• Ich mache mir in letzter Zeit immer mehr Gedanken darüber, wie viel Musik man aus einem Gedanken holen kann, ohne groß durch Instrumentation Abwechselung zu schaffen. Darum suche ich auch nur nach Orgelstücken.
    Um das festzustellen dachte ich man müsste mal nach Motiven suchen, an denen sich Viele Musiker über viele Epochen versucht haben. Als ich länger darüber nachdachte kam ich auf das B-A-C-H Motiv.
    Dazu kenne ich für Orgel die letzte Fuge aus der Kunst der Fuge von Bach, Die sechs Orgelfugen von Schumann, Präludium und Fuge von Liszt und die Fantasia und Fuge von Reger.


    Welche Stücke kennt ihr noch über B-A-C-H?
    Und für wie neu haltet ihr die Verarbeitung?

  • Es gibt meines Wissens noch ein B-A-C-H von Karg-Elert; harmonisch wohl aber nicht über Schumann hinausgehend... Falls du dich wirklich intensiv damit beschäftigen willst: es gibt eine - wie ich finde - recht schöne CD mit Rainer Maria Rückschloß an der Walcker-Orgel von 1842 in St. Maria, Schramberg, mit Werken über B-A-C-H aus der Romantik. Was genau drauf ist, weiß ich nicht auswendig, aber es lohnt sich auf jeden Fall!!!

    Bach ist Anfang und Ende aller Musik

  • bei wikipedia.de als suchbegriff B-A-C-H eingeben. ist ein eigener artikel mit
    einer langen listen von werken. angeblich gibt es 409 werke, allerdings nicht nur
    orgelwerke.


    faun

    die kritik ist das psychogramm des kritikers (will quadflieg)

  • Zitat

    Original von kleinershredder
    Welche Stücke kennt ihr noch über B-A-C-H?
    Und für wie neu haltet ihr die Verarbeitung?


    Am konsequentesten unter den Bekannten dürfte wohl Weberns Beitrag sein. Wenn ich mich recht erinnere ist die 12-Ton-Reihe eines Werks in drei Vierergruppen teilbar, von denen 2 das B-A-C-H -Motiv in Transposition oder Umkehrung darstellen. Somit wäre also 2/3 der Gesamtkomposition unmittelbar aus dem B-A-C-H -Motiv ableitbar.

  • Da mich dieses Thema seit kurzem intensiv beschäftigt, habe ich mir nebenbei auch Rainer Maria Rückschloß an der Holzhay-Orgel in Schießen gekauft. Auf der CD sind ausschließlich Be-und Verarbeitungen des Themas B-A-C-H; allerdings alle aus der Zeit der Klassik. Es ist interessant, wie auch in der Klassik dieses Thema überlebt hat. Besonders erwähnenswert scheint mir der Komponist Johann Christian Kuntze (1747-1821) zu sein; der laut Cd-Beiheft von Beruf Landwirt war. Dies ist seiner Musik allerdings nicht anzuhören ;).
    Ich halte es für unwahrscheinlich, dass ein Thema je mehr Faszination ausübt(e), als B-A-C-H. Gleichzeitig ist Bach der einzigste (und wenn Subjektivität gestattet ist, der beste) Komponist, dessen Name sich in ein (sinnvolles) Thema verwandeln lässt.

    Gruß und K...
    Der Dux

  • Zitat

    Original von Dux
    Da mich dieses Thema seit kurzem intensiv beschäftigt, habe ich mir nebenbei auch Rainer Maria Rückschloß an der Holzhay-Orgel in Schießen gekauft. Auf der CD sind ausschließlich Be-und Verarbeitungen des Themas B-A-C-H; allerdings alle aus der Zeit der Klassik. Es ist interessant, wie auch in der Klassik dieses Thema überlebt hat. Besonders erwähnenswert scheint mir der Komponist Johann Christian Kuntze (1747-1821) zu sein; der laut Cd-Beiheft von Beruf Landwirt war. Dies ist seiner Musik allerdings nicht anzuhören ;).
    Ich halte es für unwahrscheinlich, dass ein Thema je mehr Faszination ausübt(e), als B-A-C-H. Gleichzeitig ist Bach der einzigste (und wenn Subjektivität gestattet ist, der beste) Komponist, dessen Name sich in ein (sinnvolles) Thema verwandeln lässt.


    Wenn er der einzige wäre, wäre er automatisch eh der beste :D
    Aber er ist ja nichtmal der einzige, der so heißt :hahahaha:


    Es gibt schon noch ein paar mehr Motive, die immer wieder große Faszination ausübten, z.B. La Follia oder das gregorianische Dies Irae.


    :hello:


    JR

    Struck by the sounds before the sun,
    I knew the night had gone.
    The morning breeze like a bugle blew
    Against the drums of dawn.
    (Bob Dylan)

  • Jaja... überzeugt :wacky: .... aber schon die Tatsache, dass eine absteigende kleine Sekunde gleich 2-mal in BACH steckt, ist doch einzigartig. Von dem her bleibt es (zumindest für mich) der perfekte Ausdruck eines Namens mit Tönen.


    Dass es durchaus andere mögliche musikalisch ausdrückbare Namen gibt, will ich ja nicht bestreiten....


    Euer etwas zerknirschter


    Dux :hello:

    Gruß und K...
    Der Dux

  • Ich habe mal ein Stück gesehen, es war entweder von Beethoven oder Schumann, aber ich glaube eher Beethoven, das war einem Komponisten namens Gade gewidmet. Da kam auch ein G-A-D-E Motiv vor.

  • Banner Strizzi
  • Salut,


    sehr viel origineller noch empfinde ich diese Schreibweise des Nachnamens von Jean-Sebastién:



    Ich hoffe, man kann es erkennen... :rolleyes:


    :hello:


    Ulli

    Der Glaube kann Sätze verbergen.

  • müsste das linke b nicht ein Auflösungszeichen sein bzw gar nicht da sein? oder kapier ich's bloss nicht? Der letzte Buchstabe ist doch ein h...


    ???
    Violoncellchen

  • OK - ich habe manchmal 'ne Sauklaue... aber das Schwänzchen ist schon dran...


    :beatnik:


    Zitat

    Original von faun
    D - Es - C - H
    verwendete dimitrij schostakovich


    Hm, das "S" ist aber schon ziemlich an den Haaren herbeigezogen... :rolleyes: Dennoch gefällt mir das Motiv sehr gut!


    Hier gibt's noch ein paar ähnlich[e] musikalische Wortspiele...


    Ich geh' jetzt do[r]-mi-re... [muß morgen früh raus: Schneeschaufeln. Geld- wäre mir lieber...]


    :hello:


    Ulli

    Der Glaube kann Sätze verbergen.

  • Zitat

    Original von Dux
    aber schon die Tatsache, dass eine absteigende kleine Sekunde gleich 2-mal in BACH steckt, ist doch einzigartig.



    :D
    Das angesprochene C-A-G-E Motiv enthält dafür zweimal die absteigende kleine Terz und zwar auch am Anfang und am Ende. In der Mitte ist halt was andres - genauso wie bei B-A-C-H. B-A-C-H füllt den Tonraum einer kleinen Terz aus, C-A-G-E bildet dafür einen Ausschnitt der pentatonischen Tonleiter.


    Man sieht, Bach und Cage ergänzen einander aufs treffliche und sind durch ganz ähnliche Qualitäten ausgezeichnet.
    :hahahaha:

  • Wenn da nicht die Sprachbarierre wäre, würde ich Dir ja gerne Recht geben.


    :rolleyes:

    Der Glaube kann Sätze verbergen.

  • Passt zwar nicht ganz zum Thema,
    aber ich denke hier passt es am besten hin.


    Hat vielleicht einer von euch eine optisch schöne aufzeichnung des B-A-C-H Motivs? Ich würde es mir nähmlcih gerne tatoovieren lassen. Aber wenn ich einfach mit einem Notationsprogramm das Muster erstellen würde, dann fande ich es zu glatt.
    Am besten fände ich es ja, wenn jemand ein Bild von von B-A-C-H in Bachs Handschrift hätte.

  • Hallo,


    es gibt eine nette Darstellung, ich glaube von Bach selber, da befindet sich eine einzige Note im Kreuzungspunkt zweier Notensysteme, mit vier verschiedenen Schlüsseln, so dass sich daraus B-A-C-H ergibt - ist aber vielleicht etwas arg esoterisch :-)


    Gruß Wolfgang

  • Nicht zu vergessen den berühmten B-A-C-H - Kanon aus Rainer Bohm's Musical "Krach bei Bach" :P *g*.
    Nein, im Ernst... seit wir das mal vor einigen Jahren aufgeführt hatten, hab ich absolute keine Probleme mehr damit, dieses Thema zu singen und wieder zu erkennen - so sehr hat sich das "eingebrannt" :).


    Viele Grüße ;)

  • Banner Strizzi
  • Hallo


    Eines der interessantesten Werke BACH ist von Max Reger. Ich war live dabei als Karl Richter das Werk im Wiener Musikverein zum besten gab, auswendig natülich. Aber auch andere Interpreten habe ich gehört, immer wieder gut.


    Ich selbst habe mich mit dem "Schinken" noch nicht beschäftigt, würde wieder einmal eine kräftige Einstudierung erforderlich machen und die kostet Zeit.


    Grüße


    Christopher


  • Johann Georg Albrechtsberger (1736-1809)
    Fuga g-moll über Hes-A-C-H


    Andreas Osiander



    Georg Andreas Sorge (1703-1778)
    Fuga C-Dur über Hes-A-C-H


    Derselbe

    Der Glaube kann Sätze verbergen.

  • Richard McQuillan


    Tombeau de Pierre Boulez


    Der Komponist schreibt:

    Tombeau basiert auf zwei musikalischen Kryptogrammen, die die Buchstaben der Namen Bach und Boulez als Tonwertzellen verwenden

    (B-A-C-H = B, A, C, H & Bo-U-L-Ez = B, C, A, Es).

    Diese Tonwertzellen werden verschiedenen seriellen Manipulationen wie Transposition, Inversion und Rotation unterzogen. Verzerrte Ausschnitte aus Flötenmusik von Pierre Boulez werden an verschiedenen Stellen eingefügt, als ob sich der Flötist die Stücke nicht perfekt merken könnte.


    Dies ist eine „Performance“ eines computergesteuerten Synthesizers. Bei der Erstellung dieses Videos wurden weder Flöten noch Flötisten verletzt. :)


    Falls jedoch jemand in FluteVille es ausprobieren möchte, würde ich mich über Kopien der Partitur freuen!


    Anmerkung moderato: Die Zitate aus den Werken von Pierre Boulez sind in der Partitur angegeben.



  • Bo-U-L-Ez = B, C, A, Es

    :?:

    Dreht er dann den Notenhals des C um 90° nach links, ach nein, das funktioniert ja auch so: U = ut = C? Die Mischung aus Solmisation und anderssprachigen Tonbezeichnungen ist so oder so unzulässig (L = La = A). Das „S“ lasse ich ja gelten, weil es witzig ist (S-Dur z.B. reiht sich optisch besser ein), aber „ez“ ist dann doch sehr weit hergeholt ... und das „o“ einfach verschluckt, naja.


    „Schreiben'S mir a Streichquartett, Herr Beethoven?“
    „c-moll?“
    „Naaa ... a-moll reicht!“


    Hat der gute LvB eigentlich auch d-e-a-f verkomponiert? 8-)


    Ich g-moll Dolafafamimi trinken. :S

    Der Glaube kann Sätze verbergen.

  • Vielleicht hab ich es irgendwo schon einmal eingepflanzt? Hier passt es aber auch, meint Herr Vorragend:


    Der Glaube kann Sätze verbergen.

  • Ein Reger B-A-C-H hatte ich vor einiger Zeit als Hörbeispiel in der entsprechenden Wiki-Artikel eingebunden.

    https://de.wikipedia.org/wiki/…nd_Fuge_%C3%BCber_B-A-C-H

    Toll gespielt (live!) von einem jungen Organisten, der auch Klavier auf hohem Niveau spielt - beides auch parallel studiert hat (nebst Kirchenmusik!). Früher mag das anders gewesen sein, aber heute fällt das direkt auf und ist irgendwie schon eine Seltenheit. Hier in der trockenen Akustik muss man besonders gut gestalten, hat aber als Hörer die Möglichkeit, wirklich gut "durchzuhören". Hatte die Aufnahme übrigens etwas zu verbessern versucht, war nicht ganz einfach. Zur Einweihung dieser Orgel an anderem Standort erklang das Werk übrigens auch, von Karl Straube, DEM Reger-Förderer.

    Orgel: https://organindex.de/index.ph…elhorst,_Weihnachtskirche

  • Die ultimative Behandlung des B A C H Motifs hätte es von Beethoven gegeben! Verschiedene hier gelb markierte Stellen hat er für eine Ouvertüre (Adagio/Allegro) skizziert, die ich versucht habe, zu entwickeln:

    "When I was deep in poverty, you taught me how to give" Bob Dylan

  • Banner Strizzi