Klassik in der Presse

  • Hallo Taminoianer,


    um nicht für jeden kleinen aber möglicherweise interessanten Artikel ein eigenes Thema aufmachen zu müssen, mein Vorschlag, hier alles zu versammeln, was so in den "Printmedien" auftaucht.


    Anlaß: Ich möchte Euch auf einen Artikel im Spiegel (#53) aufmerksam machen:
    "Abschied vom Hochamt" (p. 138 )
    Meine Meinung dazu später, abgesehen davon, daß ich im Moment mit technischen Problemen kämpfe, ist es jetzt einfach schon zu spät.


    Gute Nacht
    Reinhard

    Einer acht´s - der andere betracht´s - der dritte verlacht´s - was macht´s ?
    (Spruch über der Eingangstür des Rathauses zu Wernigerode)

  • In der Frankfurter Rundschau vom 06.01.05 gibt es auf der Seite 24 einen Artikel zum hundertsten Geburtstag von Giacinto Scelsi, der von Tim Gorbauch geschrieben wurde.
    Am Ereignistag mehr.


    Gruß
    yarpel

  • Frankfurter Rundschau vom 06.01.05 die Zweite:


    Auf der Seite 25 ist ein Interview abgedruckt, das Jürgen Otten mit Leif Ove Andsnes geführt hat.


    Gruß
    yarpel


    Das Posting vorher gibt auch etwas her...

  • Hallo Taminoianer,


    zwar nicht in der Zeitung, sondern im Radio und hier
    http://www.dradio.de/dlr/sendungen/feuilleton/342678/
    zum Nachlesen ein interessante Feuilleton von Jürgen Kesting.
    Hatte es auf dem Weg zur Arbeit gehört und wollte es Euch nicht vorenhalten.


    Viele Grüße und einen schönen Tag
    Reinhard

    Einer acht´s - der andere betracht´s - der dritte verlacht´s - was macht´s ?
    (Spruch über der Eingangstür des Rathauses zu Wernigerode)

  • Hallo Reinhard und alle anderen,


    das Beste an diesen Sendungen, sofern sie nicht live kommen, ist, daß man sich die Manuskripte per email zusenden lassen kann. Dauert manchmal einen Tag, manchmal zwei Wochen, manchmal sogar eine Nachfrage, aber irgendwann kommt was.
    Via Kontaktseite, bitteschön. Und den genauen Titel und die Uhrzeit nicht vergessen.


    Viel Spaß
    yarpel

  • Soeben in der Presse nachgelesen:


    Bachfest 2006 in Aschaffenburg Leipziger Bachgesellschaft plant umfangreiches Programm zu Ehren des Thomaskantors
    Im Jahr 2006 wird die Stadt Aschaffenburg Gastgeber des 81. Bachfestes der Neuen Bachgesellschaft Leipzig sein. Das unter dem Motto stehende Fest
    „Bach, Mozart und Komponisten im Umfeld der kurmainzischen Residenz Aschaffenburg“
    findet vom 28. Juli bis zum 6. August 2006 statt.



    Grüsse
    reklov29

    Bach ist so vielfältig, sein Schatten ist ziemlich lang. Er inspirierte Musiker von Mozart bis Strawinsky. Er ist universal ,ich glaube Bach ist der Komponist der Zukunft.
    Zitat: J.E.G.


  • Das ist eine schöne Nachricht!
    Ist ja fast "um die Ecke" :D

  • Hallo,


    in der heutigen (3.11.2005) Kleinen Zeitung gibt es eine kurze Mitteilung über eine seltsame Erscheinung in den Österreichischen Pop-Charts.


    So findet sich auf Platz 9 ein interessantes Doppelalbum namens La Traviata (also einmal Italo-Pop jenseits von Eros Ramazzotti!), gespielt von der in diesen Kreisen eher unbekannten Gruppe WPO mit den Leadsängern ANetrebko und RoVillazon (die einzelnen Nummern des Albums stammen von einem gewissen Joseph Grün).


    Fragt sich nur, ob es sich dabei um eine Eintagsfliege oder eine neue Form von Salzburger Nockerln handelt...


    ;)

  • In der SZ vom Wochenende geht es mal wieder um die Krise der klassischen Musik - beim Lesen der Beiträge der Taminos nicht nachvollziehbar -. Ausnahmsweise mal komplett hier hineinkopiert, einen Link habe ich nicht gefunden:


    Musikliebhaber mit Hörgerät
    Das Klassik-Publikum wird immer älter - und immer gebildeter


    Eigentlich müssten nun wieder die üblichen Kulturkrokodilstränen geheult werden. Denn nach einer Studie, die gerade vom Zentrum für Kulturforschung (ZfK) und der Deutschen Orchestervereinigung (DOV) publiziert wurde, wird das Publikum von Veranstaltungen klassischer Musik immer älter. Besuchten 1965 noch 58 Prozent der unter 40-Jährigen die Oper, so sind es jetzt nur noch 26 Prozent. Geht das so weiter, werden die Klassik-Musiker bald nur noch vor Greisen und irgendwann vor leeren Häusern spielen. Für Susanne Keuchel, die Leiterin der Studie, sind vor allem die 25- bis 50-Jährigen das Problem. Aufgrund deren Klassikabstinenz nimmt, mangels Vorbild, auch die Klassikbegeisterung der Jugend ab - nur noch neun Prozent interessieren sich für diese Musik.


    Doch für DOV-Chef Gerald Mertens ist diese Studie Wasser auf seine Mühlen. Schon lang setzt er sich für einen Umbau des bisherigen Systems ein. Und sein fast schon sportiv zur Schau getragener Optimismus könnte sich durchaus als begründet erweisen. Denn trotz des zunehmenden Desinteresses wird Klassik für die Gesellschaft immer wichtiger. Das hängt mit der derzeitigen Aufwertung der Bildung zusammen - wenn auch in einer immer kleiner werdenden Schicht. Zunehmende Bildung bedeutet auch zunehmende Beschäftigung mit Hochkultur, mit klassischer Musik. Selbst viele Eltern, die wenig mit Musik im Sinn haben, wollen, dass sich ihre Kinder mit ihr beschäftigen. Um diesen Trend zu nutzen, müssten Orchester und Opernhäuser sich aber mutig vom Status quo entfernen.


    Susanne Keuchel bestätigt, dass nur wenige Späteinsteiger zur Hochkultur finden. Je niedriger das Einstiegsalter, desto eher kommen die Kinder auf den Geschmack und bleiben dabei. Darum müssen die Institutionen dem nachwachsenden Publikum entgegenkommen. Die Museen machen das längst vor - durch originelle und attraktive Ausstellungsthemen, aber auch durch Shop und Café. Man mag das belächeln. Aber mit solchen ebenso einfachen wie einladenden Mitteln können Institutionen wieder lernen, zu ¸¸zentralen Begegnungsorten" (Keuchel) zu werden. Ohne lebendige Einbindung gerade der Klassik in die Gesellschaft können die oft als unüberwindbar empfundenen Hemmschwellen nicht herabgesetzt werden. Allerdings herrscht hier gerade bei Orchestern und Opernhäusern großer Nachholbedarf.


    Nach wie vor organisieren sich die meisten Klassik-Veranstaltungen wie in den fünfziger Jahren. Das mag für ältere Konzertgänger heimelige Vertrautheit bedeuten, für viele jüngere wirken die alten Riten abschreckend. Auch deshalb fordert Mertens einen kreativeren Umgang mit der Konzertform. Das muss nicht immer ein moderiertes Familienkonzert sein. Aber die Erfahrung beweist, dass ein anwesender und sich äußernder Komponist dem Publikum viel von seinen Vorbehalten dem Neuen gegenüber nehmen kann. Und einfallsreiche Vermittlingsformen sind auch aus einem anderen Grund wichtig. Obwohl die Studie ein ansteigendes Bildungsniveau bei den Besuchern konstatiert, dünnt die Kenntnis der Musiktradition von Bach bis Brahms immer stärker aus - da versagen Schule und Elternhaus.


    Die Gesellschaft spaltet sich zunehmend in die Mehrheit, die ohne Hochkultur auskommt, und eine Minderheit, die das Angebot in ihrer ganzen Breite nutzt. Das bringt die Abkehr vom Abonnement mit sich, das für viele Häuser bislang die wirtschaftliche Basis darstellte. Jüngere Menschen entscheiden sich kurzfristiger und spontaner, ihre Interessen sind breiter gestreut, und auch die Feuilletons verlieren ihre Bedeutung als Bewertungsquelle, sie werden durch Mundpropaganda ersetzt. So zeichnet sich ein neuer Umgang mit der Klassik ab. Die Häuser müssen ihre Zukunft erst noch finden. REINHARD J. BREMBECK

  • Die SZ hat morgen eine Sonderbeilage "2006 .- Wie wird das neue Jahr" o.s.ä. Da gibt es einen Artikel mit ganz schauderhaften Ideen zum Mozart-Jahr, ein kurzes überfliegen reichte mir:


    Mozart
    Alles Wolferl, alles Wurst
    Konkurrenz für die Kugel: Auch Salami, Briefmarke und Strampelhose verkaufen sich trefflich mit dem Konterfei des Komponisten


    Von Klaus Podak


    Der Fleischer Stephan Fuchs lag im Bett und schlief. Da widerfuhr ihm im Traum eine wundersame Vision. Vor den Augen des Fleischers zeigte sich spielerisch eine Dauerwurst. Nun könnte man es für gewöhnlich halten, wenn einem Mann seiner Profession im Traum eine Wurst vorschwebt. Jedoch diese war völlig anders als alle Würste, die Stephan Fuchs bislang komponiert hatte. Die Wurst hatte die Gestalt einer Geige angenommen.


    Als der Fleischer wieder ins wache Leben zurückgekehrt war, ahnte er gleich was ihm in jener Nacht zugestoßen war. Ihm war die Mozartwurst erschienen. Stephan Fuchs wusste nun, was das Traumbild ihm hatte sagen wollen. Flugs machte er sich ans Werk, nahm halb Rind-, halb Schweinefleisch, gab Pistazien und Muskatnuss dazu, formte eine 450 Gramm schwere Dauerwurst aus der Masse. Zum Schluss bog er das längliche Ergebnis seiner Arbeit so zurecht, dass es Geigenform annahm. Die Mozartwurst war Wirklichkeit geworden.


    Das alles geschah bereits im Oktober, in St. Leonhard bei Grödig im Salzburgerland, drei Monate vor dem Beginn des Mozartjahrs. Am 27. Januar 2006 jährt sich die Geburt des großen Johann Chrysostomos Wolfgang Theophil Mozart zum 250. Mal. Die Biographin Dorothea Leonhart klärt auf: ¸¸Theophil heißt Gottlieb und wird zu Amadé, später in Italien Amadeo; und in Deutschland heißt er ab 1783 immer häufiger Wolfgang Amadeus." Die geigenförmige Mozartwurst des Fleischers Fuchs aber ist seit dem Oktober bereits, schön in ein Holzkästchen gebettet, in mehr als 4000 Exemplaren über die Ladentheke gereicht worden.


    Wenn das Bild nicht so abscheulich verquer wäre, könnte man die Erfindung des Fleischermeisters aus St. Leonhard getrost die Spitze eines Eisbergs nennen, der drohend begonnen hat, aus den Schlammfluten geheuchelter Mozartbegeisterung an Land, das Land Österreich, zu steigen. Vom ¸¸Herren Slip Mozart blau" (82% Polyester, 18% Elasthan) über das Eau de Toilette ¸¸Mozart" bis hin zur Mozart-Strampelhose, dem ¸¸Wolferl Bierkrug" und den Mozart Golfbällen ist alles da, was findigen Verehrern zum Gedenken Scheußliches eingefallen ist. Und das ist erst der Anfang.


    Wie feierte der auf diese Weise nun (hoffentlich erfolglos) zu Tode gefeierte selbst den Geburtstag eines Mozart? Am 8. November 1777 schreibt er in einem Brief aus Mannheim: ¸¸Allerliebster Papa! Ich kann nicht Poetisch schreiben; ich bin kein Dichter. ich kann die Redensarten nicht so künstlich eintheilen, dass sie schatten und licht geben; ich bin kein mahler. ich kann sogar durchs deuten und durch Pantomime meine gesinnungen und gedancken nicht ausdrücken; ich bin kein tanzer. ich kan es aber durch töne; ich bin ein Musikus. ich werde auch morgen eine ganze gratulation sowohl für dero Namens= als geburtstag bey Cannabich auf dem Clavier spiellen." Musik!


    Die Mozartgeburtstagsgratulation geschieht durch Musik. Ganz einfach. Aber auch auf diesem Feld sind körperliche Beschwerden durch pausenlose Massenbeschallung nicht auszuschließen. Denn die ist, landauf, landab, längst geplant. Es ist wie mit köstlichem Essen: Zu viel verursacht Brechreiz. Eine gewisse Enthaltsamkeit könnte helfen. Der wahre Fan verzichtet auf das ¸¸Gemozarte", wie der Berliner Königliche Hofkapellmeister Johann Friedrich Reichardt es schon zu Lebzeiten Mozarts nannte (Reichardt zielte auf das Getue der Wiener).


    Man könnte auch, wenn es denn Außermusikalisches sein soll, zum Beispiel den ¸¸Dankbrief an Mozart" des Schweizer Theologen Karl Barth lesen, in dem er schreibt: ¸¸Was ich Ihnen (dem Kapellmeister und Hofkompositeur Mozart) danke, ist schlicht dies, dass ich mich, wann immer ich Sie höre, an die Schwelle einer bei Sonnenschein und Gewitter, am Tag und bei Nacht guten, geordneten Welt versetzt und dann als Mensch des 20. Jahrhunderts jedes Mal mit Mut (nicht Hochmut!), mit Tempo (keinem übertriebenen Tempo!), mit Reinheit (keiner langweiligen Reinheit!), mit Frieden (keinem faulen Frieden!), beschenkt finde. Mit Ihrer musikalischen Dialektik im Ohr kann man jung sein und alt werden, arbeiten und ausruhen, vergnügt und traurig sein, kurz: leben."


    Wen das Pathos des Theologen angesteckt hat, der kann jetzt ¸¸Die Zauberflöte" auflegen, Sarastros Arie ¸¸In diesen heil"gen Hallen", zweiter Akt, zwölfter Auftritt, und kopfnickend zuhören, wenn es heißt ¸¸Wen solche Lehren nicht erfreu"n, / Verdienet nicht ein Mensch zu seyn." Hart gesagt und gesungen. Aber irgendwie muss die Wut über das Gemozarte des Mozartjahrs abgeführt werden. Das geht am besten mit Musik.


    Oder, wer es weniger pathetisch haben möchte, der könnte sich mit Hilfe eines Gedichts abkühlen, das Charles Bukowski 1985 in dem Band ¸¸Die Girls im grünen Hotel" veröffentlicht hat. Das Gedicht heißt ¸¸Der Puff sah nicht schlecht aus". Die letzten Zeilen lauten:


    ¸¸Als sie rauskam


    bückte sie sich


    und ich sah nur noch Hintern


    während sie Mozart


    auflegte."


    So geht es auch. Mozart, der, wie wir aus seinen Briefen wissen, kecke kleine Schweinereien liebte, hätte diese Art lyrischer Beschwörung seiner Kunst wahrscheinlich gefallen.


    Überhaupt: Mozartjahr. Ein Geburtstag dauert, wie das Wort es deutlich sagt, einen Tag. Alles Weitere ist Marketing, ist Wurst. Für den Aficionado ist sowieso jedes Jahr Mozartjahr. Denn, so Nietzsche, ¸¸ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum". Wenn das für einen gilt, dann für Wolfgang Amadeus Mozart.


    Quelle: Süddeutsche Zeitung
    Nr.299, Mittwoch, den 28. Dezember 2005 , Seite 36


    Ein zweiter Artikel in der morgigen Ausgabe stellt die Termine im deutschsprachigen Raum (Theater, Konzerte, Ausstellungen usw.) vor.

  • Die Süddeutsche Zeitung widmet heute 5 Seiten ihres Feuilletons Mozart. Auf der Internetseite der SZ ist davon nichts verlinkt, der Perlentaucher stellt die Artikel jedoch kurz im einzelnen vor. Leider kommt in allein Artikeln - den größten Teil habe ich jetzt gelesen - Mozart nur einmal zu Wort. Wolfgang Schreiber zitiert Mozart aus einem Brief so:


    "Den Himmel zu erringen ist etwas Herrliches und Erhabenes, aber auch auf der lieben Erde ist es unvergleichlich schön! Darum lasst uns Menschen sein!"


    Es ist schon seltsam, daß dieser Text mich an Beethovens` Schlußsatz seiner IX. erinnert.


    Grüße
    Sophia

  • Das hört(e) ja gut auf... :D


    Die Titelseite der o.g. SZ vom 30.12. schmückte ein Bildnis des W.A. Mozart - so stand es jedenfalls darunter. Am 31.12. bringt die SZ dazu eine Korrektur:


    "Zum Auftakt des Mozart-Jahres gleich ein dicker Fehler, wenn nicht gar mehrere. Das fängt ja schön an: Das Bild auf Seite 1 der SZ vom Freitag, das Mozart zeigen soll, wurde nicht, wie es in den Bildunterschrift hieß, von einem Thaddäus Kolbling gemalt - der Maler hieß Thaddäus Helbling und auch nicht, wie er im Feuilleton ganannt wurde, Helbing. Ob der abgebildete Knabe am Klavier überhaupt Mozart darstellt, ist umstritten. Womöglich, sagen Experten, ist nicht das Musikgenie, sondern der junge Salzburger Graf Karl Max von Firmian porträtiert. Verwechslung allenthalben - hierfür bitten wir um Entschuldigung."


    Mal schauen, welche Überraschungen sich im Jubeljahr 2006 noch in diversen Mozartkugeln verstecken =)


    Schöne Grüße und auf ein diskussionswütiges Jahr 2006 ;)!
    Sophia

  • Liebe Taminos und Taminas,


    im Feulliton der ZEIT von heute sind einige Sonderseiten Mozart gewidmet, darunter auch ein Interview mi Maurizio Pollini (das habe ich sofort gelesen, der Rest muss noch ein wenig waren).


    Herzliche Grüße,:hello:


    Christian

  • Für alle, die Jessye so lieben wie ich :


    In der FAZ vom morgigen 21.04.2006 ist ein wunderbarer Artikel über Jessyes Liederabend-Tournee.


    Quelle femme!



    Liebe Grüße


    Mignon

  • Das FAZ-Feuilleton legt nach:


    In der FAZ vom heutigen 27.04.2006 ist ein Interview mit Jessye, das Jordan Mejias mit ihr führte.


    Ein Zitat aus ihm:"Wie könnte jemand je genug von Mozart haben? Wie könnte man je Mozart genug singen? Es gibt nie genug Mozart."



    ...that´s why I love her so much...



    Schöne Träume wünscht


    Mignon :hello:

  • Hi,


    ein sehr interessanter Artikel. Allerdings macht der vorletzte Satz mich ein wenig nachdenklich.


    Zitat

    Der Ring - Ein Schlüsselwerk für die Chefs der Berliner Philharmoniker. Ein Unterfangen, das ihn (Rattle) als Karajan-Erben retten kann - oder ihm endgültig das Genick bricht.


    Wieso der Ring ein Schlüsselwerk für Chefs der Berliner sein soll, verstehe ich nicht. Meines Wissens war bisher Karajan der einzige, der mit ihnen den Ring gespielt hat...?

  • Die FAZ lenkte meinen Blick auf ein Interview, das die WAMS mit Thomas Quasthoff führte. Über die Internetseite der WELT (http://www.welt.de) gelangt man zu diesem Interview.


    Dort könnt Ihr lesen, was der Sänger u. a. über Klassik und Jazz und über das Waldbühnenkonzert des vergangenen Sommers mit Netrebco, Villazón und Domingo zu sagen hat.


    Einen guten Start in die Woche wünscht Euch


    Mignon :hello:

  • Hallo Mignon!


    Danke für den Tipp! Ein höchst interessantes Interview. Quasthoffs unkomplizierter Zugang zur Musik und zum Leben erklärt m. E. auch die große Wirkung seines Gesangs auf die Zuhörer.


    LG


    WR
    __________________________________
    Man h ö r t nur mit dem Herzen gut!

  • Jürgen Kesting bedauert, daß der Schönklang im Gesang vor den Ausdruck geht. In Auszügen:


    "Warum Wagner nicht verstehen?
    Deutsch Sprak ist schwer Sprak


    In Bayreuth hat es schon seit Jahrzehnten schwerlich eine Aufführung reinsten deutschen Stils gegeben. Auch in Frankreich wurde eine essentielle Qualität des französischen Gesangs- die plastische Diktion - preisgegeben, weil internationale Star-Besetzungen für wichtiger angesehen werden als stilistische Idiomatik. Ja, es mag dem Hörer in Zeiten des globalisierten Opernbetriebs gehen wie Henry Higgins in "My Fair Lady", der sich über Sänger lustig machte, "die es nicht schert, was sie sagen, wenn sie es nur richtig aussprechen". Deutlich wird diese Differenz beim Vergleich neuerer Wagner-Aufnahmen - sei es der "Parsifal" unter Christian Thielemann oder "Tristan und Isolde" unter Antonio Pappano - mit dem vom Label Testament veröffenlichten Mitschnitt des Bayreuther "Ring des Nibelungen" von 1955 unter Joseph Keilberth. Wolfgang Windgassen mag dem Ohr klanglich nicht so schmeicheln wie der Tenor Placido Domingos. Doch schafft er etwas Wichtigeres: die Einheit herzustellen von Klang und Gedanke.
    Schön kann ein Klang nur sein, wenn er einen tieferen Sinn vermittelt. Nicht nur in Bayreuth ist das Radebrechen heute die gängige Verkehrsform. Auch bei den Salzburger Festspielen war zu erleben, dass Sängerinnen aus Lettland, Frankreich und Russland in den Rollen der drei Damen auf Tamino mit Stimm-Aufstößen einredeten, als müssten sie Lessings Riccaut bestätigen: "O, was ist die deutsch Sprak für ein arm Sprak." Das Musiktheater hat in diesem Punkt den Anspruch auf Sinnvermittlung völlig aufgegeben."

  • PC-WARE wird sich in Zukunft als Mitglied im „Gewandhaus Sponsor’s Club“ für einen der renommiertesten Klangkörper weltweit, das Leipziger Gewandhausorchester, engagieren. In Anwesenheit des Gewandhauskapellmeisters Riccardo Chailly überreichte Gewandhausdirektor Prof. Andreas Schulz am Dienstag Dr. Knut Löschke, Vorstandsvorsitzender PC-WARE, die Ehren-Urkunde über die Premium-Mitgliedschaft.


    Dr. Knut Löschke sieht das Engagement des Unternehmens in direkter Tradition der Leipziger Wirtschaft: „Im Jahr 1743 gründeten 16 Leipziger Kaufleute ihr eigenes Orchester und unterhielten es. Ich finde, es ist eine genialen Idee, heute wiederum 16 Leipziger Kaufleute zu finden, die das Gewandhaus maßgeblich unterstützen. Die Möglichkeit, einer der 16 zu sein, hat uns einfach begeistert.“

    Einer acht´s - der andere betracht´s - der dritte verlacht´s - was macht´s ?
    (Spruch über der Eingangstür des Rathauses zu Wernigerode)

  • 2007 wäre des 300. Todestag Dietrich Buxtehudes zu gedenken. Ton Koopman schickt sich nun an, eine auf 26 CD's angelegte Edition der Werke des Norddeutschen Meisters herauszubringen. In der heutigen Ausgabe schreibt der Kölner Stadtanzeiger darüber:


    Ein Mann bleibt beim Buchstaben B
    VON MARKUS SCHWERING
    Ton Koopman bleibt bei „B“: Nachdem der niederländische Organist, Cembalist, Dirigent und Musikforscher (und was sonst noch alles) sein Riesenprojekt der Kompletteinspielung der Bach-Kantaten („Ich bin ein Mensch, der nichts unfertig liegen lässt“) zu Ende gebracht hat, ist nun Dietrich Buxtehude dran - mit einer auf 26 CDs projektierten Gesamtaufnahme, die 2009 abgeschlossen sein soll. Buxtehude? Mancher mag dabei immer noch ausschließlich an eine kleinere Stadt in der Nähe von Hamburg denken - und nicht an den Lübecker Barockmusiker, der die alte Maxime „Frisia non cantat“ (Der Norden singt nicht) so glorreich Lügen gestraft hat.


    Der große Orgel- und Kantatenmeister, der von 1637 bis 1707 lebte, also heuer (genauer: am 9. Mai) vor 300 Jahren starb, ist von dem Musikologen Martin Geck einmal als „die lichte Hochebene“ zwischen den Gipfeln Schütz und Bach bezeichnet worden. Mit diesem Status sei er, so Koopman im Gespräch mit dem „Kölner Stadt-Anzeiger“, entschieden zu schlecht bedient. Dabei ist ja wahr: Der junge Bach pilgerte von Arnstadt nach Lübeck, um dort Buxtehude nicht bloß zu „behorchen“, wie es in den Quellen heißt, sondern wohl auch - wie Koopman vermutet - bei ihm zu „mucken“, also als Geiger bei seinen Abendmusiken in der Lübecker Marienkirche mitzuwirken. Tatsächlich zeigt sich der Einfluss dieser Erfahrungen in Bachs frühem Kantatenwerk, etwa in der doppelchörigen Ratswahlkantate BWV 71, ganz deutlich.


    Aber verdeckt wirkt auch noch in solchen Erkenntnissen die Idee vom „Vorläufer“ eines Größeren nach, vom Johannes, der dem Messias die Wege bereitet. Falsch, sagt Koopman, Buxtehude ist eine Gestalt von ganz eigenem Gepräge, darüber hinaus auch keine verhuscht-norddeutsche Winkelexistenz, sondern ein ins Europäische ausgreifender Meister, der italienische, französische und deutsche Einflüsse selbstbewusst zu einem neuartigen expressiven und explosiven Idiom verschmilzt.


    Der ganze Artikel ist unter Hinzufügung üblicher Web-Vorzeichen zu finden unter ksta.de/jks/artikel.jsp?id=1170147215414


    Liebe Grüße vom Thomas :hello:

    Früher ist gottseidank lange vorbei. (TP)
    Wenn ihr werden wollt wie eure Väter waren werdet ihr so wie eure Väter niemals waren.

  • Zitat

    Original von Padre
    ... wird das nicht bisschen zuviel, wenn "alle" interessanten Artikel hier erwähnt werden sollen?


    ?(?( GUck mal, von wann die Einträge hier sind. Ist doch nicht wirklich viel Betrieb...

    Einer acht´s - der andere betracht´s - der dritte verlacht´s - was macht´s ?
    (Spruch über der Eingangstür des Rathauses zu Wernigerode)

  • Im Januar stellte Jürgen Kesting die neue Arien-Sammlung von Elina Garanca in der FAZ vor - in der Erinnerung war die Kritik überschwenglich. Heute stellt Ulrich Schreiber diese CD ebenfalls in der FAZ vor und meint:


    "Aber die von acht Celli zum chorischen Streichertutti aufgeplusterte Begleitung der Staatskapelle Dresden unter Fabio Luisi weckt ästhetische Bedenken. Der Wohlklang wird zum Eigenwert verabsolutiert, alles tönt auch vokal schön, aber charakterarm. Einer Zarzuela-Arie von Ruperto Chapi fehlt das zündende Moment, ebenso dem Lob des Militärs der offenbachschen Herzogin von Gerolstein. Den großen Soli der Isabella aus Rossinis "Die Italienerin in Aglier" und denen Aschenbrödels aus "Cenerentola" mangelt es an Innigkeit wie an Charme, die Briefszene aus Massenets "Werther" lässt Charlottes innere Zerrissenheit allenfalls ahnen. Auh das Finale aus dem "Rosenkavalier" mit originalem Solo- und Chorbesatz, aber in diffuser Akustik vorgetragen, verstärkt im Ensemble mit Diana Damrau und Adrienne Pieczonka nicht eben Garancas Profil der Titelrolle."


    Bis jetzt hatte ich noch keine Gelegenheit die Aufnahme zu hören, da immer ausgeliehen. Gekauft wird sie nicht, für Arien-Sammlungen bin ich wenig zu begeistern. Die Arien sind isoliert von der übrigen Handlung, ebenso steht die Interpretation ohne Bezug zur eigenen und der zu den übrigen Ausführenden. Etwas verdutzt bin ich, daß die FAZ zwei so gegenteilige Meinungen zu dieser CD innerhalb kurzer Zeit abdruckt.


    Sophia

  • Salut Sophia,


    auf das Gelaber von Herrn Schreiber würde ich nichts geben. Was ich bisher von ihm las, war kompletter Schwachfug. Dem Typ ist 'ne einfache Opera Seria zu kompliziert [da er die Vorgeschichte nicht kennt].


    Als freu Dich auf die Aufnahme! :yes:


    Viele Grüße
    Ulli

  • Lieber Ulli,


    Zitat

    Original von Ulli
    auf das Gelaber von Herrn Schreiber würde ich nichts geben.


    huch, meinen wir den gleichen Ulli Schreiber? :D


    Seine Opernführer werden durch die Bank gelobt, vor allem wohl der letzte der vor 1 Jahr erschienen ist und die Reihe abschließt. Ich habe ihn doch schätzen gelernt, auch weil er wenig ausfallend wird, bei der Rezension von Opernaufführung auch immer auf die musikalische Leistung eingeht (das ist heute nicht mehr selbstverständlich). Im Lauf der Jahre wurde er etwas betulich, er ist auch eine andere Generation als wir.


    Zitat

    Als freu Dich auf die Aufnahme! :yes:


    Erst einmal freue ich mich auf Garanca als Sesto im Juni in Berlin! Als Dorabella in Aix (Aufzeichnung) war sie umwerfend und ich meine, die explosiven Ausbrüche stehen ihr besser als die Darstellung der inneren Konflikte. Auf ihrer Mozart-CD ist doch die "per pieta" Arie der Fiordiligi, das hat mich nicht begeistert... Die neue CD höre ich mir natürlich bei Gelegenheit an :yes:


    Schönen Gruß
    Sophia