Liszt, der schwierigste Komponist?

  • ...aber schwerer zu schreiben als Mozard isser schon, gell?


    :hello:



    Ulli

    Die Oper muss Tränen entlocken, die Menschen schaudern machen und durch Gesang sterben lassen.
    (Vincenzo Geilomato Hundini)

  • Hallo Ludwig,


    ob Liszt der „Schwierigste“ ist kann ich Dir auch nicht beantworten. Und wenn Du mich fragst, dann gibt es auch nicht DEN am schwersten zu spielenden Komponisten. Schnabel bringt es meiner Meinung nach auf den Punkt.


    Zitat

    Original von Kulturvermittler
    ...So konnte Schnabel über diese Sonaten sagen: "Too easy for children, too difficult for artists." ...


    Liszt war ja vor allem auch Virtuose. Vermutlich der bedeutendste Klaviervirtuose des 19ten Jahrhunderts. Und als er einmal Paganini den Teufelsgeiger geigen hörte, da beschloss er sein Klavierspiel zu revolutionieren. Er zog sich Monate zurück und versuchte das Dämonische, das Übermenschliche im Geigenspiel des Italieners auf sein Klavierspiel zu übertragen. Blicken wir heute auf das Werk für Klavier eines Franz Liszt, treffen wir auf technisch höchst anspruchsvolle Kompositionen. Ein Klavierschüler wird für die lisztsche H-Moll-Sonate sicherlich wesentlich mehr Handwerkszeug benötigen als für eine beethovensche Mondscheinsonate. Aber ich, der ich dieses Instrument nicht spielt, stelle es mir trotzdem noch schwerer vor, am Klavier durch Mozarts Tränen zu lachen. „...too difficult for artists.”



    Liebe Grüße
    GalloNero

    ... da wurde mir wieder weit ums Herz ... (G. Mahler)

  • Zitat

    Original von holger65
    Absolut nicht. Es ist wahnsinnig schwer Mozart so zu spielen, das sich alles kinderleicht anhört. Besorg Dir mal ein paar Mozartaufnahmen von Clara Haskil, eine der besten Mozartinterpretinen die es jemals gegeben hat.


    :jubel: :jubel: :jubel:


    Siehe hier.


    LG, Paul


  • Ja im Prinzip wollte auch ich ganau darauf hinaus. Wenn etwas technisch anspruchsvoll ist, dann ist es sicherlich schwer zu lernen, aber ein Stück muss nicht unbedingt technisch Überduchrschnittliches verlangen um schwer zu spielen zu sein. hä... ?( Irgendwie verheddere ich mich gerade. Holger hat einfach verdammt recht. Und Liszt ist trotzdem sauschwierig!


    Liebe Grüße
    Gallo

    ... da wurde mir wieder weit ums Herz ... (G. Mahler)

  • Zitat

    Original von Beethoven
    Ich sage eigentlich immer, auch auf deutsch, do, re, mi, fa, sol, la, si und für Kreuz entweder Kreuz oder dièse oder für b B-moll.


    Dann aber lieber bémol, wie die Franzosen schreiben, sonst kommt es hier zu totaler Verwirrung...

    „People may say I can't sing, but no one can ever say I didn't sing."
    Florence Foster-Jenkins (1868-1944)

  • Zitat

    Original von Kulturvermittler
    Von Mozart gibt es immerhin 18 Sonaten. (...) Für den Spieler gibt es das Problem, die verhältnismäßig wenigen Noten überzeugend zu gestalten. So konnte Schnabel über diese Sonaten sagen: "Too easy for children, too difficult for artists."


    Hallo Ralf,


    Ich fand in dem Haskil-Thread noch ein Zitat von Sagitt


    Zitat

    Ein Tastenlöwe überfällt Mozart und kann mit den wenigen Noten wenig anfangen.
    Das genau ist der Grund, warum Geza Anda, auch einer der wenigen, die beides sehr gut konnten, meinte, Mozart sei zu schwer für Pianisten.


    Damit ist m.E. auch die Frage "Liszt, der schwierigste Komponist?" beantwortet. Je nachdem man ein Aspekt das wichtigste findet, wird die Antwort anders sein.


    LG, Paul

  • Zitat

    Original von Beethoven
    Ich habe halt, was der Musik betrifft, lieber Französisch. Ich finde die Notennamen c, d, e, f, g, h, a und den is und es regeln, wie soll ich sagen... unpraktisch, irritierent und bei gesang ungebräuchlich.


    Hm.


    was würde Monsieur Si bémol La DoSi dazu sagen?


    Ich finde übrigens eher das bémol oder bemolle verwirrend, da es mir zumindest stets b-moll suggeriert...
    in diesem Punkt finde ich die dt. Schreibweise ausnahmsweise sehr viel praktischer, ein einfaches B anstelle von si bémole. "Hes" würde mir auch gut gefallen - ich glaube, mein neues StrQ schreibe ich mal in Hes-Dur.


    :hello:


    Ulli

    Die Oper muss Tränen entlocken, die Menschen schaudern machen und durch Gesang sterben lassen.
    (Vincenzo Geilomato Hundini)

  • Zitat

    ich glaube, mein neues StrQ schreibe ich mal in Hes-Dur.


    Unterstehe Dich!
    Gerade vor einigen Tagen erhielt ich die Partitur eines Streichquartettes eines sehr umtriebigen Komponisten(? :stumm: )-Name wird nicht verraten(ich bin jung und brauche das Geld :D )-, welches wir aufnehmen sollen.
    Und was macht der Kerl?
    Er schreibt vier Takte vor Schluß einen Tonartwechsel nach Cis-Dur(oder war es Ais-moll ?( ) und fügt auch dramatisch sieben Kreuze in die Partitur ein.
    Das soll wohl professionell aussehen und die ernsthafte und geniale Kreativität des Komponisten hervorheben.


    Und was soll da gespielt werden?
    Vier F#..............Unisono, in jedem der vier Takte eines :jubel:

  • Zitat

    Original von Ulli
    in diesem Punkt finde ich die dt. Schreibweise ausnahmsweise sehr viel praktischer, ein einfaches B anstelle von si bémole. "Hes" würde mir auch gut gefallen - ich glaube, mein neues StrQ schreibe ich mal in Hes-Dur.


    Was hast Du gegen H = B. Das ist international ueblich.


    LG, Paul

  • Lieber Paul,
    das gibt bei uns immer Probleme:
    Zum Beispiel beim berühmten b-moll Cellokonzert von Dvorak :D
    Das ist bei uns das berühmte h-moll Cellokonzert von äh, Dingens.


    Kinder in anderen Ländern haben es da leichter, denen kannst Du die Tonleiter auch anhand des ABC erklären:
    a-b-c-d-e-f-g-ist zwar moll und traurig, aber logisch-irgendwie


    Oder das schöne, von C ausgehende do re mi fa so la si

    Zitat

    H = B. Das ist international ueblich


    Bei uns leider nicht- wir haben nunmal den Ton H und dieses ganze -is und -es Gedöns.
    Es wäre sicher besser, wenn unser Ton H ebenfalls B heißen würde.
    Dann wäre unser B ein "Bes" und das His ein"Bis".
    Mann, bin ich froh, das ich schon seit Jahren nicht mehr unterrichte, denn erkäre einem aufgeweckten 13jährigen mal diese ganzen Ungereimtheiten.
    Also ich habe das nie hinbekommen.......
    LG,
    Michael

  • Zitat

    Original von Michael Schlechtriem
    Unterstehe Dich!


    Bereits zu spät! Aber es merkt ja eh keiner... :rolleyes:

    Die Oper muss Tränen entlocken, die Menschen schaudern machen und durch Gesang sterben lassen.
    (Vincenzo Geilomato Hundini)

  • Hallo Michael,


    mir wäre eine deutsche Version des englischen Systems eigentlich auch am liebsten. Man kann ja das is und es dranhängen, nur die seltsame Ausnahme (derentwegen man bei vielen internationalen CDs durcheinanderkommt) mit dem B und H ist komisch...
    Wie kam es eigentlich dazu? War irgendein Herr H. (ich war´s nicht :rolleyes: ) in den Ton (oder die entsprechende Tonart) vernarrt und musste sie nach sich benennen oder was? ?(


    :hello:
    Stefan

    Viva la libertà!

  • Salut,


    vielleicht räumt ein MOD bei diesem schönen Wetter mal auf und verschiebt einen Teil hierher:


    Angabe der Tonart - Wie?


    :hello:


    Ulli

    Die Oper muss Tränen entlocken, die Menschen schaudern machen und durch Gesang sterben lassen.
    (Vincenzo Geilomato Hundini)

  • Zitat

    Original von kleinershredder
    War das nicht Schumann, der durch paganini inspiriert ein Klaviervirtuose werden wollte?


    Das weiß ich nicht. Weiß nur, das Liszt bereits ein sehr anerkannter und bewunderter Pianist war als er sich inspirieren lies.


    Liebe Grüße
    GalloNero

    ... da wurde mir wieder weit ums Herz ... (G. Mahler)

  • um mal wieder auf Liszt zu kommen:


    Ich besize igendwo eine Schallplattenaufnahme: Ur No 2 von einem Schüler Liszt´gespielt wie es ihm Liszt beigebracht hatte.
    oder einfach ausgedrückt: Liszt spielt Liszt


    und zwar in der erstversion (wer die Noten kennt: Einige Takte werden heutzutage weggelassen. Die spielt er noch mit.)


    Kommentar dazu: :rolleyes::stumm: :kotz:

  • Zitat

    Original von Daskalos
    Kommentar dazu: :rolleyes::stumm: :kotz:


    Hallo lieber Daskalos,


    ich mag es ja auch nicht, wenn ich mit unnötigen Details überfrachtet werde, aber die von dir genannte Aufnahme klingt doch sehr interessant. Dein Kommentar könnte für meinen Geschmack aber dennoch etwas mehr ins Detail gehen. Was ist denn so schrecklich?


    Liebe Grüße
    GalloNero

    ... da wurde mir wieder weit ums Herz ... (G. Mahler)

  • also ich habs jetzt echt nicht mehr genau in Erinnerung, meine mic aber zu erinnern, dass es ein dauerndes schnell und langsam - wie ein Eiförmiges rad - klingt: schnell, langsam, schnell


    ich werd bei gelegenheit die Platte mal wieder suchen und genauer berichten

  • Ob Liszt Klaviermusik "schwerer" ist als andere mag ich bezweifeln!


    Es kommt doch sehr individuell darauf an, was mann unter "schwerer" versteht? Technische Hürden stehen den musikalischen ja um nichts nach! Auch die spezifische Herangehensweise an die Klaviatur spielt eine große Rolle. Alfredo Perl hat sich dazu mal so geäußert, Ihm würde der lisztsche Klavierssatz mehr liegen als der von Chopin. Ihm fällt es leichter sich durch Liszt 12 transcendentalen Etüden zu spielen als die Werke von Chopin aufzuführen. Er würde die Klaviermusik Chopins als "schwerer zu spielen" bezeichen als die von Liszt!


    Nach welchen Kriterien sollte sich also das "schwerer" richten?? Es liegt an der Dispossition des einzelenen Spielers was er als "schwerer" empfindet.


    Gruß
    Niko

  • Hallo Niko,
    die Bemerkung von Alfredo Perl ist sehr erhellend und wirft ein bezeichnendes Licht auf die Tatsache, daß ja nun jeder Pianist individuelle Prioritäten und Stärken hat.
    Woher kennst Du Alfredo?
    Wir haben zusammen studiert und er war häufig bei uns als Gast.
    Er ist ein phänomenaler Pianist und ein wirklicher Künstler, der viel zu sagen hat- im Gegensatz zu so manch hochgejubelten Shooting-Stars( Anglizismus-Polente, ihr habt mich :D , ich ergebe mich )


    Ich hätte bei ihm genau das Gegenteil vermutet, also Chopin vor Liszt.
    So kann man sich irren.


    LG,
    Michael

  • Hallo Michael,


    Ich habe Perl nach einem Konzert im Herkulessaal in München besucht und ihm gratuliert, dabei habe ich ihm diese Frage gestellt. Er hat einen schönen Beethoven/Liszt Abend gegeben. Ich mag seine Interpretation der 12 transcendentalen Etudes. Er findet ein Gleichgwicht zwichen Pianistik, Ausdruck und Klang ohne dabei zu übertreiben!


    Natürlich ist mir klar, dass jeder Pianist individuelle Vorlieben hat. Ob man ein Klaviersatz als schwer empfindet ist meiner Ansicht nach eine subjektive Sache der Wahrnehmung!


    Hat er damals (als Student) schon Liszt gespielt, bzw geübt? Oder sich erst später damit auseinandergesetzt?


    Gruß
    Niko

  • Zitat

    Hat er damals (als Student) schon Liszt gespielt


    Ja, hat er, und zwar verdammt gut.


    Es existiert eine Fernsehaufzeichnung des WDR mit ihm und dem Orchester der Musikhochschule Köln mit dem 2.Klavierkonzert von Liszt- toll gespielt. :jubel:
    Gestört wird die Aufzeichnung vom 29.5.1986 nur von einem unfähigen Solocellisten, der beim Cellosolo anstatt Achteln Triolen spielt und danach- in Großaufnahme- entsetzlich das Gesicht verzieht.( die Initialen dieses Versagers sind M.S. :no: )
    Wir lachen heute noch darüber, nächste Saison ist er wieder bei uns zu Gast und ich freue mich schon riesig darauf. :)
    :hello:
    Michael


    P.S.

    Zitat

    Er findet ein Gleichgwicht zwichen Pianistik, Ausdruck und Klang


    Ja, genau das ist seine Stärke, danke für Deine schöne Formulierung!

  • Hallo Michael,


    Ich habe irgendwo gelsen, dass er zunehmend auch als Dirigent auftritt! Weiß Du da was näheres?


    Ich hoffe er wird sein Klavier nicht an den Nagel hengen! Es wäre wirklich schade :faint:


    Gruß Niko

  • Er spielt bei uns vom 8-13.5. Beethoven`s Klavierkonzert Nr.4
    Ich frage ihn dann einfach.....
    Aber nun sollten wir aufpassen wg. offtopic (huch, ein Anglizismus :untertauch: )
    Gruß,


    Michael