Was hört Ihr gerade jetzt? (Klassik 2007)

  • Im Lauf des gestrigen Abends:


    Erwin Schulhoff (1894-1942):
    Symphonie Nr. 5
    , opus 89 1938/39
    Sinfonieorchester des Bayerischen Rundfunks, James Conlon
    Capriccio, 2003, 1 CD



    Walter Braunfels (1882-1954):
    Die Vögel -
    Lyrisch-phantastisches Spiel in 1 Prolog und 2 Akten, opus 30 1913-19
    Hellen Kwon, Endrik Wottrich, Michael Kraus, Marita Posselt, Wolfgang Holzmair, Iris Vermillion, Brigitte Wohlfarth, Matthias Goerne, Johann-Werner Prein, Martin Petzold, Dirk Schmidt u. a.;
    Rundfunkchor Berlin, Deutsches Symphonie-Orchester, Lothar Zagrosek
    Decca, 1994, 2 CD



    :hello:
    Johannes

  • Ludwig van Beethoven: Der Wachtelschlag WoO 129


    [amx=B000001GZN]300[/amx]


    Hier singt Heinrich Schlusnus begleitet von Sebastian Peschko.


    Von der Anlage des Gedichtes durch die sich wiederholenden Vogelrufe und die übereinstimmende Versanordnung her läge ein Strophenlied nahe, so wie es Schubert zu diesem Text (übrigens mit den Textänderungen Beethovens) geschrieben hat. Beethoven komponiert das Lied durch und berücksichtigt so den inhaltlichen Verlauf des Textes differenziert. Die beiden ersten Strophen werden unterschiedlich vertont, die dritte hebt Beethoven durch ein schroff einsetzendes und kontrastreiches Rezitativ (Ingeborg Pfingsten) deutlich ab: es vermittelt eine neue Taktart, ein neues Tempo (Allegro) und trotz der Beschleunigung eine größere zeitliche Ausdehnung. Diese entsteht durch die wiederholten Textpartien und die Umwandlungen des Wachtelschlagmotivs. Wo Gedanken des Anfangs aufgenommen werden, führt Beethoven sie weiter und ergänzt sie. Die kompositorische Anlage des Liedes ist außerordentlich dicht, indem am Ende zwei Formen des Vogelrufs übereinander geschichtet werden, findet eine Verschmelzung von Naturmotiv und Anrufung Gottes statt, bei der der Naturlaut sich am Ende durch Dehnungen ganz auflöst: das Naturgegebene wird überwunden.



    Liebe Grüße Peter


  • Alred Brendel spielt die Klavierkonzerte KV 482 und KV 595 von Mozart. Begleitet wird Brendel vom Scottish Chamber ORchestra und Sir Charles Mackerras:



    Schon seit etlichen Jahren eine Aufnahme, die ich immer wieder gerne aus dem Regal ziehe.



    Herzliche Grüße,:hello: :hello:



    Christian

    Beherrsche die Sache, die Worte werden folgen! (Cato der Ältere)

  • Dietrich Fischer-Dieskau: Early Recordings Vol. 8
    Johann Friedrich Reichardt: Early Goethe Settings


    [amx=B0008064XO]300[/amx]


    Ich warte nur noch darauf, dass sich die Deutsche Grammophon in "German Gramophone" umbenennt, damit auch jeder verstehen kann, wie sie heißt. Die lobenswerte Box (ich habe keine Berührungsängste vor dem Denglisch) eines deutschen Liedersängers mit deutschem Liedgut in einem deutschen Verlag ist bemerkenswert anglifiziert. Lobenswert ist die Box, aber nicht das Booklet, dem man durchaus auch die Liedertexte hätte spendieren sollen, vor allem, wenn die Texte nicht so leicht aufzufinden sind wie etwa bei Meyerbeers Lieder, die diese CD auch enthält. Eigentlich widersprüchlich: so nach dem anglo-amerikanischen Markt gebürstet, lässt man ausgerechnet die Lieder- und Sängerfreunde dort allein, wenn man nicht Text (und engl. Übersetzung) bietet.


    Man erfährt zwar viel von Fischer-Dieskau, aber leider nichts über Reichardt und seine Vertonung von Goethe-Texten. Da auch keine Entstehungsdaten genannt werden (da weiß ich wenigstens, wo ich die im Netz finde) kann man das "early" der "settings" auch nicht richtig einschätzen. Um mal nur ein Beispiel zu nennen: Das erste Lied heißt "Gott". Beim Abhören entpuppt sich das als ein Text aus Goethes Faust, eigentlich kein Liedtext: "Wer darf ihn nennen? und wer bekennen ..." The Lied and Art Song Texts weiß zwar dies, aber nicht das Entstehungsjahr des Liedes. Das MGG hilft auch wenig weiter, das nennt die Liedbände (vermutlich ist es der von 1809/10), nicht aber deren Inhalt. Fischer-Dieskaus "Texte deutscher Lieder" hilft auch nicht weiter, denn dort ist der Text nicht enthalten. Die andere Reichardt-CD, die ich demnächst vorstellen will, bestätigt mich mit der Datierung des Druckdatums, da weiß ich aber noch immer nicht das Entstehungsdatum, das mir helfen könnte, den Entwicklungsweg des Komponisten Reichardt nachzugehen. Immerhin hat diese CD die Texte beigelegt - auch dieses "Gott" von Reichardt ...


    Liebe Grüße Peter


  • Das Schnäppchen den Morgens!



    H. I. F. Biber: Rosenkranz-Sonaten
    Ensemble Sine Titulo, das sind: Odile Edouard (Barock-Violine), Alain Gervreau (Violoncello), Pascale Boquet (Theorbe), Angélique Mauillon (Harfe), Freddy Eichelberger (Orgel / Clavecin-pédalier)


    :jubel: :jubel: :jubel:


    Ein ausführlicherer Kommentar findet sich hier.


    Ganz herzlich,
    Medard

  • Gaspare Spontini: Agnese di Hohenstein



    Dass man Spontinis Versuch einer großen deutschen romantisch-historischen Oper "Agnes von Hohenstaufen" ausgerechnet in einer italienischen Einspielung vom Maggio Fiorentino (1954) begegnet, ist schon eine der "Faxen des Seins" (E.T.A. Hoffmann). Ernst Raupachs Historiendrama war die Grundlage des ebenfalls von Raupach verfassten Librettos. Ein seltsam zweilichtiges Werk, noch auf der französischen Revolutionsoper fußend, doch in vielem auf Wagner verweisend, bis hin zum Parsifal.


    Bei einem so vom Klang her gedachten Werk ist die engagierte Aufführung unter Gui leider mit dem Makel einer im mäßigen Mono abgelieferten Aufnahme behaftet. Ansonsten: Ich würde es gerne einmal im deutschen Original hören ...


    Liebe Grüße




  • Wie freu ich mich, wie freu ich mich, wie treibt mich das Verlangen....


    :jubel::hello: :jubel:

    Freundliche Grüße Siegfried



  • Aus der Blockfloeten-hp:


    "Der Spieler bläst durch ein pfeifenartiges Mundstück, in dem ein Holzblock mit scharfer Kante sitzt. Gegen diese Kante wird der Atem gepresst und bringt so die Luftsäule im Instrument zum Vibrieren. Schwierig ist es, den Luftstrom genau zu bemessen; bläst man etwas zu wenig, bleibt der Ton aus, das Instrument spricht nicht an; ein bisschen zu viel Atem - und der Ton fiept und springt eine Oktave höher. Die Blockflöte hat eine konische Bohrung und 8 Löcher, die sehr sorgfältig mit den Fingern bedeckt werden müssen, damit die Töne nicht quietschen."

    Freundliche Grüße Siegfried

  • Weiter geht es mit Ries.


    Zwischen Kuchen backen und putzen. Ja, ja ich weiß so sollte Man(n) keine Musik hören. Aber Mann tut es ja auch nicht. :D



    LG


    Maggie

  • Gustav Mahler: 1. Sinfonie (Scherchen)


    [amx=B00005OLDQ]300[/amx]


    Ursprünglich hatte die Sinfonie den Beinamen "Titan", doch Mahler strich ihn wieder, als er sah "auf welch falsche Wege hierdurch das Publikum geriet". Es gehe um "einen kraftvoll-leidenschaftlichen Menschen [...], sein Leben und Leiden, Ringen und Unterliegen gegen das Geschick."


    LG Peter


  • Guten Tag


    nach der Arbeit jetzt aufgelegt



    J.S. Bach


    Magnificat BWV 243


    G. F. Händel


    Utrechter Te Deum


    Mit dem Concentus musicus Wien und beim Magnificat den Wiener Sängerknaben, beim Utrechter Te Deum dem Arnold Schönberg-Chor :jubel: :jubel:


    Gruß aus der Kurpfalz


    Bernhard

  • Bei mir ebenfalls Harnoncourt:



    Schubert, Symphonie Nr. 4


    :jubel: :jubel: :jubel:

    Früher rasierte man sich wenn man Beethoven hören wollte. Heute hört man Beethoven wenn man sich rasiert. (Peter Bamm)

  • Guten Tag



    Habe diese Scheibe schon länger auf meiner Wunschliste, bisher aber noch nicht den Draht mir "japanischen" Bach zu beschaffen. ;)
    Zu BWV 51: Mit oder ohne die Bearbeitung von W.F. Bach ?
    Zu BWV 1127: Die Arie in ihrer gesamten Länge ?
    (Hätte man die Arie BWV 1127 überhaupt entdeckt wenn die A-A-Bibliothek nicht abgebrannt wäre ?)


    Gruß :hello:


    aus der Kurpfalz


    Bernhard


  • Gibt es doch problemlos, z. B. beim Dreibuchstabenversender.


    Zitat

    Zu BWV 51: Mit oder ohne die Bearbeitung von W.F. Bach ?


    Nur im JSB-Original.


    Zitat

    Zu BWV 1127: Die Arie in ihrer gesamten Länge ?


    Durch alle Strophen. Das dauert hier himmlische 48:30 Minuten. :D


    Zitat

    (Hätte man die Arie BWV 1127 überhaupt entdeckt wenn die A-A-Bibliothek nicht abgebrannt wäre ?)


    Die entsprechenden Stücke waren ausgelagert – hab eben selbst nochmal nachgelesen.
    Hier gibt es die Entdeckungsgeschichte:
    music.qub.ac.uk/~tomita/bachbib/news-bwv1127.html

  • Erwin Schulhoff (1894 - 1942)


    Flammen - Tragikomödie in zwei Akten op. 68 (WV 93) (1927 - 1929)


    Deutsches Symphonie-Orchester Berlin
    John Mauceri



    Davidoff

    Verachtet mir die Meister nicht

  • Viel zu lange nicht gehört:



    Wer wissen will, wo Mozart und die ENTFÜHRUNG her kommen, sollte sich diese sehr schöne komiscvhe Oper anhören, die von Gardiner höchst unterhaltsam präsentiert wird.


    Gluck ist eben beileibe nicht nur im griechischen Alterum anzusiedeln.


    :hello: Rideamus

  • Leonid Kogan
    Tschaikowsky: Violinkonzert D-dur



    Eine brillante Interpretation, die berühmte Einspielung von 1950, von der man lesen kann: "There is a bright magnetic tone and absolute precision - that which characterises Kogan - which he brings to this version of the oft-recorded Tchaikovsky Violin Concerto. Tempos are exciting when required and this is matched by effective brilliance in finger-work and bowing nuance. Interspersed between the technically showy parts are the beautiful, broad and lyrical passages which capture the tenderness of this well-loved concerto. In these passages, Kogan succeeds in evoking the right amount of imagination in me. Further, Kogan manages the transition between these different segments of music perfectly.


    The orchestra matches the pace and excitement generated by Kogan with very laudable playing. [...]


    This entire concerto runs its course with unsurpassed style. If not for the lack of 'DDD' broadness, this would be my rosette choice for this concerto." (Ng Yeuk Fan beim Inkpot)


    Liebe Grüße Peter



  • Diese:



    Karl Amadeus Hartmann: Concerto funèbre für Violine und Streicher / Suiten Nr. 1 + 2 für Violine Solo / Sonaten 1 + 2 für Violine Solo
    Alina Ibragimova (Violine), The Britten Sinfonia, Leitung: Jacqueline Shave


    Die Kritik bei Klassik.com war ja bescheiden... Habe die Scheibe dennoch gekauft, weil es aktuell scheinbar die einzige CD auf dem Markt ist, die eine (Gesamt)Einspielung von Hartmanns Werken für Violine solo enthält.


    Gut habe ich daran getan, die Scheibe zu kaufen, denn die hier eingespielte Interpretation des Concerto funèbre ist alles andere als schwach!! Frau Ibragimova spielt das dunkle Konzert sehr anrührend, traurig, nicht so vordergründig desparat, wie man es bisweilen hört, eher etwas verhalten - im Adagio vielleicht eine Spur zu »rational«. Die Interpretation kann fraglos neben den anderen mir bekannten (Schneiderhahn/Kubelik; Erxleben/Weigle; Maile/A. Sander; Scarpis und seit neustem auch die beeindruckende Interpretation von Faust/Poppen) bestehen.


    Die aus dem Jahr 1927 stammenden Suiten und Sonaten für Solovioline kannte ich bisher gar nicht. Die Stücke sind von sehr expresionistischem Charakter, oftmals ganz schön eskapadenhaft (unerhört und umwerfend ist der Mittelsatz der 1. Sonate, der die programmatische Vortragsbezeichnung »Verrückt schnell, unschön spielen« trägt). Sehr suggestive Musik mit jeder Menge Adrenalin, diese vier Werke für Solovioline - dennoch absolut zugänglich und anhörbar (was bei mir im Falle von Werken für Violine allein nicht unbedingt selbstverständlich ist).
    Alina Ibragimova spielt die Werke mit sehr viel Engagement und vermag dieser zwischen anrührend und rüde, zwischen Introvertiertheit, Grimasse und Aggression changierenden Musik durch eine sehr differenzierte Tongebung Rechnung zu tragen und dem Charakter der Werke Ausdruck zu verleihen. Technisch scheint mir die Dame (soweit ich dies zu beurteilen vermag) zudem einwandfrei zu musizieren.


    Kurz: Tolles Album!!!


    Kritiken... :no:


    Herzlichst,
    Medard

  • Zitat

    Original von Maggie



    :jubel: :jubel: :jubel: :jubel: :jubel:


    Da habe ich noch nicht reingehört... kommt aber sicher morgen dran.



    Nun, nachdem Shostakowitsch eher ein Adventsstimmungs-Killer war:


  • Lieber Pius,


    Die Piano Trios werden Dir sicher gefallen. Es ist eben nicht nur eine wundervolle Musik, sondern auch eine hervorragende Interpretation. Weich, geschmeidig, einfühlsam. Diese Einspielung ist ihren Preis dreifach wert.


    LG


    Maggie

  • Jetzt arbeite ich mal am Schnitt weiter:



    Wolfgang Rihm: DIS-KONTUR für großes Orchester [1974]
    Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, Leitung: Leif Segerstam


    8o HUI!!! :faint:


    Herzlichst,
    Medard



    p.s.: jetzt folgen auch noch:


    SUB-KONTUR für Orchester [1974/75]
    Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, Leitung: Sian Edwards


    und


    Unbenannt IV für Orchester mit Orgel [2002/03]
    Leo von Doeselaar (Orgel), Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, Leitung: Lothar Zagrosek

  • Zitat

    Original von gyokusai


    LOL ;-)


    Aber hm komisch, daß die sich so sehr ähneln finde ich gar nicht ... aber ich achte mal drauf. Ich wollte die Aufnahme morgen oder am WE ohnehin noch mal etwas konzentrierter hören.


    War nun wieder dran, mit ein bißchen Verspätung. Die Stimmung in den Eingangsequenzen ähnelt sich, das stimmt. Aber die Durchführung finde ich ausgesprochen unterschiedlich ... auch formal, würde ich sagen, aber da kann ich im Moment noch nicht den Finger drauflegen.


    Liebe Grüße,
    ^_^J.