Edwin, Du hast es schon auf den Punkt gebracht: die Neugier ist nicht vorhanden. Überdies wird der Klassikmarkt überschätzt. Nur weil es plötzlich wieder ein paar Stars vom Schlage A.N. und ähnlich gibt, die es vielleicht schaffen, das Medienlicht ein paar anderer Klassikstars am Flackern zu halten, dürfen wir wohl nicht davon ausgehen, daß es ein breites Interesse an den unterschiedlichen Ausprägungen klassischer Muisk gibt.
Jedenfalls nicht, was die feinen Verästelungen betrifft. Diejenigen, die Mahler unter Rattle kaufen, die kaufen mehrheitlich gewiss Rattle, nicht Mahler. Wir sind uns sicherlich darin einig, daß so auch die meisten Karajan-Platten verkauft wurden. Daß es Myaskowsky, Arensky, Novak, Medtner, Pfitzner, Delius, Walton, Williams, Bax, Petterson, Lloyd, Laanggard und.... ja, wollen wir die Liste weiter spinnen- gibt, das wird sich wohl auf breiter Front nicht vermitteln lassen. Leider.
Dieses Klagelied werden sicherlich auch diejenigen singen, deren Liebe im Umfeld von Beethoven angesiedelt ist und die das Fehlen von Ries beklagen, die im Vivaldi lieben und Veraccini vermissen (immerhin, dank Naxos gibt es jetzt dessen Violinkonzerte) und, und, und.
Du hast recht mit der Anmerkung, daß es zu einfach sei, das Gesetz von Angebot und Nachfrage zu bemühen, aber es scheint immer weniger Idealisten zu geben, die eine Edition produzieren, deren Zielgruppe nicht nur in der gegenwärtigen Käuferschaft liegt, sondern auch in der künftigen (man weiss ja schließlich nicht, wie sich die Technik entwickelt. Und wenn man hier im Forum nachliest, so ist die technische Qualität einer Aufnahme fast so wichtig wie ihre musikalische).
Und kurzfristig gedacht ist es einfacher, Mahler zu pushen und fix ein paar GA zu fabrizieren, als -IN DEUTSCHLAND- Myaskowsky -EINEN SOWJETRUSSEN- zu etablieren (also dann schon lieber Pfitzner
).
Liebe Grüße vom Thomas ![]()
