In der Tat teilweise schon recht „schwere“ Kost, die Tennstedt da abliefert (für mich die Sätze 1, 3, 4) – gerade was Tempi und Ausdruck angeht. Die Sätze 2 und 5 finde ich ausgesprochen gelungen.
Ich denke, dass das live ein unglaubliches Erlebnis war, man spürt ja förmlich die Spannung, die geherrscht haben muss. Auf Tonträger kann man dies so nie transportieren. Es ist halt „Menschenmusik“. Und Menschen haben nun mal unterschiedliche Gemütsverfassungen – auch und gerade in der Kunst. Frei nach dem Motto eines meiner Kunst-(hier: Mal-)Dozenten: „es muss Dir ja nicht gefallen, Hauptsache es ist gut“.
Wie gesagt, ich kann nachvollziehen, dass diese Aufnahme nicht alle anspricht; aber ich denke, man muss sie sicher nicht so vernichten, wie es hier stellenweise getan wird – zumal es sich um persönliche Meinungen und Geschmäcker handelt und die Gemütsverfassung einzelner Hörer höchst unterschiedlich ist. Und zumal hinreisend musiziert wird (das ‚Urlicht‘ ist mir aber dann doch zu arg). Und wenn schon der Vergleich mit einem Wein sein muss: für mich ist diese Aufnahme vergleichbar mit feinstem Piemonteser Moscato d`Asti (idealerweise La Spinetta); jeder Schluck ein Hochgenuss, aber man ahnt, dass eine Flasche davon recht hantig sein wird – und Lust macht auf was Trockenes, Knackiges.


Mahler: Symphonie Nr. 2 "Auferstehungs-Symphonie"
Ich habe die GA !