Verdi - La forza del destino: Welche Aufnahme?

thdeck · 83 Beiträge · letzte Antwort von nemorino

83 Beiträge
  • Lieber Waldi!


    Ich schätze besonders Renata Tebaldi als Leonora, ihre engelsüße Stimme, ihr " Pace, pace mio Dio"


    mein Gott ist das schön.


    Von den vielen Verdi Opern, die ich liebe, liebe ich besonders diese,


    da gibt es ein Uralt DVD Aufnahme aus Neapel, wo sie mit Ettore Bastianini, und Boris Christoff und Franco Corelli singt.


    Das Bühnenbild ist zwar eine Pappendeckel - Kulisse, alles in SW,


    aber was macht das einen "Staubi" wie mir, dieser Zusammenklang der Stimmen, einzigartig.


    Lieb Grüße sendet Dir, Peter aus Wien.

  • Nochmal ein kleiner Nachklapp zur Marinuzzi-Forza: Mir hat die Aufnahme insgesamt gut gefallen, weshalb ich mir eine Aufnahme von Verdis Ballo in Maschera mit fast identischer Besetzung gekauft habe. Es wird folgende Rollenverteilung ausgeworfen:


    Riccardo – Galliano Masini
    Renato – Carlo Tagliabue
    Amelia – Maria Caniglia
    Oscar – Adelaide Saraceni
    Ulrica – Cloe Elmo
    Samuel – Ernesto Dominici
    Tom – Giullo Tomei


    Dir.: Gino Marinuzzi, Chor und Orchester der Römischen Oper



    Wenn die angegebene Besetzung stimmt, fresse ich vor der versammelten Tamino-Gemeinde einen Besen!


    Der Riccardo dieser Aufnahme ist – unverkennbar – Jan Peerce und einige Indizien, z.B. Auftrittsapplaus für die Protagonisten, deuten darauf hin, dass es sich um einen MET-Mitschnitt, wahrscheinlich aus den frühen 1950er Jahren handelt. Auch Maria Caniglia hört sich definitiv anders an!


    Ich gehe daher davon aus, dass es sich bei dieser Aufnahme, die derzeit noch bei JPC angeboten wird, um ein "Fake" handelt. Ich frage mich wirklich, ob sich bei gewissen Labels auch mal irgendwer die Aufnahmen anhört, die man billig auf den Markt wirft.

  • Lieber Zauberton!


    Beim Maskenball brauchst Du nicht einen ganzen Besen essen!


    Es gab (gibt) eine Electrola Gesamtaufnahme mit:


    Richard - Benjamino Gigli,
    Amelia - Maria Caniglia,
    René - Gino Bechi,
    Ulrica - Adriana Lazzarini,
    Oscar - Giualina Tavolaccini.


    Dirigent: Gianandrea Gavazzeni.


    Da diese Aufnahem schon 1962 aus dem Katalog genommen wurde, kann ich gar nicht sagen, ob es diese in einer Neuauflage gibt,


    aber ich denke unser Harald weiß mehr darüber.


    Liebe Grüße sendet Dir Peter aus Wien.

  • Zitat

    Original von Zauberton
    Ich frage mich wirklich, ob sich bei gewissen Labels auch mal irgendwer die Aufnahmen anhört, die man billig auf den Markt wirft.


    Das habe ich mich hin-und-wieder auch schon gefragt - und ich denke, die Antwort ist "nein". Manche Billig-Labels scheinen wirklich nicht zu wissen, was da auf ihren Scheiben drauf ist, von mangelnder Sorgfalt beim Umschnitt ganz zu schweigen. Falsche Besetzungsangaben sind immer ärgerlich, besonders, wenn so offensichtlich hörbar ist, wer da wirklich singt, wie im gewählten Beispiel.


    Allerdings gibt es hier im Forum auch so etwas ähnliches: da kommen Antworten auf ein Posting, bei denen sich die Frage stellt, ob sie wirklich zum Text, auf den Bezug genommen zu werden scheint, passen... :rolleyes:

  • Ich glaube, es war dies bei den LPs Gesamtaufnahmen noch nicht so,


    die mussten doch ein "Hörverfahren" über sich ergehen lassen, außerdem waren Gesamtaufnahmen realtiv teuer.


    Meine "Macht" kostete damals an die österreichischen 600,-- Schilling,
    also etwa 80,-- Mark.


    Heute kommen viele CDs, mit Markennamen, aus Südostasien,


    habe in Bangkok, wo ich 3 Jahre arbeitete einmal eine Carmen mit Renata Tebaldi, als Carmen, gesehen und gekauft,


    nur gesungen hat da niemals Renata Tebaldi, diese unverwechselbare Stimme kennt man schon, in den ersten Takten.


    Ich glaube das ist das Problem.


    Liebe Grüße Peter, aus Wien, wo es fast 25°C hat (wie in Bangkok an einen milden Winterabend).

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  • Zitat

    Original von Mengelberg
    Ich finde die Oper schrecklich, und ich mußte wirklich lange stöbern, bis ich in meiner Sammlung eine Aufnahme finden konnte... Die ist dafür wirklich nicht schlecht: Cerquetti, Miranda Ferraro und Protti. Schön gesungen und gut dirigiert.


    Meine Lieben,


    Mengelberg, der "Forza-" und auch sonst meist Kritische, lobt hier eine Aufnahme, die bei mir zwiespältige Eindrücke hinterläßt. Im Gegensatz zu ihm liebe ich diese Oper freilich sehr.



    Es handelt sich um eine römische Rundfunkaufnahme von 1957, möglicherweise konzertant entstanden.


    Was ich hier den Sängern anlaste, könnte freilich auch teilweise auf die schwankende, teilweise eher magere Tonqualität zurückzuführen sein, die möglicherweise manches schlechter anhören läßt, als es eigentlich war.
    Nino Sanzogno ist ein guter Dirigent, das weiß man, aber auch jemand, der Leidenschaften eher zügelt. Er pendelt zwischen akademischer und gefühlvoller Auffassung. Manches verschleppt er, manches läßt er wunderschön ausschwingen. Der dritte Akt gelingt ihm am besten, alles in allem bleibt es etwas uneinheitlich.
    Anita Cerquetti als Leonora ist so sehr bemüht, sauber und korrekt zu singen, daß für die Seele wenig bleibt. Achtbar, aber nicht mitreißend.
    Ihr Alvaro, Pier Miranda Ferraro, mutet als eher kleinstimmiger Tenor an, sehr kultiviert und dann vorzüglich, wenn er sanft und leidend singt. Wenn er forza probiert, wirkt er sofort überfordert. Sozusagen der Typus des italienischen Haustenors 1.Klasse. Sagenhafte Augenblicke wechseln mit Schwächen (solche etwa bei seinem ersten Auftritt). Kann manchmal zu weibisch anmuten, dafür gelingt ihm das Sentimentale zum Teil ausgezeichnet.
    Aldo Protti als Don Carlo gibt sich hier gar nicht so bösewichtig wie sonst, sondern bemüht sich erfolgreich, möglichst schöne Töne zu produzieren. Ein wenig mehr passione wäre überzeugender. Doch lauscht man immerhin mit Genuß.
    Giulietta Simionato liefert eine gute, routinierte Preziosilla, ohne das Letzte zu geben. Aber die Stimme allein ist sowieso ein Erlebnis.
    Schon weiter oben wurde irgendwo in ähnlicher Weise bemerkt, daß Boris Christoff eigentlich nicht das hat, was man vom Pater Guardian erwartet. Aber ein großer Künstler wie er leistet das Unmögliche auf sehr noble und kultivierte Weise - eindrucksvoll und interessant als Ausnahme (als Regel ziehe ich natürlich Siepi etc. vor).
    Ein richtiges Kabinettstück ist der Fra Melitone Renato Capecchis, der alle Borstigkeit und Aufsässigkeit dieses facettenreichen Kerls ausstrahlt und der auch in dramatischer Hinsicht überzeugt.
    Gut auch Antonio Massaria als Marchese.


    "Forza"-Liebhabern kann ich diese Aufnahme ans Herz legen, zumal sie ja auch billig zu kaufen ist. Für Einsteiger scheint sie mir nicht geeignet.


    LG


    Waldi

  • Die deutschsprachige Rundfunkaufnahme von 1952 ist hier wie auch in anderen threads schon mehrmals mit höchstem Lob bedacht worden. Sehr zu Recht, denn die Sängerleistungen vor allem von Josef Metternich als Carlo und Gottlob Frick als Guardian sind exzeptionell.


    Wie genau 1952 an dieser ersten deutschsprachigen Aufnahme gearbeitet wurde, zeigt ein Blick auf die klugen und geschickten Revisionen der Göhler/Grünbaum-Übersetzung, bei denen es meist um klangliche Anpassungen an den Duktus des italienischen Originals ging. Als Beispiel eine sehr prominente Stelle: Leonoras "Pace! Pace!" ist bei Göhler/Grünbaum korrekt "Frieden! Frieden" übersetzt, in dieser Aufnahme singt Carla Martinis "Gnade! Gnade!" - der semantische Unterschied ist zu vernachlässigen, der klangliche Gewinn eminent. An anderen Stellen wird die Übersetzung zu größerer Exaktheit hin korrigiert: das zweimalige "Son giunta" der Leonore am Beginn des 2. Bildes des 2. Aktes ist in der Vorlage einmal mit "Ach, endlich!", einmal mit "Ich fand ihn" (den Zufluchtsort nämlich) übersetzt; die Aufnahme setzt einheitlich das schlichtere und eindringlichere "Hier bin ich".


    Schade ist die erhebliche Kürzung im 3. Bild des 3. Aktes, wo die Auftritte Trabucos, der Bettler und der jammernden Rekruten wegfallen. Dass zugleich die Strafpredigt Melitones und das Rataplan an den Beginn des 3. Bildes vorgezogen, nämlich nach der Schlachtverletzung Alvaros und vor dem verhinderten Duell eingeschoben werden, folgt der Urfassung des Werkes und macht dramaturgisch Sinn, gibt es doch dem Helden etwas mehr Zeit zur Genesung.


    Grüße,
    Micha


  • Diese DVD in Schwarz/Weiss kann ich nur empfehlen.


    Renata Tebaldi ist eine herrliche Leonora, Ettore Bastianini als Don Carlo und Franco Corelli als Don Alvaro und Boris Christoff als Pater Guardian, das waren herrliche Stimmen.


    Die BQ ist zwar nicht besonders gut, aber die Stimmen!!!!


    Das Bühnenbild ist einfach aber geschmackvoll und passend.


    Bei deutschen Übersetzungen gibt es eine, die ist von Franz Werfel aber die wird ja nicht mehr verwendet - oder?


    Die ist schöner als das italienische Original, laut Marcel Prawy. Leider habe ich sie selbst noch nie gelesen, weil sie so schwer zu bekommen ist.


    Liebe Grüße sendet allen Taminos, mit den besten Wünschen für 2009 Euer Peter aus dem kalten Wien. :hello: :hello: :hello:

  • Zitat

    Original von oper337
    Bei deutschen Übersetzungen gibt es eine, die ist von Franz Werfel aber die wird ja nicht mehr verwendet - oder?


    Die ist schöner als das italienische Original, laut Marcel Prawy. Leider habe ich sie selbst noch nie gelesen, weil sie so schwer zu bekommen ist.


    Die ist antiquarisch nicht so schwer zu finden. Versuch's mal unter "www.zvab.de". Gesungen würe ich sie liebend gerne mal hören, aber soweit ich weiß, gibt es keine Aufnahmen, auf denen sie verwendet wird. Vielleicht wissen unsere Rundfunkübertragungenmitschnittesammler da aber mehr...


    Die Wünsche für 2008 kommen ein bisschen spät, lieber Peter ;). Dir und Allen alles Gute für 2009!


    Grüße,
    Micha

  • Lieber Peter :


    Mein favorisierte Aufnahme von 'La Forza del destino' ist die RCA - Aufnahme , auch mit Leontyne Price , aber -natürlich nicht mit Levine - , sonden die frühere Aufnahme als die Price noch hervorregnd in stimmlicher Verfassung war .


    Bei Ausschnitten auf jeden Fall Rosa PONSELLE !


    Viele Grüne aus Grönland - Südost an die Schöne blaue Donau !


    Frank


    Empfehelnswert für mich sind auch Tebaldi und Callas , aber die hast Du ja sicher .

    Frank Georg Bechyna
    Musik & Medizin

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  • Lieber Micha!


    Schon ausgebessert, natürlich meinte ich 2009.


    Also für das nächste Jahr alles erdenklich Gute, und für dieses Jahr noch einen guten Nachmittag und Abend.


    Danke für die Werfel Adresse.


    Lieber Micha!


    Habe ich Callas, Milanov und Tebaldi, da "Forua del Destino" eine meiner Liebnlingsopern ist.


    Liebe Grüße sendet Euch Peter. :hello: :hello:

  • Lieber Harald ,


    lieber Waldi :


    1957 fuhr die Deutsche Bundesbahnnoch wohlgeordnet direkt von Bonn über Grevenbroich und Dormagen nach Neuss ( die alte Römerstadt Novesia ) . Damals hiess der übrigens pünktliche Zug mit sehr gutem Speisewagen noch TEE .


    Im Rahmen der politischen Wirren seit der "Schlacht bei Worringen" hat Düsseldorf COlonia unter seine Fittiche genommen . Was die derzeitige Regierung des Landeshauptstadt Düsseldorf nur eines nicht geschaftt : Kölle schuldenfrei zu bekommen . ( Was überweigend an den Leistungen des dortige Fussballvereines liegen soll . )


    Dann gibt es immer noch BAYER AG leverkusen ; dies ist eine reine Firmenstadt der Pillenindustrie ( Stichwort : Aspirin ; bekanntestes Arbeimittel der Welt ) .


    In Weltoffenheit Düsseldorfs zeigt sich daran , dass hier seit langem "Kölsch" , ein obergäriges , helles , erfrischendes Bier , getrunken werden darf .


    Also alles in allem hat es das Schikcksal schon sehr gut mit Köln gemeint .


    LEYLA GENCER , eine der ganz grossen Sopranistinnen , man mag dies nicht glauben , war tatsächlich in Kökn gewesen , aber nur einmal in ihrer Karriere .


    Kenner beahupten , dass sie eigentlich in die Deutsche Oper am Rhein nach Düsseldof reisen wollte .


    Alles Gute für 2009 !



    Frank

    Frank Georg Bechyna
    Musik & Medizin

  • Zitat

    Original von Frank Georg Bechyna
    1957 fuhr die Deutsche Bundesbahnnoch wohlgeordnet direkt von Bonn über Grevenbroich und Dormagen nach Neuss ( die alte Römerstadt Novesia ) . Damals hiess der übrigens pünktliche Zug mit sehr gutem Speisewagen noch TEE .


    Im Rahmen der politischen Wirren seit der "Schlacht bei Worringen" hat Düsseldorf COlonia unter seine Fittiche genommen .



    Wie Düsseldorf mal wieder leer ausging


    Im hohen Alter plante Giuseppe Verdi bekanntlich, eine Oper mit Düsseldorfer Sujet zu komponieren, konnte sich aber nicht recht zwischen Giovanni Wellem und Il Sarto Wibbel entscheiden. Zudem war Textdichter Arrigo Boito bei der geplanten Besichtigung des Originalschauplatzes aufgrund der schlechten Zugverbindungen nur bis Köln gekommen und hatte sich dort spontan zur Abfassung des Librettos der späterhin so berühmten Karnevalsoper Falstaff alaaf! inspirieren lassen.


    Das nennt man dann wohl die Macht des Schicksals...



    Viele Grüße


    Bernd

  • Lieber Bernd ,



    dies ist ein interessanter Beitrag , weil er doch einen neuen ( Musik- ) Historikerstreit begründen könnte .


    Unter uns : Ich fürchte , dass einiger Düsseldorfer Grosskopfenten noch heute an dieser Possibiltät leiden . )


    Viele Grüsse ,


    Frank

    Frank Georg Bechyna
    Musik & Medizin

  • :no:


    Ist das die mp3 Box mit vier bverschiedenen Gesamtaufnahmen? Das heißt es gibt diesen "Ballo" definitiv nicht? :no:

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  • La forza del destino
    (Die Macht des Schicksals),
    Melodramma in 4 Akten von Giuseppe Verdi.
    Text von Francesco Maria Piave nach dem Schauspiel Don Alvaro ò La fuerza del sino von Angel de Saavedra, Duque de Rivas (1835).
    Uraufführung: 10.11.1862 St. Petersburg, Kaiserliches Theater.
    Erstaufführung der Neufassung (Textbearbeitung: Antonio Ghislanzoni): 27.2.1869 Mailand, Teatro alla Scala
    mit Teresa Stolz • Ida Benza • Mario Tiberini • Luigi Colonnese • Giacomo Rota • Marcel Junca,
    Dirig. Eugenio Terziani.



    LG


    :hello:

    Harald


    Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
    (Vinícius de Moraes)

  • Einen allgemeinen Thread zur Oper habe ich nicht gefunden, daher bitte ggfs. verschieben.


    Mir ist aufgefallen, daß Leonoras „La Vergine“ Ende des 2. Aktes doch sehr ähnlich dem Schubertschen „Ave Maria“ aka Ellens III. Gesang (D 839) ist, zumal wenn beim Schubert, was nicht selten vorkommt, anstelle des Claviers eine Harfe oder Orgel spielt.


    Bilde ich mir das ein oder ist das ein alter Hut?


    In beiden Texten wird eine „Jungfrau“ besungen ... auch Zufall? :/


    Und heißt Leonore in ihrer Männerkluft hier auch Fidelio?


    :untertauch:

    „Heute ist Tag des Deutschen Butterbrots.“
    „Kannst Du das auch belegen?“

  • Obwohl augenscheinlich der Kreis der Opernfreunde hier im Tamino-Forum vom Aussterben bedroht ist, was ich sehr bedauere, möchte ich meine Bemühungen um eine Wiederbelebung noch nicht ganz aufgeben.

    So möchte ich heute eine alte GA von Verdis "La forza del destino" (Die Macht des Schicksals) in Erinnerung bringen, die in Deutschland nie so recht gewürdigt und auch hier nur einmal kurz gestreift wurde:


    Verdi: La Forza Del Destino (Gesamtaufnahme) von Mila... | CD | Zustand sehr gut - Bild 1 von 2  Verdi: La Forza del Destino - Die Macht des Schicksals [Vinyl Schallplatte] [3 LP Box-Set]

    Nach heutigen Maßstäben kann sie mit einer Traumbesetzung aufwarten:

    Zinka Milanov (Leonora), Rosalind Elias (Preziosilla), Giuseppe di Stefano (Alvaro), Leonard Warren (Carlo di Vargas), Giorgio Tozzi (Pater Guardian), Dino Mantovani (Fra Melitone) u.a.

    Chor und Orchester der Accademia Nationale di Santa Cecilia Rom

    Dirigent: Fernando Previtali (Aufnahme: Opernhaus Rom, 1959, STEREO).

    Der Wiener Musikkritiker Karl Löbl meint dazu: "Giuseppe di Stefano und Leonard Warren überbieten einander in Legatokultur, klarer Diktion und Natürlichkeit der Phrasierung. Ihre Duett-Szenen sind lehrreiche Anschauungsmaterial für Klangfarben-Raffinement, dramatischen Ausdruck und theatralische Wahrhaftigkeit. Es ist zu fürchten, daß wir dergleichen niemals mehr hören werden können."

    Oben abgebildet ist links die CD-Ausgabe von 1990, rechts die originale LP-Veröffentlichung von 1960 (die in meinem Besitz ist).

    Wer diese leider immer noch unterschätzte Verdi-Oper mag, der sollte sie seiner Sammlung zufügen. Sie ist allein durch die Mitwirkung von Leonard Warren, der wenige Monate nach dieser Aufnahme während einer Aufführung dieser "Macht des Schicksals" auf offener Bühne in der New Yorker MET starb, ein Dokument von seltenem Rang. Die Aufführung wurde damals, am 4. März 1960, abgebrochen und nicht weitergeführt. Warren brach während seiner großen Arie "Urna fatale del mio destino" zusammen und starb noch im Opernhaus an einer Hirnblutung. So ist diese Aufnahme im doppelten Sinn ein Memento an einer der bedeutendsten Baritone des 20. Jahrhunderts.


    Bei der Gelegenheit möchte ich noch auf eine weitere historische Aufnahme hinweisen, die es m.W. nie auf die CD geschafft hat:

    Giuseppe Verdi – Die Macht des Schicksals (Klosterszene aus dem 2. Akt) –  Vinyl (10

    Annelies Kupper (Leonora), Josef Greindl (Pater Guardian), Gustav Neidlinger (Melitone),

    Chor und Orchester der Württembergischen Staatsoper, Dirigent: Ferdinand Leitner (Aufnahme: 1956, Stuttgart).


    Leider nur in Mono, aber eine sehr eindringliche, schön gesungene Darstellung der gesamten Klosterszene aus dem 2. Akt, deutsch gesungen.

    Und heißt Leonore in ihrer Männerkluft hier auch Fidelio?

    Davon habe ich noch nie gehört!


    LG Nemorino

    Die Welt ist ein ungeheurer Friedhof gestorbener Träume (Robert Schumann).

  • Im August 1954 nahm der EMI/Columbia-Produzent Walter Legge als erste Verdi-Oper "La forza del destino" (Die Macht des Schicksals) mit seinem neuen Super-Star Maria Callas auf. Die Callas stand inzwischen auf dem Zenit ihres Ruhmes, doch es darf nicht verschwiegen werden, daß sie genau zum Zeitpunkt der Aufnahme ihre erste Stimmkrise hatte, die ihr schwer zu schaffen machte und auch dem feinhörigen Produzenten nicht verborgen blieb. Man kann ziemlich sicher sein, daß Legge jede andere Künstlerin vor dem Aufnahmebeginn durch eine andere ersetzt hätte, aber EMI versprach sich allein von dem Namen CALLAS einen berträchtlichen Absatzschub. Zu dieser Zeit kostete eine 30 cm-LP in Deutschland preisgebunden 25 DM, und das hieß, daß die 3 LP-Kassette für stolze 75 Mark in die Geschäfte kam, die sich damals nur wenige Musikfreunde leisten konnten.


    So wurde die Diva, die zum Star der "Macht des Schicksals" auserkoren wurde, ungewollt zum Hemmschuh, trotz der großartigen Besetzung, die ansonsten die Aufnahme zu bieten hat:

    mit Richard Tucker (Alvaro), Elena Nicolai (Preziosilla), Carlo Tagliabue (Carlo), Nicola Rossi-Lemeni (Pater Guardian), Renato Capecchi (Melitone), Plinio Clabassi (Marchese di Calatrava),

    Chor und Orchester der Mailänder Scala, Dirigent: Tullio Serafin.


    Die Aufnahme, die mit großem Werbeaufwand auf den Plattenmarkt gebracht wurde, hat es nie auf die ersten Plätze der bedeutenden Aufnahmen dieser Oper gebracht. Das lag sicher auch an der Mono-Technik, die zwar recht gut, aber wenig transparent war, doch besonders lag es daran, daß die Diva die in sie gesetzten Erwartungen nicht erfüllen konnte. In späteren Verdi-Aufnahmen, wie "Rigoletto" und "Trovatore", waren ihr die Sterne günstiger gesonnen.


    P.S.: Es wäre übrigens schön, wenn im Thread-Titel zumindest der Komponist namentlich genannt würde. Vielleicht kann das ein Moderator übernehmen?


    LG Nemorino

    Die Welt ist ein ungeheurer Friedhof gestorbener Träume (Robert Schumann).

  • Tristan2511

    Hat den Titel des Themas von „La forza del destino: Welche?“ zu „Verdi - La forza del destino: Welche Aufnahme?“ geändert.
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  • Hallo,

    in seiner Autobiographie erwähnt Jess Thomas eine Verfilmung der Oper in dieser Besetzung. Weiß jemand etwas darüber?

    schöne Grüße

    wega

  • Hallo, 'wega'!


    Bitte hier nachlesen: "Marcel Cordes, ein singender Charakterdarsteller", mein Beitrag Nr. 91 vom 19. 10. 2022.


    Carlo


    P. S. Es wäre schön, wenn man endlich erführe, ob Du feminin oder maskulin bist, damit man Dich persönlicher ansprechen kann.

  • Nachträglich zu meinem Eintrag #78 hier noch der Link der Previtali-Aufnahme zu jpc:


    Leider ist die CD-Box z.Zt. nicht erhältlich.


    LG Nemorino

    Die Welt ist ein ungeheurer Friedhof gestorbener Träume (Robert Schumann).

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