Edition Tamino-Ranking: Schostakowitsch-Sinfonien

  • Hallo,


    mal ein kleiner Sommerloch-Thread.... Einige werden sicher die ewigen Rankings satt haben, ich aber frage Euch: Welche sind Euere liebsten Sinfonien von Schostakowitsch? Mein Ranking:


    Nr. 15: Todesahnung, Galgenhumor, Pessimismus, Schwelgerei im Bruckner/Mahlerspätstil, einfach ergreifend!
    Nr. 10: Obwohl ich sie gar nicht mal vollständig durchdrungen habe eine so hohe Einschätzung.
    Nr. 08 (fand ich schon immer reizvoller als die vergleichbare Nr. 7)
    Nr. 04
    Nr. 06
    Nr. 07
    Nr. 09
    Nr. 05 (immer gern gehörtes Spektakel... aber... naja...)
    Nr. 14 (hab ich noch nicht genug durchdrungen. Steigt vielleicht später im Ansehen)
    Nr. 13 (hab ich noch nicht genug durchdrungen. Steigt vielleicht später im Ansehen)
    Nr. 01 (schwer zu entscheiden, ob mir die Nummer 1 vielleicht nicht doch lieber als #9, #5 und #7 ist....)


    ----- mit einigem Abstand:


    Nr. 11 (Hübsches, unaufgeregtes Revolutionsgemälde aber nicht wahnsinnig interessant)
    Nr. 12 (wie Nr. 11)
    Nr. 02 (interessiert mich im Moment gar nicht. Lerne ich später kennen)
    Nr. 03 (interessiert mich im Moment gar nicht. Lerne ich später kennen)

  • Was für eine teuflische Idee...! :D
    Ich mache einmal einen Versuch.


    8
    14
    15
    Diese Trias ist für mich gleichwertig - für mich gehören diese Werke zum Bedeutendsten, was in der Musikgeschichte an symphonischer Musik vorhanden ist.


    4
    Ich bewundere den russischen Futurismus - und das ist eines seiner Meisterwerke! Für mich: Aufwühlend!


    10
    11
    13
    Wieder eine Trias, bei der ich mich nicht entschließen kann, eines der Werke höher als das andere zu stellen. Für mich russische Seele pur.


    7
    Fraglos ein Meisterwerk, das ich sehr mag und das ich auch erschütternd finde, das aber nicht diese Skala an Gefühlen in mir wachruft, wie die zuvor genannten Werke.


    5
    9
    Großartige Satire, die ich faszinierend finde, die mich aber emotional nicht so berührt.


    2
    Ein Werk mit vielen Fehlern und Schwächen, aber es weht ein Feueratem durch diese Musik, der mich für vieles entschädigt.


    1
    6
    12
    Was war der Kerl doch für ein unglaublicher Handwerker - und das schon mit 19 im einen Fall!


    3
    Einmal hat sogar Schostakowitsch Mist gebaut. Natürlich auf relativ hohem Niveau. Aber auch Hochniveau-Mist ist Mist...



    Wobei ich jetzt hinzufügen will, daß mir meistens die Schostakowitsch-Symphonie die liebste ist, die ich gerade höre, die Reihung also quasi ein Ergebnis aus der Distanz ist.
    Die Symphonien von ihm, für die das nicht gilt, sind 1, 2, 3, 6 und 12 - sie sind für mich quasi dii minores - während 8, 14 und 15 die unverrückbaren Fixsterne sind.

    ...

  • 4,8,14,15
    zählen für mich zum Gipfel der Sinfonik überhaupt, wobei ich mich mit 4 anfänglich etwas schwer tat, nach intensiverer Beschäftigung mit dem russischen Futurismus jedoch ist sie das Werk, das gehörig "einzupeitschen" vermag.


    Nr 8 und 14 sind gewiss geistesverwandt und stehen BEIDE in ihrer Zeit auf so einsamer Höhe, daß keinerlei Vergleiche mit anderen Werken hinzugezogen werden können. Beide Werke berühren mich emotional am tiefsten.
    Bei Nr. 15 habe ich den Eindruck, als habe Schostakowitsch nicht mehr "letzte Hand" an die Instrumentierung anlegen können. Sein Sohn Maxim, einer der bedeutenden Interpreten dieses Werkes, machte in einem Interview eine derartige Andeutung.


    Nr. 13, eigentlich eine Kantate, eröffnet den Reigen der späten Werke.
    Hier ist die Balance für eine Gleichwertigkeit ALLER Sätze nicht immer gewahrt; ungeachtet dessen ist sie voll mit wunderbarer Musik und der Teil "Magazinje" (im Laden) ist sicher einer der großartigsten lyrischen Eingebungen
    von Schostakowitsch und macht mich bei jedem Hören aufs neue betroffen.


    Nr. 5 und 7 erfreuen sich allergrößter Beliebtheit auch bei Klassikkonsumenten, die mit Schostakowitsch sonst nicht allzuviel anfangen können. Wahrscheinlich gehören beide Werke zu jeden, die eher durch seltenes denn allzu häufiges Anhören gewinnen.


    10, 11, 12 sind zumindest in Teilen von Kompromissen geprägt,an denen auch für Schostakowitsch kein Weg vorbei führte. 10 war mir lange Zeit als eines der "Lieblingswerke" HvKs suspekt, aber langsam findet eine Annäherung statt. 11 ist zweifellos ein großartiges Werk, wobei hier ALLES am Dirigenten liegt, die ganze Schönheit dieser Komposition zur Entfaltung zu bringen. 12 ist bestechendes Handwerk, aber das erwartet man bei Schostakowitsch schließlich.


    1,6,9 sind hörenswerte Musik.


    Die Erde würde weiter um die Sonne kreisen, gäbe es Nr. 2 und 3 nicht, aber sie stünde gewiss still, fehlten die anderen....

    Das geht über das Sagbare hinaus. Das läßt sich nicht deuten und bedarf keiner Deutung. Es kann nur gehört werden. Es ist Musik. (H.H.Jahnn)

  • Hallo,


    ja, das ist wirklich eine teuflische Idee!


    Ich versuche es auch einmal, die Reihenfolge ist nicht willkürlich.


    Nr.13 steht bei mir ganz oben, vor allem, weil mir ein lieber Freund einmal den Orginaltext von Jewtuschenko übersetzt hat, der noch um einiges härter(vor allem für die Russen)ausfällt als die leider bereits bei der ersten Studioeinspielung zensierte zweite Fassung.


    Nr.11,10,8,4,14,15


    Ich denke, daß wir es hier in jedem Falle mit einigen der bedeutendsten Sinfonien überhaupt zu tun haben, wobei die 4.(nicht nur) für mich eine Sonderstellung hat.Dies ist der wahre DSCH der 30er Jahre, den man ansonsten noch in seiner Oper "Lady Macbeth von Mzensk"so kompromisslos antrifft.


    Nr.1,5,7,6,9


    Vielleicht ist die 5. einfach zu populär, den langsamen Satz finde ich sehr stark, auch den 1.Satz der 6.
    Die 7. muß für meinen Geschmack hinter der 8. leider zurückstehen.
    Die 1. gefällt mir auch , allerdings finde ich sie ein wenig zerfasert, das Cellosolo am Schluß ist allerdings ein Traum ;)


    Nr.2,12,3


    Tja, was soll ich sagen?Sie mußten wohl geschrieben werden, wobei die 2. schon einige interessante Stellen hat.


    Na, das ist doch recht konfus, aber ich lasse es mal dabei.


    Mir geht es wie Edwin, die liebste ist mir immer die, welche ich grade höre, bis auf Nr.2,3, und 12.........


    LG,


    Michael

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  • Nun, das ist schwer!


    15
    (Das ist mir DIE LIEBSTE. Es gab mal das Gerücht, Schostakowitsch habe sie zu Tschechows "Schwarzem Mönch" komponiert. Ich glaube zwar nicht, dass es stimmt, aber trotzdem muss ich immer an die Geschichte denken.)
    14
    (Auch die ZWEITLIEBSTE gehört zum Spätwerk.)
    5
    (War mir früher die Liebste und wird mich immer in die Zeit zurückversetzen, als klassische Musik für mich brandneu war, ich hab die Symphonie in der Rostropowitsch-Version auf Teldec rauf und runter gehört und noch immer gibt es nur wenige Werke, die mich emotional so berühren.)
    8
    (Bissige Satire eingerahmt von äußerst erschütternder Musik.)
    ---
    1
    (Einfach klasse, mit ihr könnte man Jugendliche am ehesten für klassische Musik begeistern!)
    10
    Irres Scherzo,
    Gänsehautmoment: D-Es-C-H
    9
    Monumentales Werk in der Tradition großer Neunter, man ist ergriffen! :hahahaha:
    13
    Huch, so weit unten? Irgendwas stimmt da nicht...
    7
    (Muss man live hören, bei einer guten Aufführung wird sie dann kurzzeitig zur Lieblingssymphonie!)
    4
    (Ich muss sie mal wieder hören, vielleicht steigt sie in meiner Gunst dann weiter hoch!)
    6
    Ganz nett!
    11
    Auch ganz nett!
    2
    Hat was!
    12
    Filmmusik!
    3
    :no:

  • na, dann will ich auch mal :


    11
    8
    5
    9
    6
    15
    1
    4
    13
    7
    10
    12
    2
    3
    14


    rolo :hello:

    Es wird immer weitergehn, Musik als Träger von Ideen.

    Kraftwerk

  • Hallo,


    ich kenne zwar beileibe noch nicht alle Sinfonien von DSch, deshalb kann ich kein ranking erstellen, aber diese Sinfonien faszinieren mich immer mehr. Gestern habe ich die Vierte gehört (Roshdestwenskij) und war hin und weg vom letzten Satz. Den mußte ich mir trotz seiner Länge dann gleich mehrmals anhören, das Ding ist einfach der Hammer!



    Deutliche Spuren hinterlassen haben bei mir bisher die Nr. 8 und 4.
    Keine Spuren hinterlassen haben Sinfonien Nr. 1, 3 und 12.



    herzliche Grüße,
    Thomas




    PS: BBB wird´s freuen :D

    Da freute sich der Hase:
    "Wie schön ist meine Nase
    und auch mein blaues Ohr!
    Das kommt so selten vor."
    - H. Heine -

  • Mein Favorit ist die 13.
    Dann kommen 5, 8, 9, 15


    Und die 13. wird immer besser, mit jedem Mal hören!

    Bitte bedenken Sie, dass lautes Husten - auch zwischen den Stücken - die Konzentration der Künstler wie auch den Genuss der Zuhörer beeinträchtigt und sich durch den Filter eines Taschentuchs o. ä. erheblich dämpfen lässt.

  • Interessant ist das "Ranking", welches Mariss Jansons im aktuellen "Fono-Forum" abgibt. Er ist der Auffassung, daß die 2.,3.,12. aber auch erstaunlicherweise "Teile der 13." NICHT auf demselben Niveau seien wie die übrigen. Bei den erstgenannten deckt sich das mit meiner Auffassung; die Hinzufügung von Nr. 13., einem meiner Lieblingswerke von Schostakowitsch, macht mich ein wenig ratlos. Vor kurzem ist eine beachtliche Einspielung genau jener 13. Sinfonie unter Jansons erschienen:


    Das geht über das Sagbare hinaus. Das läßt sich nicht deuten und bedarf keiner Deutung. Es kann nur gehört werden. Es ist Musik. (H.H.Jahnn)

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  • Hallo,


    die Schostakowitsch-Sinfonien sind für mich die größten sinfonischen Gipfelpunkte überhaupt. Natürlich muß man bei einigen Sinfonien, die wohl Experimentalwerke waren Einschränkungen machen (Nr.2 und 3).


    An oberster Stelle stehen bei mir die Sinfonien Nr. 1,4,5,6,8,9,10,11,12,15.
    Dazu eine Reihenfolge zu erstellen fällt mir äußerst schwer, da ich alle genannten gleichermaßen, jede auf ihre Art schätze.
    :) Aber ich versuche es trotzdem mal: Nr. 1 - 9 - 5 - 8 - 6 - 10 - 4 - 15 - 11 - 12


    Das der große Geniestreich des 19jähigen Schostakowitsch bei den Taminoanern nur im Mittelfeld, oder ganz hinten liegt wundert mich schon, den die Sinfonien Nr.1 und 9 waren mein erstes direkt durchschlagender Schostakowitsch-Erlebnis in den 70er-Jahren und bis heute heiß geliebt.
    Gefolgt von der Sinfonie Nr.5, die in ihrer Durchschlagskraft ihres Gleichen sucht - ebenfalls dann der 3. Wahnsinnssatz, der Sinf.Nr.8 und der letzte Satzder Nr.6, der einen mit Roshdestwensky umhaut.
    Die Sinfonie Nr.10 mit dem DSCH-Thema gehört gleichauf genannt zu werden unter den Ersten, aber man muß ja eine Reihenfolge erstellen. Die aufwühlende Nr.4 ist ebenfalls grandios und steht weit vorne, so wie die Sinfonie Nr.15. Wenn man Lust auf ein Spectacel hat, dann sind die Sinfonien Nr.11 und 12 richtig - Filmmusik - nein - große Sinfonik !


    :) Weiteres Ranking: Nr. 7 - 13 - 14 - 2 - 3
    Das ich die Sinfonie Nr.7 erst jetzt nenne liegt daran, das ich dieses Werk zwar auch hoch schätze, aber vielleicht nicht mehr so, wie früher. IMO muß man bei dieser Sinfonie beim Hören zu viel Geduld aufbringen, bis sich wiedermal ein weiterer Spannungsbogen ergibt. Da geben mir die vorgenannten Sinfonien einfach mehr.
    Da ich nicht der Gesangsfanatiker bin, folgen erst jetzt die Sinfonien Nr.13 und 14.
    Wenn die Nr.2 und Nr.3 ganz fehlen würden, würde die Welt auch nicht untergehen, aber auch diese werden hin und wieder von mir aufgelegt.

    Gruß aus Bonn, Wolfgang

  • Zitat

    Original von BigBerlinBear
    Interessant ist das "Ranking", welches Mariss Jansons im aktuellen "Fono-Forum" abgibt. Er ist der Auffassung, daß die 2.,3.,12. aber auch erstaunlicherweise "Teile der 13." NICHT auf demselben Niveau seien wie die übrigen. Bei den erstgenannten deckt sich das mit meiner Auffassung; die Hinzufügung von Nr. 13., einem meiner Lieblingswerke von Schostakowitsch, macht mich ein wenig ratlos. Vor kurzem ist eine beachtliche Einspielung genau jener 13. Sinfonie unter Jansons erschienen:



    Hat er nicht für genau diese Aufnahme den Grammy gekriegt? ?(
    Das wäre ja ein Hammer: eine Auszeichnung ausgerechnet für die Aufnahme eines Werks, das man selbst nicht sonderlich schätzt 8o


    Übrigens: bevor man diese einzelne Aufnahme erwirbt, gleich noch ein paar Euro drauflegen und die neue GA-Box erwerben!!!
    (Verwunderlich, dass EMI so kurz nach der Einzelveröffentlichung diese vielbeachteten Aufnahmen zum Spottpreis verschleudet...)


    :hello:
    Stefan

    Viva la libertà!

  • Jansons ist sicher der Meinung, daß die anderen Sätze gegen den ersten abfallen. Meiner Meinung nach dirigiert er das leider auch so: Im Vergleich zu Kondraschin und Roschdestwenskij sind bei Jansons die folgenden vier Sätze wesentlich weniger emotional aufgeladen.

    ...

  • Ich habe für diese Aufnahme über 20 Euro gezahlt.


    :motz:


    Sie ist allerdings einer meiner Lieblinge in meiner Sammlung.
    Wie ausführlich ist denn das Beiheft bei der Gesamtbox?

    Bitte bedenken Sie, dass lautes Husten - auch zwischen den Stücken - die Konzentration der Künstler wie auch den Genuss der Zuhörer beeinträchtigt und sich durch den Filter eines Taschentuchs o. ä. erheblich dämpfen lässt.

  • Zitat

    Original von Edwin Baumgartner
    Jansons ist sicher der Meinung, daß die anderen Sätze gegen den ersten abfallen. Meiner Meinung nach dirigiert er das leider auch so: Im Vergleich zu Kondraschin und Roschdestwenskij sind bei Jansons die folgenden vier Sätze wesentlich weniger emotional aufgeladen.


    Hallo Edwin,


    wie kann er dann trotzdem so viel Lob für die Aufnahme bekommen?
    [ich kann sie schlecht beurteilen, da bei mir die Symphonien mit Vokalanteil noch eher außen vor sind - quasi in der "to listen"-Liste, da man mehr Hintergrundwissen benötigt, als bei den anderen, um zu wissen, was genau er ausdrücken will]


    Hallo Merlot,


    hätte auch nie gedacht, dass die das so schnell und so billig rausgeben. Hab dann halt zugeschlagen, da sie sowieso auf meiner Liste "später mal genauer anhören und eventuell zulegen" waren...
    Das Beiheft hat ca. 70 Seiten, etwa die Hälfte sind Texte der Vokalstellen, 15 Angaben zu den Einzel-CDs (Werk, Satzbezeichnung, Dauer, Orchester, Aufnahmeort etc.), die restlichen 20 Seiten dann Erläuterungen zu den Symphonien wie üblich in Englisch, Deutsch und Französisch, als so 7 Seiten pro Sprache (wenn ich mich nicht irgendwo jetzt verzählt habe ;) )


    :hello:
    Stefan

    Viva la libertà!

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  • Zitat

    Original von Barezzi
    Das Beiheft hat ca. 70 Seiten, etwa die Hälfte sind Texte der Vokalstellen...


    Besonders gefreut hat mich die gute deutsche Übersetzung der Texte, da eine lediglich englische Übersetzung im Booklet mir bei diesen nicht einfachen Texten teils Kopfschmerzen beim selberübersetzen bereitet.

  • Hallo Barezzi!
    Jansons' Aufnahme ist keineswegs schlecht, sie ist sogar ziemlich gut, wenn man vom Durchschnitt ausgeht. Daß sie sehr hoch (für mich, bei aller Liebe zu Jansons, zu hoch) bewertet wird, liegt daran, daß die Einspielungen von Kondraschin und Roschdestwenskij nur schwer zu bekommen sind. Kurz: Ich fürchte, vielen fehlt die Vergleichsbasis.
    :hello:

    ...

  • Zitat

    Original von Edwin Baumgartner
    Hallo Barezzi!
    Jansons' Aufnahme ist keineswegs schlecht, sie ist sogar ziemlich gut, wenn man vom Durchschnitt ausgeht. Daß sie sehr hoch (für mich, bei aller Liebe zu Jansons, zu hoch) bewertet wird, liegt daran, daß die Einspielungen von Kondraschin und Roschdestwenskij nur schwer zu bekommen sind. Kurz: Ich fürchte, vielen fehlt die Vergleichsbasis.
    :hello:


    Hallo Edwin,


    also werde ich um die von Dir immer wieder im Zusammenhang mit Schostakowitsch empfohlenen Dirigenten wohl die nächsten Jahre irgendwann nicht mehr drum rum kommen... (habe auch schon mal nachgesehen - so ne einfache Komplettedition gibts wahrlich nicht X( )


    Zitat

    Besonders gefreut hat mich die gute deutsche Übersetzung der Texte, da eine lediglich englische Übersetzung im Booklet mir bei diesen nicht einfachen Texten teils Kopfschmerzen beim selberübersetzen bereitet.


    Hallo ThomasBernhard,


    Solche Kopfschmerzen könnten in etwa die Texte bei den Naxosausgaben verursachen :D angliziertes Transkription des kyrillischen Originaltextes mit toller Übersetzung :stumm:


    :hello:
    Stefan

    Viva la libertà!

  • Hallo allerseits,


    nach Mahler hier nun mein Schostakowitsch-Symphonien-Ranking:


    1. Symphonie Nr. 11 g-moll "Das Jahr 1905", opus 103 1957


    2. Symphonie Nr. 4 c-moll, opus 43 1935/36
    3. Symphonie Nr. 8 c-moll, opus 65 1943
    4. Symphonie Nr. 5 d-moll, opus 47 1937
    5. Symphonie Nr. 7 C-dur "Leningrader", opus 60 1941
    6. Symphonie Nr. 12 d-moll "Das Jahr 1917", opus 112 1961
    7. Symphonie Nr. 2 H-dur "An den Oktober", opus 14 1927
    8. Symphonie Nr. 13 b-moll "Babiy Yar", opus 113 1962
    9. Symphonie Nr. 10 e-moll, opus 93 1953
    10. Symphonie Nr. 15 A-dur, opus 141 1971


    Da ich die restlichen Symphonien extrem selten höre, weil der Funke bei ihnen noch nicht so recht übergesprungen ist, ist die Reihenfolge von dieser Stelle an etwas beliebig.


    11. Symphonie Nr. 9 Es-dur, opus 70 1945
    12. Symphonie Nr. 1 f-moll, opus 10 1924/25
    13. Symphonie Nr. 6 h-moll, opus 54 1939
    14. Symphonie Nr. 14 g-moll, opus 135 1969
    15. Symphonie Nr. 3 Es-dur "Zum 1. Mai", opus 20 1929


    Schöne Grüße
    Johannes

  • Hallo Johannes,


    die Gunst welche der Schostakowitsch-Sinfonien oben steht, liegt sicherlich daran, welche Sinfonien man von Schostakowitsch zuerst gehört hat, die dann zur absoluten begeisterung führetn und welche dann logisch aus Interesse an dem "Wahnsinnsstoff" folgten. Zudem ist es auch genauso Wichtig, welche Interpretationen eine dabei begleiteten.
    Es wundert mich das gerade meine hochfavorisierten Nr.1, 6 und 9 bei Dir weiter unten liegen und bei Dir offenbar der Funke nicht übergesprungen ist !?!
    Liegt es an deinen Aufnahmen ? Welche hast Du ?


    Höre mal die Sinfonie Nr.9 mit Kondraschin. Du wirst keine ander Aufnahme bekommen, die die Ironie und den Spielwitz besser in Klang umsetzt - die technische Klangqualität ist auch gut (besser als bei eineigen anderen Kondraschin-Aufnahmen). Diese Aufnahme, damals (in den 70/80ern) noch auf Eurodisc-LP muste einen einfach mitreißen.


    Die Sinfonie Nr.1, ebenfalls mit Kondraschin auf Eurodisc-LP ist auch hier klangtechnisch besser als viele in den Foren schreiben und interpretatorisch ein Meilenstein. Nur Roshdestwensky auf Eurodisc-CD konnte mich da genauso "beglücken".


    Die Sinfonie Nr.6 ist in ihren 3 Sätzen eine Steigerung vom ersten zum 3.Satz. Meine erste Aufnahme mit Swetlanow auf Eurodisc-LP hat mich schon genauso begeistert, wie heute meine Roshdestwensky-Aufnahme auf CD, die einen bis zum Schluß geradezu umhaut. Man muß erst mal im Stereo-Sessel ein paar Minuten sitzen bleiben um das gehörte zu "verdauen".
    Da muß der Funke nicht nur überspingen, sondern absolut in ein Feuer der Begeisterung zünden !

    Gruß aus Bonn, Wolfgang

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  • Hallo Wolfgang,


    die Geschmäcker sind verschieden. Die 9. ist auch nicht unbedingt mein Schostakowitsch - Highlight. Die 6. ist ganz nett reicht aber IMO nicht an die 10. 11. oder gar die 14. heran. Meiner Meinung nach.



    :hello:
    Wulf.

  • Hallo Wolfgang,


    Zitat

    die Gunst welche der Schostakowitsch-Sinfonien oben steht, liegt sicherlich daran, welche Sinfonien man von Schostakowitsch zuerst gehört hat, die dann zur absoluten Begeisterung führten und welche dann logisch aus Interesse an dem "Wahnsinnsstoff" folgten. Zudem ist es auch genauso wichtig, welche Interpretationen einen dabei begleiteten ...
    ... Liegt es an deinen Aufnahmen ?


    Ich denke, nur teilweise.


    Kennengelernt habe ich zuerst die Symphonie Nr. V und danach, glaube ich, die VIII. An die weitere Reihenfolge des Kennenlernens kann ich mich im einzelnen nicht mehr genau erinnern. Jedenfalls lernte ich die von mir favorisierte XI. oder auch die IV. erst später kennen.


    Auch was die Aufnahmen betrifft, gebe ich Dir nur teilweise Recht. Die in meiner ersten Schostakowitsch-Gesamteinspielung von Bernard Haitink enthaltenen Aufnahmen der von Dir bevorzugten Nummern I., VI. und IX. gibt es sicherlich in weitaus besseren Interpretationen. Trotzdem glaube ich nicht, daß durch eine eindringlichere Lesart aus einer - meiner Meinung nach - leichtgewichtigeren Symphonie Nr. I oder IX. eine solche Hammersymphonie wird wie z. B. die Nr. XI, IV oder VIII.


    Sicher hängen unser beider unterschiedliche Gewichtungen der Symphonien auch mit dem Kriterium der jeweiligen Länge des Werks zusammen. Eine ähnliche Diskussion hatten wir ja schon einmal bezüglich der Symphonien von Rued Langgaard. (Du erinnerst Dich?) Bei diesem bevorzugst Du ja eher die knackig kurze VI. (nach dem Motto: kurz und heftig) - ich hingegen die weit ausschweifende I. "Klippenpastorale" (mit ihren weiten Bögen, riesigen Steigerungen und lang anhaltenden Höhepunkten). Mit anderen Worten: Quickie auf der einen Seite - - Dauer-Orgasmus auf der anderen. :D


    Ganz klar, haben wir beide sehr oft ähnliche Vorlieben bezüglich Repertoire und Interpretation (z. B. Gustav Mahler: Symphonie Nr. VI in der Solti-Einspielung). Aber manchmal gibt es eben - auch außer dem Sologesang (ich weiß!) - zusätzlich ein paar Unterschiede. Was ja nicht weiter schlimm ist.


    Auf jeden Fall werde ich mir aber die ein oder andere Alternativ-Einspielung Deiner heißgeliebten Schostakowitsch-Favoriten zu Gemüte führen. Mittlerweile besitze ich auch die Barshai-Box von Brilliant Classics. Aber auch in Kondrashin und Rozhdestvensky werde ich bei Gelegenheit mal hineinhören. Und, ich bin mir sicher, daß ich - zumindest, was die VI. angeht - anschließend mein Ranking doch ein wenig revidieren muß. :yes:


    Herzliche Grüße
    Johannes

  • Ich bin lang noch nicht soweit, ein komplettes Ranking zu machen.
    In letzter Zeit habe ich 1-8 angehört.


    Bislang würde ich 4, 5 und 8 in die erste Reihe stellen, am meisten Probleme habe ich mit 7.


    Für etwa gleichwertig halte ich Prokofieffs 2 und 3. (Da Edwins Ranking Schosti oder Prokofieff in den "wichtigsten Komponisten des 20. Jh." eindeutig zu Schostis Gunsten ausgefallen ist, möchte ich das - die Symphonien betreffend - hier mal relativieren.)


    Ich fürchte, die Werke, die ich als propagandistisch oder übertrieben angepasst empfinde (Schosti 7 und 11, Prokofieff 7), werde ich nie ohne ein gewisses Unwohlsein hören können (so wie Pärt ...)

  • 4, 14


    Nr. 14 ist meine persönliche Lieblingssymphonie von Schostakowitsch, sehr verinnerlicht und gleichzeitig avanciert. Nr. 4 als sein kühnster und radikalster Wurf, nicht immer auf gleicher Höhe, aber viele seiner Möglichkeiten hat Schostakowitsch nie wieder so ungehemmt ausspielen können.


    8, 15


    Nur ganz knapp dahinter diese beiden Symphonien: Nr. 8 ist überwältigend als musikalische Leiderfahrung, ungeschminkt komponiert wie seit der 4. nichts mehr. Nr. 15 als Satyrspiel, virtuos und gleichzeitig hoffnungslos mit musikalischen Masken hantierend. Immer wieder grandios unbestimmt: der Schluss!


    6, 9, 10, 13


    Nr. 6 halte ich für Schostakowitschs meistunterschätzte Symphonie: das Negieren jeglicher herkömmlicher Dramaturgie, die gelegentlich aufblitzende Aggressivität (Scherzo), die Fratze der Zirkusmusik im letzten Satz. Auch bei Nr. 9 überzeugt mich das kunstvolle Understatement. Nr. 10 enthält viel großartige Musik, überzeugt mich aber als Konzeption nicht so wie die Achte. Nr. 13 ist teilweise wirklich erschütternd, bei nicht immer gleichbleibendem Niveau.


    1, 2, 5, 7


    Nr. 1 ist uneinheitlich, aber insgesamt ein fetziger Geniestreich. Nr. 2 noch problematischer, aber der Anfang und die experimentelle Anlage sind phänomenal. Die im Konzertleben so beliebten Nr. 5 und Nr. 7: Ja, sie können "überwältigen", ich möchte auf sie keinesfalls verzichten. Aber im Angesicht von Nr. 4 (im Vergleich zur Fünften) und Nr. 8 (im Vergleich zur Siebten) sind sie konventioneller und plakativer.


    3, 11, 12


    Interessantes Experiment hin oder her: mit Nr. 3 kann ich nicht viel anfangen. Und mit dem schweren Geschütz von Nr. 11 und besonders 12 tue ich mich sehr schwer: zu schlicht in ihrer Faktur, zu plakativ in ihren Mitteln sind mir diese beiden Symphonien.


    Viele Grüße


    Bernd

  • Habe heute diesen alten Thread entdeckt und möchte ihn mal wiederbeleben, auch wenn ich Rankings meist total überflüssig finde. Ist aber eine Möglichkeit, auch nochmal ein paar Kommentare zu den Werken loszuwerden.


    Eine eindeutige Reihenfolge anzugeben, ist mir unmöglich. Ist immer eine Frage der temporären Stimmung. Zudem höre die Sinfonien in letzter Zeit nicht so oft. Aber es gibt doch ganz klar Sinfonien, die höher bei mir im Kurs stehen als andere. Ich teile sie mal in Gruppen ein:


    I. Favoritengruppe.


    4, 8, 10, 11, 13, 14.


    Wenn ich nach meiner Meinung gefragt würde, was die drei besten Sinfonien von Schostakowitsch sind, würde ich sicherlich Nr. 4 und Nr. 8 nennen (unentschieden), und dann Nr. 10. Leider ist es so, dass außer der Nr. 10 die anderen (aus dieser Gruppe I) sehr selten aufgeführt werden.


    Nr. 4 ist in der sinfonischen Musikliteratur einzigartig, ein Werk von unglaublicher Kraft und enthemmten Dimensionen. Es gäbe hier viele Details zu nennen, aber ich erwähne hier nur den Schluss der Sinfonie, erst dieser fantastische Höhepunkt, der einige fanfarenartige und dissonante Anläufe braucht bis er sich dann emotional entläd, um dann abrupt in einer düsteren Landschaft zu enden, in der man es in der Ferne donnern hört und die Celesta "himmlische" Töne von sich gibt. Etwas für die Gänsehaut!


    In Nr. 8 spürt man das blanke Entsetzen. Im ausgedehnten ersten Satz kommt es zu einer grausamen Steigerung, die als Höhepunkt in einen grotesken Marsch mündet. Nach dieser Katastrophe das traurige Solo des Englischhorn, das ist ergreifende Dramatik. Die Toccata mit ihrem unaufhaltsamen Rhythmus und den entsetzten Schreien der Es-Klarinette und dem makabren Tanz in der Mitte (schaurig-schön) halte ich für eines der besten Musikstücke Schostakowitschs und der Musikliteratur überhaupt. Genial! Etwas schwächer hingegen finde ich das Finale, dass das allerhöchste Niveau der vorausgehenden Sätze m. E. nicht ganz mithalten kann.


    In Nr. 10 mag ich den ausgedehnten, düsteren, grüblerischen ersten Satz sehr. Immer wieder für mich faszinierend, wenn das Fagott das Aufbauen des Höhepunkts einleitet. Toll auch das Finale, wenn das DSCH-Thema schließlich das "Stalin-Thema" besiegt. Lediglich beim 3. Satz (und Beginn des 4. Satzes) habe ich schon mehrfach im Konzert Längen empfunden, aber vielleicht ist diese Stimmung auch dramaturgische Absicht.


    Nr. 11 wird vielleicht oft als "Filmmusik" abgetan oder als eine Collage von bekannten Liedern, aber es ist doch sehr gut gemacht! Die eisige Stimmung auf dem Schloßplatz kann man deutlich spüren, die zu hörenden Brutalitäten im zweiten Satz können keinen Zuhörer kalt lassen. (Es ist diese Sinfonie von Sch., die ich zuerst im Konzertsaal erlebt habe (mit Bychkov, NDR). Ein Erlebnis, dass ich nie vergessen werde.)


    Nr. 13. Ich mag besonders den ersten, und auch den zweiten Satz. Durch den Bass, den Männerchor und die dunkle Orchestrierung entsteht eine Stimmung, die ich sehr mag.


    Nr. 14. Dieses Werk habe ich erst in der letzten Zeit liebgewonnen, da ich nicht so der Gesangsmusik-Freak bin/war. Formal ist es auch schwierig, dies als eine "Sinfonie" anzusehen, auch, weil das (Kammer-) Orchester nur aus Streichern und Schlaginstrumenten besteht. Aber die Musik ist einfach großartig, gerade auch mit dieser Instrumentierung.


    II.


    5, 6, 7, 9, 15.


    Statt der Nr. 5 höre ich oft "lieber gleich" die Nr. 4 oder Nr. 8, sie könnte aber auch in der Gruppe I stehen.


    Obwohl der erste Satz in Nr. 6 sehr ergreifend ist, lege ich diese Sinfonie meist nur ein, wenn ich in der Stimung bin, den "schmissigen" 2. und 3. Satz zu hören.


    Nr. 7 höre ich de facto kaum noch. Die Bewertung ist daher z. Z. eher historisch geprägt.


    Bei der Nr. 9 fällt es mir schwer, sie auf eine Stufe zu stellen, mit den "großen" Sinfonien. Aber es ist viel spaßige Musik dabei. Das Klarinettensolo gefällt mir sehr. Das Finale ähnlich "zirkushaft" wie bei der 6. (Historisch bzw. politisch gesehen, war diese "verweigernde" Sinfonie ein unglaubliches Wagnis.)


    Nr. 15 höre ich selten ("as a matter of fact"), aber der erste Satz macht Spass und das Finale ist große Klasse. Genial der Schluß, wie ein auslaufendes Uhrwerk, in ähnlicher Form schon in der 4. Sinfonie und dem 2. Cellokonzert verwendet.


    III.


    1, 2, 3, 12


    Bei der Nr. 1 ist bei mir nie der Funke übergesprungen.


    Nr. 2, 3, 12 landen vermutlich bei den meisten Rankinglisten auf den letzten Plätzen. Ich möchte das aber gleich relativieren: Sie enthalten viel gute Musik. Nr. 2 (mit dem "Klangtextil") ist extrem innovativ, auch Nr. 3. Auch weite Teile der Nr. 12 gefallen mir sehr, der große Schwachpunkt ist sicherlich das Finale. Obwohl ich mich da oft Frage, ob dies mit seinem langweilenden Pathos nicht ironisch gemeint ist.


    Ich merke aber schon, dass mir meine Einteilung in drei Gruppen nicht an allen Stellen behagt. Es gibt Werke, die könnten auch in einer anderen Gruppe erscheinen. ?(


    maticus

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  • Meine Hitliste


    Nr. 15 (es gibt davon auch eine interessante Lightversion für Kammerorchester und eine für 2 Klaviere)
    Nr. 14 (Rattle vom 19.09.05)
    Nr. 04 (Metzmacher 23.08.05, Roshdestvensky 28.05.85)
    Nr. 10 (Ozawa 1985 in Berlin)
    Nr. 06 (Bychkov 10.06.02))
    Nr. 05 (Rostoprovitsch Studio)
    Nr. 09 (Bernstein)
    Nr. 08 (Bychkov, 2001 in Köln)


    Nr. 12, 7 und 11, sind bisher nicht so mein Fall


    :hello:

  • Gut, also auch von mir mal ein Versuch:


    7, 5, 12


    Ganz klar sieht es ganz oben für mich aus.
    Die 7. ist vermutlich seine monumentalste Schöpfung, daher manch einem suspekt. Sei's drum. Besonders der Kopf- und Finalsatz sind einfach der Hammer.
    Ganz knapp dahinter die 5., die zurecht neben der 7. die wohl berühmteste und meistgespielte Symphonie ist.
    Wenn jetzt die 12. kommt, werden wohl einige den Kopf schütteln, aber ich mag das Werk! Vielleicht muß man sich einfach die "richtige" Aufnahme anhören. Mrawinskij ist für mich erste Wahl (Uraufführung und letzte Aufnahme). Und klar ist es eine Parodie am Ende, aber was für eine!


    11, 10, 15, 8


    Sehr gut gefiel mir auch die als "Filmmusik" verschriene 11. Die 10., die HvK so mochte, begeistert vor allem mit dem DSCH-Motiv. Die 15. mit ihren Wagner- und Rossini-Zitaten ist kurios und ein würdiger Lebensabschluß. Die 8. ist stiller als die 7., ein innigeres, nicht so offensives Meisterwerk aus schlimmsten Zeiten.


    6, 4


    Die etwas seltsame Form der 6. ändert nichts daran, daß sie m. E. ein tolles Werk ist. Besonders der Finalsatz ist grandios. Die futuristische 4. ist sehr gewagt und eben modern, überzeugte mich aber wider Erwarten trotzdem. Vielleicht öfter hören ...


    9, 13


    Daß die 9. jetzt erst kommt, wird ihr wohl nicht gerecht. Allerdings hat sie eben viel Konkurrenz. Natürlich ist die Werkidee an sich köstlich, den allmächtigen Stalin so zu vera... Die 13. ist durchaus bezwingend, der Baß imponiert. Ein komplexes Werk, das ich noch besser kennenlernen muß.


    3, 2, 1


    Die drei Erstlingswerke haben durchaus ihre Meriten. Wieso die 3. bei allen so schlecht wegkommt, verstehe ich gar nicht. Natürlich ist sie extrem martialisch, aber hat sie doch sehr überzeugende Passagen. Das gilt auch für die 2. Die Chöre sind sehr effektvoll, gefiel mir.


    14


    Nun ja, auf dem undankbaren letzten Platz ist die sonderbare 14. Da gefielen mir auch die anderen Vokalsymphonien besser.


    :hello:

    »Und besser ist's: verdienen und nicht haben,

    Als zu besitzen unverdiente Gaben.«

    – Luís de Camões

  • erste Reihe: 4/5/8
    zweite Reihe: 1/6/9/10/15
    dritte Reihe: 2/3/7/11/12/13/14


    Die 11. habe ich sehr oft und mit Begeisterung gehört, trotzdem reihe ich sie nach hinten. An die 12., 13. und 14. habe ich keine genaueren Erinnerungen. Bei der 7. mag ich den ersten Satz gar nicht.


    Ich sollte die 14. wieder hören. Vielleicht wird das noch was mit uns beiden.

  • Du findest 5 besser als 10 (und 9)?
    Muss gestehen, dass ich die 10. lange nicht gehört habe. Aber von der 5. war ich neulich, als ich sie wegen des Threads Jubel vs. Zynismus oder was immer, nicht mehr allzu begeistert. Obwohl es eine der ersten war (mit 9, 10 und 8 ), die ich kennengelernt habe. Grob gesagt fand ich den Rest ähnlich plakativ wie das umstrittene Finale... :stumm:
    (Etliche der anderen kenne ich nach wie vor nur flüchtig. Die 7. habe ich vor ein paar Monaten nicht durchgehalten, hatte vermutlich nach dem (grauenvollen) Kopfsatz genug... schlimmer als Tschaikowsky. :thumbsup:
    Die 14. ist wahrscheinlich gut, die war mir vor ein paar Jahren, als sie hier mal als "Alle reden über..." beinahe zu schräg (nicht direkt musikalisch, eher insgesamt)

    Struck by the sounds before the sun,
    I knew the night had gone.
    The morning breeze like a bugle blew
    Against the drums of dawn.
    (Bob Dylan)

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