Operette tot?

  • Liebe musica,


    dass die Operette vielleicht doch tot ist , zeigt die Tatsache, dass du nach zwei Tagen bisher noch keine Antwort erhalten hast. :huh:


    Doch nun mal im Ernst. Ich habe in den letzten Radiomoderationen des öfteren gehört, dass Operette auch im Theater wieder im Kommen sei. Man müsse, um erfolgreich zu sein, Operette allerdings ernst nehmen (welch neue Erkenntnis!!!). Ein Regisseur behauptete, der Trend zur Wiederbelebung gehe zur Zeit von Frankreich aus. Das steht für mich ein wenig im Widerspruch zu Aussagen, die französiche Experten letztes Jahr in einer Fernsehdokumentation "Paris-Wien-Berlin - eine kleine Geschichte der Operette" gemacht hatten (die war allerding aus dem Jahre 2006, glaube ich). Demnach werden in Frankreich so gut wie keine Operetten mehr gespielt und einer der Experten beneidete uns Deutsche z. B. um die Staatsoperette Dresden.


    Aber was nützt mir Dresden, wenn in meinem eigenen Umfeld keine Operetten mehr gegeben werden. Das Badische Staatstheater Karlsruhe bringt, wenn überhaupt, alle zwei Jahre mal eine Operette, Stuttgart gilt als operettenfeindlich, Mannheim hat in der aktuellen Spielzeit auch keine Operette im Programm. Fündig geworden bin ich dagegen in Pforzheim, Ludwigshafen und Kaiserslautern, jedoch bringen die auch immer die Standardsachen, die man eigentlich schon lange kennt. (Ich bin am überlegen, ob ich nicht mal einen Thread eröffne, in dem alle Operettenproduktionen einer Saison an deutschen Theatern gelistet werden. Bringt das was?)


    In Berlin soll dieser Tage an der komischen Oper ein Neuinszenierung des "Weißen Rössl" mit der bisher verschollenenen Originalpartitur (die stammt übrigens von Eduard Künneke) herauskommen. Diese Tatsache wurde sogar in einem bekannten Fernseh-Kulturmagazin gewürdigt, und was ich da so gesehen habe, sieht nicht nach Regietheater aus, allerdings ist man bemüht, nicht das übliche Postkartenidyll zu zeigen.


    Es wäre schön, wenn es noch weitere solche Beispiele von Operetteninszenierungen gäbe, die, ohne es als provokantes Regietheater darauf angelegt zu haben, den Sprung in ein Kulturmagazin schaffen.


    :S Uwe

  • Operette ist nicht tot, sie wird nur totgesagt. Man nehme nur das "Operettenmekka" Mörbisch, wo die Zuschauerzahlen immer noch ansteigen. Der Run auf die Karten ist ungeheuer, es sind für 2011 bereits 80% der Karten verkauft.


    Aber, wenn man die alte, staubige Operette sehen will, muss man ins Stadttheater Baden fahren. Dort ist das Haus ganzjährig gefüllt, mit einem guten Prozentsatz der Besucher auch aus Wien.



    Liebe Grüße - an alle Operettenfreunde - vom


    Operngernhörer :)

  • Hallo Operngernhörer,


    Mörbisch ist ein Spektakel, eine Revue mit viel Kulisse und Kostümen. Ich weiß nicht ob die Zuhörer auch in die Operetten gehen würden, wenn sie im nächsten heimatlichen Theater auf dem Programm stünde. Woran liegt das? Ist es die Atmosphäre, die riesige Arena, viel Andrang, muss ja gut sein? Hier in M ünchen stehen schon mal Operetten auf dem Programm, die auch sehr gefragt sind, doch sie sind nicht die Regel, man muss schon aufpassen um sie nicht zu verpassen.

  • Mörbisch ist ein Spektakel, eine Revue mit viel Kulisse und Kostümen. Ich weiß nicht ob die Zuhörer auch in die Operetten gehen würden, wenn sie im nächsten heimatlichen Theater auf dem Programm stünde. ...


    Liebe Musica


    An einer Revue mit viel Kulisse und Kostümen ist a priori ja nichts Schlechtes. Man muss auf der Mörbischer Riesenbühne immer etwas dick auftragen, damit das Gewünschte auch beim Publikum ankommt. Aber die Besucher bekommen wirklich etwas geboten und die Stücke werden ernst genommen. Bei aller Verwendung neuester Technik und Orientierung an zeitgemäßen Vermarktungstechniken können Mörbisch-Besucher sicher sein, "gute alte Operette" vorgesetzt zu bekommen, wenn auch zeitgemäß aufpoliert.


    Und wenn du Bedenken hast, dass die gleichen Besucher kaum ins heimatliche Theater finden, dann wohl deshalb, weil auch die Operette vielfach vom Regietheatervirus befallen wurde, und sie nichts vorfinden, was ihnen gefallen würde. Dort, wo gute Operette praktiziert wird, findet sich in der Regel auch ein Publikum.


    Was den "Tod der Operette" betrifft, so durchlebte sie zumindest in den letzten beiden Jahrzehnten des letzten Jahrhunderts ein echtes Wellental. Man konnte das in Graz gut beobachten. In den 70ern hatten wir ein großartiges Operetten-Ensemble, das sich mit dem der Volksoper vergleichen konnte. Dann passierten zwei Dinge: Spitzenkräfte wie Elisabeth Kales wurden von der Volksoper abgeworben und hochkarätige komische Alte gingen in den Ruhestand. Innerhalb weniger Jahre war die Truppe völlig durchgemischt und hätte dringend eines Wiederaufbaus bedurft. Den gab es aber nicht, im Gegenteil, man fing an, an den Stücken herumzuschnipseln. Obwohl regelmäßig Operette gespielt wurde, wurden die Stücke immer kürzer. Die Texte wurden auf ein Minimum zusammengestrichen und es blieben Musicals im Dreivierteltakt übrig. Schön zu sehen an zwei Inszenierungen der Czardasfürstin. Mitte der 90er eine Minimalfassung, die in ca. 2 Stunden abschnurrte. In diesem Jahrzehnt dann der Aufschwung bei den Inszenierungen. In der Spielzeit 2005/06 eine neue Inszenierung mit mehr Musik und vermutlich allem, was das Textbuch hergab. Dieses war offenkundig überarbeitet, denn einige Pointen, die nur für Leute waren, die die Zeit um den Beginn des 1. Weltkriegs kannten, waren gekonnt für heutiges Publikum verständlich abgeändert worden. Plötzlich dauerte die Vorstellung rund drei Stunden, in denen man sich nie langweilte. Es tauchte lediglich das Problem auf, dass Operettensänger durchaus Probleme haben, viel Text verständlich sprechend über die Rampe zu bringen. Aber das ist ja auch auf den Schauspielbühnen nicht mehr so viel anders. Und das Publikum hat dies offenbar goutiert. Wir gingen extra noch ein weiteres Mal in die letzte Vorstellung der Serie und ich erwartete eher schütteren Besuch, da an diesem Samstag-Abend Viertelfinalspiele der Fußball-WM 2006 auf dem Programm standen. Ich war nicht schlecht überrascht, ein bummvolles Haus vorzufinden und alle hatten einen guten Abend. Natürlich gibt es auch bei uns Tendenzen zur Regie-Operette, die aber bislang immer genießbar waren. Auch die nächste Csardasfürsten, die heuer nach nur vier Jahren wieder in der Konwitschny-Inszenierung gebracht wurde, hat wohlwollende Aufnahme gefunden. Und Konwitschny hat das Stück ernst genommen - vielleicht sogar etwas zu ernst. Aber im Moment schaut es wieder relativ Gut aus mit der Operette.


    :hello:

    Ciao


    Von Herzen - Möge es wieder - Zu Herzen gehn!


  • Die Wiener Operette verlangt, dass die Darsteller in Wort und Gesang den Wiener Dialekt beherrschen.
    Ohne diese Fähigkeit gehen gehen Flair und Witz verloren. Der Kreis der in Frage kommenden Sänger ist deshalb sehr stark eingeschränkt. Der Darsteller des Pfefferkorn im Rastelbinder sollte Hans Moser kopieren können.


    Den Singschauspielern der heutigen Zeit ist das Feeling verlorengegangen, Operettenfiguren nachzuempfinden. Auch bei großen Stars, die in anderen Partien Weltspitze sind, können an einer Operette scheitern. Beispiel Siegfried Jerusalem und Helen Donath in 'Land des Lächelns'. Die Operette rauscht vorbei ohne den Zuhörer wirklich zu berühren. Die großen Gesangsnummern verpuffen.


    Am Schlimmsten ist es wenn man Skandinavier 'ran lässt. Diese sind dem Wiener Dialekt überhaupt nicht zugetan. Die NAXOS-Einspielung von 'Fürstin Ninetta' vergisst man am besten sofort wieder nach einmaligem Hören.


    August der Starke muss 'sächseln' können (Operette Adrienne), Kurfürst Karl Ludwig von der Pfalz in Liselott muss 'schwäbeln', sonst büßt die Operette ein wichtiges Attribut ein und ist nicht mehr genießbar. Slawische Einfärbung, auch wenn nicht gefordert, kann rollendeckend sein.

    2 Mal editiert, zuletzt von Engelbert ()

  • Natürlich stelle ich mir die Frage, was mich selbst an einer Operette faszieniert oder zurückstößt.


    Also, es sind die manchmal extrem witzigen Songs, welche einem einzigen Gesangstar auf den Leib geschrieben sind, hinter der alle Epigonen verblassen


    1. Das Branntweinlied:" Meine Tante wohnt im russischen Reich - die Große Katharina" (mit Lore Lorentz)
    2. Duett Lady Hamilton - Percy: "Komm mit nach Madrid" (mit Anny Schlemm)
    3. Aus 'Die lockende Flamme' Künstlerball bei Kroll (mit Evelyn Künneke)


    Was das Erleben einer Operette erschwert, sind der veraltete gellschaftliche Rahmen, das affektierte Verhältnis zu Lust und Liebe und die Sehnsüchte nach einer fragwürdigen Ferne, die heute in dieser Form niemand mehr teilt. Am Rio Negro, da weiß ich ein kleines Haus (Da denke ich in erster Linie an die Mücken- und Rattenplage, deshalb kriegt mich da niemend hin.)


    ;(


    Das moderne Regie-Theater kann mit Operette noch nicht viel anfangen. Sie ist noch Neuland, das es zu erschließen gilt.. Vielleicht sollte man den alten Zopf nur ein bisschen herrichten. Üppige Ausstattung kann nicht schaden.


    Bitte nicht in eine andere Zeit verlegen! Keine Straßenkostüme der Gegenwart anziehen. Die Sache phantastisch lassen. Ein Super-Tenor mit herrlichem Material ist fast unabdingbar - aber gibt es. Man soll den Debutanten aus den fernen Ländern eine Chance geben.


    8)


    Erste Wahl ist für mich nach wie vor Morenke Fayadomi, Mehrzad Montezeri gefällt mir ebenfalls. Zoran Todorovich nicht ganz so, aber auch.


    Freundlichen Gruß


    :angel:
    Engelbert

    Einmal editiert, zuletzt von Engelbert ()

  • Operette in "alter Form" Ausstattungsoperetten sind doch die, die das Publikum sehen möchte, kein Regietheater, habe ich selber auch noch nie erlebt. Die Operette lebt von "leichter Kost", wie sie immer genannt wird, doch für die Sänger selber ist es keine leichte Kost, im Gegenteil. Die Arien einzelner Operetten sind oft sehr schwer, dazu kommt die Schauspielerei, Dialoge und auch das Tanzen.


    Eine deutliche Aussprache ist unausweichlich, die Dialoge müssen sauber und deutlich sein, deutsche Sprache, schwere Sprache.


    Doch die Frage stellt sich mir immer noch, ist die Operette tot, oder muss es heißen, sie ist nicht tot zu kriegen?

    Einmal editiert, zuletzt von musica ()

  • Hallo Theophilus,


    natürlich mögen die Zuschauer dieses Spektakel, ohne Frage, Ausstattungsoperetten mit diesem Aufwand an Technik sind sehenswert. Ist der Andrang deshalb so groß? Sind es die Sänger die das Publikum anzieht? Ist es wirklich das Publikum dass auch in heimatlichen Gefilden die Operette besucht?


    Was hindert die großen Bühnen Operette zu spielen, außer natürlich Silvester die Fledermaus? Zu meiner Zeit gab es jedes Jahr eine neue Operette, heute werden dort nur Muscals gespielt, dort ist die Operette wirklich tot. Das liegt aber daran, weil sich die Sänger nicht nur für die Operette verpflichtet werden wollen, sie wollen in erster Linie Oper singen, Operette...naja..läuft dann nebenher.


    In Österreich sieht es ganz anders aus, ich würde es als das Land der Operette bezeichnen.

  • Danke musica,


    ich hatte es schon selbst bemerkt und versucht unmittelbar zu löschen:


    Es fehlte die Funktion: in den Papierkorb und es fehlte die Funktion bearbeiten.
    Nach mehrfachem herumirren waren sie dann wieder da.


    Was da gelaufen ist, weiß ich nicht. auch nicht ob es mein Fehler war.


    Zu Deinem Thema habe ich die irrigen Postings ausgetauscht


    Schönen Tag noch.
    Engelbert


    INFO füt dir Moderation: Nach Kenntnisnahme - Löschen freigestellt

    Einmal editiert, zuletzt von Engelbert ()

  • Ein Grund warum in den Opernhäusern nicht so häufig Operette gespielt wird, kann auch sein das die Sänger einfach nicht vorhanden sind die beides können: auf deutsch verständlich singen und schauspielern können. Eigentlich müsste ja jedes Opernhaus ein Sprachcoach haben, aber manchmal möchte ich mir nur die Ohren zuhalten, wenn ich ausländische Sänger deutsch singen höre. Denn es gibt noch genügend Operetten die man entdecken könnte. Und man muss dafür natürlich den richtigen Regisseur haben. Eine Bekannte von mir war gestern in der Premiere vom weißen Rossel an der komischen Oper und meinte nur das die Inszenierung furchtbar gewesen sei und der größte Teil der Sänger entweder nur schauspielern aber nicht singen konnte bzw. umgekehrt.

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  • hallo rodolfo,


    leider wird kaum an den Hochschulen Operette unterrichtet und damit auch die Schauspielerei.
    In der Oper ist auf der Bühne alles genau festgelegt, jeder Schritt, jede Handbewegung, im Operettenfach sieht das anders aus. Viel Eigeninitiative ist notwendig, es ist alles lockerer.


    Im weißen Rössl zählt zu den Singspielen, es sind keine großartigen Arien oder Lieder enthalten, aber es spielt zu Kaisers Zeiten und man müsste das Libretto schon sehr ändern, um es modern zu inszenieren. Aber heute gibt es ja nichts, was es nicht gibt.


    Ich habe damals die Ottilie in dieser Operette gespielt. :hello:

  • Hallo, musica!


    Auf den Bühnen in Köln und Bonn ist die Operette schon lange tot. Jedenfalls ist mir von einer klassischen Operette in letzter Zeit dort nichts bekannt.


    Bei mir heute Abend nicht! Ich höre gerade eine Operetten-Gala mit Renate Holm, Pilar Lorengar und Werner Krenn. Mit dem Wiener Operettenorchester unter der Ltg. von Walter Weller. Wunderschön!



    Gruß Wolfgang

    W.S.

  • In Köln gab es mal ein eigenes Operettentheater, aber....


    ich höre gerade zum 50sten Todestag von Paul Abraham auf Bayern 4 Klassik Ausschnitte aus aus den Operetten "Victoria und ihr Husar", "Die Blume von Hawaii", "Ball im Savoy", und anderes, da werden Erinnerungen wach.

  • Jetzt habt ihr mich aber infiziert - ich höre gerade "Das Land des Lächelns" mit dem unvergessenen Sándor Kónya.


    Manfred

    "Menschen, die nichts im Leben empfunden haben, können nicht singen."
    Enrico Caruso


    "Non datemi consigli che so sbagliare da solo".
    ("Gebt mir keine Ratschläge, Fehler kann ich auch allein machen".)
    Giuseppe di Stefano

  • Nach diesem (leider zu kurzen) Ausflug ins Land "Land des Lächelns" nun noch schnell zu Heubergers "Opernball" mit Nicolai Gedda. Der Ausnahmetenor singt gerade: "Man lebt nur einmal"! :jubel: :jubel: :jubel:


    Manfred

    "Menschen, die nichts im Leben empfunden haben, können nicht singen."
    Enrico Caruso


    "Non datemi consigli che so sbagliare da solo".
    ("Gebt mir keine Ratschläge, Fehler kann ich auch allein machen".)
    Giuseppe di Stefano

  • Für mich ist die Operette nicht tot. Habe mir aus der Dokument-Serie fast alle Operetten zugelegt.
    Silvester ohne Fledermaus, kann mich nicht mehr erinnern.


    LG, Bernward
    :hello: :hello: :hello:


    "Nicht weinen, dass es vorüber ist
    sondern lächeln, dass es gewesen ist"


    Waldemar Kmentt (1929-2015)


  • Ich habe mir einmal die Mühe gemacht, (fast) sämtliche deutschen Theater nach ihren Spielplänen für die Spielzeit 2010/2011 durchzuforsten und bin dabei in Bezug auf Operetten auf erstaunlich positive Ergebnisse gekommen.


    Von 84 untersuchten Bühnen werden an immerhin 63 Bühnen noch insgesamt 104 Operetten gegeben. Interessant ist dabei der Vergleich zum Musical. Ich war bisher gefühlsmäßig der Meinung, dass das Musical der Operette längst den Rang abgelaufen hätte. Nicht so jedenfalls bei den öffentlich geförderten Theatern; dort spielen nur 51 Bühnen insgesamt 93 Musicals. Man sieht, die Operette hat die Nase noch (oder wieder?) leicht vorne.


    Eher sekundär ist die Beobachtung, dass von den 63 Bühnen, die Operetten geben, 25 keine Musicals spielen, umgekehrt spielen von den 51 Bühnen, die Musicals geben, 14 keine Operetten.


    Wie schon an anderer Stelle von verschiedenen Taminoern angemerkt, konzentriert sich das Angebot auf nur relativ wenige Werke, nämlich auf 31. Absoluter Spitzenreiter ist, wer sollte es schon anders sein


    "Die Fledermaus", die an 22 Bühnen aufgeführt wird


    mit großem Abstand erst gefolgt von


    "Der Vetter aus Dingsda" an 10 Bühnen (wer hätte das gedacht).


    Und so geht die Rankingliste weiter:


    "Die Czardasfürstin" 8 Bühnen
    "Im weissen Rössl" 6 Bühnen
    "Gräfin Mariza", "Eine Nacht in Venedig", "Die lustige Witwe" jeweils 5 Bühnen
    "Orpheus in der Unterwelt" 4 Bühnen
    "Das Feuerwerk" 3 Bühnen

    An jeweils 2 Bühnen werden gegeben


    "La Perichole", Glückliche Reise", "Die Piraten von Penzance", "Die Großherzogin von Geroldstein", "Der Bettelstudent" ,"Der Vogelhändler", "Candide"


    und je 1 x dabei sind


    "Blaubart", "Carneval in Rom", "Das Spitzentuch der Königin", "Die Blume von Hawai", "Die schöne Helena",
    "Die Zirkusprinzessin", "Frau Luna", "Gasparone", "Maske in Blau", "Prinz Methusalem", "Salon Pitzelberger", "Zigeunerliebe".


    Wer sich für eine bestimmte Operette interessiert und wissen möchte, wo die gespielt wird, kann gerne hier nachfragen und ich kann dann die Antwort posten.


    Für mich persönlich interessant ist die Feststellung, dass ich, wie ich schon hin und wieder beklagt habe, doch in einem relativ operettenfreien Umfeld wohne während ein wenig weiter da draußen doch das Leben tobt.


    "Die Operette war tot, es lebe die Operette"!


    :jubel: Uwe

  • Lieber Uwe,


    bei Musicals musst Du berücksichtigen, dass diese meistens ihre eigenen Spielstätten haben und man nicht vergleichen sollte. Die Dauer wie lange ein Musical zu laufen hat, erstreckt sich manchmal über Jahre. Der Klamauk ist ein anderer und das Publikum hat andere Erwartungen. Die Sänger haben keine Belcantoausbildung, die Stimmen haben andere Klangfarben und andere Techniken, sie bevorzugen andere Rhythmen und andere Phrasierungen.


    Der Andrang zum 'König der Löwen' (eigenes Zelt in schöner Lage direkt an der Elbe) ist in Hamburg groß. Die Reisebusse kommen regelmäßg rudelweise aus allen deutschen Städten und den meisten hat die Show gefallen. Man kann es mit Oper ebensowenig vergleichen wie mit einer Eisrevue oder einer Sportschau.


    Ich bin nur zweimal in einem Musical gewesen 'Titanic' und 'Dracula'. Ich kann nicht sagen, dass es mir nicht gefallen hat.


    :thumbdown:


    Das klassische Musical nähert sich der Operette an. In South-Pacifik wird nicht getanzt und zuweilen kommen Opernsänger zum Einsatz. (Carreras - Kiri te Kananwa). Die Grenze sollte man innerhalb des Musical-Bereiches festlegen. Die Älteren wie Oklahoma, Showboat, Kiss me Kate sind englische und amerikanische Ausformungen der Operette. Entgegen allgemeiner Gepflogenheit würde ich sie zur klassischen Musik rechnen.


    Mit freundlichen Grüßen
    :angel:
    Engelbert

  • Hallo Uwe,


    vielen Dank für deine Rechersche, die ich sehr interessant finde. Mich wundert es, dass einige Operetten dabei sind, die selten gespielt werden und daneben vermisse ich Operetten wie "Zigeunerbaron", "Land des Lächelns", "Zarewitsch". Vetter aus Dingsda ist wirklich hätte ich jetzt auch nicht gedacht, aber diese Operette hat keinen Chor und die Besetzung ist nich allzu groß.


    Aber schön, mir zeigt das, dass die Operette auch weiter präsent ist.

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  • Toll, Uwe, eine interessante Recherche. Vor ca 15 Jahren habe ich etwas ähnliches durchgeführt, da waren es noch deutlich weniger Operetten und ein paar mehr Musicals.


    Es gibt ja in der Bundesrepublik auch spezielle Operettentheater (Dresden?).


    Das Opernhaus, das ich regelmäßig besuche (DOR) hat eigentlich in jeder Spielzeit 1 - 2 Opertten auf dem Spielplan, ab und zu auch mal ein Musical (Kiss me Kate, My Fair Lady, Anatevka).


    In dieser Spielzeit ist es mal wieder die "Lustige Witwe" in einer Neuinszenierung von Harald Schmidt. Zuletzt war es der "Zigeunerbaron" (siehe meinen Bericht hier: Heute in der Operette)
    Aber es waren in den vergangenen Jahren auch schon mal weniger populäre Operetten dabei, wie z.B. "Meine Schwester und ich" oder mal was von Offenbach (zuletzt "La Belle Helene", "Orpheus in der Unterwelt) oder Gilbert & Sullivan ("Gondoliers").
    Die Otto-Schenk-Inszenierung der "Fledermaus" durfte natürlich nicht fehlen, ebenso der "Vogelhändler". Aber auch der "Vetter aus Dingsda" stand lange auf dem Spielplan.


    Was die neue Intendanz in den kommenden Jahren vorhat, entzieht sich meiner Kenntnis.


    LG


    ;)

    Harald


    Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
    (Vinícius de Moraes)

    Einmal editiert, zuletzt von Harald Kral ()

  • Zitat

    Original von musica
    daneben vermisse ich Operetten wie "Zigeunerbaron", "Land des Lächelns", "Zarewitsch"


    Hallo musica,


    du hast vollkommen recht. Der Zigeunerbaron (2 Bühnen) und Land des Lächelns (6 Bühnen) stehen auf meiner Liste, ich habe nur vergessen, sie ebenfalls aufzuführen. Weiter fehlte noch Der Graf von Luxemburg (3 Bühnen). Tut mir leid, da habe ich wohl schlampig aus meiner eigenen Liste abgeschrieben. Ich hab es jetzt nochmals verglichen, jetzt müsste es stimmen.


    ?( Uwe

  • Es gibt ja in der Bundesrepublik auch spezielle Operettentheater (Dresden?).


    und Leipzig! :jubel:

    Einer acht´s - der andere betracht´s - der dritte verlacht´s - was macht´s ?
    (Spruch über der Eingangstür des Rathauses zu Wernigerode)


  • Hallo Uwe,


    ab dem 5.Februar 2011 kannst du "Die lustigen Nibelungen" von Oscar Straus hinzufügen. Die Premiere findet in Mönchengladbach statt. In Krefeld ist es dann in der Spielzeit 2011/2012 zu sehen und hören.


    LG MosesKR1

  • Antwort an MoesesKr1:


    Danke für die Info, die habe ich inzwischen auch direkt vom Theater in Krefeld erhalten, nachdem ich auf deren Webseite keinen Zugang zu Programminformationen finden konnte. Bei dieser selten gespielten Operette wäre es interssant, die Frage zu klären, ob sie einigermaßen im Originalgewand daherkommt. Ich habe neulich im Radio gehört, das diese irgendwo (ich meine aber, es war im Münchner Raum) aufgeführt wird, allerdings bei geänderter Partitur im Big-Band-Sound.


    Antwort an Harald


    Die Staatsoperette Dresden hatte ich berücksichtigt, sie ist allein mit 11 Operetten vertreten.


    Antwort an Engelbert


    Dass es eigene Musical Theater gibt mit ganz anderen Aufführungszahlen ist mir bekannt, deshalb habe ich auch dazugeschrieben, dass sich meine Recherche nur auf öffentlich geförderte Theater bezieht, hierzu gibt es bei Wikepedia eine entsprechende Liste.


    Frage an Reinhard


    Laut o.g. Liste gibt es in Leipzig eine Oper und eine so genannte "Musikalische Kommödie". Beide finden aber im Opernhaus statt. Meinst du dieses? Wenn ja, ist Leipzig in meiner Liste mit 2 Operetten vertreten.


    :hello: Uwe

  • Soweit ich mich erinnere, hat es im Raum Düsseldorf immer schon Operetten-Aufführungen gegeben. Realisiert wurden diese von einer "Rheinischen Operettenbühne" oder so ähnlich. Das war ein festes Ensemble. Die hatten jedoch kein eigenes festes Haus für ihre Auftritte, sondern gastierten irgendwo.


    Habe danach gegoogelt, allerdings ohne Erfolg.


    Später begegnete ich einem ähnliche Ensemble "Düsseldorfer Operettentheater" oder so; scheint es aber auch nicht mehr zu geben.


    Aber irgendwie geht es da noch weiter: Im Programm der Freilicht-Theaters der Feste Zons am Rhein tauchte im Spielplan für die vergangene Saison ein Gastspiel einer Truppe auf namens "Neue Operette Düsseldorf" mit der beliebten Operette "Gräfin Mariza" .
    Das war wohl erfolgreich, über 1000 Zuschauer wollten die Operette sehen.
    Für die Saison 2011 gastiert das Ensemble mit dem "Zigeunerbaron" an gleicher Stelle, der Vorverkauf läuft bereits.
    Aber auch an anderen Spielstätten ist das Ensemble im kommenden Sommer mit dem "Zigeunerbaron" zu sehen, z.B. im historischen Burghof von Satzvey...


    LG


    ;)

    Harald


    Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
    (Vinícius de Moraes)

  • Zitat

    ab dem 5.Februar 2011 kannst du "Die lustigen Nibelungen" von Oscar Straus hinzufügen. Die Premiere findet in Mönchengladbach statt. In Krefeld ist es dann in der Spielzeit 2011/2012 zu sehen und hören.


    Eine wirklich selten gespielte Operette, ich selber kenne sie selber nicht.


    Wobei die genannte Operette Candide schon mehr opernhaft ist.


    Hershy Kay hat die Musik für die Musical-Fassung nahezu unverändert von der 1956 entstandenen Operette übernommen. An vielen Stellen klingt sie sehr opernhaft. Nicht umsonst wird das Werk hin und wieder auch als „komische Oper“ bezeichnet. Am ausgeprägtesten kommt die Verwandtschaft zur Oper in Kunigundes Lied "Glitter And Be Gay" zur Geltung, das schon in der Ouvertüre anklingt und streng genommen eine Arie für Koloratursopran ist. Aber auch die anderen Hauptrollen sind musikalisch so anspruchsvoll, dass sie mit ausgebildeten Opernsängern besetzt werden müssen. Das bekannteste Musikstück aus dem Werk ist jedoch die Ouvertüre. :hello:

  • Die Musik von Oscar Straus ist ja immer hörenswert, z. B. hier auf der alten RAVAG-Aufnahme:



    Oscar Straus (1870-1954)
    Die lustigen Nibelungen

    Hildegard Rössl-Majdan, Kurt Preger, Margarete Grubinger, Otto Wiener,
    Chor & Orchester des Wiener Rundfunks,
    Max Schönherr


    Ob das auch bühnenwirksam ist, kann ich nicht beurteilen.


    LG


    ;)

    Harald


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    (Vinícius de Moraes)

  • Laut o.g. Liste gibt es in Leipzig eine Oper und eine so genannte "Musikalische Kommödie". Beide finden aber im Opernhaus statt. Meinst du dieses? Wenn ja, ist Leipzig in meiner Liste mit 2 Operetten vertreten.


    Hallo Uwe,
    dann ist Deine Liste nicht ganz korrekt. In Leipzig gibt es tatsächlich zwei Musiktheater. Zum einen das Opernhaus, was sich im Stadtzentrum am Augustusplatz befindet. Zum anderen die Musikalische Komödie (Haus Dreilinden) im Leipziger Westen. Während die Oper vom Gewandhaus bespielt wird, hat die Musikalische Komödie ein eigenes Orchester. Beide Häuser existierten so schon in der DDR, mit relativ klaren Abgrenzungen des Repertoires. In der MuKo, wie sie im Volksmund heißt, gab es Operette und Musical, in der Oper höchstens ausnahmsweise mal Operette, wenn sie für die relativ kleine Bühne der MuKo zu opulent war (An eine "Fledermaus" in der Oper kann ich mich erinnern.)
    In jüngster Zeit macht die MuKo auch die eine oder andere Oper (derzeit zum Beispiel "Zar und Zimmermann")
    Insgesamt macht die MuKo einen eher etwas provinziellen EIndruck. Obwohl, die Csardaszfürstin, die ist letztens dort sah, hat mir schon ganz gut gefallen.
    Mit der MuKo verbinden sich für mich besondere Eerinnerungen, dort habe ich mir als Student die eine oder andere Mark mit Kulissenschieben verdient.
    Soviel vielleicht fürs erste. Wenn Du noch Fragen hast, versuche ich sie gern zu beantworten.



    :hello:
    Reinhard

    Einer acht´s - der andere betracht´s - der dritte verlacht´s - was macht´s ?
    (Spruch über der Eingangstür des Rathauses zu Wernigerode)

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