Oesterreichs Stimme im Barockkonzert Europas: Johann Joseph Fux

  • Auf Sebastian Bachs Rangliste bedeutender zeitgenössischer Komponisten, die uns durch seinen Sohn Emanuel überliefert wurde steht er auf Platz 1: Johann Joseph Fux (1660-1741) seiner Kaiserlichen Majestät Karl IV Oberkapellmeister.




    Der Aufstieg des Bauernsohnes aus der steiermärkischen Provinz war derart schwindelerregend und ist in seiner
    Einzigartigkeit nur dem Höhenflug des Florentiner Küchenjungen Giovanni Battista Lulli vergleichbar.


    Leider wissen wir über seine Ausbildung so gut wie nichts und auch wer ihn aus der hintersten Provinz an die Höfe der großen Welt beförderte, wird wohl nicht mehr zu klären sein.
    Nachvollziehbare Stationen sind Graz und Ingolstadt; ab ca. 1690 war er dauerhaft in Wien ansässig.
    Auf die etwas aufdringlich gestellte Frage Matthesons nach seiner Vita, antwortete der darob offensichtlich etwas indigniert gewesene Meister wie folgt:


    Zitat

    Ich kundte vüll vorteilhaftiges für mich, von meinem Aufkommen, unterschiedlichen Dienst-Verrichtungen überschreiben, wan es nit wider die modestie wäre, selbst meine elogia hervorzustreichen: Indessen sey mir genug, dass ich wirdig geschätzt werde, Caroli VI. erster Kapellmeister zu sein".


    Weltweite Anerkennung hat Fux mit seinem grundlegenden kontrapunktischen Lehrwerk
    "Gradus ad Parnassum" erlangt. "Schritte zur Vollkommenheit", Schritte zum Gipfel des Parnaß,
    als Sitz der Musen. Das Werk wurde in Deutschland u.a. auch von Johann Sebastian Bach vertrieben, der zwar Fux nicht persönlich kannte, mit ihhm aber höchstwahrscheinlich korrenspondierte oder über seinen Dresdener Kollegen
    J.D. Zelenka Kontakt herstellen ließ. Und genau dieses Werk war es schließlich, das dem Komponisten Fux zum Verhängnis wurde, dem
    wohl noch zu Lebzeiten der Ruf , lediglich ein "trockener Theoretiker" zu sein, vorauseilte...



    "Gradus ad Parnassum"


    Fux ist sicher einer der ersten Komponisten, die historisierende Elemente in ihre Werke einfliessen liessen, aber niemals im Sinne einer Rückwärtsgewandtheit, sondern im Brennpunkt stand dabei immer das gegenüberstellen von alt und neu.
    Seine zahlreichen Schüler, unter ihnen Zelenka, Wagenseil und Gottlieb Muffat, ermutigte er vor allem, die national-regionalen Besonderheiten ihrer Herkunftsregionen zu betonen.
    Unmittelbar nach seinem Tode wurde die frühe Wiener Klassik präsent, an deren Entstehen er hervorragenden Anteil hat.
    Ludwig von Köchel, der auch Mozarts Werke numerierte, tat dasselbe auch mit dem damals bekannten Werkbestand
    des großen Barockmeisters.



    Fazit:


    Fux hat in allen damals gängigen Musikformen Werke überragender Qualität hinterlassen, am bedeutendsten jedoch ist seine Kirchenmusik. Hier finden sich verklärte a-cappella-Motetten, die in Geist und Gestalt an Anton Bruckner gemahnen neben festlich besetzten Mess-Ordinarien, Kirchensonaten, deren Aufbau und Klanggestalt an die "Kunst der Fuge" Bachs denken lässt. Andereseits kann es durchaus vorkommen, daß in ener vielleicht erst ein wenig zopfig daherkommendne Orchestersuite eine Caconne plötzlich zu einem "deftigen Steyrischen" mutiert... Gemessen an der Bedeutung, Qualität der Werke und Stellenwert in der Musikgeschichte kann die Rezeption des Meisters auf Tonträgern nur als mangelhaft bezeichnet werden, denn anders ist es nicht zu erklären, daß eines seiner zentralen Werke, die "Missa canonica" garnicht auf Tonträger vorliegt


    Drei meiner Lieblings-Scheiben, die ich ohne Einscränkungen empfehlen kann, sind diese:



    Ein absolutes Muss für alle, die dei Instrumentalmusik des Meisters kennenlernen möchten. Hinreissend impulsiv und klangschön musiziert.
    Leider täuscht die Cover-Beschriftung, Vol.1; es wird keinen 2. teil geben, wei ich sicherer Quelle weiss ! :(


    Hier eine der ganz wenigen Aufnahmen einer "großen" Fux-Messe:



    Ausgewählte Geistliche Musik:



    Bei den CPO-Scheiben empfiehlt es sich, "zuzuschlagen" ! Diese sind schon stark preisgesenkt und könnten demnächst ganz verschwunden sein.

    Das geht über das Sagbare hinaus. Das läßt sich nicht deuten und bedarf keiner Deutung. Es kann nur gehört werden. Es ist Musik. (H.H.Jahnn)

  • Hallo!!!


    Schön dass es diesen Thread gibt, Fux Musik scheint also nicht nur mir zu gefallen!! :D :D


    Nun zu seinen Opern: Insgesamt hat er 18 Opern komponiert:
    Il Fato monarchio 1700 Wien,
    L'Offendere per amore overo la Telesilla 1702 Wien
    La Clemenza d'Augusto Poemetto 1702 Wien
    Julo Ascanio, Re d'Alba 1708 Wien
    Pulcheria 1708
    Il Mese di Marzo consacrato a Marte 1709 Wien
    Gli Ossequi della Notte 1709
    La decima Fatica d'Ercole ovvero La Sconfitta di Gerione in Spagna 1710 Wien
    Orfeo ed Euridice 1715 Wien
    Angelica vincitrice di Alcina
    Elisa 1719 Wien
    Psyche 1720 Wien
    Le Nozze di Aurora Festa 1722
    Giunone placata 1725 Wien
    La Corona d'Arianna 1726 Wien
    Enea negli Elisi, ovvero Il Tempio dell'Eternità 1731 Wien


    und eben noch Dafne in Lauro und wahrscheinlich Costanza e Fortezza, die Krönungsoper für Prag 1723, zu der meines Wissens Scarlatti extra aus Lissabon anreiste, nur um sie zu sehen, solch einen Ruf genoß Fux!



    Die Aufnahme selbst hist ganz ok. Die Sänger zwar nicht überragend, aber auch nicht grottenschlecht! Gutes Mittelmaß. Ein guter Kauf, da sie nur ca. 95 Minuten dauert, auch nicht zu lange, für den Einstieg in die Barockoper!!


    Möchte nicht zu lange schwafeln, sondern auf folgenden Thread verweisen: Die Opern von Johann Joseph Fux


    LG Joschi

  • Hallo!
    Es gibt noch folgende CD:


    Il Fonte della Salute (Oratorium op. 23)
    Koike, Perillo, Fiedler, Voss, Chum, Bankl,
    Wiener Akademie, Martin Haselböck



    Ich hab die CD nur gesehen, leider noch nicht gehört, darum kann ich keine Kritik abgeben, bitte diesen Beitrag als Hinweis auffassen!


    LG Joschi

  • Hallo!!


    Hab mir vor längerer Zeit folgende CD gekauft:


    REQUIEM- Johann Joseph Fux


    Es spielt das Clemencic Consort unter der Leitung des Namensgebers!
    Die CD ist nicht so zu empfehlen, da es irgendwie lieblos heruntergeleiert wirkt, diese CD würde ich nicht kaufen!!


    LG Joschi

  • Hallo


    Wir sind erst jetzt auf diesen Thread gestossen und freuen uns darüber. Auch wir überlegten uns zu diesem Komponisten etwas zu schreiben. Besten Dank an BigBerlinBear.


    BigBerlinBear hat ja bereits alle nennenswerten Aufnahmen genannt und Joschi einige Ergänzungen erwähnt. Wir kennen leider keine weiteren Aufnahmen.


    So sind wir gespannt was die angekündigte Aufnahme uns bringen wird.



    Freiburger Barockorchester unter Gottfried von der Goltz


    Gruss


    romeo&julia

  • Hallo Romeo und Julia, es gibt manche threads, von denen denke ich, daß ich sie FAST für mich allein schreibe. Daß dem nicht ganz so ist, beweist euer Interesse an einem er ganz großen Komponisten des Barock.
    Die CD, die ihr bestellt habt, befindet sich seit heute in meinem Besitz und im
    Großen ganzen ist nur Erfreuliches darüber zu vermelden.
    Mit der Ausnahme des schon in den späten 70gern unter Harnoncourt eingespielten Rondo aus Dresdener Beständen, (wahrsch. Nachlass Jan Dismas Zelenka) handelt es sich beim "Rest" um Weltersteinspielungen, die, in verschiedenen europäischen Bibliotheken lagernd, in den letzten Jahren aufgearbeitet und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurden. Es handelt sich bei den Werken um suitenförmige Mischformen (Fux war in der Hinsicht weniger engstirnig als manche seiner Zeitgenossen), die alle deutlich vom französisch ("Lullystischen) Styl geprägt sind. Man fühlt sich beim Hören durchaus an die Instrumentalmusik Henry Purcells erinnert, der ja mit Fux
    gleichaltrig war. Eine Fuxsche Besonderheit ist die Verwendung lokaler Stil-Elemente, in seinem Falle der streirischen Volksmusik, die der Bauernsohn aus St. Marein am Pickelberg schon als Kind kennegelernt haben wird. Bewundersnwert, wie immer bei Fux, die kompositorische Meisterschaft, nazuvollziehen bis in die letzten Verästelungen ganz profaner Klang-Modelle.
    Wohlgemerkt: wer das wirkliche Genie dieses Komponisten kennenlernen möchte, muss sich mit seiner Kirchenmusik, in der er wahrhaft Unvegängliches geschaffen hat, auseinandersetzen.
    Im Bereich der Instrumentalmusik hat er
    sehr ernstzunehmende Konkurrenz unter etlichen Zeitgenossen.
    Aufnahmetechnisch hätte ich mir etwas mehr Brillianz gewünscht. Das Klangbild
    war in der Fuxeinspielung unter Lorenz Duftschmid dem Gegenstande angemessener.

    Das geht über das Sagbare hinaus. Das läßt sich nicht deuten und bedarf keiner Deutung. Es kann nur gehört werden. Es ist Musik. (H.H.Jahnn)

  • unter diesem etwas pauschalem Titel verbirgt sich eine der schönsten Einspielungen speziell sakraler Barockmusik, die im Jahr 2006 erschienen ist.
    Zugegeben: die (allegemein) bekannten Instrumental-Werke Schmelzers, die auch allesamt schon in anderen, löblichen Einspielungen vorliegen hätten hier nicht zwingend sein müssen, gibt es doch noch immer unveröffentlichte Schätze, die zu heben die Zeit mehr als reif ist.


    Eröffnet wird der Reigen mit dem Lied vom "Lieben Augustin", das wohl nach der Türkeninvasion des Jahres 1683 etstanden ist.
    Eigentliche Glanzstücke jedoch sind die hier ERSTMALIG eingespielten geistlichen Vokalwerke des großen Johann Joseph Fux, der immer mehr zu einem meiner Lieblingskomponisten wird.


    Te Deum K271;Stabat Mater K268;Litaniae Sancta Maria K121;Magnificat K98
    sind die Werke , die hier zum 1. Mal in referenzverdächtiger Interpretation erklingen un die ein Äusserstes an Grandeur, Glanz und Prachtentfltung bieten.
    Es ist einfach nur beschämend, daß man so lange auf diese Werke warten musste, aber die Herausgeber setzen noch eins "drauf" in dem sie sagen, es gäbe neben dem hier veröffentlichten Te Deum noch ein Dopplchöriges (m.Wissens nach kann es sich nur um das Werk aus dem Jahr 1698 zum Sieg des Prinzen Eugen bei Peterwardein handeln, daß das hier vorgestellte noch um einiges überträfe. CPO: wir warten !!!!!! :D


    "Armonico Tributo" unter Lorenz Duftschmid muiszieren hingebungsvoll
    und ihre Einspielung wird dem Wert und der Würde, dies betrifft vor allem die Fuxschen Werke und die ergreifende "Aria" in jeder Hinsicht gerecht.
    In der bewährten Interpretation von Mieke van der Sluis wird die wundervolle
    Aria "Gegrüsset seist, Du" dargeboten, die an Innigkeit und Beseeltheit schwerlich zu übertreffen ist. Die Zuschreibung an Schmelzer, der aufgrund meiner Kenntnis ein bedeutender Instrumental-komponist aber nur ein nicht erstklassiger Vokal-Komponist war, leuchtet mir nicht ganz ein. Die meisterhafte Strenge und tiefe Emotionalität des Werkes schliessen für mich eine Zuschreibung an Fux nicht aus.
    Fazit: alles in allem eine Doppel-CD, die höchste Benotung für Repertoire-Wert, Interpretation UND Klangbild verdient und die ein schönes Geschenk auf so machem Gabentisch zu Weihnachten sein könnte.


    Das geht über das Sagbare hinaus. Das läßt sich nicht deuten und bedarf keiner Deutung. Es kann nur gehört werden. Es ist Musik. (H.H.Jahnn)


  • Johann Joseph Fux


    Ouvertüren in d-Moll; in B-Dur (Concentus Musico instrumentalis Nr. 11); in g-Moll (Concentus Musico instrumentalis Nr. 4) & in B-Dur


    Il Fondamento,
    Paul Dombrecht



    Bei dieser Scheibe handelt es sich um eine Wiederveröffentlichung einer urspünglich (1994) bei Vanguard Classics erschienen Aufnahme. Die beiden Ouvertüren in d-Moll und g-Moll auf dieser CD sind auch in der Einspielung von Armonico Tributo Austria unter Lorenz Duftschmid enthalten, die BBB weiter oben schon gezeigt hat. Letztgenannte Aufnahme ist etwas schwungvoller musiziert, dafür hat die Aufnahme mit Il Fondamento IMO ein besseres Klangbild. Hier liegt der Schwerpunkt der Interpretation eher auf dem Noblen, Eleganten.


    Insgesamt eine sehr schöne Erweiterung der Einspielungen Fux´scher Werke, zumal von den anderen beiden Ouvertüren meines Wissen keine weiteren Einspielungen vorliegen. Einziger Schwachpunkt der Produktion sind die vielen Rechtschreibfehler im booklet-Text. :rolleyes:



    herzliche Grüße,
    Thomas

    Da freute sich der Hase:
    "Wie schön ist meine Nase
    und auch mein blaues Ohr!
    Das kommt so selten vor."
    - H. Heine -

  • Hallo liebe TaminoanerInnen


    Da gibt es offenbar doch noch für uns unbekannte Fux-CD's. Danke an BBB und Thomas.
    Die Ouvertüren CD haben wir kürzlich in einem CD-Geschäft in Basel gesehen doch noch nicht angehört.
    Die Ausführung über die cpo-Aufnahme hört sich ja gut an.


    Tja, BBB, mit den Threads die man offenbar fast für sich alleine startet, stehts Du nicht alleine da, diese Erfahrung mussten wir auch schon verschiedentlich machen. Aber vielleicht werden sie ja ab und an gelesen. :rolleyes:


    Gruss


    romeo&julia

  • Hallo,


    auf dieser CD finden sich zwei weitere Vokalwerke von Fux, ein Laudate Dominum und ein Magnificat. Ich kenne die Aufnahme nicht, kann jemand etwas dazu sagen?



    Vespern am Hofe Karls VI in Wien


    Sances: Hoc est praeceptum; Majorem caritatem; Vos amici; Beatus vir; Beati pacifici; O Jesu mi dulcissime; In patientia; Tradent enim vos
    Zächer: Dixit Dominus;Confitebor
    Gletle: Anima Christi;Pie Pellicane;Ave Maria
    Reinhardt: Laudate pueri
    Fux: Laudate Dominum; Magnificat


    Arsys, L'Arpeggiata,
    Christina Pluhar



    herzliche Grüße,
    Thomas

    Da freute sich der Hase:
    "Wie schön ist meine Nase
    und auch mein blaues Ohr!
    Das kommt so selten vor."
    - H. Heine -

  • Mit der von Salisburgensis vorgestellten CD hatte ich bereits "geliebäugelt" es jedoch dann wegen des zu keinen "Fux-Anteils" gelassen. Sollte die CD mal irgenwann und irgendwo billig zu haben sein, werd ich garantiert "zuschlagen".


    Der einzige, mir neben Fux bekannte Komponist auf dieser CD, ist der Schweizer Johann Melchior Gletle (1626-1683), einer der letzten Komponisten, der seine Werke noch in Tabulatur abfasste und in seinen von italenischen Einflüsen geprägten, klangschönen Motetten auch selten zu hörende Instrumente, wie z.b. das Trumscheit, einsetzte. Da mir aber eine Auswahl von Gletles Werke auf CD vorliegt, war auch das Auftauchen dieses Namens für mich kein Grund zum Kauf der Scheibe.

    Das geht über das Sagbare hinaus. Das läßt sich nicht deuten und bedarf keiner Deutung. Es kann nur gehört werden. Es ist Musik. (H.H.Jahnn)

  • Zitat

    Original von romeo&julia
    So sind wir gespannt was die angekündigte Aufnahme uns bringen wird.



    Freiburger Barockorchester unter Gottfried von der Goltz


    Zitat

    Original von BigBerlinBear
    Die CD, die ihr bestellt habt, befindet sich seit heute in meinem Besitz und im
    Großen ganzen ist nur Erfreuliches darüber zu vermelden.
    [....]
    Aufnahmetechnisch hätte ich mir etwas mehr Brillianz gewünscht. Das Klangbild war in der Fuxeinspielung unter Lorenz Duftschmid dem Gegenstande angemessener.


    Hallo romeo&julia,


    im Großen und Ganzen stimme ich BBB zu, was diese Aufnahme betrifft. Mir gefällt sie auch ausgesprochen gut. Das Orchester läßt eigentlich keine Wünsche offen.


    Auch klanglich finde ich die Aufnahme gut, vielleicht etwas zu viel Kirchenakustik (obwohl nicht in einer solchen aufgenommen). Das hätte für meinen Geschmack seine Spur direkter sein können. Die Duftschmid-Aufnahme bei Arcana ist mir dagegen akustisch ein wenig zu trocken. Aber alles noch deutlich innerhalb der Toleranzgrenze und sowieso Krümelkackerei...


    Habt ihr die CD mit den Freiburgern bereits? Wenn ja, bin ich auf eure Eindrücke gespannt.


    herzliche Grüße,
    Thomas

    Da freute sich der Hase:
    "Wie schön ist meine Nase
    und auch mein blaues Ohr!
    Das kommt so selten vor."
    - H. Heine -

  • Hallo Thomas


    Danke für Deinen Bericht über die Aufnahme vom Freiburger Barockorchester unter Gottfried von der Goltz.


    Nein, wir haben die Aufnahme nicht. Wir konnten Sie in Basel nicht auftreiben. Wenn möglich, versuchen wir die CD's vor dem Kauf zu hören. Gestern wurde die Aufnahme wohlwollend auf Bayern 4 Klassik besprochen und auch Ausschnitte davon ausgestrahlt.
    Zusammen mit Euren positiven Berichten und der Bayern 4 Wertung wird es wohl bei uns über kurz oder lang zu einem Kauf der CD kommen. :yes:


    Die Wunschliste wird immer länger. :rolleyes:


    Die Aufnahme von Vespern am Hofe Karls VI in Wien



    Pluhar


    kennen wir auch nicht. Doch ist die Österreicherin Christina Pluhar immer wieder durch Ihre schönen Aufnahmen aufgefallen.


    Gruss


    romeo&julia

  • Guten Tag


    Bereits 1970 hat N. Harnoncourt mit dem "Concentus musicus Wien" Werke von J. J. Fux eingespielt:



    Die Serenada a 8, das Rondeau a 7 und die Sonata a Quattro.
    Es waren die ersten Fux-Aufnahmen die hörte und höre sie heute noch gerne :jubel: :jubel:


    Gruß aus der Kurpfalz


    Bernhard


  • Hallo!!


    Höre gerade dieses Oratorium. Hier nun meine Kritik:


    Es ist sehr melancholisch, da es auf dem Kalvarienberg, kurz nach dem Tod Jesu spielt.


    Es ist nicht so pompös und prunkvoll, wie ich es mir erwartet habe, da es ja für den Habsburger Hof geschrieben wurde, sondern eher intim und tief traurig, aber nicht minder schön!
    Die Orgelbegleitung in den Arien ist wunderschön und die Sänger und das Orchester sind ebenso toll.
    Leider findet man kaum Bravourarien, aber zum traurigen Charakter des Werkes passt das ganz gut.


    Die Handlung habe ich noch nicht so ganz durchschaut, aber es tummeln sich einige allegorische Gestalten darin. Ich werde mich durch das Libretto aber sicher noch durchlesen!


    Die Wiener Akademie spielt auf Originalinstrumenten, was die Aufnahme meiner Meinung nach noch ordentlich aufwertet.


    Eine absolute Empfehlung, auch wenn es sich teilweise wie eine lange Kantate anhört! (Das soll jetzt nicht abwertend sein!)


    Mein Fazit: Anders als ich es mir erwartet habe, aber ein Genuss. Ein Werk zum Zurücklehnen und genießen. Ach ja, dabei kann man auch gleich das Genie Fux anbeten, dass so eine einfühlsame Musik komponiert hat!
    :jubel: :jubel: :jubel: :jubel:


    LG joschi

  • Zitat

    Original von DonBasilio..........
    Ach ja, dabei kann man auch gleich das Genie Fux anbeten, dass so eine einfühlsame Musik komponiert hat!
    :jubel: :jubel: :jubel: :jubel:
    LG joschi


    Diese Doppel-CD kenne ich schon etwas länger und
    kann der Kritik von Don Basilio
    nur zustimmen. Kompositorisch, musikalisch, sowie auch
    gesangstechnisch - ein Genuß!! Sehr gute Besetzung!
    Eine lohnende Entdeckungsreise auf den Schienen
    von Händel und Pergolesi... falls Referenzen überhaupt
    erwünscht sind. Die Musik spricht für sich.


    Gruß


    :hello:

  • @ romeo & julia


    Eine durchaus lohnende Investition, diese programmatische
    Verflechtung von seltenen (bzw. nie gehörten)
    geistlichen Werke aus dem frühen 18 Jh.


    Vorwiegend stammen die Bestandteile der "Vesper" von
    Giovanni Felice Sances und Johann Melchior Gletle.
    Die Aufnahmequalität ist gut, "der jüngste"
    Chor Frankreichs - h**p://www.arsysbourgogne.com/
    "Arsys Bourgogne", dir. Pierre Cao - sehr niveauvoll.


    J. J. Fux und "L`Arpeggiata" sind an diesem Projekt
    eher mit einem Gastauftritt beteiligt.
    #7 enthält ein "Laudate Dominum" und
    die # 9 ein "Maginificat" von J. J. Fux :jubel:



    Gruß


    :hello:

  • Sagt einmal, hat Fux nicht auch ein Te Deum geschrieben? Ich habe das so in Erinnerung, dass ich dieses Werk gesungen habe. Allerdings bin ich mir wirklich sicher. Die Melodie kann ich noch, ist ja auch unvergesslich ;)

  • Zitat

    Sagt einmal, hat Fux nicht auch ein Te Deum geschrieben?


    Er hat mindestens 3 komponiert, allerdings müsste man da schon wissen, um welches es sich handelt. Eines davon wurde auf dieser sehr empfehlenswerten
    Einspielung veröffentlicht:



    Das geht über das Sagbare hinaus. Das läßt sich nicht deuten und bedarf keiner Deutung. Es kann nur gehört werden. Es ist Musik. (H.H.Jahnn)

  • Guten Tag


    "Barocke Kammermusik am Wiener Kaiserhof" von J.J. Fux,
    der ab 1715 würdig geschätzt , Caroli VI. erster Capellmaister zu seyn,
    hat Rene Clemencic mit dem Clemencic Consort auf dieser



    CD eingespielt.
    Diese CD enthält die Overtüren à 4 No. III + VI aus der1701 verfassten Sammlung "Concentus musicuo-instrumentalis",
    sowie eine Canzona à 3, ein Parthia Trio, eine Partita à 3 und eine Sinfonia à 3.
    Die ausgezeichneten Musiker des Ensemble bringen diese Musilk des steyrischen Bauersohn,
    der viele volkstümliche Elemente in seinen Kompositionen verarbeitet, erlebnishaft zu Gehör.


    Gruß :hello:


    aus der Kurpfalz


    Bernhard

  • Zitat

    Die ausgezeichneten Musiker des Ensemble bringen diese Musilk des steyrischen Bauersohn, der viele volkstümliche Elemente in seinen Kompositionen verarbeitet, erlebnishaft zu Gehör.


    Die eindrucksvollsten Erlebnisse mit dem Clemencic-Ensemble sind die Stoßseufzer der Erleichterung, die man macht, wenn die Spielzeit der CD ENDLICH vorbei ist.
    Auch diese Scheibe gehört zu jenen, die bis zum Schluss zu hören, eine Strafe ist. Bei allen Verdiensten, die sich Celemencic schon sehr früh und explizit auch um Fux machte, SO bitte nicht !

    Das geht über das Sagbare hinaus. Das läßt sich nicht deuten und bedarf keiner Deutung. Es kann nur gehört werden. Es ist Musik. (H.H.Jahnn)


  • Dem würde ich zustimmen. Die Musiker können nicht verbergen, wie wunderbar diese Musik ist, aber es wirkt sehr amareurhaft im schlechten Sinn. Die Aufnahmen von Lorenz Duftschmid (der ja Mitglied von Hesperion XXI unter Jordi Savall ist) sind sehr viel besser.

    Die Basis sprach zum Überbau: "Du bist ja heut schon wieder blau!" / Da sprach der Überbau zur Basis: "Wasis?" (Robert Gernhardt)

  • Vor einigen Tagen habe ich den Bestand meiner Fux Diskographie von einer auf zwei verdoppelt. Nein - das stimmt nict - weil hier handelt es sich um eine Doppel CD

    Ich habe mich diesmal sehr auf die Musik konzentriert, die beim oberflächlichem Hören nur wenig Wiederekennungswert bietet (Barockspezialisten mögen das anders sehen) , nichtsdestoweniger ist sie sehr eingängig und wirkungsvoll und man kann sich vorstellen welchen Eindruck sie einst am österreichischen Hof gemacht hat. Die CD "Concentus Musico-Imstrumentalis" ist erst 2015 aufgenommen und 2016 veröffentlicht worden, Selbst das ausführende Ensemble wurde erst 2010 gegründet.

    Von diesem Werk ist uns nur ein einziges Druck- Exemplar erhalten (es existieren auch keine Abschriften) , von dem allerdngs 4 Seiten des Viola Stimmheftes fehlen (Quelle: Booklet) welch rekonstruiert werden müssen um das Werk komplett aufzuführen, das ist vor Jahrzehnte bereits geschehen, wurde aber für diese Aufnahme erneut gemacht. Die Musik wurde für Kaiser Joseph 1 (1678-1711) geschrieben, der ein interessanter Charakter war: modern, reformfreudig, aufgeschlossen, hochintelligent, sexbesessen , bisexuell und sehr "demokratisch" im Umgang mit seinen Beratern und Lehrern - und heute vergessen. Er starb bereits 1711 im Alter von 32 Jahren an einer Pockenepedemie.....)

    https://de.wikipedia.org/wiki/Joseph_I._(HRR)

    Und noch ein Link, zu den Ausführenden diese wunderbaren Aufnahme:

    https://www.hofkapelle.at/

    mfg aus Wien

    Interpreten SIND Sklaven !