Der Vogelfänger bin ich ja ........- Pagageno - Eine Paraderolle und ihre Interpreten

  • Zitat

    Original von Operngernhörer
    Aber wer ist heute ein TOP - Papageno auf der Bühne ???


    Zu den Top-Papagenos heutzutage gehört sicherlich Adrian Eröd :jubel: , der neben seinen gesanglichern Vorzügen auch ein phantastischer Schauspieler ist. Ich mag die Inszenierung an der STOP nicht besonders, aber wenn Eröd angesetzt ist (jetzt leider immer weniger in dieser Rolle), bin ich immer dabei! Er hat einen feinen, subtilen Humor, natürlichen Charme (der für die Rolle unerlässlich ist) - so stelle ich mir einen Papageno vor.


    Im übrigen hat mir auch Jonathan Lemalu im vergangenen Jahr im TadW recht gut gefallen - aber kein Vergleich zu Eröd!!


    Vor einigen Jahren war auch des öfteren Simon Keenlyside zu hören und auch ihn fand ich sehr ansprechend!

    Hear Me Roar!

  • Marcel Cordes war keineswegs ein bayerischer Papageno, sondern ein Papageno aus der Pfalz. Er hat den Papageno auch garnicht oft gesungen.


    :hello:Herbert.

    Tutto nel mondo è burla.

  • Lieber Dreamhunter,


    ich kenne und schätze sowohl Adrian Eröd als auch Simon Keenlyside in vielen Partien, aber sie sind mir in der Zauberflöte entgangen. :untertauch:



    Lieber Herbert Henn,


    zwischen bayerisch und pfälzisch kann ich als Wiener nicht gut unterscheiden. Aber MC soll m.W. diese Partie bis zu 20 x gesungen haben.


    Liebe Grüße -


    euer Operngerhörer :hello:

  • Für mich ist Christian Boesch DER Papageno, er spielt wunderbar und ist bekannt durch die Zauberflöte für Kinder.


    Ich finde, auf dem Gebiet Oper für Kinder müsste viel mehr geschehen.... :jubel:

  • Liebe Musica,


    gerade wollte auch ich hier Christian Boesch erwähnen - er hat den Papageno immer mit großer Authentizität gegeben und ist m.E. bisher nicht übertroffen worden.


    Grüße!


    Honoria

    "...and suddenly everybody burst out singing"
    Busman's Honeymoon

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  • Hallo, liebe Mozartfreunde,


    für mich ist nach wie vor Dietrich Fischer-Dieskau der Papageno Nr. 1, einmal natürlich wegen seiner überragenden Stimme, aber auch wegen seiner rollengestalterischen Intelligenz, die ihn dazu veranlasste, den Papageno abseits der ausgetretenen Pfade anzulegen. Unvergessen auch sein Duett mit Evelyn Lear (Pamina): "Bei Männern, welche Liebe fühlen". Nicht nur Fritz Wunderlich, sondern auch er waren die Hauptgründe, mir diese Aufnahme 1966, damals auf LP, schon zuzulegen. Mittlerweile habe ich sie längst auf CD und höre sie immer noch gerne.
    Auf den nächsten Plätzen rangieren bei mir Walter Berry in der Produktion der Bayerischen Staatsoper 1972 unter Wolfgang Sawallsich und Christian Boesch in der Produktion der Salzburger Festspiele 1980 unter James Levine.


    Liebe Grüße


    Willi

    1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
    2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).

    Einmal editiert, zuletzt von William B.A. ()

  • Hallo Vogelfänger,


    für mich eindeutig Prey oder Berry. Ohne Federkleid auch Fischer-Dieskau (er singt aber so intellektuell) sh. Aufnahme bei Böhm. Prey bei Solti und Berry bei Böhm, Klemperer und Sawallisch machen es besser.


    Grüße aus Burgdorf


    "Nicht weinen, dass es vorüber ist
    sondern lächeln, dass es gewesen ist"


    Waldemar Kmentt (1929-2015)


  • Die besten Papagenos, die ich bisher hörte, sind auch für mit Prey und Berry, ersterer vielleicht sogar mit ganz leichtem Vorsprung. Fischer-Dieskau ist auf seine Art auch sehr gut, obschon es vielleicht nicht seine Idealrolle ist.

    »Das ist sehr groß, ganz toll! Man möchte sich fürchten, das Haus fiele ein.«

    – Goethe über den Kopfsatz der 5. Sinfonie von Beethoven

  • Zitat

    Original von gerlach
    Hallo Vogelfänger,


    für mich eindeutig Prey oder Berry. Ohne Federkleid auch Fischer-Dieskau (er singt aber so intellektuell) sh. Aufnahme bei Böhm. Prey bei Solti und Berry bei Böhm, Klemperer und Sawallisch machen es besser.


    Grüße aus Burgdorf


    Volle Zustimmung zu Prey und Berry, wobei ich noch ergänzen möchte: Bei der 1954er Fricsay-Aufnahme wirkt Fischer-Dieskau als Papageno noch natürlicher und nicht so verkopft wie bei Böhm 1963.


    :hello:

    Freundliche Grüße Siegfried

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  • Ich frage mich immer wieder, ob man bei der Kritik an Fischer-Dieskaus Papageno seine gesprochenen Dialoge - oder seinen gesungenen Text meint. An zweiterem gibt es meines Erachtens nach nichts zu mäkeln. Ersters ist sicher nicht "wienerisch", das kann man akzeptieren oder nicht.
    Diese Rolle und ihre Sprachstellen sind auf Tonträger kaum ädiquat zu realisieren, meist wirken sie gestelzt oder aber zu künstlich volkstümlich. ein Effekt der auf der Bühne durch Aktion und Handlung kaschiert wird.
    Manche Aufnahmen versuchten das Problem durch weglassen der Texte in den Griff zu bekommen, andere verliessen sich auf Schauspiele für die Sprechstellen, oder aber (das Alllerschlimmste !!)- ein Erzähler (bzw eine Erzählein) erzählt die Handlung.,.....


    Keine dieser Lösungen hat je ein befriedigendes Ergebnis erbracht...


    mfg aus Wien


    Alfred

    SPARE IN DER NOT - DA HAST DU ZEIT DAZU



  • Zitat

    Original von Alfred_Schmidt
    Ich frage mich immer wieder, ob man bei der Kririk an Fischer-Dieskaus Papageno seine gesprochenen Dialoge - oder seinen gesungenen Text meint...
    Mit freundlichen Grüßen aus Wien
    Alfred


    In erster Linie geht es um den Gesang. Die Dialoge sind, wie in einem früheren Thread schon erwähnt, nur schmückendes Beiwerk.


    Interessant übrigens, daß bei Fricsay die Hauptrollen-Dialoge von Schauspielern gesprochen wurden, bei Böhm dagegen durften die Sänger auch reden.


    :hello:

    Freundliche Grüße Siegfried

  • Dieser Thread hat nun schon einige Zeit am Buckel.
    Manche werden meine, daß man ihn schliessen udn durch einen neuen ersetzen solle. Aber da würde ja ein ganzes Stück Taminovergangenheit ausgelöscht. hier wurde viel interessantes gesagt,


    Dennoch habe ich erstmals die Kritik von verschiedenen Tamino-Aspiranten verstanden, welche uns (und mir im besonderen) vorwarfen, zu vergangenheitsorientiert zu sein.
    Immer wieder werden dieselben Namen genannt: Kunz, Berry, Prey und Fischer Dieskau. Und das natürlich zu Recht.


    Neuere Interpreten haben hautzutage schlechtere Karten, weil die Tonträgerindustrie ja viel weniger aufnimmt, und eigentlich die Promotion auch gedrosselt hat. Sie werden dadurch relativ weniger bekannt als sie eigentlich verdienten.


    Andrerseits gibt es nun DVD und BLUERAY zwei Aufzeichnungsverfahren auf Video, die - egal welche Verbesserungen die Zukunft bringen mag - an sich schon mit Genuss betrachtet und gehört werden können - sodaß ich begonnen habe mir diesbezüglich eine kleine Sammluing zuzulegen.


    In diesem Zusammenhang bin ich gleich mit DREI Papagenos konfrontiert worden, die hier bis dato nur am Rande oder sogar überhaupt nicht erwähnt wurden erwäht wurden.


    Wolfgang Brendel - Simon Keenlyside - Detlef Roth


    Hier meine persönlichen Eindrücke, die sich vorzugsweise mit der Gestaltung befassen, denn gesanglich bleiben in keinem der Fälle WÜnsche offen.


    Alle 3 Protagonisten stammen nicht aus Wien, haben also keinen "Heimvorteil", denn Papageno wurde ja stetsd im Wiener Dialekt gegeben, wenn dies möglich war. Auch ich habe bis vor kurzem geglaubt, dies wäre die einzig mögliche Art, die Rolle zu gestalten.


    WEit gefehlt.


    Wolfgang Brendel ist - gesanglich untadelig - ein eher trockener humorloser, auf miich langweilig wirkender Papageno. Man ersetzte den "wienerischen" durch eine "bayrischen" Papageno, ein nicht ganz falsches Konzept, das leider nicht aufgeht, weil Brendel weder über Wiener, noch Bayrischen Charm oder Witz verfügt und die Rolle eher derb und "hemdsärmelig" anlegt.



    Simon Keenlyside - Sein Papageno wurd vielerorts gelobt, vermutlich in der Hauptsache in London. Ich erwähne gern sein akzentfreies Deutsch, aber das reicht meiner Meinung nach noch lange nicht, um die Rolle überzeugend zu gestalten.
    Wie schrieb doch ein Kritiker: Simon Keenlysides introvertierter, nachdenklicher Papageno ....(aus dem Gedächtnis zitiert)
    Mag sein, daß das einige reizt, ich finde jedoch, daß Papageno, von ihm dargestellt, zur verwahrlosten Trauerfigur wird mit dem depressiven Humor eines Clowns ausgestattet (und das spärlich) Ich gebe zu: Ich mag keine Clowns - und finde sie auch nicht lustig.
    Unterstrichen wurde dies in der mir zur Verfügung stehenden Einspielung aus Covent Garden (Kritik volgt demnächst im DVD -Opernteil) noch durch sein trostloses Kostüm.
    Die sängerische Leistung bleibt unangekratzt....



    Detlef Roth ist für mich der derzeit überzeugendste Papageno, den ich kenne.
    Dieser Papgeno ist hyperaktiv, tollpatschig, flink und wendig gleichzeitig,
    Seine Augen blicken stets erstaunt in die Gegend, an allem interessiert und nichts verstehend. Und vielleicht gar nicht verstehen wollend. Die geringfügigen Texte erfüllt er mnit Leben , wie ich es nur selten erlebt habe, er wirkt zu den zuvor beschriebenen Eigenschaften zudem noch trotzig, starrsinnig wie ein verzogenes Kind.
    Wenn er beispielsweise sein Glockenspiel (in der von mir gesehernen Inszenierung eine Spieldose mit Kurbel) zum Erklingen bringt, denn bekommen seine Augen einen fanatischen Gesichtsausdruck, wie den eines Autisten, der mit seinem Liebklingsspielzeug befasst ist.


    Daß er kein Mädchen finden kann, das will man nicht so recht glauben. Die gesamte entsprechende Klientel im Zuschauerraum sollte eigentlich hingerissen sein - und ist es vermutlich auch.
    Daß Pamina sich für Tamino und nicht für Papageno entscheidet ist mir schleierhaft. vermutlich eine Fehlentscheidung der Götter..... :D


    Im Umgang mit Sprachmelodie in den Sprechstellen erweist sich Roth als Meister, da braucht es keine Schauspieler - er ist selber einer.
    Daß er das Wienerische nicht beherrscht ist hier kein Manko, daß er nicht versucht es zu imitieren, ein Plus, das ich zu schätzen weiß.
    Er ist bei diesem Darsteller völlig belanglos........


    Hervorzuheben wäre noch, wenngleich nicht das Verdienst des Sängers, dias überbunte fröhliche Papageno-Kostüm..



    mfg aus Wien


    Alfred

    SPARE IN DER NOT - DA HAST DU ZEIT DAZU




  • Wieder einmal interessant wie unterschiedlich die Eindrücke sein können.
    Wolfgang Brendel ist für alles andere als langweilig. Er kommt für mich einfach nur herzlich natürlich rüber. Ich finde sein Spiel pointenreich, sehr aufmerksam. Sicher, Wienerisch ist das nicht nicht, aber auch nicht gewollt Bayrisch.


    Und Simon Keenlyside? Der ist für mich wohl einer der besten Papagenos der letzten Jahre. Dass sein Papageno oft tragisch wirkt (in der DVD aus London), ist sicherlich ein "Verdienst" von David McVikar. Aber auch bei ihm merkt man, dass falsche Komik nicht seine Sache ist. Fast überflüssig zu erwähnen, dass er mit vollem Körpereinsatz an die Rolle geht. Geradezu großartig wie er "ein Mädchen oder Weibchen" singt, das ist wirklich als Herzenswunsch interpretiert. Wenn man auf der DVD genau hinhört, wird man aber schnell merken, dass Keenlyside an dem Abend leicht idisponiert war. Im Duett mit der Papagena muss er sogar einmal husten. Das tut seiner Leistung aber keinen Abbruch.

  • @ WotanCB und Rest der Welt


    Zitat

    Wieder einmal interessant wie unterschiedlich die Eindrücke sein können.


    Ja - und das ist gut so.


    Ansonst bräuchte es ja nur EINE Aufnahme zu geben - in Zeiten von Mouiltimedia wäre diese Gefahr ohnedies sehr groß.


    Aber die Geschmäcker sind eben verschieden und Rezensionen - ich betone das immer wieder - subjektiv.


    Man kann zwar falsche Intonation , Indisposition, oder was auch immer - orten und anprangern - dem subjektiven Gesamteindruck tut das keinen Abbruch.


    Ich schrieb meine Meinung (und werde sie in den folgenden beiden noch ausstehenden Rezensionen - geringfügig verfeinert - widerholen und begründen - aber ich erhebe nicht den Anspruch, daß meine Sichtweise die einzig richtige sei.


    Ich finde auch gut, wenn hier widersprochen wird - es zeigt dem geneigten Mitleser, daß nicht alles Schwarzt ist was ein Rezensent schwarz sieht - und umgekehrt nicht jede Jubelinterpretation von allen bejubelt wird.


    Zudem versuche ich mich dazu zu erziehen, gelegentilch mehr aktuelle Interpreten kennenzulernen, zu hören und zu beschreiben.
    Die "alte Grarde" ist aber dabei immer im Hinterkopf, was sicher keine Neutralität gewährleistet....


    Näheres dann in den nächsten Wochen im Bereich DVD Opernkritik


    Lg aus Wien


    Alfred

    SPARE IN DER NOT - DA HAST DU ZEIT DAZU



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  • Mir persönlich gefiel auch sehr gut Ruben Drole in der gewöhnungsbedürftigen Inszenierung (Kusej) der Zürcher Zauberflöte 2007.
    Er zeigte großes darstellerisches Talent, gestaltete den Papageno teilweise deftig, teilweise auch sehr sensibel mit einem schönen ausdrucksstarken Bariton.


    :hello:
    Jolanthe

  • Es ist mir ein Bedürfnis meiner Beschreibung der drei Papagenos noch etwas Relativierendes hinzuzufügen.


    Diese Beschreibungen sind durchaus subjektiv und erheben keinerlei dogmatischen Anspruch. Kritiken im Allgemeien sagen ja in der Regel mehr über den Kritiker aus, als über den Kritisierten. Im Speziellen Fall sollte hier aber gar keine Kritik abgegeben werden, allenfalls ein persönlicher Eindruck.


    Mein Eindruck wurde stets von ZWEI Komponenten geprägt: Zum einen von den "großen "Papagenos der Vergangenheit - (würden die HEUTE noch bestehen können ? ***) - zum andern von der jeweiligen vorher gesehenen. Hiebei haben stets die bereits gesehenen einen gewissen Vorteil, weil sie prägend wirkten - wenn sie nicht der Auffassung des Rezensenten diametral gegenüberstanden.


    Nach wiederholtem Ansehen der 3 Inszenierungen (ja ich mag sowas - beim erstenmal sehen entgehen dem Zuschauer viele Feinheiten)
    Bleibe ich zwar bei meiner überschwänglichen Kritik von Detlef Roths Papageno. Er bringt das heitere Element überzeugend ins Spiel, welches Schikaneder sicher gewünscht hat.


    Aber ich schätze nunmehr auch bei Wolfgang Brendel das unaufgesetzte einfache Naturell, welches er dieser Rolle verleiht - und das sicher eine legitime Lesart ist.


    Auch den subtilen tieftraurigen Humor in der Interpretation von Simon Keenlysides erkenne ich nun als Möglichkeit an - wenngleich ich der Ausffassung bin, daß Schikaneder, das soo nicht vorgeschwebt ist.
    Ich erinnere mich, daß ich die Hose des Kostüms mit jener von Charlie Chaplin in seinen Stummfilmen verglichen habe, aber das war nur eine oberflächliche Sicht der Dinge. In Wahrheit hat Keenlyside wedentlich mehr Gemeinsamkeiten, nämlich in erster Linie die Darstellung eines andauerenden Verlierers ("Loosers"), der eigentlich, immer auf der Schattenseite des Daseins angesiedelt ist, und (auch das ist wichtig) immer das tun muß, was die anderen wollen. Schließlich kommte er ja ohne eigenes Zutun in das ganze Schlamassel.


    Ein Tamino Mitglied der Vergangenheit beschrieb seine Sicht auf Papageno weiter oben im Thread so:


    Zitat

    Ich empfinde Papageno zudem als eine tragische Figur und die "nun wohl an es bleibt dabei" - Szene hat nichts mehr lustiges. Da ist es vorbei, er hat gesagt er bringt sich um, hat es lange hinausgezögert und wenn in dem Moment nicht die 3 Knaben zur Hilfe eilen ist er tot. das ist ganz klar! Die Tatsache, dass er kein Weib hat ist für ihn unerträglich...Natürlich sollte Papageno mit Charme und Witz rüber kommen aber ich hasse diese li la launebär interpretationen eines Papageno!!


    mfg
    aus Wien
    Alfred









    ***) ich meine hier NICHT in einer "Regietheaterinszenierung" sondern einer "zeitgemäßen" "konservativen" ?

    SPARE IN DER NOT - DA HAST DU ZEIT DAZU



  • Meine drei Lieblinge, auch heute, wie vor zwei Jahren:


    1. Hermanny Prey
    2. Walter Berry
    3. Dietrich Fischer-Dieskau


    Wobei ich Prey wirklich mit Abstand als besten betrachte (komischerweise nur ein einziger Wiener, zwei Berliner).

    »Das ist sehr groß, ganz toll! Man möchte sich fürchten, das Haus fiele ein.«

    – Goethe über den Kopfsatz der 5. Sinfonie von Beethoven

  • Zitat

    komischerweise nur ein einziger Wiener, zwei Berliner


    Aus meiner Sicht ist das gar nicht komisch (im Sinne von verwunderlich), sondern eher leicht erklärbar
    Etliche "Wiener" Papagenos wurden so mit der Rolle identifiziert, daß sie kaum mit anderen punkten konnten, wurden dadurch auch nicht international bekannt und hatten keinen Exklusivvertrag mit einer Plattenfirme, die ihrerseits einerseits auf "Weltstars" setzte - oder aber zumindest einen "ihrer" Sänger mit dem ein langfristiger Vertrag bestnd, zum Zuge kommen liiessen.


    Diese Praktiken sind natürlich auch bei anderen Rollen gang und gäbe - aber beim dich sehr spezifischen "Papageno" leichter zu erkennen....
    Einer der besten Papagenos war übrigens der Wiener Erich Kunz.


    mfg aus Wien


    Alfred

    SPARE IN DER NOT - DA HAST DU ZEIT DAZU



  • Hi


    Der beste Papageno der letzten Jahrzehnte war zweifellos Christian Boesch. Und außerhalb des Salzburger Mitschnitts ist er international nicht sehr bekannt geworden.


    :hello:

    Ciao


    Von Herzen - Möge es wieder - Zu Herzen gehn!


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  • Meine Datenbank zeigt mir 35 verschiedene Aufnahmen mit Erich Kunz, darunter zwei Zauberflöten-GA.
    1950 unter Karajan und 1954 unter Keilberth. Ich muss sagen, als Papageno steht er den bisher Genannten
    in der Tat in nichts nach. In der Kritik zur Aufnahme von 1950 stand groß in der Überschrift. So sang man
    damals Mozart in Wien. Dem ist nichts hinzuzufügen, da die Sängerriege insgesamt überzeugte.


    LG, Bernward


    "Nicht weinen, dass es vorüber ist
    sondern lächeln, dass es gewesen ist"


    Waldemar Kmentt (1929-2015)


  • Also, meine "Zauberflöte" ist jene Einspielung mit Karl Böhm und ich vermag an Fischer-Dieskaus Rollendarbietung nichts auszusetzen.


    Jetzt habe ich auf einem Trödel die Naxos-Aufnahme mitgehen lassen; den Papageno singt in dieser Aufnahme Georg Tichy, wenn ich - der englischen Sprache nicht mächtig - es richtig lese, dann ist er wohl auch ein Wiener, der seine Aufgabe mit dem richtigen Tonfall löst...


    LG

    .


    MUSIKWANDERER

  • Da wir jetzt zum 60. Geburtstag des Baritons Ludwig Baumann auch einen eigenen Thread über diesen Sänger haben, hier noch eine Bemerkung zu dessen Interpretation des "Papageno".



    Wie im Ludwig-Baumann-Thread bereits erwähnt, war der Papageno die Leib- und Magenrolle des Sängers. Debütiert hat er in dieser Rolle als kaum 25jähriger im Düsseldorfer Opernhaus, aber auf den Münchener Bühnen hatte er ganz besondere Erfolge: Im Gärtnerplatz-Theater in der Inszenierung von Kurt Pscherer spielte und sang er diesen Papageno nicht in einem nachgemachten wienerisch, sondern auf altbayrisch, was ihm als gebürtigen Rosenheimer natürlich von Kind an vertraut war.


    Wer Ludwig Baumann in dieser Rolle auf der Bühne erleben durfte, wird mir bestätigen, dass das ein besonderes Erlebnis war!


    LG


    :hello:

    Harald


    Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
    (Vinícius de Moraes)

  • Von allen Papagenos , die ich auf der Bühne erlebt habe, ist mir immer noch Hermann Prey der liebste. Ich werde nie seinen Papageno in Salzburg (1969 ?) vergessen ! Außer ihm gefielen mir Christian Boesch und Wolfgang Brendel am besten. Ich fand ihn in München nie langweilig, er war zwar etwas burschikoser als Prey und Boesch, aber das passte zu Everdings Inszenierung trotzdem - und gesungen hat er prächtig !

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  • Wer erinnert sich noch an die wunderbaren Papagenos von Heinz "Honzo" Holecek ?


    Er war ja auch als offizieller Kunz - Nachfolger an der Staatsoper im Gespräch.



    Liebe Grüße vom


    Operngernhörer :)

  • Ja, Heinz Holecek war vielleicht der wienerischste Papageno. Er gehört in dieser Rolle in die Reihe der Unvergesslichen.


    Es gibt eine sehenswetrete Filmaufzeichnung der "Zauberflöte" in der unter anderem Renate Holm, Werner Holweg, Mimi Coertse, Gottlob Frick u. a. singen und der junge, damals wie Roy Black aussehende Honco fabelhaft singt und noch die Aufführung kommentiert.


    Herzlichst

    Umfassende Information - gebündelte Erfahrung - lebendige Diskussion- die ganze Welt der klassischen Musik - das ist Tamino!

  • Lieber Operngernhörer,


    die Sendung in der die Ausschnitte aus der "Zauberflöte" kommen heißt "Zauber derStimme". Ich glaube nicht, dass sie noch erhältlich ist. Ich werde sie aber demnächst brennen lassen und da könnte ich eine Kopie für Dich mitmachen lassen.


    Nur wie kommen wir zusammen? Ich müßte dafür Deine postalische Anschrift haben und ein Direktkontakt über unser Forum ist ja nicht möglich. Fällt Dir eine Lösung ein?


    Übrigens Neugier ist eine Grundtugend, um zu lernen!


    Herzlichst


    Operus

    Umfassende Information - gebündelte Erfahrung - lebendige Diskussion- die ganze Welt der klassischen Musik - das ist Tamino!

  • Durch einen Zufall kam ich soeben nach längerer Zeit wieder auf auf diese Seite.
    Dabei ist mir aufgefallen, daß vorzugsweise Papagenos der Vergangenheit als "die besten" genannt wurden.
    Das ist an sich kein Wunder, denn bei der Gestaltung der Rolle wird ja traditionellerweise in ersterLinie der schauspielerische Anteil der Leistung gewürdigt - und der ist stets auch ein wenig inszenierungs- und ausstattungsabhängig, inwieweit
    die Darstellung mit dem Rollencliche´ bzw der Erwartungshaltung des Publikums kompatibel ist
    Das geht natürlich unterschwellig vor sich, aber (nur als Beispiel), die (an sich beeindruckende) Londoner Zauberflöte mit ihren vorwiegend düsteren Bühnenbildern und eher in grau gehaltenen Kostümen stimmt depressiv - so depressiv wie Papageno auf uns wirkt.
    In diesem Umfeld (und die Londoner Zauberflöte ist noch eine der besten, wie ich meine) kann sich natürlich kaum ein Papageno entwickeln, der seiner Rolle gerecht wird.


    Aber diese von mir geäusserte Kritik ist eine relative. Im Rahmen der Tonaufzeichnung - sagen wir ab Beginn der HIFI-Stereo Ära - kann ich auf die "großen" Papagenos der Vergangenheit zurückgreifen. Im Rahmen HEUTIGER Tonaufnahmen - und vor allem von Liveaufnahmen kann ich das NICHT.


    Gehen wir also von der Annahme aus, die Ton-und Bildaufzeichnung wäre erst 2000 erfunden worden, und wir würden die Papagenos der Vergangenheit gar nicht kennen. Wer wäre dann euer Favorit ?

    SPARE IN DER NOT - DA HAST DU ZEIT DAZU



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