PREISER RECORDS VIENNA - "Lebendige Vergangenheit"

  • Diese Reihe ist schlicht und ergreifend Gold wert. Was dadurch allgemein zugänglich gemacht wurde, lässt sich kaum ermessen. Auch wenn manche der Erscheinungen als CDs vergriffen sind, erhält man sie als hochauflösende, verlustfreie Downloads (etwa via Qobuz - die Stichwortsuche liefert nicht weniger als 472 Ergebnisse). Zudem werden sie auf diversen Plattformen wie Spotify oder Deezer gestreamt und sind auch bei YouTube verfügbar (der Upload erfolgt wohl automatisiert). Angesichts der doch historischen Klangqualität fällt dann die Beschränkung der Bitrate auf wohl 192 kb/s gar nicht so stark ins Gewicht und man kann kostenlos in sämtliche Alben hineinhören. Das nenne ich Luxus.

    »Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid

  • Na immerhin-

    Preiser scheint sie Serie im wesentlichen aufgegeben zu haben. Die Vorstellung, daß ein akzeptabler Prozentsatz an Kunden mit interesse an "historischen Stimmen" die Files kostenpflichtig herunterlädt halte ich für eine Illusion. Die Zielgruppe ist im Kern doch eher betagt (Ausnahmen gibt es natürlich)

    Besonders gefähredet sind die akustischen Aufnahmen, wo man speziell bei Frauenstimmen sehr oft nocht mal mehr das Timbre erkennen Kann. um 1965/75 herrschten da noch andere Rahmenbedingungen, Eine Gruppe von (damals !) älteren Sammlern und Opernfreunden hat die Sönger die beispielweise auf CO verewigt waren, noch live in der Oper gehört und mit Abhören solch einer historischen Platte lediglich seine Erinnerung aufgefrischt. Das Timbre wer quasi im Kopf gespeichert und ie Platte hat lediglich "nachgeholfen" - Das funktioniert heute natürlich nicht mehr und somit werden die ganz alten Aufnahmen vermutlich über kurz oder lang von den Servern verschwinden - denn auch die kosten Geld , da si immer wieder erneuert werden müssen und gegen Viren geschützt etc.


    Allerdinges wird es noch eine Weile dauern bis alles verschwunden ist, immer wieder gibt es Enthusiasten die ohne kommerzielle Absicht Kulturgut zu erhalten verrsuchen. Leider finden sich nur wenig junge Leute darunter - und so ist das Ende absehbar.


    War Jürgen Schmidts Arbeit nun vergebliche Liebesmüh ?

    NEIN

    Denn zum einen hat er die Leute seiner Generation (und auch davor) glückich gemacht,

    zum anderen ist ein gewisser Abglanz doch noch vorhanden..

    Über dieses Probleml werde ich noch dieses Wochenende einen neuen Thread starten oder (so bereits vorhanden ) einen alten ausgraben.


    mfg aus Wien

    Alfred

    Interpreten SIND Sklaven !

  • Lieber Alfred,

    wenn Du gerade beim Ausgraben bist, dann grabe bitte auch den Thread "ie wahren Helden der Oper" aus. diese kommen leider auch jetzt im aktuellen Favoritenbereich mit dem schönen Spiel der Opernlieblinge zu kurz.

    Herzlichst

    Operus Hans)

    Umfassende Information - gebündelte Erfahrung - lebendige Diskussion- die ganze Welt der klassischen Musik - das ist Tamino!

  • "Diese Reihe ist schlicht und ergreifend Gold wert. Was dadurch allgemein zugänglich gemacht wurde, lässt sich kaum ermessen."


    "Ja, ich bin sehr glücklich, bei den Preiser-LP`s zugeschlagen zu haben. Einige Kilo davon höre ich immer noch und meine Schellacks auch."



    "Die Zielgruppe ist im Kern doch eher betagt (Ausnahmen gibt es natürlich)"


    "Sicher, ich gehöre ja auch noch zu den Taminos unter Hundert"

    W.S.

  • LV 11 Lauritz MELCHIOR (1890-1973)



    Ursprünglich Bariton, auf Tenor umgeschult war einer der Bedeutendsten Wagner Tenöre der ersten Hälfte das 20 . Jahrhunderts. Der einzige ebenbürtige Konkurrent war Max Lorenz.

    Es wäre nun zu erwarten, daß LV 11 ein reines Wagner Propgramm enthielte. Da Jürgen Schmidt indes zur Zeit der Zusammenstellung glaubet, es werde nicht möglich sein über einen Sänger in dieser Serie mehr als eine Platte zu veröffentlichen, die Serie würde unendlich groß werden (womit er recht hatte) finden wir neben Wagner auch Meyerbeer, Verdi und Leoncavallo auf dieser Platte.

    Wie die meisten frühen LV Ausgaben ist auch diese bereits gestrichen sowohl als LP als auch als CD


    Es gibt zu Lauritz Melchior im Tamino Klassikforum 2 Threads:


    LAURITZ MELCHIOR - Der unerreichte Wagner-Tenor


    Lauritz Melchior-welche Aufnahmen?


    Und hier wieder ein Link zu einer Aufnahme:



    mfg aus Wien

    Alfred


    clck 15.000

    Interpreten SIND Sklaven !

  • LV 12 Michael BOHNEN (1887-1965)



    Michael Bohnen war nicht nur Sänger sondern auch Schauspieler

    Es gibt einen eignen Thread bei Tamino, der indes einer Überarbeitung und Aufwertung bedarf


    Michael Bohnen


    Hier bin ich nun erstmals mit einem Problem konfrontiert, welches mir Jürgen Schmidt vererbt hat:

    Die Folge 1 von Michael Bohnen (= LV 12) ist nicht identisch mit der späteren CD, die ja bezeichnenderweise auch nit mehr LV 1 heisst. Ich habe mich nach längerem Zögern, dafür entschieden, hier das Original abzubilden (gestrichen)

    Im Buch "Plattl mit Herz" gibt es eine genaue Aufstellung der Titel, allerdings nicht mit Jahreszahl der Veröffentlichung, was die Angabe natürlich relativiert, weil Bohnen die wichtigesten Arien mehrfach aufgenommen hat, teils sogar noch akustisch und später dann elektrisch. Wer die LP hat, der weiß es sowieso.

    Es gab etliche Folgen (im augenblicklich fallen mir 4 dazu ein - sie werden zu einem späteren Zeitpunkt hier gezeigt), aber auch spezielle Compilationen ausserhab der Serie, Jürgen sChmidt scheint speziell für diesen Sänger ein ausgeprochens Faible gehabt zu gaben (was kein Fehler ist !!)


    mfg aus Wien

    Alfred

    Interpreten SIND Sklaven !

  • LV 13 Barbara KEMP (1881-1959)



    Barbara Kemp war eine deutsche Opernsöngerin mit Stimmlage Sopran. Sie war von Richard Strauß geschätzt nd auch wgen ihres Temperaments und ihrer Darstellungskunst gerühmt. Die CD ist vergriffen, wird aber bei Amazon.de als Download angeboten. In zweiter Ehe war Barbara Kemp mit Max von Schillings verheiratet. Es gibt derzeit keinen eigenen Threa bei Tamino Klassikforum über sie.

    Auf der Platte sind Arien von Verdi, Meyerbeer,Mascagni, R. Strauß und Max von Schillings enthalten....



    mfg aus Wien

    Alfred

    Interpreten SIND Sklaven !

  • Hallo, Alfred!


    Die LP mit Bohnen finde ich momentan in meinem Fundus nicht. Aber ich besitze von Michael Bohnen eine Preiser Doppel-CD. Es sind 32 Titel darauf. Bis Du an der Reihenfolge interessiert, kann ich sie bei Gelegenheit durchgeben.


    MfG

    W.S.

  • LV 14 Joseph SCHWARZ (1880-1926)



    Der aus Riga stammende Bariton debütierte 1900 in Linz, ging dann zurück in seine Heimatstadt und trat auch in St. Petersburg auf.

    Danach folgten zahlreiche Gastspiele, er war ab 1906 Mitglied der der Wiener Volksoper, ab 1909 an der Wiener Hofoper (heute: Staatsoper), wo er unter anderem an der Seite von Enrico Caruso mit großem Erfolg auftrat. Desungeachtet fühlt er sich in der Anfangszeit seiner Kariere den an ihn gestellen Forderungen nicht gewachsen.

    Nicht nur die schöne Stimme, auch das Schauspieltalent trugen zu seinem Ruhm bei. Er trat auch in Amerika auf, Rigoletto wurde seine Paraderolle
    Durch Alkoholprobleme litt die Stimme ab ca 1925 und 1926 starb er an einem Nierenversagen.

    Schon an Hand der Lebensdaten können wir erkennen, daß die von ihm überlieferten Tondokumente aus der AKUSTISCHEN Ära der Schallplattengeschichte stammen, daß die Stimme also durch den Trichter verfärbt ist. Dennoch ist ihre Schönheit zu erkennen.

    Die originalen Aufnahmen entstanden sämtlich 1916 bei Grammophone

    Ich besitze die CD und habe soeben einige Nummer abgehört.

    LV 14 enthält 17 Titel und ist nur Teiweise identisch mit der Langspielplattenversion

    In dem Buch "Plattl mit Herz" wurden hier noch Nummern von Gounod, Leoncavallo, Marschner, Richard Strauß angeführt, was allerdings ein Fehler sein kann, denn ich frage mich, wie das alles auf einer LP Platz finden sollte. ?

    Auf der CD finden wir hauptsächlich Arein von Verdi, Weitere Komponisten sind Mayerbeer, Offenbach, Rossini, Liszt. Lewandowdi-Rosenfeld-


    Für Interessenten:

    Die CD ist eine der wenigen noch erhältlichen Aufnahnen dieser Serie und ist derzeit um 5.99 Euro zu haben...


    Un hier ein Linz zum Anschaun (wird nicht auf ewig funktionieren...)



    mfg aus Wien

    Interpreten SIND Sklaven !

  • Wilhelm Rode (1887-1959)

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    Zu diesem Sänger habe ich mich im entsprechenden eigenen Thread schon geäußert. Auch er wurde von Preiser Records berücksichtigt, zunächst auf zwei Schallplatten (siehe oben), später auf einer Recital-CD (siehe unten). Augenscheinlich hat man die auf Vol. 2 enthaltenen Titel von Fürst, Wolf und Loewe auf CD nicht wiederveröffentlicht - sehr schade.


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    Zur Vita des Sängers ist im entsprechenden Thread alles gesagt. Hier soll es allein um die Aufnahmen gehen. Niemand Geringerer als Siegfried Wagner hielt ihn für den besten lebenden Bariton. Ich zitiere die Website von Preiser auszugsweise:


    "Wilhelm Rode verkörperte in idealer Weise einen Bariton-Typus, der in der heutigen Zeit überaus selten geworden ist; in gleicher Weise war er Idealinterpret des Wagner-Faches und Darsteller der dämonischen Rollen der italienischen und französischen Oper."


    Das lässt sich auf dieser Platte, die Aufnahmen zwischen 1924 und 1930 versammelt (allesamt deutsch gesungen), gut nachvollziehen.


    Hier 1930 als Scarpia mit dem Te Deum aus Puccinis Tosca:


    »Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid

  • LV 15 Rosette ANDAY (1903- 1977)



    Sie wurde in Budapest geboren und ihr Vorname war eigentlich Piroska. Der legendäre Wiener Operndirektor Franz Schalk hatte sie in Budapest gehört, ihr Potential erkannt und die blutjunge Sängerin sofort für die Wiener Hofofer engagiert, wo sie am im Sptember 1921 in der Rolle der Carmen debütierte. Sie galt bal als eine der bedeutendsten Nozzos in Wien, und wurde sowohl von Schalk als auch von Richard Strauch gefördet.

    noch im ersten jahr ihres Wiener Aufenthalts gab sie einen Liederabend im Wiener Musikverein.

    Sie sang anfangs Mozart bei den Salzburger Festspielen, welselte dann aber das Fach als ihre Stimmer schwerer wurde.

    auf LV 15 finden wir Klangbeispiele von Verdi. Meyerbeer, Saint saens, Bizet, Wagner und Kienzl

    Die Aufnahme ist gestrichen

    Es gibt einen eigenen Thread im Tamino Klassikforum

    Rosette Anday - Eine überragende Altistin der 30er Jahre

    und einen Eintrag in DIESEM Thread:

    Austausch über Höreindrücke zu den Sänger-Jubilaren



    mfg aus Wen

    Alfred

    Interpreten SIND Sklaven !

  • LV 16 Tino PATTIERA (1890- 1966)




    Tino Pattiero war ein Kroatisch Dalmatinischer italienischer Tenor

    Es gab einige Veröffentlichungen beo Preiser LV und hier präsentiere ich mit LV 15 die erste auf der sich vor allem Arien von Verdi, aber auch von Bizet, Leoncavallo und Saint.Saens, sowie von Eichard Wagner (!) befinden. Die baritonal gefärbte Tenorstimme war einfach hinreissend. Aber nicht nur die Stimme war betörend schön,sondern auch der ganze Mann, dem insbesondere in Dresden um 1920 die Frauen zu Füßen lagen. Tempi Passati . Heute ist er so gut wie vergessen und besitz nicht mal einen Wikipedia-Eintrag in deutscher Sprache

    Ich besitze leider keine Aufnahme von ihm - bin nicht mal sicher ob LV 16 je auf CD übertragen wurde.

    Und beinahe hätte ich geschrieben, Es gäbe keinen Thread bei Tamino über ihn - aber dann habe ich sicherheitshalber nachgeschaut und das gefunden:

    Tino Pattiera - Ein Star in Dresden


    Hier eine Kostprobe



    mit freundlichen Grüßen aus Wien

    Alfred



    Interpreten SIND Sklaven !

  • LV 17 Wilhelm RODE (1887- 1959)




    Als Nicht-Wagnerianer fehlt diese CD im meiner Sammlung , aber nicht nur deshalb, Ich musste eine Auswahl treffen.Hier ist die erste Folge der LP Version oben LV 17 abgebildet - inwieweit die CD Versionen identisch sich, entzieht sich meiner Kenntnis (wahrscheinlich nicht )

    Es ist aber auch glleichgültig, denn alle CD Versionen der ersten Folge sind gestrichen und auch antiquarisch nicht mehr verfügbar.

    (Wobei ich sagen muß, daß ich Angebote zu Preisen die über dem einstigen Neupreis liegen, boykottiere und sie hier unter keinen Umständen verlinken werde)


    "Joseph II." hat hier in Beitrag 40 dieses Threads bereits ein wenig geschrieben,


    PREISER RECORDS VIENNA - "Lebendige Vergangenheit"


    Darüber hinaus gibt es im Tamino Klassikforum einen recht ausführlichen Spezialthread über Wilhelm Rode


    Wilhelm Rode – "bester Wagner-Bariton seiner Zeit" oder "Unperson"?


    mfg aus Wien

    Alfred

    Interpreten SIND Sklaven !

  • LV 18 Margarete KLOSE (1899- 1968)



    jpc listet die abgebildete CD ein wenig kryptisch als "lieferbar innerhalb 1-2 Wochen

    (soweit verfügbar beim Lieferanten)" und gibt fäöschlicherweise als Label "STERLING" an - wie schon seit Jahre fast alle CD der Serie "Lebendige Vergangenheit, Amazon. de meldet die CD indes als "nicht lieferbar"


    Die CD enthält Folgende Titel


    Orpheus Und Eurydike: So Klag ' Ich Ihren Tod

    Orpheus Und Eurydike: Ach, Ich Habe Sie Verloren

    Alceste: Ihr Gotter Ew' Ger Nacht

    Paride Ed Elena: O Del Mio Dolce Ardor

    Der Troubadour: Lodernde Flammen Schlagen Zum Himmel Auf

    Der Troubadour: Die Hande In Schweren Ketten

    Der Troubadour: In Uns' Re Heimat Kehren Wir Wieder - Margarete Klose/Marcel Wittrisch

    Ein Maskenball: Konig Des Abgrunds, Zeige Dich

    Don Carlos: Verhangnisvoll War Das Geschenk

    Aida: Wohl War Euch Das Los Der Waffen Feindlich - Margarete Klose/Margherita Perras

    Die Walkure: So Ist Es Denn Aus Mit Den Ewigen Gottern

    Carmen: Ja, Die Liebe Hat Bunte Flugel

    Carmen: Draussen Am Wall Von Sevilla

    Carmen: Wenn Dir Die Karten Einmal Bitt'res Unheil Kunden

    Carmen: Liebst Du Mich Treu Und Innig - Margarete Klose/Walther Grossmann/Marcel Wittrisch/Therese Gerson/Susanne Fischer

    Samson Und Dalila: Sieh, Mein Herz Erschliesset Sic



    Über Margarete Klose existiert im Tamino Klassikforum bereits seit 2012 ein Thread, der bislang letzte Eintrag stammt von 2018

    Margarete Klose - Eine deutsche Altistin


    mfg aus Wien

    Alfred

    Interpreten SIND Sklaven !

  • LV 19 Paul BENDER (1875- 1947)



    Die hier abgebildets CD erntspricht in groben Zügen inhaltlich der LP LV 19. nur daß man die Längere Lautzeit der CD genützt haz und den Loew Balladen noch Arien vom Mozart (Zauberflöte). Wagner (Meistersinger) und Schubert, sowie Schumann hinzugefügt gat. Dafür wurde eine Nummer von Richard Strauß und Greaner weggelassen.

    Ich besitze diese CD und hab mit heute das Vergnügen gemacht die Sarastro Arien aus dem Jahre 1919 sowie Das "Hochteitslied" von Loewa anzuhören. Erstere sind, obwohl von starlem Grumdraschen begleitet oh enem nocvh Aufnnahmen mit dem Trichter, recht tonfarbentreu und von Beeindruckender Würde, die Stimm recht in ungeahnte Tiefen und die Darstellung ist überaus feierlich. Saratro wird hier eindeutig als Heilsgestalt - und nicht wie in neuerentagen gelegentlich üblich - als heuchlerischer Guru - dargestellt.

    Die Arien wurden wurdrn mit Orchesterbegleitung aufgenommen, der Chor bei "O Isis und Osiris" indes ausgespart.

    Beeindruckend auch Loewas "Hochzeitslied" das hier als Kabinettstüch von beeindruckender Plastitizät gestaltet wird, durch Anhebung der Stimme, Sprechgesang, Lispeln, majestetischen Stellen, Temporückungen etc. Michael Raucheisen ist hier ein kongenialer Begleiter.

    Es gibt leider bislang noch keinen eigenen Thread im Tamino Klassikforum zu diesem herrlichen Sänger.

    Ich habe hier bewusst auf eine Biographie verzichtet, weil ich sie für einen solchen Thread offen halten will



    mfg aus Wien

    Alfred

    Interpreten SIND Sklaven !

  • LV 20 Unvergängliche Stimmen der Wiener Oper




    Diese CD ist irgendwie ein Einschiebsel, wobei mir nicht ganz klar ist wie es dazu kam. Eventuell hatte Jürgen Schmidt einige Schellacks geborgt bekommen (viele Raritäten waren nur auf diesem Weg zu bekommen) und der leihgebende Sammler erwartete eine ehebaldige Veröffentlichung. Diese Sammler - so beschreibt es Schmidt - waren nicht immer pflegeleicht sondern oft schwierig und verschroben (ganz im Gegensatz zu den Tamino Mitgliedern - Gott sei Dank ). Und oft waren die Leihgaben an gewisse Bedingungen geknüpft-


    Wie dem auch sei - diese LV 20 passt aus vielerlei Gründen nicht in die Serie. Weder tägt sie den Seriennnamen "Lebendige Vergangenheit" nocj passt die farbliche Aufmachung. Das PREISER LOGO fehlt sowieso auf allen Veröffentlichungen dieser Serie die Schmidt als sein persönliches Projekt betrachtete. Presier ließ ihn gewähren und freute sich über den Erfolg.


    Es könnte auch sein, daß hier - quasi als Verlegenheitslösung - Simmen von Sängern Verwendung fanden wo man zum gegebenen Zeitpunkt noch ncht genügend Aufnahme für eine Einzelportrait zur Verfügung hatte.

    Man darf nicht vergessen, daß es sich damals noch un BEINAHE ein Amateurprojekt handelte.

    Schmidt agierte damals oft am Rande der Legalität, weil trotz der damaligen Copyrigtfrist auf Tonaufnahmen einige Veröffentlichungen auf LV eigentlich noch nicht legal gewesen wären. Andresrseits wäre Caruso, Melba. Patti frei gewesen, was der Tonträgerindustrie ein Dorn im Auge gewesen wäre - aber legal. Schmidt schloß damals (im genannten Buch wird es erwähnt) Gentleman-Agreements mit zahlreichen Größen der

    Tonträgerbranche ab (Damals gab es teilweise noch Manager mit Handschlagqualität, vielleicht wurde aber manches auch schriftlich fixiert) Schmidt verzichtete auf die Veröffentlichung freien Materials, welches als "Mainstream" geshen werden konnte - und noch einträglich war, und erhielt im Gegenzug dazu die Freigabe von für die Großlabels bereits "uninteressanten" Sänger , welch aber gerade für die Serie interessant waren.

    Zu Beginn der Serie suchte Schmidt vorzugsweise Sänger aus dem Deutschen Sprachraum, bzw solche die in deutscher Sprache sangen


    Die Sänger auf LV 20 waren:


    Koloman von Pataky

    Alfred Jerger

    Hilde Konetzny

    Josef von Manowarda

    Josef Kalenberg

    Anny Konetznyy

    Alexander Sved

    Ludwig Hofmann

    Louise Helletsgruber

    Trajan Grosavescu

    Wanda Achsel

    Charles Kullmann

    Berta Kiurina

    Harl Hammes

    Rose Pauli

    __________________________________________________________

    Anmerkung:

    Ich habe mich in Bezug auf LV20 an das Buch gehalten, schliesse aber Fehler nicht aus


    Im Buch steht:

    "Unvergängliche Stimmen der Wiener Oper II"

    Schon eigenartig wenn eine Serei mit Folgge II beginnen sollte- Aber hier wird es in der Tat unübersichtlich:

    "es gibt "unvergessene" oder "unvergängliche" Stimmen mal Wiener Oper, dann wieder Wiener Staatsoper, mal eine deutsch, dann wieder englischen Version und (zu Beginn der Serei durchaus noch denkbar) mehrere - teils unterschiedliche - Auflagen.


    mfg aus Wien

    Alfred

    Interpreten SIND Sklaven !

  • LV 21 Max LORENZ (1901- 1975)



    Hier das Cover der originalen Veröffentlichung von LV 21 auf Vinyl, er gab eine zweite Auflage die nicht vollkommen identisch mit der ersten war.

    Ob eine Identische CD je erschienen ist (es gab schon welche von Preiser - aber andere) ist mir nicht bekannt Es gibt im Tamino Klassikforum einen recht ausführlichen Thread über Max Lorenz

    Für Vinylsammler gibt es offenbar noch antiquarische Exemplare bei discogs


    https://www.discogs.com/Max-Lo…x-Lorenz/release/11944867


    Und hier nun ein Sampleclip von liederoperagreats:



    mfg aus Wien

    Alfred

    Interpreten SIND Sklaven !

  • LV 22 Lotte LEHMANN (1888- 1976)


    Sie wqar eine der bedeutendstan deutschen Sopranistinen des 20. Jahrhundert, kein Wunder daß Jürgen Schmidt sie relativ früh in die Kollektin "Lebendige Vergangeneit" aufnahm.

    Die Platte zeigte einen Mix von Mozart, Pucccini, Weber, Schubert, Schumannn, Brahms und d' Albert.

    Das kam dadurch zustande, weil man zu Beginn der Serie davon ausging, daß jeder Sänger lediglich auf EINER Veröffentlichg erscheinen werde. Das hat sich dann geändert.

    Indes fand sich bald Konkurrenz, die es der Lebendigen Vergangenheit gleichtun wollten. Indes - bis auf die Veröffentlichungen auf Naxos ist bereits alles wieder gestrichen.


    Jürgen Schmidt stand mit zahlreichen Sängern seiner Wiederveröffentlichungen in Kontakt. Die meisten von ihnen waren in diesen Tagen schon im Status des Vergessenwerdens und freuten sich über die "grauen" Veröffentlichungen. (dazu später mehr)


    Hier ein Photo aus der Privatsammlung von Jürgen Schmidt, welches ihn um ca 1970 oder später gemeinsam mit Lotte Lehman zeigt.

    Das Bild stammt von Wikipedia und der momentane Copyrighthalter hat das Bild freigegeben.




    mfg aus Wien

    Interpreten SIND Sklaven !

  • LV 23 Friedrich SCHORR (1888-1953)



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    Der Heldenbariton Friedrich Schorr war einer der kultiviertesten Sänger seiner Zeit. Kein Wunder also, dass Preiser ihn bereits relativ frühzeitig in der Reihe "Lebendige Vergangenheit" platzierte. Es sollte nicht bei einer Platte bleiben. Schnorr war der Sohn des Hauptkantors der Großen Synagoge in Wien, der ebenfalls eine wohlgebildete Stimme besessen haben soll. Debütiert hat mit Mitte zwanzig als Wotan in Graz. Diese frühe Begegnung mit Wagner blieb prägend für seine Karriere und hat ihm offensichtlich nicht geschadet. Als Wotan, Wanderer, Sachs und Holländer ist er auch bei den Bayreuther Festpielen aufgetreten. Gastspiele führten ihn u.a. nach London und New York. 1931 ließ er sich dauerhaft in den USA nieder und beendete seine Bühnenlaufbahn 1943 als Wanderer. Schorr hinterließ zahlreiche Tonaufnahmen. Preiser konnte sich also aus einem reichen Fundus bedienen. Die Programmauswahl der ersten Platte dieses Labels mit Schorr stellt folgerichtig Werke Richard Wagners ins Zentrum. Zu hören sind der Fliedermonolog und die Schlussansprache des Hans Sachs aus den "Meistersingern", der Monolog des Holländer, einige Szenen Wolframs aus dem ersten und dem zweiten Aufzug des "Tannnhäuser" sowie die Schlussszene des Wotan aus "Rheingold". Zudem singt er Stücke aus "Fidelio", "Euryanthe" und "Freischütz". Eine kleine Liedauswahl bezeugt, dass Schorr auch in diesem Genre gut aufgestellt war.


    Es grüßt Rüdiger als Rheingold 1876

  • Ein nur gut zweiminütiges Video ÜBER Friedrich Schorr, das einem aber diesen Künstler auch menschlich etwas näher bringt (seine künstlerische Bedeutung ist ja unbestritten und unbestreitbar, auch wenn sich in den 1940ern die Live-Mitschnitte häufen, die ihn schwächelnd dokumentieren, aber in den 1920er und 1930er Jahren war er stimmlich von herausragendem Format):


    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

  • LV 24 Vera SCHWARZ (1888-1964)



    Es dürfte ein Zufall sein, dass drei Sänger, die hintereinander mit Platten der Reihe "Lebendige Vergangenheit" bedacht wurden, 1888 zur Welt kamen. Auf jeden Fall war das ein guter Jahrgang. Vera Schwarz stammt aus Kroatien, das damals zu Österreich-Ungarn gehörte. Gestorben ist sie am 4. Dezember 1964 in Wien, wo sie auch ihre letzte Ruhe fand. Für sie gab es keinen Unterschied oder gar Gegensatz zwischen Oper und Operette. Die Symbiose zwischen beiden Genres macht nach meinem Eindruck den besonderen Reiz iihres Soprans aus. Selten findet man eine Höhe, die so leicht und offen klingt wie bei ihr. Wenn ich ihre Aufnahmen höre, kommt mir immer die junge Rothenberger in den Sinn. Große Erfolge feierte sie gemeinsam mit Richard Tauber in Lehár-Operetten. Jüdischer Abstammung wie er, musste sie vor den Nationalsozialisten ins Ausland fliehen. Zunächst ließ sie sich in England nieder, später in den USA. 1948 kehre sie nach Wien zurück. Die Platte enthält leider keine Opertettenszenen. Dafür gibt es eine schöne Übersicht ihres ungewöhnlich breit aufgestellten Opernrepertoires, das von Despina bis zur Trovatore-Leonora reicht. Besonders schätze ich das Lied "Psyche wandelt durch Säulenhallen" aus "Die toten Augen" von d'Albert, welches auch zu YouTube verlinkt wird. Die oben angebildete CD-Ausgabe unterscheidet sich in der Zusammenstellungen etwas von der Pllatte.



    Es grüßt Rüdiger als Rheingold 1876

  • LV 25 Maria OLSZEWSKA (1892-1969)




    Geboren als Maria Berchtenbreiter.

    Nach einem Privatstudium bei Karl Erler in Müchen sang sie in Konzerten und Operetten. Artur Nikisch riet ihr zu einem Wechsel zur Oper. Er vermittelte ihr eine Engagement am Stadttheater Krefeld, von wo sie bald nach Leipzig wechselte, es folgten Hambug (1920) und Wien (1924) wo sie zum Superstar avancierte. (Richard Wagner und Richard Strauß) Daneben zahlreiche andere Verpflichtungen - unter anderem in Berlin und München. ab 1930 folgten Gastspielreisen zu Opernhäusern der gesamten Welt. Ende der vierziger Jahre Lehrtätigkeit in Wien an der Akademie für Musik (heutiger Name: Universität für Musik und darstellende Kunst Wien) In der ersten Hälfte der fünfziger Jahre Rückkehr zur Operette (Wiener Volksoper)


    Auf LV 25 singt sie Arien von Gluck, Meyerbeer, Verdi, Wagner, Händel, Bizet, Saint-Saens - also ein ziemlich durcheinandergewürfeltes Programm. Wie schon zuvor beschrieben, Jürgen Schmidt ging zum Zeitpunkt der Veröffenlichungen, also in den Pioniertagen der Serie davon aus, daß jedem Sänger nur EINE CD gewidmet werden könne. Er wollte aber die gesamte Bandbreite der jeweiligen Stimmen dokumentieren. Die Zeit hat dann anders entschieden....

    Die hier abgebildete CD ist noch erhältlich, enthält aber nur teilweise das Originalprogramm der LP. Händel wurde gestrichen, Schubert-Lieder hinzugefügt. Vermutlich hat es nie eine eins zu eins Überspielung der LV 25 auf CD gegeben.

    Es gibt seit 2013 einen Thread über dieses Sängerin, der aber bislang über den Eröffnungsbeitrag nicht hinausgekommen ist...


    https://www.tamino-klassikforum.at/index.php?thread/15643





    mfg aus Wien

    Alfred





    Interpreten SIND Sklaven !

  • LV 26 Alfred PICCAVER (1884-1958)



    LV 26 ist leider eine Ausgabe, die ich nicht besitze. Ich habe aber Alfred Piccaver II. (wird vorgestellt wenn die entsprechende Nummer an der Reihe ist)

    So weiss ich nicht, ob die auf LV 26 enthaltenen Aufnahmen noch akustisch oder schon elektrisch sind, ich vermute aber ersteres. Über Piccaver gobt es seit einigen Jahren einen Thread.


    Alfred Piccaver - Ein Engländer in Wien



    Wenn man die ausserordentlich schöne Stimme hört, bedauert man, daß er nur wenige elektrischa Aufnahmen hinterlassen hat. LV 26 enthält Arien aus Opern von von Donizetti, Verdi, Thomas, Gounod, Offenbach, Massenet, Puccini und Leoncavallo



    Ich gehe davon aus, daß hier die alten Odeon-Aufnahmen von 1919 verwendet wurden. Damals sang man noch in den Trichter. Und so gesehen ist die Tonqualität - den Umständen entspechend überraschend gut.


    Piccaver war übrigens ein glühender Verehrer von Caruso - er betrachtete ihn als Vorbild und hörte immer wieder seine Platten...


    mfg aus Wien

    Alfred

    Interpreten SIND Sklaven !