Christoph Willibald Ritter von Gluck [1714-1787]

  • als auch die Bieito'sche "Armida" an der Komischen Oper Berlin fand ich nur ätzend und langweilig, ein großer Gluck-Freund bin ich dadurch nicht geworden.

    Tja, so unterschiedlich sind die Geschmäcker. Ich zähle die mehrfach besuchte Bieito-"Armida" an der KOB zu meinen packendsten Opern-Erlebnissen, durch das meine Liebe zu Gluck erst so richtig angefacht wurde (trotz der deutschsprachigen Fassung).

  • (trotz der deutschsprachigen Fassung)

    Hört, hört! ^^

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"


    Auf politische und kulturpolitische Diskussionen lasse ich mich hier nicht mehr ein. Kein Widerspruch meinerseits bedeutet dann also nicht, dass ich den getätigten Aussagen zustimme!

  • Liebe Melomanen,


    merkwürdig, dass hier noch niemand darauf hingewiesen hat, dass nicht nur Richard Wagner, sondern auch Richard Strauss eine Oper Glucks (textlich und musikalisch) bearbeitet hat: „Iphigenie auf Tauris“ (Weimar 1889); diese Version war – neben der Bearbeitung Hermann Aberts (1900) - bis in die 1950er Jahre im deutschen Sprachraum gebräuchlich.


    So hat Joseph Keilberth die Strauss-Fassung auch für eine konzertante Aufführung dieser Oper im Wiener Musikverein am 10. 6. 1956 benutzt. Die Sänger waren u. a. Hilde Zadek (Iphigenie), Hermann Prey (Orest), Anton Dermota (Pylades), Marcel Cordes (Thoas), Elsa Matheis (Diana) und Harald Pröglhöf (Ein Tempeldiener). Es sang der Musikverein der Gesellschaft der Musikfreunde Wien (Chorltg.: Reinhold Schmid) und es spielten die Wiener Symphoniker. (Ein Mitschnittt befindet sich im Archiv der Wiener Symphoniker).


    Für die „Iphigenie auf Tauris“-Aufnahme des WDR Ende Oktober 1956 mit dem Kölner Rundfunkchor (Chorltg.: Bernhard Zimmermann) und dem Kölner Rundfunk-Sinfonie-Orchester wählte Joseph Keilberth dann aber die Textfassung von Peter Cornelius und die musikalische Revision von Hermann Abert. Auch hier wirkten Hilde Zadek, Hermann Prey und Marcel Cordes mit; der 'Pylades' wurde nun von Nicolai Gedda gesungen, Ilse Wallenstein war die 'Diana' und Friedrich Himmelmann der 'Aufseher des Thoas'. (Diese Aufnahme erschien bei 'Capriccio' auf CD.)


    Die einzige, mir bekannte Aufnahme der taurischen „Iphigenie“ in der Bearbeitung von Richard Strauss ist der deutschsprachige Mitschnitt vom 3. 2. 1961 aus dem Teatro Sao Carlos in Lissabon mit Montserrat Caballé (Iphigenie), Raymond Wolansky (Orest), Jean Cox (Pylades), Paul Schöffler (Thoas), Susana Matos (Diana) und Walter Hagner (Ein Tempeldiener) – der Dirigent war Antonio de Almeida. (Erhältlich auf LP und CD bei verschiedenen Firmen.)


    Bei den fränkischen Gluck-Opern-Festspielen 2016 hat Christoph Spering in einem Konzert im Fürther Stadttheater die Strauss-Fassung noch einmal zu Gehör gebracht; wegen der umfangreicheren Instrumentation zog er aber nicht sein 'Hausorchester' ('Das Neue Orchester') heran, sondern die 'Prague Philharmonia'. Die Hauptrollen waren besetzt mit Anna Dennis (Iphigenie), Aris Argiris (Orest), Steven Ebel (Pylades) und Daniel Szeili (Thoas); es sang der Konzertchor Fürth-Nürnberg unter der Leitung von Christian Martin Gabriel.


    LG


    Carlo