Ohne Krimi ...

  • Neben Tellkamps Turm und einer kleinen Wagner-Biographie dieses Geschenk aus der jährlichen Urwaldfluß-Kindle-Weihnachtsaktion:



    Die Krimi-Handlung selber ist nicht langweilig, aber letztlich recht unspektakulär. Interessant zu lesen sind die Schilderungen der nach dem Krieg in Trümmern liegenden Stadt Hamburg (die Handlung spielt im Hungerwinter zu Beginn des Jahres 1947) - insbesondere vor dem Hintergrund, die "Ecken" aus den eigenen Stadterkundungen selber zu kennen.

    mfG Michael


    Eine Meinungsäußerung ist noch kein Diskurs, eine Behauptung noch kein Argument und ein Argument noch kein Beweis.

  • Mit einem Freund betreibe ich einen seltsamen Herrenabend. Mit einem guten Wein, aber leider keiner Zigarre, haben wir einmal in der Woche einen Krimiabend. Der besteht in der letzten Zeit nur aus dänischen Serien. Lund 1: sehr gut. Lund 2: verwirrend. Lund 3: schwach, nach einer halben Stunde ausgemacht. Tatorte schalten wir gar nicht erst ein. Brilliant aber: Borgen 1 und Borgen 2, da stimmt alles. Wir sehen diese Serien in einer seltsamen Art: wann immer einer eine Frage oder Assoziation hat, wann immer einer aufs Klo muss oder neuen Wein holen, wird der Film unterbrochen, sodass eine 60minütige Sendung meist 120 Minuten dauert, wir aber völlig glücklich sind.
    Die lokalen Krimis haben meist nur eine Stärke: das Lokalkolkolorit. Meist kriegen die Autoren das gut hin, nicht aber Story und Dialoge (Beispiel: Juretzka; Mülheim - Krimis), manchmal nicht mal die Rechtschreibung (Oberhausen - Krimis).

    Odi et amo. quare id faciam, fortasse requiris. nescio, sed fieri sentio et excrucior (Catullus)

  • Hurra, es gibt wieder einen neuen Eifel-Krimi mit Siggi Baumeister, lang erwartet, endlich da!



    Der mittlerweile 75jährige Duisburger Michael Preute serviert uns unter seinem Pseudonym Jacques Berndorf bei KBV den neuesten Krimi aus der beschaulichen Eifel.
    Zwei Polizisten werden nachts mit ihrem Streifenwagen in einen einsamen Waldweg gelockt und dort eiskalt hingerichtet. Die Polizei - an der Spitze der inzwischen gealterte Polizeirat Kischkewitz - ist ratlos, also müssen der Journalist Siggi Baumeister und seine Freunde, Kriminalrat a.D. Rodenstock nebst Freundin Emma, eine ehemalige Agentin, helfen. Diese beiden - in den letzten Büchern schon alt und gebrechlich geworden und teils im Rollstuhl, hat der Autor einer Verjüngungskur unterzogen, die sind jetzt wieder fit und munter. Dazu kommt noch Tessa, eine Staatsanwältin.
    Die ermitteln nun im Umfeld der Opfer, bringen Verwandte und Freunde in den Eifeldörfern zu sprechen - und lösen so den Fall.
    Das dauert - endlose Diskussionen am Küchentisch des Bauernhauses bei Leberwurstbroten - aber als das Ende naht, geht es ganz schnell und das Buch ist aus.
    Da hätte der Autor bei der Ausgestaltung doch mehr Sorgfalt 'reinlegen sollen; irgendwie ist man am Schluß enttäuscht - leider passiert das bei diesem Schriftsteller häufig.
    Dabei ist der Plot äußerst aktuell, es geht um Schwarzgeld, die Modedroge Crystal, um geklaute Luxusautos und Mädchenhandel; selbst der Rücktritt des Rheinland-Pfälzer Ministerpräsidenten ist schon eingebaut, ebenso die jüngsten weltpolitischen Ereignisse!


    LG


    8-)

    Harald


    Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
    (Vinícius de Moraes)

  • Mit einem guten Wein, aber leider keiner Zigarre, haben wir einmal in der Woche einen Krimiabend. Der besteht in der letzten Zeit nur aus dänischen Serien. Lund 1: sehr gut. Lund 2: verwirrend. Lund 3: schwach, nach einer halben Stunde ausgemacht.


    Die erste Staffel Lund habe ich auch gesehen. Es hat ziemlich gut begonnen, wurde mir aber mit der Zeit zu pathetisch. Daher kein "Sehr gut" von meiner Seite. Vor kurzem bin aber über eine Staffel einer Vorgängerserie gestolpert. "Der Adler - Die Spur des Verbrechens". Und die hat mir besser gefallen. Da sind irgendwann auch die beiden anderen Staffeln fällig...

    Ciao


    Von Herzen - Möge es wieder - Zu Herzen gehn!



  • Mist! Ich habe leider vergessen, wie der Krimi hieß, den ich im vorigen Jahr in die Hand bekam und in einem Zug durchgelesen habe. Im Gedächtnis blieb nur der Autorenname - wegen des Wortspiels: Leo P. Ard. Ja ja, das Gedächtnis...


    :hello:

    .


    MUSIKWANDERER

  • Im Gedächtnis blieb nur der Autorenname - wegen des Wortspiels: Leo P. Ard.


    Leo P. Ard ist das Pseudonym von Jürgen Pomorin (* 15. Januar 1953 in Bochum); deutscher (Enthüllungs-)Journalist, (Ruhrgebiets-)Schriftsteller und Drehbuchautor, Grimme-Preisträger. Lebt auf Mallorca.
    Es vergeht kaum eine Woche, in der nicht ein Krimi im Fernsehen läuft, zu dem er das Drehbuch verbrochen hat.
    Seine Bücher stehen alle bei mir in den (Keller-)Regalen, einige habe ich sicher hier in diesem Thread schon vorgestellt....



    LG

    Harald


    Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
    (Vinícius de Moraes)

  • Leo P. Ard ist das Pseudonym von Jürgen Pomorin


    Lieber Harald,


    es ist unwahrscheinlich, was Du alles so rausbekommst! Dein Wirken im Tamino ist unbezahlbar!


    La Roche

    Ich streite für die Schönheit und den edlen Anstand des Theaters. Mit dieser Parole im Herzen leb' ich mein Leben für das Theater, und ich werde weiterleben in den Annalen seiner Geschichte!

    Zitat des Theaterdirektors La Roche aus Capriccio von Richard Strauss.

  • Als ich heute vor 5 Jahren hier über den Tod des Schriftstellers berichtete, waren seine Krimis noch fast überall zu bekommen. Heute sind sie fast vergessen.
    Lediglich seine Kinderbücher und die Erinnerungen eines ehemaligen ZEN-Mönches findet man im Buchhandel.
    Dabei sind es gerade seine Amsterdam-Krimis, die lesenswert sind.
    Allerdings lief vor ein paar Wochen im TV ein (deutscher) Kriminalfilm nach einem seiner Romane, von dem ich ziemlich enttäuscht war ("Der blonde Affe").



    Janwillem Lincoln van de Wetering (* 12. Februar 1931 in Rotterdam; † 4. Juli 2008 in Blue Hill, Maine, Vereinigte Staaten) war ein niederländischer Schriftsteller, der insbesondere durch seine Kriminalromane bekannt wurde.


    LG

    Harald


    Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
    (Vinícius de Moraes)

  • Die De Gier/Grijpstra Reihe habe ich vor etlichen Jahren (ca. 06/07) zum größten Teil? (6 oder 7 Bände, vermute ich) gelesen; vielleicht sind sie momentan vergriffen, waren aber in der Vergangenheit in mehreren rororo-Auflagen greifbar. Verfilmungen kenne ich nicht, kann mir aber gut vorstellen, dass die den oft etwas skurrilen Humor und die kauzigen Protagonisten leicht verfehlen können.
    Ich war auch nicht von allen Bänden gleichermaßen angetan, beinahe am besten fand ich den ersten "Outsider in Amsterdam", obwohl der Commisaris da noch fehlt.
    Eins der Zen-Bücher ist mir auch mal in die Hände gefallen, war auch ganz unterhaltsam, aber die Krimis gefielen mir besser. Ob ich sie alle behalte... mal sehen. Ich sollte mal wieder eines lesen, wie sie mir heute gefallen.

    Struck by the sounds before the sun,
    I knew the night had gone.
    The morning breeze like a bugle blew
    Against the drums of dawn.
    (Bob Dylan)

  • Vor genau 10 Jahren bekam ich zum Geburtstag eine Hör-CD



    Ein spannendes Hörspiel, Produktion des Südwestfunks, mit Ulrich Pleitgen, Alf Arholm u.a., und der Musik von Miles Davis.
    Lag lange Zeit bei mir rum, da ich keine Zeit hatte, mir das eine Stunde am Stück anzuhören. Erst später habe ich mir die CD bei einer längeren Autofahrt aufgelegt. War ziemlich albern, nochmal würde ich mir das nicht antun.
    Spätere Hörspiele sind mit Christian Brückner, Dietmar Mues ebenfalls prominent besetzt.


    Ungelesen liegen hier noch ein paar RoRoRo-Taschenbücher mit japanischen Kurzkrimis (Inspektor Saito...)


    LG

    Harald


    Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
    (Vinícius de Moraes)

  • Nachdem wir uns in der Chorprobe zum ersten Mal das "Ehre sei Gott" aus dem Weihnachtsoratorium vorgenommen hatten, schaute ich zu Hause noch in meinen Neuerwerbungen der DVD-GA der Beethovensinfonien nach, heute Abbado, Beethoven 2 und 9. Ich werde später darüber berichten, wenn ich sie konzentriert durchschaue.
    Nun werde ich mich mt Hauptkommissar Van Veeteren und seinem zweitletzten Fall zur Ruhe begeben:


    Liebe Grüße


    Willi :)

    1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
    2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).

  • Heute vor 10 Jahren ist der bekannte Krimi-Autor gestorben.


    Nicolas Freeling, eigentlich Nicolas Davidson (* 3. März 1927 in London; † 20. Juli 2003 im Kanton Schirmeck, Bas-Rhin), war ein britischer Schriftsteller, der den Großteil seines Lebens im kontinentalen Europa (Niederlande, Frankreich) verbrachte.


    Freelings Karriere als Schriftsteller begann, als er nach einer Verurteilung wegen Diebstahls eine Haftstrafe von drei Wochen absitzen musste. Vorher hatte er verschiedene Tätigkeiten (Militär, Gastronomie) ausgeübt.


    Neben verschieden Romanen sind es vor allen Dingen zwei Krimi-Serien, die den Schriftsteller bei den Krimifreunden so beliebt gemacht haben:


    Da ist erstens der holländische Kommissar Piet van der Valk. Wenn man eines dieser Bücher gelesen hat, will man sie alle haben (13 St.). Die englischen Verfilmungen (fürs Fernsehen) haben jedoch nicht viel mit der Romanfigur zu tun,


    Andererseits gibt es noch einen ganz anderen Ermittler: Den aus Südfrankreich stammenden Kommissar Henry Castang, der zuerst in Paris, später in Brüssel ermittelt (17 Bände).



    Sein m.E. bester Roman ist allerdings nie in Deutschland erschienen. Ich weiß nicht warum dieser spannende Agenten-Thriller nie ins deutsche übersetzt wurde: The Dresden Green



    LG

    Harald


    Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
    (Vinícius de Moraes)

  • Mit einem Freund betreibe ich einen seltsamen Herrenabend. Mit einem guten Wein, aber leider keiner Zigarre, haben wir einmal in der Woche einen Krimiabend. ...


    Eure Kommissarin Lund in Ehren, aber mir gefällt eine andere dänische Serie besser - tatsächlich gehört sie zum Besten, was ich überhaupt kenne (für mich auch besser als die so hochgelobte amerikanische Serie Homeland):



    Leider schon Vergangenheit dürfte sie dennoch ein Fixstern am Krimi-Serienhimmel bleiben.


    :hello:

    Ciao


    Von Herzen - Möge es wieder - Zu Herzen gehn!





  • Leider wohl schon vergriffen, Neuauflage nicht vorgesehen. Wird manchmal im marketplace von amazon zu hohen Preisen angeboten. Ich ärgere mich, dass ich diese Gesamtausgabe damals nicht sofort bestellt habe!


    Kleiner Hinweis für alle Besitzer eines elektronischen Lesegerätes (aka Kindle):



    Für kein Geld ;)

    mfG Michael


    Eine Meinungsäußerung ist noch kein Diskurs, eine Behauptung noch kein Argument und ein Argument noch kein Beweis.

  • Heute gestorben:



    Thomas Leo Clancy Jr. (* 12. April 1947 in Baltimore, Maryland; † 2. Oktober 2013 ebenda) war ein amerikanischer Schriftsteller, der unter dem Namen Tom Clancy schrieb und besonders für seine Politthriller bekannt ist.


    R. I. P.

    Harald


    Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
    (Vinícius de Moraes)

  • Tom Clancys Romane habe ich früher mit großer Begeisterung gelesen. Der amerikanische Patriotismus konnte einem dabei schon gelegentlich sauer aufstoßen, z.B. wenn in Jagd auf Roter Oktober alle hinter dem U-Boot her sind, doch als es in ihren Besitz gerät, die Amis nur rummäkeln. Meiserhaft war Clancys Fähigkeit, Handlungsstränge über hunderte Seiten parallel laufen zu lassen, um sie dann zu vereinen. Ich weiß nicht mehr, in welchem Roman es war, (ich glaube Das Echo aller Furcht) - jedenfalls wird darin dem Leser immer wieder der Weg eines Baumstamms vorgelegt, vom Fällen bishin zu den einzelnen Transportwegen, schließlich bekommt dieser Stamm dann eine wesentliche Funktion in der Handlung. Und erwähnenswert ist auch das Ende des Romans Befehl von oben, in dem ein Terrorist ein Flugzeug ins Kapitol lenkt - vor dem 11. September 2001.
    Letzteres Datum scheint aus meiner Sicht eine Zäsur in Clancys Schaffen zu markieren. Seitdem sind die erschienenen Romane von derart schlechter Qualität, dass zurecht infrage gestellt wird, ob Clancy wirklich deren Verfasser ist oder nur seinen Namen zur Verfügung stellte.
    Mit seinem Tod ist die Hoffnung auf eine Rückkehr zur alter Höchstform dahin.


    Möge er in Frieden ruhen.

    "Geduld und Gelassenheit des Gemüts tragen mehr zur Heilung unserer Krankheiten bei, als alle Kunst der Medizin." (W.A. Mozart)

  • Ich weiß nicht mehr, in welchem Roman es war, (ich glaube Das Echo aller Furcht) - jedenfalls wird darin dem Leser immer wieder der Weg eines Baumstamms vorgelegt, vom Fällen bis hin zu den einzelnen Transportwegen, schließlich bekommt dieser Stamm dann eine wesentliche Funktion in der Handlung.


    Richtig erinnert! Ein für mich grandioser Thriller (die Verfilmung kann nicht mithalten). Interessanterweise das einzige Buch, das ich von ihm gelesen habe. Jagd auf Roter Oktober, Die Stunde der Patrioten und Das Kartell kennt man natürlich als sehr gute Filme...


    :hello:

    Ciao


    Von Herzen - Möge es wieder - Zu Herzen gehn!



  • Mit Hilfe dieses vierten Romans von Simon Beckett um den forenischen Anthropologen Dr. David Hunter lese ich momentan den Schlaf herbei.


    Liebe Grüße


    Willi :)

    1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
    2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).

  • Ich bin immer noch beim selben Buch. Ich glaube, ich höre zu viel Musik.


    Liebe Grüße


    Willi ?(

    1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
    2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).

  • Mir mal wieder britisch zumute und ich habe begonnen, die im letzten Jahr antiquarisch besorgten kompletten Inspector Morse Romane von Colin Dexter( teilweise zum 2. Mal) in chronologischer Reihenfolge zu lesen. Bin gerade beim 2. Band,,...wurde sie zuletzt gesehen"


    Dexter schreibt einen traditionellen Krimiplot ( 70er/ 80er Jahre) in handwerklich feinster Manier. Der aus dem Fernsehen bekannte Inspector Lewis wwar übrigens in den Dexter Originalen Morse's Sergeant.


    Pro Roman nur um die 200 Seiten und trotzdem wird die spezielle Oxforder Welt, in der die Thames Valley Police agiert ganz lebendig!



    Es ist unbegreiflich und eine Schande für die deutschen Krimiverlage, dass diese unverzichtbaren Klassiker des Genres seit Jahren nur antiquarisch zu erhalten sind! :cursing:



    Gruß


    Oolong

    Psalmen sprechen und Tee trinken kann niemals schaden!

  • Er ist der Urvater deutschsprachiger Kimis: Der in Wien geborene Schweizer Friedrich Glauser.



    Friedrich Charles Glauser (* 4. Februar 1896 in Wien; † 8. Dezember 1938 in Nervi bei Genua) war ein Schweizer Schriftsteller.
    Er gilt als einer der ersten deutschsprachigen Krimiautoren.
    Nach ihm benannt wurde der abgekürzt Glauser genannte Friedrich-Glauser-Preis. Er ist neben dem Deutschen Krimi Preis der wohl wichtigste Krimipreis im deutschsprachigen Raum.
    Der Preis wird seit 1987 alljährlich in mehreren Kategorien vom Syndikat verliehen, der 1985 von Fred Breinersdorfer gegründeten, fast 700 Mitglieder (Stand: 08/2011) zählenden Autorengruppe deutschsprachige Kriminalliteratur.
    Die populärste Auszeichnung wird für den besten Kriminalroman des Jahres in deutscher Sprache vergeben und ist mit 5.000 Euro dotiert.


    LG

    Harald


    Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
    (Vinícius de Moraes)

  • Leider ist von den kurzweiligen Krimis um Maurice Leblancs Gentleman-Gauner Arséne Lupin momentan wohl nur den Band "Arséne Lupin und der Schatz der Könige von Frankreich" als Insel-Taschenbuch lieferbar. Allerdings lohnt sich die Jagd nach weiteren Titeln (ohne Probleme als gebrauchte Ausgaben beim Werbepartner zu finden), da die Leichtigkeit, mit der die spannenden und witzigen Krimis um den Meisterdieb verfasst sind, ihresgleichen sucht.
    Chapeau! ;)

  • ES ist nicht leicht nach langer Absenz in solch einen Thread wieder einzusteigen - vor allem , weil man ha nicht weiß was in den 8 Jahren seines Laufen in 322 Beiträgen alles geschrieben wurde. Leider bin ich vermutlich keine Bereicherung für diesen Thread, weil ich - so ich einen neune Lieblingsautor entdeckt habe - diesem unverbrüchlich die Treue halte - so wie ich mich im realen Leben ungern umgewöhne, gewöhne ich mich ungern an neue Kriminalkomissare etc.
    Dennoch - von Zeit zu Zeit beginne ich wieder Krimis zu lesen. Im speziellen Fall gab es am Wühltisch bei Amadeus in Wien 3 einige Krimis, die in Italien spielten. Ich war sehr skeptisch, weil ich die Donna Leon Romane nicht besonders mag, es fehlt ihnen die Italianitá - sie wirken trocken auf mich.

    Sollte ich einen weiteren Versuch wagen? Ein gewisser Andrea Camillieri hate da einen Commissario Montalbano geschaffen. Was sollte schon schiefgehen. Inzwischen habe ich alle 322 Beiträge hier überflogen und immerhin festgestellt, daß Autor und Bücher schon vor etlichen Jahren hier erwähnt wurden.
    Allerdings meiner Meinung nach, viel zu kurz, denn schon nach wenigen Seiten durfte ich feststellen, daß ich hier einen Volltreffer gelandet hatte. In Sachen Ironie, Bosheit und Scharfblick wird der Autor vermutlich auch von Ephraim Kishon kaum übertroffen, und ich kam aus dem Lachen kaum heraus. Ein "böser alter Mann" (der Autor) rechnet mit den Zuständen der italienischen Gesellschaft ab - aber wie er das macht ist köstlich. Ich bin aus dem Lachen kaum herausgekommen, über all die kaputten Typen die hier so lebensnah beschrieben wurden . Mein erstes Buch war "Die Stimme der Violine" - aber es ging nicht eigentlich um Musik. Der Autor ist derzeit 89. Es gibt von ihm derzeit 15 Montalbano-Krimis in deutscher Übersetzung - 7 Weitere sind derzeit lediglich in italienisch erhältlich, wobei erfeulicherweise gesagt werden muß, daß sein Schaffensprozess noch immer anhält. Mehr dazu in einem meiner nächsten Beiträge...

    mfg aus Wien
    Alfred

    Der Weg zur Hölle ist mit guten Vorsätzen gepflastert


  • ......, weil ich die Donna Leone Romane nicht besonders mag, es fehlt ihnen die Italianitá - sie wirken trocken auf mich.
    Sollte ich einen weiteren Versuch wagen? Ein gewisser Andrea Camillieri hate da einen Commissario Montalbano geschaffen..........
    Allerdings meiner Meinung nach, viel zu kurz, denn schon nach wenigen Seiten durfte ich feststellen, daß ich hier einen Volltreffer gelandet hatte. In Sachen Ironie, Bosheit und Scharfblick wird der Autor vermutlich auch von Ephraim Kishon kaum übertroffen......


    Donna Leon ist eine "Zugereiste" in Venedig, die sich zunehmend berufen fühlte, von ihr mit amerikanischem Scharfblick erkannte vermeintliche politische und gesellschaftliche Mißstände in Italien in ihren Romanen um Brunetti zum Hauptthema zu machen. Daran liegt auch die fehlende Italianitá: Brunetti und die anderen Protagonisten sind inzwischen Amerikaner mit amerikanischen Ansichten, die sich als Venezianer verkleidet haben. Dazu kommt, dass Leons Stil immer mehr unter einer zwanghaften "political correctness" leidet. Ihre Bücher wurden deswegen zunehmend langweilig und oberlehrerhaft und glitten trotz oder evtl. wegen dieser Bemühtheit mehr und mehr ins Triviale ab.


    Andrea Camilleri spielt da sowohl in Unterhaltungswert, Lokalkolorit und Authentizität seiner Protagonisten aber auch von der Qualität der Texte her in der Tat in einer anderen Liga.

    res severa verum gaudium


    Herzliche Grüße aus Sachsen
    Misha

  • Es gibt von ihm derzeit 15 Montalbano-Krimis in deutscher Übersetzung - 7 Weitere sind derzeit lediglich in italienisch erhältlich


    Die neuesten Krimis um Commissario Montalbano sind zwar auf italienisch erhältlich, wurden erfolgreich verfilmt und sind im Fernsehen gelaufen (servusTV) sowie als DVD erhältlich, nicht jedoch in Buchform in deutscher Sprache. Und das, obwohl der deutsche Markt der bedeutendste und größte in Europa ist.
    In einschlägigen Krimi-Foren sowie auf den Diskussions-Seiten von amazon ist schon seit langem ein erbitterter Krieg um die deutschen Übersetzungen der Camillieri-Texte ausgebrochen.
    Einen Großteil der Popularität verdankt der smarte Commissario seiner ersten deutschen Übersetzerin, Christiane von Bechtolsheim.
    Dann soll der deutsche Bastei-Verlag aus Kostengründen den Übersetzer gewechselt haben - da überall gespart werden muß! Der Neue, Moshe Kahn, soll angeblich pro Roman nur die Hälfte bekommen als seine Vorgängerin.
    Die Lesergemeinde ist empört, die Texte seien nicht mehr so stimmig, die Figuren hätten viel an Originalität eingebüßt usw.
    Ob das einen Rückgang der Verkaufszahlen ausmachte, weiß ich nicht.....


    Wie dem auch sei, der neueste Roman gibt für die deutsche Fassung Rita Seuß und Walter Kögler als Übersetzer an.


    Harald


    Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
    (Vinícius de Moraes)

  • Bei dieser Gelegenheit herzlichen Dank an Harald Kral für den Tipp bzgl Glauser. Einiges dieses Autors gibt es übrigens für kindle kostenlos.

    res severa verum gaudium


    Herzliche Grüße aus Sachsen
    Misha

  • hallo, also, mich langweilen krimis .


    Dann würde ich halt die lesen, die was taugen, also vertont wurden.


    "Das Fräulein von Scuderi", "Pikowaja dama" oder "Herr Arnes penningar" zum Beispiel.

  • Auch ich hatte keine Lust, den ganzen thread zu lesen. Falls noch nicht erwähnt: Die Dr. Siri Reihe von Colin Cotterill. Der Protagonist Dr. Siri Paiboun ist Arzt und einziger und zwangsverpflichteter Leichenbeschauer (obschon bei Amtsantritt mit 72 lange im Pensionsalter) im Laos der 70er. Er hat außerdem so etwas wie das "2. Gesicht". Die Bücher sind voll von skurrilen Charakteren, Seitenhieben auf die Politik und schrägem Humor in exotischer Kulisse. Ähnlich wie bei Haas ist man wohl entweder begeistert oder findet die Bücher scheusslich.



    Man sollte die Bücher in der ursprünglichen Reihenfolge lesen.


    Eine Klasse für sich sind auch die von Jan Josef Liefers kongenial gelesenen Hörbücher.

    res severa verum gaudium


    Herzliche Grüße aus Sachsen
    Misha

  • Ähnlich wie bei Haas ist man wohl entweder begeistert oder findet die Bücher scheusslich.


    Ach ja, der Haas, superb!


    Kann man wirklich so strohdumm sein und den Wolferl nicht mögen?


  • Bei Moritz Matthies´ Erdmännchen-Krimis habe ich mich schlapp gelacht. Die absurde Idee, Erdmännchen aus dem Berliner Zoo detektivisch tätig werden zu lassen, funktioniert erstaunlich gut. Erdmännchen Ray erzählt in den bisher erschienenen drei Bänden, wie er mit seinem menschlichen Partner Phil diverse Fälle aufklärt und schlägt sich gleichzeitig mit seinem Clan und seiner unerfüllten Liebe zu Chinchilla-Dame Elsa herum. Der beste Band der Trilogie ist für mich Teil 2 "Voll Speed", in dem Ray und sein Clan in der Kanalisation unter ihrem Bau ein Modell-Motorboot finden und damit durch die Abwasserkanäle cruisen.


    Sehr empfehlenswert sind an dieser Stelle auch die (gekürzten) Hörbuchfassungen, in denen Christoph Maria Herbst sich beim Vorlesen selbst übertrifft.