Wege zu Gustav Mahler

Benjamin_Müller · 90 Beiträge · letzte Antwort von William B.A.

90 Beiträge
  • Ein idealer Thread für einen Neueinsteiger und derzeitig den Mahlerschen Sinfonien verfallener....


    Mein Einstieg (in die Klassik) war - ganz banal - das herrliche Getöse großer Orchesterwerke über eine ordentliche Stereoanlage (das ist natürlich schon ne Weile her). Gustav Mahlers Sinfonie Nr 1 war da, neben Anderem, genau das richtige. Hab diese Sinfonie bei einem Klassikhändler in der Vorführung gehört und war ihr sofort verfallen (beim vierten Satz hats dann aber doch etwas gedauert mit der Eingewöhnung).


    Claudio Abbados Chicagoer Aufnahme von 1982 wars; allerdings noch als LP (war anfangs ein totaler CD-Verweigerer; nicht zuletzt deshalb, weil speziell die DG-Aufnahmen in der CD-Jungzeit eine unnatürliche Hochton-Präsenz hatten).


    Nach einiger Zeit bin ich über eine Aufnahme der 2. Sinfonie unter Zubin Metha gestolpert, die für ein paar Mark zu kaufen war. Aber den großen Zugang hab ich (damals) hierzu nicht gefunden.


    Vollkommen verwirrt war ich dann nach dem Kauf der 4. (Tennstedt, allerdings waren mir die Dirigenten seinerzeit recht wurscht). Hiermit konnte ich nun überhaupt nichts mehr anfangen. Als Liebhaber ordentlichen Krachs bei der Musik (damals!!!) war mir das "himmelblaue" dieser Sinfonie nicht geheuer.


    Erst als ich vor nun ca zwei/ drei Jahren eine Rezsension der 2. unter Boulez im FonoForum gelesen hab (und ich mir die CD dann gekauft hatte), hat es gefunkt. Hier hab ich eigentlich zum ersten Mal die Musik gehört und nicht den Sound. Das war eine Offenbarung.


    Und dannach kamen rasch die 3. (Zander), 5. (Norrington), 6. (Zander), 4.(Norrington; mitterweile eine Lieblings-CD) usw... bis ich von allen Sinfonien zwischen 2 und 5 Alternativen hatte.


    Ich bin heute nicht unglücklich über die Tatsache, daß ich damals nur auf Sound gehört hab; dies hat mir viele, sehr viele (musikalische) Türen geöffnet. Das alles ist natürlich nun gut 25-30 Jahre her und heute guckt man dann doch ein bisserl mehr auf die Interpretationen.


    Bin neugierig, ob dieser unorthodoxe Weg (speziell auch bei Mahler) anderen von Euch geholfen hat. Wie sind Eure Erfahrungen?


    Herzliche Grüße aus München
    Thomas

  • Hallo,


    mein Einstieg 'zu' Mahler - die 5. Symphonie - kam durch den bekannten
    "Visconti-Film".


    Vielleicht ist dieses Werk ein wenig spröde und destruktiv???


    Unabhängig von allen weiteren Faktoren z. B. Qualität des Werkes, ist diese Smphonie bis heute mein Mahler-Favorit.


    Bis dann.

  • Natürlich kann ich diesen Weg - über den Sound zu Mahlers Musik - nur allzu gut verstehen: Diese räumliche Staffelung der Instrumentengruppen des gigantischen spätromantischen Klangkörpers - so etwas findet man nun mal in dieser Ausprägung vorrangig bei Mahler.


    Ich bin übrigens auch heute noch überaus glücklich mit der Eliahu Inbal - Einspielung von Denon (1987). Obwohl "nur" DDD (ohne Mastering auf 24 Bit oder höher) bin ich nachwievor von der Qualität der tontechnischen Leistung, die einen wesentlichen Anteil meines guten Gesamteindruckes dieser Sammlung ausmacht, überzeugt.

    alle Menschen werden Brüder ...

  • Mein Mahlerweg geht auch kontinuerlich weiter. Zuletzt habe ich die Dritte mit der Nagano-Aufnahme kennen und schätzen gelernt (Liebe ist es noch nicht ganz).
    Zuvor konnte ich mich auch sehr gut durch die Aufnahmen von Klemperer und Boulez (Berlin) mit der Zweiten anfreunden. Vier und Sechs bleiben trotzdem zunächst Favoriten.


    Mit der Fünften kann ich immer noch überhaupt nichts anfangen... ?(
    Sieben, Neun und Zehn kenne ich noch gar nicht.


    Der Weg ist also noch nicht zu Ende...



    LG, Peter.

  • Ich kenne eigentlich nur die (rein instrumentalen) Nummern 1, 5, 6, 7 und 9. (Die 3 oder 4 (?) habe ich zwar als CD, aber nur ein- oder zweimal gehört.)


    Die Reihenfolge des Kennenlernens ist vermutlich auch wie oben angegeben, aber sicher habe ich zuerst die Nr. 1 kennen und schätzen gelernt und dann die Nr. 5 (beide Bernstein, DG). Obwohl schon einige Zeit nicht mehr gehört, mag ich all die genannten Sinfonien sehr gerne, auch wenn einige Stellen etwa in Nr. 6 oder Nr. 7 nahe bis an den Rand zum Kitsch gehen (Kuhglocken, teilweise extreme Süßlichkeit, etc.). Aber wenn es Kitsch sein sollte, dann ist es guter Kitsch... Das berühmt-berüchtigte Adagietto in der Nr. 5 interessiert mich übrigens am wenigsten. Die Sinfonie hat noch vier weitere sehr schöne Sätze zu bieten. Vermutlich sind Nr. 1 (der Gedanke des "Erwachens der Natur" drängt sich beim Hören wirklich auf; genial auch der dritte Satz) und Nr. 5 meine Langzeitfavoriten. Beide halte ich für den Einstieg bestens geeignet (wie bei mir selbst). Naja, Nr. 6 ist auch toll...


    Ich glaube von den anderen Sinfonien -- ohne sie zu kennen -- hat mich bisher immer abgehalten, dass sie mit Gesang sind. Allerdings habe ich diese Restriktion schon lange über Bord geworfen, das sollte ich vielleicht auch bei Mahler mal tun...


    maticus

  • Zitat

    Original von petemonova
    Mein Mahlerweg geht auch kontinuerlich weiter. Zuletzt habe ich die Dritte mit der Nagano-Aufnahme kennen und schätzen gelernt (Liebe ist es noch nicht ganz).
    Zuvor konnte ich mich auch sehr gut durch die Aufnahmen von Klemperer und Boulez (Berlin) mit der Zweiten anfreunden. Vier und Sechs bleiben trotzdem zunächst Favoriten.


    Mit der Fünften kann ich immer noch überhaupt nichts anfangen... ?(


    Das wundert mich, ich hatte die nach 1, 2 und vielleicht 4 für die eingängigste gehalten...


    Zitat


    Sieben, Neun und Zehn kenne ich noch gar nicht.


    Da Du ja auch mit neuerer Musik etwas vertraut bist, würde ich Dir die alle, besonders natürlich die 9. sehr nahelegen. Das ist wirklich ein Jahrhundertwerk! Zwar nicht so leicht zugänglich (aber auch nicht dorniger als die 3., 6. oder 7.)


    viele Grüße


    JR

    Struck by the sounds before the sun,
    I knew the night had gone.
    The morning breeze like a bugle blew
    Against the drums of dawn.
    (Bob Dylan)

  • Zitat

    Original von Johannes Roehl
    Das wundert mich, ich hatte die nach 1, 2 und vielleicht 4 für die eingängigste gehalten...


    Mir geht es aber genauso. Der erste Satz der Fünften ist großartig. Aber mit dem, was danach folgt, kann ich ziemlich wenig anfangen. Der "große Bogen" hält bei mir da nicht mal bis zum Satzende.
    Mir fehlen der Pepp, Emotionen und vor allem die Melodiebögen. Oder ich höre sie nicht. :)

  • Ich habe im letzten Jahr auch angefangen, die Mahler-Symphonien durchzuhören; ich habe mir gleich das Buch von Renate Ulm dazugekauft, das hat mir teilweise sehr geholfen (v.a. bei 2 und 3 mit ihren zurückgenommenen/nicht veröffentlichten Programmen und Bezügen zu Liedern).
    Im Moment ist das eine Art Hassliebe: Manchmal finde ich die Symphonien grandios, manchmal kann ich sie nicht hören; mich fasziniert, ja, macht süchtig, der Orchesterklang, aber manchmal finde ich ihn fast ekelerregend dick. Außerdem sind die Werke ziemlich umfangreich und sperrig.
    Favorit ist momentan Nr. 3, gefolgt von 2. Die beiden habe ich glaube ich schon halbwegs gut erfasst. Bei 9 bin ich mit dem Kopfsatz noch nicht im Reinen, aber den Rest finde ich fantastisch. 6 finde ich trotz des lupenreinen Sonatensatzes sperrig (bei den anderen Symphonien sind ja auch noch "Sonatensatzreste" erkennbar), aber zuletzt war ich teilweise sehr angetan davon, selbst vom Finale. 5 müsste ich häufiger hören, der Kopfsatz war glaube ich super und das Finale ganz gut erfassbar. 7 habe ich hingegen inzwischen schon zig mal gehört; die Symphonie hat ihre Momente, zum Beispiel in der langsamen Einleitung, oder wenn diese in der Durchführung des Kopfsatzes wiederkehrt, teilweise auch in den Binnensätzen; das Finale mochte ich anfangs mehr als jetzt. Insgesamt habe ich da aber noch keinen richtigen Zugang. Nr. 1 finde ich ok, sie haut mich aber auch nicht vom Hocker; vielleicht müsste ich sie mal häufiger hören. 4 und 8 habe ich je einmal gehört und dann erstmal wieder beiseite gelegt.
    Ich habe mir Buch und CDs (Bernsteins NY-Box) Anfang 2008 gekauft; im Rückblick war der Einstieg ziemlich mühsam und es steht mir noch einiges bevor, aber schon für 2 und 3 und die drei Schlusssätze von 9 hat sich die Mühe mehr als gelohnt - fantastische Musik!
    Ein netter Nebeneffekt ist übrigens noch, dass ich manches aus dem 20. Jahrhundert jetzt gar nicht mehr so unnatürlich finde wie vorher.


    Gruß,
    Frank.

  • Ich kann es nur immer wiederholen:


    Von den mir mittlerweile sehr gut hörbekannten Symphonien Zwei, Drei und Vier halte ich die Vierte mittlerweile als am leichtesten zugänglich.


    Der fast schon mozarthaft leichte Beginn des ersten Satzes, dann das groteske kurze Scherzo gefolgt vom für mich schönsten langsamen Satz Mahlers und für mich zweitschönsten langsamen symphonischen Satz überhaupt (erstschönster ist für mich Beethovens Adagio molto e cantabile aus der Neunten) mit dem phenomenalen himmelstüröffnenden E-Dur-Jubel kurz vor dem "nicht von dieser Welt stammenden" Schlusslied aus "Des Knaben Wunderhorn".


    Das alles hat für mich einen sehr schlüssigen ringförmigen Ablauf. Bindeglied zwischen A und O ist dieses mystische Schellengeläut.


    Eine wunderschöne und überaus erbauliche Musik, die nach öfterem Hören für mich fast noch ein wenig mehr ausgefeilt wirkt als die von mir wohl für immer und ewig so geliebte "Auferstehungssymphonie".


    Übrigens: Gesang ist mir auch in Symphonien solange eine willkommene Bereicherung, wenn er nicht opernhaft dramatische Handlungen inszeniert. Aber davor braucht man vor solchen Passagen in Mahlers Symphonien meiner Meinung nach keine Angst zu haben:


    Hier wird die menschliche Stimme gewissermassen als ganz besondere Bereicherung der Instrumente eingesetzt. Und die vorgetragenen Texte wirken auf mich allenfalls als Verstärker der ohnehin intonierten Stimmungen.


    Für mich wird es nun endlich mal Zeit mich mit der Fünften und Sechsten Symphonie auseinanderzusetzen. Die Erste sollte ich vielleicht auch mal näher betrachten. Bisher fristet Diese bei mir ein recht ärmliches Schicksal. Da scheint mir ja bisher doch was entgangen sein.

    alle Menschen werden Brüder ...

  • Hallo!


    Zitat

    Original von Spradow
    Im Moment ist das eine Art Hassliebe: Manchmal finde ich die Symphonien grandios, manchmal kann ich sie nicht hören; mich fasziniert, ja, macht süchtig, der Orchesterklang, aber manchmal finde ich ihn fast ekelerregend dick.


    So in etwa geht es mir bei den meisten Mahler-Symphonien. Ich weiß vor dem Hören nie, wie ich sie (emp)finden werde.
    Na ja, "Hassliebe" ist vielleicht doch etwas übertrieben, aber mein Verhältnis zu Mahler ist sehr wechselhaft.
    Fels in der Brandung ist die 6. Symponie, die mich stets überzeugt.
    Meine erste Mahler-Symphonie war Nr. 1, bei der ich zunächst nur das Finale mochte. Inzwischen ist das Scherzo der am konstantesten gemochte Satz.


    Viele Grüße,
    Pius.

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  • Mein Zugang zu Gustav Mahler war die Erste Symphonie.
    Sie war schlicht und einfach die erste Mahler-Symphonie überhaupt, die ich gehört habe, nachdem ich Mahlers Symphonien lange Zeit kein Interesse entgegengebracht hatte. Vielmehr stand ich diesen Werken eher ablehnend gegnüber, stets aus dem Vorurteil heraus, sie seien schwierig zu hören und irgendwie 'zu groß' im negativen Sinne. Aus heutiger Sicht - die sich in dieser Form bereits nach wenigen Minuten des ersten Satzes einstellte - absolut nicht nachvollziehbar.
    Mahlers Symphonien - vielleicht mit Ausnahme der Achten, die mag ich nicht - sind einfach herrliche Musik, seine Klangwelten in der Titan-Symphonie hielten mich sofort gefangen.


    Dabei war es mehr oder weniger Zufall, dass ich zu Mahler kam.
    Bei einem Besuch in einem großartigen Münchner Musikgeschäft am Ratzhauseck lagen Mahler-Aufnahmen unter Bruno Walter (der für mich bis dahin nicht mehr war als der Name eines alten Dirigenten) als Sonderangebote auf einem Tisch. Aufgrund des niedrigen Preises wurden die Symphonien 1&2 gekauft (mittlerweile auch der erhältliche Rest).




    Danach lagen sie einige Tage unberührt in meinem Schrank, denn erst ein Film (Eden, vom israelischen Regisseur Amos Gitai), dessen einzige Filmmusik der phantastische Naturlaut-Beginn des ersten Satzes der Titan-Symphonie ist, eröffnete mir den (vorher natürlich zu wenig gesuchten) Zugang. Kaum zu Hause, wanderte die CD in den Player und blieb dort für einige Zeit...

    'Architektur ist gefrorene Musik'
    (Arthur Schopenhauer)

  • Mein Verhältnis zu Mahler ist höchst zwiespältig. Für mich hat Mahler mit die schönsten Sinfonisätze überhaupt geschrieben (vor allem seine langsamen weihevollen Sätze) und dann wiederum Sätze, mit denen ich einfach gar nichts anfangen kann.


    Der absolute Gipfelpunkt ist der Schlußsatz der Dritten, das himmlische Adagio!! Neben dem Adagio von Beethoven's Neunter ist es für mich das herrlichste Adagio überhaupt! Ich empfinde es als die orchestrale Weiterführung von Beethoven's letzten Streichquartett op. 135 - Lento - fast das gleiche Thema! Ein Symphoniesatz als Gebet. Wunderschön auch der 4. Satz dieser Sinfonie ("Oh, Mensch,..."). Aber den Rest der Sinfonie finde ich ehlich gesagt einfach nur öde ...


    Dann liebe ich die langsamen Sätze der Sechsten (was für eine überwältigende Fülle an Melodik!) und der Neunten und den Schlußsatz der Zweiten.


    Was ich noch faszinierend fand: Es gibt eine Wiedergabe von Gustav Mahler selbst, wie er mit dem Klavier den ersten Satz der Fünften spielt, den Trauermarsch. Im Gegensatz zur Orchesterfassung hat mich dieses historische Tondokument einfach hingerissen!


    Ich hoffe, dass ich im Laufe der Zeit noch besseren Zugang zu anderen Werken Mahlers bekomme...


    Gerd

    "When I was deep in poverty, you taught me how to give" Bob Dylan

  • Meiner Meinung nach sollte man mit einem richtigen Knaller einsteigen, wie z. B. den Kopfsätzen der 3. oder 7. Sinfonie oder gleich der 9.
    Wenn man sich davon einen raussucht und ein wenig Zeit opfert, wird man so motiviert sein, dass man sich auch näher mit den anderen Sinfonien / Sätzen beschäftigen möchte.


    Mein Einstieg war zwar die 5., allerdings hatte es danach relativ lange gedauert, bis weitere dazugestoßen sind (außer vllt. 1 und 4, wohl die leichteste Kost).


    Manche Sätze habe ich immer noch nicht verstanden bzw. sie sagen mir überhaupt nichts, wie z. B. das Rondo der 5. oder der Bruder Jakob aus der 1. ?(

    "Das Große an der Musik von Richard Strauss ist, daß sie ein Argument darstellt und untermauert, das über alle Dogmen der Kunst - alle Fragen von Stil und Geschmack und Idiom -, über alle nichtigen, unfruchtbaren Voreingenommenheiten des Chronisten hinausgeht.Sie bietet uns das Beispiel eines Menschen, der seine eigene Zeit bereichert, indem er keiner angehört." - Glenn Gould

  • Mein "Mahler-Erweckungserlebnis" :jubel: war eine Live-Wiedergabe von M3 und da war es vor allem das Comodo. Scherzando. Ohne Hast. (3.Ssatz ) der zündete. Und dann hatte ich mir M9 auf CD reingezogen und da war mir klar,



    :jubel: :jubel: :jubel: :jubel: :jubel: :jubel: :jubel: :jubel: :jubel: :jubel: :jubel: :jubel:


    dass Mahler der Sinfoniker ist und M9 bislang die (!!) Sinfonie überhaupt ist..


    :jubel: :jubel: :jubel: :jubel: :jubel: :jubel: :jubel: :jubel: :jubel: :jubel: :jubel: :jubel:


    trotz Beethoven. Ich habe noch Schwierigkeiten mit M8, mit den Schlusssätzen von M5 (trotz der geilen Fugati, aber das Choralthema am Schluss stört mich) und M7.
    Wichtigster Zugang zu Mahler sind sinnvolle Wiedergaben, damit die Musik für den Mahler-Unvertrauten nicht stumm bleibt. Ich ziehe inzwischen Radio-Live-Mitschnitte vor (ist auch preisgünstiger) .
    Sinnvolle Studio-Wiedergaben auf z. Tl. Billig-Cds zum Einstieg für den Mahler-Unvertrauten wären:
    M1 (Abbado, Chicag S,O.)
    M2 (Kubelik)
    M3 (Lenny mit dem NYPO) beim Einstieg zu M3 ist es wichtig, dass die Eck-Sätze zügig + spannungsreich wiedergegeben werden, um den Hörer die "Orientierung" den "Zusammenhang" zu geben, dass es beim Hören nicht zu sehr in "Einzelmomente" ohne Zusammenhang zerfällt (daran kranken auch manche Aufführungen des 3. Satzes von Beethoven 9).
    M4 (Gielen)
    M5 Barshai
    M6 (Svetlanov, Lenny mit den Wienern)
    M7 (Solti Chicago-Boys)
    M9 (Barbirollli (mit zügigen Tempi, ohne dass es stromlieneförmig-harmlos wird , Lenny mit Concertgebouwest: Vorsicht: 4. Satz mit Lenny zu undeutlich und zerdehnt, dafür die ersten 3 Sätze sehr gut)
    M10 (Ormandy, Rattle)
    LVE (Lenny mit den Wienern, Schuricht, Carlos Kleiber, Keilberth)
    In diesen Wiedergaben sind genug Kracher drinnen, die den Mahler-Funken zünden lassen.. inzwischen gibts zahlreiche Radiomitschnitte, die teilweise gelungener sind als einige der eben genannten Studio-Aufnahmen. z.B. M4 mit Lenny: die Live-Mitschnitte (Radio, TV) aus Wien + Mailand sind gelungener als die offizielle Teuer CD-Version (obwohl die Knabenstimme nervt). .. oder die letzte Live-M4-Wiedergabe mit Gielen in Hamburg ist auch besser als seine Studioversion. ... und letzten Montag von France Musique: ja da gabs eine hammermäßige Live-M6 unter Sarastre (der mir zum 1. Mal so richtig mit Mahler fetzte)


    :hello:

  • Ich wollte eher noch was über Mahler und Kitsch sagen: nämlich
    so kleiner Nachtrag zum Kitsch bei Mahler (wurde nämlich in diesem Thraed angesprochen): Also:
    Kitsch und „Banales“ bei Mahler.. da sage ich nur : na und ? bzw. um so besser für Mahlers Werk !!!!! Dann: Mahler ist nicht der erste und letzte mit diesen Elementen. „Bäuerisches und Plebejisches“ findet sich auch bei Bach und Beethoven, und auch z.B. in Schönbergs Streichquartetten Nr. 3 + 4 „schrammelt“ es kräftig.
    Zugegeben es gibt eine Passage im letzten Satz der 2.Sinfonie, die mich etwas nervt und zwar da wo eine kurzes Weihnachtsliedzitat ertönt.. Aber das liegt vielleicht eher daran, dass ich Weihnachtslieder nicht ausstehen kann. All solchen Werken würde ohne dieses Element (was als Kitsch, Banal, Plebejisch, Bäuerisch erlebt wird) etwas sehr Wichtiges fehlen....

  • Zum erste Mal überhaupt hörte ich Mahler im TV vor etlichen Jahren. Damals dirigierte Zubin Metha den 6. Satz der 3. Sinfonie und ich war von der Musik Mahlers total fasziniert. Zum Glück hatte ich die Sendung mitgeschnitten und konnte mir in den nächsten Tagen diesen Satz mehrmals anhören.
    Das führte dann dazu, dass ich mir so nach und nach einiges von Mahler zulegte, so die 1.,2.,3.,4., 8., 9. und 10 Sinfonie, das Lied von der Erde und weiteres. Am besten gefällt mir die 2. Sinfonie und das Lied von der Erde. Mit manchen Sinfonien muss ich mich noch intensiver beschäftigen. Aber ich muss sagen, dass Mahler wirklich inzwischen zu meinen Lieblingskomponisten zählt.


    Gruß Jolanthe

  • Mein erstes Mahlererlebnis von einprägender Bedeutung war die 2. Symphonie auf EMI von Simon Rattle.
    Zu Mahler habe ich mittlerweile ein völlig leidenschaftliches Verhältnis, doch es gibt da eine seltsame Vorgeschichte. Bis zur Obertsufe kannte ich eigentlich nur seinen Namen. Dann nahmen wir ausführlich die Romantik und Spätromantik durch. Irgendwann nach Bruckner kam also Mahler, und ein Schüler wurde beauftragt, über die Achte ein Referat zu halten. Mich hat das Alles total beeindruckt, aber auch überwältigt, war ich doch zu jener Zeit ein absoluter Jazzfan (und klassisch sehr viel Beethoven).
    Nur: ich hatte da immer die Gewissheit, dass irgendwann die Zeit reif für Mahler und mich ist. Immer spürte ich, dass irgendwann einmal der Groschen fallen wird und ich einen echten Zugang erhalten werde.
    Jahre später stieß ich dann auf die besagte Einspielung und meine Enthaltsamkeit und Geduld wurde mit einer echten inneren Revolution belohnt. Ich hatte schon längst alles mögliche an zeitgenössischer Musik durchgeackert und fühlte mich wie jemand, den in Sachen Orchestermusik nix mehr richtig umhauen und umleiten könne. Doch Mahler hat mich seitdem völlig umgepolt, und seine Symphonien sind für mich bis heute unendlich energetisch, aufrichtig und von radikalem Aufbruchstrieb in unbekanntes Territorium beseelt.
    Einer meiner absoluten Lieblingskomponisten, Valentin Silvestrov, erschloss sich mir nach meinem ersten richtigen Mahlerstudium noch einmal viel tiefer, und ich weiß, dass man bei Mahler ALLES lernen kann: die Vergangenheit bleibt beständig, die Zukunft voraus lebendig, der Augenblick Ewigkeit (frei nach Goethe)!


    p.s.: ich probte einmal ein Wochenende lang mit einer Bigband und einem weltberühmten Leiter und Posaunisten, der mir eine fast identische Mahlerbegegnung schilderte (zu dem Zeitpunkt war ich noch "geduldig" und fühlte mich in meinem Warten auf Mahler bestätigt). Nur er ließ sich über 20 Jahre zeit, bis er in seine Musik eintauchte ;-)

    Laurentius



    Man benutze seine Ohren wie Augen.

  • hallo amfortas,


    wollte mich nur mal kurz erkundigen, ob man an solche radiomitschnitte von lenny bernstein rankommen kann? ich liebe ihn nämlich wie keinen anderen dirigenten, und zwar bei ALLEM, was er angepackt hat. da wären solche radioversionen sicherlich ein segen für mich.


    bytheway liebe ich auch für mahler ricardo chailly (ebenso großartig sein bruckner zyklus)

    Laurentius



    Man benutze seine Ohren wie Augen.


  • ...


    Ich sah mich gezwungen, den thread um ein paar farbenfroh-zappelnde abschweifende Beiträge zu reinigen. Dass Amfortas Mahlers wie Beethovens, Schönbergs, Nonos, Bachs Spätwerk schätzt, haben wir zur Kenntnis genommen. TB

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  • Für alle Tamino-Neulinge Im Radiothread finden sich ab + zu Hinweise zu Mahlerübertragungen und Sendungen die sich mit Mahlers Musik beschäftigen .. z.B.


    Mittwoch, 25. März SWR2 20:03 - 22:00
    Musik kommentiert


    Gustav Mahler: Sinfonie Nr. 10


    Hans-Peter Jahn im Gespräch mit Matthias Hermann


    weitere Infos -> Radiothread


    :hello:

  • Mahler hat uns ein großes Spätwerk geschenkt. (Nebenbei: Warum ein Bezug von Mahlers Spätwerk zu dem Spätwerk anderer größter Komponisten wie z.B. Nono und Schönberg in einem Mahler-Thread abschweifend sein sollte, bleibt ein wohl unergründbares, hehres + großes Geheimnis TBs oder auch Wulfs ?( . Zumal manchen Forianern sicherlich klar sein dürfte, dass Alban Berg die Qualität eines Komponisten nicht zuletzt auch darin sah, ob dieser ein Spätstil höchsten Ranges schuf.)
    Ein Spätwerk höchsten Ranges geschaffen zu haben, ist sicherlich die Gemeinsamkeit von Bach, Beethoven, Mahlers, Schönberg und Nonos :jubel: :stumm:– so verschieden sie sonst in ihrer Musik sein mögen - und das sollte im Zusammenhang eines Mahler-Thraeds nun wahrlich nicht verschwiegen werden (zumal Mahlerneulinge eher einen Mahler-Thread anklicken, als einen der sich mit Spätwerken als solches auseinandersetzt) .
    Sicherlich haben Schönbergs oder Nonos Musik kaum Gemeinsames mit Mahlers. (kleine Ausnahme: z.B. Schönberg zitiert am Ende seines Streichtrios (das dem Spätwerk Schönbergs zuzurechnen ist und neben Nonos Streichquartett mit zum Höchsten gehört, was an Kammermusik bislang komponiert wurde) aus Mahlers 9. Sinfonie.
    Aber: Nonos Späterwerk geht – eben wie Mahlers Spätwerk – sehr neue Wege.
    Mahlers Spätwerk beginnt – manche Forianer haben sicherlich gleiche Hör-Erfahrung – mit dem Lied von der Erde.
    Nonos Spätwerk könnte ab seinem so großartigen Streichquartett :jubel: (vielleicht auch mit seiner Sofferte onde serene für Klavier und Tonband (1976) datiert werden. Es lässt sich auch mit Fug und Recht ergänzen, dass Nonos Oper „Al gran sole ..„ (eine der ganz großen Opern überhaupt, bzw. einer der ganz großen, die nach der Neuen Wiener Schule geschrieben wurde) so etwas wie ein Tor zu seinem Spätwerk bildet.
    Ich bin also der festen Überzeugung, dass diese Information über Spätwerke für sog. „Mahler-Neulinge“ nicht unwichtig ist und hoffe damit beizutragen, dass sich Mahlerunvertraute aber -interessierte auch mit dem Spätwerk Mahlers sich beschäftigen werden und selbstverständlich auch Zugang zum Spätwerk anderer großer Komponisten, wie z.B. eben Bach, Beethoven, Schönberg und Nono gewinnen, wenn sie diesen nicht schon haben, was dann auch sehr begrüßenswert wäre.


    Und noch etwas zum Zugang zu Mahlers Musik überhaupt: Der Zugang kann durch weniger gelungene Wiedergaben verschüttet bzw. erschwert werden. Wer vor ein paar Wochen sich den Mehta-Mitschnitt von Mahler3 (vom 19.12.08 mit den Berlinern, gesendet vom RBB-Kultur) reingezogen hat, war vielleicht etwas enttäuscht, weil der erste Satz nicht ganz so spannungsreich, intensiv erklang. Ich finds schade, dass RBB-Kultur nur die Wiedergabe vom 19.12. sendete. Ich habe aber kürzlich den Mehta-Mitschnitt vom 21.12.08 erhalten, und der war um mehrere Klassen gelungener. Auf gut deutsch: es fetzte in allen Sätzen bis zum Schluss !!!. Falls also mal irgend ein Sender in Österreich, Schweiz oder in der BRD diesen vom 21.12.08 sendet, dann kann ich vorbehaltlose Empfehlung aussprechen. Und derjenige, der bis jetzt noch keinen Zugang zu Mahlers S. 3 gefunden hat, vielleicht, weil die Dimension der Ecksätze noch etwas abschreckt, der fände mit Hilfe dieser Wiedergabe eine gute Möglichkeit in die 3. Sinfonie schier einzutauchen.
    Außerdem ist damit auch ein Gerücht gegenstandslos, dass besagt, die Berliner könnten keinen Mahler spielen: ich möchte einfach mal wissen, wer überhaupt so etwas verzapft hat ?


    :hello:

  • Liebe Forianer,


    Ich haben Mahler 1985-86 kennengelernt. Ich kaufte mit damals die M2 mit Eliahu Inbal und dem Frankfurter RSO. Damals hatte sie im Fono-Forum exzellente Kritiken, wurde wegen dem guten Klang viel gelobt. Ich mußte sie mir etliche mal anhören ehe es “zoom” machte. Dann erst hörte ich Mahler. Ich war begeistert, da knallt es, man singt mit, Euphorie. Das ist Musik.


    Danach kam die M1 an die Reihe und die gefiel auf anhieb. Irgendwie reichte mir das, ich hörte immer nur die erste und die zweite. Später wollte ich mehr, aber ich tat mich schwer, hörte mal Schnipsel von verschiedenen Sinfonien, gefiel mit aber nicht.


    Heute höre ich noch die vierte (nicht oft) die fünfte kommt so langsam, und dann das Agadio aus der Neunten (Tod in Vendig).


    Habe ich vielleicht nicht die richtigen Aufnahmen. Warum springen bei mir die 3. 7. 8. 9. 10 nicht rüber.


    Hier mal mein Mahler-Liste.


    Gesamteinspielung mit Bernstein
    Sinfonie 1: Rattle, CBSO – Giulini, Chicago SO – Colin Davis, Bayerischer Rundfunk
    Sinfonie 2: Eliahu Inbal, Frankfurt RSO – Eschenbach, Philadelphia Orchestra
    Sinfonie 4: Solti, Concertgebouw
    Sinfonie 5: Leinsdorf, Boston SO – Abbado, Chicago SO
    Sinfonie 6: Barbirolli, London SO – George Szell, Cleveland SO
    Sinfonie 8: Gielen, Museumsorchester Frankfurt
    Sinfonie 9: Libor Pesek, Liverpool PO
    Sinfonie 10: Libor Pesek, Czech PO


    Hat jemand ‘n Tip


    :hello: gruß
    Roman

  • Zitat

    Heute höre ich noch die vierte (nicht oft) die fünfte kommt so langsam, und dann das Agadio aus der Neunten (Tod in Vendig).


    Ich bin zwar kein Mahler Experte, aber das Adagietto aus Tod in Venedig ist aus der 5. Symphonie (cis-moll). Ebenso finden sich Stücke aus der 4. (Misterioso) und aus der 3. wieder.


    LG Joschi

  • Zitat

    Original von Amfortas08
    Mahler hat uns ein großes Spätwerk geschenkt. (Nebenbei: Warum ein Bezug von Mahlers Spätwerk zu dem Spätwerk anderer größter Komponisten wie z.B. Nono und Schönberg in einem Mahler-Thread abschweifend sein sollte, bleibt ein wohl unergründbares, hehres + großes Geheimnis TBs oder auch Wulfs ?( . Zumal manchen Forianern sicherlich klar sein dürfte, dass Alban Berg die Qualität eines Komponisten nicht zuletzt auch darin sah, ob dieser ein Spätstil höchsten Ranges schuf.)
    Ein Spätwerk höchsten Ranges geschaffen zu haben, ist sicherlich die Gemeinsamkeit von Bach, Beethoven, Mahlers, Schönberg und Nonos :jubel: :stumm:– so verschieden sie sonst in ihrer Musik sein mögen - und das sollte im Zusammenhang eines Mahler-Thraeds nun wahrlich nicht verschwiegen werden (zumal Mahlerneulinge eher einen Mahler-Thread anklicken, als einen der sich mit Spätwerken als solches auseinandersetzt) .


    :hello:


    Oh Gott, Amfortas, wie deutlich soll man eigentlich noch werden? So unintelligent bist Du doch nicht!??


    Deine MISSIONIERUNGSVERSUCHE in Sachen Schönberg, Nono etc. haben in einem MAHLER-thread - nochmal in Buchstaben für Dich: M + A + H + L + E + R NICHTS (auch in Buchstaben: N + I + C + H + T + S), rein gar nichts verloren.
    Wenn ich dann andere Komponisten aufzähle, die ebenso ein tolles Spätwerk hinterlassen haben, mir dann aber unterstellst, das hätte keinen Bezug zu Mahler, nur weil ich dessen Name nicht erwähnt habe, was soll das dann sein??? So bl.... :stumm: kann man doch einfach nicht sein.


    Die Namen haben vielleicht dann etwas in diesem thread verloren, wenn Du einen musikalischen Bezug zwischen dem Spätwerk Bachs mit Mahlers, Beethoven mit Mahlers, Nono mit Mahlers herstellen kannst. Außer Deinen albernen Relativierungsversuchen der Anbeutungssmileys durch die Schweigesmileys ist bisher nicht viel gekommen, was einen musikalischen Zusammenhang aufdecken würden. Also ist es in einem MAHLER-thread reine Missionierungsspammerei.
    Sorry, aber das macht mich ja schon fast wütend. :faint:

  • Lieber Wulf


    Deine Aufregung ist unverständlich. ?( Ich habe bloß auf eine Gemeinsamkeit und Unterschiede von Spätwerken großer Komponisten im Zusammenhang mit Mahlers Spätwerk hingewiesen, ohne - wie gesagt - die Unterschiede, die Verschiedenheit auszublenden. Dabei habe ich sehr wohl einen sehr kleinen musikalischen Zusammenhang zwischen Mahlers 9. Sinfonie und Schönbergs Streichtrio hingewiesen, in Form des kleinen Zitates am Ende des Streichtrios. Warum darf das - nach Deinem Dafürhalten - in einem Mahler-Thread nicht erwähnt werden ? Solche kleinen Details sind u.U. sehr wichtig. Der Bezug zwischen Mahler und Nono ist in sofern gegeben, dass beide Komponisten in ihrem Spätwerk sehr neue Wege gegangen sind, so unterschiedlich beide Komponisten auch sein mögen. Man könnte das Spätwerk bei beiden fast als einen Sprung vom vorherigen Schaffen deuten: vielleicht noch ist das stärker als bei Bach und Beethoven der Fall war. In diesem Zusammenhang wäre z.B. auch Egon Wellesz zu ergänzen, ab ca. Mitte/Ende der 50ziger Jahre. Das alles als Missionierungsspammerei (was für ein Wortprügel !) oder Abschweifung zu denunzieren verfehlt den Inhalt meines kleinen, bescheidenen Beitrages. :no:
    Es isi Dir doch - lieber Wulf - auch völlig frei, z.B. auf Gemeinsamkeiten zwischen Mahlers und Schostakowitschs Späterwerk in diesem Mahler-Tread hinzuweisen. :yes:
    Und beim 2. Teil des Beitrages ging es um einen möglichen Zugang zu Mahlers 3. Sinfonie und dem unzutreffenden Gerücht, die Berliner wären nicht in der Lage guten Mahler wiederzugeben: Wo ist denn in diesem Fall das Problem der Abschweifung in einem Mahlertread ?


    :hello:

  • ich glaube, es liegt tatsächlich an den Aufnahmen, dass bei manchen Mahlersinfonien der Funke noch nicht rübersprimgt. Schau doch ab + zu in den Radiothread. Da gibt es Hinweise auf Mahlerübertragungen. Momentan wird vom NDR-Kultur Mahler 2 mit Kaplan (live 95) gesendet.


    :hello:

  • Zitat

    Original von Amfortas08


    Es isi Dir doch - lieber Wulf - auch völlig frei, z.B. auf Gemeinsamkeiten zwischen Mahlers und Schostakowitschs Späterwerk in diesem Mahler-Tread hinzuweisen. :yes:
    :hello:


    Nein, durfte ich ja nicht. Du hast mir ja vorgeworfen; OT zu sein, als ich sagte, daß ebenso Britten, Mozart, Debussy etc. ein erstaunliches Spätwerk schufen, in denen sie teilweise sehr neue Wege gingen.


    Und mal ehrlich: in fast jedem thread, in welchem sich die Gelegenheit bietet, scheinst Du mit Deine Lieblinge missionieren zu wollen. Aber glaub mir - die meisten Mitglieder brauchen und wollen nicht missioniert werden. Und wenn hier jemand Brittens Spätwerk oder Nonos, oder sogar beides hört, dann ist das alles gut und recht.


    :hello:
    Wulf


    P.S. Verstehst Du, was die Zitatfunktion bedeutet? Sie bedeutet, daß mein Geschriebenes sich nur auf die Zeilen bezieht, die in dem von Zitierten zu finden sind. Da der zweite Teil deines ersten posts nicht OT war, habe ich auch nicht zitiert. Simpel, oder?

  • Zitat

    Original von Amfortas08
    Dabei habe ich sehr wohl einen sehr kleinen musikalischen Zusammenhang zwischen Mahlers 9. Sinfonie und Schönbergs Streichtrio hingewiesen, in Form des kleinen Zitates am Ende des Streichtrios. Warum darf das - nach Deinem Dafürhalten - in einem Mahler-Thread nicht erwähnt werden ? Solche kleinen Details sind u.U. sehr wichtig. Der Bezug zwischen Mahler und Nono ist in sofern gegeben, dass beide Komponisten in ihrem Spätwerk sehr neue Wege gegangen sind, so unterschiedlich beide Komponisten auch sein mögen.


    Ok, dann steht es mir ja deiner Meinung nach frei, im nächsten Thread "Wege zu Schostakowitsch" auch Rossini abzuhandeln und ein Essay über Bartok in einem Prokofjew-Thread zu verfassen, da auf die Gemeinsamkeiten des Spätwerks beider Komponisten nicht genug hingewiesen werden kann (beide sind in der Radikalität der Tonsprache stark zurückgegangen).


    Ebenfalls weise ich hier noch auf :jubel: :jubel: Richard Strauss :jubel: :jubel:, der ja mit Mahler die Gemeinsamkeit teilt, zu ähnlicher Zeit gelebt zu haben! :yes:

    "Das Große an der Musik von Richard Strauss ist, daß sie ein Argument darstellt und untermauert, das über alle Dogmen der Kunst - alle Fragen von Stil und Geschmack und Idiom -, über alle nichtigen, unfruchtbaren Voreingenommenheiten des Chronisten hinausgeht.Sie bietet uns das Beispiel eines Menschen, der seine eigene Zeit bereichert, indem er keiner angehört." - Glenn Gould

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