Die Top 5 der Orgelkomponisten

  • Gehört Franz Xaver Brixi (1732-1771) hier auch nicht genannt zu werden?


    Von seinen Orgelkonzerten (mit Orchesterbegleitung) sind acht überliefert. Seit kurzem ist eine kritische Edition dieser Orgelkonzerten erschienen, wofür auch bisher unbekannten Quellen benützt wurden.


    Nicht unwichtig fand ich dieses Zitat im Begleitheft der Orgelkonzerten

    Zitat

    According to musical encyclopeadias, they are among "the best" of their time.



    LG, Paul

  • Guten Tag



    meine Wahl:


    1. Joh. Seb. Bach


    2. D. Buxtehude


    Dann wird´s schwierig;
    kann mich nicht für H. Scheidemann, G. Böhm, V. Lübeck oder J. Pachelbel als weitere Favoriten entscheiden.


    Wie sagt Goethe: "....was nicht entschieden werden kann, bleibt im Schweben !"


    Gruß aus der Kurpfalz


    Bernhard

  • Als Neuling begrüße ich alle Tamino-Mitglieder!


    Ich bin ein absoluter Liebhaber der Orgelmusik. Auf den Geschmack gekommen bin ich seinerzeit durch die Musik von J.S.Bach. Mittlerweile liegt mein Interessenschwerpunkt in der Romantik bis hin zu Komponisten der Gegenwart. Viele meiner Lieblingkomponisten wurden hier schon genannt, besonders die aus der französischen Orgeltradition. Es fällt mir schwer die Auswahl auf 5 Komponisten zu beschränken. Deshalb werde ich einige Namen, die hier schon genannt wurden nicht wiederholen, sondern auch solche erwähnen, die weniger bekannt und leider viel zu wenig in Konzerten oder auf CD gespielt werden.


    Die Reihenfolge spielt keine Rolle.


    - Siegfrid Karg-Elert (1877 - 19??)
    lebte etwa zur Zeit Max Regers. Spätromantik mit impressionistischen Zügen. Sehr empfehlenswert die Einspielung des kompletten (bisher bekannten) Werkes durch Wolfgang Stockmeier in den 80er Jahren, erschienen bei CPO und m.E. auch noch dort erhältlich.


    - Jean Langlais (1907 - 1991)
    genial das Te Deum, kein Ton zu viel, kein Ton zu wenig. Sehr empfehlenswert die Einspielung durch Helga Schauerte-Maubouet an der großen Kuhn-Orgel der Hofkirche in Lucerne, erschienen bei MKI. Ich durfte die Organistin einmal live an der Kuhn-Orgel im Dom zu Minden erleben, brilliant, energisch, virtuos. Ihre Interpretationen dürften sehr autentisch sein, da sie jahrelang eng mit Jean Langlais zusammen arbeitete.


    - Olivier Messiaen (1908 - 1992)
    ebenfalls wie Jean Langlais ein Vertreter der Moderne, aber doch wieder ganz anders.


    - Maurice Durufle (1902 - 1986)
    ein Zeitgenosse des 20. Jahrhunderts, aber im tiefsten Herzen ein Romantiker. Sehr feine, sensible und harmonische Kompositionen. Äußerst empfehlenswert: Complete Organ Works, Friedhelm Flamme, erschienen als SACD bei CPO. Hier stimmt einfach alles, die hervorragenden Kompositionen, die brilliante Interprertation und der sauber eingefangene Klangreichtum der klangstarken Stiftskirche in Bad Gandersheim.


    - Henry Mulet (1878 - 1967)
    Tu es petra, eine außergewöhnliche Toccata.


    Unter den berühmten Komponisten sind u.a. meine Lieblinge
    - J.S. Bach
    - M. Reger
    - C. Franck
    - C.-M. Widor
    - L. Vierne


    Noch eine Bitte an die Community. Schreibt bitte auch, was ihr an euren Lieblingskomponisten so Top findet. Gebt bitte Beispiele von Kompositionen und CDs.


    Gruß an alle Taminos

    Diese Sprache, die wir Musik nennen, ist eine Sprache, die aus einem Raum kommt, den wir Seele nennen. GIORA FEIDMAN

  • Hallo Tresor,


    vielen Dank für den schönen Beitrag!
    Von Karg-Elert kenne ich nur ein bisschen Klaviermusik, die Orgelsachen sind bestimmt viel interessanter! Langlais kenne ich nur dem Namen nach und von Messiaen habe ich auch noch nicht allzu viel gehört, aber der ist ja auch ein Fall für sich. ;)


    Zitat

    - Maurice Durufle (1902 - 1986)
    ein Zeitgenosse des 20. Jahrhunderts, aber im tiefsten Herzen ein Romantiker. Sehr feine, sensible und harmonische Kompositionen. Äußerst empfehlenswert: Complete Organ Works, Friedhelm Flamme, erschienen als SACD bei CPO. Hier stimmt einfach alles, die hervorragenden Kompositionen, die brilliante Interprertation und der sauber eingefangene Klangreichtum der klangstarken Stiftskirche in Bad Gandersheim.


    Schön, dass du das auch so siehst. Diese Aufnahme war in den letzten Monaten die wohl von mir meistgehörte CD überhaupt. Duruflé berührt mich mit seiner Musik im Innersten. Schade, dass sein Ouevre so übersichtlich geblieben ist. :(


    Zitat

    - Henry Mulet (1878 - 1967)
    Tu es petra, eine außergewöhnliche Toccata.


    Warum? Ich habe die Toccata erst vor einigen Tagen kennengelernt, aber ich fand sie nicht so sehr berauschend. Den etwas hektischen Stil von Mulet erkennt man ja sofort und sonst reicht sie für mich nicht an die großen französischen Toccaten von Duruflé, Boellmann oder Widor heran.



    Gruß, Peter.

  • Hallo petemonova,


    es freut mich, dass ich als Neuling in diesem Forum auch gleich persönlich angesprochen werde. Ich muss sagen, das ist ein wirklich klasse Forum hier. Eins steht fest, ich werde regelmäßig hereinschauen und meine Beiträge posten.


    Über Karg-Elert habe ich in diesem Forum noch nichts gelesen. Es ist sehr schade, dass dieser großartige Komponist solch ein Schattendasein fristet. In Konzerten wird er kaum gespielt. Auf CD-Samplern findet man ihn nur mit einzelnen kleinen Stücken. Dabei hat er durchaus Großes zu bieten, etwa


    - die Sinfonie fis-Moll op. 143,
    - der dreiteilige Sinfonische Choral "Jesu meine Freude", op. 87/2,
    - das Triptych op. 141,
    - Phantasie und Fuge D-Dur op. 39B,
    - das Kaleidoscope e-Moll op. 11,
    - 3 Pastorale op. 92,
    - die Sinfonische Kanzone es-Moll op. 85/1,
    - die Sequenz II c-Moll W 12,
    - die Improvisation E-Dur op. 34B,
    - diverse Choral-Improvisationen und charakteristische Tonstücke.


    Das alles hat Wolfgang Stockmeier eindrucksvoll auf 4 CDs an 3 Orgeln eingespielt und ist dafür mit einem Preis ausgezeichnet worden. Ich glaube, es war der Preis der Deutschen Schallplattenkritik.


    Sigfrid Karg-Elert
    Orgelwerke Vol. 1 - 4
    Wolfgang Stockmeier
    erschienen bei CPO (JPC)


    Meine Empfehlung, wer Max Reger mag, der findet sicher auch an Karg-Elert Gefallen. Nichts für seichte Romantiker, eher etwas für herbe Spätromantiker.


    Durufle ist auch einer meiner liebsten Komponisten. Die erwähnte SACD höre ich auch sehr oft. Gute Musik kann man immer wieder hören.


    Mulet ist sicher nicht jedermanns Sache. Verträumte Romantiker werden ihn nicht mögen. Wer schon mal ein Bein in Richtung Moderne ausgestreckt hat und es gern fetzig mag, der wird an dieser temporeichen Toccata mit den energischen Staccatos Gefallen finden. Insofern ist dieses Stück vielleicht nicht 'schön' aber doch 'außergewöhnlich'.


    Gruß Tresor

    Diese Sprache, die wir Musik nennen, ist eine Sprache, die aus einem Raum kommt, den wir Seele nennen. GIORA FEIDMAN

  • Zitat

    Original von petemonova


    Schön dass du das auch so siehst. Diese Aufnahme war in den letzten Monaten die wohl von mir meistgehörte CD überhaupt. Duruflé berührt mich mit seiner Musik im Innersten. Schade, dass sein Ouevre so übersichtlich geblieben ist. :(


    Nun ja bei Duruflé zählt halt Qualität vor Quantität. Im Gegensatz zu vielen anderen (Orgel-)Komponisten gibt's bei Duruflé eigentlich kaum etwas zu kritisieren ;)
    Duruflé hat (wenn ich das richtig überblicke) noch keinen eigenen Orgelmusik-Thread. Also Freiwillige vor :)


    Zitat

    Original von petemonova


    Warum? Ich habe die Toccata erst vor einigen Tagen kennengelernt, aber ich fand sie nicht so sehr berauschend. Den etwas hektischen Stil von Mulet erkennt man ja sofort und sonst reicht sie für mich nicht an die großen französischen Toccaten von Duruflé, Boellmann oder Widor heran.


    Ich weiß nicht, welche Aufnahme(n) du gehört hast, um zu diesem recht negativen Urteil zu kommen. Die "Tu es petra"-Toccata gehört meines Erachtens zu den besseren französischen Toccaten, in der durchaus etwas "mehr" steckt als z.B. in der Toccata von Boellmann.
    Inwieweit Mulets Stil "hektisch" ist, habe ich bisher nicht herausbekommen. Viele der übrigen Sätze seiner "Byzantinischen Skizzen" (aus denen die Toccata stammt) sind sehr ruhig und kontemplativ....


    Gruß
    Karsten

  • Zitat

    Original von Tresor
    Über Karg-Elert habe ich in diesem Forum noch nichts gelesen. Es ist sehr schade, dass dieser großartige Komponist solch ein Schattendasein fristet. In Konzerten wird er kaum gespielt. Auf CD-Samplern findet man ihn nur mit einzelnen kleinen Stücken. Dabei hat er durchaus Großes zu bieten, etwa [...]


    Oha, mal langsam. Karg-Elert hat hier immerhin einen eigenen kleinen, aber feinen Thread! ;)
    Guckst du hier. Darf man Dank neuer Karg-Elert-Fans auf eine Wiederbelebung des schlafenden Threads hoffen?



    Stockmeier hat sich sehr um Karg-Elert verdient gemacht. Allerdings ist seine Interpretation auf diesen CDs aufgrund der Reniassance romantischer Orgelmusik und entsprechender historischer Orgeln überholt. Auf neuere Alternativ- bzw. Referenzeinspielungen wird im Karg-Elert-Thread hingewiesen. Deine Meinung zu diesen Aufnahmen würde mich interessiren. Es wird (für dich) bestimmt im Vergleich zu Stockmeiers Aufnahmen eine völlig andere, neue Karg-Elert-Klangwelt sein.


    Zitat

    Original von Tresor
    Mulet ist sicher nicht jedermanns Sache. Verträumte Romantiker werden ihn nicht mögen. Wer schon mal ein Bein in Richtung Moderne ausgestreckt hat und es gern fetzig mag, der wird an dieser temporeichen Toccata mit den energischen Staccatos Gefallen finden. Insofern ist dieses Stück vielleicht nicht 'schön' aber doch 'außergewöhnlich'.


    "Verträumte Romantiker" würden in den ruhigen Sätzen der "Byzantinischen Skizzen" durchaus auf ihre Kosten kommen. Der Stil geht durchaus in Richtuing Duruflé.
    Und wer die Toccata allzu "temporeich" oder gar "hektisch" spielt, hat meiner Meinung nach das Stück nicht begriffen...


    Gruß
    Karsten

  • Hallo Karsten,


    nun auf meine ersten Tage hier im Forum konnte ich noch nicht alles lesen bzw. finden. Umso besser, dass es hier wohl doch einige Karg-Elert Fans gibt.


    Den Karg-Elert Thread habe ich natürlich sofort gelesen. Ist ja erstaunlich, wieviele Einspielungen es doch mittlerweile gibt. Ich werde mir sicher einiges davon besorgen und dann meine Meinung posten. Der Thread mag schlafen, aber tot ist er deswegen nicht.


    Ok, Stockmeiers Spielweise mag nüchtern, mitunter sogar hölzern wirken. Mangels Alternativen konnte ich nicht vergleichen. Das wird sich nun ändern.


    Gruß
    Tresor

    Diese Sprache, die wir Musik nennen, ist eine Sprache, die aus einem Raum kommt, den wir Seele nennen. GIORA FEIDMAN

  • Zitat

    Original von petemonova
    Hallo Paul,


    du kannst in deine Top 5 aufnehmen, wen du willst.
    Und wer sind deine anderen vier? ;)


    Brixi hatte ich bereits genannt. Jetzt kommen noch vier. Eine recht unorthodoxe Reihe :D


    Joseph Haydn
    Mozart !!!
    Michael Haydn
    Händel


    Für mich sind sie, zusammen mit Brixi, alle genauso wertvoll. Ich habe also nicht eine Nummer 1 bis 5.
    Wenn ich es noch erklären darf:
    J. Haydn hat Konzerte geschrieben, die sowohl mit Orgel als mit Clavecimbel ausgeführt können werden. Ich mag sie sehr.
    Mozart hat Orgelsonaten geschrieben, die ich so unglaublich schön finde. Besonders, seit ich die BrillantAusführung kenne, wo ein sehr kleines Orchester die Begleitung spielt.
    Michael Haydns Konzert für Bratsche und Orgel bzw Clavecimbel ist so ergreifend rührend. Schade, daß es völlig unbekannt ist.
    Über Händels Orgelkonzerten brauche ich doch nichts mehr zu sagen, oder...
    Und über Brixi schrieb ich ja schon eher.


    LG, Paul

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  • Zitat

    Original von Karsten


    Ich weiß nicht, welche Aufnahme(n) du gehört hast, um zu diesem recht negativen Urteil zu kommen. Die "Tu es petra"-Toccata gehört meines Erachtens zu den besseren französischen Toccaten, in der durchaus etwas "mehr" steckt als z.B. in der Toccata von Boellmann.
    Inwieweit Mulets Stil "hektisch" ist, habe ich bisher nicht herausbekommen. Viele der übrigen Sätze seiner "Byzantinischen Skizzen" (aus denen die Toccata stammt) sind sehr ruhig und kontemplativ....


    Das sollte kein vernichtendes Urteil sein, ganz und gar nicht. Vielleicht habe ich sie nur noch nicht so oft gehört. Auf meiner Aufnahme spielt übrigens Naji Hakim.
    Viel habe ich von Mulet auch noch nicht gehört, aber was ich gehört habe, war meistens dieser Staccato-Stil, der für mich immer etwas hektisch erscheint, obwohl ich das 'hektisch' nicht abwertend meine.



    Gruß, Peter.

  • ob's im thread meine kombination nun schon gab oder nicht (?) also denn :


    1. bach
    2. messiaen
    3. reger
    4. buxtehude
    5. liszt

    "Der moderne Komponist darf seine Werke einzig und allein auf der Grundlage der Wahrheit schreiben."
    Claudio Monteverdi


    "Der Komponist komponiert erstens für sich selbst und zweitens für das Publikum; aber für ein ideales Publikum und nicht für das...welches real existiert"
    Nikolai Rimski-Korsakow


    "Tradition ist die Weitergabe des Feuers und nicht die Anbetung der Asche."
    Gustav Mahler


  • Ich weiß nicht, ob die Kombination da war, aber sie ist mir SEHR sympathisch ;)


    Gruß
    Karsten

  • danke :]


    :hello:

    "Der moderne Komponist darf seine Werke einzig und allein auf der Grundlage der Wahrheit schreiben."
    Claudio Monteverdi


    "Der Komponist komponiert erstens für sich selbst und zweitens für das Publikum; aber für ein ideales Publikum und nicht für das...welches real existiert"
    Nikolai Rimski-Korsakow


    "Tradition ist die Weitergabe des Feuers und nicht die Anbetung der Asche."
    Gustav Mahler

  • Scheint mir auch so, dass ganz bestimmte Komponisten sehr beliebt sind.


    Vielleicht sollte man die Nennungen einmal statistisch auswerten!?!


    Gruß
    Tresor

    Diese Sprache, die wir Musik nennen, ist eine Sprache, die aus einem Raum kommt, den wir Seele nennen. GIORA FEIDMAN

  • Zitat

    Original von Tresor
    Scheint mir auch so, dass ganz bestimmte Komponisten sehr beliebt sind.


    Vielleicht sollte man die Nennungen einmal statistisch auswerten!?!


    Es stimmt schon, an gewissen Namen und Komponisten kommt man "einfach nicht vorbei", wenn es um Orgelmusik geht. Und es giung bei der Frage eben um die "Top-"Komponisten, nicht nach den "Lieblings"-Komponisten.
    Im letzteren Fall würde(n) die Liste(n) sicherlich (zumindest bei mir) bestimmt etwas anders aussehen.


    Gruß
    Karsten

  • jaaa...ist doch klar bach's musik ist eben perfekt, deshab ist er die ungeschlagene nummer 1 ;)
    sehr gut finde ich auch, dass messiaen hier mal auftaucht...er wäre bei mir auf platz 6 gelandet.

  • Zitat

    Original von Karsten
    es giung bei der Frage eben um die "Top-"Komponisten, nicht nach den "Lieblings"-Komponisten.


    so hab' ich es auch verstanden und gemeint :yes:

    "Der moderne Komponist darf seine Werke einzig und allein auf der Grundlage der Wahrheit schreiben."
    Claudio Monteverdi


    "Der Komponist komponiert erstens für sich selbst und zweitens für das Publikum; aber für ein ideales Publikum und nicht für das...welches real existiert"
    Nikolai Rimski-Korsakow


    "Tradition ist die Weitergabe des Feuers und nicht die Anbetung der Asche."
    Gustav Mahler

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  • Hallo


    Unter die Top Komponisten der Gegenwart möchte ich auch folgende anführen:


    Anton Heiller


    Alfred mitterhofer


    Peter Planyavsky

  • Hallo zusammen,


    die ersten vier in der 5er-Liste sind wohl klar (jedenfalls für mich): J. S. Bach, C. Franck, M. Reger, O. Messiaen.


    Dann wird' s schwieriger. Man könnte die Frage verfeinern nach


    1) Komponisten, die im wesentlichen "nur" durch ihre Orgelwerke bekannt sind:
    z. B. Frescobaldi, Muffat, beide Lübecks (trotz "Willkommen süßer Bräutigam"), Vierne (trotz Kammermusik), Widor (trotz Messe), Dupré, Duruflé (trotz der Motetten + Messe cum jubilo), Alain, ...


    2) Komponisten, die im wesentlichen NICHT durch ihre Orgelwerke bekannt sind, trotzdem auch hier Bleibendes geschaffen haben:
    z. B. Mozart (Kirchensonaten und die drei großen Fantasien für ein Orgelwerk in einer Uhr), Schumann (6 Fugen über B-A-C-H), Liszt (der auf der Orgel zeigte, wie gut er Klavier spielen kann), Brahms, Schönberg (Variationen über ein Rezitativ op. 40), Honegger (Choral), Ligeti (Ètudes, Volumina), ...


    Meine Kandidaten für Platz 5 sind:


    Sweelinck
    Frescobaldi
    Scheidt
    Muffat
    Buxtehude
    Mendelssohn
    Brahms
    Vierne
    Dupré


    Ich kann keinem davon den Vorrang einräumen ...

  • Ach ja ... beinahe hätte ich ihn vergessen: Julius Reubke hat sich durch seine Sonate c-moll "Der 94. Psalm" auf ewig in den Orgelhimmel komponiert. Leider gibt es von ihm nur ein einziges weiteres Stück für Orgel - soweit ich weiß, ein kurzes Trio.


    In seiner Orgelsonate überträgt er der Lisztschen Ansatz der "Sonate in einem Satz", wobei der langsame Abschnitt sowohl den langsamen Satz ersetzt als auch Durchführungscharakter hat. Ein Vergleich mit Liszt's h-moll-Sonate für Klavier wäre vielleicht etwas zu weit hergeholt, aber Rreubke ist formal viel dichter an Liszt h-moll als etwa an den Mendelssohnschen Sonaten für Orgel. Reubkes Sonate ist im wesentlichen monothematisch, bei Liszt haben wir einige klar erkennbare Themen.


    Hermann Keller meinte, dass Reubke Sonate alles überträfe, was im 19. Jhd. für Orgel komponiert wurde, Cesar Franck nicht ausgenommen. Nun ja, Werturteile sind zeitgebunden. Ich würde vielleicht nicht soweit gehen wie Keller. Es ist jammerschade, dass Reubke nicht lange genug lebte, um Schule zu machen und viele weitere Orgelwerke zu kompnieren und Orgel- und Kompositionsschüler um sich zu scharen.


    Aus quantitativen Gründen ist Reubke kein Kandidat für Platz 5. Ansonsten wäre er schon ganz vorne mit dabei.