Eugène Ysaÿe - Bach II?

  • Salut,


    mehr und mehr faszinieren mich die Werke von Eugéne Ysaye [die " über dem zweiten y muß man sich halt denken] für Violine solo. Ich würde sie eigentlich ganz gerne neben jene von Bach stellen, traue mich aber nicht recht [vielleicht kann Petemoneta etwas dazu beitragen? :evil: ].


    Jedenfalls habe ich heute erfahren, dass Ysaye 8 Violinkonzerte komponierte... diese aber aus [mir] unerfindlichen Gründen zerriß und entsorgte... ich fürchte, was mir da entgangen ist. ;(


    Wie schätzen die Taminas und Paminos Ysayes Schaffen ein?


    :hello:


    Ulli

  • Hallo,


    der Gedanke, Ysaye neben Bach zu stellen (neben Bach ist kein Platz frei), gefällt mir weniger gut als der Gedanke an Ysayes Musik selbst. Ich kenne lediglich seine Solosonaten; diese gehören zurecht zu den Violinsoloklassikern, da sie homogen, unterhaltsam und dennoch ernsthaft sind.


    Ich finde, es sind auch für die Interpreten dankbare Werke; in den Stücken sind sowohl Geschicklichkeit als auch breite Klangflächen zu bewundern. Stilistisch ist die Musik weit gefasst; ich habe beim Hören den Eindruck, Elemente des Mittelalters bis zur Romantik zu vernehmen.


    In einem erlebten Live-Konzert vor einigen Jahren kamen die Stücke beim Publikum sehr gut an.


    Gruß,


    Uwe

  • Zitat von Uwe Schoof

    Stilistisch ist die Musik weit gefasst; ich habe beim Hören den Eindruck, Elemente des Mittelalters bis zur Romantik zu vernehmen.


    Salut,


    vermutlich ist es das, was mich derzeit fasziniert. Aktuell: Sonate op. 27 II.


    Den Bezug zu Bach habe ich lediglich wegen der Violinsololiteratur hergestellt [Bach hat für mich nur einen Makel: Wo sind seine Opern?] :pfeif:


    :hello:


    Ulli

  • Hm,


    das dachte ich auch erst, als ich Händels Oratorien mit seinen Opern hörender Weise verglich [und auch im mittleren 18. JH scheint da zunächst kein bedeutender Unterschied zu sein]. Wenn man allerdings ein Händeloratorium in scena sieht und hört, dann werden doch deutliche Unterschiede klar: Ohne das vertiefen zu wollen, wirkt alles auf einmal gar nicht mehr langweilig [Tip: Mal Mendelssohns Oratorien inszenieren :stumm: ].


    :hello:


    Ulli

  • Zitat

    Original von Ulli
    Salut,


    mehr und mehr faszinieren mich die Werke von Eugéne Ysaye [die " über dem zweiten y muß man sich halt denken] für Violine solo. Ich würde sie eigentlich ganz gerne neben jene von Bach stellen, traue mich aber nicht recht [vielleicht kann Petemoneta etwas dazu beitragen? :evil: ].


    Keine Sorge, das schaffst du schon alleine. Einfach neben den Bach-CDs eine kleine Lücke machen und die Ysaÿe-CDs daneben stellen. Fertig. :]


    Im Ernst: Ich bin Ysaÿe bis jetzt immer aus dem Weg gegangen und das durchaus bewusst. Ich fühle mich halt noch nicht reif, Werke für Solovioline so für mich in Anspruch zu nehmen, dass sie mir gefallen. Und wenn ich noch nichtmal Bach begreife, brauche ich mit Ysaÿe gar nicht erst anfangen. Oder doch?



    Gruß, Petemoneta.

  • Salut,


    zunächst geht mein Alphabet etwas anders, nach B kann ich kein Y dulden... :D :rolleyes: ...vor Zelenka wäre da systematischer.


    Und dann finde ich gerade Ysayes Solowerke weitaus ansprechender als Bachs, obschon ich auch diese überaus schätze. Aber gerade bei Bach würde mir eben schon die "Begleitung" fehlen, bei Ysaye hingegen nicht. Die Werke sind so komponiert, dass sie für sich dastehen. Bach hingegen komponiert teilweise soetwas wie "Pseudofugen" [wie ich das nenne]: Die weiteren Stimmen beschränken sich auf z.B. auf pure Begleitung [die zwar auch eine Melodie ergeben, die aber ziemlich zerrupft ist, weil es auf der Geige eben anders nicht geht]. Die Fuge aus Bartóks Violinsonate [1945] finde ich da von der Komposition her wesentlich besser [gefällt mir aber nicht].


    Ysaye solltest Du hingegen wirklich mal testen [ich finde übrigens Bachs Soloorgelwerke ebenso unmeldodisch wie Du seine Violinwerke].


    :hello:


    Ulli

  • ysaye ist ein ausgezeichneter komponist. ich mag ihn sehr. mehr aber noch seinen bruder theodore und dessen himmlische imprssionistische kammermusik. da ist keine diskrepasnz zu ravel oder debussy von der qualität! :jubel:

  • Hallo!


    Ja, ich beschäftige mich auch gerade mit seinen wunderbaren Werken... (Wohl eher mit Hilfe meines Bruders :D)
    Aber vor kurzem bin ich auf etwas gestoßen, was mich stutzig gemacht und zugleich sehr interessiert hat: Ysaye hat neben den 6 Sonaten für Violine solo auch eine Sonate für Violoncello solo geschrieben!
    Hab mir davon gleich die Noten gekauft und bin schon voller gespannter Erwartung ein Stück kennenzulernen, von dem ich noch nie zuvor etwas gehört habe...
    Werde dann hier darüber berichten.


    lg
    Renua

    Der Vorteil der Klugheit besteht darin, dass man sich dumm stellen kann...
    Das Gegenteil ist schon schwieriger. (K. Tucholsky)

  • Eugène Isaye hat heute wieder Geburtstag. Dazu habe ich dies ausgesucht:



    Heute ist sein 157. Geburtstag.



    Liebe Grüße


    Willi :)

    1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
    2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).