Faust (Gounod): Welche Aufnahme ist zu empfehlen?

  • Zitat

    Original von severina
    Liebe Kristin, in diesem Punkt sind wir uns völlig einig, ich würde mir auch nie einen deutschen "Faust" kaufen.
    lg Severina :hello:




    Gut, daß Johann Wolfgang schon lange tot ist! ?( ?( ?(

    Harald


    Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
    (Vinícius de Moraes)

  • Hallo Harald,


    Johann Wolfgang hat damit nichts zu tun, lach. Den habe ich im Bücherregal seit vielen Jahren - nach wie vor Weltklasse.


    LG


    Kristin


  • Und ich dachte immer, der hätte das geschrieben....... :baby:

    Harald


    Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
    (Vinícius de Moraes)

  • Jetzt antworte ich nochmals - weil's ja nicht am Thema vorbei ist -.


    Text von Goethe, ins Französische übersetzt, was weiß ich von wem, mit Musik versehen von Gounod - super.


    Wieder Operntext ins Deutsche übersetzt mit gleicher Musik - fast Mist (für mich).


    LG
    Kristin

  • Zitat

    Original von Musikkristin



    Text von Goethe, ins Französische übersetzt, was weiß ich von wem, mit Musik versehen von Gounod - super.


    Liebe Kristin,



    Jules Barbier und Michel Carré haben aus Goethes Schauspiel das Libretto gemacht.



    LG, Elisabeth

  • Lieber Harald!


    Dann kennst Du nicht die Faust I. - Inszenierung


    von Gustaf Gründgens


    Faust - Will Quadflieg,
    Mephisto - Gustaf Gründgens,
    Margarete - Ella Büchi,
    Marthe Schwerdtlein - Elisabeth Flickenschild,


    dann mit dem jungen Heinz Reinke als Schüler


    ist auf eine Brettergestell gebaut, mit damals sehr modernen Bühnenbild, Atomium (Brüssel) in der Faust Studier Stube.


    Eeine durchwegs herrliche Besetzung, und sie ist nie langweilig.


    Es geht für mich, Opernnarren, auch manchmal, ohne Musik, mit den Platoniker Goethe.


    Liebe Grüße sendet Dir aus Wien, Peter.

  • Ich habe die Aufnahme aus dem Düsseldorfer Schauspielhaus:




    Im Jahre 1954 ging die "Deutsche Grammophon" daran, ihr klassisches Musikprogramm um ein Programm "Grosser Literatur" zu ergaenzen. Den Beginn machte man mit dem Faust 1 in der Duesseldorfer Inszenierung durch Gustaf Gruendgens.


    Gounod? Wer ist das? :P :P

    Harald


    Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
    (Vinícius de Moraes)

  • LIeber Harald!


    Ich weiß nicht ob das aus Deiner Stadt war, ich weiß nur, dass ich als 12-13 jähriger diese Inszenierung im Film sah,


    und seit der Zeit begeistert war, und Amazone hate dan die VHS Kasette verkauft und ich gekauftz,


    nur schaut das Cover bei mir anders aus.


    Zur sleben zeit, als der Film rauskam, wurde in Salzburg Faust 1 + 2 mit Atilla Hörbiger als Faust und Will Quadflieg als Mephisto gebracht.


    Im Film ist halt Gustfa Gründgens hervorragend und Elisabeth Flickenschild, die passt so als Marthe Schwerdtlein, so kupplerisch,einmalig.
    Diese große Schauspielerin, nicht nur in Edgar Wallace Krimis mit Heinz Drache.


    Lang, lang ists her.


    Lieb Grüße und guten Morgen nach Düsseldorf sendet Dir Peter aus Wien.

  • Es wäre mal interessant ,die Unterschiede der vereschiedenen Faust-Versionen in der Opernliteratur mit dem echten Goethe zu vergleichen. Bei Gounod gibt es z.B. Personen mit sehr schönen Arien (z.B. Siebel und Valentin) die aus dramaturgischenGründen eingeschleust wurden und mit unserem Geheimrat nicht mehr allzuviel gemein haben.
    Aber warum sollte es dem besser gehen als seinen Kollegen Shakespeare oder Schiller? :D


    F.Q.

  • Hallo Peter,


    die Verfilmung von "Faust I" mit Gründgens von 1960 basiert auf seiner berühmten Inszenierung am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg.


    :hello:


    GiselherHH

    "Mache es besser! (...) soll ein bloßes Stichblatt sein, die Stöße des Kunstrichters abglitschen zu lassen."


    (Gotthold Ephraim Lessing: Der Rezensent braucht nicht besser machen zu können, was er tadelt)

  • Danke lieber GiselerHH!


    ich dachte mir doch, dass diese Aufnahme aus Hamburg stammt - war nur zu bequem sie mir aus meiner Stellage zu holen, steht ganz oben, nicht weil sie schlecht ist,


    sondern weil ich sie seltener mir ansehe.


    Danbke vielmals für die Aufklärung!


    Liebe Grüße ans schöne Hamburg, wo ich vor fast 30 Jahren das letzte Mal war, eine Schande, sendet Dir Peter aus dem heißen Wien.

  • Liebe Fairy Queen!


    Im Goeth'schen Faust kommen natürlich auch


    Siebel und Valentin vor,


    nur ist der Text stark gekürzt und auf einen Opernstoff zurechtgemacht worden.


    Valentin hat ebenfalls die Duellszene und Siebel ist der heimliche Liebhaber von Margarete.


    Liebe Grüße und Handküsse, von Peter, aus dem heißen Wien.


  • Das muss aber dann Faust III sein, en Goethe erst im Jenseits geschrieben hat....
    lg severina :hello:

  • Liebe Severina!


    Da habe ich mich geirrt, da bin ich in "Schleudern" geraten zwischen Goethe und Gounod.


    Natürlich ist Siebel nicht der heimlich Geleibte und spielt eine Randfigur.


    Danke für die Faust III. Aufmerksammachkeit.


    Liebe Grüße Peter, aus dem heißen Wien, es muss die Hitze sein, dass das geschah.

  • Vielleicht sollte man sich an dieser Stelle mal ein bisschen mit der Geschichte dieser Oper beschäftigen.


    Gounod gilt als poulärster Komponist seiner Zeit in Frankreich, obwohl ihm ausser dem „Faust“ kein besonderer Erfolg vergönnt war. Er versuchte jedoch, mit – teilweise stark aufgetragener – Süßlichkeit das Publikum für sich zu gewinnen. „Romeo und Julia“ war noch halbwegs erfolgreich, „Mireille“ schon weniger, der Rest ist vergessen („Polyeucte“, „Der Tribut von Zmora“ usw.)


    Das Libretto der Faust-Oper ist – verglichen mit Goethes Original – recht dürftig, hat allerdings eine recht geschickte Personenführung mit einer Auswahl bunter Bilder. Von Goethe ist kaum mehr als die äußerliche Handlung geblieben, das Drama eines kleinbürgerlichen Mädchens – die „teuflischen“ Elemente sind (im Gegensatz zu Boitos „Mefistotele“) total verloren gegangen. Auch ist Gounods Musik weit von Goethes Dramatik entfernt, sie beschränkt sich auf eine Anhäufung leicht fasslicher und populistischer Melodien („Schlager“) – genau das Richtige für eine „grande opéra“.


    Als das Werk 1859 nach etlichen Verzögerungen erstmals auf französische Bühnen kam, wurde es vom Publikum recht kühl aufgenommen, man fand das Werk zu „deutsch“.


    Nicht so in Deutschland, wo die Oper – in deutscher Sprache – unter dem Namen „Margarethe“ bald an allen Bühnen mit großem Erfolg gespielt wurde.


    Zehn Jahre später – nach einer Umarbeitung unter Verzicht auf gesprochene Dialoge und nach Einfügung des „Soldatenchores“ und „Valentins Gebet“ versuchte es Gounod nochmals in Paris – und – beflügelt durch den vorausgegangenen Erfolg in Deutschland konnte sich das Werk jetzt auch in Frankreich durchsetzen - und auch auf der ganzen Welt!


    Alles in allem eine Oper für das breite Publikum – mit dankbaren Rollen und äußerst populär gewordenen Melodien von einem Hauptvertreter der französischen Romantik.


    LG


    Harald

    Harald


    Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
    (Vinícius de Moraes)

  • Lieber Harald!


    Stimmt auffallend! Ich habe zwar angefangen - und höre somit auf!


    Zur Eröffnung des Suez - Kanals wurde Gounod, Wagner und Verdi eingeladen eine Oper,


    für das erste Opernhaus auf afrikanischem Boden, in Kairo, zu schreiben.


    Wer den Zuschlag bekam ist ja bekannt.


    Ich liebe aber Gounod- und da besonders Margarethe und da können die Goethe Anhänger die in dieser Oper ein Verunklimpfung des Fauststoffes sehen, noch so wettern.


    Ich liebe diese lyrische Süße, die herrlichen Stimmen (wenn vorhanden), in der Staatsoper waren das eben Hilde Güden, Wilma Lipp - von der Volksoper Ilonka Szep (die ja auch alle 4 Frauen im Hoffmann mit Nicolai Gedda sang).


    Die Eleganz des Mephisto, bei Siepi oder Ghiaurov, auch zu Marthe Schwerdtlein hin, die ihm den Hof macht -


    und die Walpurgisnacht, die sollte nie gestrichen sein.



    Liebe Grüße nach Düsseldorf zu Dir Harald, bei uns hat es fast 30°C, ist es bei Euch auch so heiß, jetzt um 19,46 Uhr,


    Peter aus Wien

  • Die schon öfter beschriebene Aufnahme mit Prêtre, Freni, Domingo und Ghiaurov ist inzwischen recht preiswert zu erstehen, weswegen ich spontan meine Sammlung bereicherte:



    Eine andere Aufnahme erweckte meine Aufmerksamkeit:



    Kennt jemand die Einspielung?


    Samuel Ramey als Mephistopheles stelle ich mir sehr interessant vor, Jerry Hadley kenne ich immerhin als Freddy Einsford-Hill (my fair lady), dort gefiel er mir recht gut ( ;) ), Caecilia Gasdia ist mir gänzlich unbekannt.

    Grüße aus der Nähe von Hamburg


    Norbert


    Das Beste in der Musik steht nicht in den Noten.

    Gustav Mahler


  • Diese nicht uninteressante FAUST - Aufnahme kenne ich nicht, wohl aber Jerry Hadley und Cecilia Gasdia.


    Jerry Hadley (1962-1977) war u. a. der Rodolfo in Bernsteins LA BOHEME und sang die Titelrolle in Bernsteins eigener Aufnahme des CANDIDE. Leider erschoss er sich im Juli letzten Jahres.


    Cecilia Gasdia (*14.8.1960) liebe ich als die Sängerin in Abbados IL VIAGGIO Á REIMS. Lange war sie auf Rossini-Rollen spezialisiert. Ich habe noch Aufnahmen mit ihr von MAOMETTO II, MOISE ET FARAON, ERMIONE und ZELMIRA. Sie sang aber auch französische Opern, etwa in Massenets LE JONGLEUR DE NOTRE DAME.


    Danach habe ich sie aus den Augen verloren. Als die FAUST-Aufnahme enstand, war sie jedenfalls noch gut bei Stimme und im Geschäft.


    Vielleicht hilft das.


    :hello: Jacques Rideamus

  • Danke für die Informationen.


    Sie helfen in der Tat.


    Carlo Rizzi hat für Teldec auch noch Verdis Maskenball aufgenommen. Es ist eine sehr schöne Aufnahme, die allerdings recht "künstlich"-trocken klingt.


    Vielleicht gibt es ja noch die ein oder andere Information, wenngleich ich jetzt schon "fürchte" käuflich tätig zu werden...

    Grüße aus der Nähe von Hamburg


    Norbert


    Das Beste in der Musik steht nicht in den Noten.

    Gustav Mahler


  • Diese Faust-Aufnahme der Welsh National Opera gehört zu meinen Lieblings-Aufnahmen der Oper.
    Sie entstand 1993 in Swansea/Wales und ist ziemlich vollständig auf 3 CDs (Ballettmusik als Appendix)


    Die Besetzung ist wirklich erstklasig, neben Samuel Ramey als Mephisto und den eben erwähnten Jerry Hadley und Cecilia Gasdia sind auch die kleineren Rollen sehr ordentlich besetzt, vor allen Dingen der von mir sehr geschätzte Bariton Alexandru Agache als Valentin, Brigitte Fassbaender als Marthe Schwertlein, Susanne Mentzer als Siebel.


    Chor und Orchester sind tadellos, Carlo Rizzi liefert ordentliche Arbeit ab (besser als seine Salzburger "Traviata").


    LG


    :hello:

    Harald


    Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
    (Vinícius de Moraes)

  • Danke auch Dir für Deine Einschätzung.

    Grüße aus der Nähe von Hamburg


    Norbert


    Das Beste in der Musik steht nicht in den Noten.

    Gustav Mahler


  • Zitat

    Original von Norbert
    Die schon öfter beschriebene Aufnahme mit Prêtre, Freni, Domingo und Ghiaurov ist inzwischen recht preiswert zu erstehen, weswegen ich spontan meine Sammlung bereicherte:



    Wie heißt es so schön? Der Bessere ist des Guten Feind.


    Angesichts des sehr hohen Standards, den ich durch die Gesangsleistungen meiner anderen Aufnahmen gewohnt bin (te Kanawa, Studer, de los Angeles als Marguerite, Arazia, Leech und Gedda als Faust und van Dam, Ghiaurov (1966) und Ramey als Méphistophélès), kann ich eine leichte Enttäuschung nicht verbergen.


    Giselher hat bereits auf den Versimo-Stil Domingos hingewiesen. Dieser ist Geschmackssache.
    Nicht nur Geschmackssache ist es imo, wenn Domingo ausgesprochen wortundeutlich und unidiomatisch singt. Gestalterisch hingegen weiß er durch Temperament und Hingabe zu gefallen.


    Ghiaurov besaß leider nicht mehr die reichen stimmlichen Mittel der früheren Aufnahme. Sein Baß klang leider nicht mehr so flexibel, stattdessen stellenweise etwas fahl.


    Mirella Freni schätze ich sehr. In der Marguerite schien sie für mich aber nicht ihre Glanzrolle zu besetzen. Die drei oben genannten Damen gefallen mir mit ihren anmutigeren Vortrag eher als Frau Freni.


    Ein großes Plus gibt es übrigens für den sehr kernigen und wortdeutlichen Valentin von Thomas Allen. Für mich (neben dem italienisch singenden Ettore Bastianini) die bisher stärkste Rollengestaltung, die ich auf CD kenne.

    Grüße aus der Nähe von Hamburg


    Norbert


    Das Beste in der Musik steht nicht in den Noten.

    Gustav Mahler


  • Meine Lieben,



    Live-Aufnahme 1953
    Joschi hat diese Aufnahme mit Einschränkungen empfohlen; ich empfinde sie recht germischt.


    Sie klingt trotz der Sprache, die von den Mitwirkenden in unterschiedlichem Maß beherrscht wird, reichlich unfranzösisch. Die Bläser erinnern ein paarmal an eine Kapelle, die auf den Straßen von New Orleans marschiert und das erste Mal Gounod spielt.
    Der Dirigent, Walter Herbert, scheint mir aber gut. Er liebt es eher langsam, aber beherrscht die Bögen. Solange er nur mit dem Orchester zu tun hat, geht es ganz gut (mit Ausnahme, aber auch mit ein berückenden Passagen). Wenn sich aber der Chor einmischt, wird es haarig. Dem war vielleicht die Sicht auf den Dirigenten verstellt, und gesungen wird recht unterirdisch.


    Richard Tucker als Faust läßt sein prachtvolles Organ ertönen und produziert Verdiklänge, was hier nicht ganz am Platz ist, sich aber trotzdem schön anhört.
    Victoria de los Angeles, die ich sonst bekanntlich anbete, bezaubert als Marguérite weniger als sonst, wirkt anfangs eher gehemmt und mit dunkler Färbung fast zu wenig jung. Natürlich singt sie trotzdem beachtlich, aber doch unter ihrem sonstigen Niveau.
    Nicola Moscona, ein geborener Grieche und langjähriger Met-Star, war ein herrlicher Basso cantante. Als Méphistophélès ist er eher eine Notlösung, denn das Dämonisch-Böse kriegt er nur sehr künstlich hin. Er produziert zwar edle Töne, aber man wünscht sich eine tüchtige Prise Boris Christoff hinein.
    Der Valentin (Henri Noel) langt für die Provinz, die Marthe ist gut, Cecilia Ward als Siebel dagegen nicht überzeugend.


    Mag sein, daß hier zu wenig geprobt werden konnte und das Ensemble noch zu wenig aufeinander abgestimmt war.


    Die Tonqualität geht an, die Nebengeräusche halten sich in Grenzen. Für einen illegalen Mitschnitt recht gut, für bessere Ansprüche nicht ganz ausreichend.


    LG


    Waldi

  • Also die Rizzi-Einspielung finde ich persönlcih ziemlich lahm. Samuel Ramey als Mephisto ist zwar wirklich ein Genuss, aber es gibt bessere Aufnahmen mit Teufeln der gleichen Klasse. Hadley ist in Ordnung, während mir die Gasdia zu blass bleibt. Schrecklich ist Agache als Valentin, der kaum zu einer wirklichen Gesangslinie findet und viel zu grobschlächtig ist. Carlo rizzis Dirigat reißt mich auch nicht vom Hocker.
    Sicher keine Alternative gegenüber der schon oft erwähnten guten Konkurrenz durch Petre und Plasson.

  • Hallo zusammen,


    ich habe am Wochenende zwei Fäuste mit Cluytens und Cleva gehört:



    Die Titelrolle ist in beiden Aufnahmen sehr gut besetzt, Björling ist natürlich grandios ... ich mag diese Stimme ... Gedda lässt mich manchmal eher kalt.


    Was mich hier zum Schreiben gebracht hat: Boris Christoff hat mich in der Cluytens-Aufnahme sehr enttäuscht. Es wirkte auf mich richtig billig, à la "ich wär so gerne ein richtiger Bösewicht". Da ich Christoff etwa als Boris Godumow oder Filippo II. sehr schätze, hat mich dies schon ein wenig gewundert. - Um Klassen besser: Siepi im Met-Mitschnitt. Der spielt tatsächlich den Gentilhomme, als welcher Mephistophélès sich einführt.


    Da die Cluytens-Aufnahme nicht ganz unbekannt ist: Wie findet Ihr Christoff in dieser Aufnahme?

  • Faust
    (Margarete),
    Oper in 5 Akten (9 Bilder)
    von Charles Gounod.
    Text von Jules Barbier und Michel Carré nach Goethes Faust (1. Teil, 1808).
    Uraufführung: 19.3.1859 Paris, Théâtre Lyrique,
    mit Marie Miolan-Carvalho • Joseph Barbot • Amélie Faivre • Osmond Reynald • Mathieu- Émile Balanque • Mme. Duclos • Cibot,
    Dirig. Louis- Michel Deloffre.


    - Erstaufführung der Neufassung: 3.3.1869 Paris, Opéra (Salle Rue Le Peletier).



    LG

    Harald


    Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
    (Vinícius de Moraes)

  • Danke, Harald, für das Hochholen dieser interessanten Rubrik, die ich gerade mal durchgegangen bin. Dabei ist mir aufgefallen, dass zwei meiner Lieblingsaufnahmen noch nicht vorgekommen sind. Dafür gibt es zwar Gründe, aber eher aus dem außerkünstlerischen Bereich.


    Meine Lieblingsaufnahme von dieser Oper ist zwar bei Suprahon auf LP erschienen, aber wohl leider nie auf CD - d.h.: jetzt habe ich doch noch ein Cover einer CD-Ausgabe des Labels Opus gefunden.
    Magdalena Hajossyova ist eine hinreißende Marguerite, Peter Dvorsky ein excellenter Faust und Sergej Kopcak ein machtvoller Mephisto, die Aufnahme unter Ondrej Lenárd lässt m.E. keine Wünsche offen, sondern erfüllt viele.



    Für alle, die die wunderbare lyrische Sopranistin Magdalena Hajossyova nicht kennen sollten, gibt es hier eine Kostprobe, wenn auch nicht aus "Faust", sondern aus "Don Giovanni":



    Die zweite "Faust"-Aufnahme, die mir wichtig ist, ist eine in deutscher Sprache, unter dem lange in Deutschland gebräulichen Titel "Margarethe":



    Unter der Leitung keines Geringeren als Herbert Kegel singen seine damalige Gattin Celestina Casapietra die Margarethe (mir persönlich gefällt die Hajossyova in dieser Rolle deutlich besser) und Peter Schreier den Faust, der ihm natürlich nicht so ideal liegt wie Bach oder Mozart. Was mir persönlich die Aufnahme trotzdem so wichtig macht, ist mein live erlebter Lieblings-Bassist Siegfried Vogel als Mephisto - eine der leider (viel zu) wenigen großen Rollen, die er offiziell eingespielt hat, und er ist in großer Form, obwohl er diese Rolle meines Wissens nie auf der Bühne gesungen hat, zumindest nicht an seinem Stammhaus, der Deutschen Staatsoper Berlin.


    Es gibt leider nur einen Opernquerschnitt davon zu erwerben, der aber trotzdem lohnt, nicht nur wegen Vogel, sondern auch wegen der tollen Chöre! Es wurde auch eine Gesamtaufnahme produziert, die aber leider nicht offiziell im Handel erhältlich ist.

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

  • Schön, dass Du das Thema weiterführst!
    Die 4-LP-Box aus Bratislava hatte ich einst auch, bei irgendeinem Antiquariat gebraucht gekauft und in eher schlechtem Zustand. Als ich später die CDs im opus-Katalog entdeckte, kam sie sofort auf meine Wunschliste, habe sie aber nie bekommen und irgendwann vergessen, obwohl ich Dvorsky-Fan bin.


    Die DDR-Aufnahme mit dem deutschsprachigen Querschnitt hatte es im Westen seinerzeit schwer, da fast zeitgleich (1974) bei Elektrola ein Querschnitt mit Edda Moser, Nicolai Gedda und Kurt Moll herauskam.



    Dann gab es ja noch bei Philips den Querschnitt mit Kozub und Crass:



    Insofern bemerkenswert, dass Ernst Kozub da sowohl den Faust als auch die Bariton-Partie des Valentin übernahm.


    LG

    Harald


    Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
    (Vinícius de Moraes)

  • Die DDR-Aufnahme mit dem deutschsprachigen Querschnitt hatte es im Westen seinerzeit schwer, da fast zeitgleich (1974) bei Elektrola ein Querschnitt mit Edda Moser, Nicolai Gedda und Kurt Moll herauskam.

    Diese Aufnahme kenne ich nicht und kann sie daher nicht beurteilen, auch nicht, ob Frau Moser oder Frau Casapietra besser ist (für ideal für diese Rolle geeignet erachte ich beide nicht), abar sicher liegt der Faust Gedda mehr als Schreier. Das Spanndende an der Kegel-Aufnahme ist aber, dass eben nicht nur ein Querschnittproduziert wurde, sondern eine Gesamtaufnahme entstand!

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"