Meister des Klavierstücks

  • Fast 8 Jahre hat der Thread nun schon überlebt. Und immer wieder gibt es CD die erwähnt werden sollten. Oft allerdings - so wie heute - dauert es zu lang,l bis eine CD vorgestellt wird - da ist sie bereits gestrichen. Im konkreten Fall ist das meine Schuld, denn ich habe lange gezögert, diese CD zu hören. Ich fürchtete, sie könn mir nicht gefallen, oder mich langweilen. Heute hab ich mich aufgerafft - und war mehr als angenehm überrascht. Die Charakterstücke sind einerseit spätromantisch, haben aber auch Elemente der "echten" Romantik in sich. Einige davon sind in Zyklen zusammengefasst, so wie der eher leichtfüssige "Ländliche Tänze" op 1. Es folgen 4 Balladen (reine Klavierstücke) von denen 3 mit Namen bekannter Balladen versehen sind:


    1) Archibald Douglas

    2) Der König von Thule

    3) Der Wassermann

    4) Intermezzo


    Des weiteren finden wir Fantasien über Gedichte von Richard Dehmel op.9

    1) Stimme des Abends

    2) Waldseligkeit

    3) Liebe

    4) Käferlied


    Dann drei kleinere Einzelstücke

    Albumblatt (Erinnerungen aus Wien)

    Skizze

    Menuett (aus "Das gläserne Herz)


    Und zum Abschluss das titelgebende Stück der CD:

    Ein Lichtstrahl


    Es spielt Emanuele Torquati - die Tonqualität ist ausgezeichnest


    SPARE IN DER NOT - DA HAST DU ZEIT DAZU



  • Der russische Komponist Seymon BARMOTIN (1877-1939) , hauptsächlich von Werken für Klavier Solo, Schüler von Balakirew und Rimsky- Korsakoff war langezeit unbekannt und schien in keinem Musiklexikon auf. Erst durch eine Aufnahme einige seiner Werke (2019) wurde man auf ihn aufmerksam und man reagierte positiv.

    Bei WIKIPEDIA findet sich dies Bemerkung:

    Bezug nehmend auf die 20 Präludien op. 12, schrieb ein Kommentator: "Als Zuhörer fällt auf, wie gut verarbeitet und entzückend diese kleinen Werke sind... wie um alles in der Welt haben sie erst jetzt ihre Weltpremierenaufnahme?"

    Es handelt sich offensichtlich um Folge 1 der hier gezeigten Aufnahmen für GRAND PIANO: Scheinbar durch den Erfolg angespornt erschienen in den Folgejahren zwei weitere CDS dieser Serie.



    mfg aus Wien

    Alfred


    clck 33.000

    SPARE IN DER NOT - DA HAST DU ZEIT DAZU



  • Dieser Thread ist eine Fundgrube an Musik für Solo-Klavierstücke. Und nicht umzubringen - weil ich ZÄH bin :)

    Aber auch die Einschaltquote kann sich erfreulicherweise sehen lassen.


    Heute 18 interessanteCharakterstücke der heute heute eher unbekannten französischen Komponistin Maria Jaëll (1846-1925) mit einem generellen Programm - in 3 Teile unterteilt.


    "Was man in der Hölle hört"

    "Was man im Fegefeuer hört"

    "Was man im Paradies hört"


    Insbesondere Franz Liszt war von JaëllsMusik begeistert.

    Er schreibt: "Der Name eines Mannes auf ihrer Musik und sie wird auf jedem Klavier gespielt werden"


    Die Pianistin dieser Aufnahme ist Viviane Goergen, welch sich für anspruchsvolles Nischenrepertoire und für Musik von Komponistinnen einsetzt.



    mfg aus Wien

    Alfred


    clck 33.000 !!!!

    SPARE IN DER NOT - DA HAST DU ZEIT DAZU



  • Joseph Houston spielt von Michael Zev Gordon (*1963) Diary Pieces.


    Nach Jahren geordnet sind es kurze musikalische Gedanken zu Tagesereignissen. Für jedes Jahr sieben Stücke.


    Es sind die Jahre 2016, 2018, 2019, 2020, 2021, 2022. Das Jahr 2017 fehlt.

    Ich bin soweit, in meinen Beiträgen Rechtschraibfehler stehen zu lassen als menschlicher Protest gegen die perfekte KI-Welt.



  • Zur Zeit beschäftigen mich die Boulangers. Beide Schwestern haben nur wenige Stücke für Klavier komponiert, die zudem wenig bekannt sind.

    https://music.youtube.com/play…TLYgy1q7AViPGV19Fu-HXWgZQ


    Lili BOULANGER (1893-1918)

    1. Prélude en ré bémol

    2. Prélude en si

    3. Thème et variations

    4. D’un vieux jardin

    5. D’un jardin clair

    6. Cortège

    1-3 sind drei strenge, wenn nicht düstere Stücke, welche die seit Kinderjahren kränkelnde und früh verstorbene Lili komponiert hat.

    D’un vieux Jardin ist melancholisch,

    D’un Jardin Clair und ist sehr farbig

    Cortège ist frisch und fast lustig


    Nadia BOULANGER (1887-1979)

    7. Pièce pour deux pianos

    8-10. Petites Pièces pour piano

    11. Morceau de concours pour le Conservatoire

    12. Vers la vie nouvelle

    Das drängende Stück für 2 Klaviere von Nadia Boulanger hat der Pianist Johan Farjot allein aufgenommen, zuerst den ersten, danach den zweiten Part. Es folgen die sehr einfachen und unbekümmerten Petites Pièces, das Morceau pour l’entrée dans la classe de piano femmes du Conservatoire de Paris sowie das nach dem Tod ihres Mentors Raoul Pugno ausdrucksvoll steigernde Vers la vie nouvelle.

    Ich bin dann mal weg.

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  • Eins meiner liebsten:



    Ignacy Feliks Dobrzyński (1807-1867)

    Nocturne g-moll op. 21 Nr. 1


    Bart van Oort, FP Érard 1837



    Die Platte ist sowieso ein Knaller!

    You might very well think that. I couldn't possibly comment.“ (Francis Urquhart)

  • Hier dauert die vorgeschobene Werbung länger als das Stück:



    Charles-Valentin Alkan (1813-1888)

    „Les Cloches“ aus Esquisses op. 63 (Nr. 4)


    Steven Osborne



    Alkan ist sicher kein Kleinmeister, aber die Skizzen op. 63 sind kleine Meisterwerke! Ein jedes erzählt eine kleine Geschichte ...

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  • Trifels hielt ich früher für eine Reichsburg der Staufer und Salier.


    Die Gattungsbezeichnung 'Trifle' ist wohl dem Englischen entlehnt, wo es eine mehrschichtige Süßspeise beschreibt. Ferdinand Ries hat offenbar großen Gefallen an dem Seitenthema des ersten Satzes von Beethovens fünftem Clavierkonzert gefunden. In seinem C-Dur-Trifle taucht dies jedenfalls ganz unverblümt bei ca. 0'54 auf - das spritzige Stück ist aber auch so einfach hörenswert.


    Die Trifles von Ferdinand Ries dauern im Schnitt (zumindest die auf dieser CD enthaltenen) zwischen vier und sieben Minuten.





    Ferdinand Ries (1784-1838)

    aus Zwölf Trifles op. 58

    Nr. 7 D-Dur, Nr. 5 C-Dur, Nr. 6 f-moll


    Ella Sevskaya, Hammerflügel Johann Schantz, c1800


    Schade, daß Frau Sevskaya nicht mehr von diesen mehrschichtigen Süßspeisen eingespielt hat.

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  • Alkan hat nicht nur in seinen Esquisses großartige Miniaturen geschrieben, auch seine Préludes dans les tons majeurs et mineurs für Klavier Op. 31 aus den Jahren 1844-47 enthalten solche.


    Ein schönes Beispiel ist der Gesang der Verrückten am Meeresrand. An den farbenfrohen Bezeichnungen der Stücke erkennt man nicht selten den Einfluss Couperins :)



    Zu finden sind die Préludes auf der Debut-Scheibe des Finnen Olli Mustonen


  • Das hätte ich jetzt nicht gedacht, dass es von Alkan Stücke gibt, die ich beinahe vom Blatt spielen kann. Auch die Tonart as-Moll ist tendenziell verrückt, aber man gewöhnt sich beim Spielen schnell dran. ;)

    Lieber Fahrrad verpfänden denn als Landrat enden!

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  • Das hätte ich jetzt nicht gedacht, dass es von Alkan Stücke gibt, die ich beinahe vom Blatt spielen kann.

    Ja, das ist das Schöne auch an den Esquisses ... ;)

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  • Noch zwei alkanische Kostproben


    Le tambour bat aux champs für Klavier op. 51bis (es gibt ein paar schnellere Stellen, wo der gewiefte Pianist dem Publikum mitteilen kann, dass es sich um rein virtuose Stellen handelt, die man sinnvollerweise durch den ersten und den letzten Ton abkürzt ;) Eine Komposition von 1859



    und aus den Esquisses Op. 63 noch


    Morituri te salutant, für Klavier (1861)


  • Ganz nett sind „mehrere kurze Walzer für Klavierhändig“ von Wolfgang Rihm:



    Frag mich jetzt bitte niemand, ob das wirklich in diesen Thread gehört oder in den anderen, oder in den ganz anderen ... :S

    You might very well think that. I couldn't possibly comment.“ (Francis Urquhart)

  • Alkans Esquisses enthalten unter der Nummer 47 noch ein kleines Scherzetto, wo man wahrscheinlich schon mal ein paar Übeminuten mehr investieren muss, damit es dann so klingt.



    Aber so geht es natürlich auch ;)


  • Ganz nett sind „mehrere kurze Walzer für Klavierhändig“ von Wolfgang Rihm:



    Frag mich jetzt bitte niemand, ob das wirklich in diesen Thread gehört oder in den anderen, oder in den ganz anderen ... :S

    Rihm, der alte Romantiker ;)


    Wir hören hier das Duo Sunwook KIm und Elena Bashkirova


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  • Und hier ein weiterer fast vergessener Komponist, der Schumann Freund Ludwig Schuncke. Damit er nicht erneut vergessen wird habe ich seinen Namen und die bislang einzige CD mit Werken von ihm mehrfach in den geeigneten Threads positioniert.

    Es ist tatsächlich nicht die einzige CD mit Werken von ihm. Als er noch Louis Schuncke hieß (also um 1980 herum ), hat Gregor Weichert eine CD/Platte mit Werken von ihm eingespielt. Sie ist allerdings auf dem Neumarkt genauso wenig erhältlich wie die andere ..


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    Ich kann mich noch erinnern, dass mir seinerzeit die sogenannte Große Sonate gefiel, während die kleineren Stücke mir nichts bedeuteten…Das ist aber schon lange her…ob ich das heute noch genauso sehen würde?

  • Ja. Hier gehört offenbar Niels Holgersson Gade hin.



    Geschuldet Mr. Garaguly mit seinem Fimmel und WolfgangZ mit seiner Almbumblattaffinität. Zufallsfund.


    Danke (Joe) Euch biden. Ich liebe das Stück.


    Kennt jemand die CD, falls es die gibt - oder eine andere Hörbarmachung mit allen anderen Blättern neben Nr. 1?

    You might very well think that. I couldn't possibly comment.“ (Francis Urquhart)

  • Also der ist mir mindestens total unbekannt:



    Michał Kleofas Ogiński (1765-1833)

    Polonese (ach, tatsächlich ...) a-moll Pożegnanie Ojczyzny (Abschied vom Vaterland).


    Gespielt von Jannik Truong (*1988) auf einem Buchholz-Flügel (*1825 - Nachbau Paul McNulty).


    Schöne Trouvaille.

    You might very well think that. I couldn't possibly comment.“ (Francis Urquhart)

  • Hier nun eine (ebenfalls bereits gestrichene) CD mit Werken von Niels Gade. Eigentlich hätte dieser Bereich einen Eigenen Thread mit ihm verdient, allerdings ist das meiste bereits gestrichen, also habe ich Abstand genommen und erwähne seine Musik für Solo Klavier hier. Auf der hgezeigten CD befindet sich seine einzige Klaviersonate, die mic nicht besonders beeindruckt hat. Aber seine gefälligen leitchfüssigen Klavierminiaturen, bz Charakterstücke sind kleine Perlen. Es gibt hier (unter anderem) zwei Sammlungen (oder - je nach Zählung - drei) mit je 5 Werken, etwa in der Art von Schubert oder Schumann oder Mendelssohn etc. Gade nennt sie "Aquarelle", was zu den leichten Stücken IMO gut passt.

    Hier eine Hörprobe mit einem anderen Pianisten: Christian Bauschke aus Salzburg spielt "Aquarelle"


    Noch lieferbare CDs:



    mfg aus Wien

    Alfred

    SPARE IN DER NOT - DA HAST DU ZEIT DAZU



  • Hier nun eine (ebenfalls bereits gestrichene) CD mit Werken von Niels Gade

    Immerhin hat cpo diese CD in die Kammermusik-Box gepackt, da kann man sie noch bekommen:

    Beste Grüße von Tristan2511


    "Glaubt er, dass ich an seine elende Geige denke, wenn der Geist zu mir spricht?"

    (Beethoven zu Schuppanzigh)

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  • Immerhin hat cpo diese CD in die Kammermusik-Box gepackt, da kann man sie noch bekommen:

    Besten Dank für die Information


    Ich biete hier - eine ebenfalls gestrichene - Aufnahme an:

    Jerome Lowenthal spielt Werke für Klavier solo, darunter die Sonarte op 91 und sein berühmtestes Werk "Frühlingsrauschen"

    Anders als diemeisten Miniaturen von anderen Komponisten haben die Werke mehr Biss, sind gelegentlich auch leict aggressiv -

    was aber auch an der Interpretation liegen mag.

    Generell sind die Werke eingängig und rückwärtsgewandt.

    Die Aufnahmen wurden von BRIDGE zweitveröffentlicht stammen aber ursprünglich von ARABESQUE


    mfg aus Wien

    Alfred

    SPARE IN DER NOT - DA HAST DU ZEIT DAZU



  • Hier eine weitere Edition: Sämtliche Klavierstücke von Carl Nielsen auf 2 Cds.

    währen mir das Frühwerk, op 23 ausgesprochen gut gefällt - es besticht durch seine Leichtigkeit und Eingängigkeit-haben mich spätere Werke teilweise gelangweilt. Die Ausgabe ist bereits gestrichen....


    mfg aus Wien

    Alfred

    SPARE IN DER NOT - DA HAST DU ZEIT DAZU



  • Schon ein eigenartiges Gefühl, wenn man da eine Originaversiegelte CD vor sich liegen hat und lange zögert sie aufzulegen (offenbar über Jahre hindurch)und dann liest mann, daß die bereits 1991 aufgenommen wurde und inzwischen gestrichen ist.

    Jaques Ibert (1890-1962) Die Lebensdaten verheissen (für mich) nichts Gutes.

    Bei einer Recherche über den Komponisten findet man dann bei Wikipedia sein Umfeld: Barraine, Honegger, Messiaen und Milhaud. Was ein leichtes Naserümpfen bei mir vorvorrief. Versöhnlich dann aber der Satz:

    "Vorherrschend ist elegante Virtuosität."

    Das klingt dann aber doch schon recht verheissungsvoll und versöhnlich

    Und im Grund ist diese Aussage korrekt: Natürlich hafter den Stücken ein sanfter Hauch des 20. Jahrhunderts an (was ja zu erwarten war)

    aber dieser Hauch ist in der Tat sanft - und die - vielleicht etwas kühle - Eleganz überwiegt.

    Eher historisch interessant als abstoßend - dennoch frage ich mich, für welchen Publikumskreis solche (durchaus harmlosen, nicht ungefälligen, aber auch IMO belanglosen Stücke geschrieben wurden. Eine Mischung zwsichen Impressionismus und Domenico Scarlatti mit einer Prise Alkan:baeh01:


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    Hier ein Clip: Wie man unschwer erkennen kann, war die Naxos-Ausgabe von 2000 eine Neuauflage der originalen Marco Polo CD von 1991.


    mfg aus Wien


    Alfred

    SPARE IN DER NOT - DA HAST DU ZEIT DAZU