Operninszenierungen - modern vs. "altmodisch"

  • Hallo Keith,
    ich fühle mich keineswegs angegriffen. Ich sag's jetzt aber einmal ganz direkt: Ich halte Deine kryptischen Bemerkungen, Anspielungen, Andeutungen, Versteckspiele hinter Dichterworten etc. für entbehrlich. Deine Meinung zu Regietheater oder konservativem Theater wäre mir jedenfalls willkommener als dieses Weisheiteln.
    :hello:

    ...

  • Zitat

    Original von Michael M.


    Ach was. Bloß, den Beitrag von Fortunata


    Vielleicht erzählt uns KSM ja auch noch, was er sich so in der Oper anschaut und wies ihm gefällt und was ihm gefällt. Inhaltlich ist der gute KSM da nämlich mehr als schwach auf der Brust, rumpolemisieren liegt ihm ganz klar besser.

  • Zitat

    Original von Alviano
    Vielleicht erzählt uns KSM ja auch noch, was er sich so in der Oper anschaut und wies ihm gefällt und was ihm gefällt. Inhaltlich ist der gute KSM da nämlich mehr als schwach auf der Brust, rumpolemisieren liegt ihm ganz klar besser.


    Wer polemisiert da?
    :no:

  • Hallo KSM,

    Zitat

    Es ist kein Unterschied, da Edwin alles ablehnt, was seinen Geschmacksvorstellungen nicht entspricht,


    Während Du Dich zweifellos für alles, was Deinem Geschmack nicht entspricht, fördernd ins Zeug legen würdest...
    Ich bitte Dich...!!!
    :hello:


    P.S.: Wenn ich in Zusammenhang mit der jahrzehntelangen Verschenkisierung der Wiener Opernszene jemals das Wort "Flächenbrand" verwendet habe, erkläre ich mich selbst zum Intoleranzer des Jahres.
    Ein bisserl auf das Vokabular achten, nicht jedes Wort wiegt gleich schwer...

    ...

  • Zitat

    Original von Kurzstueckmeister


    Wer polemisiert da?
    :no:


    Beantworte einfach die gestellte Frage, welche Aufführungen Du Dir anschaust, würde mich interessieren.

  • Zitat

    Original von Edwin Baumgartner
    Hallo KSM,


    Während Du Dich zweifellos für alles, was Deinem Geschmack nicht entspricht, fördernd ins Zeug legen würdest...
    Ich bitte Dich...!!!
    :hello:


    Nö. Ich sehe auch zu mir keinen Unterschied.
    Dürfte falsch rübergekommen sein.
    Ich habe aber schon geschrieben:


    Zitat

    Ich jedenfalls lese aus Alfreds Beitrag genausoviel Toleranz heraus wie aus denen von Edwin oder Peter - oder meinen. Man gesteht dem anderen Konzept schon irgendeine Daseinsberechtigung zu. Jaja.


    was mich explizit mit einschließt.
    :hello:

  • Zitat

    Original von Alviano


    Beantworte einfach die gestellte Frage, welche Aufführungen Du Dir anschaust, würde mich interessieren.


    Bei so freundlicher Aufforderung und Deinem intensiven Eingehen auf meine Beiträge ("herumpolemisieren") fühle ich mich wenig veranlaßt, Deinem Imperativ Folge zu leisten.
    :no:

  • Lieber Alviano,

    Zitat

    Original von Alviano


    Pavarotti? Botha?


    Ja, Botha. Und zwar im "Parsifal", im "Otello" und in den Volksopern-"Meistersingern". In allen drei hat ihn Christine Mielitz nämlich so unglaublich geschickt in Szene gesetzt, daß er tatsächlich zu spielen beginnt bzw. seine Defizite nicht mehr auffallen. Eine Regie-Glanzleistung, die hier aber von einigen sicherlich nicht als solche anerkannt wird, weil es sich dabei ja um das böse Regietheater handelt.
    :hello:

    ...

  • Zitat

    Original von Kurzstueckmeister
    Bei so freundlicher Aufforderung und Deinem intensiven Eingehen auf meine Beiträge ("herumpolemisieren") fühle ich mich wenig veranlaßt, Deinem Imperativ Folge zu leisten.
    :no:


    Kein Problem, wenn ich mich nämlich recht erinnere, ist Oper nicht Deine starke Seite und ein Besuch der Oper für Dich eher die Ausnahme, als die Regel. Auf Deine Beiträge einzugehen, ist vergebene Liebesmüh, soviel Erfahrung habe ich hier mittlerweile.

  • Zitat

    Original von Alviano
    Kein Problem, wenn ich mich nämlich recht erinnere, ist Oper nicht Deine starke Seite und ein Besuch der Oper für Dich eher die Ausnahme, als die Regel. Auf Deine Beiträge einzugehen, ist vergebene Liebesmüh, soviel Erfahrung habe ich hier mittlerweile.


    Was erwartest Du denn? Bekehrung?
    :D
    Ob meine schwache Seite schwächer oder stärker ist als Deine starke Seite, ist mir, mit Verlaub, Wurst.


    Was willst Du mit dieser merkwürdigen Anspielung? Meine Meinung als irrelevant kennzeichnen, weil ich nicht genug über Oper bescheid weiß? Nicht sehr elegant verschleiert, irgendwie.
    :rolleyes:

  • Zitat

    Original von Edwin Baumgartner
    Hallo Keith,
    ich fühle mich keineswegs angegriffen. Ich sag's jetzt aber einmal ganz direkt: Ich halte Deine kryptischen Bemerkungen, Anspielungen, Andeutungen, Versteckspiele hinter Dichterworten etc. für entbehrlich. Deine Meinung zu Regietheater oder konservativem Theater wäre mir jedenfalls willkommener als dieses Weisheiteln.
    :hello:


    Hallo,
    hallo Edwin,


    nimm es so wie ich es schreib', und halt Dich doch nicht an dieser einen kurzen Aussage auf.


    Dichterworte...Fontane...ist doch wunderschön...und war kein "Versteckspiel".


    Meine Meinung bzgl. "Regietheater" bzw. "werktreuen oder konservativen Theater" habe ich in Kurzform gestern abgegeben. Mit Widerspruch hätte ich aufgrund der oft engen Auslegung der Traditionalisten zuerst von dieser Seite gerechnet und nicht von den 'toleranten' Regietheater-Anhängern, namentlich Du, welche somit evtl. genauso vorgehen (?): Entweder - oder...!


    Du kannst mit mir in sachlichem Ton kommunizieren, wenn Du es wünscht, aber Deine Häme, Hohn und Spott bei Seite lassen...dafür ist mir meine Zeit zu schade.


    Bis dann. :)

  • Hallo Keith,
    darf ich in der konkreten Situation um Beispiele bitten, in denen ich Dich mit Häme oder Spott angegriffen habe?


    Zitat

    Zitat Keith
    und nicht von den 'toleranten' Regietheater-Anhängern, namentlich Du, welche somit evtl. genauso vorgehen (?): Entweder - oder...!


    Und danke für dieses Paradebeispiel Deines sachlichen Tons, der ganz ohne Häme und Spott auskommt und mir im Umgang mit Dir als zur Nachahmung empfohlenes Beispiel dienen wird.


    :hello:

    ...

  • Aber jetzt mal ganz ernst und ohne Polemik: Bevor wir einander die Schädel spalten ob Regietheater oder konservative Schaubühne oder lieber gleich das Denken oder zumindest das Formulieren Fontane überlassen (war ja sicher nicht der Schlechteste) - sollten wir uns da nicht eher einmal darüber unterhalten, was Regie erreichen soll, was sie erreichen kann und inwiefern unsere Vorstellungen überhaupt in Einklang mit Erkenntnissen über ein Werk zu bringen sind?
    :hello:

    ...

  • Zitat

    Original von Edwin Baumgartner
    Hallo Keith,
    darf ich in der konkreten Situation um Beispiele bitten, in denen ich Dich mit Häme oder Spott angegriffen habe?



    Und danke für dieses Paradebeispiel Deines sachlichen Tons, der ganz ohne Häme und Spott auskommt und mir im Umgang mit Dir als zur Nachahmung empfohlenes Beispiel dienen wird.


    :hello:


    Hallo,
    Hallo Edwin,


    ich bitte - ausnahmsweise - um das vollständige Zitat!


    schade, dass Du es selbst nicht mehr merkst. Lassen wir es!!! Wenn ich zum Thema etwas zu schreiben habe, melde ich mich. :)


    Alles was ich von Dir hier im Thread gelesen habe...so weit sind wir inhaltlich gar nicht auseinander...aber Deine reflexartigen Angriffe...ich kann Dir dabei nicht folgen! Und warum Revanche-Ankündigungen ("...Nachahmung empfohlenes Beispiel...")? ?( Rein rhetorisch gemeint! Bitte...! Ich möchte mich momentan aus diesem Thread zurückziehen.?(


    Der "kleine - harmlose - Satz" - den Du entschlüsselt haben willst (?), bezog sich nicht auf Dich!...Aber Deine "Reflexe"...;)


    Tschüss. :)


    Bis dann.

  • Hallo Keith,
    ja, ja, offenbar hatte ich ein ganz richtiges Gefühl...

    Zitat

    Und warum Revanche-Ankündigungen ("...Nachahmung empfohlenes Beispiel...")?


    Wieso Revanche? War das harmlose Sätzchen doch genau das, was Du mir unterstellt hast?
    Aber Du hast recht: Lassen wir das.
    Zum Thema scheinst Du ja nichts beizutragen zu haben.


    ****


    Übrigens wundere ich mich, daß auch die Fraktion der konservativen Inszenierung - vorerst - nichts beizutragen haben dürfte. Ich habe oben versucht, durch eine allgemeine Fragestellung vom Verbalkampf (insoferne hat Keith ja nicht unrecht) zu einer etwas allgemeineren Diskussion zu kommen. Was Alviano (stellvertretend genannt für die Regietheater-Fraktion) an Grundsätzlichem argumentiert hat, weiß ich. Er wird ja auch nicht müde, es immer wieder und wieder zu tun. Aber auf Seite der Befürworter konservativer Inszenierungen scheinen mir die grundsätzlichen Überlegungen zu fehlen. Offenbar geht es hier wirklich nur um "ich mag's nicht". Wenn dem so ist, darf man sich aber nicht wundern, wenn das gut argumentierte Regietheater einen, wie Alfred sagte, "Flächenbrand" auslöst...


    :hello:

    ...

  • Ganz kann ich mir bei diesem Thread die Frage nicht verkneifen, wie eben Keith auch mal kurz, was dahintersteckt, dass es immer wieder so hoch kocht.


    Zu einer Inszenierung bin ich erst einmal so lange einigermaßen leidenschaftslos, solange Gesang und Figurendarstellung stimmig sind; allerdings, zu beachten: einigermaßen!


    Ich kann mich - gerade ohne greifbare Nachschlagewerke etc. - hier weniger dazu äußern, welcher Regisseur wann wo genau was verbockt oder verplüscht hat, sondern könnte allenfalls einige Opern nennen, die mir modern inszeniert im Gedächtnis geblieben sind, sei es gelungen oder nicht, aber das könnte keiner zuordnen. Erinnerlich sind mir z. B akut einige Inszenierungen von Peter Sellars, die mir zugesagt haben. Schenk - Inszenierungen habe ich auch gesehen. Dieser Stil ist mir, obwohl durchaus qualifiziert gemacht, zu verzopft; zu wenig geeignet m. E., um Oper heute interessant zu machen.


    Persönlich tendiere ich auch mehr dazu, Opernkonsum mit gedanklicher Auseinandersetzung verbinden zu wollen. Priorität hat hier für mich das, was Sänger und Orchester übermitteln. Der Grundfokus des Genres liegt m. E. auf der Kunst, sängerisch - musikalisch zu übermitteln, was das Werk zu sagen hat. Das kann sowohl in einem konservativen als auch einem modernisierten Rahmen gelingen oder misslingen.


    Trotzdem bleibt der Regie- und Ausstattungsbereich (das wird oft vermengt) keinesfalls außen vor, sondern dient (oder sollte das) der Grundanforderung.


    Es wird sich ja meistens eher darüber aufgeregt, dass angeblich komisches Zeug auf der Bühne steht und wie die Akteure gekleidet sind als über die eigentliche Regie, die hier oft schon Personenregie genannt wurde. Es trifft allerdings zu, dass die Regie letztlich auch für die Ausstattung verantwortlich ist.


    Ich bin hierin allerdings eher für Modernisierungen aus folgendem Gründen:


    Moderne Inszenierungen versetzen ja oft die Handlung in die Gegenwart und in eine andere Umgebung als man automatisch mit einem Libretto assoziiert. Wenn der Stoff zeitlos genug ist (das sehe ich in sehr vielen Opern, ganz deutlich gerade in den Wagnerschen Stoffen z. B.), ist dies ein geeignetes Mittel, Gegenwartsbezüge wirklich herzustellen und das Genre aktuell zu halten. Gerade bei einem historisch belastetem Stoff wie dem Wagnerschen war und ist es sinnvoll, die Essenz für die Gegenwart herauszuarbeiten und die eigentlich verstellende Deutschtümelei daraus zu entrümpeln. Trotzdem ist Werktreue möglich, denn selten haben Komponisten sich zur Kleidung und zur Umgebung geäußert.


    "Regietheater" will ja auch Handlungsauthenzität. Ein Anspruch, der bei historischen Opern m. E. nur bedingt erfüllbar - jedenfalls weniger als beim Sprechtheater oder gar im Film -, aber berechtigt ist. Es ist für unsere sehr realistisch geprägte Zeit eigentlich unerträglich, dass bei einer Szene des leisen Anschleichens einer so krawotisch rumbrüllt, dass die "geheime Kommandosache" im normalen Leben nie gelingen könnte oder dass - durchaus wissenswerte - Gedanken deutlich hörbar werden für andere, die es eben nicht hören sollten.


    Wer einfach nur in Tönen und glanzvollen Kostümen schwelgt, dem ist das wurscht. Mir nicht (obwohl ich durchaus gerne in schönen Tönen schwelge). Hier ist in der Tat eine kreative Regie gefragt, der es gelingt, solche Umstände, die die Musik vorgibt, so stimmig für die Gegenwartsgewohnheiten wie möglich zu inszenieren, und sei es durch eine hohe Abstrahierung und Stilisierung der Handlung auf den puren Sinngehalt, etwa der ausgedrückten Gefühle.


    All das hat natürlich seine Grenzen. Oper ist nun mal nicht Film, sondern muss z. B. auch auf Erfordernisse der Sänger für einen Gesang der optimalen Qualität achten. In dem Punkt bin ich vielleicht konservativ und bewundere viele alte Aufnahmen (akustisch), weil ich in vielen Fällen dort die Figurendarstellung über Stimme und Interpretation transportiert, ohne Optik voll erfasst vorfinde.


    Aber warum solchen Gesang live denn nicht in einer Fabrikhalle, am Bahnhof oder am Tresen, wo die ausgedrückten Empfindungen heute gelebt werden?


    Die "alten" Opern bewahren heißt nichts anderes als sie in der Gegenwart verständlich machen. Das Genre ist eine sehr komplexe Mischung verschiedener Bereiche der musischen Künste und wird nach meinem Dafürhalten mit vollem Potential transportiert, wenn die zeitlosen Grundaussagen, die mit diesem Genre mithilfe der Stimulation multipler Sinne und Gehirnsparten wirklich breit gefächert vermittelt werden können, nicht zwingend im Zeitgeschmack von vor 200 oder 300 Jahren steckenbleibt.


    Ich versuche, das ganze unaufgeregt und auch unideologisch zu betrachten. Es bleibt nach wie vor über konkrete Einzelinszenierungen zu diskutieren, diese auch zu kritisieren. Ich fände es auch sinnvoll, wenn sich die BesucherInnen z. B. qualifiziert gegenüber der Intendanz äußern, aber ein grundsätzliches Sch…, nur weil modernisiert wird, kann es nicht sein, auch wenn das vielleicht bequem ist.


    Wie schon zuvor gesagt wurde: Die Vorlieben können inzwischen kaum mehr mit politischen Vorlieben in Korrelation gesetzt werden, aber ich bezweifle bei der Verbissenheit dieser ständigen Grundauseinandersetzung, dass hierüber wirklich Konsens herrscht (sorry, da liegt die Schlagseite ziemlich bei den "Staubis"; ist nur mein Eindruck….)


    Ich glaube, das grundsätzliches Für uns Wider hat sich hier wirklich allmählich totgelaufen haben. Wenn man sich zu Einzelinszenierungen weiterfetzt, ist das oft nicht weniger heftig, aber irgendwie bringt es mehr an Erhellung am Objekt.



    LG
    :hello:
    Ulrica

  • Ich fasse mir wirklich an den Kopf.... :no:
    Generell finde ich das ein sehr spannendes Thema - aber auf die Art, wie das hier läuft... Leute, daß geht doch echt nicht!
    Bis auf wenige sinnvolle und lesenswerte Beiträge ist dieser Thread quasi ein einziger Quark aus profilneurotischen, rechthaberischen, infantil-zickigen und teilweise leider auch hinterfotzig-beleidigenden Beiträgen - und damit meine ich durchaus nicht die einzelnen Meinungen und Standpunkte, sondern schlicht die Art und Weise. Sorry, aber ich habe den Eindruck, daß besonders die Männer hier eine Art Hahnenkampf veranstalten... vielleicht kann man einfach mal etwas auf sich beruhen lassen, anstatt immer weiter mit geschlossenen Augen in die Sackgasse zu fahren - nur um zu provozieren, um das letzte Wort zu haben oder um zu demonstrieren, daß man intellektuell und rhetorisch überlegen ist. Das ist nicht nur irgendwann langweilig sondern mag auf andere User teilweise auch abschreckend wirken. Das ist ja wie in den Religionskriegen, wo alle der festen Überzeugung sind, dem einzig wahren Gott zu huldigen und sich deswegen gegenseitig die Köppe abhauen... Der Thread-Titel impliziert ja leider schon Krieg, verhärtete Fronten und pures Gegeneinander...
    Ich selber liebe es ja zu diskutieren und auch zu streiten, ich mag Kraftausdrücke und Sarkasmus (Asche auf mein Haupt :jubel::pfeif: ) - es schadet hier aber nicht zu bedenken, daß man in einem Internetforum mit Fremden diskutiert und sich eben nicht von Angesicht zu Angesicht abends nach der Oper beim Wein gegenüber sitzt...
    Ich meine, ist es nicht besser, bei Verständnislosigkeit sein Gegenüber ernsthaft zu befragen, als mit Besserwisserei und Pseudo-Erziehungsmaßnahmen zu kommen?
    Vielleicht wäre es ja eine Möglichkeit diesen Thread nach weit über 1500 Beiträgen zu schließen und unter einem neuen Titel eine evtl. etwas konkretere Diskussion zu führen (aber das ist wahrscheinlich eh vergebene Liebesmüh´ ). Ich würde ja am liebsten mal ein Pendant zu "Alle sprechen über das selbe Musikwerk" à la "Alle sprechen über die selbe Inszenierung" machen - aber das ist wohl kaum zu realisieren... Vielleicht mag aber jemand dennoch einmal mit mir gemeinsam überlegen, wie man dieses Thema neu und anders angehen könnte - frei von Dogmatismus und Gegeneinander... Und: nein, daß ist wirklich nicht polemisch gemeint.


    :beatnik:

  • Lieber Clemens,


    diesen Thread darf man nicht so Ernst nehmen, sonst kommt man noch auf seltsame Gedanken ...


    Zitat

    Original von Der-wonnige-Laller
    Ich fasse mir wirklich an den Kopf.... :no:
    Generell finde ich das ein sehr spannendes Thema - aber auf die Art, wie das hier läuft... Leute, daß geht doch echt nicht!


    So spannend ist das Thema nicht, wenn man es so generell fasst. Um die Diskussion zu verstehen, muss man eben wissen, dass es unterschiedliche Zugänge zur Oper gibt. Wenn man nun akzeptiert, dass jeder zu einem für den Zuschauer begeisternden Opernerlebnis führen kann, ist man eigentlich schon am Ende.


    Nur durch einen Kunstgriff wird das ganze hitzig: durch die eine Art der Aufführung wird ja die andere verhindert. Wenn nun die Mode die eine Auffassung nach vorne spült, wird die andere nicht ausreichend "bedient". Und dann wird man grundsätzlich und vertritt jeweils die Meinung, dass nur so das Heil zu erreichen ist und man gegen eine Welt von Uneinsichtigen antritt.


    Zitat

    Bis auf wenige sinnvolle und lesenswerte Beiträge ist dieser Thread quasi ein einziger Quark aus profilneurotischen, rechthaberischen, infantil-zickigen und teilweise leider auch hinterfotzig-beleidigenden Beiträgen - und damit meine ich durchaus nicht die einzelnen Meinungen und Standpunkte, sondern schlicht die Art und Weise. Sorry, aber ich habe den Eindruck, daß besonders die Männer hier eine Art Hahnenkampf veranstalten... vielleicht kann man einfach mal etwas auf sich beruhen lassen, anstatt immer weiter mit geschlossenen Augen in die Sackgasse zu fahren - nur um zu provozieren, um das letzte Wort zu haben oder um zu demonstrieren, daß man intellektuell und rhetorisch überlegen ist.


    So gewinnt man Freunde. Nun produzierst Du statt eines Hahnenkampfes einen Meta-Hahnenkampf. Denn wenn Du das so diagnostizierst, dass da die tumben Teilnehmer der Diskussion "mit geschlossenen Augen in die Sackgasse fahren", bist Du ja der einzig potente Hahn auf dem produzierten Mist.


    Herzlichen Glückwunsch dazu :pfeif:


    Zitat

    Vielleicht wäre es ja eine Möglichkeit diesen Thread nach weit über 1500 Beiträgen zu schließen und unter einem neuen Titel eine evtl. etwas konkretere Diskussion zu führen (aber das ist wahrscheinlich eh vergebene Liebesmüh´ ).


    Wir haben den Thread ja längst geschlossen, es hat nur niemand mitbekommen :D


    Immer wenn eine Einzeldiskussion um eine Inzenierung (wie der Kölner Wildschütz) ins Allgemeine gerät, laden wir die Diskussion hier ab und sehen, wie alles beim Alten bleibt. Dann kocht es hier eine kurze Zeit und alle haben wieder ihre Ruhe. Aber wenn der Deutsche grundsätzlich wird ...


    Zitat

    Ich würde ja am liebsten mal ein Pendant zu "Alle sprechen über das selbe Musikwerk" à la "Alle sprechen über die selbe Inszenierung" machen - aber das ist wohl kaum zu realisieren... Vielleicht mag aber jemand dennoch einmal mit mir gemeinsam überlegen, wie man dieses Thema neu und anders angehen könnte - frei von Dogmatismus und Gegeneinander... Und: nein, daß ist wirklich nicht polemisch gemeint.


    Damit hast Du das Rad neu erfunden, denn eben das haben wir seit einiger Zeit so gehandhabt, sind auch schon gemeinsam in eine Inszenierung/Aufführung gegangen ... und wenn Du Dich umsiehst, findest Du eine Reihe von sehr interessanten Aufführungsberichten und Diskussionen (etwa im Don Carlos-Thread). Wenn aber jemand beim "Wildschütz" meint, nun wieder kräftig aufs Regietheater losschlagen zu müssen, geht das allbekannte Ritual los.


    Schön, dass es da solche Beiträge wie die von Ulrica gibt ...


    Liebe Grüße Peter
    (sehr moderat heute)


  • Danke :D Aber so war das wirklich gar nicht gemeint :no: - und Freunde mache ich mir wohl eh besser woanders, da hast Du recht... ;) ;) :untertauch: Als "einzig potenten Hahn" sehe ich mich wirklich nicht - und möchte auch wirklich so nicht gesehen werden. (Hatte ja schon beim schreiben das Gefühl, daß ich stattdessen besser eine Runde Joggen sollte... :pfeif: )


    Es ist mir wirklich ein ernsthaftes Anliegen, daß wir hier halbwegs moderat miteinander umgehen und die Dogma-Keule im Sack lassen... Glaube halt nicht, daß es auf diese Art viel bringt - muss aber eingestehen, daß ich es auch nicht besser weiß oder kann... :jubel:

  • Zitat

    Original von Der-wonnige-Laller


    Bis auf wenige sinnvolle und lesenswerte Beiträge ist dieser Thread quasi ein einziger Quark aus profilneurotischen, rechthaberischen, infantil-zickigen und teilweise leider auch hinterfotzig-beleidigenden Beiträgen - und damit meine ich durchaus nicht die einzelnen Meinungen und Standpunkte, sondern schlicht die Art und Weise. Sorry, aber ich habe den Eindruck, daß besonders die Männer hier eine Art Hahnenkampf veranstalten... vielleicht kann man einfach mal etwas auf sich beruhen lassen, anstatt immer weiter mit geschlossenen Augen in die Sackgasse zu fahren - nur um zu provozieren, um das letzte Wort zu haben oder um zu demonstrieren, daß man intellektuell und rhetorisch überlegen ist.


    :beatnik:


    Auch wenn ich die Diskussion genau ob dieser Schlammschlacht mitverfolge und nicht irgendeines Erkenntnisgewinnes wegen, muss ich doch sagen, dass diese Charakterisierung ziemlich ins Schwarze trifft.


    Das nur von jemandem, der diese ganze Diskussion mit Vergnügen verfolgt... :D

    Früher rasierte man sich wenn man Beethoven hören wollte. Heute hört man Beethoven wenn man sich rasiert. (Peter Bamm)

  • Zitat

    Original von georgius1988
    Auch wenn ich die Diskussion genau ob dieser Schlammschlacht mitverfolge und nicht irgendeines Erkenntnisgewinnes wegen, muss ich doch sagen, dass diese Charakterisierung ziemlich ins Schwarze trifft.


    Das nur von jemandem, der diese ganze Diskussion mit Vergnügen verfolgt... :D


    Leute, nun mal ein wenig Augenmaß: Die Diskussion mag ja alles mögliche sein, zu einer Schlammschlacht fehlt ihr doch einiges. Das dürft ihr mir ruhig glauben, sonst kann ich gerne ein paar Links in Opernforen oder etwa die internationale Opern-Newsgroup geben, da kann man eine Schlammschlacht sehen. Vielleicht bin ich von Usenet hinreichend abgehärtet, aber ich sehe hier schon die eine oder andere Gegnerschaft, Feindschaften sehe ich in diesem Thread nicht.


    Liebe Grüße Peter

  • Schlammschlacht findet sehr wohl statt, indem nämlich dauernd auf den anderen (auch unterschwellig) losgegangen wird. Da werden Diskutanten grundsätzlich als Polemiker abgetan, Usern wird die Kompetenz abgesprochen und wenn alle Stricke reißen, behauptet man einfach, der andere ist zu verbohrt um irgendetwas beizutragen und dass man ihn in Zukunft ignorieren wird.


    Aber ich bitte euch das nicht als Kritik aufzufassen; ich finde das den lesenwertesten Thread seit langem. Ob die Erkenntnisse, man als Mitleser daraus gewinnt, jetzt mehr die Diskutanten oder das Thema betrifft, sei dahingestellt.


    LG
    Georg

    Früher rasierte man sich wenn man Beethoven hören wollte. Heute hört man Beethoven wenn man sich rasiert. (Peter Bamm)

  • Liebe Forianer,
    in Freiburg/Brsg. sah ich den "Freischütz" in einer Inszenierung, die ich vermutlich nur mit Hilfe einer (vom Theater vor der Aufführung angebotenen) "Erklärung" verstanden hätte. Nun gut, die Jäger traten in Bürokleidung mit Aktenkoffern auf und besangen das schöne Jägerleben und zuckten, als wenn sie Juckpulver in ihrer Kleidung hätten. Was mich wirklich störte, war nicht die Übertragung der Geschichte in die Gegenwart, sondern dass die Musik durch akustische (Trampel Trampel, Bretterknarren, Hin- und Herschieben merkwürdiger Bretterverschläge auf der Bühne) und optische Reize schon vom Beginn der Ouverture an gestört wurde. Ist das noch vertretbar?
    Gruß
    Lohengrin

  • Zitat

    Original von pbrixius
    Die Diskussion mag ja alles mögliche sein, zu einer Schlammschlacht fehlt ihr doch einiges. Das dürft ihr mir ruhig glauben, sonst kann ich gerne ein paar Links in Opernforen oder etwa die internationale Opern-Newsgroup geben, da kann man eine Schlammschlacht sehen. Vielleicht bin ich von Usenet hinreichend abgehärtet, aber ich sehe hier schon die eine oder andere Gegnerschaft, Feindschaften sehe ich in diesem Thread nicht.


    Liebe Grüße Peter


    Nun, härtere und ekligere Diskussionen kenne ich auch. Aber nur weil das Niveau woanders niedriger ist, ist es hier ja nicht automatisch gut...

  • Zitat

    Original von Der-wonnige-Laller
    Nun, härtere und ekligere Diskussionen kenne ich auch. Aber nur weil das Niveau woanders niedriger ist, ist es hier ja nicht automatisch gut...


    Lieber Clemens,


    das heißt durchaus nicht, dass die Diskussion auf einem niedrigerem Niveau statt findet - im Gegenteil. Und eklig braucht sie erst Recht nicht zu sein.


    Einer meiner guten Freunde im Usenet ist ein ausgesprochener "Fighter" - ich wüsste nicht, von wem ich fachlich mehr gelernt hätte als von ihm. Aber von Leuten, die gleich zurückstecken, wenn sie meinen, dass mir ihre Meinung nicht gefallen könnte, habe ich nichts gelernt.


    Liebe Grüße Peter

  • Zitat

    Original von Lohengrin
    Liebe Forianer,
    in Freiburg/Brsg. sah ich den "Freischütz" in einer Inszenierung, die ich vermutlich nur mit Hilfe einer (vom Theater vor der Aufführung angebotenen) "Erklärung" verstanden hätte. Nun gut, die Jäger traten in Bürokleidung mit Aktenkoffern auf und besangen das schöne Jägerleben und zuckten, als wenn sie Juckpulver in ihrer Kleidung hätten. Was mich wirklich störte, war nicht die Übertragung der Geschichte in die Gegenwart, sondern dass die Musik durch akustische (Trampel Trampel, Bretterknarren, Hin- und Herschieben merkwürdiger Bretterverschläge auf der Bühne) und optische Reize schon vom Beginn der Ouverture an gestört wurde. Ist das noch vertretbar?


    Lieber Lohengrin,


    da ich zu der Minderheit (?) gehöre, die eher wegen der Musik als wegen der Inszenierung in die Oper geht, ist das für mich ein Ärgernis. Die (halb-)nackten Alten der Berliner "Iphigenie"-Inszenierung haben mich nicht gejuckt (war übrigens halb so schlimm - die Presse braucht ja ihren Skandal) ... aber dass da die wunderbare Ouvertüre zertrampelt, einer der wichtigsten Momente (Orest spricht seine noch für ihn unbekannte Schwester mit "Mutter" an) lärmend zugedeckt wurden, das hat für mich entscheidende Minuspunkte für die Inszenierung gebracht.


    Ich bin da in Deinem Boot ...


    Liebe Grüße Peter


  • Lieber Peter,


    genau solche Missverständnisse meine ich... Nicht eine andere Meinung - auch wenn sie mir nicht gefällt - stört mich, noch stecke ich davor zurück, sondern die Art und Weise wie diese hier teilweise mit unerbitterlichem Dogmatismus vertreten wird empfinde ich als unangebracht. Aber nun wiederhole ich mich auch und merke gleichsam, daß es in diesem Rahmen gar nicht mehr ankommt... selbst wenn man hier betont, daß man sich keiner "Front" angehörig fühlt, wird man letztlich verhöhnt. Ich werde mir dieses Wochenende einmal ernsthaft Gedanken machen, ob man das Thema Regie/Inszenierung in diesem Forum nicht doch anders angehen kann - versprechen kann ich aber nix... :wacky:

  • Zitat

    Original von Der-wonnige-Laller
    genau solche Missverständnisse meine ich... Nicht eine andere Meinung - auch wenn sie mir nicht gefällt - stört mich, noch stecke ich davor zurück, sondern die Art und Weise wie diese hier teilweise mit unerbitterlichem Dogmatismus vertreten wird empfinde ich als unangebracht.


    Lieber Clemens,


    ich habe von mir geschrieben, den Schuh braucht sich kein anderer anzuziehen. Es gibt auch für mich Auseinandersetzungen, denen ich versuche aus dem Wege zu gehen. Ob man hier etwas lernen kann, wo viele nur predigen, wenige aber dem andern zuhören mögen, muss jeder für sich entscheiden.


    Dogmatismus ist immer ein Zeichen von Unsicherheit - so schlecht steht die Sache doch nicht, oder?


    Liebe Grüße Peter