Oper - heute im Radio

  • Sendung am Sonntag, 22.4. | 20.15 Uhr | SWR2


    Wolfgang Amadeus Mozart:
    "La clemenza di Tito", Dramma serio per musica in 2 Akten KV 621
    Tito Vespasiano: Gösta Winbergh
    Vitellia: Carol Vaness
    Servilia: Christine Barbaux
    Sesto: Delores Ziegler
    Annio: Martha Senn
    Publio: Lászlo Polgár
    Konzertvereinigung Wiener Staatsopernchor
    Wiener Philharmoniker
    Leitung: Riccardo Muti


    :hello:
    Jolanthe

  • Dienstag, 1. Mai 2012, 19:30, Ö1


    Siegfried: Stephen Gould
    Brünnhilde: Linda Watson
    Der Wanderer: Albert Dohmen
    Alberich: Tomasz Konieczny
    Erda: Anna Larsson
    Mime: Wolfgang Schmidt
    Fafner: Ain Anger
    Stimme des Waldvogels: Chen Reiss


    Orchester der Wiener Staatsoper
    Christian Thielemann


    (aufgenommen am 9. November 2011 in der Wiener Staatsoper) (Übertragung in Dolby Digital 5.1 Surround Sound)
    Gestaltung: Michael Blees


    Präsentation: Stephan Pokorny

    »Und besser ist's: verdienen und nicht haben,

    Als zu besitzen unverdiente Gaben.«

    – Luís de Camões

  • 1. Aufzug vorbei. Zwischenfazit: na ja.


    Schmidts Mime anfangs kaum erträglich, steigert sich dann doch noch und endet halbwegs annehmbar. Bisher keine Glanzleistung.


    Gould wird der Titelpartei durchaus Herr, allerdings kommt auch er nicht an die Spitzeninterpreten heran.


    Dohmen als Wanderer setzt den Trend aus der "Walküre" fort und bringt eine durchaus gute Leistung.


    Thielemanns Dirigat wurde von der Presse derart hochgejubelt, dass es einer näheren Überprüfung gar nicht standhalten kann. Wie schon in den beiden Teilen davor wieder alles auf Sparflamme, alles "light". Verstehe das Faszinierende der Darbietung mitnichten. Dass das seinerzeit so einhellig zum Jahrhundertereignis hochstilisiert wurde, spricht Bände über die heutigen Musikkritiker.

    »Und besser ist's: verdienen und nicht haben,

    Als zu besitzen unverdiente Gaben.«

    – Luís de Camões

  • So schlecht finde ich den Siegfried bis jetzt nicht. Gould ist ein sehr guter Siegfried , vor allem das Finale des ersten Aktes ist ihm sehr gut gelungen. Das das Ganze so hochgejubelt wurde verstehe ich auch nicht. Und was mich auch stört das der Moderator vor den Akten immer die " Lobhudeleien " aus der Presse vorlesen muss. Da hab ich an der Rheinoper schon bessere Ring Vorstellungen gehört.

  • Im 2. Aufzug war der Mime auch besser, finde ich. Der Alberich klang mir zu "nett". Der Fafner war ganz ordentlich.


    Alles in allem guter Durchschnitt, mehr aber nicht.

    »Und besser ist's: verdienen und nicht haben,

    Als zu besitzen unverdiente Gaben.«

    – Luís de Camões

  • So, gerade ging die Übertragung zu Ende.


    "Klangwunder" — Kronenzeitung


    "Neuer Wunder-Ring" — Der Kurier


    Maßloser kann man es kaum übertreiben. :rolleyes:


    Haben wohl noch nie Knappertsbusch, Furtwängler oder Keilberth gehört, die Herrschaften.

    »Und besser ist's: verdienen und nicht haben,

    Als zu besitzen unverdiente Gaben.«

    – Luís de Camões

  • Ich hab mir auch bei den ganzen Vorankündigungen gedacht, wer weiß was da für ein Weltereignis da übertragen wird, und dann ist es bis jetzt leider nur gediegenes Mittelmaß. Und wer mir noch unangenehm aufgefallen ist, war dieser penetrante Bravo Rufer , der jedesmal als erstes lautstark Bravo gerufen hat, wenn Thielemann zum Dirigentenpult kam. Wenn der mal nicht bezahlt war.

  • Haben wohl noch nie Knappertsbusch, Furtwängler oder Keilberth gehört, die Herrschaften.


    An welchem Haus dirigieren diese Herren zur Zeit?


    Wie sind doch die "Musikliebhaber" zu bedauern, die offenbar keine aktuelle Vorstellung mehr anhören können, ohne ihre Referenzfilter auszuschalten und daher unfähig sind, die wiederum bemerkenswert eigenständige und dabei überzeugende Realisierung Thielemanns würdigen zu können. Mir soll nichts schlimmeres passieren, als nur mehr Vorstellungen dieses Niveaus erleben zu dürfen. Denn es war bemerkenswert gut!

    Ciao


    Von Herzen - Möge es wieder - Zu Herzen gehn!


  • Heute Abend gibt es auf Radi Rai 3 aus Florenz den Rosenkavalier. Beginn ist um 19.50 Uhr.


    Home DER ROSENKAVALIER, di Richard Strauss
    slcontent

    DER ROSENKAVALIER


    Commedia musicale in 3 atti di Hugo von Hofmannsthal


    Musica di Richard Strauss


    La Marescialla, Angela Denoke
    Il Barone, Ochs Kristinn Sigmundsson
    Octavian, Caitlin Hulcup
    Faninal, Eike Wilm Schulte
    Sophie, Sylvia Schwartz
    Marianne Leitmetzerin, Ingrid Kaiserfeld
    Valzacchi, Niklas Björling Rygert
    Annina, Anna Maria Chiuri
    Un commissario di polizia, Pawel Izdebski
    Primo maggiordomo della Marescialla, Alexander Kaimbacher
    Primo maggiordomo di Faninal / Un oste, Kurt Azesberger
    Un notaio, Marcus Pelz
    Un cantante, Celso Albelo
    Prima orfana, Sabrina Testa
    Seconda orfana, Elisa Fortunati
    Terza orfana, Raffaella Ambrosino
    Una modista, Jennifer O'Loughlin
    Un venditore di animali, Saverio Fiore

    Orchestra e coro del Maggio Musicale Fiorentino
    Coro di voci bianche della Scuola di Musica di Fiesole
    M° del Coro di voci bianche Joan Yakkey
    direttore, Zubin Mehta


    regia Eike Gramss
    scene Hans Schavernoch
    costumi Catherine Voeffray

  • Nachtrag der Rosenkavalier hat bereits um 18 Uhr angefangen. Vielleicht hat der Praktikant für die Internetseite bei Rai 3 nicht richtig hingeschaut. Auf der Hompage vom Maggico Miusicale in Florenz steht als Anfangszeit auch 18 Uhr und auf der Homepage von Rai 3 19.50 Uhr - 24 Uhr

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  • Samstag, 5. Mai, 19:05, Ö1


    Siegfried: Stephen Gould
    Gunther: Markus Eiche
    Hagen: Eric Halfvarson, Attila Jun (3. Akt)
    Alberich: Tomasz Konieczny
    Brünnhilde: Linda Watson
    Gutrune: Caroline Wenborne
    Waltraute: Janina Baechle
    Erste Norn: Zoryana Kushpler
    Zweite Norn: Ulrike Helzel
    Dritte Norn: Ildikó Raimondi
    Woglinde: Ileana Tonca
    Wellgunde: Ulrike Helzel
    Floßhilde: Zoryana Kushpler


    Chor und Zusatzchor der Wiener Staatsoper
    Orchester der Wiener Staatsoper
    Christian Thielemann


    (aufgenommen am 13. November 2011 in der Wiener Staatsoper) (Übertragung in Dolby Digital 5.1 Surround Sound)
    Gestaltung: Michael Blees

    »Und besser ist's: verdienen und nicht haben,

    Als zu besitzen unverdiente Gaben.«

    – Luís de Camões

  • Höre grade auf France Miusique Madama Butterfly in der drei Aktigen Fassung. Schöner habe ich den ersten Akt und vor allem das Duett selten gehört. Ganz wunderbare Sänger. Und wiedermal ein Beweis das man bei dem Duett nicht unbedingt so brüllen muss das man Tinitus bekommt. Und auf meinen Festplattenrecorder nehme ich Die Götterdämmerung aus Wien und aus der Met Die Sache Makropolus auf. Die beiden Aufnahmen werde ich mir aber erst morgen anhören.


    Soirée lyrique
    par Judith Chaine
    Giacomo Puccini : Madame Butterfly.
    Enregistré le 20 avril 2012 à la Halle aux grains, à Toulouse.


    Tragédie japonaise en trois actes sur un livret de Giuseppe Giacosa et Luigi Illica d’après la pièce éponyme de David Belasco et une nouvelle de John Luther Long.


    Créée dans sa version originale en deux actes le 17 février 1904 au Teatro alla Scala de Milan.


    Version en trois actes créée le 28 mai 1904 au Teatro Grande de Brescia.


    Production du Théâtre du Capitole.


    Distribution :


    Cio-Cio-San : Hui He (soprano)
    Suzuki : Enkelejda Shkosa (mezzo-soprano)
    F.B. Pinkerton : Teodor Ilincai (ténor)
    Sharpless : Trevor Scheunemann (baryton)
    Goro : Gregory Bonfatti (ténor)
    Le Prince Yamadori : Valentin Jar (ténor)
    L’oncle Bonze : Luciano Montanaro (basse)
    Le Commissaire Impérial : Vladimir Kapshuk (baryton)
    Yakusidè : Jean-Philippe Marlière (baryton)
    Kate Pinkerton : Vannina Santoni (soprano)
    L’Officier d’État-civil : Alexandre Durand (baryton-artiste Chœur du Capitole)
    La Mère de Cio-Cio-San : Corinne Marquet (mezzo-soprano-artiste Chœur du Capitole)
    La Tante : Zena Baker (soprano-artiste Chœur du Capitole)
    La Cousine : Catherine Alcoverro (Mezzo-soprano-artiste Chœur du Capitole)



    Chœur du Capitole
    Direction : Alfonso Caiani
    Orchestre National du Capitole de Toulouse
    direction musicale : Claus Peter Flor


    Mise en scène : Nicolas Joel
    détail de l'émission

  • Der I. Aufzug ist zu Ende. Bisher war dies das beste Dirigat Thielemanns beim "Ring". Endlich kommt das Orchester mal etwas klanggewaltiger zur Geltung — in den ersten drei Teilen leider viel zu selten. Die seltsamen Temposchwankungen von Thielemanns Bayreuther Aufführung fehlen hier glücklicherweise. Sängerisch durchaus überzeugend bislang.

    »Und besser ist's: verdienen und nicht haben,

    Als zu besitzen unverdiente Gaben.«

    – Luís de Camões

  • Der II. Aufzug gelang ebenfalls gut. Sehr gut disponiert der Wiener Staatsopernchor!


    Aber mit Verlaub: Wie sich die österreichische Presse (mal wieder) in peinlichem Lokalpatriotismus in Superlativen ergeht, ist kontraproduktiv und schadet Thielemann und den Wiener Philharmonikern/dem Wiener Staatsopernorchester sogar. Man nimmt solche Kritiken gar nicht mehr ernst, da alles "supertoll" und "unvergleichlich" gewesen sein soll — faktisch nicht haltbar.

    »Und besser ist's: verdienen und nicht haben,

    Als zu besitzen unverdiente Gaben.«

    – Luís de Camões

  • Das mit den Pressemeldungen ist mir auch bei den Übertragungen aufgestoßen. Nur wurde der Moderator dazu gezwungen diese vor zu lesen? Es hätte doch gereicht, wie bei den Übertragungen der Bayreuther Festspiele nur die Inhaltsangabe und die Besetzung der einzelnen Akte vorzulesen..

  • Nur wurde der Moderator dazu gezwungen diese vor zu lesen?


    Mein Gott, habt ihr Sorgen! ;)


    Aber - um die Frage zu beantworten: Ja, natürlich! Was glaubst du denn? Der Sprecher hat den Text zu lesen, der ihm vorgelegt wird. Das ist sein Job!


    :hello:

    Ciao


    Von Herzen - Möge es wieder - Zu Herzen gehn!


  • Das war ja auch nur scherzhaft gemeint. Ich wollte nur nicht das Smiley danebensetzen. Und zur Zeit hab ich auch keine anderen Sorgen, da es mir richtig gut geht.

  • Am 12. Mai um 19.30 Uhr überträgt oe1


    La Gioconda von Ponchielli, aufgenommen am 15. Oktober 2011 im Concertgebouw Amsterdam.


    Solist/Solistin: Eva-Maria Westbroek /Gioconda
    Solist/Solistin: Luciana D'Intino /Laura Adorno
    Solist/Solistin: Elena Cassian /La Cieca
    Solist/Solistin: Riccardo Massi /Enzo Grimaldo
    Solist/Solistin: Alberto Gazale /Barnaba
    Solist/Solistin: Luiz-Ottavio Faria /Alvise Badoero
    Solist/Solistin: Lars Terray /Zuane
    Solist/Solistin: Paul O'Neill /Isepo
    Solist/Solistin: Palle Fuhr Jorgensen /Ein Sänger
    Chor: Niederländischer Radio Chor
    Chor: Nationaler Knabenchor
    Chor: Nationaler Kinderchor
    Orchester: Niederländisches Radio-Symphonie Orchester
    Leitung: Bruno Bartoletti


    :hello:
    Jolanthe

  • La Gioconda hab ich mir bei TodOpera aufgenommen. Kann ich nur jedem empfehlen. Besonders gut hat mir Ricardo Massi gefallen, der den Enzo Grimaldo gesungen hat und endlich gab es mal wieder einen Bariton nach alter italienischer Schlule von Alberto Gazale zu hören, der den Barnaba gesungen hat. Hervorragend auch das Dirigat von Herrn Bartoletti, wenn man daran denkt das er auch an die 80Jahre alt sein müsste. Warum zur Zeit um Frau Westbroek so viel Wirbel gemacht wird kann ich nicht verstehen. Sie sieht zwar gut aus, aber so herausragend singt sie nun auch wieder nciht.

  • Hört eigentlcih jemand die Übertragung der Premiere von La Clemenza di Tito aus der Wiener Staatsoper ? Der erste Akt war leider nicht sehr mitreißend und stark gekürzt. An der Rheinoper waren die sängerischen Leistungen letzte Spielzeit wesentlich besser . Der Beifall hielt sich auch stark in Grenzen. Das Dirigat von Herrn Langree finde ich auch etwas zu langsam und sehr schleppend. Grade läuft der zweite Akt. Hier noch mal die Besetzung :



    17. Mai 2012
    19:00-21:45 | 1 Pause
    Preis P
    > Vollständige Besetzung
    > Inhaltsangabe
    > Termine
    > online kaufen
    LA CLEMENZA DI TITO|Wolfgang Amadeus Mozart
    Louis Langrée | Dirigent
    Jürgen Flimm | Regie
    George Tsypin | Bühne
    Birgit Hutter | Kostüme
    Wolfgang Goebbel | Licht

    Michael Schade | Tito
    Juliane Banse | Vitellia
    Chen Reiss | Servilia
    Elina Garanca | Sesto
    Serena Malfi | Annio
    Adam Plachetka


    Sehr angetan war ich von der Stimme von Adam Plachetka, der eine wunderschöne Bassstimme hat. Michael Schades Stimme klingt irgendwie sehr belegt . Dabei müsste ihm diese Rolle doch liegen Hier im Forum wurde schon mal geschrieben das Chen Reiss eine sehr dünne Stimme hat, das kann ich leider nur bestätigen. Sie ist leider auch nur eine der Sängerinnen die aufgrund ihres Aussehens Karriere machen.

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  • Ich höre die Übertragung auch. Allerdings gefällt mir Elina Garanca sehr gut als Sesto. Ansonsten stimme ich Dir zu.
    Die Inszenierung muss allerdings fürchterlich sein. Das könnte sich auch auf die sängerische Leistung niederschlagen.


    :hello:
    Jolanthe

  • Es gibt doch noch einige " Unbeiirrbare " die dem Regisseur Herrn Flimm zujubeln. Der Moderator meinte das Herr Schade bei dieser Rolle aus sich herausgegangen wäre, dann hat er ihn wahrscheinlich vorher noch nicht gehört. Frau Banse als Vitellia war leider auch eine absolute Fehlbesetzung. . Normaler weise gibt es ja nach ihrer Arie im zweiten Akt Applaus. aber es kam sofort der Schlusschor. Sehr gut hat mir noch Serena Malfi gefallen, die den Annio gesungen hat. Am Besten von den Damen hat mir Elena Garanca gefallen. Der Tito ist normalerweise eine meiner Lieblingsopern von Mozart, aber das war leider nicht Erst Liga reif.

  • Es gibt doch noch einige " Unbeiirrbare " die dem Regisseur Herrn Flimm zujubeln. Der Moderator meinte das Herr Schade bei dieser Rolle aus sich herausgegangen wäre, dann hat er ihn wahrscheinlich vorher noch nicht gehört. Frau Banse als Vitellia war leider auch eine absolute Fehlbesetzung. Normaler weise gibt es ja nach ihrer Arie im zweiten Akt Applaus. aber es kam sofort der Schlusschor. Der Tito ist normalerweise einer meiner Lieblingsopern von Mozart, aber das war leider nicht Erst Liga reif.


    Also ich hab kein Jubel für Flimm gehört.....

  • Der Tito ist normalerweise eine meiner Lieblingsopern von Mozart, aber das war leider nicht Erst Liga reif.


    Ich weiß nicht, was Du da gerade gehört hast, denn diese "Clemenza"-Produktion war aus musikalischer Sicht herausragend. Louis Langrée leitete das Werk mit großem Einfühlungsvermögen, nahm sich rücksichtsvoll der Sänger an, die durchwegs beeindruckten. Michael Schade bewies, dass er auch dramatischer Attacken fähig ist - bezüglich seiner Legato- und Pianokultur kann man nur ins Schwärmen geraten. Von belegter Stimme war wirklich nichts zu bemerken, lediglich im Finale zeigte er leichte Ermüdung, was jedoch angesichts dieser veristisch maßlos überzogenen Inszenierung wahrlich kein Wunder ist. Schade hat sich jedenfalls hier als führender Mozart-Tenor der Gegenwart präsentiert.


    Der gesangliche Höhepunkt war Elina Garanca, deren Sesto einfach nur Staunen macht. Ihre Leistung war einzigartig. Wie sie die gesanglichen Klippen souverän bewältigte, obwohl ihre Bühnengestaltung von ihr höchsten Einsatz, ja fast Artistik verlangte - zum Beispiel mußte sie in ihrer großen Arie im 2. Akt eine schnelle Pirouette drehen, während sie einen langen Ton über mehrere Takte halten mußte; wie auch die anderen Akteure mußte sie ständig in Bewegung sein, sich einige Male während des Singens mit ihrer Kleidung beschäftigen, auf der Bühne rastlos umherhecheln ...


    Auch die restliche Besetzung war großartig, von kleiner Stimme der Frau Reiss keine Spur. Ebenso lieferte Juliane Banse eine in jeder Hinsicht beeindruckende Vitellia ab. Ebenso der Annio der Serena Malfi überraschte positiv. Lediglich der grummelige Baß des Adam Plachetka in einem ermüdenden Einheitsforte strapazierte die Ohren des Auditoriums.


    Hervorheben möchte ich noch neben der ausgezeichneten Leistung des Orchesters die einfühlsame Soloklarinette im "Parto, parto" der Garanca und das virtuos-belkanteske Bassethorn zur großen Vitellia-Arie.

    Arrestati, sei bello! - (Verweile, Augenblick, du bist so schön!)

  • Hiier mal eine ausführliche Kritk von Frau Wagner, vom Merker, die mir im großen und ganzen Recht gibt. Und im dortigen Forum wurde die Aufführung auch nicht grade sehr positv besprochen.




    WIEN / Staatsoper: LA CLEMENZA DI TITO

    Fotos: Barbara Zeininger


    WIEN / Staatsoper:
    LA CLEMENZA DI TITO von W. A. Mozart
    Premiere: 17. Mai 2012


    So ganz versteht man es ja nicht: Auf dem Theaterzettel sah es einfach verführerisch aus. Garanca, Banse, Schade – kann man Mozart besser besetzen? Regie: Jürgen Flimm. Ein intelligenter Regisseur, kaum für Mutwillen bekannt. Was sollte da passieren? Und wieso ist das dann ein so lauwarmer, relativ uninteressanter Abend geworden? Welcher Teufel hat da in die Suppe gespuckt, dass eigentlich jemand hätte vor den Vorhang treten müssen und sagen: „Aus unerklärlichen Gründen erreichen die meisten Sänger heute Abend nicht ihre Bestform.“ Oper, das ewige Rätsel.


    An „Titus“ lag es nicht, dem oft geschmähten Spätwerk. Mozart musste noch einmal eine Opera Seria schreiben, mehr noch: Es musste eine anbiedernde Huldigungsoper für einen neuen Kaiser sein, der sich offensichtlich nichts aus ihm machte und von dem er doch so viel erhoffte (es war Leopold II., welcher seinem Bruder Joseph II. folgte, der Mozart zwar „schreckliche viele Noten“ vorgeworfen, ihm aber doch eine Menge Wohlwollen entgegen gebracht hatte). Daher eine Opernhandlung, die in vielen Wendungen so albern ist, dass man sie kaum aushält, und von der man so gar nicht weiß, wie man mit ihr umgehen soll! Aber die Musik! Hat Mozart nichts genützt. Die alberne Kaiserin (die Mutter des späteren Kaiser Franz II. / I.) nannte es angeblich eine „porceria tedesca“. Zumindest wir wissen, dass die deutsche Schweinerei ein Zauberwerk ist. Musikalisch.


    Dass Dirigent Louis Langrée das nicht wirklich in den Griff bekommen hat, war der Wirkung der Staatsopern-Premiere zweifellos abträglich. Willkürliche Tempi, keinesfalls immer die Übereinstimmung zwischen Bühne und Orchestergraben und oft (man denke an die letzte Arie der Vitellia) ein eklatanter Mangel an Spannung vom Dirigenten her, der der Sängerin das Leben schwer machte. Das wahre Mozart-Premierenglück hat Dominque Meyer nicht.


    Die beste, schönste und wichtigste Rolle des Stücks ist, wie man weiß, nicht der römische Kaiser Titus, sondern der unglückliche Sesto, der zwischen Liebe (zur böse-intriganten Vitellia) und Treue (zu seinem edlen Kaiser) zerrissen wird, schließlich auf diesen ein (missglücktes) Attentat verübt und daraufhin aus schlechtem Gewissen nur sterben will, allerdings von der titelgebenden Milde des Kaisers doch noch begnadigt wird. Man hat Elina Garanca schon vor sechs Jahren – damals war sie noch nicht ganz so berühmt wie heute – im Theater an der Wien in dieser Rolle gesehen und war hingerissen (das war aber auch eine Inszenierung damals!). Sie ist noch immer wunderbar, mit schöner, breiter, klingender Mittellage, nicht immer ganz lupenrein in der Höhe. Und sie gibt immer einen wunderschönen jungen Mann ab und spielt mit der Intelligenz der Sängerin, die weiß, dass zu viel genau so schlecht ist wie zu wenig. Kurz, ein idealer Sesto, ihre großen Arien waren Höhepunkte des Abends, bekamen auch verdient den meisten Applaus.


    Was den Titus betrifft, so weiß jeder im Publikum, dass es Michael Schade viel besser kam, als er in dieser Aufführung hören ließ. Ist die Eiseskälte, die sich im Zuschauerraum breit machte (falsch eingestellte Klimaanlage?) auch auf die Bühne gekrochen? Jedenfalls wirkte Schade indisponiert, die Stimme klang flach, es gab angstvolle Momente, da man fürchtete, sie würde eingehen, die Leistung des Abends war von flackernder Unregelmäßigkeit, die große Arie im zweiten Teil aber dann zumindest einigermaßen gelungen. Da die Regie ihm die „Milde“ nicht recht glaubt, muss er die Zwiespältigkeit des Charakters mit bitterböser Miene (unter lächerlicher Schwarzhaarfrisur) demonstrieren.


    Garanca, Banse


    Juliane Banse sang ihre erste Vitellia, und selbstverständlich will eine Sängerin sich weiterentwickeln, auch mit stimmlichen Herausforderungen eines anderen Rollenfachs, und wer sich Agathe und Evchen erobert hat, kann den dramatischen Mozart schon wagen. Aber es wäre schöner, wenn man die große Intrigantin stimmlich aus dem Vollen schöpfen könnte, statt hörbar am Rande der Möglichkeiten zu singen und für Ausbrüche weder Kraft noch Reserven zu haben. Oder war dies ein musikalisches Konzept, das man ihr auferlegte? Was die Darstellung betrifft, so sieht sie unter dem roten Lockenkopf mit bestrickender Figur in herrlichen Kleidern (Birgit Hutter) betörend aus, muss sich aber in Mimik und Gestik wie eine exzentrische Stummfilmdiva gebärden – die Dame zickt und sekkiert aus Sesto den Mord an Titus geradezu heraus. Die wahre negative Größe, die Mozart da gemalt hat, ist es nicht.


    Mit dem Annio gewann Serena Malfi (mit einem Mezzo, der heller, leichter, aber auch schriller war als jener der Garanca) mit sympathischer Attitüde das Publikum, auch Chen Reiss in der doch nur kleinen Rolle der Servilia holte sich mit heller, angenehmer Stimme und freundlichem Wesen Bonuspunkte. Adam Plachetka „grollte“ den Publio stimmlich, er musste ihn ja auch als eine Art Schergen des Kaisers darstellen.


    Womit man bei der Inszenierung wäre und Jürgen Flimm zugestehen muss, dass er doch ganz schön mutwillig sein kann. Nicht nur, dass er diesmal mit dem Bühnenbild von George Tsypin seinen oft gezeigten Sinn für Ästhetik völlig hinter sich gelassen hat: Die wackligen Wände, die aus allem Möglichen zusammen gestoppelt sind, wirken nur schäbig, sagen aber absolut nichts aus. Die Handlung soll in der „Gegenwart“ spielen – aber welcher? Es gibt Gewehre und Pistolen altmodischer Art, beim milden Titus werden plötzlich und unerklärlich Menschen mit vorgehaltenen Waffen über die Bühne getrieben, aber auch der mögliche Staatsterror bleibt vage. Was, wie, warum? Der Chor erscheint mit Notenständern, Noten darauf, singt solcherart. Wer ist Titus eigentlich zwischen einer Uniformjacke des 19. Jahrhunderts und Freizeitkleidung von heute? Diese Inszenierung schleppt massenhaft schöne junge Frauen auf die Bühne, auch exotische – selbst wenn das Berenice sein soll, die judäische Königin, mit welcher der historische Titus ein so leidenschaftliches Verhältnis hatte, was spielt das für Mozart eine Rolle? Nein, Jürgen Flimm deklariert sich nicht, er hat dem Werk nur einen unattraktiven Rahmen gegeben.


    Dennoch war es nicht gerecht, dass sich beim Schlussapplaus die heftigen Buh-Rufe allein auf ihn und das Leading Team konzentrierten. Bei diesem „Titus“ lag schon einiges mehr im Argen.


    Renate Wagner



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  • WIEN / Staatsoper:
    LA CLEMENZA DI TITO von W. A. Mozart
    Premiere: 17. Mai 2012
    ...


    Auch ich darf mit einigen Zitaten von Fachkritikern aufwarten:


    Elina Garanca singt den Sextus. Das Wort "Singen" umfasst in diesem Fall, was es nur umfassen kann: Schönklang verströmen, Seelenregungeen vermitteln, Geschichten erzählen, ein Schicksal erahnen lassen. Wenn eine Künstlerin dieses Formats eine Rolle gestaltet, dann entfaltet das Genre Oper seinen Zauber in allen Facetten. Denn die Garanca versteht es auch, den musikalischen Reichtum ihres Singens in theatralische Qualität umzumünzen, die Expressivität einer musikalischen Phrase in Mienenspiel und Gebärde zu spiegeln.


    über Michael Schade: Da kommen Wut, Selbstzweifel und Ritterlichkeit gehörig durcheinander. Doch müssen das hohe B und die einzelnen Töne der Koloraturen präzis an ihren Plätzen sitzen. ... Ich glaube kaum, dass Michael Schade in der kraftvollen Bewältigung dieser Herausforderung heutzutage irgend eine Konkurrenz fürchten müsste.


    ...


    Die Banse sichert der Figur über weite Strecken jedenfalls ausdrucksstarke Deklamation. Sie hat sich auch die furiosen Ausbrüche des gefürchteten Terzetts mit dem hohen D raffiniert zurechtgelegt.


    über die Begleitung durch den Solo-Klarinettisten: ... und im Wien des Jahres 2012 gibt Ernst Ottensamer bei "Parto, parto" ein Musterbeispiel für sensible kammermusikalische Abstimmung eines Instrumentalparts mit der so reich und vollblütig phrasierenden Elina Garanca.


    Im übrigen agiert das Orchester unter Louis Langrée behutsam differenzierend, lässt es aber in den triumphalen Momenten an überwältigender Größe fehlen. Das liegt wohl nicht nur an der viel zu kleinen Besetzung (lediglich 10 erste Geigen! - Einfügung von mir). Vielleicht ist es auch Widerhall der lachhaften Bilderfolge, die Jürgen Flimm in die Abbruchhaus-Dekors von George Tsypin montiert hat. Dieser Regisseur arbeitet hart daran, dass man aus dem Satz, er sei vielleicht unter den notorischen Regietheater-Pfründnern unserer Zeit der unmusikalischte, das "vielleicht" streicht. Mozarts subtilen Pointen begegnet er mit der Berserkergewalt des teutonischen Belehrungstheaters. Es ist, als würde man während einer Hofmannsthal-Komödie nach jeder Pointe von einer Mainzer Karnevals-Kapelle einen Tusch spielen lassen. Wiens Publikum buhte Flimm hernach förmlich von der Bühne, wohl als Signal, dass man solcher Hilfestellung nicht bedarf. Man will sich nicht für blöd verkaufen lassen - hoffentlich begreifen das auch die Intendanten irgendwann. Vor allem solche, die "Titus" mit Sängern besetzen, die - wie das aktuelle Wiener Ensemble - die "Pointen" musikalisch servieren können. ("Die Presse"; Wien)


    Besonders Garanca war an diesem Abend die unüberbietbare komplette Sängerin. Ihr Mezzo kennt keine Schwächen, er hat in jeder Lage Präsenz, ist im Piano tragfähig und klangvoll wie im Forte; es stehen ihm auch alle lyrischen wie dramatischen Ausdrucksfacetten kultiviert zur Verfügung. Und auch die Koloraturen wirken geschmeidig, wie überhaupt jede Note ansatzlos, wie aus dem Nichts, zu kommen scheint - welch dynamische Erfordernisse es auch zu erfüllen gibt.


    Hinzu kommen Garancas Musikalität und Spielkünste, was der Rolle des zwischen Zuneigung zur einen Umsturz planenden Vitellia und der Freundschaft zu Titus zerrissenen Sesto Theaterflügel verleiht ...


    ...


    Grandios gelingt es Schade, die Zerrissenheit der Figur auszudifferenzieren ... Schade gelingt es dann schließlich auch vokal, dieser Figur Markanz und Subtilität zu verleihen ... ("Der Standard", Wien)

    Arrestati, sei bello! - (Verweile, Augenblick, du bist so schön!)

  • Da fragt man sich doch ob die Herrschaften Kritiker alle in der gleichen Vorstellung waren. Wie geschrieben, im neuen Merker wurde die Premiere von den dortigen Kritikern und im Forum von denjenigen, die dort waren, auch nicht sehr positiv besprochen. Klar das diese genauso wie bei uns Taminos nicht immer einer Meinung sind. Außerdem hat Herr Flimm die Reciative stark gekürzt. La Clemenza die Tito zählt mit zu meinen Lieblingsopern von Mozart, sogar noch vor der Zauberflöte. An der Rheinoper gab es wenn Frau Kermes oder eine andere Sängerin die Arie der Vitellia im zweiten Akt gesungen hat jedesmal regelrechte Ovationen.

  • Der WDR ändert sein heutiges Opern-Progamm (Delius) und bringt dafür die legendäre Cardillac-Aufnahme (Fassung von 1926) die Keilberth mit FiDi als Goldschmied eingespielt hat:


    WDR 3 - Sonntag, 20.05.12 um 20:05 Uhr (Programmänderung)


    Cardillac
    Von Paul Hindemith

    (Fassung von 1926)
    Der Goldschmied Cardillac: Dietrich Fischer-Dieskau
    Die Tochter: Leonore Kirschstein
    Der Offizier: Donald Grobe
    Der Goldhändler: Karl Christian Kohn
    Der Kavalier: Eberhard Katz
    Die Dame: Elisabeth Söderström
    Der Führer der Prévôté: Willi Nett


    WDR Rundfunkchor Köln
    WDR Sinfonieorchester Köln
    Leitung: Joseph Keilberth



    Zitat

    Anlässlich des Todes von Dietrich Fischer-Dieskau sendet WDR 3 eine WDR-Aufnahme der Oper „Cardillac“ von Paul Hindemith mit Dietrich Fischer-Dieskau in der Hauptrolle. Der Stoff von „Cardillac" geht auf die Novelle „Das Fräulein von Scuderi“ von E.T.A. Hoffmann zurück, die von Ferdinand Lion unter Mitwirkung von Hindemith selbst zum einem Opernlibretto umgeformt wurde. „Cardillac“ wurde 1926 in Dresden unter Fitz Busch uraufgeführt.


    Mit 90 Minuten Spieldauer handelt es sich immer noch eine sehr kurze Oper, aber um Hindemiths erstes abendfüllendes Bühnenwerk, nachdem er zuvor einige Einakter geschrieben hatte. Die Musik von Hindemith steht in denkbaren Gegensatz zum der Tonsprache eines Richard Strauss oder gar eines Richard Wagner. Hindemith kehrt zur Nummernoper zurück und macht bewusste Anleihen an barocken und vorromantischen Formtypen. In der Verweigerung von Aussage, Emotion und Ausdruck ist „Cardillac“ eine antiromantische Oper schlechthin.


    Das Thema der Oper des menschenfremden Künstlers als einem gottähnlichen Schöpfer, wird von Hindemith mit fast analytisch betrachtender Distanz behandelt. Die Erfahrungen des Dritten Reiches brachten ihn dazu, die Oper zu überarbeiten und die handelnden Personen mit menschlichen Zügen auszustatten, anstatt sie gewisser Wesie als Objekte vorzuführen. In der letzten Zeit findet aber die Erstfassung wieder größeres Interesses, so auch einer Neuinszenierung des Werkes an der Wiener Staatsoper 2010.


    Die WDR-Aufnahme von Hindemiths „Cardillac“ ist 1968 im Kölner WDR Funkhaus entstanden.
    Produziert wurde ebenfalls die Erstfassung der Oper von 1926.


    LG

    Harald


    Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
    (Vinícius de Moraes)

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