weiß, dass er reges Interesse findet? Nicht zuletzt auch eingedenk von Walters berechtigten Mahnungen weiter oben fasse ich mir also weiterhin an die eigene Nase.


    :hello: Rideamus

  • Zitat

    Original von Rideamus
    Lieber Medard,


    auch wenn mein Hirn heute etwas bewölkt zu sein scheint, soviel habe ich schon mitbekommen.


    Lieber Rideamus,
    Friede! An den Funktionen Deines Hirns hege ich keine Zweifel.


    Zitat

    Auch mir geht es darum, aber auch um einen anderen Punkt, den Peter getroffen hat:
    wir alle gönnen uns eine gewisse Zeit für Tamino, in der wir mehr oder weniger Sinnvolles lesen und absondern wollen bzw. können. Sicher auch zu anderen und eigentlich relevanteren Themen. Vielleicht gibt es auch die berühmte Nuance in ANs MANON, die mir bislang entgangen ist, obwohl ich sie in dieser Rolle durchaus achtbar finde. Aber auch wenn nicht, wie groß ist doch die Vielfalt der Themen, die man noch ergänzen, erweitern oder hier ganz neu einführen könnte.


    Dennoch können sich Tröpfe wie ich diesem Fred hier irgendwie nicht entziehen. Ist das wirklich nur die Macht des Marketings, oder spricht das nicht doch etwas in uns an, dem wir uns nur schwer entziehen können oder vielleicht auch gar nicht wollen? Wenn ja, warum reden wir dann dauernd übr die Reaktionen ANDERER?


    Die beiden Punkte gehören aber zusammen – und da wird es IMO interessant. Denn das Bemerkenswerte ist doch, daß A.N. in (wenn nicht aller, so doch) vieler Munde ist, obwohl sich vermutlich kaum »eine noch nie gehörte Nuance in der Interpretation der Manon bei Netrebko« (P.B.) finden lassen wird. Und wenn sich eine solche Nuance auch finden ließe: dies ist nicht der Aspekt, der im Kontext der öffentlichen Diskurse über A.N. Priorität hat.


    Mich interessiert, warum das so ist. Über solche Prozesse im Kunstsystem nachzudenken, halte ich für mich persönlich gerade nicht für uninteressant (sonst müßte ich auch meinen Beruf an den Nagel hängen oder mich am Morgen eines jeden Tages, den Gott werden läßt, ins Büro quälen).


    A.N. selbst geht mich persönlich nichts an: weder ihre »Manon«, noch ihr »Russian Album« noch ihre Schwangerschaft, noch daß sie bei »Wetten ... daß...« oder in sonst einer Fernsehshow auf einem Holzpferdchen schaukelt. Das liegt aber zuvorderst daran, daß sie ein Repertoire pflegt, das nicht im Fokus meiner Aufmerksamkeit steht.
    Was mich aber interessiert, ist das Produkt »Anna Netrebko« als Phänomen des Klassik-/Kultursystems, nämlich als ein Moment dessen, was Peter »Verselbständigung« genannt hat.


    Zitat

    Oder ist es nur ganz banal das Bedürfnis, in einem Thread mitzureden, von dem man weiß, dass er reges Interesse findet?


    Nicht zuletzt auch eingedenk von Walters berechtigten Mahnungen weiter oben fasse ich mir also weiterhin an die eigene Nase.


    :hello: Rideamus


    Och, das Bedürfnis habe ich eigentlich nicht... Da gibt’s im Forum ganz andere Threads, die mindestens ähnlich häufig frequentiert werden - und in denen ich weder poste, noch lese. An die eigene Nase fasse ich mich aber gern!


    Ganz herzlich,
    Medard

  • Lieber Rideamus,
    es ist die unstillbare Lust am Tratsch, die fast jeder hat. Anna Netrebko ist dafür ein Aufhänger, der Seriosität vorgaukelt. Die Diskussion um Marketing könnte man anhand anderen Gestalten, die der Musik wesentlich mehr angetan und bleibendere Schäden verursacht haben als Anna Netrebko ebenso (wenn nicht noch besser) führen. Aber der Tratsch-Faktor fiele dann weg. So ein bisserl Pikanterie muß doch auch bei Tamino stattfinden.
    :hello:

    ...

  • Zu den taministischen (und natürlich gastigen) Nasen:
    Da der Dohnanyi-Thread noch etwas zu neu ist, hier einfach mal ein statistischer Wert:


    Barbara Bonney: Start: 15.02.2006 9 Beiträge 2365 Hits
    Deborah Voigt: Start: 13.02.2006 18 Beiträge 3683 Hits
    Stefania Bonfadelli Start: 31.03.2006 24 Beiträge 2995 Hits




    Und als Referenz an die Großen der Vergangenheit:
    Elisabeth Schwarzkopf: Start: 26.01.2006 96 Beiträge 10225 Hits
    Kathleen Ferrier: Start: 07.03.2006 34 Beiträge 4589 Hits



    Anna Netrebko: Start: 17.03.2006 1179 Beiträge 82286 Hits ( Stand: 12.28 )



    .

  • Zitat

    Original von audiamus
    Zu den taministischen (und natürlich gastigen) Nasen:


    Anderes Beispiel:


    Ludwig van Beethoven: Sinfonien Nr 1-9
    Start: 24.08.2004 20:59
    Beiträge: 182
    Hits: 18.807


    Haydn: Londoner Symphonien
    Start: 19.01.2005 14:30
    Beiträge: 18
    Hits: 2734



    Sind die Beethoven-Symphonien nun für Voyeure spannender als Haydns Londoner... :D ;)


    Herzlichst,
    Medard

  • Lieber Edwin, genau, man muss den Affen schliesslich ihr Zückerchen geben! :D
    Und ich fasse mich sehr gerne an die eigene Nase und danke Theophilus herzlich, dasss er mir den Anblick von Anna Netrebkos Kindsvater vergönnt hat. :hello:
    So ganz ohne TV und Illustrierte kann ich mich doch wenigstens immer voll und ganz auf Tamino verlassen, ein tröstlicher und sehr menschlicher Gedanke! :baeh01:


    Wen übrigens Anna Netrebkos Manon-Interpretation interessiert, kann gerne in den entsprechenden Thread schauen, dort haben Einige von uns ihre Ansicht dazu kundgetan.
    Eine noch nicht gekannte Manon-Komponente konnte niemand von uns erkennen, von einer bereichernden Massenet- Interpretation ganz zu schweigen.
    Musikalisch hat sie das Ganze in einen Puccini umgewandelt, und sehr wenig Rücksicht auf Massenets Partitur und Stil genommen,rein gesanglich fand ich sie gut, die franzöische Aussprache war "verbesserungsbedürftig", die Darstellung in meinen Augen sehr angemessen und typentsprechend in den beiden modernen Inszenierungen aus Berlin und Wien.
    Mir hat Nathalie Dessay in jeder Hinsicht wesentlich besser gefallen, was aber selbstverständlich nicht bedeutet, dass Netrebkos Manon schlecht war.
    Mehr dazu bitte im Manon-Thread, der sowieso demnächst reanimiert wird, denn ich habe nun auch die Ponselle-Inszenierung und werde sie baldmöglcihst ansehen und dann gerne Gruberova mit Netrebko vergleichen :D


    Fairy Queen

  • Zitat

    Original von Fairy Queen
    Jeder Bühnenkünstler, der als Solist auftrit, braucht m.E. für diesen Beruf eine exhibitionistische Ader.
    Die graduellen Unterschiede sind von Fall zu Fall sehr verschieden, aber um einzig und allein der hehren Musik zu dienen, kommt kein Sänger auf der Bühne zu irgendetwas.
    Eine gewisse Zuschaustellung ist unabdingbarer Teil einer Solo-Karriere im Musiktheater.


    Liebe Fairy Queen,


    der passende Handschuh für den Exhibitionismus ist Voyeurismus, wer sich den anzieht, mag das ja tun. Eine "gewisse Zuschaustellung" ist für mich auf jeden Fall noch etwas anderes als die schamlose Vermarktung. "Gewiss" ist aber ein ungewisses Wort: Heißt das, am Beispiel A.N., man muss umso mehr von sich verkaufen, wenn man an der Spitze der Einkommenspyramide stehen will? "Sex sells" sagt es genau - es geht um den Menschen als Ware.


    Zitat

    Das weiss man/frau, wenn er/sie diesen Beruf ergreift, genau.
    Das Publikum will und braucht seine Ikonen und davor ist auch ein noch so intellektueller und "elitärer" Opernfan nciht ganz frei.
    Letzterer sucht sich dann eben eher eine Ikone jenseits des mainstreams, um sich entsprechend vom "Pöbel" abzuheben


    Vielleicht geht es auch ohne diese Verdinglichung von Kunst. Das von Dir angesprochene Mitteilungsbedürfnis des Künstlers auf der einen und das Interesse des Publikums auf der anderen Seite wird unter den Bedingungen der Vermarktung zum (wie immer gewollten) Exhibitionismus und zum Voyeurismus. Am Ende wird so eine schöne und menschliche Sache wie die Schwangerschaft dann zu einer Frage, wieweit sie dem Marketing hilft oder nicht - es ist leider zu spät, eine Grenze zu ziehen, wenn man sie vorher nicht ziehen konnte (oder wollte).


    Zitat

    Eine gute Sängerin, auch wenn es m.E. Bessere gibt und sie nciht immer die passenden Rollen singt.
    Eine schöne Frau mit viel Sex-Appeal , auch wenn sie nicht jedermanns Typ ist.
    Eine Geschäftsfrau unserer Zeit, die es versteht, ihre Karriere entsprechend zu vermarkten und die Klassikmusikindustrie ins Rollen bringt, so wie das Millionen anderer Berufstätiger in anderen Branchen tagtäglich auch tun.


    Es mag ein Weg sein, die Klassikmusikindustrie ins Rollen zu bringen - wenn es einer ist, dann ist es einer, der jetzt schon den Wagen zum Stehen gebracht hat. In den Wühlkisten von CD-Geschäften habe ich Dutzende von A.N.-CDs gesehen, die nicht an den Mann oder die Frau gebracht werden konnten und jetzt billigst verschleudert werden. In Selbstdarstellung, Sex-Appeal und Vermarktung sind Geschäftsfrauen aus anderen Branchen weit erfolgreicher, auch weil sie eine "leichtere" Ware verkaufen. Mit ihnen gerade in diesen Bereichen in Konkurrenz treten zu wollen, ist ein waghalsiges Unterfangen. Videoclips sind kürzer als Opern (und selbst als Opernarien) und bunter ...



    Liebe Grüße Peter


  • ;)


    Man sollte noch hinzufügen, dass das Photo aus einer Don Giovanni Vorstellung stammt, wo Erwin Schrott den Titelhelden verkörperte (und das offenbar im wahrsten Sinne des Wortes!).


    :hello:

    Ciao


    Von Herzen - Möge es wieder - Zu Herzen gehn!



  • +++ Putin ehrt Netrebko +++


    Zitat

    Zitat aus "KlassikAkzente"
    Es war eine seiner letzten offiziellen und wahrscheinlich auch eine seiner angenehmsten offiziellen Amtshandlungen. Am vergangenen Mittwoch ernannte der russische Präsident Wladimir Putin die Sopranistin Anna Netrebko zur "Volkskünstlerin Russlands". Die Auszeichnung wurde der Künstlerin im Rahmen eines Galaabends zum 225-jährigen Bestehen des Mariinski-Theaters in St. Petersburg überreicht.


    LG

    Harald


    Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
    (Vinícius de Moraes)

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