Kleine und größere Klavierstücke bekannter und unbekannter(?) Meister


  • Hier einige weitere Perlen aus der fast unendlichen Kette von Werken für Klavier Solo. Klavier war ein sehr beliebtes Instrument, da es sehr viele Ansprüche erfüllte, einerseits als Konzertinstrument zur Befriedigung der Selbstdarstelleung von Pianisten als Virtuose, aber gleichzeitig auch für den (gehobenen) Anspruch daheim. Klavierunterricht war besonders bei "höheren Töchtern" beinahe obligat, und so konnte man sich auch die bekanntesten Opernmelodien (und anderes natürlich auch) quasi im Taschenformat (gemeint ist hier der Klavierauszug, bzw die Transkription) ins Haus holen. etwas, das durch die Erfindung der Schallplatte weitgehend überflüssig geworden ist.
    Hier dann aber eine DoppelCD mit Klaviertranskriptionen von Moritz Moszkowski (1854-1925) Über Werke von Brahms, Mozart, Beethoven, Mendelssohn und Chopin, sowie auf CD 2 über bekannte Stellen aus berühmten Opern.

    mfg aus Wien
    Alfred

    Interpreten SIND Sklaven !

  • Kate Loder hat das bei einigen von uns herrschende Vorurteil zerstört, wonach ALLE weiblichen Komponisten in "Reclams Komponistenlexikon" enthalten seen. Hier herrscht Fehlanzeige. UNERHÖRT !!
    Es gibt auch keinen deuschen WIKIPEDIA Eintrag, lediglich einen englischen und französischen.
    Irgendwann begann ich san Verständnis für die Autoren zu entwockeln, als ich in die CD hineinhörte. Wenn man den Lebenslauf der Komponisten liest, dan getraut man sichgar nicht irgendwelche Kritik zu äussern, die Familie der Loder schon ganz England musikalisch zu beherrschen, vergleichbar nur etw in Deutschland mit Bach :hahahaha: In Beitrag 48 dieses Threads habe ich übrigens Edwad Loder vorgestellt, einen ebenfalls komponierenden Cousin der Komponistin und Pianistin, deren Kraft von Zeitgenossen gerühm wurde. Hier widerspreche ich nicht, denn teilweise hört sich (für mich) ihre Musik an, wie ein Scarlatti des 19. Jahrhunderts, gepielt mit der Pranke eines Haudrauf-Virtuosen, alles in rasantem Tempo.
    Der geneigte Kenner wird sicher schon bemerkt haben, daß Frau Loder nicht den Vorzug geniesst sich in meiner Gunst zu sonnen. aBer das hat sie auch nicht nötig:
    Hier - auf dieser Seite - kann ihr Recht widerfahren, das ihr scheinbar von allen anderen Seiten versagt wird. Da wird dann auch sehr schnell der Eindruck zerstreut, die Loders wären eine einflußreiche Familie gewesen, die ihre Mitgliedern die besten Studienplätze ermöglicht hat, und auch anschliessend für diverse Professuren und Auftrittsmöglchkeiten gesorgt habe. Nein sie war einfach ein Naturgenie. Nur schade, daß man als Nachgeborener davon kaum was hören kann.


    http://www.sophie-drinker-inst…/cms/index.php/loder-kate


    mit freundlichen Grüßen aus Wien
    Alfred

    Interpreten SIND Sklaven !

  • Arenskys 5 Suiten für 2 Klaviere entstanden nich aus einem Guss, sen wurden zwischen 1890 und1903 komponiert. Ich gestehe, daß ich sie ursprünglich zwar für schöne Musik, aber ohne tiefere Bedeutung gehalten habe, aber nach längerm Hören, und vor allem beim Zweithören wurde mir klar, daß dies ein Fehlurteil war. Die Werke wurden auch von Zeitgenossen und Kollegen sehr geschätzt -es gibt auch eine Orchesterfassung davon...


    mfg aus Wien
    Alfred

    Interpreten SIND Sklaven !

  • Heute habe ich mir die Klaviersonate in E-dur von Guido Alberto Fano (1875 –1961), einem italienischen Pianisten, Dirigenten und Komponisten angehört, die sich auch der abgebildeten CD befindet. der (subjektive) Eindruck war zwiespältig. Das Werk ist handwerklich sicher gut gemacht, ist farbenfroh und dynamisch weit gesteckt, sowie recht angenehm zu hören. Aber trotz eingängiger Adagio-Stellen und an (gemässigten) Liszt erinnernde Presto-Attacken, so will sich bei mir nicht das einstellen was man als "beeindruckend" oder "unverwechselbar" bezeichnen könnte - Es will sich kein bleibender Höreindruck einstellen. Man hört - und vergisst.
    Das Gesamtwerk des Komponisten ist von der Breite her gesehen eher kunterbunt, bei der Kammermusik jeweils maximal ein Werk pro Gattung, viele Gelegenheitswerke, kein großes Konzert, keine Sinfonie....


    mfg aus Wien
    Alfred

    Interpreten SIND Sklaven !

  • Nach zweijährger Pause setze ich diesen Thread nun fort. Francesco Cilieo ist den meistn -öediglich als Opernkomponist bekannt. Seine Musik für Klavier solo kennen indes nur wenige. Die verdienstvolle Edition aller Klavierwerke (von BRILLIANT CLASSICS) wird das vermutlich auch nicht ändern, wenngleich die kleinen Kostbarkeiten hier mit viel Delikatesse gespielt und durch die Tontechnik wunderbat eingefangen wurden.

    Die Einflüsse anderer komponisten mögen spürbar sein, sie sind teilweise vom jeweiligen Zeitpunkt der Komposition abhangig - aber alles in allem hat Cilea seinen Eigenen - sich stets wandelnden Stil.

    Es handelt sich hier um 52 kleine - mit Titeln versehene - KlavierStücke quer durch das Leben des Komponisten, die auch stilistisch durchaus vershieden sind. Gemeinsam ist ihnen die gute Eingängigkeit, der Einfallsreichtum und die Eleganz.

    Dank der Preispolitik von BRILLIANT CLASSICS ist die DOPPEL CD (9.99 Euro) für jedermann erschwinglich


    mfg aus wien

    Alfred

    Interpreten SIND Sklaven !

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    Heute möchte ich hier einen russischen Pianisten und Komponisten vorstellen, der bei uns kaum bekannt ist, in Russland aber sehr geschätzt wurde:

    Anatoly Alexandrov (1888-1982), ein Schüler von Nikolai Medtner, mit dem er auch befreundet war,

    und der ihn teilweise auch stilistisch beeinflusste. Aber auch Tanejew war hier mit im Spiel und auch Erinnerungen an Scriabin werden wach. Sein Stil war indes auch einem Wandel unterworfen, weil er sich etwa ab 1932 dem politischen Zeitgeschmack der Sowejunim anpasste und rein tonal schrieb, ein Kritiker meinte, seine Musik sei weder heiss noch kalt, sondern lauwarm, Dies mag aus der Sicht eines Progressiven vielleicht zutreffend sein, ich empfand das was ich gehört habe eher als vorsichtig modern, und sehr wirkungsvoll

    Auf der gezeigten CD ist lediglich eine der insgesamt 14 Klaviersonaten enthalten, der Rest sind eher kleine Klavierstücke zu Zyklen zusammengefasst, quasi kleine "Erzählingen, ähnlich wie einst bei Schumann und Heller.

    Die CD ist an sich bereits gestrichen, ebenso wie die Folge II (die ich jetzt dennoch über Marketplace bestellen werde.

    Der Mangel an Bekanntheit ist sicher teilweise der als sehr introvertiert beschriebenen Persönlichkeit des Komponisten geschuldet...

    In seinem 94 Jahre dauerndem Leben hat er über 110 Stücke mit Opuszahl geschrieben, die ihrer Entdeckung harren - und die es Wert wären veröffentlicht zu werden. Weiter unten findet Ihr ein Sample von "Echos of Thge Theatre" op 60 , das nicht datiert ist, aber aus der Mitte der 40 jahre stammt.



    mfg aus Wien

    Alfred

    Interpreten SIND Sklaven !

  • Dieser Doppel CD- mit Klavierwerken von Hermann Goetz (1840-1876) habe ich seinerzeit einen eigenen Thread spendiert - der allerdings noch nicht weit gediehen ist, Wollen mal sehen was wir dort weiterbringen. Auf jeden Fall aber gehört diese Edition aller Klavierwerke hier erwähnt....


    GOETZ Hermann - Sämtliche Werke für Klavier Solo


    Ich finde generell daß dieser (unterschätzte ?) wenig frequentierte Thread geradezu ein Schatzkästlein für Klavierminiaturen ist, viele der genannten Komponisten und ihre Stücke halten dem Vergleich mit Schumann und Schubert durchaus stand und bieten willkommene Abwechslung.

    Ich finde, daß die Zeit der "freiwilligen Selbstisolierung" ein idealer Zeitpunkt ist, sich mit - zumindest einigen - Werken auseinanderzusetzen, bzw sie zu geniessen.

    Ich - für meine Person - bin damit ganz gut eingedeckt...


    mfg aus Wien


    Alfred

    Interpreten SIND Sklaven !

  • Hier ist ja von bekannten und unbekannten Meistern die Rede, da fällt mir spontan diese CD ein:

    Nicholas Rimmer - Acht Sauschneider und andere Improvisationen

    Zuallererst möchte ich hier das Titelstück von Joseph Haydn hervorheben, das ich aus meinem Klavierunterricht gut kenne und das sich auch sehr gut anhört. Ich denke, es ist ein wenig bekanntes Stück eines bekannten Komponisten. Dazu gesellen sich noch eine ganze Reihe diverse Stücke und Stückchen von Beethoven, Byrd, Mozart, Poulenc, Finnissey, Bartók, Fauré und Grainger. Eine tolle Zusammenstellung und sehr beherzt gespielt, teils deftig, teils kantabel und zart und immer mit einem klaren Gestaltungsdrang. Auch tontechnisch präsent und plastisch geht es auf eine kurzweilige musikalische Reise.

    :hello:

    Wenn schon nicht HIP, dann wenigstens TOP