WSO - wie geht es weiter?

  • Hallo,


    ich denke, Dominique Meyer hat bisher als Direktor des Théâtre des Champs-Elysées keinen schlechten Job gemacht: Ein vielfältiges Programm in einem Mainstream-Rahmen (das TCE ist so ungefähr die bürgerlichste Adresse unter den Pariser Sälen). Es gab recht viel Barockoper, allerdings macht das Haus nur wenige eigene Opernproduktionen. Meistens gibts eh Konzert und keine Oper.


    Beste Grüsse,


    Jürgen

  • Hallo Theophilus,

    Zitat

    nicht zuletzt im Endeffekt auch jener, der hier nicht genannt werden darf, der es aber immerhin besser hingekriegt hat als jeder andere seit dem Krieg...


    Wieso? Böhm war sicherlich problematisch, mußte aber auch gegen die Umstände der Nachkriegszeit kämpfen - und kann durchaus ehrenvoll genannt werden. Und der nächste Dirigent von Rang, der Staatsoperndirektor wurde, war ja ohnedies schon Maazel. :pfeif:
    :hello:

    ...

  • Die große Katastrophe (Shici) ist zumindest abgewendet, ich befürchte aber, dass wir auch mit Welser-Möst keine reine Freude haben werden, die Ära Maazel ist mir noch in trauriger Erinnerung. Wie Edwin schon so richtig bemerkte, sind Dirigenten in erster Linie an ihrer Karriere interessiert - ist ja auch logisch - aber die WSO ist ein Fulltimejob, den man nicht so nebenbei zwischen diversen Orchestertourneen erledigen kann. Also ruht meine Hoffnung eher auf Dominique Meyer, der für mich ein ziemlich unbeschriebenes Blatt ist.
    lg Severina :hello:

  • Zitat

    Original von severina
    Die große Katastrophe (Shici) ist zumindest abgewendet, ich befürchte aber, dass wir auch mit Welser-Möst keine reine Freude haben werden, die Ära Maazel ist mir noch in trauriger Erinnerung. Wie Edwin schon so richtig bemerkte, sind Dirigenten in erster Linie an ihrer Karriere interessiert - ist ja auch logisch - aber die WSO ist ein Fulltimejob, den man nicht so nebenbei zwischen diversen Orchestertourneen erledigen kann. Also ruht meine Hoffnung eher auf Dominique Meyer, der für mich ein ziemlich unbeschriebenes Blatt ist.
    lg Severina :hello:


    Hallo Severina,


    Ich teile Deinen Pessimismus nicht - Meyer ersetzt Holender und Welser-Möst Ozawa - wo siehst Du ein Problem ?( Lassen wir sie doch erstmal arbeiten :D


    Die Biographie von Meyer klingt nicht schlecht, was ich bisher so auf die Schnelle gelesen habe - kenne ihn auch nicht.


    :hello:


    Austria


    P.S.: Jedenfalls werden wir vielleicht öfters Besuch aus D bekommen ;):


    ****
    ORF online:
    Am Theatre des Champs-Elysees setzt Meyer derzeit Schwerpunkte auf die Tudor-Opern Donizettis, auf Opern von Jean-Baptiste Lully ("These", "Armide") und auf norddeutsche Barockmusik von Telemann und Kaiser.
    ****


    Habe allerdings keine Ahnung, wie groß das TCE ist, hier der Link


    Und der Joschi wird sich freuen ;-)

    Wir lieben Menschen, die frisch heraus sagen, was sie denken - vorausgesetzt, sie denken dasselbe wie wir (Mark Twain)

  • Hallo Austria,
    ich bin im Prinzip eh recht zufrieden mit diesem Ergebnis :] ,die Frage ist nur, was genau von Welser-Möst erwartet wird. Ihn direkt mit Ozawa zu vergleichen, haut meines Erachtens nicht hin, der war schließlich nie "Direktor" und ist doch kaum aus dem Schatten Holenders herausgetreten. Viele wissen doch gar nicht, dass er überhaupt eine Funktion an der WSO hat, sondern halten ihn bloß für einen der vielen Dirigenten. Das konnte ich erst beim Holländer feststellen, wo er doch nach seiner langen krankheitsbedingten Pause zum ersten Mal wieder ans Pult getreten ist.
    lg Severina :hello:


    PS: Über einen Donizeti-Schwerpunkt wäre ich auch nicht unglücklich!! :] :] :] :]

  • Zitat

    Original von JuergenB


    1905 Plätze.


    Jürgen


    Danke! - dann ist es ja durchaus mit der WSO vergleichbar.


    :hello:


    Austria

    Wir lieben Menschen, die frisch heraus sagen, was sie denken - vorausgesetzt, sie denken dasselbe wie wir (Mark Twain)

  • Ich bin über die Entscheidung ziemlich erleichtert. Das vorherzusehende Debakel ist abgewendet. Was jetzt kommt, muß man anhand dessen beurteilen, wie gearbeitet wird. Zu beneiden ist keiner der beiden, immerhin müssen sie aus Holenders Schatten treten - und der ist verdammt lang. Aber ich halte das für eine echte Chance.
    Ich muß übrigens auch hinzufügen, daß ich von unserer Kulturministerin Claudia Schmied überrascht bin: Immerhin hat sie es geschafft, ihren Willen gegen den des Kanzlers durchzusetzen - und zwar so, daß Shicoff nicht einmal ein Alibi-Pöstchen bleibt. Letzten Endes hat sie damit Gusenbauer vor einer Blamage gerettet, auch, wenn er selbst das vielleicht (noch) nicht so sieht.


    :hello:

    ...

  • Zitat

    Original von Austria
    [
    Danke! - dann ist es ja durchaus mit der WSO vergleichbar.


    Finde ich eigentlich nicht. Das TCE hat kein eigenes Orchester und kein Ensemble. Es ist eher ein Konzertsaal, der auch Opern zeigt. Das Programm ist ziemlich querbeet vom Klavierrecital zum Kammermusikabend über das Konzert der Wiener Philharmoniker zum Händel-Oratorium. Ich kann da keine rechte "Handschrift" des M. Meyer erkennen. Dass ziemlich viel Barockoper gespielt wird, kann auch daran liegen, dass diese in Paris eben gut läuft. Man sollte nicht vergessen, dass das TCE ein "privater" Saal ist (es gehört der Staatsbank CDC) und eher knapp subventioniert wird.


    Wie wird eigentlich die Aufgabenverteilung zwischen Meyer und Welser-Möst aussehen ?


    Beste Grüsse,


    Jürgen

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  • Zitat

    Original von JuergenB


    Finde ich eigentlich nicht.
    Jürgen


    Nach der Anzahl der Plätze.


    :hello:


    Austria

    Wir lieben Menschen, die frisch heraus sagen, was sie denken - vorausgesetzt, sie denken dasselbe wie wir (Mark Twain)

  • Also ich bin echt froh, dass es eine Entscheidung gibt. Alles besser als dieses unwürdige Diskussion der letzten Wochen. Niemand, der polarisiert, und dennoch die Chance auf viel Neues. Welser-Möst wird in den nächsten Monaten viel in Wien sein für die Vorbereitungen des Rings, was bei dem Zeitdruck für die Planung nur von Vorteil sein kann.


    Und offenbar muss man Meyer heißen, um in Wien Operndirektor zu werden ;)



    Liebe Grüße,


    leporellina

    leporellina


    Musik machen ist ein erotischer Akt, weil es mit Wollen, mit Leidenschaft zu tun hat. Daniel Barenboim

  • Zitat

    Edwin Baumgartner Zu beneiden ist keiner der beiden, immerhin müssen sie aus Holenders Schatten treten - und der ist verdammt lang.


    Bei Herrn H. höre ich nur immer vom langen Schatten der Besetzungscouch :stumm::untertauch:...

  • Zitat

    Original von flotan


    Meinst Du hier den langen Schatten der Besetzungscouch :stumm::untertauch:?


    Was meinst Du ?(


    Austria

    Wir lieben Menschen, die frisch heraus sagen, was sie denken - vorausgesetzt, sie denken dasselbe wie wir (Mark Twain)

  • Hallo Edwin


    Zitat

    Original von Edwin Baumgartner
    ...
    Wieso? Böhm war sicherlich problematisch, mußte aber auch gegen die Umstände der Nachkriegszeit kämpfen - und kann durchaus ehrenvoll genannt werden. Und der nächste Dirigent von Rang, der Staatsoperndirektor wurde, war ja ohnedies schon Maazel. :pfeif:


    Du solltest etwas gegen deine Gedächtnislücken unternehmen!


    :hahahaha:

    Ciao


    Von Herzen - Möge es wieder - Zu Herzen gehn!



  • Zitat

    Original von Theophilus
    Hallo Edwin



    Du solltest etwas gegen deine Gedächtnislücken unternehmen!


    :hahahaha:


    die meldung ist echt gut. vielleicht ists ja keine gedächtnislücke. er schreibt "dirigent von rang" nicht einfach "dirigent" - und der edwin hat ja öfter recht exklusive ansichten. :hahahaha:

  • Liebe Austria,

    Zitat

    Was meinst Du?


    Damit ist wohl das Gerücht gemeint, daß Holender junge Sängerinnen nicht immer wegen ihrer vokalen Stärken besetzte. Etwa die Bonfadelli und auch eine gewisse A.N. sollen, sagt die Fama, als sie noch unbekannt waren, von Holender auf sehr persönliche Weise entdeckt worden sein.


    A) glaube ich das nicht, sondern glaube vielmehr, daß man die mitunter kernige Ausdrucksweise des Staatsoperndirektors (absichtlich?) mißversteht;
    B) selbst wenn: Na und? - Schlechte Wahl gewesen?


    --------------------------


    Ach, Brangäne,

    Zitat

    vielleicht ists ja keine gedächtnislücke. er schreibt "dirigent von rang" nicht einfach "dirigent"


    wie schön ist es, wenn man sich auf Anhieb so verstanden fühlen darf! Da braucht man dann auch nichts vom unrühmlichen Intermezzo des Schutzheiligen der italienischen Souffleure zu schreiben.:D


    :hello:

    ...

  • Moin,


    zur Zeit läuft gerade eine ausserordentliche Sitzung des Zürcher Stadtrates in dem mit hoher Wahrscheinlichkeit beschlossen wird, dass Bewohner im Umkreis von 100 km um Wien Hausverbot am Zürcher Opernhaus bekommen. ( Nicht schön, was severina ?) :D :D :D



    Aber Spass beiseite für uns in Zürich war es doch klar, dass es nur der Franzl werden konnte. Allerdings frage ich mich ganz provokativ , ob er sich da bei Euch nicht langweilen wird. :untertauch:


    Edwin hat doch mal geäussert, das es an der WSO typischerweise ganze 4 Premieren pro Saison :hahahaha: gibt. Diese Saison hat der Franzl als GMD bei uns 2 von 12 Opernpremieren selber dirigiert. Wenn ich mich recht erinnere waren es in der letzten Spielzeit sogar 3.


    Grüsse aus Züri

    Grüsse aus Rhosgobel


    Radagast

  • Hallo zusammen!


    Ich bin erleichtert, dass bei der Bestellung des Staatsoperndirektors die Vernunft über die Freunderlwirtschaft einmal gesiegt hat. Oft ist das bei uns in Österreich ja leider nicht der Fall. Ich halte Meyer und Welser-Möst für sehr kompetente Leute und warte gespannt auf ihre angekündigten Innovationen. Ein Hoch auf die Frau Kulturministerin Schmied, dass sie dem Druck ihres
    Chefs so standgehalten hat. Ich verstehe nicht, wie man als deklarierter Opernfreund auch nur im leisteten daran denken kann, Shicoff als Staatsoperndirektor vorzuschlagen, er ist offensichtlich ein schwieriger Mensch, der mit sich selbst oft nicht klar kommt, hat keinerlei Vorkenntnisse für diese schwierigen Job usw. Wenn ich mir vorstelle, dass bei der Bestellung anderer Positionen durch den Bundeskanzler ähnlich vorgegangen werden könnte, ....nein ich will mir das gar nicht vorstellen, und bin froh, dass es anders gekommen ist, als erwartet.

  • Wenn ich die Reaktionen so betrachte - nun, dann war das eine Entscheidung, mit der alle (bis auf 2 Ausnahmen :pfeif: ) gut damit leben können.


    Und Barockoper an der STOP kann auch interessant werden - dort bekommt man zumindest nicht solche Beklemmungen wie im TadW, wo die Sitzreihen anscheinend noch immer der durchschnittlichen Körpergröße des zu Ende gehenden 18. Jhdts angepasst sind :angry:

    Hear Me Roar!

    Einmal editiert, zuletzt von Dreamhunter ()

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  • Zitat

    Original von Edwin Baumgartner
    Liebe Austria,


    Damit ist wohl das Gerücht gemeint, daß Holender junge Sängerinnen nicht immer wegen ihrer vokalen Stärken besetzte.


    A) glaube ich das nicht, sondern glaube vielmehr, daß man die mitunter kernige Ausdrucksweise des Staatsoperndirektors (absichtlich?) mißversteht;


    Eben, das glaube ich nämlich auch. Much ado about nothing.


    on topic:
    Ein sympathisches Duo, unsere zwei neuen WSO-Direktoren. In Ö sind alle euphorisch - wahrscheinlich weil der Shicoff-Kelch an uns vorübergegangen ist :D Deutsche und Schweizer Kritiker sprechen von "überschätzten" Persönlichkeiten. Na, schaun ma mal.


    :hello:


    Austria


    PS: bin ja nur neugierig, wie Holender Meyer und Welser-Möst diesen Ausspruch erklären wird :D


    Zitat

    Zitat:
    Staatsoperndirektor strebt man als seriöser Mensch nicht an. Das sind verkrachte Existenzen. Oder es sind Menschen, die aufgrund des Alters in diese Situation kommen.“
    (Staatsoperndirektor Ioan Holender laut WIENER ZEITUNG vom 9.5.07 bei einem Vortrag im Uni Management Club.)

    Wir lieben Menschen, die frisch heraus sagen, was sie denken - vorausgesetzt, sie denken dasselbe wie wir (Mark Twain)

  • Mir ist ein Stein vom Herzen gefallen. Ein hervorragender Kulturmanager, der sehr gut Deutsch spricht, mit einem ausgezeichneten jungen österreichischen Dirigenten als Musikdirektor an seiner Seite bzw. umgekehrt. (Wieso heißt es noch mal Generalmusikdirektor und nicht Musikdirektor?)


    Dass Meyer hierzulande für viele noch keine "Berühmtheit" ist, halte ich für einen Vorteil. Man kann unvoreingenommen abwarten und neugierig sein.


    Und Gusi ist zwar mit seiner Einmischung tief ins Fettnäpfchen getreten, aber durch die Nicht-Bestellung seines deklarierten Freundes bleiben ihm wenigstens weitere Peinlichkeiten in der Sache erspart.

    Bitte bedenken Sie, dass lautes Husten - auch zwischen den Stücken - die Konzentration der Künstler wie auch den Genuss der Zuhörer beeinträchtigt und sich durch den Filter eines Taschentuchs o. ä. erheblich dämpfen lässt.


  • Dann beschließt mal rasch, denn am 20.Juni falle ich wieder in mein liebes Zürich ein! ;) Im übrigen hoffe ich ja, dass es mit den beiden Neuen mehr PR geben wird, müssen ja nicht gleich 12 sein. Wie ihr das in Zürich logistisch schafft, ist mir ohnehin ein Rätsel!
    Ansonsten bin ich einfach nur "molto felice" über diese unerwartet gute Lösung für die WSO, den ich war felsenfest überzeugt, dass an Shicoff kein Weg vorbeiführt.
    lg Severina :hello:

  • Zitat

    Original von Radagast
    Aber am 20. Juni läuft doch gar nichts im Opernhaus. :D :D


    Doch, eine Probe ;) , und außerdem ist Zürich immer eine Reise wert!!!! :D :D :D :D :D
    lg Severina :hello:

  • Erste Statements von Meyer sind nachzulesen in
    "http://wien.orf.at/stories/198388 (ohne ")


    Im orf.at wird heute aus der Boulevardzeitung "Österreich" zitiert:


    Er, Shicoff, empfinde zudem "für die Wiener Staatsoper und die Wiener Philharmoniker die größte Leidenschaft und werde von dieser Liebe auch nie abrücken. In Kenntnis vieler Details der Intrigen, die in den letzten Stunden der Entscheidung über die Bühne gingen, werde ich mich aber vorläufig jedes weiteren Kommentars enthalten".


    Stimmt, es war ja auch nicht recht nett von uns, dass wir uns so ablehnend geäußert haben. Oder meint er mit "über die Bühne" etwa das Hochglanzmagazin "Die Bühne"?

    Bitte bedenken Sie, dass lautes Husten - auch zwischen den Stücken - die Konzentration der Künstler wie auch den Genuss der Zuhörer beeinträchtigt und sich durch den Filter eines Taschentuchs o. ä. erheblich dämpfen lässt.


  • Kaum, die haben ja speziell in der Juni-Ausgabe wieder einmal einen Shici-Bejubelungsartikel gebracht, inclusive Kotau vor dem vermeintlichen zukünftigen Operndirektor. Intrigen hätte ich eher gewittert, wenn Shicoff tatsächlich den Job bekommen hätte, so aber hat sich einfach die Vernunft beziehungsweise die größere Fachkompetenz der Kulturministerin durchgesetzt, was mich auch einen Tag später noch in Erstaunen versetzt. (Dass nämlich in Ö tatsächlich einmal der Bessere einen Posten bekommt und nicht der mit den besseren Beziehungen!)
    lg Severina :hello:

  • Und wieder einmal sind es die Intrigen.
    Im konkreten Fall haben sie so ausgesehen, daß zahlreiche nicht unbedeutende Künstler (Musiker, aber auch aus anderen Sparten) auf eine immer verzweifelter werdende Kulturministerin eingeredet haben, daß Shicoff den Weg ins Debakel bedeutet.
    Holender hat zu Claudia Schmied zwar keine sehr gute Beziehung, aber natürlich weiß Schmied um die enorme Kompetenz Holenders, der ebenfalls vor Shicoff gewarnt hat.
    Dazu kamen dann noch diverse Medien - ich spreche nicht nur pro domo, es waren auch der ORF und sogar die Kronen-Zeitung, die deutlich gemacht haben, daß Shicoff ein Risiko bedeutet.
    Und dann ist meiner Meinung nach etwas passiert - aber es ist nur eine Vermutung: Schmied wurde klar, daß ihr Posten so oder so auf dem Spiel steht. Nimmt sie Shicoff, fällt ihr das bei seiner ersten Ungeschicklichkeit auf den Kopf ("Schmied hätte ja Shicoff verhindern können"); entscheidet sie gegen Shicoff, hat sie zwar den Kanzler gegen sich und fällt möglicherweise dadurch - aber sie kann erhobenen Hauptes gehen, denn sie fällt dann wegen einer eigenen Entscheidung, nicht wegen der eines anderen. Das dürfte der Grund für einen Mut gewesen sein, der in der jüngeren österreichischen Politik ziemlich einzigartig ist. Und dazu führt, daß auch die Opposition (inklusive der in quasi-Opposition befindlichen Mitregierungspartei ÖVP) Schmied Beifall spendet. Damit geht Schmied als Siegerin auf allen Linien aus der Sache hervor.


    Ich glaube aber, daß noch ein weiterer Faktor Schmied den Rücken gestärkt hat: Auch Rudolf Scholten, ehemaliger SPÖ-Kulturminister mit betont eigenwilligem, bei Künstlern über alle Parteigrenzen hinweg sehr beliebtem Kurs, war ebenfalls gegen Shicoff und für Meyer/Welser-Möst. Scholten genießt in Kulturfragen in der SPÖ immer noch höchstes Ansehen. Es würde mich nicht wundern (aber auch das ist nur eine Vermutung), wenn Schmied Scholten gefragt hätte, ob sie die Parteidisziplin wahren oder eine Entscheidung nach ihrer Überzeugung treffen soll. Scholten würde ihr zweifellos zu einer Entscheidung nach eigener Überzeugung raten - er selbst hat ja auch stets so gehandelt (was ihn auch den Posten kostete und dazu führte, daß es nur noch weisungsgebundene Kunststaatssekretäre und keine entscheidungsbefugten Kulturminister mehr gab).


    Wenn das alles Intrigen waren, dann ist jeder gute Rat eine Intrige.


    :hello:

    ...

  • Wie ich aus gut unterrichteten Kreisen erfuhr,erhält die WSO ab 2010 eine Doppelspitze. So soll nach Mitteilung der österreichischen Kulturministerin der Direktor des Pariser The'atre des Champs-Elyse'es, Dominique Meyer, von der Saison 2110/11 an neuer Staatsoperndirektor als Nachfolger von Ion Holender werden.
    Ihm zur Seite steht der östereichische Dirigent Franz Welser- Möst, der für fünf Jahre das Amt eines Generalmusidirektors übernimmt. Der gebürtige Rumäne Holender, der die Oper 15 Jahre mit Erfolg leitete, scheidet mit dem Ende der Spielzeit 2009/10 aus.Während der Ernennung des Pariser Theatermanagers völlig überraschend kam, gehörte der in Linz geborene Weiser- Möst von Anfang an zu den Favoriten. Er wurde zunächst für fünf Jahre nach Wien verpflichtet. Holender,der sich selbst für den Dirigenten stark gemacht hatte, hatte im Februar bekannt gegeben, dass er seinen Vertrag über die Saison 2010 nicht verlängern wird.
    Mit Welser- Möst ist nach Gustav Mahler,Clemems Krauss, Richard Strauss, Karl Böhm, Herbert von Karajan, und Lorin Maazel erneut ein Dirigent in die oberste Leitungsetage aufgestiegen.
    Padre

  • guten morgen väterchen!


    diese entscheidung ist ja nicht nur wegen der hervorragenden basis für verwechslungskomödien ("wie operndirektor meyer mitteilte,...") zu begrüßen, wie die kleine leporello schon bemerkte... ;)

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