Der Heldentenor, eine ausgestorbene Spezies?

  • Lieber Rodolfo, da stimmen wir völlig überein! Wenigstens hattest Du ein Wort verloren über Alagna als Lohengrin. Sonst habe ich nichts gelesen, was mich dann doch wunderte, weil gewöhnlich Ereignisse, die weniger spektakulär sind, im Forum mit großem Bahnhof versehen werden. Schließlich wurde die Premiere ohne Publikum auf ARTE gesendet und ist auch noch in der Mediathek abrufbar. Es wollte sich wohl niemand auf neue Inszenierungsdebatten einlassen, was ich wiederum gut verstehen kan. Ich will das auch nicht. :no:

    Es grüßt Rheingold1876


    "Was mir vorschwebte, waren Schallplatten, an deren hohem Standard öffentliche Aufführungen und zukünftige Künstler gemessen würden." Walter Legge (1906-1979), britischer Musikproduzent

  • Heldentenöre, Basso profondo und die Stimmlage Contra Alt sind Mangelware geworden. Dafür gibt es Gründe: Die Gesangsausbildung bevorzugt leichte, bewegliche Stimmen, die Aufnahmetechnik arbeitet ebenfalls problemloser mit schlanken, Stimmen, die Ensembles in denen Stimmen reifen können und Sängerpapas, die Anfänger durch Besetzungspolitik behutsam führten sind nahezu ausgestorben. Der letzte der die Strategie Sängerentwicklung aus meiner Sicht konsequent verfolgte war Gerd Uecker als Generalintendant an der Semperoper. Wenn Sänger nicht höllisch aufpassen, oder verantwortungsvolle Berater und Lehrer haben werden sie gnadenlos in Partien verheizt, die sie auf Dauer stimmlich nicht durchhalten können. Bei Wieland Wagner mit seiner Vision "Neubayreuth" mit der Forderung des Sängerdarstellers war die Inkarnation dieses Sängertyps Wolfgang Windgassen. Stimmkaliber wie Lorenz, Suthaus, Treptow, ja selbst Hopf und Beirer passten in dieses Regiekonzept nicht hinein. Wenn also leicht, beweglich, schlank, optisch jugendlich attraktiv der gewünschte Sängertyp ist, dann kann sich anderes nur schwer gegen den Trend entwickeln und durchsetzen. Selbstverständlich wird es da immer Ausnahmen geben, wie z. B. der angeführte Andreas Schager, den ich in Bayreuth durchaus als jungen Heldentenor mit sehr beachtlichem Stimmpotential erlebte. Bei den schwarzen Bässe fällt mir auf Anhieb nur Hans-Peter König ein und als tiefer sonorer Alt a la Klose und Wenkel überhaupt niemand. Erst wenn der Zeitgeist wieder in Richtung "Große Oper" mit pathetischem Dirigieren, Regisseuren mit opulenten Inszenierungen, pompösen Bühnenbildern und Kostümen geht, werden wir auch Zeit versetzt wieder die großen, wuchtigen Stimmen in allen Stimmfächern bekommen.. Ich selbst werde dies leider nicht mehr erleben, hatte jedoch 60 Jahre lang ein äußerst beglückendes Opernerleben.

    Herzlichst

    Operus

    Umfassende Information - gebündelte Erfahrung - lebendige Diskussion- die ganze Welt der klassischen Musik - das ist Tamino!

  • Der Schwanenritter ist nach meiner Beobachtung ja besonders jenen Tenören hervorragend gelungen, die nicht ausschließlich im Heldenfach unterwegs waren. Sie sind mir für die Rolle am liebsten.

    Das möchte ich unterstreichen. Franz Völker und Iwan Koslowski sind da mein persönliches Lohengrin-Ideal. Bei dieser Partei ist m. E. auch wichtig, dass dieses überirdische Moment herüberkommt, eben einer nicht von dieser Welt. Deswegen stört mich hier auch das Russische bei Koslowski gar nicht sonderlich.

    »Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid

  • Bei den schwarzen Bässe fällt mir auf Anhieb nur Hans-Peter König ein und als tiefer sonorer Alt a la Klose und Wenkel überhaupt niemand. Erst wenn der Zeitgeist wieder in Richtung "Große Oper" mit pathetischem Dirigieren, Regisseuren mit opulenten Inszenierungen, pompösen Bühnenbildern und Kostümen geht, werden wir auch Zeit versetzt wieder die großen, wuchtigen Stimmen in allen Stimmfächern bekommen...

    Ich muss gestehen, dass mich solche Allgemeinenplätze nur sehr wenig überzeugen. Ja klar, früher war alles größer, schöner und schneller. Wenn man etwas nüchterner an die Sache herangeht, wird die Sache dann meist schon etwas komplizierter. Allein die Tatsache, dass du für das Fach der profunden Altstimme zwei Sängerinnen aus höchst unterschiedlichen Generationen heranziehen musstest, zeigt doch, dass es so wahnsinnig viele Sängerinnen in diesem Fach nie gegeben hat. Und ob sich jetzt beispielsweise Okka von der Damerau so weit hinter Otrun Wenkel verstecken muss, könnte man auch mal diskutieren...

    Ob die Zeit des pathetischen Musizierens nun unbedingt wiederkommt und ob das erstrebenswert ist, wage ich zu bezweifeln. Übrigens wurde auch in den 20ern und 30ern nicht durchgehend pathetisch musiziert (und danach sowieso nicht). Gerade die großen, schweren Heldentenöre wie Melchior oder Suthaus konnten sehr gut piano singen und bewältigten viele Passagen mit einem leichten parlando-Ton. Melchiors berühmte "Tristan"-Aufnahme unter Fritz Reiner 1936 aus London hat nichts, aber auch gar nichts mit pathetischem Musizieren zu tun, im Gegenteil. Nicht nur aus diesem Grund finde ich viele Analogien in deinem Beitrag nicht sehr überzeugend, aber das ist nur meine persönliche Meinung.

  • Lieber Melomane!

    Ich muss gestehen, dass mich solche Allgemeinenplätze nur sehr wenig überzeugen.

    Da bin ich voll Deiner Meinung!

    Mir geht es ähnlich.

    Allein die Tatsache, dass du für das Fach der profunden Altstimme zwei Sängerinnen aus höchst unterschiedlichen Generationen heranziehen musstest, zeigt doch, dass es so wahnsinnig viele Sängerinnen in diesem Fach nie gegeben hat

    Das ist ein sehr richtiger Einwand.

    Und ob sich jetzt beispielsweise Okka von der Damerau so weit hinter Otrun Wenkel verstecken muss, könnte man auch mal diskutieren...

    Allerdings!

    Übrigens sollte man Natalie Stutzmann nicht einfach übersehen! Ich habe zumindest keine Erda gehört die dunkler, geheimnisvoller und urwissender klang.

    Gerade die großen, schweren Heldentenöre wie Melchior oder Suthaus konnten sehr gut piano singen und bewältigten viele Passagen mit einem leichten parlando-Ton

    Dass ein Lorenz, ein Hopf oder ein Vinay das nicht so konnten, spricht eigentlich nur gegen diese Tenöre. Wagner hätte das nicht gemocht.

    Ich habe mich dazu mit mehreren Beiträgen im Thread über Max Lorenz geäußert und will das nicht wiederholen. Unter anderem hier:

    MAX LORENZ - WAGNER wahrhaftig

    und hier:

    MAX LORENZ - WAGNER wahrhaftig


    Aber vermutlich ist das Interesse an einer differenzierenden Diskussion eher bescheiden. Das Aufwärmen von Meinungen und Urteilen, die sich längst verfestigt haben, ist halt so bequem!



    Lieber Rheingold!

    Der Schwanenritter ist nach meiner Beobachtung ja besonders jenen Tenören hervorragend gelungen, die nicht ausschließlich im Heldenfach unterwegs waren. Sie sind mir für die Rolle am liebsten.

    Auch hier stimme ich voll zu!

    Und man muss auch sehen, dass ein Sänger der den Lohengrin singt, damit noch lange kein Heldentenor ist. Das würde ich heute für Daniel Behle und Piotr Beczała reklamieren. Aber auch für Roberto Alagna!


    Beste Grüße

    Caruso41

    ;) - ;) - ;)


    Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten!

  • Ich begründe in Beitrag 152 aus meiner Sicht und Erfahrung, weshalb Heldentenöre, basso profondo und Contra Altistinnen Mangelware geworden sind, beschäftige mich also exakt mit dem Thema des Threads. In den beiden Beiträgen Nr. 155 von Melomane und 156 von Caruso wird jeweils der rhetorische Trick angewandt, Teile meines umfangreichen Beitrags aus dem Zusammenhang herauszulösen und gegen diese sehr kritisch zu argumentieren. Ich empfinde die Vorgehensweise von zwei Mitgliedern des Forums, die ich wegen ihrer Kompetenz wertschätze, als eine Kränkung im Frack und frage mich deshalb, welche Motivation steckt hinter diesem Verhalten. Da bekanntlich nur getroffene Hunde bellen, möchte ich keine weitere Stellungnahme abgeben und mit einem Zitat aus Wilhelm Kienzls "Der Evangelimann" die Sache für mich abhaken: Selig sind, die Verfolgung leiden.

    Herzlichst

    Operus

    Umfassende Information - gebündelte Erfahrung - lebendige Diskussion- die ganze Welt der klassischen Musik - das ist Tamino!

  • Ich empfinde die Vorgehensweise von zwei Mitgliedern des Forums, die ich wegen ihrer Kompetenz wertschätze, als eine Kränkung im Frack und frage mich deshalb, welche Motivation steckt hinter diesem Verhalten.

    Lieber "operus",


    diese Frage kann ich dir beantworten: Es geht überhaupt nicht darum, dass die beiden dich kränken wollen, sondern dass sie dir aufzeigen wollen, dass du mit deiner pauschalen Verherrlichung der Vergangenheit im Vergleich zur Gegenwart gedanklich zu kurz greifst. Die zitierten Details, die du einfach als "rhetorische Tricks abtust", weil dies vielleicht vor inahltlicher Auseinandersetzung schützt, belegen dies eindrücklich. Insofern kann ich mich hier den beiden Genannten nur inhaltlich voll anschließen. Du solltest dich also nicht fragen, wer dich warum kränken will (das will hier niemand, warum auch?), sondern ob du vielleicht nicht doch inhatlich berechtigten Anlass zum Widerspruch lieferst. :yes:

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

  • diese Frage kann ich dir beantworten: Es geht überhaupt nicht darum, dass die beiden dich kränken wollen, sondern dass sie dir aufzeigen wollen, dass du mit deiner pauschalen Verherrlichung der Vergangenheit im Vergleich zur Gegenwart gedanklich zu kurz greifst

    Lieber Stimmenliebhaber,

    ich will eigentlich keine Stellung mehr beziehen und tue es doch. :cursing: Ich will in meinem Ausführungen nicht die Vergangenheit verherrlichen, sondern Gründe aufzeigen, warum bei bestimmten Stimmcharakteren Mangel herrscht. Zum ewig Gestrigen möchte ich mich auch nicht abstempeln lassen.

    Herzlichst

    Hans

    Umfassende Information - gebündelte Erfahrung - lebendige Diskussion- die ganze Welt der klassischen Musik - das ist Tamino!

  • Lieber Stimmenliebhaber,

    ich will eigentlich keine Stellung mehr beziehen und tue es doch. :cursing: Ich will in meinem Ausführungen nicht die Vergangenheit verherrlichen, sondern Gründe aufzeigen, warum bei bestimmten Stimmcharakteren Mangel herrscht.

    Es muss wohl möglich sein, Widerspruch in der Sache zu üben, ohne dass das Gegenüber derart beleidigt reagiert. Ansonsten ist ein Diskussionsforum sinnlos und jeder wiederholt bis in alle Ewigkeit seine Ansichten, was im Übrigen an anderer Stelle in diesem Forum bereits ohnehin sehr häufig geschieht.

    Zum konkreten Gegenstand der Diskussion hast du dich in deinem Antwortbeitrag leider nicht eingelassen. Du hast gesagt, es gebe heute keine Altistinnen vom Rang einer Klose und Wenkel, ich habe von der Damerau, "Caruso41" Stutzmann genannt. Du gehst darauf nicht ein, sondern wiederholst, dass in diesen Stimmfächern Mangel herrscht. Ich muss gestehen, dass auch ich auf eine Diskussion auf dieser Grundlage keine Lust habe. Lassen wir es also.

  • Teuerster Operus!

    ... möchte ich keine weitere Stellungnahme abgeben und mit einem Zitat aus Wilhelm Kienzls "Der Evangelimann" die Sache für mich abhaken: Selig sind, die Verfolgung leiden.

    Nun bleib mal auf dem Teppich!

    Niemand verfolgt Dich. Es wurde Deinen nicht begründeten (und vermutlich auch nicht haltbaren) Positionen widersprochen! Und es ging auch nicht um Gerechtigkeit. Dafür musst Du nicht Jesus Christus als Tröster in Anspruch nehmen. Er sagt "Selig sind die Verfolgung leiden um der Gerechtigkeit willen, denn ihrer ist das Himmelreich!" Das ist die große Prophetie der Bergpredigt. Für einen Sachstreit in einem Forum ist das nicht gedacht.


    Gute Nacht

    Casruso41

    ;) - ;) - ;)


    Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten!

  • Ich finde, dass Klose und Wenkel eine andere Klasse als Damerau und Stutzmann sind.


    Erich

    Meine Meinung steht fest. Bitte verwirren Sie mich nicht durch Tatsachen.

  • Also, ich kann Operus' Argumentation durchaus nachvollziehen und ich finde es traurig, dass einige Taminos ihm eine derartige Schlagseite verpassen müssen. Das war nicht sehr nett und widerspricht einer ausgewogenen Argumentation mit These und Antithese völlig. Man kann ja einer bestimmten Meinung sein, sollte aber dann auch die Gegenmeinung gelten lassen. Operus hat mit vielem, was er sagt, durchaus recht. So bin auch ich der Ansicht, dass eine Wiederkehr zu einem pathetischen Stil bei Sängern und Dirigenten nicht der schlechteste Weg ist. Früher haben mich Dirigenten, die diesen Stil gepflegt haben, wie Furtwängler und Knappertsbusch, aber auch Franz Konwitschny und Robert Heger sehr begeistert. Zutreffend ist auch, dass es früher sehr viele gute Heldentenöre gab, die ausgezeichnet im Körper gesungen haben, bevor der Geschmack durch Sänger wie den stark angreifbaren Wolfgang Windgassen negativ geprägt wurde. Heute gibt es indes schon wieder einige Stimmen, die vorbildlich im Körper sitzen. Operus hat recht, wenn er als Beispiel dafür Andreas Schager nennt, der einer der ersten Heldentenöre unserer Zeit ist, und mit Leichtigkeit diesen überaus maskigen und ständig falsch singenden Lance Ryan abgelöst hat. Von Ryan hört man seit einiger Zeit - noch vor Corona - überhaupt nichts mehr. Er hat sich wohl durch seine ständigen Tours de Force die Stimme kaputt gemacht. Ihn habe ich nie gemocht. Wie Operus bevorzuge ich Heldentenöre à la Melchior, Suthaus, Hopf, Vinay, Treptow und Wenkoff.


    Herzliche Grüße


    Lustein

  • Heldentenöre, Basso profondo und die Stimmlage Contra Alt sind Mangelware geworden. Dafür gibt es Gründe: Die Gesangsausbildung bevorzugt leichte, bewegliche Stimmen, die Aufnahmetechnik arbeitet ebenfalls problemloser mit schlanken, Stimmen, die Ensembles in denen Stimmen reifen können und Sängerpapas, die Anfänger durch Besetzungspolitik behutsam führten sind nahezu ausgestorben. Der letzte der die Strategie Sängerentwicklung aus meiner Sicht konsequent verfolgte war Gerd Uecker als Generalintendant an der Semperoper. Wenn Sänger nicht höllisch aufpassen, oder verantwortungsvolle Berater und Lehrer haben werden sie gnadenlos in Partien verheizt, die sie auf Dauer stimmlich nicht durchhalten können. Bei Wieland Wagner mit seiner Vision "Neubayreuth" mit der Forderung des Sängerdarstellers war die Inkarnation dieses Sängertyps Wolfgang Windgassen. Stimmkaliber wie Lorenz, Suthaus, Treptow, ja selbst Hopf und Beirer passten in dieses Regiekonzept nicht hinein. Wenn also leicht, beweglich, schlank, optisch jugendlich attraktiv der gewünschte Sängertyp ist, dann kann sich anderes nur schwer gegen den Trend entwickeln und durchsetzen.

    Selbst mit einer Nacht darüber schlafen und meiner oft sogar für mich nachteiligen Neigung, Streit zu vermeiden und Harmonie zu schaffen kann ich es immer noch nicht fassen, dass man mir und meinen oben stehenden Ausführungen unterstellt, sie wären Allgemeinplätze, nicht begründet und unrichtig. Wer ohne Vorbehalte liest muss doch erkennen, dass ich zu allen Behauptungen Gründe aufzeige, Namen nenne und Entwicklungen aufzeige. Was mache ich also falsch?

    Du hast gesagt, es gebe heute keine Altistinnen vom Rang einer Klose und Wenkel, ich habe von der Damerau, "Caruso41" Stutzmann genannt

    Zugegeben bei den Altistinnen habe ich oberflächlich und unbegründet argumentiert. Bei etwas gründlicherem Nachdenken wären mir sicherlich erwähnenswerte heutige Interpretinnen eingefallen. Von dieser aus dem Kontext herausgelösten durchaus kritisch zu wertenden Passage die Gesamtkritik des Beitrags und des Verfassers abzuleiten halte ich zumindest für fragwürdig. "Der Ton macht die Musik" und dieser hat mich befremdet.

    Erst wenn der Zeitgeist wieder in Richtung "Große Oper" mit pathetischem Dirigieren, Regisseuren mit opulenten Inszenierungen, pompösen Bühnenbildern und Kostümen geht, werden wir auch Zeit versetzt wieder die großen, wuchtigen Stimmen in allen Stimmfächern bekommen..

    Das ist nun der formulierte Traum eines Wagnerianers, der seine intensivsten Erlebnisse Dirigenten wie Wilhelm Furtwängler und vor allem dem im Wagnerfach überragenden Hans Knappertsbusch verdankt. Selbstverständlich auch nicht objektiv und daher wirklich diskussionsfähig.


    Er sagt "Selig sind die Verfolgung leiden um der Gerechtigkeit willen, denn ihrer ist das Himmelreich!" Das ist die große Prophetie der Bergpredigt. Für einen Sachstreit in einem Forum ist das nicht gedacht.

    Absolut richtig. Sollte ich hier Gefühle verletzt haben entschuldige ich mich gerne für meine Leichtfertigkeit.


    Für mich war es wichtig, den ganzen Verlauf dieser kontroversen Diskussion aus einer versuchten Metaebene kritisch zu analysieren und auch mit meiner unentbehrlichen Ratgeberin zu diskutieren. "Du bist erst frei , wenn Du mit Dir im Reinen bist"

    Ich glaube dies ist mir gelungen und ich gehe jetzt unbeschwert ins Wochenende und in den 4. Advent. Zu diesem Anlass und für die weiteren Tage bis zum Fest wünsche ich allen Taminos und ausdrücklich allen an dieser Diskussion Beteiligten eine unbeschwerte, frohe Zeit.

    Herzlichst

    Operus

    Umfassende Information - gebündelte Erfahrung - lebendige Diskussion- die ganze Welt der klassischen Musik - das ist Tamino!

  • Also, ich kann Operus' Argumentation durchaus nachvollziehen

    Lieber Lustein,

    danke für Deine mich tröstende Reaktion, die ich selbstverständlich begrüße. Ich habe diese erst nach meinem etappenweise geschriebenen Beitrag gelesen, sie ist offenbar dazwischen gekommen. Danach hätte ich fast meinen Beitrag sparen können. Ich brauche jedoch dieses werten in pro und contra jedoch für meine Seelenruhe.

    Nochmals kollegialen Dank und liebe Grüße

    Herzlichst

    Operus

    Umfassende Information - gebündelte Erfahrung - lebendige Diskussion- die ganze Welt der klassischen Musik - das ist Tamino!

  • Lieber "operus",


    ich muss gestehen, dass mich derartige Befindlichkeiten in einer Sachdiskussion sehr befremden. Was ist passiert? Ich habe gesagt, dass mich die Allgemeinplätze in deinem Beitrag nicht überzeugen und "Caruso41" hat mir in einigen Punkten zugestimmt und andere selbst angefügt. Das ist weder respektlos noch kränkend, sondern normaler Stil in einer sachlichen Debatte.


    Ich bin gerne bereit noch einmal etwas ausführlicher darzulegen, warum ich deine Äußerungen für Allgemeinplätze halte und weshalb sie mich nach wie vor nicht überzeugen.


    1. Du sagst, dass heute drei Stimmlagen, nämlich der Kontraalt, der Heldentenor und der Basso profondo Mangelware geworden sind und begründest dies mit der unbewiesenen Behauptung, dass Gerd Uecker der letzte Intendant war, der sich verantwortungsbewusst um Sängernachwuchs gekümmert hat. Zum anderen führst du als Begründung an, bei der Ausbildung werde lieber mit leichten Stimmen gearbeitet und die Aufnahmetechnik bevorzuge leichtere Stimmen. Alle drei Argumente halte ich für unrichtig und nicht überzeugend:

    Warum gerade Uecker der letzte gewesen sein soll, wird in keiner Weise von dir begründet oder auch nur mit Beispielen untermauert. In der sich diese Spielzeit zur Ende neigenden langjährigen Intendanz von Nikolaus Bachler an der Bayerischen Staatsoper haben sich viele Anfänger zu tragenden Säulen im Haus entwickelt, die auch international inzwischen zu den Leistungsträgern gehören. Im Mezzofach wäre da Tara Erraught oder auch Angela Brower zu nennen, im Sopranfach Golda Schultz oder Elsa Benoit, im Altfach die schon angesprochene Okka von der Damerau. Bernd Loebe hat aus dem Frankfurter Ensemble viele Sängerinnen und Sänger an die Weltspitze befördert, hier fallen mir u. a. Brenda Rae, Tanja Ariane Baumgartner oder Elza van den Heever ein. Die leider viel zu früh verstorbene Eva Kleinitz hat als Operndirektorin in Stuttgart viele junge Talente entdeckt und aufgebaut: Atala Ayan, Ana Durlovski, Diana Haller, Simone Schneider, die inzwischen auch eine Weltkarriere macht und viele andere. An der Deutschen Oper Berlin wurden unter Operndirektor Christoph Seuferle ebenfalls viele Talente behutsam aufgebaut: Ante Jerkunica, Clementine Margaine, Federica Lombardi, Robert Watson, Annika Schlicht (die ich auch im Altfach sehen würde). Stephen Harrison, der dieses Jahr in den Ruhestand eingetreten ist, hat an der Rheinoper ohnehin eines der besten Ensembles deutschlandweit aufgebaut. Alle diese Theatermacher*innen verdienen deine pauschale Abwertung nicht, von keinem bzw. keiner ist mir bekannt, dass er oder sie im großen Maße "Stimmleichen" produziert hätte. Was die Gesangsausbildung angeht, wäre das eine eigene Diskussion wert. Fakt ist, dass aber schwere Stimmen grundsätzlich länger brauchen, um zu reifen, so dass es solche an den Hochschulen immer schwerer haben. Das als ein Phänomen der heutigen Zeit zu sehen, greift zu kurz. Zum Argument mit den Aufnahmen: Da heute die Plattenindustrie eigentlich gar nicht mehr existent ist, ist es absurd ihr eine Mitverantwortung bei der Auswahl der derzeit eingesetzten Stimmen zu unterstellen.


    2. Ob Wieland Wagner dafür verantwortlich zu machen ist, dass vermeintlich leichtere Stimmen eingesetzt worden sind, wage ich arg zu bezweifeln. Natürlich war Windgassen einer der Protagonisten von Neubayreuth, aber welche großen, international bewährten Alternativen gab es denn Anfang der 60er? Hopf sang doch in Bayreuth regelmäßig, die Zeit von Treptow und Suthaus war vorbei, von Melchior und Lorenz ganz zu schweigen. Vinay wurde auch lange Zeit dort eingesetzt, auch Vickers sang zwei Sommer in Bayreuth. Es ist einfach sachlich nicht richtig, dass Wieland nur den einen, Windgassen-artigen Stimmstil dort akzeptiert hätte.


    3. Zum Thema "Pathos" habe ich, denke ich, alles gesagt. Mich befremdet es zutiefst, wenn so unterschiedliche Dirigenten wie Furtwängler und Knappertsbusch in einen Topf geworfen werden. Besonders Kna war nie stilprägend, sondern immer ein Außenseiter, ein Kauz, der die Extreme suchte. Ihn als typisch für eine ganze Epoche zu sehen, wird weder ihm noch allen anderen gerecht.

  • Lieber Melomane,

    ein Beitrag, den ich in Teilen unterschreibe und als neuen Beweis Deiner hohen Kompetenz empfinde. - Wenn, ja wenn er nicht wieder so viel Stacheln enthielte, die wiederum verletzen.


    Zuletzt ein Wunsch:


    "Ich denke von Dir, wie ich wünsche, das Du über mich denkst.

    Ich spreche von Dir, wie ich wünsche, dass Du über mich sprichst.

    Ich handle Dir gegenüber so, wie ich wünsche, das Du es mir gegenüber tust."


    Ich bemühe mich bereits, mit Dir in diesem Stil umzugehen. Kannst Du diesen Weg mitgehen? Es wäre schön! :hello:


    Herzlichst

    Operus

    Umfassende Information - gebündelte Erfahrung - lebendige Diskussion- die ganze Welt der klassischen Musik - das ist Tamino!

  • Ich bemühe mich bereits, mit Dir in diesem Stil umzugehen. Kannst Du diesen Weg mitgehen? Es wäre schön!

    Lieber Hans. Dazu kann ich nur ein Smiley einwerfen: :thumbup::thumbup::thumbup::thumbup::thumbup::thumbup::thumbup::thumbup::thumbup::thumbup:

    Und das gleich 10 x.


    Herzlichst La Roche

    Ich streite für die Schönheit und den edlen Anstand des Theaters. Mit dieser Parole im Herzen leb' ich mein Leben für das Theater, und ich werde weiterleben in den Annalen seiner Geschichte!

    Zitat des Theaterdirektors La Roche aus Capriccio von Richard Strauss.

  • Ich bemühe mich bereits, mit Dir in diesem Stil umzugehen. Kannst Du diesen Weg mitgehen? Es wäre schön! :hello:

    Lieber "operus",


    Ich glaube auf Grundlage dieses Poems kommen wir uns nicht näher. Ich habe nämlich keinerlei Probleme damit, wenn du mir widerspricht so wie ich dir widersprochen habe. Ich kann aber nicht stehen lassen, dass du allen amtierenden Intendanten und Operndirektoren, die zum Teil einen ziemlich guten Job machen, unterstellst, sie würden ihre Sorgfaltspflicht gegenüber jungen Sängern verletzten, ohne dass du diesen Vorwurf in irgendeiner Art belegen könntest. Und in solchen Fällen werde ich dir auch in Zukunft deutlich widersprechen.


    Nichts für Ungut!


    Melomane

  • Ich sehe Andreas Schager als Heldentenor und reise auch, um ihn zu hören.

    Auf der Bühne habe ich ihn erlebt als:


    • Parsifal, oft in Berlin
    • Tristan, oft in Berlin
    • Jung-Siegfried, Berlin
    • Siegfried, Berlin
    • Tannhäuser, Berlin
    • Bacchus, Berlin
    • Apollo, Frankfurt

    Um jede Partie, in der ich ihn noch nicht gehört habe, tut es mir leid.

    Das kann ich gut verstehen. Ich hatte schon oft von ihm gehört, bemühte mich aber nicht, zu seinen Vorstellungen zu gehen. Dann hörte ich ihn in Wien als Max im Freischütz und zuletzt als Kaiser in Die Frau ohne Schatten, die in der Premierenserie schon im Vorverkauf ausverkauft war. Was war ich froh, die Premierenserie (mit an der Wiener Staatsoper erstmalig und hoffentlich letztmalig maßlos überteuerten Premierenkartenpreisen) verpasst zu haben und erst im Herbst danach Karten zu bekommen - somit habe ich Andreas Schager in der Partie genießen (!) dürfen. Eine Offenbarung!

    Bitte bedenken Sie, dass lautes Husten - auch zwischen den Stücken - die Konzentration der Künstler wie auch den Genuss der Zuhörer beeinträchtigt und sich durch den Filter eines Taschentuchs o. ä. erheblich dämpfen lässt.

  • Leider ist meine Reisefreude momentan durch Corona stark reduziert. Und auch sonst ist es mir einfach zu aufwendig, jede Reise in ein Opernhaus (z.B. zum Hören bestimmter Solisten) mit einer Übernachtung verbinden zu müssen.

    Deshalb kenne ich heute führende Heldentenöre max. aus Konserven (wie auch die früheren), es sei denn, sie waren in Dresden, Leipzig oder Chemnitz zu hören. Das geht ohne Übernachtung.

    Andreas Schager habe ich erstmals bei der Konzertübertragung vor einer Woche aus der Mailänder Scala gehört. Zusammen mit Camilla Nylund sang er die Winterstürme. Bis auf zwei kleine Rutscher in der Stimme war ich begeistert,

    er hat Tiefe und Glanz für eine Wagnerrolle, er kommt optisch gut rüber und kraftvoll ist seine Stimme allemal. Ich glaube, daß er im deutschen Heldentenorfach ziemlich vordere Plätze belegen würde, solllte es ein Ranking geben. Nicht umsonst wurde er für diese Gala mit der einzigen Wagnerrolle des Abends betraut. Als Kaiser würde ich ihn auch gerne sehen wollen!!

    Herzlichst La Roche

    Ich streite für die Schönheit und den edlen Anstand des Theaters. Mit dieser Parole im Herzen leb' ich mein Leben für das Theater, und ich werde weiterleben in den Annalen seiner Geschichte!

    Zitat des Theaterdirektors La Roche aus Capriccio von Richard Strauss.

  • Auch in normalen Stadttheatern gibt es Heldentenöre im Ensemble , die nur keiner kennt oder nur das Stammpublikum Man muß halt nur häufiger das Opernhaus besuchen.

  • Auch in normalen Stadttheatern gibt es Heldentenöre

    Ohne Zweifel. Auch Deine Einladung kann ich nur unterstreichen rodolfo39. Ich verdanke kleinen und mittleren Bühnen Eindrücke, die bis heute nachwirken. Große Opernabende, auf deren Besetzungszettel kein Name stand, der auf CD-Booklets wiederzufinden ist.


    Um nur einen Namen zu nennen: Karl-Heinz Thiemann, der am Opernhaus Nürnberg drei Jahrzehnte lang alle Fachpartien des Heldentenors sang.

  • Lieber udohasso,


    den Tenor Karl-Heinz Thiemann kannte ich bisher nicht. Bei Wikipedia gibt es aber einen sehr detaillierten Beitrag über ihn, den ich leider nicht verlinken kann.

    Du hast ihn wohl häufiger gehört. Kannst Du etwas Näheres zu ihm sagen? Er war offenbar ein eindrucksvoller Sänger und Darsteller. Warum ist ihm die ganz große Karriere versagt geblieben?

    VG

    Othello 50

  • Warum ist ihm die ganz große Karriere versagt geblieben?

    Otello50 - das kann nur Karl-Heinz Thiemann selbst beantworten, vorausgesetzt, die Gründe liegen bei ihm. Es gab Künstler, und gibt sie hoffentlich noch, für die ein Haus wie Nürnberg das Ziel ist, nicht ein Sprungbrett.


    Zu den bleibenden Eindrücken gehören für mich beispielsweise sein Albrecht von Brandenburg in "Mathis der Maler" und der Aron in Schönbergs Moses-Oper. Unvergessen Karl-Heinz Thiemann in der Titelpartie von Verdis "Otello". Eine deutschsprachige Produktion, mit Bent Norup als Jago und Johanna Lotte Fecht als Desdemona, hin- und mitreißend. Ja, und auch der Kaiser in "Die Frau ohne Schatten".

  • Ich finde es verdienstvoll, dass hier mal die Tenöre in den Blick gerückt werden, die in der zweiten Reihe stehen.


    Von den fünf Opernhäusern in der näheren Umgebung meiner Wohnung (da kann ich nach der Aufführung noch problemlos nach Hause fahren) hatte eines in den letzten Jahren einen Heldentenor im Ensemble. Das war Robert Künzli. Er hat einen klaren. durchschlagkräftigen Tenor mit einer metallisch strahlenden Höhe, singt in jeder Lage eindrucksvoll wortverständlich, und phrasiert natürlich. Vor allem ist er ein intensiver Gestalter, der gerade vielschichtigen Figuren ein differenziertes Profil geben kann.


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    Seit 2008 ist Robert Künzli Ensemblemitglied der Staatsoper Hannover. Hier sang er unter anderem Partien wie Tannhäuser, Peter Grimes, Dionysos (Die Bassariden), Luka Kusmic, Florestan, Görge (Der Traumgörge), Siegfried (Siegfried und Götterdämmerung), Stolzing, Erik, Hans (Die verkaufte Braut), Hexe (Hänsel und Gretl), Herodes (Salome) Tristan (Tristan und Isolde) und Alviano (Die Gezeichneten).


    Wie gut er war, konnten die Hannoveraner an einem Abend erkennen, an dem er gar nicht sang. Stephen Gould gastierte in Hannover als Tristan. Hinterher war man sich einig, dass Robert Künzli die Partie nicht schlechter singt, aber entschieden differenzierter und packender gestaltet.


    Künzli gastiert gelegentlich auch an renommierteren Bühnen, unter anderem in München, Dresden, Paris, London und Barcelona. Seine künstlerische Heimat aber ist Hannover. Einen solchen Heldentenor im Ensemble zu haben, ist selbst für die nüchternen Hannoveraner ein Grund, stolz zu sein!


    -


    Caruso41

    ;) - ;) - ;)


    Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten!

  • Künzli habe ich 2016 im "Traumgörge" erlebt und kann demnach in den Lobgesang leider nicht einstimmen. Ein paar Jahre zuvor als Fritz im "Fernen Klang" an der Staatsoper Berlin klang die Stimme noch deutlich frischer und intakter, wenn auch ne so, dass man Anlass zur Verwunderung gehabt hätte, dass die Karriere nicht größer ist.

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

  • Ich würde "Caruso41" darin zustimmen, dass Künzli für das Hannoveraner Ensemble ein absoluter Glücksfall ist. Ich habe ihn (nicht nur dort) in den unterschiedlichsten Partien erlebt und war immer davon beeindruckt, welche Bandbreite er abdecken kann. Die Farbe seiner Stimme hat mich hingegen nie besonders angesprochen.

    Dem Vergleich mit Stephen Gould hält er aber meines Erachtens nicht stand. Gould ist ein absoluter Ausnahmesänger, das ist mir dieses Jahr im Februar noch einmal bewusst geworden, als ich ihn in Dortmund in einer konzertanten "FroSch" erlebt habe. Obwohl Gould stramm auf die 60 zugeht und er unzählige Tristane und Siegfriede gesungen hat, ist die Stimme auch in der Höhe absolut intakt geblieben.

    Ich möchte Künzli keinesfalls abwerten, wie gesagt, er ist ein Glücksfall für das Haus in Hannover, aber auf der anderen Seite ist es auch kein Hexenwerk, dass er eine solide, Gould hingegen eine Weltkarriere gemacht hat.

  • Lieber Stimmenliebhaber!

    Lieber Melomane!


    Eure Reaktion auf meine Würdigung eines Tenors, der seien Dienst in der Provinz tut, hat mich gefreut!

    ...kann demnach in den Lobgesang leider nicht einstimmen

    Ich hatte Künzli als Tenor der "zweiten Reihe" vorgestellt und keinen Versuch gemacht ihn hochzujubeln. Seine Stimme entspricht auch nicht meinem Geschmack. Aber sie ist "klar" und "durchschlagkräftig" und hat eine "metallisch strahlenden Höhe". Nichts anderes habe ich über die Stimme geschrieben. Ein Lobgesang war das doch eher nicht.

    Dem Vergleich mit Stephen Gould hält er aber meines Erachtens nicht stand.

    Da stimme ich mit Dir durchaus überein.

    Gould hat eine Qualitätsstimme.
    Die Stimme von Künzli hat vergleichbare Qualitäten eigentlich nicht . (Er ist im Übrigen älter als Gould!)

    Was er mit dieser Stimme macht, verdient aber höchstes Lob. Und: ihn als Gestalter der Partie des Tristan auf eine Stufe mit Gould zu stellen, würde ich allerdings nicht für unberechtigt halten.


    Bleibt gesund!

    Eine guten Start in das NEUE JAHR wünscht Euch


    Caruso41

    ;) - ;) - ;)


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