Kann man Mozart eigentlich NICHT mögen?

  • Zitat

    Original von Johannes Roehl


    Sondern er deckt wie alle großen Künstler ein ungeheuer weites emotionales Spektrum ab. Wenn man das nicht wahrnimmt, dann muß man halt noch ein bißchen an sich arbeiten


    Ich habe den Smiley jetzt mal wegeditiert, da ich glaube, dass du das viel ernster meinst, als jener vorgibt ;)


    Ich halte es auch nicht für unsinnvoll, in der Hinsicht an mir zu arbeiten, aber ich weiß eben nicht, ob ich am Ende für meine Mühe belohnt werde. Zudem ist doch die Frage: Wenn ich mir Mozart "erkämpft" haben sollte, was nützt der Welt ein weiterer Mozart-Begeisterter? Man könnte ohnehin nur Eulen nach Athen tragen und Wasser in den Rhein gießen. Da befasse ich mich lieber mit Komponisten, die weniger bekannt sind, aber ebenso Bekannheit verdient hätten - und zu deren Werken ich leichter Zugang finde.


    Zitat

    Selbst emotional nicht besonders "tiefe" Werke wie zB die Linzer oder Haffner-Sinfonie finde ich nicht verspielt oder graziös, sondern dramatisch, energetisch, mitreißend


    Den Stoff, den du nimmst, will ich auch mal probieren :D :stumm: :untertauch: :angel:


    Zitat


    Mit scheint wirklich, man verbindet mit Mozart nur solche Petitessen wie Alla Turca, Sonata facile oder Kleine Nachtmusik und hält die für beispielhafte und typische Werke...


    Alla turca ist doch ganz nett... :D


    Zitat


    Tschaikowsky hat ihn [Beethoven] ja nicht sonderlich leiden können.


    Und Bach fand er auch nicht so toll. Naja, ich mag ihn trotzdem. Tschaikowsky, meine ich.

    „People may say I can't sing, but no one can ever say I didn't sing."
    Florence Foster-Jenkins (1868-1944)

  • Zitat

    Original von Draugur


    Den Stoff, den du nimmst, will ich auch mal probieren :D :stumm: :untertauch: :angel:


    Kommt nicht in Frage... da haben JR und ich die Exklusivrechte dran...


    :hahahaha:


    Ulli

    Der Glaube kann Sätze verbergen.

  • Selbstverstänlich kann man Mozart nicht mögen. Ich zum Beispiel habe einen tiefen Widerwillen gegen ihn, und der ist so groß, dass selbst der Genuss seiner Musik mich nur selten dazu beweg´t, diesen Widerstand zu überwinden (es kommt allerdings vor). Am meisten machen mir dabei die Mozart-Verehrer zu schaffen: Kaum versucht man, sich Mozart unbefangen zu nähern, plärrt es einem von der einen Seite entgegen "Mozart ist für mich ein Gottesbeweis" während von der anderen Seite die Mozart-Routiniers von der "Kleinen g-moll" schwatzen und einen mit auswendig gelernten KV-Nummern bombadieren. Mozart-Fans: wenn seine Musik wirklich so überirdisch gut und meilenweit höherstehend ist als die anderer Komponisten seiner Zeit, dann lasst seine Musik selbst für ihn sprechen!

    Dem Amateur ist nichts zu schwör.

  • Zitat

    Original von Amateur
    Am meisten machen mir dabei die Mozart-Verehrer zu schaffen: Kaum versucht man, sich Mozart unbefangen zu nähern, plärrt es einem von der einen Seite entgegen "Mozart ist für mich ein Gottesbeweis" während von der anderen Seite die Mozart-Routiniers von der "Kleinen g-moll" schwatzen und einen mit auswendig gelernten KV-Nummern bombadieren.


    Jetzt hat uns der Amateur ganz schön vor´s Schienbein getreten


    :faint:
    Stefan

    Viva la libertà!

  • Ich finde, dass Amateur das alles etwas hart formuliert, aber dass die Werke oft lediglich anhand von KV-Nummern genannt werden, finde ich auch nicht optimal.

    „People may say I can't sing, but no one can ever say I didn't sing."
    Florence Foster-Jenkins (1868-1944)

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  • Na ja, man tut sich halt sonst in dem Dickicht an Werken schon schwer mit der eindeutigen Zuordnung:
    Es gibt ja nicht nur eine Symphonie in D-Dur, C-Dur und sogar g-moll :baeh01:
    Genauso Klavierkonzerte in C, D, B...
    Auch bei den Streichquartetten wurde nicht wie bei Schostakowitsch darauf Wert gelegt, dass es keine Tonartdopplungen gibt :rolleyes:


    Bei den Opern interessieren mich die KV-Ziffern auch weniger, da ja alles eindeutig ist...


    Gut´s Nächtle!
    :hello:
    Stefan

    Viva la libertà!

  • Zitat

    Original von Draugur
    Ich finde, dass Amateur das alles etwas hart formuliert, aber dass die Werke oft lediglich anhand von KV-Nummern genannt werden, finde ich auch nicht optimal.


    Nun das ist ja nicht so wie mit dem alten Witz übers Witzeerzählen im Gefängnis — optimal oder nicht, ich stimme Barezzi zu, daß die Verständigung via KVs sinnvoller ist als über Tonarten.


    Insgesamt finde ich aber durchaus, daß „Genies” polarisieren dürfen, oder sogar müssen, und daß es völlig okay ist, eine Komponistin oder einen Komponisten mit Vehemenz nicht zu mögen. Echtes „Hassen“ allerdings entsteht wohl eher aus dem Rezeptionskontext, denn bei den Beiträgen schimmert oft durch, daß weniger die Musik als das Tamtam drumrum „gehaßt“ wird.


    ^_^J.

  • Mozart nicht mögen? Weiß nicht, so recht: meine Hausärztin sagt, er sei gut fürs Gemüt, und sie habe während der Schwangerschaft viel Mozart gehört, und dies sei unter Ärzten bekannt. War mir auch neu. Ich selbst habe mich als Bub/Kind durch eine frühe Oper von ihm „durchgehört“: „Ascanio in Alba“. Na ja, seine inzwischen thematisch als Klingelton auf Handys verbreitete Symphonie Nr. 40, kennt wohl sicher jeder, auch wenn ihn Musik nicht interessiert. Fazit: manches von Mozart mag vielleicht nicht auf Anhieb ins Ohr gehen, manches braucht vielleicht ein wenig Zeit: glücklicherweise hat Mozart allerdings in seinem relativ kurzen Leben so irre viel komponiert, so dass ja jeder auswählen kann, was er hören möchte oder nicht. LG Micha

  • Zitat

    Original von Barezzi


    Jetzt hat uns der Amateur ganz schön vor´s Schienbein getreten


    :faint:
    Stefan


    Bitte nicht persönlich nehmen, gerade unter den Taminos scheint es mir Viele zu geben, die nicht in Heiligenverehrung oder KV-Bürokratismus erstarrt sind... :hello:

    Dem Amateur ist nichts zu schwör.

  • Zitat

    Original von Johannes Roehl



    Schon kurios. Bei Beethoven magst du die humorigen Werke, aber Mozart ist Dir nicht dramatisch genug? ;)


    Nein, ein Mißverständnis - zumindest bezüglich Mozart. Du hast natürlich recht, daß Mozart nicht nur verspielt oder leichtfüßig daherkommt - im Gegenteil: ich würde mal ad hoc die Frage in den Raum werfen, ob Mozart nicht genau wie Schumann über ein wesentlich breiteres Emotionsspektrum in seiner Musik verfügt als z.B. Beethoven - eine heilkle Frage, aber wenn ich mich recht erinnere hat David Zinman dies zumindest über Schumanns Musik behauptet.


    Zitat


    Ja, umso schlimmer für ihn. Komponisten über Komponisten zählen aber nicht. Die können sich selten leiden.


    Das gehört wohl ins Reich der Legende, daß sich Komponisten selten leiden können. Wenn man tatsächlich viele Biographien durchforstet und Quellenarbeit betreibt (Bekannter von mir - selbst Komponist - hat das gemacht) wird man (seinen Aussagen zufolge) feststellen, daß dies eher die Ausnahme, daß sich Komponisten nicht leiden können..


    :hello:
    Wulf

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  • In diesem thread ist der Vorwurf, man würde mit KV-Nummern bombardiert, allerdings ziemlich daneben. Fast alle genannten Werke wurden nämlich eher mit so tollen Abkürzungen wie "d-moll-KK" bezeichnet. Nur ein einziges Mal nennt Ulli KV 590 (das Quartett F-Dur Nr 21) ohne nähere Angabe. Abgesehen davon sind die Nummern in 20 sec. ergoogelt und eindeutig.


    Zitat


    Ich halte es auch nicht für unsinnvoll, in der Hinsicht an mir zu arbeiten, aber ich weiß eben nicht, ob ich am Ende für meine Mühe belohnt werde. Zudem ist doch die Frage: Wenn ich mir Mozart "erkämpft" haben sollte, was nützt der Welt ein weiterer Mozart-Begeisterter? Man könnte ohnehin nur Eulen nach Athen tragen und Wasser in den Rhein gießen. Da befasse ich mich lieber mit Komponisten, die weniger bekannt sind, aber ebenso Bekannheit verdient hätten - und zu deren Werken ich leichter Zugang finde.


    Meine Erfahrung bisher ist eben, dass die zentralen Komponisten der Musikgeschichte u.a. deshalb so berühmt sind, weil sie großartige Musik geschrieben haben. Daher lohnt es sich in aller Regel, sich mit ihren Werken zu befassen, auch wenn es vielleicht am Anfang etwas hakt.
    Aber es mag sein, dass andere Hörer (und mit geht es vielleicht bei mancher Musik auch so), eine Art spontaner Abneigung schwer überwinden könne. Wie oben jemand sagte, handelt es sich bei Mozart aber wohl seltener um Abneigung als um Indifferenz.


    Zitat


    Zitat:
    Selbst emotional nicht besonders "tiefe" Werke wie zB die Linzer oder Haffner-Sinfonie finde ich nicht verspielt oder graziös, sondern dramatisch, energetisch, mitreißend


    Den Stoff, den du nimmst, will ich auch mal probieren


    Der kann nicht halb so stark sein wie das Zeug, dass Du Dir vor Schuberts 2. reinziehst...
    Wie gesagt, ich halte z.B. die beiden genannten Sinfonien nicht für besonders "tiefe" Werke. Ich würde vielleicht auch verstehen, dass jemand, der hauptsächlich Bruckner oder Richard Strauss hört, wenig mit ihnen anfangen kann. Aber wer Beethoven, Haydn und sogar den frühen Schubert schätzt, dem kann ihre Tonsprache doch eigentlich nicht so fremd sein.
    Natürlich sind drive, Eleganz, "Witz" (in dem altmodischen Sinne einer Art intellektuellen Schlagfertigkeit) hier nicht unwichtig. Die Linzer hat für mich aber auch teils etwas "Erhabenes", besonders im feierlichen langsamen Satz, aber auch im Kopfsatz (der mich irgendwie ein wenig an Händel erinnert).


    viele Grüße


    JR

    Struck by the sounds before the sun,
    I knew the night had gone.
    The morning breeze like a bugle blew
    Against the drums of dawn.
    (Bob Dylan)

  • Ich kann eine gewisse Mozart-Antipathie nachvollziehen, wenn es darum geht, die Marke Mozart und gewisse Assoziationen, die damit verbunden sind, abzulehnen. Die Legendenbildung um das "Wunderkind" und den "Gottesbeweis", den "man zu früh abberufen" habe und was weiß ich noch für Superlative, gepaart mit einem Salzburger Geschäftssinn, kann einem durchaus den Konsum Mozartscher Musik vermiesen, bzw. eine "Süßigkeit" in seiner Musik vermuten lassen, die dort gar nicht vorhanden ist. Das ging mir nicht anders und geht mir heute noch mit gottgleichen Künstlern, die man anhand von Legenden und Bewunderern gar nicht mehr erkennen kann und deren wahre Gestalt unter einer Zentnerschicht Missdeutungen, Poulärpsychologie und sonstigen Verklärungen leidet. Zu Mozart kommt noch der Name selbst, denn Mobrutal oder Mofürchterlich hätte sicherlich nicht solche diabetischen Assoziationen ausgelöst, wie eben das mozärtliche... Wer begreift, dass Mozart z.B. Salzburg ein "Drecksloch" nannte, wird diesen Dingen sicherlich etwas entspannter gegenüberstehen. Gebt Mozart eine Chance...

  • Zitat

    Original von Johannes Roehl
    Die Linzer hat für mich aber auch teils etwas "Erhabenes", besonders im feierlichen langsamen Satz, aber auch im Kopfsatz (der mich irgendwie ein wenig an Händel erinnert).


    Die Linzer :jubel::jubel:

  • Ich habe mit Mozart keine Probleme: sicher diese -kugeln, -würste, -brezeln, und was es noch alles geben soll, sind sicher reiner Unfug. Der Umsatz mit Mozart wird auf Milliarden von €s geschätzt, nur: dafür kann er ja nichts, und mitmachen muss man diesen Kommerz ja auch nicht. Für mich ist und bleibt er einfach genial.

  • Zitat

    Original von Michael
    Für mich ist und bleibt er einfach genial.


    ...und die -kugeln auch. Du kennst ja nur eine... :baeh01:

    Der Glaube kann Sätze verbergen.

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    Original von Blackadder


    Mobrutal


    :D :D

    „People may say I can't sing, but no one can ever say I didn't sing."
    Florence Foster-Jenkins (1868-1944)

  • Zitat

    Original von Michael
    klaro Ulli una tantum..................


    In der Tat... aber die kennst Du noch nicht - wobei, es gäbe noch eine zweite, wirklich gute, aber die darf glaube ich wegen Urheberrechte nicht gezeigt werden. Aber vielleicht kann Vc. unauffällig verlinken?


    :hello:


    Ulli

    Der Glaube kann Sätze verbergen.

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    Original von Padre
    Mit "mögen", ist das so wie halb schwanger. Halbschwanger, gibt es aber nicht! :no:
    Padre


    Aber scheinschwanger gibt es...


    Zitat

    Violoncellchen: Elsaß isses: vielleicht lädt uns Ulli ja mal dorthin ein


    Kannst jederzeit gerne vorbeischaun...


    :hello:


    Ulli

    Der Glaube kann Sätze verbergen.

  • Zitat

    Original von Amateur
    Bitte nicht persönlich nehmen, gerade unter den Taminos scheint es mir Viele zu geben, die nicht in Heiligenverehrung oder KV-Bürokratismus erstarrt sind... :hello:


    Hab´s Dir auch nicht übel genommen :yes:
    (Bin da nicht sonderlich empfindlich...)

    Viva la libertà!

  • Zitat

    Original von Alfred_Schmidt
    Hätte man mir die Frage vor 30 Jahren gestellt...........


    Alfred


    @Alfred, ich finde Du hast es - zumindest für mich, und wohl die meisten Instrumentalisten - auf den Punkt gebracht.
    Ich selbst wundere mich nur über so unterschiedliche Bewertungen von Mozart, da ich dachte, er sei allgemein als solcher anerkannt. Ansonsten müsste man wohl auch sämtliche Klassiker der deutschen Literatur von Goethe ja sogar bis hin zu Brecht in Frage stellen. Und wohl auch alle Museen schließen, die sich nicht „Modern Art“ nennen. Ich persönlich kann mir Aversionen gegenüber Mozart nur so erklären: wir leben in einem Zeitalter der Neurosen, in dem viele für nichts mehr Zeit haben und man traut sich ja schon kaum mehr auf die Straße, da immer mit dem Gefühl angegriffen zu werden, wenn ich dies mal so krass formulieren darf. Absit malitia.
    LG Micha:hello:

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    Original von Michael


    Ich persönlich kann mir Aversionen gegenüber Mozart nur so erklären: wir leben in einem Zeitalter der Neurosen, in dem viele für nichts mehr Zeit haben und man traut sich ja schon kaum mehr auf die Straße, da immer mit dem Gefühl angegriffen zu werden, wenn ich dies mal so krass formulieren darf. Absit malitia.


    Wo ist der Zusammenhang zwischen einem Nichtgefallen an Mozart und dem Mangel an Zeit bzw. dem Gefühl des Angegriffenwerdens auf der Straße ?(

    „People may say I can't sing, but no one can ever say I didn't sing."
    Florence Foster-Jenkins (1868-1944)

  • Zitat

    Original von Michael


    Ansonsten müsste man wohl auch sämtliche Klassiker der deutschen Literatur von Goethe ja sogar bis hin zu Brecht in Frage stellen. Und wohl auch alle Museen schließen, die sich nicht „Modern Art“ nennen.


    Lieber Michael,


    ich tue mich da recht schwer mit dem Nachvollziehen - in Frage stellen und schließen sind ja wohl zwei Paar Stiefel, ich halte das unablässige Infragestellen von allem, womit man sich beschäftigt gerade in der Kunst für die condicio sine qua non jeder produktiven Auseinandersetzung.


    Und wenn ich weiter oben lese, dass Menschen, die Mozart nicht schätzen, als "unheimlich" empfunden werden oder gleich der Vorwurf der "Barbarei" erhoben wird, dann graut mir eher ganz schön mächtig vor solchen Mozart-Liebhabern.


    Mozarts Musik wird ja (relativ) weitgehend auch von nicht hauptsächlich der klassischen Musik zugetanen Hörern zumindest nicht als störend empfunden - eine dezidierte Ablehnung spricht daher m.E. eher für eine überdurchschnittliche (wenn auch eigenwillige) Sensiblität für Musik.


    Warum man da dann die Keule rausholen und im Hochbewusstsein der eigenen Erleuchtetheit "Barbarei" rufen muss sollte mir bei Gelegenheit mal jemand erklären.


    Ich selbst hatte zu Mozart jahrelang überhaupt keinen Zugang, das hat sich erst in den letzten Jahren radikal geändert, hauptsächlich wegen der parallelen Entdeckung der HIP durch mich. Ich bin aber immer noch derselbe Mensch wie vorher und habe kein Iota meiner Unbehauenheit abgelegt, seit ich zu Mozart gefunden habe. Für mich ist das alles schlicht eine Sache es Empfindens, und da finde ich es im Grundsatz wunderbar, wenn Menschen über ein so feines Sensorium verfügen, dass die Musik bestimmer Komponisten ihnen nicht nur gleichgültig bleibt, sondern aktiv unangenehm ist. Wer kann denn bitteschön entscheiden, ob es "besser" (welch' sinnlose Frage!) oder (im Gegensatz zu "Barbarei") "kultivierter" (o.ä.) ist, einen breiten Kanon von Werken zu "mögen" oder eine beschränktere Zahl von Stücken sehr intensiv zu erleben???


    Kopfschüttelnde Grüße
    vom
    BBF

    "Dekonstruktion ist Gerechtigkeit." (Jacques Derrida)

  • Zitat

    Original von Draugur



    Wo ist der Zusammenhang zwischen einem Nichtgefallen an Mozart und dem Mangel an Zeit bzw. dem Gefühl des Angegriffenwerdens auf der Straße ?(


    Ja, das muss man mir auch erklären. Warum KANN man nicht einfach mal 5 gerade sein lassen und akzeptieren, daß es Menschen gibt, die nicht im seelischen Gleichtakt mit einem selbst schwingen -- sprich auf der gleichen Wellenlänge liegen.


    Mein Onkel, den ich nie nie kennenlernen durfte, hörte fast asuschließlich Renaissance-Musik. Na und?? Kann man Perotin, kann man Palestrina eigentlich nicht mögen??


    Kann man Mozart eigentlich wirklich mögen oder bildet ihr euch das alle nur ein??


    Mozart- und Bruckner-Liebhaber sind die schlimmsten :no:


    Oder war das alles ironisch, Matthias?? :P


    :hello:
    Wulf

  • Zitat

    Original von Draugur


    Wo ist der Zusammenhang zwischen einem Nichtgefallen an Mozart und dem Mangel an Zeit bzw. dem Gefühl des Angegriffenwerdens auf der Straße ?(


    Ich mache mir schon mal Brötchen für den Knast bereit, sollte das Essen dort nicht so gut sein.
    =) =) =) :) :)

  • Zitat

    Original von Michael
    Ich persönlich kann mir Aversionen gegenüber Mozart nur so erklären: wir leben in einem Zeitalter der Neurosen, in dem viele für nichts mehr Zeit haben und man traut sich ja schon kaum mehr auf die Straße, da immer mit dem Gefühl angegriffen zu werden, wenn ich dies mal so krass formulieren darf. Absit malitia.
    LG Micha:hello:


    ?( ?( ?( ?(


    Interessante These - könnte vielleicht in der Neurologie und Psychopathologie zu einem neuen Diagnoseinstrumentarium entwickelt werden... Patient ist paranoisch - sicheres Indiz: Mag Mozart nicht. Empfehlung: Stationäre Behandlung in einer geschlossenen Abteilung. Therapie: Dauerberieselung aus nicht abschaltbaren Lautsprechern (mit naklar erstklassigem Sound). Erst, wenn der Patient mindestens sieben mal das Gesamtwerk gehört und seine Begeisterung glaubwürdig zu Protokoll gegeben hat, besteht Hoffnung auf Entlassung - allerdings nur auf Bewährung... Ich wüßt' auch schon einen Bewährungshelfer... ;)


    Herzlichst,
    Medard

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