Eure 'persönlichste' Musik

  • hallo,


    wir alle lieben und schätzen, verehren und genießen musik in allen stimmungslagen - sonst wären wir nicht in diesem forum. doch für alle gibt es sicherlich musik, die viel mehr als 'schön' und/oder 'ergreifend' ist, und zu einem ganz besonderen und ganz persönlichen geworden ist, die uns nicht nur für einige stunden erfreut oder tröstet, sondern uns unauslöschlich an ein gefühl, an ein ereignis gebunden hat oder sogar uns als 'person' beschreibt, ganz typisch für uns ist.


    welche musik(en) ist/sind das für euch?

    --- alles ein traum? ---


    klingsor

  • In Mozarts "Il rè pastore" gibt es im 2. Akt das wunderschöne Rondo (mit obligater Solo-Violine) "L'amero, sarò costante", gesungen von einem lyrischen Sopran, der in der Oper den Hirten Aminta verkörpert.


    Diese Arie habe ich vor einigen Jahren eine zeitlang rauf und runter gehört, als ich mal ganz schlimmen Liebeskummer hatte :lips:


    Es war sehr tröstlich für mich und daher erinnert mich dieses besondere Stück (das mir persönlich viel bedeutet!) seither immer an diese Phase....

    "Es ist mit dem Witz wie mit der Musick, je mehr man hört, desto feinere Verhältnisse verlangt man."
    (Georg Christoph Lichtenberg, 1773)

  • Lieber Jörg,


    Ferriers berühmte Bach/Händel-Arien. Gut oder schlecht gelaunt, die höre ich immer gerne.
    Und wenn ich mich mal - Gründe sind nicht wichtig - einsam zurückziehen will, dann Gitarrenmusik aus dem Beginn des 19. Jhdt. Mit oder ohne Orchesterbegleitung.
    Da habe ich sogar eine mp3-CD mit dieser Musik gemacht, sodaß ich Stunden lang diese Musik drehen kann.


    LG, Paul

  • Salut,


    mein "persönlichstes" Stück ist Mozarts Rondo a-moll für Klavier solo KV 511 - gespielt von dem grandiosen Herrn Niemand.


    :hello:


    Ulli

  • Zitat

    Original von klingsor
    [...] doch für alle gibt es sicherlich musik, die viel mehr als 'schön' und/oder 'ergreifend' ist, und zu einem ganz besonderen und ganz persönlichen geworden ist, die uns nicht nur für einige stunden erfreut oder tröstet, sondern uns unauslöschlich an ein gefühl, an ein ereignis gebunden hat oder sogar uns als 'person' beschreibt, ganz typisch für uns ist.


    na, für einen komponisten kann das ja nur das eigene werk sein.
    oder?

  • Am persönlichsten ist für mich der 2. langsame Satz aus Dvoraks Cellokonzert op. 104. Ich habe das in einem Volkshochschulkurs mit meditativer heilender Musik kennen gelernt.


    Es berührt mich im Innersten. Löst Traurigkeit aus, aber auch Glück und Freude. Es gibt mir auch ein Gefühl des Nicht-Alleinseins. Und eine Ahnung von etwas "Göttlichem".


    Natürlich ist das Ganze eigentlich in Worten nicht auszudrücken. Es ist einfach unsagbar...

    Anna-Beate

  • zu meinen persönlichsten werken gehören bruckners 4. satz der vierten symphonie sowie der 4. satz der zweiten symphonie von sibelius.


    die hörte ich sooft, als ich noch zeit zum täglichen spazierengehen hatte. meist im winter, im dunkeln: ich assozziere damit den schmerzvollen wanderer, der sich nicht unterkriegen läßt, durch stürme und eisige kälte fortschreitet, den unbilden trotzt und irgendwann triumphiert (und sei es im tod). das ist für mich auch 'meine' begräbnismusik - obwohl, da gibt es noch einiges....


    :hello:

    --- alles ein traum? ---


    klingsor

  • Zitat

    Original von Kurzstueckmeister


    na, für einen komponisten kann das ja nur das eigene werk sein.
    oder?


    Das nenne ich selbstbewußt.


    Jetzt passt es ja endlich irgendwo hinein:

    Er ist der Brahms – allen Respekt! – ich bin der Bruckner; meine Sachen sind mir lieber!


    :hello:


    Ulli

  • Zu meinen "persönlichsten" Musiken würde ich wohl die Werke zählen, mit denen viele Kindheitserinnerungen verbunden sind. Das wären u.a.


    Sergej Prokofieff Peter und der Wolf
    Camille Saint-Saëns Der Karneval der Tiere
    Joaquin Rodrigos Fantasía para un gentilhombre


    In letzterem verbirgt sich nicht nur ein Stück Alte Musik, wenn man so will, sondern es offenbart sich auch der Ursprung meines Benutzernamens. ;)


    Ich höre diese Werke auch heute noch sehr gern. :D



    Es grüßt,
    Gentilhombre

    "Das ist zeitgenössische klassische Musik. Dann unterstelle ich, daß da kein intellektueller Zugang..."
    Miroslaw Lem, Tenor

  • @ Gentilhombre:


    Ha! Ich hatte es die ganze Zeit schon vermutet, dass Dein User-Name evtl. irgendwie mit Rodrigos schönem Gitarren-/ Orchesterwerk zusammenhängen könnte - jedenfalls habe ich beim Lesen Deines Namens immer unwillkürlich an die Fantasia gedacht!


    Ein tolles Stück - passt wie die meiste Gitarrenmusik ideal zu heißen Sommertagen....!

    "Es ist mit dem Witz wie mit der Musick, je mehr man hört, desto feinere Verhältnisse verlangt man."
    (Georg Christoph Lichtenberg, 1773)

  • Zitat

    Original von MarcCologne
    Ein tolles Stück - passt wie die meiste Gitarrenmusik ideal zu heißen Sommertagen....!


    In der Tat, oder wie es Alfred mal so schön ausdrückte "(..) wurde hier der schlagende Beweis erbracht, daß man auch im 20 Jahrhundert noch tonale Musik mit Ohrwurmqualität im Rahmen der "klassischen Musik" schreiben kann (...)"
    Bei uns zuhause gabs häufiger (klassische) Gitarrenmusik zu hören, was wohl auch meine Affinität für die Kombination aus Gitarre und Streichern erklärt. Es soll ja Leute geben, die diese Mischung, oder Gitarre an sich, nicht ausstehen können.



    Grüße,
    Gentilhombre

    "Das ist zeitgenössische klassische Musik. Dann unterstelle ich, daß da kein intellektueller Zugang..."
    Miroslaw Lem, Tenor

  • Hallo Gentilhombre,


    Zitat

    Und wenn ich mich mal - Gründe sind nicht wichtig - einsam zurückziehen will, dann Gitarrenmusik aus dem Beginn des 19. Jhdt. Mit oder ohne Orchesterbegleitung.
    Da habe ich sogar eine mp3-CD mit dieser Musik gemacht, sodaß ich Stunden lang diese Musik drehen kann.


    Diese Worte schrieb ich etwas höher.


    Darf ich Dir die Konzerte für Gitarre + Orchester von Giuliani bei Brilliant empfehlen.


    LG, Paul


  • Hallo Paul,


    habe Deinen Kommentar glatt überlesen, wie peinlich! :O Du wirst es nicht glauben, eine Giuliani-Anschaffung steht mittelfristig schon auf meiner Einkaufsliste.


    Sobald ich sie günstig sehe, wird aber erstmal diese Scheibe in meine Sammlung wandern:


    Im spanischen Barock gilt es sowieso noch einige Schätze zu heben. :]



    Groetjes uit Aken,
    Gentilhombre

    "Das ist zeitgenössische klassische Musik. Dann unterstelle ich, daß da kein intellektueller Zugang..."
    Miroslaw Lem, Tenor

  • Hallo,


    bei mir wechselt es noch zu häufig. Im Moment sind es
    Bachs 1. KK mit Lipatti(erster SAtz) , "Ich will an den Himmel denken" aus BWV 166,
    letzte unvollendeter Satz aus der Kunst der Fuge (GG), Eingangssatz aus Kantate "104",
    "Singet", Fuge in Cis-Dur WTK 2, die e-Dur-Fuge aus WTK 2 und die Variation Nr.13
    der Goldis.


    Gruß
    Hanno

    "Das Beste in der Musik steht nicht in den Noten" Gustav Mahler

  • lange Zeit war für mich das cis Moll Präludium WTK I ein wichtiges Stück, das ich mir nur "gestattete", wenn es mir schlecht ging...


    heute ist die Wirkung verblaßt, statt dessen spiele ich das Intermezzo aus Schönbergs Klaviersuite.


    Die Turangalila Symphonie Messiaens gehört zu meinen persönlichen Stücken, vor allem die überschäumenden Sätze 5 und 10.


    Auf der Orgel ist es das "Vater unser im Himmelreich" aus dem Dritten Teil der Clavierübung. (e-Moll, BWV weiß ich nicht, bin zu faul zum Nachsehen...)

    Im übrigen bin ich der Ansicht, dass gepostete Bilder Namen des Fotografen, der dargestellten Personen sowie eine genaue Angabe des Orts enthalten sollten.
    (frei nach Marcus Porcius Cato Censorius)

  • Zitat

    Original von Ulli
    ...

    Er ist der Brahms – allen Respekt! – ich bin der Bruckner; meine Sachen sind mir lieber!


    Mir sind die Sachen von Johannes lieber ! :D
    Vor allem seine 4. Symphonie. Was ich hier liebe ist diese aus der Melancholie heraus entstehende Aufbruchstimmung. Diese nehme ich auch (oder noch mehr) im 2ten Satz der 7ten des Altmeisters Ludvig van war. Versteht Ihr was ich meine, oder empfinde nur ich so?


    Naje, ich geh jetzt nochmal in mich. Ob dies wirklich meine beiden persönlichsten Stücke sind weiss ich noch nicht. Bin derzeit einfach ein bisschen zu weit weg von der Musik....


    Liebe Grüße
    Euer GalloNero

    ... da wurde mir wieder weit ums Herz ... (G. Mahler)

  • ;(Dies ist für mich keine klassische Musik, da ich noch nicht so lange bei der Klassik bin.


    Zu nennen wäre hier Tales from Topographic Oceans von Yes oder auch The Doors. Solche Musik hat mich immer aufgefangen, wenn ich unglücklich verliebt war. Jetzt habe ich mich seit mehr als fünf Jahren nicht mehr verliebt. Nicht mal unglücklich, weils eh keinen Sinn macht :(


    Dann noch Jethro Tull, Cardigans und Belle and Sebastian und "die Sterne". Dies bringt mir immer eine Zeit zurück, in der ich mit Freunden rosig und glücklich an Sommertagen an den Elbwiesen rumhing.

    29.08.1958 - 25.06.2009
    gone too soon

  • Meine persönliche Musik sind die "Chants d'Auvergne" von Joseph Canteloube. Mittlerweile manchmal auch noch die "Música callada" von Federico Mompou und das Liedtriptychon "El combat de somní" des nämlichen.

  • Nach der Devise "Diese Musik gehört mir", würde ich sagen, daß dies auf die Kantate "Ich will den Kreuzstab gerne tragen" (BWV 56) zutreffen könnte. Dieses Werk begleitet mich in vielerlei Lebenslagen seit rund 15 Jahren immer wieder.

  • Wenn ich so etwas wie persönliche Musik habe, dann ist das die bereits von Christian erwähnte Choralkantate "Wie der Hirsch schreit nach frischem Wasser" von Felix Mendelssohn.
    Diese berührt mich bei jedem Hören immer wieder und macht mir unmissverständlich klar: Das ist meine Musik, die gehört dann nur mir, ist also etwas sehr Persönliches.



    Gruß, Peter.

  • völlig off-topic, aber dennoch...



    Zitat

    Jetzt habe ich mich seit mehr als fünf Jahren nicht mehr verliebt. Nicht mal unglücklich, weils eh keinen Sinn macht



    Warum machst du dir das Leben so schwer?


    das Unglücklich-verliebt-Sein lenkt mich jedenfalls von meinen Problemen ganz schön ab und gibt dem Leben einen, wenn auch traurigen Sinn...
    Jede meiner unerreichten Traumfrauen hat mir unglaublich viel gegeben...oder bei mir bewirkt...

    Im übrigen bin ich der Ansicht, dass gepostete Bilder Namen des Fotografen, der dargestellten Personen sowie eine genaue Angabe des Orts enthalten sollten.
    (frei nach Marcus Porcius Cato Censorius)

  • die liebe - sofern es sie wirklich geben sollte - hält doch nur von den wahrhaft wichtigen dingen ab 8o :stumm:

    --- alles ein traum? ---


    klingsor

  • Zitat

    Original von tastenwolf


    das Unglücklich-verliebt-Sein lenkt mich jedenfalls von meinen Problemen ganz schön ab und gibt dem Leben einen, wenn auch traurigen Sinn...


    Tststs... als wenn das nicht schon genug "Problem" wäre... :wacky:


    Ich bin übrigens andauernd frisch verliebt... :rolleyes: in Musik! :D
    Aber fremdgehen? :no:


    Viele Grüße
    Ulli

  • Moin,


    die persönlichste, also die mich am direktesten ansprechende Musik? Eine gute, also sehr schwer zu beantwortende Frage. Also vielleicht der Tristan. Aber nein, letztlich wohl die Cello-Suiten von Bach. Die hör ich immer wieder. Und immer wieder neu (für mich ein ähnlicher Effekt wie bei Kafka).
    :jubel:


    Gruß, l.

  • Ich habe gerade ein Dejavu, während ich Regers bombastische "Mozart-Variationen" für zwei Klaviere eingeschaltet habe, die mit dem ersten Thema aus Mozarts Klaviersonate KV 331 beginnen.


    Ich glaube, diese A-Dur-Sonate von Mozart ist mein persönlichstes Stück. Ich hatte als Baby bzw. noch später als kleines Kind eine Spieluhr aus Plastik (von Milupa?) mit einem Schnürchen, die spielte dieses Thema. Und später gab es im österreichischen Fernsehen die "Gute-Nacht-Sendung", die ebenfalls mit diesem Thema begann, wenn ich mich richtig erinnere. Im Radio gab es auch was, "Das Traummännlein kommt", aber das bemerkte ich erst, als ich schon aus dem Alter heraus war. Ich weiß nicht mehr, mit welcher Musik das immer begann.

    Bitte bedenken Sie, dass lautes Husten - auch zwischen den Stücken - die Konzentration der Künstler wie auch den Genuss der Zuhörer beeinträchtigt und sich durch den Filter eines Taschentuchs o. ä. erheblich dämpfen lässt.