Die Zauberflöte - Ein Machwerk ?

  • Richtig!


    Man kann es eben auch als Konjunktiv [? ich schmeiße immer mit den Fachbegriffen um mich, ohne zu wissen, wie es richtig heißt :O ] interpretieren. Das ist in der Bildnis-Arie ebenso: "Was würde ich...? - Ich würde sie..."


    Das "wollte" kann auch wieder so eine österreichische Spezialform sein - Präsens austriensis oder so...


    :hello:


    Ulli

    Die Oper muss Tränen entlocken, die Menschen schaudern machen und durch Gesang sterben lassen.
    (Vincenzo Geilomato Hundini)

  • Lieber Ulli,


    Wenn mein Gedächtnis nicht zuverlässig ist, und ich mich irre, habe ich sogar ein anderes Beispiel. Und das ist ganz sicher richtig.
    Franz Schubert hat Musik komponiert zu "Ich wollt, ich wär ein Fisch", D 558. Ich habe es schnell kontrolliert, denn ich wußte nicht mehr ob es Beethoven oder Schubert war. Es ist bekannt unter "Liebhaber in allen Gestalten" und der Text ist von Goethe.



    Und auch kenne ich noch (woher??) "Ich wollt, ich wär ein Huhn". Das Verbum "wollen" war um jene Zeiten also nicht absolut.


    QED

  • Salut,


    ist das nicht einfach nur Konjunktiv [Theophilus!!! :hello: ] ???


    Es gibt auch das Futur-Beispiel in der Entführung "Ha, wie will ich triumphieren..."


    Und in dem berühmten sagitt-Quartett Nr. 16 [ebenfalls Entführung] ist auch Präsens vorhanden: Belmonte: "Ich will. Doch zürne nicht..."


    :hello:


    Ulli

    Die Oper muss Tränen entlocken, die Menschen schaudern machen und durch Gesang sterben lassen.
    (Vincenzo Geilomato Hundini)

  • Hallo!


    ich war gestern in der Zaubeflöte im Nationaltheater in Mannhein


    Ich fand die Sänger waren sehr gut, die Inszenierung hat mir auch gut gefallen!


    Es waren auch viele Kinder da, war ein wenig unruhig, aber es hielt sich in Grenzen. ;)


    Wollte mal fragen ob es üblich ist nach jeden gesungenen Stück zu Klatschen?


    Ich weiß, das dies bei Italienischen Opern, wie von Puccini oder Verdi so gemacht wird, da dort viele Arien gesungen werden.


    War mitunter ein wenig störend gestern.


    Wollte halt mal wissen ob das üblich ist oder eher eine Unsitte ist.


    Danke für Eure Antworten!


    Liebe Grüße


    Bastian

  • Hallo Bastian,


    naja - ich würde sagen, die italienischen Opern haben nicht unbedingt ein "Vorrecht" drauf, dass gerade dort besonders viel Szenenapplaus stattfindet - es liegt meiner Ansicht nach vor allem an der "Machart" der jeweiligen Oper:
    Wenn sie durchkomponiert ist und es somit keine (oder kaum) Stellen gibt, an denen ein deutlicher Einschnitt erkenn-, bzw. hörbar ist (Wagner und R. Strauss sind da klassische Beispiele), dann gibt es auch nur wenig, bzw. eben gar keinen Zwischenapplaus, der beschränkt sich dann meist auf die Aktschlüsse.


    Aber gerade die italienischen Opern von Verdi, Bellini, Rossini, etc. haben diese "Einschnitte" eben sehr oft: Ein Musikstück geht hörbar zu Ende - das Publikum applaudiert (wenn es ihm denn gefallen hat).
    Das finde ich aber nicht verwerflich, denn diese Stellen sind ja ursprünglich auch dazu da gewesen, dass das Publikum der Primadonna, dem Tenor (oder auch mal dem Opernchor?!!) unmittelbar durch Applaus (und Jubelrufe) seine Begeisterung mitteilen konnte.
    Ohne diese Stellen hätten manch eitle Primadonnen & Konsorten evtl. gar nicht mitsingen wollen ;)
    Szenenapplaus macht eine Aufführung lebendiger - und wie gesagt, in solchen Opern mit "applausgeeigneten" Stellen stört es ja auch nicht.


    Bei deutschsprachigen Opern (vor Wagner und Strauss), also z. B. bei Lortzing, Nicolai, Weber, Beethoven und Mozart, werden die einzelnen Musiknummern ja häufig durch gesprochene Dialoge unterbrochen, so auch in der Zauberflöte, um die es hier konkret geht.
    Könnte ein "Einschnitt" innerhalb einer Oper drastischer sein? Daher fordern die einzelnen Musiknummern natürlich Szenenapplaus nach jeder einzelnen besonders heraus, wobei Arien meist besonders reichhaltig, Ensemblenummern eher seltener und Chöre (fast) nie mit dieser Art Applaus bedacht werden. Tut mir immer um den Chor ein bissel leid :(


    Aber je begeisterungsfähiger ein Publikum ist, desto mehr klatscht es natürlich - es motiviert ja auch die Darsteller auf der Bühne, wenn sie eine spontane (positive) Reaktion aus dem Zuschauerraum zurückbekommen!
    Solange man nicht auch noch anfängt, mitten in ein Stück hineinzuklatschen, ist sowas für mich völlig ok.
    Und -wie gesagt- es ist eine uralte Operntradition. Früher hat man noch ganz andere Geräuschpegel im Opernhaus zu hören bekommen - gestört hat es damals auch keinen :D

    "Es ist mit dem Witz wie mit der Musick, je mehr man hört, desto feinere Verhältnisse verlangt man."
    (Georg Christoph Lichtenberg, 1773)

  • Salut,


    da schreibt doch einer glatt:


    Zitat


    Nach einer unbeliebten Inszenierung der Zauberflöte im Vorjahr machten es Mäzene möglich, schnell noch eine Neuinszenierung für die Salzburger Festspiele der wohl am häufigsten unterschätzten Oper Mozarts herauszustampfen.


    ?( Hä? ?(


    Grüßle
    Ulli

    Die Oper muss Tränen entlocken, die Menschen schaudern machen und durch Gesang sterben lassen.
    (Vincenzo Geilomato Hundini)

  • Zitat

    Nach einer unbeliebten Inszenierung der Zauberflöte im Vorjahr machten es Mäzene möglich, schnell noch eine Neuinszenierung für die Salzburger Festspiele der wohl am häufigsten unterschätzten Oper Mozarts herauszustampfen.

    [/QUOTE]


    Unterschätzt - ja und nein.


    Mit Sicherheit ist die Zauberflöte "POPULAR" - was indes nichts mit "Wertschätzung" (notabene durch Mozart- und Opernkenner) zu tun hat.


    Sie rangiert ferner mit ziermlicher Sicherheit HINTER den Doponte Opern Mozarts. HEUTE wird sie geren als Kinderoper gesehen - was bestimmt auch kein positives Attribut ist.


    Womit wir wieder beim ursprünglichen Threma angelangt wären , welches - wie in letzter Zeit schon fast üblich - im Laufe des Threads - arg verwässert wurde.


    Ich halte fest: Es geht in diesem Thread weder um geglückte oder weniger geglückte Inszenierungen, auch nicht um Sternstunden der SDchallplattengeschichte (Da gibt es eigene Threads zu dieser Oper und dem jeweiligen Spezialthema) sondern darum - ob man die Zauberflöte als "Fleckerteppich" (Patchwork) sehen soll, wo kein Stück zum anderen passt - uneinheitlich in Text UND Musik (Seichte Buffotexte mit simpler Melodien wechseln mit pathetischen Stellen, welche die "Grande Opera" vorwegnehmen) oder als wegweisendes Meisterwerk mit kryptisch verschlüsselten Botschaften.
    Ich bitte all jenen, die sich hier beiteiligen möchten, wenigstens die ersten Beiträge dieses Threads durchzulesen.


    mfg aus Wien


    Alfred

    Interpreten SIND Sklaven !

  • Zitat

    Original von Alfred_Schmidt
    ...HEUTE wird sie geren als Kinderoper gesehen - was bestimmt auch kein positives Attribut ist.


    Na, also ich würde das als besonderes Lob empfinden, würde eine meiner Opern tatsächlich Kindern besonders gut tun oder gefallen. Überhaupt, wenn sie nicht als Kinderoper geschrieben wurde. Man muss schon auch daran denken, in welcher Zeit die Oper geschrieben wurde und welches Umfeld sie bei der Uraufführung genoss. Ist ja nicht so, dass die Leute damals wie wir gesittet im Opernhaus (oder Theater) saßen und hernach intelletuelles Blabla über den Abend von sich gaben. Tut zum Glück auch heutzutage nicht jeder. Aber damals, so empfinde ich es, war der Zuhörer ehrlicher. Mag sein, dass er weniger von Musik verstanden hat, als der durchschnittliche Opernbesucher heute, aber er genoss das Spektakel mehr. Es hängt ja auch damit zusammen, dass sie Sänger damals weit mehr Akrobatik mit ihren Stimmen vorführten und tatsächlich ein Instrument in der Kehle hatten - ich kenne keinen Sänger, der besondere Verzierungskunst betreibt, auch, wenn es sicherlich einige gibt.
    Es hängt einfach alles miteinander zusammen, weshalb es schwer ist, zu sagen, dass die Oper über- oder unterwertet ist. Sie wird eindeutig zu oft gespielt, weshalb sie stetig aber doch an Popularität verlieren wird. Aber die Zeit, aus der sie stammt, erfordert Zuhörer und Zuseher, die die Bedürfnisse der Uraufführungszeit haben. Das findet man heute, würde ich sagen, sehr selten. Oder? Und aus dem Grund ist es ja auch Schwachsinn, eine Oper von vor hunderten Jahren modern zu inszenieren. Das ist einfach totale Themenverfehlung. Aber gut, das ist jetzt etwas sehr weit ausgschweift. :(

  • Zitat

    Original von Alfred_Schmidt
    ob man die Zauberflöte als "Fleckerteppich" (Patchwork) sehen soll, wo kein Stück zum anderen passt - uneinheitlich in Text UND Musik (Seichte Buffotexte mit simpler Melodien wechseln mit pathetischen Stellen, welche die "Grande Opera" vorwegnehmen) oder als wegweisendes Meisterwerk mit kryptisch verschlüsselten Botschaften.


    Salut,


    ganz klar ist das Libretto ein meisterhaftes Patchwork - man weiß, woher Emanuel Schikaneder seine "Ideen" hatte [Chr. Martin Wielands Märchensammlung "Dschinnistan" stand ihm zur Verfügung]. Allerdings hat Schikaneder auf geniale Weise "etwas ganz Neues" daraus gemacht - und Mozart selbst hat vermutlich daran mitgewirkt; man kann es zwar nicht beweisen, aber es gibt Indizien dafür und es ist bekannt, dass Mozart mit den Libretti ziemlich rabiat umging, was ihm auch sicherlich nicht zum beliebtesten Librettoverwerter machte - jedenfalls bei den Librettisten.


    Die übrigen Libretti dieser Zeit von Emanuel Schikaneder [z.B. "Der Spiegel von Arkadien", "Das Labyrinth", "Der Stein der Weisen", "Der wohlthätige Derwish"] entspringen derselben Quelle, wie das Zauberflötenlibretto. Die Musik der Zauberflöte hingegen ist kein solches Patchwork, wie z.B. der "Stein der Weisen" oder "Der wohlthätige Derwisch", deren Musiken aus den Federn verschiedenster Komponisten stammten. Das war eine ganz nette Idee [von Schikaneder?] Die beiden Pasticci aus der Vorzeit der Zauberflöte klingen für meine Ohren dennoch wesentlich homogener, als die Zauberflöte selbst. Mozart hat hier verschiedene stilistische Elemente bewusst eigebaut - nicht, weil er es nicht besser konnte, sondern weil er es konnte und wollte. Ich gehe davon aus, dass gewisse Stilelemente, die Mozart "verwurstet", eine für ihn klare Aussage haben, die auch vermutliich vom damaligen Publikum sehr gut verstanden wurden. Ganz ähnlich verfährt Mozart bereits in der Cosí fan tutte und seinem Don Giovanni - da ist zwischen "Barockoper" und "Moderne" [der Obsi wies darauf hin!] alles dabei, was das Ohr begehrt - beim Figaro ist das weniger, aber durchaus auch bereits zu finden.


    Aber was macht nun die Qualität dieser Oper - der Zauberflöte - aus?


    Sie ist ohne Zweifel ein "großer Wurf", unabhängig davon, ob es so gewollt war oder nicht... "Was mich besonders freut, ist der stille Beyfall..." schrieb Mozart in den Tagen nach der Uraufführung, als er kurz vor seinem Tode noch den wachsenden Erfolg miterleben durfte. Da hat sich ganz offenbar eine stille Hoffnung des Komponisten erfüllt - die richtige Oper zur richtigen Zeit - für alle Zeiten. Die Zauberflöte ist gleichermassen Zauberwerk, begeistert Erwachsene wie Kinder [ganz ähnlich dem Haribo - nur da war es anders herum geplant, ich glaube heute futtern mehr unkluge Erwachsene als schlaue Kinder das Zeugs, lecker]. Man findet "Gelehrtes" in Fugenform: Man darf das aber durchaus ignorieren und sich an dem Volksliedhaften erfreuen - man wandelt sich schließlich auch selbst gelegentlich.


    Das Fatale ist nur, dass die Zauberflöte wohl zum Anstoss für die Operette wurde - so war das von Mozart sicherlich nicht gedacht. :rolleyes: ;)


    Auch im Libretto darf man Tiefsinniges finden mögen, oder selbiges einfach ignorieren und sich von der Zauberwelt berieseln lassen. Das eine stört das andere nicht und wenn man mag, kann man es verzahnen. Diese Vielschichtigkeit findet man kaum in einem anderen Werk - am ehesten bei Mozart noch in der Cosí fan tutte, die der Zauberflöte m. E. recht nahe steht, auch musikalisch. Das schikanedersche Libretto bietet viele Gelegenheiten: Zum einen, der Realität zu entfliehen, sich verzaubern zu lassen. Zum anderen kann man doch an seinem eigenen Kern - ob gut oder böse - zum Zweifel angeregt werden. Ich denke das bloß lieber nicht zuende...


    Viele Grüße
    Ulli

    Die Oper muss Tränen entlocken, die Menschen schaudern machen und durch Gesang sterben lassen.
    (Vincenzo Geilomato Hundini)

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  • Zitat

    Original von Ulli
    Zum anderen kann man doch an seinem eigenen Kern - ob gut oder böse - zum Zweifel angeregt werden.


    Heißt das, dass die Bruchtheorie doch endgültig falsch ist und die ganzen wirren Wirren im Libretto alle Absicht sind? ?(
    Mir sah das dann doch schon immer ziemlich nach zusammengestückeltem "Patchwork" aus - wieder ein Libretto, von dem ich nicht sonderlich viel halte :pfeif:
    (auch die ganzen freimaurerischen Anspielungen... :rolleyes: )


    Die Musik hingegen ist natürlich exzellent (obwohl mir manche Mozart-Oper auch musikalisch besser gefällt), man kann sich allerdings i.V.z. Don Giovanni, Idomeneo und der Entführung IMO eher satthören, so dass dann mal wieder monatelang Pause sein muss... (momentan bei mir der Fall)


    :hello:
    Stefan

    Viva la libertà!

  • Zitat

    Original von Barezzi
    Heißt das, dass die Bruchtheorie doch endgültig falsch ist und die ganzen wirren Wirren im Libretto alle Absicht sind? ?(


    Salut,


    natürlich sind die Bruchtheorien falsch - es gibt keinen "Bruch" in der Zauberflöte. Was sollte auch "gebrochen" werden? Wäre ich nicht durch Fachliteratur auf die Möglichkeit eines Bruches aufmerksam gemacht worden - mir wäre er niemals aufgefallen. In jedem "Tatort" oder vergleichbaren Fernsehstück gibt es derart aufgebaute "Brüche" [wenn man das unbedingt so nennen mag]. Man könnte doch Schikander auch mal die geniale Erfindung dieser Publikumstäuschung anerkennen, oder nicht?


    Ich weiß nicht, das Satthören mag ggfs. an den vielen volkstümlichen Melodien der Zauberflöte liegen, vielleicht. Aber Satthören liegt bei mir eigentlich überwiegend an übermässigem Konsum eines Werkes - da könnte auch durchaus der Don Giovanni mal dran glauben, oder Idomeneo... man muß es sich eben nur einfach überhören.


    :D


    Viele Grüße
    Ulli

    Die Oper muss Tränen entlocken, die Menschen schaudern machen und durch Gesang sterben lassen.
    (Vincenzo Geilomato Hundini)

  • Zitat

    Original von Ulli
    In jedem "Tatort" oder vergleichbaren Fernsehstück gibt es derart aufgebaute "Brüche" [wenn man das unbedingt so nennen mag]. Man könnte doch Schikander auch mal die geniale Erfindung dieser Publikumstäuschung anerkennen, oder nicht?


    Also um ehrlich zu sein finde ich die konfusen Storys der heutigen Krimi- und Thrillergeneration einfach nur zum :kotz:
    Kann das nicht mehr sehen :no:
    Warum dürfen denn nur so viele zugekokste Schmierfinken die Drehbücher schreiben? :rolleyes:


    (Und so richtig plausibel schien mir die Wendung in der Zauberflöte auch nicht gemacht...)


    :hello:
    Stefan

    Viva la libertà!

  • Zitat

    Original von Barezzi
    (Und so richtig plausibel schien mir die Wendung in der Zauberflöte auch nicht gemacht...)


    Welche Wendung? ?(


    Ich glaube, Du mußt mal ein Zauberflötenexklusivseminar bei mir belegen...


    :boese2:


    Wenn die Zauberflöte so inszeniert wird, wie es das Libretto eigentlich hergibt - und das setzt ein regieseitiges Verständis der Lektüre voraus - dann gibt es keinen Bruch und somit auch in der Folge keine Wendung.


    Zitat

    Original von musicophil


    Was ist denn das :D:D


    LG, Paul


    Keine Ahnung, wie das auf Holländisch heißt... ?(


    Ulli

    Die Oper muss Tränen entlocken, die Menschen schaudern machen und durch Gesang sterben lassen.
    (Vincenzo Geilomato Hundini)

  • In meiner Jugend - schon eine Zeitlang her - war im Programmheft der Wiener Staatsoper ein Gedicht von Hesse über seine lebenslange Beziehung zur Zauberflöte abgedruckt.
    Kennt das zufällig jemand? Ich finde es leider nicht mehr.
    Danke im Voraus
    Klaus

    "Play, man, play!" (M. Davis)
    "We play energy!" (J. Coltrane)

  • "Heut hab ich einen Fehler gemacht,
    Ich folgte einem naiven Verlangen
    Und bin in die Zauberflöte gegangen.


    Da saß ich in des Theaters Nacht,
    Hörte ergriffen die allzu geliebten Töne,
    Tränen liefen mir glühend über die Wangen,
    Zauberhaft grüßte mich die unsterbliche Schöne,
    Die mir einst Heimat war und mir nun Fremde ward.


    O wie sangen die seligen Engelknaben!
    O wie wehte das Lied von Taminos Flöte so zart!
    Alle Schauer der Kunst, die mich beseligt haben,
    Rannen noch einmal durch mein erschrockenes Herz,
    Brandeten auf und wurden zu rasendem Schmerz.


    Rings um mich in der Wolke von Stank und Programmgeknister
    Saßen zufrieden die hohen Sonntagsphilister,
    Lobten das Stück und wandelten heimwärts,
    Ich aber, der ich nicht Heimat noch Frieden kenne,
    Der ich immer nur Dornen zu pflücken gewußt,
    Irre flckernd umher in der Nacht und renne
    Alle Speere der Sehnsucht mir tief in der Brust,
    Laufe davon, um mich möglichst rasch zu erschießen,
    Werde aber, geborener Dilettant,
    Später, wenn ich mich heiß und müde gerannt,
    Irgendwo landen, wo Rotwein und Cognac fließen."


    Hermann Hesse, Die Zauberflöte am Sonntagnachmittag

    29.08.1958 - 25.06.2009
    gone too soon

  • Salute!


    Ich glaub, hier passt's am besten:



    Wolfgango Amadeo Mozzart [1756-1791]
    IL FLAUTO MAGICO
    Prager Fassung in italienischer Sprache von 1794


    Vinvenzo Serra, Emanuele D'Aguanno,
    Eleonora Cilli, Diana Trivellato, Matteo Ferrara


    G. F.Malipiero Orchestra
    Giovanni Battista Rigon


    Diese Neuerscheinung und -erwerbung hat mich heute beglückt und ich habe auch schon hineingehört. Mein Urteil steht schon ziemlich fest: etwas bizarre Idee, deswegen aber nicht schlecht, zwar Live, dennoch sehr gut zu ertragen und vor allem hochinteressant [für mich].


    Diese "Zauberflöte" in italienischer Sprache nach einer Texteinrichtung von Giovanni de Gamerra ist in der Tat etwas ganz anderes, als das altbekannte Singspiel oder die "teutsche Oper", wie Mozart sie nennt.


    Das Booklet wartet zunächst mit einer umfangreichen [14 seitigen] Lebensbeschreibung von de Gamerra auf, für die man sehr dankbar sein kann. Zum einen enthält der Text trotz des verrufenen Labels Nuova Era keinen Rechtschreibfehler [jedenfalls keinen für mich als solchen erkennbaren], etwas geärgert habe ich mich allerdings über den Schreibstil: Erst zum Schluß wird verraten, daß de Gamerra nur aller Wahrscheinlichkeit nach der Autor des italienischen Textes ist. Allerdings wird, versöhnlich wie der Autor ist, auch recht nachvollziehbar begründet. De Gamerra [1743-1803] schrieb übrigens unter den Adleraugen von Metastasio bereits das Libretto zu Mozarts Lucio Silla.


    Die witziger Weise eingefügten Rezitative komponierte Jan Krtitel Kucharz [1751-1829]. Das gesamte Prosa wurde entsprechend gekürzt bzw. szenisch zusammengefasst und in die Rezitativform gebracht, was der ganzen Oper den Beigeschmack eines "Rückschrittes" auferlegt - dieser aber war wohl nach den Ausführungen Prof. Enrica Bojans durchaus gewollt.


    Der Textdichter hat natürlich das Versmaß auf jener der italienischen Seria angepasst und sich einen Dreck um die Musik gekümmert - aber kann man dies einem gefeierten Librettisten verübeln? Eher nicht...


    Das Orchester klingt wirklich sehr gut [ein wenig romantisch, aber überwiegend knackig unHIP], die Interpreten sind für meinen Geschmack eher durchwachsen - besonders die Königin der Nacht [hier als Astrifiammante, die "Sternflammende" handelnd] bringt regelmäßig bei den langanhaltenden hohen Tönen mein Geschirr zum Wahnsinn... die drei Damen finde ich auch nicht sonderlich passend, allerdings habe ich selten eine so wunderschöne "Bildnisarie" [Emanuele d'Aguanno] gehört - sind italiener doch die besseren Liebhaber? Ob der Cembalist auch etwas anderes kann, als während der Rezitative non stop zu arpeggieren...?


    Also, ich werde das ganze Machwerk hier nochmals in Ruhe anhören. Mir gefällts trotz meiner negativen Kritiken bisher ziemlich gut.


    :hello:


    Ulli

    Die Oper muss Tränen entlocken, die Menschen schaudern machen und durch Gesang sterben lassen.
    (Vincenzo Geilomato Hundini)

  • Sie ist vor allem die Erste deutsche Oper, da


    sowohl Zaide und Entführung mehr zum Singspiel tendieren.


    Es kann wohl sein, dass manches im Libretto nicht ganz nahtlos zusammenpasst,


    aber ich liebe diese Oper, ich liebe diese Zauberopern und Schikkaneder war ja ein Librettist der so viele Singspiele aus seinem Ärmel, für das Theater im Freihaus,


    schüttete, aber wer hat schon einen Mozart als Komponisten?


    Liebe Grüße von einem treuen Zauberflötenanhänger, wenn diese nicht verinszeniert wird, Peter aus Wien.

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  • Hallo,


    ist es Zufall oder Absicht, daß im ersten Akt in jener Szene, als Monostatos Pamina und Papageno "erwischt", höhnisch die kleine Nachtmusik erklingt?


    Mir ist diese Stelle jedesmal aufgefallen - melodisch zwar nicht 1:1 zu KV 525/1, aber doch erkennbar - und jedesmal ist's mir wieder entwischt.


    ?(


    Ulli

    Die Oper muss Tränen entlocken, die Menschen schaudern machen und durch Gesang sterben lassen.
    (Vincenzo Geilomato Hundini)

  • Zitat

    Original von Ulli
    ...ist es Zufall oder Absicht, daß im ersten Akt in jener Szene, als Monostatos Pamina und Papageno "erwischt", höhnisch die kleine Nachtmusik erklingt?


    Hm, interessante Frage... was meinst Du?


    - Eine sehr reizvolle Lesart der Zauberflöte ist die von E. Bronfen in dem Buch "Tiefer als der Tag gedacht" im Prolog angeboten wird. Ich möchte das mal kurz andeuten.


    Ganz grundsätzlich werden hier die sternflammende Königin und das Reich Sarastros als gegensätzliche Prinzipien verstanden, aus deren Machtkampf letztlich Sarastro als der Inhaber der hellen, vernünftigen, disziplinierten Seite des Umgangs mit der Welt als Sieger hervorgeht.


    Die namenlose, die sternflammende, nächtliche Königin repräsentiert als Intrigantin die dunkle Sphäre der Nacht: die magischen Kräfte, das Chaos, die Emotionalität, die undurchsichtige und unbeherrschbare Irrationalität und auch die Ambivalenzen- kurz: das Furchterregende- aus einer Perspektive, die angesichts des Unwägbaren und Unberechenbaren eben Angst und Grauen umtreibt.


    Die Zauberflöte lässt sich so lesen als Prozess der Entmachtung dieser irrationalen Seite- auch im Zusammenhang mit dem Opernpublikum des aufgeklärten Europas kurz vor der franz. Revolution. Was nun "Aufklärung" eigentlich ist, und in welchen Zusammenhängen das betrachtet werden will, ist noch mal eine ganz andere Sache. Zumindest gibt es vielfache Beschreibungen, die sich ja tatsächlich in einer solchen Lichtmetaphorik bewegen (und das Helle gegen das Dunkle stellen, das finstere Mittelalter... uvm). Weiterhin ist das "Vernunft vs Unvernunft- Thema" als Muster immernoch hochaktuell, auch wenn man die philosophischen Versuche im weitesten Sinne zu dem Themengebiet betrachtet. Aber zurück zur Zauberflöte..


    Nun ist folgendes sehr interessant wie ich finde: Sarastro ist einerseits der Erlösende, der Tamino und Pamina in das Reich der Sonne führt- weg von den Schrecken der finsteren Welt der Königin der Nacht. Man kann sich über die Wahl der Mittel aber schon mal ein paar Gedanken machen... und das nicht nur im Zusammenhang mit der Ungnade gegenüber Monostatos. Bei Sarastro gibt es Gesetze, Strafen und Belohnungen, Pflichten und Beherrschung - Dominanz als Mittel gegen die gefürchtete Dominanz des Unbegreiflichen, was eben nicht grade Ausdruck eines Reiches ist, das auf "Mitleid und Erbarmen" gegründet ist. Wer Sarastros Weltinterpretation nicht anerkennt, "verdienet nicht, ein Mensch zu sein". Wie lichtdurchflutet ist eine solche Vorgehensweise?


    Zwar stellt das Sonnenreich die Welt der Vernunft dar, jedoch scheint es auch in dieser Welt Verdunklungstaktiken zu geben. Beim Kontakt mit der nächtlichen Königin fällt Tamino zunächst in dunkle Ohnmacht, um dann nicht mehr orientiert zu sein ("Ist's Phantasie, dass ich noch lebe?") Als er auf die heiligen Hallen des Lichts trifft, erhält Tamino aber beispielsweise gerade keine erhellenden, rationalen Auskünfte, sondern wird vom Priester einfach abgewiesen - wenn er sich nicht fügt.


    Außerdem ist die Liebe, die Pamina und Tamino überhaupt erst zueinander geführt hat und die sich dann im Sonnenreich abspielen soll, ebenfalls nicht in der Sphäre der Gesetze, der Vernunft etc geboren, sondern ganz im Gegenteil in der Welt der Bilder und der magischen Zaubermächte. Es gäbe noch vieles zu schreiben, aber ich stoppe hier mal wegen der Länge...


    Ich hab' gelesen, dass die meisten eine Abneigung gegen derartige- auch psychodynamische- Lesarten hegen. Mir geht das anders, ich finde das äußerst interessant, weil sich eben so viele Bedeutungsschichten auftun. Die Zauberflöte war auch meine erste Oper (IN der Oper)- und auch mir wurde gesagt, sie sei eine Einsteigeroper- später hörte ich, sie sei das Größte von Mozart überhaupt und eben unantastbar. Ich persönlich liebe die Musik und auch das Libretto- man kann von jeder Interpretation absehen oder eben auch in irgendwelche möglichen Tiefen vordringen. Deswegen ist die Zauberflöte bis auf weiteres meine Lieblingsoper.. aber das kann sich mit zunehmender Kenntnis durchaus ändern. "Der Stein der Weisen" wird gekauft... das ist alles sehr interessant.



    Liebe Grüße,
    L.

    "Der Mensch ist nicht ganz dicht, er entweicht ins Imaginäre." (Bloch?)

    Einmal editiert, zuletzt von Lilith ()

  • Bevor ich einen Extrathread zu Doppelbödigkeiten in Opern im Allgemeinen eröffne, der nicht beachtet oder durch andere Beispiele überschrieben wird, placiere ich mein Anliegen hier, da es speziell um 'Die Zauberflöte' geht...


    Seit Tagen geht mir Zum Ziele führt dich diese Bahn... (N° 8 Finale I - Drei Knaben) im Ohr herum. Dabei fällt mir besonders die Vertonung des [...] sei standhaft, duldsam, und verschwiegen! auf (T 3ff. bzw. auch T 24ff.)


    Ist die Kongruenz mit Händels 'Hallelujah' aus seinem Messias Zufall oder Absicht? Sicher ist (allein durch Mozarts Messiasbearbeitung), daß er den Messias sehr gut kannte und Händel auch sehr schätze. Daher halte ich Absicht (übrigens auch in der Linzer Sinfonie kommt das Motiv vor) für nicht ausgeschlossen, da es folgende Doppelbödigkeit zulässt:


    Das imaginäre (den Zuhörern sicher bekannte) 'Hallelujah' verweist bereits auf das Ergebnis der Standhaftigkeit, Duldsamkeit und Verschwiegenheit hin


      ---> dann Jüngling wirst du männlich siegen!


    Meinungen? Literatur?


    :hello:


    Ulli

    Die Oper muss Tränen entlocken, die Menschen schaudern machen und durch Gesang sterben lassen.
    (Vincenzo Geilomato Hundini)

  • Es ist nicht nur dies vermeintliche Messias-Zitat oder das von Dir erwähnte Kleine-Nachtmusik-Motiv. Oder andere Motive aus Mozarts früheren Werken. Mozart zitiert in der Zauberflöte sogar des öfteren Musik aus der Zauberflöte - man muss nur genau hinhören: Eine Melodie, ein kleiner Teil eines Liedes taucht in der gleichen Oper plötzlich (gezielt) an einer anderen Stelle auf!


    Vor einiger Zeit hatte ich (zweimal) angeregt, einen Thread über die Musik der Zauberflöte zu starten. Ich habe inzwischen alle die Zauberflöte betreffenden Threads durchgearbeitet, das viele Material, das zustande gekommen ist: vieles über Hintergründe, Interpretationen, Vorläufer-Opern und so fort ... aber wo blieb die Musik? Als Ausgangs-, Mittel- oder Zielpunkt?? Dabei geht es doch gerade auch darum, und da gäbe es so vieles zu sagen! Aber sollte wohl nicht sein.


    Ich denke, der interessierte Zauberflöten-Liebhaber wird bei musikalischem Interesse seine Antworten finden...


    Bevor ich mich nun aus diesem Thread verabschiede - und auch aus den anderen Zauberflöten-Threads, möchte ich doch noch auf ein ganz spannendes Buch verweisen, das nicht unbedingt in die musikalische Richtung geht, eher die damaligen "Machenschaften" um Mozart bis hin zu seinem Tod und darüber hinaus beleuchtet, die politische Situation, die Aufklärung und deren Gegner, den Rahmen "unserer" Oper bzw. "unseres" Singspiels, und dann auch die Zauberflöte und deren Protagonisten als solche. Habe es soeben auch im Königin-der-Nacht-Thread geschrieben: Das Buch von Helmut Perl, "Der Fall Mozart - Aussagen über ein verkanntes Genie" (2005, 2. Auflage 2006, gebunden, sehr preiswert) hat mir doch, nach all den vielen Büchern und Artikeln, die ich über die Zauberflöte gelesen hatte, noch mal den Atem verschlagen. Weiß noch nicht, was ich von all dem halten soll... aber empfehle jedem an der Zauberflöte Interessierten mal einen Blick hinein, oder auch mehr!


    Liebe Grüße,


    der wandernde Geist, nun ein weiter wandelnder Gast :hello:

    Einmal editiert, zuletzt von Wandergeist ()

  • Zitat

    Original von Wandergeist
    Vor einiger Zeit hatte ich (zweimal) angeregt, einen Thread über die Musik der Zauberflöte zu starten.


    Und warum, lieber Wandergeist, tust Du es dann nicht selbst? Selbst wenn es weitgehend ein Monolog bleiben sollte (was ich nicht glaube), so könnten wir doch alle mindestens mitlesend von Deiner intensiven Beschäftigung mit dem Stoff profitieren. Oder meinst Du nicht?



    :hello::hello:


    Reinhard

    Einer acht´s - der andere betracht´s - der dritte verlacht´s - was macht´s ?
    (Spruch über der Eingangstür des Rathauses zu Wernigerode)

  • Hallo Reinhard,


    im Sinne des Cervantes-Zitates am Ende Deiner Antwort leiste ich einem guten Menschen - also Dir - hiermit kurz Gesellschaft. Ob ich damit wirklich auch einer von denen (Euch) werde..?


    Was mein Geschreibse betrifft: Die Antwort im Thread "Königin der Nacht - Scheusal oder Betrogene?" in dieser Woche hatte mich nicht gerade zum Weitermachen motiviert.
    In Verbindung damit, dass meine Sommerferien (mit intensivster Mozart- und Zauberflöten-Beschäftigung) nun zu Ende gehen und am Montag die Schule wieder beginnt - als Musiklehrer habe ich eine Oberstufenklasse auf das Abiturthema "Zauberflöte" vorzubereiten -, erschien mir der Rückzug ratsam.


    Ich erfahre es gerade eben am eigenen Leibe: In dem von mir eröffneten Thread über die Zauberflöte (siehe dort) gibt es viel zu schreiben, gäbe es so viel mehr zu schreiben, und dann merke ich doch, wie physische Müdigkeit aufsteigt. Oder psychische Müdigkeit, und eine innere Stimme scheint mich aufzufordern: "Eye, geh raus in die Natur! Weg von diesem Computer. Das ist es nicht!"


    Und ich merke, dass die Zeit fehlt... Auch deswegen der Rückzug.


    Aber Deine Aufforderung ist doch zu gut gemeint.
    Also meine Antwort:
    Ich werde immer wieder was zur Musik im Forum von mir geben. Nicht heute, nicht morgen. Ab und zu - wenn ich der Meinung bin, etwas Sinnvolles zu sagen zu haben.
    Ich bitte also um Nachsicht, das es nicht gleich passiert. Aber wenn ich etwas schreibe werde, werde ich mir umso mehr Mühe geben. Versprochen.


    Übrigens sah ich Deine Antwort erst vorher durch Zufall. Normalerweise erhalte ich immer eine Mail bei einer Antwort. Diese blieb merkwürdigerweise aus.


    Christoph :hello: :hello: :hello:

    Einmal editiert, zuletzt von Wandergeist ()

  • Zitat

    ulli schrieb: es handelt sich ja - bis auf die listige Schlange - inhaltlich um nichts Wesentliches. Bei der listigen Schlange allerdings wird es fast schon wieder interessant: An deren Stelle war ursprünglich ein Löwe [das entsprechende Adjektiv fällt mir nicht mehr ein] vorgesehen.


    Nach Ausweis der autographen Partitur ein grimmiger Löwe.
    Die Zauberflöten-Einspielung von J. E: Gardiner (DGG 1996) zweigt folgende Vermutung von Nicholas McNair:


    Da Leopold II. gerade eine Veröffentlichung "Biographie des Löwens RRRR", von der er sich getroffen fühlte, verboten hatte, schien es deshalb politisch unklug, die Oper gleich mit der Tötung eines Löwen anfangen zu lassen.


    J. Chailley (La flute enchantée) verweist auf die Episode der "giftigen Schlange" im Prüfungsritual der Pariser Damenlogen.


    Chailley weist auch darauf hin, dass jeder der drei Prüflinge im Verlauf der Handlung eine Ohnmacht durchmacht:
    Tamino ganz am Anfang, Pamina im 11. Auftritt (Aufzug I), Papageno im 5./6. Auftritt (Aufzug II). Alle drei müssen "an der Schwelle eines neuen Lebens" "mourir à leur ancienne vie pour renaitre à la nouvelle." Papagenos Ohnmacht ist freilich eher eine Parodie dieses "évanouissement initial".


    Grüße,


    Wandergeist :hello: