Artur Pizarro

  • Habe vor kurzem eine Beethoven-Aufnahme von Artur Pizarro gehört.
    Besonders angetan war ich vom Finale der Mondscheinsonate.
    Pizarro spielt einen Blüthner-Flügel; dieser scheint sich bei dieser Spielweise hervorragend für Beethoven eignen; noch nie habe ich diesen lebhaften Satz so ungestüm spielen gehört. Pizarro enwickelt vor allem in der linken Hand einen durchdringenden Bass. Für Beethoven-einspielungen ist Pizarro für mich ein neues Phänomen.

    Gruß und K...
    Der Dux

  • Zitat

    Original von Dux
    Für Beethoven-einspielungen ist Pizarro für mich ein neues Phänomen.


    Lieber Dux,


    ging mir bis zu Deinem Posting ebenso. Ich muss sagen: Mit dem Namen Pizzaro habe ich bis jetzt nur an Conquistadoren (ein übler Zeitgenosse, der Namensvetter des Pianisten) oder Fußballspieller assoziiert.:D


    Jetzt habe ich ein wenig recherchiert: Folgende Beethoven-Einspielungen sind von ihm auf dem Markt:





    Ich habe einmal in die "Pathetique" hineingehört, die Einleitung sehr gedehnt und verhalten, dann ein sehr rascher Tempowechsel. Macht Appetit auf mehr


    Herzliche Grüße,:hello: :hello:


    Christian

    Beherrsche die Sache, die Worte werden folgen! (Cato der Ältere)

  • Lieber Forianer,


    von Pizarro gibt es noch eine der eher seltenen Einspielungen der kompletten Ungarischen Rhapsodien von F. Liszt. Kennt jemand diese Einspielung?



    Viele Grüße,
    Christian

  • Auch ich habe via jpc ganz kurz in die Beethoven Sonaten hineingehört. Auch mir fiel das auffällig langsame Tempo auf - er scheint sich wieder mal ein Trendwechsel anzubahnen, an die Stelle von: Gehts nicht noch ein bisschen schneller ? treten jetzt nachdenklich melancholöische Ausdeutungen, bzw sehr persönliche bis verschrobene Lesarten. (Korstick, Pizarro, Afanassiev u. a.)


    Pizarro spielt übrigens auch für Naxos.
    Heute habe ich diese CD erworben:



    mfg


    aus Wien


    Alfred

    SPARE IN DER NOT - DA HAST DU ZEIT DAZU



  • Lieber Christian,


    die Ungarischen Rhapsodien von Franz Liszt besitze ich ebenfalls.
    Sie sind gut gespielt, doch finde ich, dass Pizarro Beethoven um einiges besser spielt.

    Gruß und K...
    Der Dux

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  • Heute habe ich im Plattengeschäft folgende Aufnahme von Pizarro gesehen:


    Ein Chopin-Programm:




    Reingehört habe ich in die Sonate No.2, Dritter Satz: Sehr langsam, deutlich langsamer als Pollini oder Sokolov. Dafür dann das Presto wirklich extrem schnell. Pizarro scheint eine Vorliebe für extreme Tempi zu haben.
    Herzliche Grüße,:hello: :hello:


    Christian

    Beherrsche die Sache, die Worte werden folgen! (Cato der Ältere)

  • Lieber Christian,


    diese CD habe ich auch schon ausschnittweise gehört. Noch besser ist jedoch die andere - von Pizarro - erhältliche CD (nur Chopin); das Beste ist das 2.Scherzo; wirklich durchschlagend gespielt. Nach einer kurzen Hörprobe war ich so davon angetan, dass diese CD wohl demnächst meine Sammlung bereichern wird. (erhältlich + Hörproben bei http://www.amazon.de ).

    Gruß und K...
    Der Dux


  • ich hab sie auch... finde sie hervorragend... preislich außerdem sehr sehr unter wert.


    vergleichen kann ich sie mit szidon und cziffra. pizarro spielt häufig sehr angenehme tempi - er macht keine muskelshow aus den schwereren rhapsodien (6, 9, 15 u.a.), außerdem hat er ein sehr schlüssiges interpretationskonzept für jede einzelne rhapsodie.
    bei ihm kommen grade die lyrischen melodien sehr gut raus, also weniger ungestüme akkordrumpelei sondern vortrefflich singendes legato. dass er georges cziffra bei einigen seiner hausrhapsodien nicht übertreffen kann liegt allein in dessen brillianter klaviertechnik, mit der dieser manchen passagen ein kindliches mutter-urvertrauen überstülpt. interpretatorisch ist er ihm manchmal überlegen. szidon hält sich eher an cziffras spielweise... auch sehr gut. (einzelne rhapsodien habe ich noch einige von wechselnden pianisten... grade die schmankerl no. 2 und 12, die ich schon beinah nicht mehr leiden kann.... bei friska würd' ich manchmal am liebsten aus dem zimmer flüchten - grade lang lang scheint sich da allerdings ein paradestück angeeignet zu haben)


    pizarro ist also eine anschaffung wert. entweder als alternative zu cziffra, als kennenlern-werk (sind sie einem dann zu verhalten - einfach den cziffra nehmen) oder zum auffrischen der verstaubten stücke, die man schon abgeschrieben hatte.


    er hat die angenehme eigenschaft mich beim hören manchmal musikalisch am ärmel zu zupfen und mir die feinheiten mancher stellen zu zeigen, über die ich in anderen einspielungen sei es aus unkonzentriertheit oder schlicht geistiger abwesenheit hinweg gehört habe. sicher macht er aus abgelegenen unbekannteren rhapsodien nicht gleich eine h-moll sonate - aber man kann der ein oder anderen passage dann doch ihre daseinsberechtigung zusprechen.

  • Vor kurzer Zeit erschienen ist folgende CD von Artur Pizzaro:



    Bisher kenne ich nur seine Beethoven und Chopin-CD´s. Könnte interessant sein.


    Herzliche Grüße,:hello: :hello:


    Christian

    Beherrsche die Sache, die Worte werden folgen! (Cato der Ältere)

  • Gestern spielte er im Kammermusiksaal des Beethovenhauses:


    Beethoven Op.90, sehr schön, auffällig lyrisch, vor allem der 2. Satz, der Mann paßt eigentlich äußerlich nicht zu seinem feinen , ausgewogenen, eher lyrischen Spiel.
    Schumann: Bunte Blätter, sehr differenziert, der Eindruck setzte sich fort.
    Pause, Gesprächsfetzen: na jetzt wird er die Krallen zeigen
    Liszt: h-moll-Sonate, Wo es nötig war, ausgezeichnete Virtuosität, in den ruhigeren Partien wunderbare Darstellung, erst jetzt habe ich "begriffen", wie die Themen verarbeitet sind.


    Alle Achtung, begeisterter Applaus. Ich werde mir die eingespielten letzten eethoven-onaten bestellen.


    Lieben Gruß aus Bonn :hello:

    Was Du nicht willst, das man Dir tu, das füg auch keinem andern zu

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  • Hallo zusammen!


    Ich besitze sowohl die Beethoven-Sonaten als auch Liszts Ungarische Rhapsodien in der Pizarro-Interpretation und kann beide CD's nur wärmstens empfehlen. Auf beiden Aufnahmen fiel mir ein diffenziertes Spiel mit schlüssigem Tempo und eine eigne, manchmal auch etwas eigenwillige, Interpretation auf, die mir aber durchdacht und intellektuell ausgearbeitet schien.