Kleine und größere Klavierstücke bekannter und unbekannter(?) Meister

  • Robert Schumann und Felix Mendelssohn Bartholdy haben ihn geschätzt, im Musikleben seiner Zeit hat er eine nicht unbedeutende Rolle gespielt: Ferdinand Hiller (1811-1885) Heute ist er indes weitgehend vergessen. Die verdienstvolle Edition von cpo versucht den ein wenig entgegenzusteuern. Hier eine Aufnahme mit Klaviersonate, Klavierstücken und sogenannten Ghaseles, was auf eine alte lyrische Gedichtform anspielt Man könnte schreiben, Hillers Miniaturen brauchen sich vor jenen seiner berühmten Kollegen nicht zu verstecken - aber das träfe am Ziel vorbei, weil Hiller zu Lebzeiten ja ebenso berühmt war wie sie.....

    mit freundlichen Grüßen aus Wien
    Alfred

    Interpreten SIND Sklaven !

  • Hiller war zwar berühmt, allerdings vor allem als Virtuose und Pädagoge. Mit der Publikation seiner Werke hatte er leider zeitlebens Probleme. Die Werke auf dieser CD würden mich allerdings sehr interessieren.

  • Es war Mendelssohn, der sehr gut über ihn urteilte, in einem Lexikon aus 1905 war kritischeres zu lesen, nämlich, dass zwischen hervorragendem auch viel Mittelmaß zu finden sei, was stets dazu führe, dass mancher zu Lebzeiten sehr geschätzte Komponist, nach dessen Tod - wo der Einfluß der Persönlichkeit nicht mehr gegeben sei - relativ schnell vergessen werde.
    In der Tat ist es so, dass mir keines seiner an sich gefälligen Werke wirklich im Gedächtnis haften blieb - aber ich habe das meiste ja höchstens 2 Mal gehört. Die Frage ist, wie das bei Schubert und Schumann wäre, wenn man sie nicht immer wieder zu hören bekäme......(?)


    mir freundlichen Grüßen
    und Gute Nacht
    Alfred

    Interpreten SIND Sklaven !

  • Klavierstücke von Heinrich Schulz-Beuthen (1838-1915), einem heute fast völlig vergessenen Komponisten, der nicht mal einen eigenen deutschen Wikipedia-Eintrag sein eigen nennt. Geboren wurde er als Heinrich Schulz, der Zusatz Beuthen wurde erst nachträglich angefügt, um Schulz-Beuthen unverwechselbar zu machen.- Vergebliche Liebesmüh, wie es scheint. Ein Teil seiner Werke ist verschollen- vermutlich im 2. Weltkrieg verbrannt - aber einiges ist doch erhalten. Derzeit gibt es von diesem Komponisten lediglich 2 Cds im Angebot, wovon ich die abgebildete besitze. Sie ist eherer konservativ und klingt, als wären die Stücke 50 Jahre früher entstanden,im unmittelbarer Nachfolge von Franz Schubert und Robert Schumann. Franz Liszt war von ihnen begeistert, zeitgenössische Kritiker empfanden sie teilweise als "modern" Letzteres ist für mich überhaupt nicht nachvollziehbar......
    Persönlich gefielen mir die Werke auf Anhieb, besser als jene weiter oben ebenfalls von mir vorgestellten von Ferdinand Hiller.
    Man fragt sich vielleicht, wei es kommt, daß ein Komponist, der Gnade vor den Augen des berühmten Franz Liszt fand, so vergessen werden konnte. Dabei ist die Frage relativ einfach zu beantworten. Liszts Berühmtheit hält bis heute an - aber er ist eine lexikale Berühmtheit - wer hört heute noch seine Werke ???

    mit freundlichen Grüßen aus Wien
    Alfred Schmidt
    Tamino Klassikforum

    Interpreten SIND Sklaven !

  • Heute möchte ich ein ganz besonderes Gustostück vorstellen:
    Es handelt sich um eine Aufnahme der Klaviersonaten Nr 1 und 2 von Robert Fuchs mit den Opuszahlen 19 und 88.Eine dritte aus dem Jahre 1919 (op 109) ist leider nicht verfügbar. Hier sind wir schon bei einem schwachen Punkt angelangt: Mindestens 112 Werke mit Opuszahl hat Fuchs komponiiert, davon zahlreiches für Soloklavier - aber das wenigste davon wurde aufgenommen. Daher muß ich meinem Wunsch, ihm einen eigenen Thread seiner Klavierwerke zu widmen vorerst entsagen und weise hier formlos auf seine 2 verfügbaren Klaviersonaten hin.
    Im Beiheft wird im Bezug auf die Klaviersonate Nr. 1 - sie stammt aus dem Jahre 1877 - auf die Ähnlichkeit mit Schuberts Stil hingewesen. Das stimmt meiner Meinung nach nur insofern, als der Eindruck, den diese Sonate hinterlässt ebenfalls ein klassisch-romantisch kantabler ist. Sie ist indes extrovertierter, signifikant leichter im Gesamteindruck und hat - bei aller Tonschönheit (die ich sehr schätze) weniger Tiefgang und setzt manchmal doch auf Publikumswirksamkeit.


    Die zweite Sonate ist etwas komplexer - Fuchs hat aber - obwohl 33 Jahre später komponiert - seinen Stil kaum verändert, also keine wirkliche Entwicklung durchgemacht, die Sonate war 1910, im Jahr ihres Erscheinen - bereits als rückwärtsgewamdt anzusehen.


    Sollten in den nächsten Jahre Veröffentlichungen von Fuchs' Klaviermusik es ermöglichen, dann werde ich einen eigenen Thread dazu starten und diesen Beitrag dazu herauslösen.


    Die Zeitschrift "The Gramophone" schrieb anlässlich der Erstveröffentlichung der abgebildeten Marco-Polo CD:


    "Daniel Blumenthal erweist sich wieder einmal als wahrer Meister und Anwalt zu Unrecht vernachlässigten Repertoires. Allen Hörern mit Sinn für Ungewöhnliches sei diese Platte dringend empfohlen."


    Diesem Statement kann ich mich bedenkenlos anschliessen - ohne etwas hinzuzzufügen


    mfg aus Wien
    Alfred

    Interpreten SIND Sklaven !

  • Hallo Taminos,
    auch ich möchte diesen Thread nutzen, um Euch kleine Klavierstücke vorzustellen ( ich wundere mich, dass Du Alfred eine Sonate zu den kleinen Stücken zählst... ). Mal wieder handelt es sich um meinen Lieblingskomponisten Ludolf Nielsen (1876-1939), der ganz im Manier der Kinderszenen Schumanns, zwei Hefte Noveletter komponierte, die 1908 als op. 21 bei Wilhelm Hansen veröffentlich wurden. Diese sind sehr einfach gehalten, ganz bewusst, denn die Stücke sind seinen geliebten Nichten und Neffen gewidmet, die diese Stücke auch selber spielen sollten und spielten. Dementsprechend malen die kleinen Werke Kinderszenen vor den Ohren des Hörers.


    Die Stücke auf Heft I tragen die Titel:
    Godmorgen - Guten Morgen
    Bedstemor fortæller - Großmutters Geschichte
    Gyngehesten - Schaukelpferd


    Heft II:
    Paa legepladsen - Auf dem Spielplatz
    Polichinel - Pulcinella
    Godnat
    - Gute Nacht


    Am liebsten spiele ich das Schaukelpferd, welches mit seinem witzigen hin und er in der Melodie das Wippen authentisch darstellt, sowie Godnat, ein wirklich romantisches Schlafliedchen mit skandinavischen Touch.


    Lediglich vom Heft II gibt es eine Aufnahme zu erwerben, die ich aber, wie ich an anderer Stelle bereits erwähnte recht uninspiriert finde.
    Daher möchte ich auch auf meine, vor wenigen Tagen ( nicht umbedingt bessere ) Version der beiden Hefte hinweisen.


    Beste Grüße
    Christian



  • Da Christian Biskup zu recht beanstandet hat, daß Klaviersonaten keine "kleinen Klavierstücke" sind - habe ich den Threadtitel entsprechend modifiziert. Aber besonders bei Komponisten, wo nur eine oder zwei Aufnahmen für Klavier Solo existieren, werden oft größere und kleinere Klavierstücke miteinander auf einer CD untergebracht. So auch im Falle von Ignaz Moscheles (1794-1870). Allerdings ist die kleinere der auf der gezeigten CD enthaltenen Sonaten, lediglich ca 9 Minuten lang...
    Zwei Rondos, zwei Fantasien, ein Nocturne und ein nicht näher definiertes Stück runden den Inhalt der Veröffentlichung ab.
    Moscheles war zu Lebzeiten hoch angesehen, studierte bei Albrechtsberger und Salieri und war mit Beethoven und Mendelssohn befreundet. Er galt als einer der besten Klaviervirtuosen seiner Zeit. Heute ist er weitgehend in Vergessenheit geraten, seine Werke entsprechen nicht mehr dem Zeitgeschmack und werden nur mehr selten gespielt. Sie sind eher angenehm zu hören als revolutionär oder beeindruckend. Die hier gezeigte Aufnahme wurde mit einem Erard Flügel "Grand Piano du Concert" aus dem Jahre 1844 gemacht, wie Moscheles selber einen besaß. Er hatte ihn von Erard, mit dem er ebenfalls persönlich bekannt war als Geschenk erhalten. Die CD ist - nicht nur ihres Preise von derzeit 3.99 Euro ein Muß für jeden , der Klavierstücke des 19. Jahrhunderts und/oder historische Klaviere schätzt.......

    mit freundlichen Grüßen aus Wien
    Alfred

    Interpreten SIND Sklaven !

  • Scheinbar interessieren sich heutzutage nicht sehr viele Leute für kleinere Klavierstücke, aber dennoch gibt es glücklicherweise zahlreiche Aufnahmen. Hier nun wieder ein in unseren Breiten völlig unbekannter Komponist: Johann es Fuss bzw Janos Fusz (1777-1819) Die hier gezeigte Aufnahme enthält Variationen, Deutsche Tänze, Ländler, Märsche etc. Anikó Horváth spielt auf einem Nachbau eines Hammerflügels von Anton Walter.
    Angenehme Unterhaltungsmusik des späten 18. und frühen 19. Jahrhunderts....

    mit freundlichen Grüßen aus Wien
    Alfred

    Interpreten SIND Sklaven !

  • Er galt als einer der besten Klaviervirtuosen seiner Zeit. Heute ist er weitgehend in Vergessenheit geraten, seine Werke entsprechen nicht mehr dem Zeitgeschmack und werden nur mehr selten gespielt.


    Interessante Formulierung. Welche musikalischen Werke von sagen wir einmal vor 1900 entsprechen dem "musikalischen Zeitgeschmack"?

    Ciao


    Von Herzen - Möge es wieder - Zu Herzen gehn!




  • Interessante Formulierung. Welche musikalischen Werke von sagen wir einmal vor 1900 entsprechen dem "musikalischen Zeitgeschmack"?


    Wenn ich nicht wüsst´, dass der Washietl von der Presse vor einigen Jahren verstorben ist, hätte ich geglaubt, Deine wahre Identität endlich gefunden zu haben ;) .


    Ich meine wiederum, dass die Gerüchte über das angebliche Ableben des Dr. Engelbert Washietl maßlos übertreiben... ;)

  • Zitat

    Interessante Formulierung. Welche musikalischen Werke von sagen wir einmal vor 1900 entsprechen dem "musikalischen Zeitgeschmack"?


    Beispielsweise Beethovens Klaviersonaten ....
    --------------------------------------------------------


    Ein weiterer Komponist, dessen Klavierwerke hier kurz gestreift werden sollen ist Wilhelm Peterson Berger (1867-1942).
    Im Gegensatz zu seinen Sinfonien, die doch - bei aller Tonalität - ein wenig Kinder des frühen 20. Jahrhunderts sind - geben sich die Klavierstücke des Zyklus "Frösöblomster eher luftig leicht, gefällig und nicht allzu anspruchsvoll. Auf den Zyklus wurde bereits im Thread
    Wilhelm Peterson-Berger - der Schwedische Nationalkomponist
    hingewiesen...

    mfg aus Wien
    Alfred

    Interpreten SIND Sklaven !


  • Weiter geht es mit diesem Quasi-Einmann-Thread - aber mehr als 6500 Seitenaufrufe im Laufe der Jahre bekunden doch ein gewisses - wenn auch bescheidenes - Interesse an diesem Genre.
    Die abgebildete CD ist Teil einer einst 4 CDs umfassenden Edition, wobei Folge 3 aus unerfindlichen Gründen nicht mehr lieferbar ist. Prinzipiell handelt es sich um eine Originalaufnahme von Collins Classics, welche, nachdem Collins seine Aktivitäten beenden musste von Hyperion/helios übernommen wurde.
    Xaver Scharwenka (1850-1924) ein Schüler von Theodor Kullak war zu Lebzeiten ausserordentlich berühmt, und zwar als Pianist, Komponist, Dirigent und Musikpädagoge. Der berühmte Wiener Kritiker Eduard Hanslick rühmte sein "Klavierspiel, frei von jeglicher Scharlatanerie", die Opuszahlen belaufen sich an die 90. Im bereiche des Soloklaviers schrieb Scharwenka zahlreiche Werke, darunter polnische Tänze und Sonaten. Der Stil ist eher konservativ, der Tradition des 19. Jahrhunderts verwurzelt.

    mit freundlichen Grüßen aus Wien
    Alfred

    Interpreten SIND Sklaven !


  • Bedauerlicherweise gibt es von Robert Volkmann (1815-1883) zu wenig Klavierwerke - und schon gar nicht auf Tonträger, daß man diesem Genre einen eigenen Thread widmen könnte. Dennoch ein interessantes Gebiet. Franz Liszt äusserte sein Bedauern darüber , daß Volkmann eigentlich so wenig komponiert habe. Dem kann man sich eigentlich nur anschliessen.Von Volkmann gibt es lediglich 2 CDs mit Werken für Klavier solo am Markt, und ich bezweifle , daß er wesentlich mehr geschrieben hat. Beide sind auf Hungaroton erschienen - Volkmann lebte viele Jahre in Budapest - und ist auch dort gestorben.Auf der abgebildeten CD finden sich einige Charakterstücke und die "ungarischen Lieder" op 20. Ich finde, daß Volkmann sich hier durchaus mit den ganz Großen messen kann, die Werke sind sehr prägnant. Ursprünglich war ich beim Hören der CD der Auffassung, es herrsche ein sehr bestimmter, heiterer Grundton - Aber ich wurde eines Besseren belehrt, als ich - das letzte Stück auf der Einspielung, "Au tombeau du Comte Szechenyi" op 41 hörte. - In jedem Falle sind Volkmanns Klavierwerke eine Bereicherung des Repertoires.

    mit freundlichen Grüßen aus Wien
    Alfred

    Interpreten SIND Sklaven !


  • Diese CD ist eine veritable Entdeckung. Der Mitzwanziger Allessandro Deljavan spielt mit Delikatesse und Sinn für Klangfarben Klavierstücke des heute beinahe vergessenen französischen Komponisten Benjamin Godard (1849-1895), die ihrerseits wahre Kabinettstückchen sind. Da gibt es nichts Belangloses - alles ist fein durchdacht und ausgehört. Godards geringer Bekanntheitsgrad geht vermutlich auf seinen frühen Tod - er starb an Tuberkulose - zurück.
    Die Aufnahme sollte jeder Liebhaber von "Klavierminiaturen" in seiner Sammlung haben.

    mit freundlichen Grüßen aus Wien
    Alfred

    Interpreten SIND Sklaven !


  • Und hier ein weiterer fast vergessener Komponist, der Schumann Freund Ludwig Schuncke. Damit er nicht erneut vergessen wird habe ich seinen Namen und die bislang einzige CD mit Werken von ihm mehrfach in den geeigneten Threads positioniert. Schunke wurde zu Lebzeiten im Kreis von Schumann, Mendelssohn, aber auch von Chopin sehr geschätzt, ja sogar als "musikalisches Genie" gehandelt. Leider starb er im jugendlichen Alter an Tuberkulose. Oft herrschen unter Klassikliebhabern bein CD-Kauf gewisse Vorbehalte gegenüber unbekannten Komponisten. Hier schaffen die Möglichkeit in einzelnen Tracks hineinzuhören, einerseits, und die moderate Preisgestaltung von Brilliant Classics andrerseits, Abhilfe...

    mfg aus Wien
    Alfred

    Interpreten SIND Sklaven !

  • ERgänzung und Nachtrag zu Beitrag Nr 46: Ludwig Schuncke.
    Ich habe mir heute die im obigen Beitrag vorgestellte CD mit den Werken


    Grande Sonata in g-minor op 3
    Divertissiment brillant sur des motifs allemands in B-flot op 12
    Caprice Nr 1 in C-op 9
    Caprice Nr 2 in c-minor op 10
    Rondeau brillant in e-flatt op 11
    Rondeau in D op 15
    Air suisse varié


    komplett angehört. Meine persönliche Einschätzung divergiert teilweise von jener die ich im - übrigen sorfältig recherchierten Booklet fand. So konnte mich die gelobte Klaviersonate beispielsweise nicht begeistern, indes fand ich Vergügen an manch kleinerem Stück, welches als "Weder besonders brilliant, noch innovativ" bezeichnet wurde und der Salonmusik zugeordnet wurde. In der Tat fand ich Anklänge an Chopin, wobei aber eine - aus meiner Sicht - eigenwillige eigne Tonsprache nicht zu überhören ist.
    Der Klavierklang der Aufnahme ist meiner Meinung nach nicht optimal, aber brauchbar.


    mit freundlichen Grüßen aus Wien
    Alfred

    Interpreten SIND Sklaven !


  • Man sollte kaum glaubem wie viele Werke weitgehend unbekannter Komponisten des 18. und 19 Jahrhunderts noch in den Archiven schlummern. Edward Loder (1809-1865) ist einer von ihnen. Er entstammte einer Musikerfamilie, Sowohl der Großvater, der Vater und sein Zwillingsbuder, John Fawcett Loder (1809–1853) waren Violinisten, sein jüngerer Bruder war Cellist, und außerdem waren einige der Ehefrauen des männlichen Teils der Familie Sängerinnen. Man könnte als mit Fug und Recht von einer regelrechten Musikerdynastie sprechen. Umso verwunderlicher, daß es nicht mal einen Eintrag in der deutschsprachigen WIKIpedia gibt. Mindestens 2 Jahr seiner Jugend verbrachte Loder in Deutschland, wo er bei einem Freund seines Vaters, Ferdinand Ries, Stunden nahm. Dieser unternahm allerdings nichts um die Karriere seines Schülers zu förden, ihn bekannt zu mache etc. Er wird schon gewusst haben warum....
    Dier hier vorgestellte CD enthält durchwegs gefällige Klavierwerke (Salonmusik?) wie sie zu Loders Lebzeiten in Mode waren, sie sind durchwegs ohrwurmverdächtige Stücke, mehr auf Publikumswirksamkeit als auf Genialität hin getrimmt, perlend, eingängig und einschmeichelnd, gelegentlich auch brilliant.
    Aber er schrieb auch einige Opern, Streichquertette und zahlreiche Lieder - Die biographischen Angaben und jene über seine Werke sind leider äusserst mager.

    mit freundlichen Grüßen aus Wien
    Alfred

    Interpreten SIND Sklaven !


  • Giocchino Rossini (1792.1868) hat nach seinem Rückzug von der Welt der Opernbühne ins Privatleben seiner Pariser Wohnung sich zwei Dingen gewidmet: Dem Kochen und dem Komponieren kleiner Klavierstücke zu seinem Vergnügen.


    Paolo Giacometti hat schon eine Reihe dieser Klavierwerke herausgebracht.
    .

    Die Beschäftigung mit Musik, selber spielend, hörend, im Nachdenken über sie und in der Diskussion im Forum soll Freude bereiten.

    Den Bratschenklang liebe ich wie der anderer tief klingender Instrumente: Bariton-Saxophon, Bassklarinette, Fagott, Kontrabass spiele ich neben anderen selber. Schubert ist mein Lieblingskomponist. Musik geniesse ich.

    .


  • Eigentlich ist Dvorak ja vor allem durch seine Sinfonie "Aus der neuen Welt" und sein "amerikanisches Streichquartett" bekannt, aber man sollte nicht glauben wie viel er für Klavier Solo" komponiert hat. Die Stücke sind angenehm zu hören, und ich würde sie - soweit ich sie kenne - nicht hinter jene von Schumann und Mendelssohn stellen.
    Darüber kann man natürlich diskutieren, und die Gelegenheit wird es geben, sobald der neue Dvorak Thread von mir grestartet wurde. Derzeit hier lediglich eine Erinnerung an Dvorak als Komponist von Stücken für Klavier solo.......

    mit freundlichen Grüßen aus Wien
    Alfred

    Interpreten SIND Sklaven !


  • Nach Dvorak folgt ein weiterer "großer" Meister, noch dazu einer dessen Klaviersonaten die vermutlich einzigen sind, die sich mit jenen von Beethoven vergleichen lassen: Franz Schubert. Hier geht es aber eher um kleinere Werke für Klavier solo, um Charakterstücke, Miniaturen, Fantasien und Variationen, Tänze etc. etc....
    Vieles ist leider nur Fragment geblieben, Schubert hinterließ viel Unfertiges. Ein Trost mag sein, daß er es vermutlich auch nicht vollendet hätte, hätte er länger gelebt....
    Immerhin bleiben uns hier 4 CDs voll mit Musik vom Feinsten - kleine Werke eines großen Meisters - dargeboten vom italienischen Pianisten Alberto Miodini.

    mit freundlichen Grüßen aus Wien
    Alfred

    Interpreten SIND Sklaven !


  • Hallo,


    vor einigen Jahren habe ich als Programmergänzung ein Chorwerk von Mel Bonis mitgesungen, das ich aber weder auf YouTube noch als CD finde; es hat in der Harmonik starke Anklänge an Bruckner und kam bei den Zuhörern gut an.


    Nun habe ich diese CD und stelle fest, dass die meist kurzen Stücke keinen überragenden Tiefgang haben, aber die Musik durch die Überschriften der Stücke gut charakterisiert wird, bzw. die Musik die Überschriften verdeutlicht. Ich höre Ähnlichkeiten mit Chopin, Mendelssohn, Faure, Poulenc… ich habe mich mit den Stücken angefreundet und empfinde sie als sehr hörenswerte Musik.


    Bei Wikipedia gibt es einen Eintrag zu Mel Bonis, der gewisse (zeittypische) Ähnlichkeiten mit Fanny Hensel aufzeigt.


    Viele Grüße
    zweiterbass

    Wer die Musik sich erkiest, hat ein himmlisch Gut bekommen (gewonnen)... Eduard Mörike/Hugo Distler

  • Mit Freuden sehe ich, daß ich nicht mehr ganz alleine in diesem Thread bin.


    Heute möchte ich eine neu Aufnahme mit Werken von Stephen Heller vorstellen. Einiges, das ich vor Jahren empfohlen habe ist ja nun schon gestrichen. Für jene, denen Hellers Werk damals gefallen hat, und die gekauft haben, ist das belanglos, sie können nun bei Bedarf ihre Sammlung erweitern. Heller hätte eigentlich einen eigenen Thread verdient, ich habe bis zu 133 Opuszahlen gezählt, vermutlich gibt es mehr. Aber da nicht viel am Markt ist begnüge ich mich damit ihn in diesem Spezialthread für Stücke für Soloklavier gelegentlich zu erwähnen, Neuaufnahmen vorzustellen und auf Wiederveröffentlichungen - so welche kommen - hinzuweisen.


    Die heutige Neuvorstellung ist eine CD mit Variationen:
    Beethoven-Variationen op. 133
    Variations brillantes über ein polnisches Thema
    Paganini-Variationen op. 1


    Es spielt Biliana Tzinlikova, die wir bereits von der CD- Serie mit Klaviersonaten von Franz Anton Hoffmeister für das Label "Grand Piano" her kennen.



    mit freundlichen Grüßen aus wien
    Alfred

    Interpreten SIND Sklaven !


  • Eigentlich habe ich diese CD nur gekauft um Stoff für diesen thread zu haben, aber ich wurde reich belohnt dafür. Der heute kaum bekannte deutsche Komponist Eduard Marxsen (1806-1887), Lehrer von Johannes Brahms komponierte eine Menge Werke, mindestens 67 davon mit Opuszahl, darunter einige Sinfonien, wobei sich zwei an jeweils einem Satz einer Klaviersonate von Beethoven und Schubert orientierten, bzw. Themen daraus verarbeitet wurden.
    Die Werk für Klavier Solo sind durchwegs eingängig und brilliant und wissen zu gefallen. Dafür wurden sie auch angelegt.
    Hier auf dieser CD sind unter anderem zwei Stücke mit jeweils 12 Variationen über ein finnisches, bzw altdeutsches Volkslied enthalten (op 67 Nr 1 und 2), ein Lied ohne Worte, sowie eine etwa 6 Minuten dauernde Klaviersonate op 8. enthalten. Auch ein "Lied ohne Worte"(op 37) darf nicht fehlen. - Sehr hörenswert!!!

    mit freundlichen Grüßen aus Wien
    Alfred

    Interpreten SIND Sklaven !


  • Diese wunderbare CD mit diversen Miniaturen und der Klaviersonate op 21 ist leider schon aus dem Katalog genomme, ich kann Euch nur bedauern. eigentlich habe ich die CD seinerzeit nur erworben um mir ein Bild über den Komponisten Jan Paderewsky zu machen, bzw eine Repertoirelücke zu verkleinern (nicht zu schliessen, denn der Mann hat ja auch Opern geschrieben !!) So lag das gute Sück lieblos 2 oder 3 Jahre ungehört untern den "Neuerwerbungen" Heute - eher durch Zufall landete dies CD in meinem Player. Und ich bin begeistert. Die (mir bislang) unbekannte Pianistin Sang Mi Chung spielt Paderewskys Kompositionen für Klavier solo mit Delikatesse und auch Brilliant und Feuer- wo erforderlich. Die Tontechnik ist superb...

    mfg aus Wien
    Alfred

    clck 9312

    Interpreten SIND Sklaven !

  • Da du hier gerade en Komponisten Ignaz Jan Paderewski vorgestellt hast, lieber Alfred, möchte ich noch mal an diese CD mit dem Pianisten Paderewski erinnern, auf der am Schluss ein Stück des Pianisten, Komponisten un d Dirigenten Ernest Schelling (* 26. Juli 1878 -- + 8. 12. 1939) ist mit dfem Titel "Nocturne (Ragusa)":



    Die Nocturne gefällt mir auf das erste Hören sehr gut und ist von der Tochntechnik her auch ganz ausgezeichnet.


    Schelling erhielt den ersten Musikunterricht von seinem Vater und hatte seinen ersten Auftritt als Pianist im Alter von vier Jahren in Philadelphia. Mit sieben Jahren setzte er seine musikalische Ausbildung in Paris fort. Als Zwanzigjähriger wurde er der Schüler Ignacy Paderewskis. Mit Beginn des 20. Jahrhunderts führte ihn eine Tournee durch Europa, Nord- und Südamerika, die seinen Ruf als Pianist begründete. Er wurde Hofmusiker der Gräfin zu Mecklenburg-Schwerin und begann in dieser Zeit zu komponieren.


    1917 ging er zur United States Army Intelligence und diente während des Ersten Weltkriegs. Er erhielt hohe militärische Auszeichnungen und schied bei Kriegsende im Rang eines Majors aus dem Dienst.


    Ab 1924 dirigierte er die „Young People’s Concerts“, die Kinderkonzerte der New Yorker Philharmoniker. Diese große Aufgabe sollte sein ganzes weiteres Leben bestimmen. Die Konzerte waren eine Kombination von Vorträgen, Dias und Beispiele des Orchesters, die Kindern das Verstehen und die Liebe zur Musik näher bringen sollten. Er zog damit durch ganz Amerika von Philadelphia nach Los Angeles bis nach London und Rotterdam.


    Von 1936 bis 1938 war Schelling außerdem Musikdirektor des Baltimore Symphony Orchestra.


    Schelling organisierte Benefiz-Veranstaltungen für Komponisten, arbeitete für den “Muscians Relief Fund” (Notleidende Musiker) und war Präsident der Edward MacDowell Association. Er setzte sich für das Bekanntwerden amerikanischer Musik in Europa ein. Anderseits half er, viele europäische Musiker nach Amerika zu holen, so z. B. Enrique Granados, den er unter seine Fittiche nahm.


    Liebe Grüße


    Willi


    https://de.wikipedia.org/wiki/Ernest_Schelling

    1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
    2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).


  • Der Name Ricordi dürfte wohl jedem Musikfreund geläufig sein, war doch Ricordi der Verleger Giuseppe Verdis. Weniger bekannt dürfte sein, dass Giulio Ricordi (1840-1912), der Enkel des Firmengründers nicht nur in die Fußstapfen seines Großvaters trat sondern auch als Autor, Maler und Komponist hervortrat. Hier zeige ich nun eine CD mit Werken für 4 Hände. An sich eine Mischung aus klassischer und Salonmusik.
    Der Stil ist nicht vergleichbar, weil Ricordi einen IMO völlig anderen Stil pflegt, als dies bei Salonmusik sonst üblich ist.

    mfg Grüßen aus Wien
    Alfred

    Interpreten SIND Sklaven !


  • Eyvind Alnaes (1872-1932) war zu Lebzeiten vor allem durch seine Lieder bekannt. Hier finden wir seine Stücke für Klavier solo.
    Sehr angenehm zu hören ohne jeglichen Hauch von Moderne, insbesondere bei den 10 Stücken, basierend auf Norwegischen Volksliedern würde man das Geburtsjahr des Komponisten auf ca 50 Jahre früher einschätzen. Mein Favorit ist übrigens das Ohwurmstück Track Nr 5.........


    mit freundlichen Grüßen aus Wien
    Alfred

    Interpreten SIND Sklaven !

  • Giocchino Rossini (1792.1868) hat nach seinem Rückzug von der Welt der Opernbühne ins Privatleben seiner Pariser Wohnung sich zwei Dingen gewidmet: Dem Kochen und dem Komponieren kleiner Klavierstücke zu seinem Vergnügen.


    Paolo Giacometti hat schon eine Reihe dieser Klavierwerke herausgebracht.


    Nicht nur Paolo Giacometti hat sich mit Rossini beschäftigt, sondern auch


    1) Alessandro Marangoni (Klavier)




    2) Marco Sollini




    3) Stefan Irmer, Piano (gefällt mir bis jetzt am Besten)


    Einer der erhabensten Zwecke der Tonkunst ist die Ausbreitung der Religion und die Beförderung und Erbauung unsterblicher Seelen. (Carl Philipp Emanuel Bach)


  • Hörenswerte Klavierwerke eines hierzulande beinahe unbekannten Komponisten (der nicht nur Klavierwerke geschrieben hat). „Was Brahms für die ungarische, Dvorak für die böhmische und Grieg für die norwegische Volksmusik getan hat, habe ich für diese ‚Negro Melodies‘ versucht.“
    Heute ist man - zumindest bei Wikipedia - der Auffassung, daß Dvorak es war, der den größten musikalischen Einfluß auf Samuel Coleridge-Taylor (1875-1912) hatte.


    Wer diese CD erwerben will muß sich auf eine Wartezeit von mindestens 4 Wochen gefasst machen (das wird schon vorher angekündigt). Als Label wird "METROPOLIS" angegeben - aber daneben prangt auch noch ein zweites Logo - "NAXOS" steht dort unmissverständlich, die optische Gestaltung dürfte indes in den Händen des Ursprungslabels liegen.


    mit freundlichen Grüßen aus Wien
    Alfred

    Interpreten SIND Sklaven !


  • Vermutlich werden wir den Klavierwerken von Mily Balakirew in absehbarer Zeit einen neuen Thread widmen, wo wir ihnen mehr Aufmerksamkeit zuwenden können, als dies hier der Fall ist. Andrerseits gehört er aber hier erwähnt. Die Werke sind unterschiedlich von ihrer Spieldauer her und auch von der Bedeutung. Auf der abgebildeten - sehr preiswerten - 6CD-Box spielt Alexander Paley alle Klavierstücke für Solo-Piano, Fantasien, Mazurkas, Walzer, Scherzos, Transkriptionen und sogar Klaviersonaten. Balakirewa berühmtestes Stück "Islamey", eine "orientalische Fantasie" ist zugleich auch das Schwierigste, der Überlieferung zufolge reichten die pianistischen Fähigkeiten des Komponisten nicht aus um es einwandfrei zu spielen.....

    mit freundlichen Grüßen aus Wien
    Alfred

    Interpreten SIND Sklaven !