Die Flops der Spielzeit 2005/06

  • Oh ja - der "Orpheus in der U-Bahnwelt" war eine echte Enttäuschung! Dabei hatte ich mich so darauf gefreut und dann so ein provinzieller Klamauk - da ist ja das alljährliche "Divertissementchen" vom Kölner Männergesangverein origineller und lustiger - und das sind nicht mal Profis! :]


    Mein absoluter Flop war aber am 18.05.06 ein Besuch der Kölner Neuinszenierung von Verdis "La forza del destino" - ein solches Feuerwerk an peinlichen Aktualisierungsbemühungen (Soldaten als US-Marines im US-Wüstenkämpferlook und solche geschmacklosen "Scherze") habe ich selten erlebt!!! Hat mir die ganze Freude an der musikalisch gar nicht mal so üblen Aufführung total verdorben, leider! :(;(
    Ich bin ja bereit, vieles zu tolerieren und über vieles hinwegzusehen, aber wenn vor lauter Profilierungswahn des Regisseurs diese völlig uninspirierten aktuellen Gegenwarts-Bezüge die Story (und der in den Übertiteln ja auch wiedergegebene Text) über große Strecken überhaupt nicht mehr mit den gerade auf der Bühne zu sehenden Aktionen zusammenpasst, dann hört auch für mich der Spaß auf! :evil:


    Man wird dermaßen abgelenkt mit dem Versuch, Text und Bühnengeschehen irgendwie in eine sinnvolle Beziehung zu bringen, dass man von der Musik total abgelenkt wird. Und das kann es ja wohl nicht sein! :angry: :angry:
    Daher: Mein persönlicher absoluter Mega-Flop dieser eh nicht sonderlich ruhmreichen Spielzeit an der Kölner Oper :motz:

    "Es ist mit dem Witz wie mit der Musick, je mehr man hört, desto feinere Verhältnisse verlangt man."
    (Georg Christoph Lichtenberg, 1773)

  • Zitat

    Original von MarcCologne


    Mein absoluter Flop war aber am 18.05.06 ein Besuch der Kölner Neuinszenierung von Verdis "La forza del destino" - [...]
    Ich bin ja bereit, vieles zu tolerieren und über vieles hinwegzusehen, aber wenn vor lauter Profilierungswahn des Regisseurs diese völlig uninspirierten aktuellen Gegenwarts-Bezüge die Story (und der in den Übertiteln ja auch wiedergegebene Text) über große Strecken überhaupt nicht mehr mit den gerade auf der Bühne zu sehenden Aktionen zusammenpasst, dann hört auch für mich der Spaß auf! :evil:


    Ach ja, danke für den Hinweis ;). Diesen Reinfall habe ich bereits verdrängt. Warum man Christian Schuller, dem Regisseur dieser Produktion kontinuierlich eine Neuinszenierung jedes Jahr anbietet - man denke nur an seine "Gärtnerin aus Liebe" in der deutschen Übersetzung von Elke Heidenreich :angry: :angry: , und seinen "Don Carlo" - weiß der Himmel. Als Immi schaut man sich das trotzdem an, es könnte ja mal eine positive Überraschung geben...


    Der "Orpheus" im Aalto soll klasse sein, bis jetzt war das fast immer ausverkauft und ich besuche es wohl erst in der kommenden Spielzeit. Die Inszenierung ist von Dietrich Hilsdorf. Außerdem deutet wohl alles darauf hin, daß Essen bald einen "Ring" inszenieren wird, ich spekuliere einfach mal auf 2010, Kulturhauptstadt.


    Sophia

  • Zitat

    Original von Edwin Baumgartner
    2) Karoline Gruber erkennt in Puccinis "Le Villi" eine Lesbenbefreiungsoper.




    dem kann ich nur zustimmen: die Kitschuhren und das trachtige Plastikgwand hauten einem das Auge aus. Vorher noch ein Duschvorhang - dahinter Janaceks Osud - dies war Pountneys Werk!


    Nur Franz Grundheber und Josè Cura konnten mich milde stimmen.....


    Gebuht - wie viele - habe ich allerdings nicht!

    WHEN MUSIC FAILS TO AGREE TO THE EAR;
    TO SOOTHE THE EAR AND THE HEART AND SENSES;
    THEN IT HAS MISSED ITS POINT
    (Maria Callas)

  • - Albert Bonnema als Siegfried, Philip Kang als Hagen und Philip Joll als Wotan im Kölner "Ring"
    - Bernd Weikls und Konrad Beikirchers "Orpheus in der U-Bahn" in Köln
    - "The Gondoliers" in Düsseldorf (ich habe mich selten so gelangweilt)
    - Robert Gambill als Königssohn und Roman Trekel als Spielmann in "Königskinder" (München)
    - und der eigentliche Super-Flop überhaupt: Alexander Fedins überaus peinlicher Versuch in Köln den Herodes ("Salome") zu singen und zu spielen. :kotz: